Was geschah im Mai 1918

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Wetterstationen Mai 1918

1.5.1918, Mittwoch

In Wien findet eine Versammlung der Deutsch-Österreicher statt. Die Versammelten schwören, am Bündnis mit dem Deutschen Reich festzuhalten und vorallem “keinen Zoll deutschen Bodens preiszugeben”.

Drei Rheinbrücken, bei Engers, Rüdesheim und Remagen, werden zu Ehren deutscher Heerführer nach Kronprinz Wilhelm, General Paul von Hindenburg und General Erich Ludendorff benannt. Die Benennung erfolgt auf Veranlassung von Kaiser Wilhelm II.

2.5.1918, Donnerstag

Als erste Verstaatlichungsmaßnahme, die einen ganzen Industriezweig betrifft, wird in Russland die Zuckerindustrie von der bolschewistischen Regierung in Staatseigentum überführt.

Deutsche Truppenverbände dringen in das Donez-Gebiet, südöstlich der ukrainischen Grenze, vor.

Das Londoner Unterhaus verabschiedet den diesjährigen britischen Staatshaushalt in Höhe von 842 Millionen Pfund Sterling.

Der Süden Finnlands wird mit Hilfe deutscher Truppen von finnischen und russischen Roten Garden befreit.

3.5.1918, Freitag

Im indischen Delhi findet eine britisch-indische Konferenz über die weitere Entwicklung der britischen Kolonie und die Frage eines freiwilligen Heeresdienstes statt.

Vor der US-amerikanischen Küste bei Delaware kommt es zu einem Zusammenstoß zwischen einem US-amerikanischen Kreuzer und einem Handelsschiff. 74 Menschen ertrinken.

Der Besitz des deutschen Admirals Alfred von Tirpitz in Alghero auf Sardinien und in Nuova auf Sizilien wird von der italienischen Regierung enteignet. Tirpitz hatte die Ländereien auf den Mittelmeerinseln 1870 erworben.

4.5.1918, Samstag

Die tschechisch-slowakischen Gefangenen in Russland werden von den Bolschewiki ausgerüstet und bewaffnet und sollen über den Hafen Wladiwostok in die USA gebracht werden. Von dort soll die “Tschechische Legion” nach Frankreich transportiert werden, um an der Seite der Entente zu kämpfen. Unter den Tschechoslowaken befindet sich auch Tomá Garrigue Masaryk, der für einen unabhängigen Staat der Tschechen eintritt.

Das bayerische Ministerium des Innern kürzt die Fleischration im gesamten Königreich von 250 g auf 200 g. Die Maßnahme wird damit begründet, dass nicht genügend Reserven für den kommenden Winter vorhanden seien.

5.5.1918, Sonntag

Die deutsche Reichsstelle für Schuhversorgung übernimmt die Produktion und den Vertrieb von Holzschuhen. Bislang war durch die Produktion verschiedener Modelle wertvoller Rohstoff verschwendet worden.

Die deutsche Reichsstelle für Gemüse und Obst warnt vor dem Genuss von Rhabarberblättern. Marmelade solle nur aus Rhabarber-Stielen, nicht aber aus Blättern hergestellt werden. Die Verarbeitung von Rhabarberblättern als “Spinat” sei ebenfalls zu vermeiden, weil es bereits durch die in den Blättern vorkommende Oxalsäure zu Todesfällen gekommen sei.

6.5.1918, Montag

Das Kriegsernährungsamt in Berlin legt die Höchstpreise für Gänse fest. Lebende, sog. Magergänse, die zur Mast veräußert werden, kosten 12 Mark das Stück, geschlachtete Gänse bringen einen Kleinhandelspreis von 4,50 Mark das Pfund.

Die Truppen der chinesischen Zentralregierung sind nicht in der Lage, sich gegen die Privatarmeen einzelner Provinzführer durchzusetzen. Mehrere südliche Provinzen des Landes befinden sich vollständig in der Hand von einzelnen Kriegsherren.

7.5.1918, Dienstag

Die Mittelmächte schließen einen Friedensvertrag mit Rumänien, der unter dem Namen “Friede von Bukarest” in die Geschichte eingeht. Rumänien, das seit 1916 von den Mittelmächten besetzt ist, erhält Bessarabien, alle anderen umstrittenen Gebiete werden unter dem Deutschen Reich, Österreich-Ungarn und Bulgarien aufgeteilt.

Anlässlich des “Friedens von Bukarest” verleiht der deutsche Kaiser Wilhelm II. Reichskanzler Georg Graf von Hertling das Eiserne Kreuz 1. Klasse.

8.5.1918, Mittwoch

Der mittelamerikanische Staat Nicaragua erklärt dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn den Krieg.

Durch ein Dekret der französischen Regierung im Paris wird die Höchstsumme der Banknoten, die von der Bank von Frankreich ausgegeben werden darf, auf 80 Milliarden Francs festgesetzt. Die bisherige Höchstgrenze betrug 27 Milliarden Francs.

9.5.1918, Donnerstag

Nach einer von David Lloyd George, dem britischen Premierminister und Führer der Liberalen, gestellten Vertrauensfrage vor dem britischen Parlament in London stimmen 106 Liberale unter Führung von Herbert H. Asquith gegen die Regierung und damit gegen ihren eigenen Parteiführer. Dies hat die Spaltung der Liberal Party zur Folge.

In Großbritannien wird für alle Männer nach dem vollendeten 21. und alle Frauen ab dem 30. Lebensjahr das Wahlrecht eingeführt, wenn bestimmte Besitzvoraussetzungen gegeben sind.

Die deutschen Zeitschriften weisen darauf hin, dass die Reichsregierung nicht an eine Beschlagnahme von Schultornistern denke. Personen, die zur Abgabe der Tornister auffordern, werden als Betrüger verfolgt.

10.5.1918, Freitag

Das erste Handelsschiff unter finnischer Flagge läuft in den Lübecker Hafen ein. Finnland befindet sich seit Ausbruch des Bürgerkriegs im Januar weitgehend unter deutscher Militärkontrolle.

Papst Benedikt XV. teilt in Rom mit, dass er keine weitere Friedensinitiative unternehmen werde, man erwarte nunmehr “von Gott allein das Ende des schrecklichen Krieges”. Der Papst hatte im Vorjahr mehrfach vergebliche Friedensappelle und -vorschläge an die Kriegsgegner gerichtet.

11.5.1918, Samstag

Zu ihrem neuen Führer, dem Ataman, wählen die Donkosaken Petr N. Krasnow.

Die Diäten der deutschen Reichstagsabgeordneten werden von 3000 auf 5000 Mark erhöht. Die allgemeine Teuerung habe die Erhöhung notwendig gemacht. Die neuen Diäten gelten rückwirkend ab 1. Dezember 1917.

Die diesjährige “Große Düsseldorf-Berliner Kunstausstellung” wird im Kunstpalast der Rheinmetropole eröffnet. Die alljährliche Ausstellung war im Vorjahr wegen der angespannten Kriegssituation aus der Reichshauptstadt nach Düsseldorf verlagert worden.

12.5.1918, Sonntag

Der österreichische Kaiser Karl I. trifft zu einem Besuch in Berlin ein. Bei den politischen Gesprächen mit dem deutschen Kaiser Wilhelm II. geht es besonders um die “Austropolnische Frage”, die von Österreich angestrebte Oberhoheit über Polen.

Die USA richten auf den Azoren einen Flottenstützpunkt ein. Die Atlantik-Inseln sollen als Zwischenstation für U-Boote und Flugzeuge dienen.

Die Zahl der Studenten der Universität Münster beläuft sich im Sommersemester auf 3067. Neu eingeschrieben haben sich 338 Studierende, darunter 95 Frauen. Der ungewöhnlich hohe Frauenanteil betrifft vor allem die philologischen Fachbereiche.

13.5.1918, Montag

Der Beschluss des Kriegsversorgungsamtes zur Beschlagnahme von Tür- und Fenstergriffen sowie deren Ersatz durch minderwertiges Material bringt privaten Unternehmern zusätzlich etwa 1,5 Milliarden Mark. Der Austausch von Tür- und Fensterriegeln bringt einen Gewinn von 1 Mark pro Stück.

Die “Agenten der Schuhwarenbranche” befassen sich bei ihrer Tagung in Berlin mit der Ausschaltung ihres Gewerbes. Die Agenten sind durch die Tätigkeit der zentralen Kriegs-Ledergesellschaft arbeitslos geworden. Sie fordern eine Entschädigung in Höhe von 1% der Herstellungskosten.

Aufgrund der immer größer werdenden Schwierigkeiten der Getreidebeschaffung wird in Russland die “Ernährungsdiktatur” eingeführt. Das Volkskommissariat für Ernährungswesen wird mit Sondervollmachten gegen ablieferungsunwillige Bauern ausgestattet. Von den Zwangsmaßnahmen sind vor allem die reichen Bauern, die Kulaken, in Zentralrussland und dem Wolgagebiet betroffen.

14.5.1918, Dienstag

Erster Erfolg der wirtschaftlichen Vereinbarungen im “Frieden von Bukarest” ist die Lieferung von 150 000 Schafen und 50 000 Schweinen aus Rumänien ins Deutsche Reich. Aus der neuen Ernte Rumäniens sollen noch 400 000 Weizen importiert werden.

In Petrograd (heute Leningrad) kommt es zu schweren Kämpfen zwischen den Bolschewiki und anarchistischen Föderalisten. Nach einem Feuergefecht werden die Anarchisten überwältigt.

15.5.1918, Mittwoch

Die japanische Regierung in Tokio kündigt die Einsendung von Truppen nach China an, um die Kontrolle der chinesischen Finanzen und die Anerkennung japanischer Gebietsforderungen durchzusetzen.

Der US-amerikanische Staatssekretär im Finanzministerium, William G. McAdoo, genehmigt eine weitere Kriegsanleihe von 200 Millionen Dollar (ca. 840 Millionen Mark) an Großbritannien sowie je 100 Millionen Dollar (etwa 420 Millionen Mark) nach Frankreich und Italien. Der Gesamtbetrag der Anleihen an die Verbündeten beträgt 5764 Millionen Dollar (rund 24 208 Millionen Mark).

Zwischen New York und der US-amerikanischen Hauptstadt Washington wird ein regelmäßiger Luftpostverkehr aufgenommen. Die Beförderung eines Luftpostbriefes kostet 24 Cent (rund 1 Mark).

16.5.1918, Donnerstag

Die Verhandlungen über das deutsch-schweizerische Handelsabkommen sind vorläufig gescheitert. Frankreich droht mit dem Abbruch der wirtschaftlichen Beziehungen zur Schweiz, falls die Berner Regierung den Vertragsentwurf unterzeichnet.

Der Deutsche Reichstag beschließt die Kürzung der Brotration auf 150 g pro Person pro Tag; das sind etwa anderthalb Scheiben Brot.

Die Nutztierbestände im Deutschen Reich sind extrem zurückgegangen. Die Fleischversorgung ist gefährdet.

17.5.1918, Freitag

Zwischen Rumänien und den Mittelmächten kommt es zu einem Wirtschaftsabkommen. Rumänien verpflichtet sich dazu, überschüssiges Getreide an das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn abzutreten, und überträgt den beiden Ländern das Monopolrecht auf Förderung und Nutzung des rumänischen Erdöls.

Die gesamte norwegische Ortschaft Frederikstadt, etwa 90 km östlich von Christiania (heute Oslo), ist in Brand geraten. Mehr als 1000 Menschen werden obdachlos.

18.5.1918, Samstag

In Moskau beginnt der II. Allrussische Kongress der Arbeitskommissare (18. 5.- 25. 5.). Er beschließt die Verstaatlichung aller Arbeitsbörsen, damit die extrem hohe Arbeitslosigkeit besser bekämpft werden kann.

Das preußische Kultusministerium in Berlin beschließt, dass Primaner, die vor dem Abitur zum Kriegsdienst einberufen wurden, nach Friedensschluss ohne Reifeprüfung zum Studium an den Hochschulen zugelassen werden sollen. Sie müssen jedoch eine Kriegsreifeprüfung ablegen, wobei die Art der Vorbereitung ihnen selbst überlassen ist.

Das erzbischöfliche Ordinariat in Köln sagt alle Fronleichnamsprozessionen ab, weil wegen der ständigen Fliegergefahr die Sicherheit der Gläubigen nicht gewährleistet werden könne.

Die Industriemesse im französischen Lyon geht nach fünftägiger Dauer zu Ende. Von den insgesamt 3175 Firmen, die in Lyon ausstellten, entfielen 2293 auf französische Aussteller. Aus dem Ausland kamen 114 Schweizer, 107 britische, 40 italienische, 33 spanische und 22 niederländische Firmen. Die USA waren mit 543 Ausstellern vertreten.

20.5.1918, Montag

Die britische Regierung in Irland lässt sämtliche Parlamentsabgeordnete der irischen nationalistischen Partei Sinn Féin im Dublin verhaften. Die Sinn Féin kämpft, zum Teil mit bewaffneten Einheiten, für die Unabhängigkeit Irlands.

Im Grunewald eröffnet der Berliner Rennverein seine diesjährigen Galopprennveranstaltungen.

21.5.1918, Dienstag

Das sowjetische Volkskommissariat für Justizangelegenheiten beschließt, das Gerichtsverfahren gegen den ehemaligen Zaren Nikolaus II., seine Familie und Angehörige des Hauses Romanow einzustellen.

Die deutsche Reichsregierung in Berlin erlässt Aufrufe zum richtigen Verhalten bei Fliegerangriffen. Der Regierung war aufgefallen, dass sich die städtische Bevölkerung kaum an die Verhaltensmaßregeln hält. Statt dessen wird das Auftauchen feindlicher Flieger als Sensation bestaunt.

22.5.1918, Mittwoch

Der Verband deutscher Schuhwarenhändler im Berlin protestiert gegen die Beschaffenheit der Kriegsstiefel. Wegen der Holzsohlen und des verwendeten Papierstoffs sowie einer unzureichenden Paßform empfinden Verbraucher die Schuhe als minderwertig und sehen vom Kauf ab. Die Händler seien jedoch gezwungen, die ihnen gelieferte Ware abzunehmen, so dass sich in den Läden große Mengen unverkäuflicher Waren häuften.

Wein wird im Deutschen Reich zum Luxusartikel. Eine Flasche aus besserer Lage wird demnächst um die 40 Mark kosten. Bei den derzeitigen Wein-Versteigerungen kostet das Fuder (= 1000 l) Wein zwischen 7000 und 20 000 Mark.

Das Deutsche Reich und die Schweiz schließen ein Abkommen über die Lieferung von Kohle gegen Lebensmittel. Der Vertrag war wegen des Widerstands der Ententestaaten nur unter größten Schwierigkeiten zustande gekommen.

23.5.1918, Donnerstag

Costa Rica erklärt dem Deutschen Reich und den anderen Mittelmächten den Krieg.

Senat und Kongress in Washington beschließen, dass alle Männer zwischen 18 und 50 Jahren den Nachweis führen müssen, dass sie eine für den Staat wichtige Tätigkeit ausüben. Damit wird ein großer Teil der männlichen Bevölkerung für den militärischen Hilfsdienst verpflichtet.

Der “Bund deutscher Gelehrter” setzt sich bei seiner diesjährigen Tagung in Berlin für die Stärkung des deutschen Nationalbewusstseins und den möglichst baldigen Sieg über die Entente ein.

24.5.1918, Freitag

In Murmansk trifft der Oberbefehlshaber der alliierten Truppen in Nordrussland, Generalmajor Frederic C. Poole, ein.

In Ingolstadt kommt es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Bevölkerung. Nach der Verhaftung eines angeblichen Deserteurs stürmt eine Gruppe Jugendlicher das Rathaus, zerschlägt das Mobiliar und setzt das im Erdgeschoss befindliche Gasthaus in Brand. Nachdem die Menge vom Militär zerstreut wurde, zerstören kleine Gruppen von Randalierern Fensterscheiben und Ladeneinrichtungen.

Zur Beseitigung der Wohnungsknappheit in den deutschen Städten sieht eine Polizeiverordnung die An- und Abmeldung von Mietwohnungen vor. Leerstehende Wohnungen müssen innerhalb von drei Tagen gemeldet werden.

25.5.1918, Samstag

Niederländische Frauen verfassen eine Friedenspetition, die sie an die Frauen der Staatsoberhäupter kriegführender Länder verschicken.

Die etwa 150 000 Mann starke tschechische Legion, die ursprünglich über Wladiwostok evakuiert werden sollte, greift auf Seiten der Antibolschewisten in den russischen Bürgerkrieg ein.

Deutsche Truppenverbände landen in Georgien und unterstützen die dort wirkenden antibolschewistischen Kräfte.

26.5.1918, Sonntag

In Georgien konstituiert sich unter menschewistischer Führung eine unabhängige Republik Georgien, die sich deutschem bzw. türkischem Protektorat unterstellt.

Die transkaukasische Demokratische Föderative Republik löst sich zugunsten der Schaffung nationaler Einzelstaaten auf.

Der deutsche Verein “Landaufenthalt für Stadtkinder” kann 200 000 Kinder nach Ostpreußen und Pommern verschicken. Trotz geringer Aufnahmefähigkeit und -bereitschaft der Landbevölkerung wird demnächst mit noch mehr Unterbringungsmöglichkeiten gerechnet.

27.5.1918, Montag

Zwischen Soissons und Reims beginnt eine Großoffensive deutscher Verbände, bei der es zu Anfangserfolgen kommt.

Per Gesetz wird in Russland jeder private Waldbesitz untersagt. Die Forstwirtschaft wird verstaatlicht.

In Tiflis proklamiert der Muslimische Nationalrat die Bildung einer “Aserbeidschanischen Republik”.

In der königlichen Residenz von München finden die Feiern anlässlich des hundertjährigen Bestehens der bayerischen Verfassung statt. König Ludwig III. betont in seiner Festrede die Verbundenheit des Königreichs Bayern mit dem Deutschen Reich.

28.5.1918, Dienstag

Portugiesische und britische Truppen haben in Portugiesisch-Ostafrika die Reste der deutschen Schutztruppe unter General Paul von Lettow-Vorbeck umzingelt. Vorbeck hatte sich bislang durch geschickte Manöver und große Beweglichkeit aus der Umschließung befreien können.

Bei der Explosion einer Wasserstofflasche im deutschen Rüstungsbetrieb Griesheim-Elektron bei Bitterfeld werden neun Arbeiter getötet und sieben schwer verletzt.

Der Armenische Nationalrat proklamiert in Tiflis die Gründung einer “Armenischen Republik”.

29.5.1918, Mittwoch

Die französische Stadt Soissons wird im Zuge der Westoffensive (Beginn am 27. Mai) von deutschen Truppen eingenommen.

Die bolschewistische Regierung Russlands bildet ein übergeordnetes Revolutionstribunal, dem die gesamte Gerichtsbarkeit im neuen Staat untersteht.

In Spanien breitet sich mit beängstigender Geschwindigkeit eine zunächst unbekannte Epidemie aus. Allein in Madrid sind etwa 100 000 Personen erkrankt. Nach weiteren Krankheits- und Todesfällen wird die Epidemie als “Malta-Fieber” erkannt.

30.5.1918, Donnerstag

Die russische Regierung erkennt die Genfer und andere internationale Konventionen, die das Rote Kreuz betreffen, an.

Die seit April 1918 bestehende Sowjetrepublik Kusan und die am 16. Dezember 1917 ausgerufene Schwarzmeer-Republik werden als Kusan-Schwarzmeer-Sowjetrepublik zusammengeschlossen. Der Zusammenschluss der autonomen Republiken soll eine größere Einigkeit der Sowjetmacht gegen eine drohende Besetzung der Region durch deutsche Truppen bewirken.

Das preußische Herrenhaus lehnt ebenso wie schon das Abgeordnetenhaus (am 14. 5.) die Vorlage zur Abschaffung des Dreiklassenwahlrechts ab. Sie war im November 1917 eingereicht worden.

31.5.1918, Freitag

In Russland werden alle Zensuren zur Beurteilung von Kenntnissen und Verhalten von Schülern abgeschafft. Außerdem wird der Gemeinschaftsunterricht obligatorisch.

Der Wahlrechtsausschuss der Regierung in Budapest lehnt das Frauenstimmrecht mit 11 gegen 9 Stimmen ab.