Was geschah im Mai 1933

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Wetterstationen Mai 1933

1.5.1933, Montag

In der NSDAP tritt eine unbefristete Mitgliedersperre in Kraft.

Auf Weisung der Reichsregierung ist der 1. Mai im Deutschen Reich ein “Feiertag der nationalen Arbeit”.

In Paris erscheint erstmals, zunächst alle 14 Tage, die von Willi Münzenberg herausgegebene Zeitung “Der Gegenangriff” (bis 14. 3. 1936) unter Mitarbeit von Alexander Abusch, Bruno Frei und Kurt Sauerland. Sie ist eine Antwort auf das Berliner NS-Organ “Der Angriff”.

2.5.1933, Dienstag

Im Deutschen Reich werden alle Einrichtungen der freien Gewerkschaften durch SA und SS besetzt.

Wegen Geldmangels wird das Berliner Schillertheater geschlossen. Direktor Heinrich Gilardone legt seinen Posten nieder.

3.5.1933, Mittwoch

Die Deutschnationale Volkspartei beschließt auf einer Vertretertagung in Berlin die Umbenennung in Deutschnationale Front. Sie beansprucht gegenüber der NSDAP die volle Gleichberechtigung.

Reichskanzler Adolf Hitler ernennt in Berlin Otto Wagener und Alfred Möller zu Kommissaren des Reiches für den Reichsverband der Deutschen Industrie und die übrige Wirtschaft mit Ausnahme der Landwirtschaft.

Das Geheime Staatspolizeiamt in Berlin verbietet bis zum 31. Mai das Erscheinen der “Täglichen Rundschau”, die Ex-Reichskanzler Kurt von Schleicher nahesteht. Anlass war ein kritischer Artikel zur NS-Hochschulpolitik. Nachdem Hans Zehrer als Herausgeber ausgeschieden und Friedrich Wilhelm von Oertzen als Hauptschriftleiter durch Ferdinand Frei ersetzt wurde, darf die “TR” am 9. Mai wieder erscheinen.

In Dortmund wird mit dem Aufbau eines Rasseamtes begonnen. Ziel ist die Zwangssterilisierung von “Verbrechern und anderen asozialen Elementen”. Zunächst sollen die 80 000 Dortmunder Schulkinder, dann die Bewerber für Beamtenstellen rassemäßig erfasst werden.

In Hamburg läuft das Segelschulschiff “Gorch Fock” der Deutschen Reichsmarine vom Stapel.

Der Vorstand des Gesamtverbandes der Christlichen Gewerkschaften Deutschlands unterstellt sich dem von Robert Ley geführten Aktionskomitee für den Schutz der deutschen Arbeit.

Im Zusammenhang mit den Entlassungen von Hochschullehrern reicht der Nobelpreisträger Fritz Haber, Ordinarius an der Berliner Universität und Leiter des Kaiser-Wilhelm-Instituts für physikalische Chemie, seinen Abschied ein.

4.5.1933, Donnerstag

Der Ministerrat in Wien verbietet für ganz Österreich das öffentliche Tragen politischer Uniformen. Es gilt nicht für die bewaffneten Selbstschutzverbände der Heimwehren.

Unter Führung von Theodor Adrian von Renteln (NSDAP) wird in Berlin der Reichsstand des deutschen Handels gegründet.

Angesichts der politischen Lage im Deutschen Reich beschließt der SPD-Parteivorstand in Berlin, sechs seiner Mitglieder ins Ausland zu schicken. Dazu bestimmt werden Siegfried Crummenerl, Paul Hertz, Erich Ollenhauer, Friedrich Stampfer, Hans Vogel und Otto Wels. Sie gehen zuerst nach Saarbrücken. Das Saargebiet wird treuhänderisch vom Völkerbund verwaltet.

5.5.1933, Freitag

Hermann Göring (NSDAP) wird erster Reichsminister für Luftfahrt.

Durch den Austausch der Ratifikationsurkunden zwischen der UdSSR und dem Deutschen Reich in Moskau wird der auf fünf Jahre befristete Berliner Vertrag von 1926 verlängert.

Überall im Deutschen Reich übt die NSDAP Druck auf oppositionelle Politiker aus und zwingt sie zum Rücktritt. So legt in München Wilhelm Hoegner (SPD) sein Landtagsmandat nieder. In Hamburg wird der frühere badische Staatspräsident Adam Remmele (SPD) in Schutzhaft genommen. Der Duisburger Oberbürgermeister Karl Jarres (parteilos) reicht seine Beurlaubung ein.

Die deutsche Reiterequipe gewinnt zum dritten Mal in Folge den Nationenpreis “Coppa Mussolini” in Rom. Entscheidenden Anteil am Erfolg hat Richard Salah der auf “Wotan” zweimal fehlerlos bleibt.

6.5.1933, Samstag

Konstantin Hierl, seit 1929 Organisationsleiter in der NSDAP-Reichsleitung, wird zum Leiter der Abteilung für Arbeitsdienst und Jugendertüchtigung im Reichsarbeitsministerium ernannt.

Zum Führer der Zentrumspartei wird auf einer Sitzung des Parteivorstandes sowie der Reichstags- und preußischen Landtagsfraktion in Berlin der frühere Reichskanzler Heinrich Brüning ernannt. Er tritt damit die Nachfolge von Prälat Ludwig Kaas an.

Aus der Sektion für Dichtkunst an der Preußischen Akademie der Künste werden 13 Autoren ausgeschlossen. Trotz intensiver Bemühungen des preußischen Kultusministers Bernhard Rust (NSDAP) verweigert Stefan George den Beitritt zur Dichterakademie.

7.5.1933, Sonntag

In Zürich schlägt die Schweizer Fußball-Nationalelf Jugoslawien 4:1.

Beim Großen Automobilpreis von Tripoli siegt Achille Varzi (Italien) auf Bugatti.

In Kiel begeht der frühere Vorsitzende der DNVP-Reichstagsfraktion, Ernst Oberfohren, Selbstmord.

Vor 30 000 SA-Leuten in Kiel erklärt Adolf Hitler die SA zum “politischen Willensträger der Nation” im Unterschied zum “Waffenträger” Reichswehr.

Der Maler Max Liebermann erklärt seinen Austritt aus der Preußischen Akademie der Künste und legt die ihm im Vorjahr verliehene Ehrenpräsidentschaft nieder. Liebermann erklärt, nach seiner Meinung habe Kunst weder etwas mit Politik noch mit Abstammung zu tun.

8.5.1933, Montag

Im Konzentrationslager Breslau-Dürrgoy wird Ernst Eckstein, 1931 Mitbegründer der Sozialistischen Arbeiterpartei, ermordet.

In Norwegen wird die rechtsextreme Nasjonal Samling gegründet.

Die Staats- und Parteiführung der UdSSR ordnet die Reduzierung der Zahl der Gefangenen in den Haftanstalten und ihre Überführung in die Straflager des Landes an. Sie schränkt außerdem die Möglichkeit willkürlicher Verhaftungen ein.

Der Reichsverband Deutscher Zeitschriften-Verleger stellt sich in Berlin durch die Wahl eines neuen Vorstandes in den Dienst des propagandistischen Apparates der NSDAP.

10.5.1933, Mittwoch

Der geschäftsführende Vorstand des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen (DRA) löst den Verband auf. Der DRA war aus dem am 13. Dezember 1895 in Berlin gegründeten Komitee für die Beteiligung Deutschlands an den Olympischen Spielen hervorgegangen.

Paraguay erklärt Bolivien den Krieg. Seit 1932 wird um den Besitz des nördlichen Chacogebiets gekämpft.

In Berlin und anderen Städten des Deutschen Reiches verbrennt die Deutsche Studentenschaft öffentlich Bücher “undeutscher” Autoren.

Das Vermögen der SPD sowie des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold wird auf Weisung des Berliner Generalstaatsanwalts I beschlagnahmt.

In Berlin tagt der erste Kongress der Deutschen Arbeitsfront.

11.5.1933, Donnerstag

Max Amann (NSDAP) führt nach einer Vorstandsumbildung den Verein Deutscher Zeitungs-Verleger.

Das preußische Justizministerium gibt bekannt, dass von den bisher in Preußen zugelassenen 3515 jüdischen Rechtsanwälten (neben 8299 arischen) 2158 weiter praktizieren dürfen. Gegen 923 jüdische und 118 kommunistische Rechtsanwälte sind Vertretungsverbote ergangen.

Der frühere Reichswirtschaftsminister Eduard Hamm tritt als geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des Deutschen Industrie- und Handelstages zurück. In das geschäftsführende Präsidium ziehen acht NSDAP-Mitglieder ein.

Der Vorstand des Börsenvereins des deutschen Buchhandels gibt in Absprache mit der Reichsleitung des Kampfbundes für deutsche Kultur und der Zentralstelle für das deutsche Bibliothekswesen bekannt, dass die Bücher folgender Autoren nicht mehr verkauft werden: Lion Feuchtwanger, Ernst Glaeser, Arthur Holitscher, Alfred Kerr, Egon Erwin Kisch, Emil Ludwig, Heinrich Mann, Ernst Ottwalt, Theodor Plivier, Erich Maria Remarque, Kurt Tucholsky, Arnold Zweig.

12.5.1933, Freitag

Die deutsche Reichsregierung erlässt ein Gesetz zum Schutz des Einzelhandels vor übermäßiger Konkurrenz.

Nach dem Rücktritt von Alwin Brandes auf einer Sitzung des Ständigen Ausschusses in Bad Kissingen führt Richard Walther Darre (NSDAP) den Deutschen Landwirtschaftsrat.

Wegen der Gefahr politischer Auseinandersetzungen verbietet der Schweizer Bundesrat das Tragen von Parteiuniformen.

Aufgrund einer von der neuen Leitung der deutschen Gewerkschaften in Berlin erwirkten Verfügung des Danziger Amtsgerichts besetzt die Polizei das Haus der freien deutschen Gewerkschaften in Danzig.

13.5.1933, Samstag

Auf einer Tagung des Soldatenbundes Stahlhelm in Münster fordert Vizekanzler Franz von Papen dazu auf, sich “in der Hingabe an Volk und Vaterland gegenseitig zu übertreffen”.

14.5.1933, Sonntag

Eine Führerversammlung des Thüringischen Landvolks fordert in Meiningen die Ablösung von Alfred Hugenberg (DNVP) als Reichsminister für Landwirtschaft durch Richard Walther Darre (NSDAP).

Unter Leitung seines Vorstehers Friedrich Oldenbourg (München) beruft der Börsenverein des deutschen Buchhandels auf seiner 108. Hauptversammlung in Leipzig einen fünfköpfigen Aktionsausschuss zur Eingliederung des Buchhandels in die neue Kulturpolitik.

15.5.1933, Montag

Der Dieseltriebzug “Fliegender Hamburger” nimmt zwischen Berlin und Hamburg seinen Betrieb auf.

Auf Wunsch der Wiener Regierung muss Reichsjustizkommissar Hans Frank (NSDAP) Österreich nach zwei Tagen vorzeitig verlassen.

16.5.1933, Dienstag

In Saarbrücken beschließt die Mehrheit des SPD-Parteivorstandes, dass die SPD-Abgeordneten der Reichstagssitzung vom 17. Mai fernbleiben sollen.

US-Präsident Franklin D. Roosevelt appelliert an die zur Weltwirtschaftskonferenz eingeladenen Staaten, baldige Absprachen über eine Beseitigung aller Angriffswaffen zu treffen und bis dahin nicht aufzurüsten.

Wehrkreispfarrer Ludwig Müller übernimmt die Leitung der Glaubensbewegung Deutsche Christen.

Das “Börsenblatt für den deutschen Buchhandel” veröffentlicht eine Liste mit den Namen von 130 Autoren und einigen Anthologien, die zur Säuberung der Volksbüchereien von politisch missliebigen Schriften zusammengestellt worden ist.

17.5.1933, Mittwoch

In Berlin billigt der Deutsche Reichstag einmütig eine Regierungserklärung von Reichskanzler Adolf Hitler, die den deutschen Anspruch auf Rüstungsgleichheit erneuert und jede gewaltsame Lösung politischer Streitfragen ablehnt.

Nach einer Aufstellung des Deutschen Städtetages sind bisher in 56 Städten die Oberbürgermeister beurlaubt und in weiteren 14 ihrer Ämter enthoben worden.

Reichskommissar Otto Wagener und Robert Ley, der Führer der Deutschen Arbeitsfront, verbieten Streiks und Aussperrungen für die Dauer von acht Wochen.

18.5.1933, Donnerstag

Die zum letzten Mal am 5. März legal in Berlin erschienene “Arbeiter-Illustrierte Zeitung” von John Heartfield erscheint in Prag erstmals im Kupfertiefdruck.

Im Gebäude des Reichswirtschaftsrates in Berlin wird unter Führung des Danziger NSDAP-Gauleiters Albert Forster die Nationalsozialistische Angestelltengewerkschaft in der Deutschen Arbeitsfront gegründet. Sie umfasst alle bisherigen Angestelltengewerkschaften.

In Würzburg schließen sich die evangelisch-lutherischen deutschen Landeskirchen unter Führung eines Direktoriums zusammen. Die Leitung übernimmt der bayerische Landesbischof Hans Meiser.

Gegen die Stimmen der SPD-Fraktion billigt der preußische Landtag ein Ermächtigungsgesetz. Es orientiert sich an dem Reichsgesetz vom 23. März und ist bis zum 1. April 1937 befristet.

19.5.1933, Freitag

In einer Bestellung an die Reichspressekonferenz ordnet das Reichspropagandaministerium ein vorläufiges Berichterstattungsverbot über die vom 8. bis 30. Juni in Genf stattfindende Internationale Arbeitskonferenz an. Die von nun an regelmäßig erscheinenden Anweisungen des Propagandaministeriums werden ein wesentliches Mittel der Gleichschaltung der deutschen Presse.

Das Reichsgesetz über die Treuhänder der Arbeit übergibt Treuhändern die Regelung von Lohn- und Arbeitsbedingungen. Sie sollen für größere Wirtschaftsregionen berufen werden.

20.5.1933, Samstag

Auf Weisung der bayerischen Staatsregierung werden über 200 Einzelhändler wegen angeblichen Preiswuchers in das KZ Dachau eingeliefert.

Der Christlich-Soziale Volksdienst verzichtet in Berlin auf seinen Status als Partei und nennt sich eine evangelisch gebundene Gesinnungsgemeinschaft.

Österreichs Bundeskanzler Engelbert Dollfuß proklamiert die Gründung der Vaterländischen Front als überparteiliche Sammlungsbewegung.

In Genf endet die am 15. Mai eröffnete 72. Tagung des Völkerbundrates. Er befasste sich mit dem Chaco-Krieg zwischen Paraguay und Bolivien.

In Bern unterliegt die Schweizer Fußball-Nationalelf vor 25 000 Besuchern gegen England 0:4 (0:1).

21.5.1933, Sonntag

Mit einem Stundendurchschnitt von 206,9 km/h gewinnt der Italiener Achille Varzi auf einem Bugatti das Avus-Rennen in Berlin.

22.5.1933, Montag

Der Deutsche Städtetag und die übrigen kommunalen Spitzenverbände vereinigen sich zum Deutschen Gemeindetag.

23.5.1933, Dienstag

Auf Weisung des preußischen Kultusministers, Bernhard Rust (NSDAP), vom 17. Mai verliert der österreichische Komponist Arnold Schönberg seine Stellung als Professor für Komposition an der Berliner Musikhochschule. Schönberg emigriert kurze Zeit später in die USA.

Der Bank- und Währungsausschuss des US-Senats beginnt mit dem Verhör des New Yorker Bankiers John Pierpoint Morgan. Ihm wird vorgeworfen, 1931 und 1932 keine Einkommensteuer gezahlt und Politiker bestochen zu haben. Die Anhörung dauert bis zum 9. Juni und wird dann zunächst bis Herbst vertagt.

In Berlin tagt erstmals der 60köpfige Arbeitskonvent der Deutschen Arbeitsfront.

Auf Anweisung des Reichskommissars für die Wirtschaft, Otto Wagener, werden alle Kampfgemeinschaften in Wirtschaft und Handel bis auf den NSDAP-offiziellen Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes aufgelöst.

24.5.1933, Mittwoch

Im Berliner Rundfunk bekennt sich der Dichter Gottfried Benn mit einem “Antwort an die literarischen Emigranten” betitelten Vortrag abermals zum “neuen Deutschland”.

Im Deutschen Volkstheater in Wien wird die Operette “Bezauberndes Fräulein” von Ralph Benatzky uraufgeführt.

Hans von Tschammer und Osten, Reichssportkommissar im Innenministerium, gibt die Neugliederung des deutschen Sports in 15 Fachbünde bekannt.

25.5.1933, Donnerstag

Papst Pius XI. spendet den Himmelfahrtssegen erstmals vom Balkon der Lateranbasilika.

Mit dem Eintritt der Organisationen des Handels, Handwerks und Gewerbes in die Deutsche Arbeitsfront sind in der DAF nach offiziellen Angaben rund zwölf Millionen “Schaffende” organisiert.

26.5.1933, Freitag

Friedrich Hildebrandt, der NSDAP-Gauleiter von Mecklenburg, wird zum Reichsstatthalter der Länder Mecklenburg-Schwerin, Mecklenburg-Strelitz und Lübeck ernannt.

Ein Reichsgesetz erlaubt den obersten Landesbehörden, das Eigentum der KPD und ihrer Hilfs- und Ersatzorganisationen zugunsten des Landes einzuziehen.

Bundeskanzler Engelbert Dollfuß lässt die Kommunistische Partei Österreichs wegen “Verfolgung staatsgefährlicher Ziele” auflösen.

27.5.1933, Samstag

Mit einer Rede über “Die Selbstbehauptung der deutschen Universität” tritt der Philosoph Martin Heidegger das Rektorat der Universität Freiburg an.

In Dubrovnik (Jugoslawien) endet der am 25. Mai eröffnete Jahreskongress des Internationalen PEN-Clubs. Aus Protest gegen die Anwesenheit des emigrierten Schriftstellers Ernst Toller reist die deutsche Delegation vorzeitig ab.

In Chicago beginnt unter dem Motto “Jahrhundert des Fortschritts” die Weltausstellung. Sie schließt am 12. November.

Das Schwurgericht des Landgerichts Lübeck verurteilt den SPD-Reichstagsabgeordneten Julius Leber wegen geistiger Verantwortung für den Tod eines SA-Manns zu 20 Monaten Gefängnis.

Pastor Friedrich von Bodelschwingh, Leiter der Anstalt Bethel, erklärt sich bereit, das Amt eines evangelischen Reichsbischofs zu übernehmen.

28.5.1933, Sonntag

Bei den Wahlen zum Volkstag des Freistaates Danzig erhält die NSDAP mit 39 von 72 Sitzen die absolute Mehrheit.

Sieger des 11. Internationalen Eifelrennens des ADAC für Rennwagen der Klasse über 1,51 wird der Italiener Tazio Nuvolari auf Alfa Romeo.

Die am 2. Mai gestartete Rad-Etappenfahrt Giro d’Italia gewinnt zum fünften Mal der Italiener Alfredo Binda mit einer Gesamtzeit von 110:01:52 h vor dem Belgier Joseph Demuysère (1:12:34 h zurück).

Das Auto-Langstreckenrennen Targa Florio auf Sizilien gewinnt Antonio Brivio-Sforza (ltalien) auf Alfa Romeo.

29.5.1933, Montag

Die deutsche Reichsregierung führt mit Wirkung vom 1. Juni eine Zwangsabgabe von 1000 Reichsmark für jeden Besuch in Österreich ein.

Die Deutsche Hochschule für Politik in Berlin wird in veränderter Form wiedereröffnet. Die erste Vorlesung hält der Ministerpräsident von Braunschweig, Dietrich Klagges (NSDAP), über “Grundfragen nationalsozialistischer Weltanschauung”.

30.5.1933, Dienstag

Wegen des Artikels “Bruderkampf” über das gespannte deutsch-österreichische Verhältnis in der Ausgabe vom 29. Mai wird das Erscheinen der “Deutschen Allgemeinen Zeitung” für drei Monate verboten.

Roland Freisler (NSDAP) wird in Preußen Staatssekretär im Justizministerium.

Beim Autorennen 500 Meilen von Indianapolis siegt Louis Meyer (USA) auf Miller.

31.5.1933, Mittwoch

In Tangku bei Tientsin wird ein Waffenstillstand zwischen Japan und China unterzeichnet.

Der Deckungsbestand der Deutschen Reichsbank beträgt 449,3 Mio. Reichsmark. Die Deckungsrate der Reichsbanknoten durch Gold und Devisen liegt bei 7,9%. Am 30. Mai 1931 waren es 54,6%.