Was geschah im Mai 1943

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1.5.1943, Samstag

In Stockholm findet eine internationale Maifeier aller Emigrantengruppen und der schwedischen Sozialdemokratischen Partei statt. Zu den Teilnehmern gehören u.a. der Deutsche Willy Brandt und der Österreicher Bruno Kreisky.

Nach Ablauf der Arbeitsabkommen zwischen den Kohlengrubenbesitzern und der Grubenarbeitergewerkschaft kommt es in den USA zu einer Ausweitung der bereits länger andauernden Bergarbeiterstreiks.

In den deutsch besetzten Gebieten werden Fahrräder beschlagnahmt, um deren Mangel im Reich zu beheben.

2.5.1943, Sonntag

Im westlichen Mittelmeer beginnt eine knapp zweimonatige, größere Operation britischer U-Boote.

Bei den Parlamentswahlen auf den Faröerinseln, die zu Dänemark gehören, aber von Großbritannien besetzt sind, gewinnt die Partei, die die Unabhängigkeit von Dänemark anstrebt.

In Berlin findet anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Deutschen Arbeitsfront ein Reichsappell mit Delegationen aller Länder statt, die Arbeiter ins Deutsche Reich geschickt haben.

Liechtenstein führt die Arbeitsdienstpflicht für alle Personen zwischen 16 und 60 Jahren ein.

Die US-Amerikaner Upton Sinclair und Thornton Wilder werden mit Pulitzerpreisen ausgezeichnet.

4.5.1943, Dienstag

An der Ostfront räumt die 17. deutsche Armee den Frontbogen bei Krymskaja sowie die Stadt selbst.

Ein britischer Bombenangriff auf Dortmund in der Nacht zum 5. Mai fordert 693 Menschenleben und 1075 Verletzte.

Der sowjetische Staatschef Josef W. Stalin erklärt, die UdSSR wünsche nach Kriegsende ein enges Bündnis mit dem polnischen Staat.

Das ungarische Parlament wird auf unbestimmte Zeit vertagt.

Die am 27. August 1939 im Deutschen Reich errichteten Führungsstäbe Wirtschaft werden aufgelöst.

Hüte werden im Deutschen Reich auf die Liste der nicht versorgungswichtigen Waren gesetzt, was einem Herstellungsverbot gleichkommt.

5.5.1943, Mittwoch

Die 1. britische Armee eröffnet in Tunesien einen erfolgreichen Großangriff gegen die 5. deutsche Panzerarmee.

In den Niederlanden werden alle Personen zum Arbeitseinsatz herangezogen, die 1940 militärdienstpflichtig waren.

Der italienische Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini erklärt in Rom, dass sein Land auch in Zukunft nach Kolonien in Afrika trachten werde.

6.5.1943, Donnerstag

Entgegen einer entsprechenden Zusage von Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, für das deutsche Marinebauprogramm monatlich 30 000 t Stahl zur Verfügung zu stellen, legt die zuständige zentrale Planungsbehörde das Marinekontingent auf nur 17 900 t fest.

Der Bund polnischer Patrioten ersucht die Sowjetunion um Aufstellung einer polnischen Division in der UdSSR, was Staatschef Josef W. Stalin drei Tage später genehmigt.

7.5.1943, Freitag

Die Alliierten nehmen die tunesischen Städte Biserta und Tunis ein, dadurch wird die deutsch-italienische Heeresgruppe Afrika in zwei Kampfgruppen aufgespalten.

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler empfängt die Reichs- und Gauleiter der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei zu einer ausführlichen Lagebesprechung.

In einer Rede in Eskilstuna versichert der schwedische Außenminister Christian Günther das strikte Festhalten seines Landes an der Neutralität.

8.5.1943, Samstag

Frankreich erklärt sich bereit, bis zum 30. Juni weitere 400 000 Arbeiter für den Arbeitseinsatz zu stellen; davon sollen 220 000 im Deutschen Reich eingesetzt werden, der Rest unter deutscher Regie in Frankreich.

In der sowjetischen Presse wird die am 1. März erfolgte Gründung des Bundes polnischer Patrioten bekanntgegeben.

Der Film “The Ox-Bow Incident” (“Der Ritt zum Ox-Bow”) des US-amerikanischen Regisseurs William A. Wellman wird uraufgeführt.

9.5.1943, Sonntag

Die 5. deutsche Panzerarmee ergibt sich südlich der tunesischen Stadt Biserta den Alliierten.

Ein US-Luftangriff auf die Stadt Palermo fordert 210 Menschenleben.

Die Bevölkerung des Deutschen Reichs wird aufgefordert, die Reisen Schaulustiger in die von Bombenangriffen betroffenen Städte sofort zu unterlassen.

Die deutsche Schwimmerin Gisela Graß aus Leipzig stellt in ihrer Heimatstadt mit 1:19,8 min einen Weltrekord über 100 m Brust auf.

10.5.1943, Montag

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler verlängert per Erlass das Ermächtigungsgesetz vom 24. März 1933, das ansonsten mit dem heutigen Tag ausgelaufen wäre.

Auf Initiative des deutschen Schriftstellers Alfred Kantorowicz wird zum Gedächtnis an die zehnte Wiederkehr des Tages der Bücherverbrennung im Deutschen Reich an den 300 größten Büchereien der USA halbmast geflaggt.

Adolf Hitler ruft die Bevölkerung auf, zum 4. Kriegshilfswerk des Deutschen Roten Kreuzes zu spenden.

11.5.1943, Dienstag

Die deutsche Öffentlichkeit erfährt, dass Generalfeldmarschall Erwin Rommel bereits am 9. März als Oberbefehlshaber der deutsch-italienischen Heeresgruppe Afrika abgelöst worden ist.

Die Alliierten nehmen den tunesischen Ort Hammamet ein.

Die US-Luftwaffe bombardiert die sizilianische Hafenstadt Catania.

Die Sowjetunion weist alle Staaten darauf hin, dass Bürger der UdSSR massenweise zur Zwangsarbeit ins Deutsche Reich deportiert werden.

12.5.1943, Mittwoch

In der Nacht zum 13. Mai bombardieren britische Flugzeuge Duisburg; der Luftangriff fordert 272 Menschenleben.

In Washington beginnt die sog. Trident-Konferenz zwischen US-Präsident Franklin Delano Roosevelt und dem britischen Premierminister Winston Churchill; das Treffen der Regierungschefs dauert bis zum 25. Mai.

US-Präsident Franklin Delano Roosevelt gibt dem tschechoslowakischen Exilpräsidenten Eduard Bene seine Zustimmung zur Vertreibung der Sudetendeutschen nach Ende des Krieges.

Die deutsche Wehrmacht erhält 324 Panzer des Typs “Panther”.

13.5.1943, Donnerstag

Die Reste der deutsch-italienischen Heeresgruppe Afrika in Tunesien kapitulieren.

US-Bomber greifen die französische Stadt Saint-Omer an.

In der Nacht zum 13. Mai greifen britische Flugzeuge Bochum an und werfen 1055 t Bomben auf die Stadt.

Mehrere Mitglieder der Widerstandsgruppe “Rote Kapelle” werden in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Laut einer im Deutschen Reich erlassenen Verordnung werden Reichsarbeitsdienst-Führerinnen bei der Anstellung im öffentlichen Dienst bevorzugt.

14.5.1943, Freitag

108 US-amerikanische Flugzeuge bombardieren den Kieler Hafen; drei U-Boote werden schwer beschädigt.

Der tunesische Bei Muhammad Munsif wird von den Alliierten abgesetzt; sie werfen ihm Kollaboration mit den Achsenmächten während der Besatzungszeit vor.

Der Budget-Ausschuss des US-amerikanischen Repräsentantenhauses in Washington genehmigt die größte Flottenvorlage in der Geschichte des Landes; sie sieht Mittel für den Bau von Kriegsschiffen in Höhe von fast 30 Milliarden US-Dollar vor.

In Montenegro beginnt das Unternehmen “Schwarz” gegen die Partisanen unter Josip Broz Tito.

Die Kommunistische Internationale wird aufgelöst.

König Christian X. von Dänemark wendet sich in einem Aufruf gegen Versuche, “durch unbesonnenes Verhalten das Verhältnis zwischen dem Deutschen Reich und Dänemark zu gefährden”.

Das SS-Wirtschaftsverwaltungshauptamt erlässt eine “Prämienordnung” für Häftlinge in Konzentrationslagern; Häftlinge mit besonders guter Führung oder besonders hoher Arbeitsleistung erhalten demnach in Zukunft Hafterleichterungen, Verpflegungszulagen, Geldprämien und Tabakwaren oder dürfen ein Bordell besuchen.

In Hamburg wird “Germania”, ein Abenteuerfilm um den Kampf deutscher Wissenschaftler gegen die Schlafkrankheit mit Luis Trenker u.a. uraufgeführt.

16.5.1943, Sonntag

Der am 19. April begonnene Aufstand im Warschauer Ghetto wird endgültig niedergeschlagen.

Alle rumänischen Juden müssen bis zum 1. September eine Kriegskontribution in Höhe von 4 Milliarden Lei aufbringen; wer sich dieser Anordnung widersetzt, wird nach Transnistrien verbannt. Insgesamt sind von dieser Maßnahme 400 000 Juden betroffen, d. h. auf jeden entfallen 1000 Lei.

Am Muttertag werden im Deutschen Reich 137 950 Mutterkreuze verliehen: 23 439 in Gold (ab dem achten Kind), 29 971 in Silber (für das sechste und siebte Kind) und 84 540 in Bronze (für das vierte und fünfte Kind).

Bei einem Fußball-Länderspiel vor 22 000 Zuschauern in Genf unterliegt die Nationalmannschaft der Schweiz dem Team Ungarns 1:3.

17.5.1943, Montag

In den frühen Morgenstunden greifen 18 britische Bomber Talsperren im Deutschen Reich an. Die Staudämme der Möhne- und der Edertalsperre brechen; im Möhne- und Ruhrtal werden 1284 Menschen getötet bzw. vermisst.

Im Deutschen Reich beginnt die diesjährige Geldlotterie des Deutschen Roten Kreuzes. Es werden 15 Millionen Doppellose zum Preis von einer Reichsmark (RM) angeboten; 179 840 Gewinne werden ausgeschüttet, darunter der Höchstgewinn mit 50 000 RM.

Die geheimen Lageberichte des Sicherheitsdienstes der Schutzstaffel (SS) vermerken einen zunehmenden Mangel an Weckeruhren im Deutschen Reich, was vor allem zu Verspätungen in Betrieben führe.

Der Film “Ossessione” (Besessenheit/ Von Liebe besessen) des italienischen Regisseurs Luchino Visconti wird erstmals öffentlich uraufgeführt.

18.5.1943, Dienstag

Trotz der noch ungeklärten Frage einer ausreichenden Stahlzuteilung ordnet Großadmiral Karl Dönitz die Durchführung des deutschen Flottenbauprogramms an.

In Hot Springs im US-Bundesstaat Virginia wird die bis zum 7. Juni dauernde Ernährungskonferenz der Vereinten Nationen eröffnet.

In der Schweiz wird ein neues Ausbürgerungsgesetz erlassen.

Im Deutschen Reich werden Forstverbände und Waldwirtschaftsgenossenschaften zur Steigerung der Erzeugung von Holz- und forstlichen Nebenerzeugnissen gebildet.

In der Nacht zum 19. Mai geht eine Flutwelle durch die US-Bundesstaaten Illinois und Indiana, als mehrere Flüsse über die Ufer treten. Dieses schwerste Hochwasser seit zehn Jahren verursacht Schäden in Millionenhöhe.

In Detroit (USA) schwimmt der US-Amerikaner Harry Holiday mit 2:22,9 min Weltrekord über 200 m Rücken.

19.5.1943, Mittwoch

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler empfängt in Berlin die Präsidentin der finnischen Frauenorganisation Lotta Svärd, Fanni Luukkonen, die sich dort auf Einladung von Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz-Klink aufhält.

Die Reichshauptstadt Berlin wird für “judenfrei” erklärt.

Großbritannien stellt offiziell klar, dass Rom keine offene Stadt sei und gegebenenfalls von den Alliierten bombardiert werde.

In einer Rundfunkrede kündigt Reichsstudentenführer Gustav Adolf Scheel eine allgemeine Überprüfung aller Studierenden im Deutschen Reich an, “ob sie nach Leistung und Haltung für ein Studium im Krieg würdig sind”.

Wegen fehlender Briefumschläge dürfen Briefbogen und Drucksachen im Deutschen Reich künftig auch nur zusammengefaltet verschickt werden.

20.5.1943, Donnerstag

Das Reichswirtschaftsministerium erlässt eine Verordnung, nach der die aufgelösten Kartelle im Deutschen Reich an die Wirtschaftsgruppen (Reichsgruppe Industrie u.a.) übergeben werden sollen.

In den Chrysler-Werken in Detroit (USA) treten etwa 8000 Arbeiter in einen mehrtägigen Streik.

21.5.1943, Freitag

Britische Bomber fliegen Tagesluftangriffe auf Wilhelmshaven und Emden.

Der britische Außenminister Robert Anthony Eden erklärt, dass die Regierung seines Landes davon überzeugt sei, “dass eines der wirksamsten Mittel, Deutschlands Willen, den Krieg fortzusetzen, zu brechen, darin besteht, das Dritte Reich unaufhörlich, Stunde um Stunde, Tag und Nacht aus der Luft zu bombardieren”.

22.5.1943, Samstag

Jagdfliegergeneral Adolf Galland erprobt für die Luftwaffe die von Willy Messerschmitt entworfene “Me 262”, den ersten Düsenjäger der Welt.

Im Pneuwerk Goodyear im US-amerikanischen Akron treten mehrere tausend Arbeiter in den Streik, um gegen eine ihrer Ansicht nach unzureichende Lohnerhöhung zu protestieren.

23.5.1943, Sonntag

20 deutsche Kampfflugzeuge greifen die britischen Städte Hastings und Bournemouth an; in Bournemouth werden 127 Menschen getötet. In der Nacht zum 24. Mai greift die deutsche Luftwaffe auch Sunderland und South Shields an, wo insgesamt 108 Menschen ums Leben kommen.

In der Nacht zum 24. Mai fliegen britische Bomber einen schweren Luftangriff auf Dortmund; 2042 t Bomben richten großen Schaden in Wohnvierteln und Industrieanlagen an.

Im Deutschen Reich beginnt eine bis zum 12. Juni dauernde Spinnstoff- und Schuhsammlung.

24.5.1943, Montag

Großadmiral Karl Dönitz bricht aufgrund der hohen Verluste an deutschen U-Booten – allein im Mai gehen 43 Schiffe verloren – die Geleitzugbekämpfung im Nordatlantik ab.

Die britische Luftwaffe wirft die 100 000. Bombe auf das Deutsche Reich.

25.5.1943, Dienstag

Deutsche und italienische Bomber greifen tunesische und algerische Häfen an, um die Vorbereitungen der Alliierten für eine Landung in Europa zu stören.

Fernbomber der italienischen Luftwaffe fliegen Angriffe auf Port Sudan am Roten Meer und einen Flugplatz bei Asmara in dem von britischen Truppen besetzten Eritrea.

In der Nacht zum 26. Mai greift die britische Luftwaffe Düsseldorf an; ein Großteil der 1959 t Bomben fällt in den Rhein.

Nach einem Erlass von Hitler erhalten deutschstämmige Ausländer, die in die Verbände der deutschen Wehrmacht, der Waffen-SS, der deutschen Polizei oder der Organisation Todt eintreten, mit dem Tag ihrer Einstellung die deutsche Staatsangehörigkeit.

Der britische Premierminister Winston Churchill appelliert an die Bergarbeiter seines Landes, die Kohleproduktion zu erhöhen.

Im Deutschen Reich wird die Umstellung der Personenkraftwagen von Benzin auf sog. Ausweichkraftstoffe (Gas) angeordnet.

26.5.1943, Mittwoch

Die Rote Armee tritt zu einem Angriff gegen den Kuban-Brückenkopf an und erzielt nördlich von Moldawanskoje einen tiefen Einbruch.

Der norwegische Karikaturist Olaf Gulbransson erhält anlässlich seines 70. Geburtstags die Goethe-Medaille.

Die Neufassung der Operette “Wie einst im Mai” von Walter und Willi Kollo wird in Berlin uraufgeführt; sie hat nun acht anstelle der ursprünglichen vier Bilder.

In der Nacht zum 28. Mai werfen britische Flugzeuge 1442 t Bomben auf die Stadt Essen.

Jean Moulin, der Repräsentant von General Charles de Gaulle in Frankreich, bildet in Paris den nationalen Widerstandsrat Conseil National de la Résistance.

Der irische Ministerpräsident Eamon de Valera erklärt auf einer Wahlversammlung in Ennis, der britische Widerstand gegen die Wiedervereinigung der Republik Irland mit Nordirland bleibe das Haupthindernis für eine Verständigung seines Landes mit der Londoner Regierung.

In Paris findet eine Bilderverbrennung statt, der rund 500 Werke von Max Ernst Paul Klee, Pablo Picasso u.a. zum Opfer fallen.

In Bremen wird die Oper “Paracelsus” von Marta Sillsfuchs und Hugo Herrmann uraufgeführt.