Was geschah im Mai 1913

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Wetterstationen Mai 1913

1.5.1913, Donnerstag

Bei einer Maifeier der Arbeiter in Rüstringen (Oldenburg) gibt es sechs Verletzte, als die Polizei mit Waffengewalt verhindert, dass der Maifeierumzug die preußische Grenze überschreitet.

Für die in den deutschen Häfen beschäftigten Arbeiter gilt nach einem Beschluss von Gewerkschaften und Unternehmervertretern vom 29. April ab heute der Neunstundenarbeitstag.

2.5.1913, Freitag

König Nikolaus I. von Montenegro proklamiert die Annexion Skutaris (heute Shkodër) und erhebt die ehemals osmanische Festung zur neuen Hauptstadt Montenegros.

3.5.1913, Samstag

Per Kabinettsorder verfügt der deutsche Kaiser Wilhelm II., innerhalb der Militärluftfahrt eine Marineluftschiffabteilung mit Standort Johannisthal bei Berlin und eine Marinefliegerabteilung mit Standort Putzig zu bilden.

Die österreichisch-ungarische Regierung ruft in den Landesteilen Bosnien und Herzegowina wegen des Vorgehens Montenegros in Skutari (heute Shkodër) den Ausnahmezustand aus.

4.5.1913, Sonntag

In einer Volksabstimmung billigt die schweizerische Bevölkerung mit 160 000 gegen 105 000 Stimmen einen neuen Artikel in der Bundesverfassung. Er überträgt den Bundesbehörden das Gesetzgebungsrecht bei der Bekämpfung von Krankheiten bei Menschen und Tieren.

Neuer Präsident der Republik Haiti wird Michel Oreste. Er folgt damit dem am 2. Mai 1913 gestorbenen, seit 1912 amtierenden Tancrède Auguste.

In Basel endet ein Fußball-Länderspiel zwischen der Schweiz und Belgien 1:2.

5.5.1913, Montag

Die Botschafterkonferenz der europäischen Großmächte in London einigt sich auf den Entwurf zu einem Vorfrieden im Balkankrieg, der am 30. Mai zur Unterzeichnung des Londoner Präliminarfriedens durch die kriegführenden Staaten führt.

König Nikolaus I. von Montenegro entschließt sich gegen den Willen seines Ministerrates angesichts des massiven Drucks der europäischen Großmächte zur Räumung Skutaris (Shkodër). Daraufhin demissioniert das montenegrinische Kabinett.

In Mitteleuropa setzt bis zum 8. Mai dauerndes Winterwetter mit Temperaturen bis zu -5 und Schneefall ein. In der Nord- und Ostsee kommt es zu orkanartigen Stürmen.

6.5.1913, Dienstag

Mit 266 gegen 219 Stimmen lehnt das britische Unterhaus in London eine Gesetzesvorlage zur Einführung des Frauenstimmrechtes ab.

Das Internationale Olympische Komitee beginnt in Lausanne einen zweitägigen Kongress unter der Leitung seines Präsidenten, Baron Pierre de Coubertin. Wichtigster Tagesordnungspunkt sind die Olympischen Spiele 1916 in Berlin und die Disqualifikation des US-amerikanischen Leichtathleten und Olympiasiegers im Mehrkampf 1912, James Thorpe, wegen Verstoßes gegen die Amateurbestimmungen.

Durch einen Sprung in den Hof eines Regierungsgebäudes in Saloniki tötet sich der Mörder des am 18. März erschossenen griechischen Königs Georg I., Alexander Schinas. Für eine Vernehmung hatte die griechische Polizei Schinas vom Gefängnis in das Regierungsgebäude überführt.

Ein Vertrag zwischen der ungarischen Regierung und den Firmen Krupp (Essen) und Skoda (Pilsen, heute Plzen) sieht den Bau einer Kanonenfabrik in der ungarischen Stadt Raab (Györ) vor.

7.5.1913, Mittwoch

Durch eine Verordnung des preußischen Königs und deutschen Kaisers Wilhelm II. wird in Berlin das preußische Abgeordnetenhaus aufgelöst und das preußische Herrenhaus vertagt. Mit diesem formellen Akt ermöglicht er die für den 16. Mai sowie 3. Juni anberaumten Landtagswahlen in Preußen.

In Paris treffen König Alfons XIII. von Spanien und der spanische Ministerpräsident Alvaro de Figueroa y Torres, Graf de Romanones zu einem dreitägigen Staatsbesuch ein. Diese offizielle Visite soll zur Verbesserung der beiderseitigen Beziehungen beitragen.

Der Kapitularvikar Johannes Poggenburg wird zum neuen Bischof des Bistums Münster gewählt.

8.5.1913, Donnerstag

Ein vom Internationalen Olympischen Komitee initiierter, dreitägiger Kongress zum Thema “Psychologie und Physiologie des Sports” beginnt in Lausanne unter Beteiligung von 100 Wissenschaftlern.

Die Kommerzienratstochter Hilde Mittelsten-Scheid aus Barmen immatrikuliert sich an der Universität Göttingen als erste blinde Studentin im Deutschen Reich.

Im Rahmen des vom 6. bis 9. Mai dauernden Deutschen Sängerfestes in Frankfurt am Main führen 41 Vereine einen Sängerwettstreit vor dem deutschen Kaiser Wilhelm II. durch.

Rumänien erhält in Erfüllung eines mit Bulgarien im Dezember 1912 geschlossenen Abkommens als Kompensation für seine Neutralität im Balkankrieg Silistra und Umgebung in der Dobrudscha (bisher Nordost-Bulgarien) zugesprochen. Gleichzeitig gesteht Bulgarien den in Makedonien lebenden Rumänen eine eingeschränkte kulturelle Autonomie zu.

In Berlin findet die Generalversammlung des Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose statt. In seinem Jahresbericht verzeichnet der Vorstand der 1536 Mitglieder zählenden Gesellschaft dass er 1 554 000 Mark für die 142 Fürsorgeeinrichtungen und Heilstätten im Deutschen Reich ausgegeben hat.

9.5.1913, Freitag

Berlins Oberbürgermeister Adolf Wermuth sendet dem durch seine Kaiserzeitdarstellungen bekannten deutschen Maler Anton von Werner ein längeres Glückwunschtelegramm anlässlich seines 70. Geburtstages.

10.5.1913, Samstag

In Kattowitz (heute Katowice) beschließt eine Versammlung von Vertrauensleuten oberschlesischer Bergarbeiter, den am 19. April 1913 begonnenen Streik wegen seiner Aussichtslosigkeit mit Wirkung vom 11. Mai für beendet zu erklären.

Der Vorstand des Bundes deutscher Frauenvereine spricht sich gegen das gewaltsame Vorgehen britischer Suffragetten bei dem Kampf um die Einführung des Frauenstimmrechts in Großbritannien aus.

In einer vom dritten Kongress des Deutschen Weltsprachebundes (10.- 13. Mai) in Dessau verabschiedeten Resolution wird bedauert, dass sich das Esperanto als Welthilfssprache noch nicht durchgesetzt hat. Gleichzeitig weist der Bund auf die Weiterentwicklung des Esperanto durch das von ihm ausgearbeitete Hilfssprachsystem Ido hin.

In Paris wird das neuromantische Versdrama “Cyrano de Bergerac” des französischen Dramatikers Edmond Rostand zum 1000. Mal aufgeführt. Dieses bekannteste Werk Rostands erschien 1898 auch auf deutsch.

11.5.1913, Sonntag

Ein schweres Eisenbahnunglück zwischen Drama und Buk (Bulgarien) fordert 100 Menschenleben. Ein mit bulgarischen Soldaten überfüllter Zug stößt infolge falscher Weichenstellung mit einem weiteren Militärzug zusammen.

Auf dem MTV 79-Platz in München-Sendling findet vor 5000 Zuschauern das Endspiel zur deutschen Fußballmeisterschaft statt. Der VfB Leipzig wird durch einen 3:1-Sieg über den Duisburger Spielverein Deutscher Meister 1913.

Eine in der Aula der Universität Bern stattfindende Verständigungskonferenz zwischen deutschen und französischen Parlamentariern spricht sich für eine friedliche Zusammenarbeit beider Völker aus.

12.5.1913, Montag

In Wien hält der Deutsche Schulverein seine 33. Hauptversammlung ab. Die dabei erfolgte Annäherung der christlich-sozialen und der deutsch-nationalen Fraktion soll die Macht des deutschen Volkstums in Österreich stärker zur Geltung bringen.

13.5.1913, Dienstag

Der preußische Militärattaché Oskar von Lewinski wird in München von dem 34-Jährigen arbeitslosen Zinngießer Johann Strasser getötet.

14.5.1913, Mittwoch

Der zweitägige 24. Evangelisch-soziale Kongress beginnt mit 1000 Teilnehmern in Hamburg. In einer Rede setzt sich der deutsche Theologe und Kongressvorsitzende Otto Baumgarten (Kiel) für mehr soziale Gerechtigkeit ein und fordert den Ausbau der Sozialpolitik im Deutschen Reich.

Auf einem in Weimar zu Ende gehenden dreitägigen deutschen Erziehungstag propagieren die Teilnehmer die Beseitigung “undeutscher Einflüsse” in den Schulen und sprechen sich für die Durchsetzung des Machtanspruchs germanischer Kultur in Europa aus.

In Paris lehnt der Budgetausschuss der französischen Abgeordnetenkammer das Verbot von Spielkasinos mit neun gegen acht Stimmen ab. Allerdings sollen entsprechende Konzessionen zukünftig nur noch an gesetzlich anerkannte Kurorte und für eine Höchstdauer von fünf Jahren verliehen werden.

15.5.1913, Donnerstag

In Paris wird das Ballett “Jeux” (“Spiele”) uraufgeführt, zu dem der französische Komponist Claude Debussy die Musik und der russische Tänzer Waslaw F. Nijinski die choreographische Handlung schrieb.

Bei einem Unfall auf dem an einem Hochseemanöver bei Helgoland teilnehmenden deutschen Torpedoboot “S 148” sterben zwei Menschen.

Die Landungsabteilung eines Geschwaders der europäischen Großmächte besetzt vereinbarungsgemäß die von Montenegro eroberte, ehemals osmanische Festung Skutari (heute Shkodër). Da die montenegrinischen Truppen die Festung räumen, wird die am 10. April begonnene internationale Seeblockade um 14 Uhr aufgehoben.

In den Provinzen Bosnien und Herzegowina (Österreich-Ungarn) wird der am 3. Mai erlassene Ausnahmezustand aufgehoben. Mit der Übergabe Skutaris (heute Shkodër) an internationale Truppen erscheint die Gefahr eines Konfliktes in dieser Region als vorläufig gebannt.

16.5.1913, Freitag

Der Durchstich des Panama-Kanals muss auf unbestimmte Zeit verschoben werden, da durch Erdrutsche bei Cucaracha über 500 000 m Erdreich in das bereits fertige Kanalbett gelangen und bisherige Arbeiten dadurch zum Teil wertlos werden.

Das kanadische Unterhaus billigt mit 199 gegen 66 Stimmen die auf eine enge Kooperation mit der britischen Marine zielende Flottenvorlage der kanadischen Regierung.

17.5.1913, Samstag

In Österreich-Ungarn wird die Entlassung von 50 000 Reservisten und Ersatzreservisten angeordnet. Davon ausgenommen bleiben Armee-Einheiten in Bosnien, der Herzegowina und Dalmatien. In diesen Grenzgebieten fühlt sich Österreich-Ungarn weiterhin durch den Balkanbund bedroht.

Im Rahmen der preußischen Landtagswahlen finden die sogenannten Urmännerwahlen statt.

Der von 125 Teilnehmern besuchte zehnte deutsche Bibliothekarstag endet nach viertägiger Dauer in Mainz. Er befasst sich mit dem Neubau der Deutschen Bücherei in Leipzig sowie bibliothekstechnischen und -wissenschaftlichen Fragen.

18.5.1913, Sonntag

Die Elf des Deutschen Reiches unterliegt in einem Fußball-Länderspiel in Freiburg im Breisgau der Schweiz 1:2.

Im Firth of Forth (Schottland) ertrinken sieben Matrosen des britischen Torpedozerstörers “Fichen”, als sie bei stürmischer See in einem Ruderboot an Land gehen wollen.

In Leipzig tagt die zweite Hauptversammlung des Deutschen Wehrvereins. Ziel des Wehrvereins ist die Aufrüstung des deutschen Heeres, um einen Krieg in fremdes Gebiet verlagern zu können. Im ersten Jahr seines Bestehens verzeichnet der Deutsche Wehrverein 278 000 Mitglieder, unter ihnen 200 000 Korporative.

Der Abzug osmanischer Truppen aus Albanien wird bis zur Unterzeichnung des Londoner Präliminarfriedens am 30. Mai aufgeschoben, da Bulgarien wegen eines Gebietsstreits mit Serbien dagegen protestiert.

Französische Soldaten aus dem Rekrutierungsjahrgang 1910 meutern in der französischen Festungsstadt Toul wegen ihrer Einbehaltung bis zur Ableistung des dritten Dienstjahres.

19.5.1913, Montag

Die am 18. Mai in Toul begonnenen Unruhen unter französischen Soldaten setzen sich in den Städten Paris, Orléans, Narbonne, Nancy, Belfort und Charleville fort. Den Anlass für die bis zum 25. Mai dauernden Unruhen innerhalb der Truppen bildet auch hier die Einführung eines dritten Dienstjahres in der französischen Armee.

20.5.1913, Dienstag

Die halbamtliche “Norddeutsche Allgemeine Zeitung” würdigt in einem Artikel das Zusammentreffen des britischen Königs Georg V. mit dem russischen Zaren Nikolaus II. und dem deutschen Kaiser Wilhelm II. anlässlich der Hochzeit der einzigen Tochter von Wilhelm II., Viktoria Luise, am 24. Mai in Berlin. Das Treffen in Berlin erweist sich als politisch bedeutsam für die Vorgeschichte des Weltkrieges.

Eine in der neuen Breslauer Jahrhunderthalle eröffnete Jahrhundertausstellung erinnert bis zum 25. Oktober in 56 Sälen an die Zeit der sogenannten Befreiungskriege gegen die napoleonische Herrschaft vor 100 Jahren.

Mario García Menocal wird neuer Präsident der Republik Kuba und löst damit José Miguel Gómes ab.

In einem Urteil von grundsätzlicher Bedeutung spricht das Breslauer Schöffengericht den Berliner Theaterregisseur Max Reinhardt von der Verpflichtung frei, für Theatergastspiele eine besondere Lizenz vorzuweisen. Demnach reicht die Lizenz zur Aufführung an der Heimatbühne aus.

21.5.1913, Mittwoch

In der Londoner Covent-Garden-Oper tritt der in New York engagierte italienische Tenor Enrico Caruso nach siebenjähriger Abstinenz als “Bajazzo” in der gleichnamigen Oper des italienischen Komponisten Ruggiero Leoncavallo zum ersten Mal wieder auf und wird stürmisch gefeiert.

22.5.1913, Donnerstag

Der Italiener Carlo Oriani gewinnt den neunten Giro d’Italia, die am 6. Mai begonnene, 2932 km lange Italien-Radrundfahrt. Von den 99 Startern gelangen 34 ans Ziel. Der Sieger benötigt eine Gesamtzeit von 111:08:57 h. Zweiter wird Eberardo Pavesi, dritter Giuseppe Azzini (beide Italien).

Eine auf Anordnung des deutschen Kaisers Wilhelm II. veranstaltete Feier zum heutigen 100. Geburtstag des deutschen Komponisten Richard Wagner findet im Königlichen Schauspielhaus Berlin statt. Auch in anderen deutschen Orten ehren die Teilnehmer weiterer Wagner-Feiern den in Leipzig geborenen deutschen Komponisten.

Der schwedische Reichstag in Stockholm billigt den Regierungsentwurf über eine allgemeine Altersversicherung. Die Erste Kammer nimmt den Gesetzentwurf mit 111 Stimmen gegen 28 Stimmen an, die Zweite Kammer mit 172 gegen 25 Stimmen.

23.5.1913, Freitag

In Berlin wird der Redakteur der sozialdemokratischen Wochenzeitschrift “Vorwärts”, Albert Wachs, wegen Beleidigung des preußischen Abgeordnetenhauses zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt.

Das Bremer Schauspielhaus erwirbt die Aufführungsrechte für Frank Wedekinds Stück “Lulu” (entstanden in zwei Teilen als “Erdgeist” und “Büchse der Pandora” 1895- 1901), das in Bayern der Zensur zum Opfer gefallen war.

24.5.1913, Samstag

In Berlin findet unter Teilnahme von Vertretern des Hochadels die Vermählung der einzigen Tochter des deutschen Kaisers Wilhelm II., Prinzessin Viktoria Luise, mit Herzog Ernst August zu Braunschweig und Lüneburg statt.

25.5.1913, Sonntag

Der Generalstabschef des Prager Korps in der österreichisch-ungarischen Armee, der 49-Jährige Oberst Alfred Redl, bringt sich auf Druck des österreichischen Geheimdienstes in einem Wiener Hotel um. Er hat seit 1901 militärische Geheimnisse an Russland, Italien und Frankreich weitergegeben.

Eine Demonstration in Paris richtet sich gegen die Einführung der dreijährigen Wehrpflicht. Die Veranstalter sprechen von 150 000 Teilnehmern, Regierungskreise von 32 000.

In Bremen findet die 13. Hauptversammlung des Deutschen Flottenvereins statt, die sich für eine stärkere Aufrüstung der deutschen Flotte einsetzt und vor zu großer Friedensgläubigkeit gegenüber Frankreich und den slawischen Staaten warnt.

Beim Auslaufen aus dem Hafen von Smyrna (heute Izmir) gerät der US-amerikanische Dampfer “Nevada” auf eine Mine und explodiert. Von den 123 an Bord befindlichen Passagieren kommen 40 ums Leben, 83 werden gerettet. Am 22. Mai lief bereits ein französischer Passagierdampfer auf eine Wassermine im Hafen von Smyrna.

Die Berliner Turnerschaft, der größte Turnverein im Deutschen Reich, feiert ihr 50-Jähriges Bestehen mit einem großen öffentlichen Hallenturnfest.

26.5.1913, Montag

Die mexikanische Regierung erklärt einen Boykott US-amerikanischer Waren, da sich die neue US-amerikanische Regierung in Washington unter Präsident Thomas Woodrow Wilson weigert, die Präsidentschaft Victoriano Huertas anzuerkennen.

27.5.1913, Dienstag

Der britische Außenminister Edward Grey empfängt die Delegierten der am Balkankrieg beteiligten Staaten, um sie vor den Folgen einer Nichtunterzeichnung des Präliminarfriedens zu warnen. Die Londoner Botschafterkonferenz der Großmächte hatte am 5. Mai einen entsprechenden Vertragsentwurf ausgearbeitet.

28.5.1913, Mittwoch

Der britische König Georg V. verlässt Berlin nach einem achttägigen Staatsbesuch.

In Berlin und Stockholm werden deutsch-schwedische Vereinigungen gegründet. Sie sollen die Beziehungen zwischen dem Deutschen Reich und Schweden auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet pflegen und fördern.

Der deutschen Funkstation Nauen (bei Berlin) gelingen erstmals in der Welt beim drahtlosen Telefonieren Sprechkontakte über eine Entfernung von etwa 650 km, als ihre Durchsagen von der Station des Technologischen Museums in Wien beantwortet werden.

Drei in Lamotte-Breuil (Nordfrankreich) gestartete französische Ballonfahrer stellen mit 10 081 m einen neuen Höhenweltrekord für Ballons auf.

29.5.1913, Donnerstag

In der Walhalla, der Ruhmeshalle bei Regensburg, wird aus Anlass des 100. Geburtstages Richard Wagners am 22. Mai eine Büste des deutschen Komponisten aufgestellt.

Im Pariser Théâtre des Champs-Elysées wird das Ballett “Le sacre du printemps” des russischen Komponisten Igor Strawinsky unter Leitung des Dirigenten Pierre Monteux uraufgeführt.

30.5.1913, Freitag

Das Osmanische Reich auf der einen Seite sowie Griechenland, Bulgarien, Serbien und Montenegro auf der anderen Seite unterzeichnen um 13.00 Uhr in London den sogenannten Präliminarfrieden (Vorfrieden). Er beendet offiziell den Ersten Balkankrieg.

31.5.1913, Samstag

Ein neuer, 17. Verfassungszusatz (Amendment) bestimmt in den USA, dass die Senatoren der einzelnen Bundesstaaten künftig direkt vom Volk gewählt werden. Bisher ernannten die Parlamente der einzelnen Staaten ihre Senatoren.