Was geschah im Mai 1912

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Wetterstationen Mai 1912

1.5.1912, Mittwoch

Der z.T. fertiggestellte Hauptbahnhof der Stadt Leipzig wird dem Verkehr übergeben.

Die diesjährigen Veranstaltungen zum Kampftag der Arbeiter verlaufen ohne besondere Zwischenfälle. Die etwa 40 000 Teilnehmer an Kundgebungen in Berlin protestieren gegen die Heeres- und Wehrvorlage und fordern den Achtstundentag. Der Arbeitgeberverband beschließt zugleich die Ausweitung der Aussperrung von drei auf zehn Tage für die Arbeiter, die am 1. Mai, einem normalen Arbeitstag, nicht zur Arbeit erschienen sind.

Zwischen Großbritannien und Amerika wird ein regelmäßiger drahtloser Telegrafendienst aufgenommen. Die Strecke führt von London über Elifden an der Westküste Irlands nach der Glace Bay in Kanada. Von dort werden die Nachrichten auf den Strecken der Western Union Telegraph Company weitergeleitet. Eiltelegramme können so innerhalb von zehn Minuten den Empfänger erreichen.

2.5.1912, Donnerstag

Im Auftrag von Kaiser Wilhelm II. kauft die deutsche Vertretung in Südwestafrika für 96 000 Mark zwei Farmen für die Einrichtung einer Wollschafzucht.

Auf der diesjährigen Amsterdamer Kunstausstellung erhalten die deutschen Künstler Max Slevogt und Käthe Kollwitz jeweils die Goldmedaille für Malerei und Grafik.

Ein von den Sozialdemokraten gestellter Antrag auf Herabsetzung der Dienstzeit bei den berittenen Truppen scheitert im Deutschen Reichstag.

3.5.1912, Freitag

Die Regierung des Deutschen Reichs veröffentlicht statistisches Material, aus dem ersichtlich wird, dass sich der Handel mit den deutschen Kolonien im Vergleich zu 1911 verstärkt hat. Gleichzeitig sind jedoch die entsprechenden Zuschüsse des Reichs gestiegen, so der ökonomische Nutzen nicht den Erwartungen entspricht.

4.5.1912, Samstag

In London spricht ein Gericht 53 streikende Heizer des White-Star-Dampfers “Olympic” vom Vorwurf der Meuterei frei. Die Anklage war von der Reederei erhoben worden.

Italienische Soldaten landen an den Küsten der osmanischen Insel Rhodos. Die dort stationierten Türken ergeben sich am 16. Mai.

In Konstantinopel (Istanbul) konstituiert sich die Nationalversammlung. Ihr gehören 222 Abgeordnete an, von denen 215 Anhänger des Komitees der Jungtürken sind.

Ein siamesisches Kriegsgericht verurteilt 91 Personen wegen Verschwörung gegen den König zu hohen Zuchthausstrafen. Drei Offiziere erhalten die Todesstrafe. Der König von Siam (Thailand), Rama VI., begnadigt später die Offiziere zu lebenslänglicher Haft.

Ein Berliner Gericht verurteilt einen Drogisten zu fünf Jahren Gefängnis, weil er im Dezember 1911 Methylalkohol als Trinkbranntwein verkauft hat. 71 Personen, zum großen Teil Bewohner eines Obdachlosenasyls, waren infolge des Alkoholgenusses gestorben.

Von seinem Ferienaufenthalt auf der Mittelmeerinsel Korfu sendet der deutsche Kaiser, Wilhelm II., einen Bericht über die Entdeckung eines dorischen Tempels im königlichen Park von Monrepos an das Berliner Archäologische Institut.

In Berlin wird die vom Zentralverband der Städtischen Haus- und Grundbesitzervereine veranstaltete Ausstellung für Haus- und Wohnungsbau eröffnet. Vor allem Planungen von Kleinhaussiedlungen stoßen auf großes Interesse.

5.5.1912, Sonntag

In Elsass-Lothringen gründet sich eine neue Partei. Der Mittelpartei gehören zumeist bisherige Mitglieder der liberalen Landespartei an, die deren partikularistische Bestrebungen sowie das Zusammengehen mit den Demokraten ablehnen.

Die Kommission zur Untersuchung der “Titanic”-Katastrophe gibt die Ergebnisse ihrer Ermittlungen bekannt. Daraus geht hervor, dass sich der Kapitän des Dampfers leichtsinnig verhalten hat und ein Großteil der Schiffsmannschaft nur sehr unzureichend ausgebildet war.

Die erste Nummer der legalen bolschewistischen Tageszeitung “Prawda” (“Wahrheit”) erscheint in Petersburg (Leningrad).

6.5.1912, Montag

Unter dem Vorsitz des Reichsinnenministers Clemens von Delbrück tritt in Berlin eine Konferenz zusammen, die Richtlinien für mehr Sicherheit im Schiffsverkehr erarbeiten soll.

7.5.1912, Dienstag

Nachdem die Landesregierung von Elsass-Lothringen Lieferungen an die Maschinenfabrik Grafenstaden wegen der deutschfeindlichen Haltung des Direktors gestoppt hat, reicht die zweite Kammer einstimmig ein Misstrauensvotum gegen die elsass-lothringische Regierung ein. Sie fordert ein Ende der Gesinnungsschnüffelei sowie Schadenszahlungen an das elsass-lothringische Unternehmen durch die Regierung.

8.5.1912, Mittwoch

Mit 265 gegen 67 Stimmen genehmigen die Abgeordneten des Deutschen Reichstages eine Resolution, nach der die Ehen zwischen Weißen und Farbigen in den deutschen Kolonien als rechtsgültig anerkannt werden.

In der albanischen, zum Osmanischen Reich gehörenden Stadt Ipek kommt es zu Aufständen der albanischen Bevölkerung.

Der Grenzstreit zwischen den südamerikanischen Ländern Peru und Bolivien wird durch den in La Paz geschlossenen Frieden beigelegt.

9.5.1912, Donnerstag

Vor dem Berliner Oberverwaltungsgericht wird das von Polizeipräsident Traugott von Jagow im August 1911 ausgesprochene Hutverbot verhandelt. Demnach ist den Damen das Tragen von Hüten in den Theaterlogen untersagt, wobei die Theaterleiter für die Befolgung des Verbots verantwortlich sind. Dagegen richtet sich eine Klage der Verbands Berliner Bühnenleiter. Das Gericht erkennt diese Verordnung als gesetzwidrig an.

Sechs Monate Gefängnis erhält der britische Arbeiterführer Tom Mann. Er habe Soldaten zur Befehlsverweigerung aufgehetzt, weil er sie aufforderte, nicht auf streikende Arbeiter zu schießen. Tom Mann genießt als populärster Gewerkschafter Großbritanniens hohes Ansehen.

Der sozialdemokratische Abgeordnete Julian Borchardt wird mit Polizeigewalt zum Verlassen des Preußischen Landtags gezwungen.

In Großbritannien schließen sich die liberalen und konservativen Unionisten zu einer Partei zusammen.

10.5.1912, Freitag

Aufgrund der Suspendierung des Mediziners Sambeth vom Militärdienst wegen der Verweigerung eines Duells reichen die Fraktionen des Zentrums, der Fortschrittlichen Volkspartei und der Sozialdemokraten eine sog. Antiduell-Resolution im Deutschen Reichstag ein.

In Leipzig wird der Kupferschmied Gustav Böllert zu vier Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrenrechtsverlust wegen Spionage verurteilt. Böllert hatte die Pläne zweier Kriegsschiffe gestohlen, um sie an eine ausländische Macht zu verkaufen.

Der niederländische Marineminister Jan Wentholt reicht seine Entlassung ein, da die zweite Kammer die Bereitstellung eines Kredits für den Bau eines Panzerschiffs verweigerte.

Wegen politischer Proteste, die als Meuterei gelten, werden zahlreiche Matrosen des russischen Panzerschiffes “Zarewitsch” sowie des Kreuzers “Rurik” im Hafen von Helsingfors (Helsinki) verhaftet.

11.5.1912, Samstag

Im Verlag der Universal-Edition erscheint die “Harmonielehre” des Komponisten Arnold Schönberg.

Die französische Zeitschrift “L’Illustration” berichtet von der Fertigstellung der Kirche Sacré Coeur auf dem Montmartre in Paris.

12.5.1912, Sonntag

Auf dem Parteitag der Nationalliberalen kommt es zu einer Einigung des rechten und linken Parteiflügels, da die Delegierten das Fortbestehen ihrer Partei als wichtigstes Ziel anerkennen.

In mehreren Städten des Deutschen Reiches, u.a. in Breslau, Frankfurt am Main und Berlin, veranstaltet die SPD Kundgebungen für das Frauenwahlrecht.

13.5.1912, Montag

Während eines Essens in Straßburg droht Wilhelm II. in einem Gespräch mit dem Bürgermeister der Stadt mit der Einverleibung Elsass-Lothringens in den preußischen Staat.

Gegen das vom Berliner Polizeipräsidium ausgesprochene Verbot der Aufführung des Stücks “Die im Schatten leben” von Emil Rosenow durch die Volksbühne protestieren etwa 2000 Menschen in den Berliner Konkordiasälen. Sie fordern die Aufhebung der Theaterzensur.

In Leipzig findet die feierliche Schlusssteinlegung des Völkerschlachtdenkmals statt. Es soll am 18. Oktober 1913 eingeweiht werden.

Der britische Außenminister Edward Grey dankt dem deutschen Botschafter Graf Paul Wolff-Metternich für seine 20-Jährige Tätigkeit in London. Die deutsche Regierung hatte das Entlassungsgesuch Metternichs akzeptiert und Adolf Freiherr Marschall von Bieberstein als Nachfolger bestellt.

Russland und Norwegen erklären Spitzbergen für eine neutrale Insel, die von Norwegen verwaltet wird.

Der bedeutende schwedische Dramatiker August Strindberg stirbt im Alter von 63 Jahren in Stockholm.

Auf seiner Heimreise von Nizza stirbt 69jährig in Hamburg der König von Dänemark, Friedrich VIII.

15.5.1912, Mittwoch

In Kopenhagen wird der bisherige Kronprinz als Christian X. zum künftigen König von Dänemark proklamiert.

Das italienische Parlament nimmt den Entwurf eines neuen Wahlrechts an. Nicht akzeptiert wird von der Mehrheit das Wahlrecht für Frauen.

Das Berliner Abgeordnetenhaus wählt den ehemaligen Reichsfinanzminister Adolf Wermuth zum Oberbürgermeister von Berlin. Der bisherige Amtsinhaber, Martin Kirschner, hatte bereits im März um seine Entlassung gebeten.

Dem preußischen Herrenhaus wird eine Petition vorgelegt, in der Maßnahmen gegen eine allgemeine “Begünstigung ausländischen Wesens” gefordert werden.

16.5.1912, Donnerstag

Die “Vossische Zeitung” veröffentlicht einen Artikel unter der Überschrift “Luftverbesserung”. Darin schildert ein Ingenieur die enorme Verschmutzung der Berliner Luft infolge der weit verbreiteten Kohleheizung. Der Autor des Beitrags sieht in der Einführung der Gasheizung eine Möglichkeit zur Verbesserung der Luft.

In einer Rede vor britischen Werftarbeitern betont Großbritanniens Marineminister Winston Churchill die Bedeutung einer mächtigen Flotte. Durch sie könne ein Krieg verhindert werden, da sie auf potentielle Angreifer abschreckend wirke.

17.5.1912, Freitag

In seiner Rede vor dem Reichstag richtet der sozialdemokratische Abgeordnete Philipp Scheidemann heftige Angriffe gegen die Politik von Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg. Anlass dafür sind die Vorgänge in Elsass-Lothringen und das Verhalten Wilhelm II. gegenüber dem Bürgermeister von Straßburg.

Der Verein Deutscher Zeitungsverleger veranstaltet im Magdeburger Stadtverordnetensaal seine diesjährige Hauptversammlung.

Zu einem gesellschaftlichen Höhepunkt in Berlin wird die Festaufführung der achten Sinfonie von Gustav Mahler im Gebäude des Zirkus Schumann. Unter dem Namen “Sinfonie der Tausend” finden drei Wiedergaben des Werkes statt.

In Breslau treffen die Mitglieder des Deutschen Bühnenvereins zu ihrer 43. Generalversammlung zusammen. Ein Tagesordnungspunkt ist die wachsende Konkurrenz des Kinos.

18.5.1912, Samstag

Mit großem Aufwand feiert Frankreich den 500. Geburtstag von Jeanne d’Arc, der Jungfrau von Orléans.

Infolge eines Weichenstangenbruchs auf der Station Pont Marcadet stoßen bei Paris zwei Eisenbahnzüge zusammen. Elf Personen werden dabei getötet und 39 verletzt.

In Brüssel findet eine internationale Konferenz zur Schaffung eines einheitlichen Luftrechts statt. Die Verhandlungen erstrecken sich vorerst auf die Reglementierung internationaler Luftwege.

In Paris kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen ausländischen und französischen Studenten. Die Pariser Hochschüler wollen eine weitere Zunahme der Zahl ausländischer Kommilitonen verhindern.

Das von der Zweiten Kammer Schwedens in Stockholm verabschiedete Wahlrecht für Frauen wird nach langer Debatte mit 86 gegen 58 Stimmen von der Ersten Kammer abgelehnt.

Die osmanische Armee beginnt im Auftrag der Regierung mit der Entfernung der Minen aus den Gewässern der Dardanellen. Das Osmanische Reich hatte die Meerenge durch die Verminung seit dem 18. April für den gesamten Schiffsverkehr gesperrt.

19.5.1912, Sonntag

Die “Vossische Zeitung” veröffentlicht auf ihrer Frauenseite die neuesten Zahlen der weiblichen Studenten im Wintersemester 1911/12. Demnach studierten an den 21 Universitäten des Deutschen Reiches 2795 Frauen.

Morgens um 8.00 Uhr findet in Stockholm das Begräbnis von August Strindberg statt. Die ursprünglich am Freitag vorgesehene Trauerfeier war auf Wunsch der Stockholmer Arbeitervereine auf den Sonntag verschoben worden, damit die Arbeiter an der Bestattung teilnehmen können.

Mit dem Stück “Circe” des spanischen Autors Pedro Calderón de la Barca eröffnet in der bayerischen Hauptstadt das Münchner Künstlertheater seinen Spielbetrieb.

20.5.1912, Montag

Das preußische Abgeordnetenhaus lehnt die Anträge der Freisinnigen und Nationalliberalen Partei auf eine Wahlrechtsreform ab.

Auf der Fahrt zur Beisetzung des Königs von Dänemark verunglückt Prinz Georg Wilhelm zu Braunschweig und Lüneburg, der älteste Sohn des Herzogs Ernst August von Cumberland bei Friesack tödlich mit seinem Automobil. Der 31-Jährige, der seinen Wagen selbst lenkte, fuhr auf der Berlin-Hamburger Chaussee gegen einen Baum.

21.5.1912, Dienstag

In Jena wird das von dem Philosophen und Zoologen Ernst Haeckel initiierte Museum für die Entwicklungslehre eingeweiht.

22.5.1912, Mittwoch

Der Osthafen von Frankfurt am Main wird eröffnet. Insgesamt betragen die Kosten für den vor drei Jahren begonnenen Bau des Hafens 72 Mio. Mark.

Bei den Kommunalwahlen in Frankreich erringen die linken Republikaner in 560, die Radikalen und radikalen Sozialisten in 471, die Sozialisten in 81 und die Union der Sozialisten in zehn Gemeindevertretungen die Mehrheit.

Ein Londoner Gericht verurteilt die Frauenrechtlerin Emmeline Pankhurst sowie Pethik Lawrence und deren Mann zu je neun Monaten Gefängnis. Ihnen wird Verschwörung und Anstiftung zu den Suffragetten-Ausschreitungen vorgeworfen.

Nach einer heftigen Debatte über die Kaiserrede zu Elsass-Lothringen erfolgt die Vertagung des Deutschen Reichstages auf den 26. November des Jahres.

In Lissabon beschließt das portugiesische Parlament mit 50 gegen 45 Stimmen die Auflösung der Gesandtschaft beim Vatikan in Rom.

23.5.1912, Donnerstag

Während eines Polizeieinsatzes gegen eine Demonstration streikender Arbeiter in Budapest werden acht Menschen getötet und 193 zum Teil schwer verletzt. Die Arbeiter fordern die Einführung des allgemeinen Wahlrechts.

Unter der Führung der London Carmen’s Trade Union beginnen 100 000 Hafenarbeiter einen Streik. Sie fordern bessere Arbeitsbedingungen und einheitliche Löhne.

Die US-amerikanische Regierung ordnet die Landung von Truppen auf Kuba an, um das US-amerikanische Eigentum vor den aufständischen Farbigen zu schützen.

In Anwesenheit von Kaiser Wilhelm II. findet in Hamburg der Stapellauf der “Imperator” statt. Das Schiff der Hamburg-Amerika-Linie ist das derzeit größte Schiff der Welt.

Zum neuen Erzbischof von Bamberg ernennt Bayerns Prinzregent Luitpold den geistlichen Rat, Dekan und Stadtpfarrer von St. Elisabeth in Nürnberg, Jakob Hauck. Sein Vorgänger Philipp von Abert verstarb am 23. April.

24.5.1912, Freitag

Der zehn Tage zuvor verstorbene dänische König Friedrich VIII. wird im Dom zu Roeskilde feierlich beigesetzt.

25.5.1912, Samstag

Wegen nicht bewilligter Lohnforderungen treten in Hamburg die Maschinisten von 100 Schleppdampfern in den Streik.

An den Universitäten Österreichs wird der Numerus clausus für das Medizinstudium eingeführt.

26.5.1912, Sonntag

Das Berliner Strandbad Rahnsdorf am Müggelsee wird eröffnet. Es ist neben dem Wannseebad das größte Berlins.

Im Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft siegt Holstein Kiel gegen den Karlsruher FV vor 10 000 Zuschauern in Hamburg 1:0.

Im preußischen Abgeordnetenhaus in Berlin findet die feierliche Eröffnung des zehnten deutschen Lehrertages statt. Der Tagung angeschlossen ist eine Schulausstellung.

27.5.1912, Montag

In Danzig beginnt das 47. Tonkünstlerfest des Allgemeinen Deutschen Musikvereins. Es dauert bis 31. Mai.

Der Brite Snipe und sein Mechaniker Pedrini gewinnen auf einem SCAT-Wagen das 1050-km-Autorennen um die Targa Florio auf Sizilien. Von den 24 gestarteten Wagen erreichen nur zwölf das Ziel.

28.5.1912, Dienstag

Die kanadische Regierung veröffentlicht die Zahlen der Einwanderer in den vergangenen zwölf Monaten. Unter den insgesamt 300 000 Personen befinden sich 138 000 britische und 134 000 US-amerikanische Staatsbürger.

29.5.1912, Mittwoch

Griechenland tritt dem am 13. März geschlossenen Bündnis zwischen Serbien und Bulgarien bei, dem sog. Balkanbund.

30.5.1912, Donnerstag

Die Zeitschrift “Germania” veröffentlicht eine Botschaft von Papst Pius X., in der sich dieser gegen die Gewerkschaften wendet, die nach seiner Meinung nur materielle Interessen der Arbeiter vertreten. Er befürwortet dagegen den Verband katholischer Arbeitervereine, der auch für das “geistige Wohl der Arbeiter wirkt”.

Anlässlich der 500-Jahr-Feier des Einzugs der Hohenzollern in die Mark Brandenburg wird in Anwesenheit Kaiser Wilhelms II. in Brandenburg an der Havel ein Reiterstandbild des Kurfürsten Friedrich I. enthüllt.

In Dayton (US-Bundesstaat Ohio) stirbt der US-amerikanische Flugpionier Wilbur Wright im Alter von 45 Jahren.

31.5.1912, Freitag

Infolge der Nichtzulassung der kretischen Abgeordneten im griechischen Parlament gibt in Athen der Justizminister Griechenlands seinen Rücktritt bekannt.

Der US-amerikanische Senat stimmt für die Vorlage des Repräsentantenhauses, die eine Einführung des Achtstundentages für die bei der Regierung angestellten Arbeiter und Handwerker vorsieht.