Was geschah im Mai 1907

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Wetterstationen Mai 1907

1.5.1907, Mittwoch

Im Deutschen Reich treten die neuen Zugtarife in Kraft. Auf fast allen Strecken der Staatsbahnen werden vier Klassen mit Einheitssätzen eingerichtet. Die Rückfahrkarten mit Preisermäßigung werden aufgehoben.

Die Maikundgebungen am internationalen Arbeiterkampftag stehen im Zeichen der Forderung nach Einführung des Achtstundentags.

In Mannheim wird anlässlich des 300-Jährigen Stadtgründungsjubiläums eine internationale Kunst- und Gartenbauausstellung eröffnet.

Das Storting, das norwegische Parlament in Kristiania (Oslo), lehnt einen Antrag ab, Konzessionen für Wasserkraftwerke und Bergwerke an Ausländer erst nach einem entsprechenden parlamentarischen Beschluss zu vergeben. Das gewaltige hydroenergetische Potential des an Gletschern und Wasserläufen mit hoher Fallhöhe reichen Norwegen zieht in großem Maß kapitalkräftige Investoren aus dem Ausland an.

2.5.1907, Donnerstag

Die deutsche Reichsregierung unter Bernhard Fürst von Bülow fordert im Reichstag in Berlin die Bereitstellung von 221 Mio. Mark für die Erweiterung des Kaiser-Wilhelm-Kanals (Nord-Ostsee-Kanal). Der 1895 eröffnete Kanal soll für die Durchfahrt großer Kriegsschiffe erweitert werden.

Der britische Schatzkanzler Herbert Henry Asquith weist auf der Empire-Konferenz in London den Vorschlag des australischen Premierministers Alfred Deakin zurück, Großbritannien solle seinen Kolonien Vorzugszölle einräumen.

Der Konservative Jules de Trooz wird belgischer Ministerpräsident als Nachfolger seines Parteifreundes Paul Graf de Smet de Nayer. Dieser war zurückgetreten, nachdem das Abgeordnetenhaus die Einführung des Achtstundentags für Bergleute beschlossen hatte.

Die niederländische Abgeordnetenkammer in Den Haag beginnt mit der Beratung des Gesetzentwurfs über die Abschaffung des Zehnten. Die noch aus der Feudalzeit herrührende zehnprozentige Abgabe auf alle Erträge aus Grundbesitz ist mittlerweile zu einem drückenden Hindernis für die Entwicklung der Landwirtschaft geworden. Die Beratungen enden mit der zwangsweisen Aufhebung aller Zehnten.

3.5.1907, Freitag

Der deutsche Reichstag in Berlin billigt die Errichtung eines Kolonialministeriums.

In Russland wird die Verordnung über die Feldgerichte außer Kraft gesetzt. Durch diese Verordnung konnten seit 1906 bei revolutionären Unruhen Urteile ohne Verhandlung gefällt und sofort vollzogen werden.

Bei Boulogne-sur-Mer sinkt der französische Dampfer “Laure” mit 72 Menschen an Bord.

4.5.1907, Samstag

Unter der Präsidentschaft von Ramon Cáceres ratifiziert der Kongress der Dominikanischen Republik einen Vertrag mit den USA, durch welchen den Vereinigten Staaten die Finanzkontrolle über das mittelamerikanische Land übertragen wird.

In Dänemark tritt das Gesetz über die Einführung des metrischen Maß- und Gewichtssystems in Kraft. Der Meter ersetzt nun das Feldmaß 10 Fod (313,854 cm), der Liter tritt an die Stelle des Hohlmaßes Pot (0,96611).

5.5.1907, Sonntag

In Dortmund beginnt die 17. Generalversammlung des Verbands der Bergarbeiter Deutschlands (Alter Verband). Auf der viertägigen Veranstaltung wird u.a. die Begrenzung der Schichtdauer auf höchstens acht Stunden gefordert. In nassen Arbeitsorten und solchen, in denen Temperaturen von über 28 herrschen, wollen die Bergleute Sechsstundenschichten durchsetzen.

Im Berliner Hoppegarten wird die Rennsaison eröffnet. Nach einem übermäßig langen Winter herrscht zum ersten Mal wirkliches Frühlingswetter.

6.5.1907, Montag

In Ost-Bengalen brechen Unruhen der Hindus gegen die britisch-indische Kolonialverwaltung aus. Die Hinduführer rufen zum Boykott britischer Waren auf.

7.5.1907, Dienstag

Die belgischen Abgeordneten veranstalten im Parlament in Brüssel solchen Lärm, dass der neue Ministerpräsident Jules de Trooz (konservativ) seine Regierungserklärung nicht verlesen kann. Am 8. Mai stellt er sein Programm daher im Senat vor und kündigt eine “Sorgfalt” an, die sich “auf alle Klassen erstrecken” werde. Hintergrund für den Unmut der Abgeordneten: Der neue Ministerpräsident ist gegen die vom Parlament befürwortete Einführung des Achtstundentags für Bergarbeiter.

Der Verband deutscher Seeschiffswerften schließt in Hamburg mit einer Kommission der Werftarbeiter und mehrerer Arbeiterverbände einen Vertrag über Lohn und Arbeitszeit. In der deutschen Presse wird allgemein hervorgehoben, dass dieses paritätische Verhandeln sozial einen wichtigen Fortschritt darstelle.

Das britische Unterhaus in London genehmigt mit 416 gegen 121 Stimmen die Errichtung eines “irischen Verwaltungsrats”. Die irische Nationalpartei in Dublin bezeichnet die Verwaltungsreform als ungenügend. Daraufhin zieht die britische Regierung unter Henry Campbell-Bannerman (liberal) die Vorlage am 3. Juni zurück.

In Stellingen bei Hamburg wird Hagenbecks Tierpark eröffnet.

8.5.1907, Mittwoch

Der Australier Tommy Burns verteidigt seinen Titel als Boxweltmeister aller Klassen in Los Angeles erneut gegen Jack O’Brien (USA) durch einen Punktsieg nach 20 Runden. Am 28. November 1906 hatten sich beide unentschieden getrennt.

9.5.1907, Donnerstag

Der britische Premierminister Henry Campbell-Bannerman bedauert in einer Rede in Manchester den Beschluss des deutschen Reichskanzlers Bernhard Fürst von Bülow, sich an der Erörterung von internationalen Abrüstungsfragen nicht zu beteiligen.

10.5.1907, Freitag

An der Opéra Comique in Paris wird das lyrische Märchen “Ariane und Blaubart” von Paul Dukas unter der musikalischen Leitung von Franz Ruhlmann uraufgeführt.

Auf der neunten Session des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Den Haag wird vorgeschlagen, bei den Olympischen Spielen in London 1908 den britischen Kampfrichtern einen ausländischen Kollegen zur Seite zu stellen.

Königin Viktoria Eugenia von Spanien wird von einem Sohn (Alfons) entbunden. König Alfons XIII. erlässt aus diesem Anlass eine Amnestie.

11.5.1907, Samstag

In Österreich beginnen die ersten Reichsratswahlen nach Einführung des allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlrechts. Die mit den Stichwahlen am 24. Mai endenden Wahlen machen die Sozialdemokraten mit 87 Abgeordneten zur stärksten Fraktion.

Mit der Auflösung der Abgeordnetenkammer in Lissabon durch König Karl I. beginnt in Portugal die Königsdiktatur.

Durch einen Schiedsspruch des Berliner Gewerbegerichts werden Streik und Aussperrung in der Berliner Holzindustrie (seit 14. Januar) beendet. Das Schiedsgericht entscheidet auf eine allmähliche Arbeitszeitverkürzung und Lohnerhöhung.

Die Eisenbahner Großbritanniens fordern auf 150 Kundgebungen die Anerkennung des Gesamtverbands der Eisenbahnangestellten als Vertretung ihres Berufsstandes bei Tarifverhandlungen.

In Wiesbaden wird das neue Kurhaus eröffnet.

12.5.1907, Sonntag

Auf der Hauptversammlung des Deutschen Flottenvereins in Berlin wird August Keim als Präsident wiedergewählt. Keim war wegen seines Eingreifens in den Reichstagswahlkampf scharf angegriffen worden.

In der Kupfermine in Vladerna in Mexiko bricht ein Feuer aus, durch das 90 Bergleute ums Leben kommen.

In Winterthur findet der erste Kongress der schweizer christlichen Gewerkschaften statt. Das Programm fordert angemessene Verkürzung der Arbeitszeit, kommunale Wohnungsfürsorge sowie die Errichtung von Einigungs-, Arbeits- und Wohnungsämtern.

In Béziers protestieren 100 000 französische Weinbauern für ein Verbot von “Zuckerwein”.

13.5.1907, Montag

Der Deutsche Reichstag in Berlin nimmt den umstrittenen Handelsvertrag mit den USA an. Nach Meinung vieler Abgeordneter hat die Regierung den Vereinigten Staaten zu große Vorteile an dem deutschen Markt eingeräumt.

In Berlin wird halbamtlich die Ernennung von Theodor Seitz zum Gouverneur der deutschen Kolonie Kamerun mitgeteilt. Seitz ist Nachfolger des durch eine Liebesaffäre in Verruf geratenen Jesco von Puttkamer.

In London beginnt der fünfte Parteitag der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands (SDAPR).

14.5.1907, Dienstag

In Zarskoje Selo wird eine Soldatenverschwörung gegen Zar Nikolaus II. und den Thronfolger-Großfürsten Aleksei Nikolajewitsch aufgedeckt. 28 Soldaten werden unter dem Vorwurf der Beteiligung verhaftet.

Der schwedische Reichstag in Stockholm beschließt die Einführung des allgemeinen Stimmrechts für Männer bei den Reichstagswahlen.

15.5.1907, Mittwoch

In Schöneberg bei Berlin wird die Deutsche Armee-, Marine- und Kolonialausstellung eröffnet.

Der italienische Außenminister Tommaso Tittoni hält vor dem Abgeordnetenhaus in Rom eine Grundsatzrede über die Außenpolitik Italiens zwischen Dreibund und Entente.

16.5.1907, Donnerstag

Die spanische Regierung unter dem Konservativen Segismundo Maura y Montaner lässt den Botschaftern der “Entente cordiale”-Mächte Großbritannien und Frankreich identische Erklärungen über die Aufrechterhaltung des Status quo im Mittelmeer überreichen.

Die Schriftstellerin Franziska zu Reventlow, eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Münchner Boheme, feiert ihren 36. Geburtstag.

Im Rahmen der Winzerunruhen in Frankreich stürmen Marktfrauen das Rathaus von Béziers und zerstören das Mobiliar. Militär stellt die Ruhe wieder her.

Die 1906 von der britischen Regierung eingesetzte Achtstundentag-Kommission kommt zu dem Ergebnis, dass der durchschnittliche Arbeitstag in Kohlengruben nur 7 Stunden beträgt. Dennoch werde die gesetzliche Einführung des Achtstundentags eine zeitweilige Verringerung der Produktion zur Folge haben.

17.5.1907, Freitag

Bernhard Dernburg, der Direktor der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amts, wird zum Staatssekretär des neuerrichteten Reichskolonialamts ernannt. Der bisherige Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika (Namibia), Friedrich von Lindquist, erhält den Posten eines Unterstaatssekretärs. Bruno von Schuckmann wird neuer Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika.

Bewaffnete junge Leute, die der revolutionären Bewegung zugerechnet werden, rauben in Lódz in Russisch-Polen einen Postgeldwagen aus. Kosaken töten bei der Verfolgung der Räuber sieben unbeteiligte Passanten und dringen dann in eine Fabrik ein, in der sie Dutzende von Arbeitern erschießen.

Wegen des Ausbruchs von Bauernunruhen bitten die Gouverneure von Saratow, Slimbirsk und Kostroma die russische Regierung unter Pjotr A. Stolypin um Truppenverstärkungen.

Der russische Unterrichtsminister Pjotr M. von Kauffmann stellt vor der Duma, dem Parlament in Petersburg (Leningrad), fest, dass nur 29% aller Männer und 13% aller Frauen in Russland lesen könnten. 8 Mio. Kinder könnten keinen Schulunterricht erhalten, da dazu 250 000 Schulen nötig seien. Vorhanden seien aber nur 90 000 Lehranstalten.

18.5.1907, Samstag

In der nordwestpersischen Stadt Täbris brechen revolutionäre Unruhen aus. Eine Volksmenge unter Führung der Geistlichkeit besetzt das Telegrafenamt und verlangt vom neuen Schah Mohammad Ali die Bestätigung der Verfassung. Zu ähnlichen Vorfällen kommt es auch in Rascht, Kermanschah und Schiras.

In Berlin beginnen Streik und Aussperrung der Holzarbeiter. Die Arbeitgeber hatten den Schiedsspruch des Berliner Gewerbegerichts, das die sofortige Einführung des Achtstundentags ablehnte, aber Lohnerhöhungen empfahl, anerkannt; die Arbeiter dagegen hatten den Spruch gegen den Willen ihrer Führung abgelehnt. Der Tarifkonflikt endet am 12. August mit einem Erfolg der Arbeitgeber.

19.5.1907, Sonntag

In Hamburg wird der Bund vaterländischer Arbeitervereine gegründet. Er versteht sich als parteiunabhängig. Seine “Bestimmung” ist es, “alle in Treue zu Kaiser und Reich stehenden deutschen Männer … zum Kampfe gegen die politisch wie wirtschaftlich irreführende Sozialdemokratie zu vereinigen”. Sein “Zweck” ist “die sittliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Hebung der Lage aller Arbeitnehmer”.

Bei den Weltmeisterschaften im Gewichtheben in Frankfurt am Main sind die Deutschen klar überlegen. Im Schwergewicht siegt Heinrich Rondi vor Heinrich Schneidereit und Georg Schleidt. Im Leichtgewicht gewinnt Johann Zewbrowski, im Mittelgewicht Andreas Lutz.

Osmanische Truppen erobern die Hauptstützpunkte der nationalistischen bulgarischen Extremisten in Makedonien. Das unter osmanischer Herrschaft stehende Makedonien wird von schweren nationalen Unruhen zwischen Griechen, Bulgaren und Osmanen erschüttert.

20.5.1907, Montag

Bei den fremden- und christenfeindlichen Unruhen in der chinesischen Provinz Kwangtung werden alle militärischen und bürgerlichen Beamten in der Stadt Wongkong getötet.

In Berlin beginnt der 16. Verbandstag der Deutschen Gewerkvereine. Gegenüber dem letzten Berichtszeitraum ist die Mitgliederzahl der Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereine gegenüber dem Jahr 1905 um 8000 auf 108 000 gesunken.

21.5.1907, Dienstag

Der Gesamtverband Evangelischer Arbeitervereine, der 125 000 Mitglieder zählt, begeht in Dortmund den 25. Jahrestag seines Bestehens. Auf der viertägigen Veranstaltung sprechen sich die Delegierten für starke staatliche Einrichtungen zum Schutz der sozial Schwachen aus.

22.5.1907, Mittwoch

Angesichts der Winzerunruhen beschließt der französische Ministerrat unter Georges Benjamin Clemenceau einen Gesetzentwurf, der den Zuckerzusatz bei der zweiten Kelterung verbietet und den bei der ersten Kelterung verwendeten Zucker mit einer Steuer belegt.

In Straßburg im Elsass tritt der Evangelischsoziale Kongress unter der Leitung des Theologen Adolf von Harnack zusammen.

23.5.1907, Donnerstag

Das deutsche Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose tritt im Reichstag unter dem Vorsitz des Staatssekretärs des Innern, Arthur Graf von Posadowsky-Wehner, zu seiner elften Generalversammlung zusammen.

Der russische Ministerpräsident Pjotr A. Stolypin erläutert vor der Duma, dem Parlament in Petersburg (Leningrad), sein Agrarprogramm: Allen Bauern, die kein Land hätten, werde Land gegeben werden.

Zu tumultartigen Szenen kommt es in der italienischen Abgeordnetenkammer in Rom, als der Sozialist Mogari behauptet, der Abgeordnete Romano sei ein führendes Mitglied der Camorra. Diese politische Terrororganisation übt einen starken Einfluss auf das öffentliche Leben in Italien aus.

24.5.1907, Freitag

In Berlin wird der Kolonial-Prozess Pöplau wiederaufgenommen. Zu den bekannten Zeugen zählt u.a. der Zentrumsabgeordnete Matthias Erzberger. Das Gericht sieht von seiner Vereidigung ab, da es ihn der Mitschuld für verdächtig hält.

Der Vaterländische Frauenverein hält unter dem Protektorat von Kaiserin Auguste Viktoria seine Generalversammlung im preußischen Abgeordnetenhaus in Berlin ab. Der 1866 gegründete Verein ist mit über 100 000 Mitgliedern der größte deutsche Frauenverein vom Roten Kreuz.

25.5.1907, Samstag

In Helsingfors (Helsinki) tritt der erste nach allgemeinem Wahlrecht von Männern und Frauen gewählte Landtag zusammen.

In verschiedenen Orten des österreichischen Königreichs Galizien und Lodomerien kommt es anlässlich der Stichwahlen zum österreichischen Reichstag zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Polen und Ruthenen (Ukrainern).

Die Berliner Zeitschrift “Die Woche” veröffentlicht einen Artikel über “Frauenideale”: “Nur Gattin und Familienmutter zu sein”, heißt es darin, “ist heutzutage ein Beweis von Rückständigkeit.”

26.5.1907, Sonntag

In Carcassonne demonstrieren 250 000 französische Winzer gegen die Weinpolitik der Regierung. Sie drohen mit Steuerverweigerung und Lahmlegung aller kommunalen und staatlichen Organe.

In Hamburg wird der Deutsche Golf-Verband gegründet. Er schreibt die ersten Deutschen Meisterschaften aus. Gespielt wird nach den Regeln des Royal and Ancient Golf Club of St. Andrews.

Gespielt wird nach den Regeln des Royal and Ancient Golf Club of St. Andrews.

Gewinner der ersten Tourist Trophy für Motorräder auf der britischen Insel Man wird in der Einzylinderklasse C. R. Collier auf Matchless.

Der dänische Polarforscher Ludwig Mylius-Erichsen wird in Nordostgrönland zum letzten Mal gesehen.

Die Lübecker Bürgerschaft beschließt die Enteignung von Ländereien zur Bereitstellung für Industrieanlagen.

28.5.1907, Dienstag

Der braunschweigische Landtag wählt Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg einstimmig zum Regenten des Herzogtums. Johann Albrecht tritt die Nachfolge des 1906 verstorbenen Prinzen Albrecht von Preußen an. Die Ansprüche des Herzogs Ernst August von Cumberland wurden abgelehnt.

29.5.1907, Mittwoch

E. Courtis gewinnt die dritte Tourist Trophy für Tourenwagen auf der Insel Man in 8:23:07,0 h auf Rover.

30.5.1907, Donnerstag

US-Präsident Theodore Roosevelt (Republikaner) greift bei einer Rede in Indianapolis (Indiana) erneut in scharfer Form die Trusts an. Das Eigentum werde viel weniger von Sozialisten und Anarchisten bedroht als von “reichen Räubern”.

Reichskanzler Bernhard Fürst von Bülow empfängt in Berlin eine Delegation britischer Journalisten, die am folgenden Tag mit Kaiser Wilhelm II. in der Orangerie frühstücken. Der Besuch soll der Völkerverständigung während einer Zeit internationalen Wettrüstens dienen.

31.5.1907, Freitag

Im Königreich Bayern werden die Landtagsabgeordneten erstmals direkt gewählt. Die Zahl der SPD-Mandate steigt von acht auf 20.

In Marseille wird der Generalstreik aller eingeschriebenen Seeleute proklamiert. Der Grund ist die ungenügende Erfüllung ihrer Forderungen hinsichtlich der Alterspensionen.