Was geschah im Mai 1910

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Wetterstationen Mai 1910

1.5.1910, Sonntag

In Nürnberg endet nach zwei Tagen der erste Parteitag der Fortschrittlichen Volkspartei in Bayern mit der Verabschiedung einer Resolution, die Einführung des Verhältniswahlrechts zur politischen Hauptaufgabe zu machen: “Das jetzige bayerische Wahlrecht ist infolge einer auf den Vorteil der Zentrumspartei künstlich zugeschnittenen Wahlkreiseinteilung eine Verhöhnung des Prinzips des gleichen Wahlrechts und eine schroffe Vergewaltigung der Minderheit.”

Auf der Münchner Theresienwiese findet die erste polizeilich genehmigte Maikundgebung von Arbeitern statt.

In der Akademischen Hochschule der Bildenden Künste in Berlin beginnt die erste Städtebau-Ausstellung.

2.5.1910, Montag

In der französischen Hafenstadt Dünkirchen (Dunkerque) kommt es zu blutigen Zusammenstößen zwischen streikenden Arbeitern und Militär. Für die französische Wirtschaft ist 1910 das Jahr mit den bisher meisten Streiks in diesem Jahrhundert.

3.5.1910, Dienstag

Der SPD-Politiker Paul Hirsch bezeichnet im preußischen Abgeordnetenhaus in Berlin die allgemeine Verfügung, Maiumzüge zu verbieten, als skandalös: “Das russische Ministerium des Innern inspiriert das Berliner Polizeipräsidium. Wir befinden uns in russischen Zuständen!”

Der liberale Abgeordnete Georg Wolf fordert im Landesausschuss von Elsass-Lothringen, “dem in anderen Ländern mit zweisprachiger Bevölkerung bereits herrschenden Usus zu folgen und sämtliche Regierungsäußerungen … auch in sämtlichen am Orte gesprochenen Sprachen abzufassen und zu veröffentlichen”. Die Regierung des deutschen Reichslandes Elsass-Lothringen lehnt dies ab.

Beim “Credito Predial”, einer portugiesischen Bank, in deren Verwaltungsrat mehrere Regierungsmitglieder vertreten sind, werden betrügerische Manipulationen aufgedeckt. Der Skandal führt im Juni zum Sturz des Kabinetts Francisco António da Veiga Beirão.

4.5.1910, Mittwoch

Der frühere US-amerikanische Präsident Theodore Roosevelt hält als Träger des Friedensnobelpreises von 1906 einen Vortrag über Friedenspolitik und Wettrüsten im Nationaltheater in Kristiania (Oslo).

Die türkische Abgeordnetenkammer in Konstantinopel (Istanbul) bewilligt mit 153 zu 29 Stimmen die von der Regierung in den Haushaltsplan übernommenen Pensionen für die Schwiegersöhne von Sultan Muhammad V. Der Finanzminister hatte für den Fall einer Ablehnung mit dem Rücktritt gedroht.

5.5.1910, Donnerstag

Bei einer Explosion in der Palos-Mine bei Birmingham im US-Bundesstaat Alabama wird die gesamte Belegschaft, 45 Weiße und 100 Schwarze, getötet.

6.5.1910, Freitag

Eduard VII., König von Großbritannien und Irland sowie Kaiser von Indien, stirbt im Buckingham-Palast in London im Alter von 68 Jahren.

Die bayerische Abgeordnetenkammer in München lehnt den liberalen Antrag auf Einführung des Verhältniswahlrechts mit 70 zu 39 Stimmen ab.

Vor dem Parlamentsgebäude in Wien demonstrieren mehrere hundert katholische, geschiedene Männer und Frauen für die Aufhebung der Bestimmung im Bürgerlichen Gesetzbuch, die geschiedenen Katholiken die Wiederverheiratung verbietet. Der Sprecher der Versammlung droht mit der “Los-von-Rom”-Bewegung (Kirchenaustritt), falls die Forderung nicht erfüllt werde.

Die Provinzhauptstadt Cartago in Costa Rica wird durch ein Erdbeben zerstört. Bei der Katastrophe kommen rund 2500 Menschen ums Leben.

7.5.1910, Samstag

Georg V., der neue König von Großbritannien und Irland, leistet in London den Eid auf die Verfassung.

Der US-amerikanische Polarforscher Robert Edwin Peary, der im Jahr 1909 als erster den Nordpol erreicht hat, erhält von der Gesellschaft für Erdkunde in Berlin die goldene Nachtigal-Medaille verliehen.

Nach Berichten aus Peking wurden bei einem Aufstand der Tibetaner in der Garnison Lhasa rund 1000 Chinesen getötet.

Der deutsche Kaiser Wilhelm II. ordnet anlässlich des Todes des britischen Königs Eduard VII. Trauerbeflaggung an.

8.5.1910, Sonntag

An der japanischen Westküste werden mehrere Divisionen in Alarmbereitschaft versetzt, um notfalls sofort nach Korea transportiert werden zu können. Japan steht kurz vor der Annexion des Kaiserreichs Korea.

9.5.1910, Montag

Der zweitälteste Sohn von Eduard VII. wird in London öffentlich als Georg V. zum König von Großbritannien und Irland proklamiert.

Aus den spanischen Parlamentswahlen gehen die regierenden Liberalen als Sieger hervor.

10.5.1910, Dienstag

In Berlin wird der Diamantenvertrag zwischen dem Reichskolonialamt und der Deutschen Kolonialgesellschaft für Südwestafrika unterzeichnet.

Der frühere US-Präsident Theodore Roosevelt trifft in Berlin ein.

Der Deutsche Reichstag in Berlin nimmt in dritter Lesung das Kaligesetz an. Danach wird das Parlament bis zum 8. November vertagt.

In der Walhalla bei Regensburg wird die Büste des preußischen Generalfeldmarschalls Helmuth Graf von Moltke enthüllt. Die Walhalla ist eine “Ruhmeshalle” mit Büsten berühmter Deutscher.

Auf den Zug, in dem der Führer der Reformpartei der Oktobristen und Präsident der russischen Reichsduma (Parlament), Alexandr I. Gutschkow, von Moskau nach Petersburg (Leningrad) fährt, wird ein Dynamitattentat verübt.

Der Bundesrat in Berlin nimmt den Kaligesetzentwurf in der vom Reichstag beschlossenen Fassung an.

12.5.1910, Donnerstag

Bei der Explosion einer Sprengpatrone im Mannschaftsraum des Torpedobootes “S 33” der ersten Minensuchdivision der deutschen Marine kommen fünf Männer ums Leben.

Das russische Außenministerium in Petersburg (Leningrad) bestätigt, dass Russland mit Japan ein freundschaftliches Einvernehmen über das gemeinsame Vorgehen im Fernen Osten getroffen habe, um den US-amerikanischen Plänen hinsichtlich einer Neutralisierung der Mandschurei entgegentreten zu können. So werde Russland der bevorstehenden Annexion Koreas durch Japan nicht widersprechen.

Bei einer Explosion in der Kohlengrube bei Whitehaven in Großbritannien werden von den 134 Bergleuten, die sich zum Zeitpunkt des Unglücks in der Grube befinden, nur vier gerettet.

Der preußische Lehrerverband verlangt in einer in Köln verabschiedeten Resolution, “dass der Volksschullehrerstand, der mehr als 90% Prozent des Volkes die Kultur übermittelt, in seiner Gesamtheit als Kulturträger angesehen wird”.

Der frühere US-Präsident Theodore Roosevelt hält in der Berliner Universität eine Vorlesung über die Weltkulturbewegung und wird zum Ehrendoktor ernannt.

13.5.1910, Freitag

In Wien wird der 30. Gründungstag des Deutschen Schulvereins begangen. Der Verein gilt als eine “der wichtigsten Schutzwehren gegen alle auf deutsches Wesen gerichteten Angriffe”.

Die Berliner Charité, die 1710 als Militärkrankenhaus gegründet wurde, begeht den 200. Jahrestag ihrer Gründung.

Die Regierung des deutschen Reichslandes Elsass-Lothringen nimmt die Ausweisung des Schweizers Wegelin zurück. Wegelin hatte Ende 1909 in einem Hotel in Mühlhausen die “Marseillaise”, die französische Nationalhymne, spielen lassen.

Die gesetzgebende Abteilung des Storting in Kristiania (Oslo) stimmt der Einführung des allgemeinen Kommunalwahlrechts für Frauen zu.

14.5.1910, Samstag

Die deutsch-britisch-belgische Konferenz zur Festlegung der Grenze im Osten des Kongo unterzeichnet in Brüssel den Grenzvertrag.

Vor dem Parlament in Wien demonstrieren italienische Irredentisten.

Die Yacht “Amphitrite” mit dem griechischen König Georg I. an Bord verliert ihre Schraube und bleibt manövrierunfähig in den Gewässern von Yallona liegen. Ein deutscher Dampfer und ein Geschwader von Torpedobooten eilen zu Hilfe.

15.5.1910, Sonntag

Der bisher längste Flug mit zwei Passagieren gelingt dem französischen Aviatiker Kinet aus Reims. Die Maschine bleibt mit drei Personen zwei Stunden und 51 Minuten in der Luft.

Der Karlsruher FV gewinnt in Köln die Deutsche Fußballmeisterschaft durch einen 1:0-Sieg nach Verlängerung gegen Holstein Kiel.

16.5.1910, Montag

Über Argentinien wird zur Abwehr eines Generalstreiks der Belagerungszustand verhängt.

17.5.1910, Dienstag

Tausende defilieren an dem in der Londoner Westminster Hall aufgebahrten Leichnam des am 6. Mai verstorbenen britischen Königs Eduard VII. vorbei.

Alexandr I. Gutschkow, der Präsident der russischen Reichsduma (Parlament), beschließt, die aus dem Ausland eintreffenden Proteste gegen die Einschränkung der finnischen Autonomie weder zu veröffentlichen noch verlesen zu lassen.

Dem österreichischen Ingenieur Karl Illner gelingt mit einer sog. Etrich-Taube der erste Überlandflug in Österreich. In 300 m Höhe fliegt er in 30 Minuten von Wiener Neustadt nach Wien.

18.5.1910, Mittwoch

In der Gendarmeriekaserne von Pinar del Río auf Kuba kommen bei einer Dynamitexplosion mehr als 100 Menschen ums Leben. Wegen Unruhen unter den farbigen Landarbeitern hatte die Regierung alles beim Straßenbau verwendete Dynamit einsammeln und nach Pinar del Río bringen lassen.

19.5.1910, Donnerstag

Die russische Zeitung “Rossija” veröffentlicht einen Artikel über die britisch-russischen Vorrechte in Persien. Beide Staaten hätten ein unbestreitbares Recht auf die politische Vorherrschaft in diesem Land.

In Weimar beginnt ein dreitägiges Fest des Verbandes der deutschen farbentragenden Sängerschaften.

Der Halleysche Komet passiert die Erde.

Bei den Wahlen zum Folketing, der dänischen Abgeordnetenkammer in Kopenhagen, erringt die vereinigte Linke wiederum die Mehrheit. Ministerpräsident Carl Theodor Zahle, der Mitbegründer der radikalen Linken (Venstre), reicht daraufhin am 23. Mai seine Entlassung ein. Am 5. Juli bildet Klaus Berntsen ein liberal-konservatives Kabinett.

König Eduard VII. von Großbritannien und Irland wird in Windsor zu Grabe getragen.

Die kretische Nationalversammlung beschließt, Muslime nicht mehr zu den Sitzungen zuzulassen.

Das Ballett “Le Carnaval” von Michail M. Fokin wird im Theater des Westens in Berlin erstmals außerhalb von Russland aufgeführt.

21.5.1910, Samstag

Das preußische Herrenhaus in Berlin wiederholt entsprechend der Verfassung die Gesamtabstimmung über die umstrittene Wahlrechtsnovelle, die mit 127 zu 82 Stimmen angenommen wird. Bei der Abstimmung am 29. April war sie mit 140 zu 94 Stimmen angenommen worden.

Der französische Aviatiker Jacques de Lesseps fliegt in einem Blériot-Monoplan von Calais über den Ärmelkanal nach Dover. – Die erste Überfliegung des Ärmelkanals führte vor zehn Monaten Louis Blériot durch.

22.5.1910, Sonntag

Im Gebäude des Deutschen Reichstags in Berlin findet die zehnte Hauptversammlung des Deutschen Flottenvereins statt. Der Verein verbreitet propagandistisch den Seemachtgedanken.

In Wiesbaden findet der dritte deutsche Friedenskongress statt. Die Teilnehmer beklagen “die geringe Zahl der Friedensfreunde in Norddeutschland und Ostdeutschland”.

Bei den Wahlen der Hälfte der Abgeordneten zum belgischen Parlament verlieren die Klerikalen ein Mandat an die Sozialisten. Den 49 Klerikalen stehen im neuen Parlament nun 23 Liberale und 13 Sozialisten gegenüber.

Das nicaraguanische Regierungskanonenboot “Venus” versenkt bei Punta Gorda das Rebellenkanonenboot “Omotepe”.

23.5.1910, Montag

Auf König Alfons XIII. von Spanien wird in Madrid ein erfolgloses Attentat verübt. Bei der Bombenexplosion in der Calle Mayor wird der Attentäter, ein 27-Jähriger Anarchist, verletzt. Das Attentat wird als Racheakt für die sog. Tragische Woche gewertet, während der im Juli 1909 ein anarchistischer Aufruhr blutig niedergeschlagen worden war.

Im französischen Schießübungslager Massillan meutern die Reservisten des 240. Infanterieregiments aus Protest gegen die ungenügenden Zelte und die schlechte Ausrüstung. Drei Rädelsführer werden am 8. Juli vom Marseiller Militärgericht zu mehrmonatigen Haftstrafen verurteilt.

Der deutsche Aviatiker Robert Frey fliegt in einem Farman-Biplan von Johannisthal über die Reichshauptstadt.

24.5.1910, Dienstag

Der Große Rat des schweizerischen Kantons Graubünden bewilligt die von der Regierung beantragte Aufhebung des Automobilverbots und gibt die nördlichen Zufahrtstraßen bis Chur frei. Die Alpenstraßen bleiben jedoch weiter für den Autoverkehr gesperrt.

Die bayerische Abgeordnetenkammer in München genehmigt einen Antrag auf Erhebung von Eintrittsgeldern für die bayerischen Staatsgemäldegalerien.

25.5.1910, Mittwoch

Die “Norddeutsche Allgemeine Zeitung” berichtet über eine Unterredung zwischen Kaiser Wilhelm II. und dem französischen Außenminister Stéphan Pichon in London und weist Berichte der Auslandspresse zurück, nach denen der Kaiser die Gründung einer europäischen Föderation vorgeschlagen habe.

Die Republik Argentinien feiert den 100. Jahrestag der Mairevolution von 1810. Die Regierung hat den Ausnahmezustand verhängt.

Der Sultan von Marokko, Abd Al Hafis, erklärt in einem Schreiben an den Doyen des diplomatischen Korps, dass er aus eigenem Antrieb beschlossen habe, die “Leibesstrafe” (Folter) in seinem Land aufzuheben.

Ein Teil der Ortschaft Montenay in der Schweiz wird durch einen Erdrutsch völlig zerstört.

26.5.1910, Donnerstag

Papst Pius X. bezeichnet in der Enzyklika “Editae saepe”, der sog. Borromäus-Enzyklika, die Reformation als Rebellion und Perversion des Glaubens. Die Reformatoren “bereiteten die Rebellion und Apostasie moderner Zeit vor”.

Im süddeutschen Raum und in der Nordschweiz werden starke Erderschütterungen beobachtet.

Der Inspektor der Moskauer Geheimpolizei, Muratow, wird von einem Anarchisten erschossen.

Die französischen Torpedobootjäger “Tromblon” und “Mortier” kollidieren vor der Küste von Korsika und werden schwer beschädigt.

27.5.1910, Freitag

Die preußische Regierung zieht die umstrittene Wahlrechtsvorlage zurück.

Prinz Ludwig von Bayern hält auf der 44. Hauptversammlung der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger in München eine Rede, bei der er den Ausbau der Wasserstraßen und den Anschluss Bayerns an den Ozeanverkehr fordert: “Ich wünsche, dass auch wir im Süden an die See angeschlossen werden, und glaube, wir sind auf dem Wege dazu.” Gedacht ist an eine Kanalverbindung zwischen Main und Donau.

In Italien finden die Garibaldi-Feiern statt anlässlich des 50. Jahrestags des “Zugs der Tausend”.

In der britisch-indischen Millionenstadt Bombay zerstört eine Feuersbrunst rund 1000 Häuser.

Das französische Unterseeboot “Pluviose” wird bei Calais von einem Passagierdampfer überrannt und geht mit 28 Mann Besatzung unter.

In Kiew und Jekaterinoslaw (Dnjepropetrowsk) wütet die Cholera. Sie breitet sich rasch auf die Gouvernements Minsk, Cherson und Tschernigow aus.

28.5.1910, Samstag

Der italienische Außenminister Antonio Marchese di San Giuliano trifft zu Gesprächen mit dem deutschen Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg in Berlin ein.

In Wien wird der Oberleutnant Adolf Hofrichter, der sog. Zyankalimörder, zum Tod durch den Strang verurteilt. Um schneller befördert zu werden, hatte Hofrichter an zehn hochrangige Offizierskameraden Zyankalikapseln verschickt, die er als “Nervenstärkungsmittel” (Aphrodisiakum) anpries. Ein Offizier starb 1909 an dem Gift.

Der deutsche Kronprinz Wilhelm wird mit der Vertretung von Kaiser Wilhelm II. beauftragt. Der Kaiser muss sich einer Operation wegen einer furunkelartigen Geschwulst am rechten Handgelenk unterziehen.

29.5.1910, Sonntag

Die Klage des 1909 von den Jungtürken abgesetzten Sultans Abd Al Hamid II. gegen die Reichsbank auf Herausgabe seiner Depots wird in zweiter Instanz als begründet erachtet.

30.5.1910, Montag

Das belgische Königspaar trifft zu seinem ersten Auslandsbesuch am deutschen Kaiserhof in Potsdam ein.

Der österreichische Kaiser und ungarische König, Franz Joseph I., reist mit großem Gefolge in das 1908 von Österreich-Ungarn annektierte Bosnien.

Die russische Reichsduma (Parlament) in Petersburg (Leningrad) nimmt mit 182 zu 165 Stimmen die Gesetzesvorlage auf Einführung von Semstwos (Organe lokaler Selbstverwaltung) für die sechs westlichen Gouvernements an. Das Gesetz sichert das Überwiegen von russischen Abgeordneten in den lokalen Selbstverwaltungsgremien.

Der Polizeiinspektor von Lahore in Britisch-Indien wird nachts im Schlaf auf dem Dach seines Hauses von Unbekannten ermordet. Ihm wird der Schädel gespalten.

31.5.1910, Dienstag

Die erste Regierung des neuen britischen Dominions Südafrikanische Union wird gebildet.

Der deutsche Kronprinz Wilhelm nimmt in Begleitung des belgischen Königs Albert I. die Militärparade auf dem Tempelhofer Feld ab.

Der frühere US-Präsident Theodore Roosevelt erklärt beim Empfang der Ehrenbürgerwürde der Stadt London, Großbritannien habe Ägypten die beste Regierung seit 2000 Jahren gegeben. Die britische Regierung habe jedoch “in gewissen vitalen Fragen zuviel Ängstlichkeit gezeigt”. Sentimentalität könne mehr Unheil verursachen als Gewalt und Ungerechtigkeit.

König Alfons XIII. von Spanien erlässt während der kulturkampfähnlichen Situation in seinem Land ein Dekret, nach dem alle Klöster, die nicht die Zahl ihrer Mitglieder, die Höhe ihrer Einkünfte usw. angeben, vor dem Gesetz nicht existieren.

Der deutsche Flugzeugkonstrukteur Ferdinand Graf von Zeppelin wird zum Ritter des Ordens “pour le mérite” für Wissenschaft und Künste ernannt.