Was geschah im Mai 1955

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1.5.1955, Sonntag

In Bonn verleiht Bundespräsident Theodor Heuss dem bisherigen Chef des Bundespresseamtes Felix von Eckart den Rang eines Botschafters. Eckart soll künftig als Beobachter die deutschen Interessen bei den Vereinten Nationen in New York vertreten.

Bundeskanzler Konrad Adenauer und der französische Außenminister Antoine Pinay einigen sich in Bonn über strittige Fragen des Saarabkommens, u.a. sollen die von Frankreich beanspruchten Röchling-Stahlwerke je zur Hälfte in französischen und deutschen Privatbesitz übergehen.

In Brescia (Italien) gewinnt der britische Rennfahrer Stirling Moss auf dem erstmals eingesetzten Mercedes 300 SLR das Langstreckenrennen Mille Miglia vor dem Argentinier Juan Manuel Fangio (Mercedes).

In Bern unterliegt die Fußballnationalmannschaft der Schweiz Österreich mit 2:3.

In Bombay beschließt das indische Parlament ein Gesetz, das die Diskriminierung der Kaste der Unberührbaren (Parias) unter Strafe stellt.

Mit zahlreichen Kundgebungen und Aufmärschen feiern Gewerkschaften und Parteien in aller Welt den Tag der Arbeit. Der DGB fordert bei dieser Gelegenheit erneut die Einführung der 40-Stunden-Woche.

Der Rock’n Roll-Sänger Elvis Presley gibt in Memphis (US-Bundesstaat Tennessee) das Eröffnungskonzert seiner ersten größeren Tournee durch die Vereinigten Staaten von Amerika.

2.5.1955, Montag

In Moskau unterzeichnet die sowjetische Regierung Verträge mit Vertretern Chinas, der DDR, Polens, Rumäniens und der Tschechoslowakei über die Weitergabe von Erkenntnissen der zivilen Atomforschung.

Die afghanische Regierung verfügt in Kabul die allgemeine Mobilmachung. Mit dieser Maßnahme soll Pakistan davon abgehalten werden, sich – wie im März angekündigt – die bislang autonomen Pathan-Stammesgebiete an der afghanisch-pakistanischen Grenze einzuverleiben.

Aus einer in Genf veröffentlichten Untersuchung der Weltorganisation UNO geht hervor, dass im ersten Quartal 1955 2339 Deutsche aus der BRD ausgewandert sind. Davon hofft rund die Hälfte, in Australien eine neue Heimat zu finden.

Nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen – saisonal bedingt – auf rund 893 000 gesunken. Im März dieses Jahres waren in der Bundesrepublik Deutschland noch fast 1,4 Mio. Menschen ohne Arbeit.

3.5.1955, Dienstag

Die Regierung der USA sichert Spanien ihre Hilfe beim Aufbau einer modernen Kriegsmarine zu. Neben einer technischen Beratung soll Spanien auch ausgediente Kriegsschiffe der US-Marine erhalten.

In Hannover endet nach zehntägiger Dauer die Deutsche Industriemesse.

Die in Berlin stationierten US-amerikanischen Streitkräfte demontieren im Bezirk Zehlendorf das sowjetische Siegesdenkmal – einen auf einem Betonsockel befestigten sowjetischen Panzer vom Typ T-34 – und bringen es in den sowjetischen Sektor. Das Denkmal wird wenig später von den Sowjets am Kontrollpunkt Dreilinden aufgestellt.

4.5.1955, Mittwoch

In Karlsruhe erklärt das Bundesverfassungsgericht das Saarabkommen für rechtmäßig. Damit wird die Klage der SPD, nach deren Ansicht das Abkommen gegen das Grundgesetz verstößt, zurückgewiesen.

Die Arbeiter der zu Borgward gehörenden Bremer Goliath-Werke treten in einen wilden Streik. Ziel des Ausstandes ist eine bessere Entlohnung. Der Arbeitskampf wird nach dreitägiger Dauer nach Annahme eines Angebots der Firmenleitung beendet.

5.5.1955, Donnerstag

Nach der Hinterlegung der Ratifikationsurkunden der Pariser Verträge durch die Vertreter Frankreichs und Großbritanniens endet um 12 Uhr mittags formell das Besatzungsregime in der Bundesrepublik Deutschland. Die Vertreter der USA und der Bundesrepublik hatten die Urkunden bereits am 20. April hinterlegt.

Die Kommandanten der drei Westsektoren Berlins überreichen dem Regierenden Bürgermeister Otto Suhr aus Anlass des Inkrafttretens der Pariser Verträge eine Erklärung über den Status der Stadt.

Nach Inkrafttreten der Pariser Verträge überreichen der britische Botschafter Hoyer Millar und der französische Botschafter André François-Poncet Bundespräsident Theodor Heuss ihre Beglaubigungsschreiben. US-Botschafter James Conant folgt am 6. Mai.

Die französische Regierung gibt in Paris die Entlassung von 21 Deutschen bekannt, die wegen Verstößen gegen das Besatzungsrecht inhaftiert waren.

In Anwesenheit von Bundespräsident Theodor Heuss wird in Heidelberg der neuerbaute Hauptbahnhof eröffnet. Es ist der erste Bahnhofsneubau seit Ende des Zweiten Weltkrieges.

In Regensburg wird unter Teilnahme von Vertretern des Hochadels aus aller Welt Margarete Clementine Fürstin von Thurn und Taxis beigesetzt. Rund 5000 Menschen waren in den vergangenen zwei Tagen am Sarg der am 3. Mai Verstorbenen vorbeidefiliert.

6.5.1955, Freitag

Im Norddeutschen Rundfunk liest Thomas Mann die Erzählung “Tonio Kröger”. Die Sendung, die von 19 Uhr bis 24 Uhr dauert, ist ein großer Publikumserfolg.

In Brüssel endet eine Tagung der Außen-, Wirtschafts- und Landwirtschaftsminister der Benelux-Staaten mit einer Vereinbarung, einen gemeinsamen Markt für landwirtschaftliche Produkte zu bilden.

Nach Angaben des Verbandes deutscher Reeder werden 100 Staaten von deutschen Schifffahrtslinien angelaufen. Damit hat das Verkehrsnetz der deutschen Reedereien den Vorkriegsstand erreicht.

Der Rat der Westeuropäischen Union (WEU) hält in Paris seine konstituierende Sitzung ab.

Anlässlich des bevorstehenden 10. Jahrestages der deutschen Kapitulation vom 8. Mai 1945 treffen der Erste Stellvertreter des Vorsitzenden des Ministerrates der UdSSR, Michail G. Perwuchin, und der sowjetische Verteidigungsminister Georgi K. Schukow in Berlin (Ost) ein.

Bundespräsident Theodor Heuss eröffnet in München die 7. Deutsche Handwerksmesse. Auf der bis zum 15. Mai geöffneten Leistungsschau zeigen 1800 Aussteller aus 21 Nationen ihre Erzeugnisse.

7.5.1955, Samstag

Das Präsidium des Obersten Sowjet annulliert in Moskau auf Antrag des Ministerrates den britisch-sowjetischen und den französisch-sowjetischen Beistandspakt.

8.5.1955, Sonntag

In London genehmigt das Exekutivkomitee des Internationalen Fußball-Verbandes (FIFA) die Einführung des Europapokal-Wettbewerbs für Vereinsmannschaften. 16 Landesmeister sollen ab Herbst 1955 die beste Clubmannschaft Europas ermitteln. Das Finale soll am 12. Juni 1956 in Paris ausgetragen werden.

Unter dem Motto “Achtgeben – länger leben” beginnen die Verkehrserziehungswochen. Im gesamten Bundesgebiet soll auf Veranstaltungen, die unter der Schirmherrschaft von Bundesverkehrsminister Hans-Christoph Seebohm stehen, bis zum 22. Mai das Verantwortungsbewusstsein der Verkehrsteilnehmer gestärkt werden.

9.5.1955, Montag

In Paris beginnt die 16. Tagung des Nordatlantikrates der NATO, auf der in Anwesenheit von Bundeskanzler Konrad Adenauer die Bundesrepublik offiziell als 15. Mitglied der westlichen Allianz aufgenommen wird.

10.5.1955, Dienstag

Bei Freimann in Bayern stellt Gustav Adolf Baum mit stromlinienförmig verkleideten Motorrädern vom Typ DKW 22 Weltrekorde auf. Er erreicht u.a. mit einer 125-ccm-Maschine eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 218 km/h. Bei weiteren Rekordversuchen verunglückt Baum am 23. Mai tödlich.

11.5.1955, Mittwoch

Vor der japanischen Insel Shikoku kommen bei einem Zusammenstoß zweier Fährschiffe 135 Menschen ums Leben.

In Frankfurt am Main gibt die Deutsche Bundesbahn die Bestellung von rund 600 Lokomotiven im Wert von 330 Mio. DM bekannt. Der Fuhrpark soll u.a. mit 200 neuen Elektroloks ergänzt werden, um der wachsenden Elektrifizierung des Bahnnetzes Rechnung zu tragen.

12.5.1955, Donnerstag

Auf der Gelsenkirchener Zeche Dahlbusch können drei seit 125 Stunden verschüttete Bergleute mit Hilfe eines neuentwickelten torpedoförmigen Bergungsgerätes, der sog. Dahlbuschbombe, gerettet werden.

13.5.1955, Freitag

In Kopenhagen endet nach dreitägiger Dauer die vierte Vollversammlung des Internationalen Presseinstituts. Zum Abschluss der Tagung verabschieden die Delegierten eine Resolution, in der auf die wachsende Bedrohung der Pressefreiheit in zahlreichen Staaten hingewiesen wird.

In Köln gibt die Deutsche Bundesbahn die geplante Abschaffung der 3. Klasse bekannt.

In der französischen Hafenstadt Cannes enden die Internationalen Filmfestspiele. Seit der Eröffnung am 16. April wurden 90 Filme aus 40 Ländern gezeigt. Als bester Film wird Delbert Manns “Marty” prämiert.

14.5.1955, Samstag

In Warschau unterzeichnen Regierungsvertreter Albaniens, Bulgariens, Polens, Rumäniens, der Tschechoslowakei, der UdSSR, der DDR und Ungarns einen Vertrag über Freundschaft, gegenseitigen militärischen Beistand und die Bildung eines gemeinsamen militärischen Oberkommandos. Die Beteiligung der DDR am militärischen Oberkommando wird auf einen späteren Zeitpunkt vertagt.

In Kairo schließen sich verschiedene algerische Rebellengruppen zur Nationalen Befreiungsfront FLN (Front de Libération Nationale) zusammen.

Anlässlich des 150. Todestages des deutschen Dichters Friedrich Schiller hält in einer Feierstunde im Nationaltheater von Weimar der deutsche Schriftsteller Thomas Mann eine vielbeachtete Festrede. Mit der gleichen Rede trat Mann am 8. Mai in Stuttgart auf.

15.5.1955, Sonntag

In München scheidet die deutsche Tennisnationalmannschaft durch eine 0:5-Niederlage gegen die italienische Vertretung aus dem Davispokal-Wettbewerb aus.

Die CDU geht aus den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz als stärkste Partei hervor und verfügt im Landesparlament erstmals über die absolute Mehrheit der Mandate.

Im Wiener Schloss Belvedere unterzeichnen Regierungsvertreter der Westmächte, der Sowjetunion und Österreichs den Staatsvertrag für Österreich. Das Land erhält die volle Souveränität zurück, verpflichtet sich jedoch, keinem Militärbündnis beizutreten.

16.5.1955, Montag

Die US-amerikanische Regierung schließt mit Kambodscha einen Vertrag über die Gewährung direkter Militärhilfe ab.

17.5.1955, Dienstag

Der niederländische Ministerpräsident Willem Drees tritt nach einer Abstimmungsniederlage im Parlament zurück. Die Mehrzahl der Abgeordneten hatte sich gegen einen Gesetzentwurf über die Erhöhung von Altbaumieten ausgesprochen. Nachdem am 3. Juni ein Kompromiss erzielt werden kann, zieht Drees seine Demission zurück.

Im Grenzgebiet von Nepal und Tibet bezwingt eine französische Expedition den 8481 m hohen Gipfel des Makalu.

In San Francisco (US-Bundesstaat Kalifornien) verteidigt Rocky Marciano (USA) seinen Titel als Boxweltmeister im Schwergewicht mit einem Sieg über den Briten Don Cockell durch technischen K. o.

18.5.1955, Mittwoch

Führende Offiziere der US-amerikanischen Streitkräfte äußern sich auf einer Pressekonferenz in Detroit besorgt über den hohen Standard der sowjetischen Rüstungstechnik. Vor allem die bei der diesjährigen Maiparade in Moskau vorgestellten neuen Kampfflugzeuge seien den modernsten US-Maschinen vergleichbar.

19.5.1955, Donnerstag

In Paris beschließt die französische Regierung, zur Unterdrückung von Unruhen in Algerien weitere Truppen nach Nordafrika zu verlegen.

Das argentinische Parlament billigt in Buenos Aires ein Gesetz über die Trennung von Staat und Kirche.

Die Fußballnationalmannschaft Österreichs unterliegt in Wien Schottland mit 1:4. Am gleichen Tag schlagen die Niederlande in Rotterdam die Schweiz mit 4:1.

20.5.1955, Freitag

In Hagen und dem Ennepe-Ruhr-Kreis sind in den letzten sechs Wochen rund 600 Menschen an Typhus erkrankt. Die Epidemie breitete sich durch einen mit Abwässern verseuchten Brunnen aus, mit dessen Wasser Milchflaschen einer Molkerei gereinigt wurden. S. 88

21.5.1955, Samstag

Der Staatspräsident der DDR, Wilhelm Pieck, ratifiziert nach der Billigung durch die Volkskammer den Warschauer Vertrag.

In Braunschweig gewinnt der Karlsruher SC das Finale um den DFB-Pokal gegen Schalke 04 mit 3:2.

In der Bundesrepublik Deutschland kommt es zu massiven Protesten gegen die im österreichischen Staatsvertrag vorgesehenen Enteignungen deutscher Vermögenswerte in Österreich, die nach 1938 erworben wurden. Sie haben einen Wert von rund 650 Mio. DM.

22.5.1955, Sonntag

In Monte Carlo gewinnt der französische Automobilrennfahrer Maurice Trintignant auf Ferrari den Grosen Preis von Monaco. Die favorisierten Mercedes-Rennwagen von Stirling Moss (Großbritannien) und Juan Manuel Fangio (Argentinien) scheiden wegen technischer Defekte frühzeitig aus.

23.5.1955, Montag

Der jugoslawische Staatspräsident Josip Tito empfängt in Belgrad eine Delegation des deutschen Bundestages unter der Führung von Bundestagspräsident Eugen Gerstenmaier zu Gesprächen über die Möglichkeit einer deutschen Wiedervereinigung.

In Berlin (Ost) gibt die Kommandantur des sowjetischen Sektors die Freigabe der im sowjetischen Sperrgebiet von Karlshorst gelegenen evangelischen Kirche bekannt. Das Gotteshaus war in den letzten Jahren als Lagerraum genutzt worden und wird nun wieder der Landeskirche übergeben.

24.5.1955, Dienstag

In Paris teilt die französische Regierung den Abschluss des Abzugs der rund 100 000 in Südvietnam stationierten französischen Streitkräfte mit. Bis zum 30. Juni soll der letzte französische Soldat das Land verlassen haben.

Im Stadtzentrum von Hannover fordert die Explosion eines Gasometers ein Todesopfer und zehn Schwerverletzte. Die Detonation richtet in den anliegenden Straßen erhebliche Zerstörungen an.

25.5.1955, Mittwoch

Der thailändische Ministerpräsident Pibul Songgram trifft zu einem offiziellen Staatsbesuch in Bonn ein.

In den US-amerikanischen Bundesstaaten New Mexico, Kansas, Texas und Colorado fordert ein Wirbelsturm 121 Menschenleben.

Der Schriftsteller Bertolt Brecht nimmt in Moskau den Internationalen Friedenspreis für das Jahr 1954 entgegen.

Eine britische Expedition unter der Leitung von Charles Evans besteigt den 8598 m hohen Gipfel des Kangchenjunga. Damit ist der siebte der insgesamt 14 über 8000 m hohen Berge im Himalaya bezwungen.

26.5.1955, Donnerstag

Der am 24. April neu gebildete niedersächsische Landtag wählt mit den Stimmen von CDU, DP, FDP und BHE Heinrich Hellwege von der Deutschen Partei mit 89 von 159 Stimmen zum Ministerpräsidenten des Landes. Auf den bisherigen Amtsinhaber Hinrich Wilhelm Kopf (SPD) entfallen 61 Stimmen.

In Monza kommt der italienische Automobilrennfahrer Alberto Ascari bei einem Unfall ums Leben.

Die Konservative Partei unter Premierminister Anthony Eden geht mit 49,8% der abgegebenen Stimmen aus den Wahlen zum britischen Unterhaus als stärkste Partei hervor. Die Labour Party erhält 46,2%.

Mit einem Besuch in Belgrad nimmt die sowjetische Staats- und Parteiführung erstmals seit 1948 wieder offiziell politische Kontakte mit Jugoslawien auf. Der Erste Sekretär des Zentralkomitees der UdSSR, Nikita S. Chruschtschow, und der sowjetische Ministerpräsident Nikolai A. Bulganin erkennen die Beziehungen Jugoslawiens zum Westen an und akzeptieren die vom jugoslawischen Staatschef Tito vertretene These von den verschiedenen Wegen zum Sozialismus.

27.5.1955, Freitag

In einer Regierungserklärung zur Außenpolitik bezeichnet Bundeskanzler Konrad Adenauer die Abhaltung von gesamtdeutschen Wahlen als einzigen Weg zur Wiedervereinigung.

In Erfurt endet nach zweitägiger Dauer das V. Parlament der Freien Deutschen Jugend (FDJ), auf dem ein neues Statut der Jugendorganisation verabschiedet wird. Zum Ersten Sekretär wird als Nachfolger von Erich Honecker Karl Namokel ernannt.

In Mexiko-City endet nach 17-tägiger Dauer die achte Vollversammlung der Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen WHO (World Health Organization).

Die südamerikanischen Staaten Chile, Peru und Ecuador erweitern ihr Hoheitsgebiet auf See von bislang drei auf nunmehr 200 Seemeilen. Die US-Regierung erhebt gegen diese Maßnahme scharfen Protest.

28.5.1955, Samstag

In Wien endet der vierte Weltkongress des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften (IBFG). Auf dem am 20. Mai eröffneten Kongress wurde der Belgier Omar Becu zum neuen Präsidenten des Bundes gewählt.

In Hamburg schlägt die deutsche Fußballnationalmannschaft die Vertretung Irlands 2:1.

29.5.1955, Sonntag

Der US-amerikanische Autorennfahrer Bob Sweikert gewinnt das zum 39. Mal ausgetragene Langstreckenrennen “500 Meilen von Indianapolis”. Bei einem Unfall kommt der Vorjahressieger, Bill Vukovich aus den USA, ums Leben.

Der französische Ministerpräsident Edgar Faure und der tunesische Ministerpräsident Tahar Ben Ammar paraphieren in Paris einen Vertrag über die Gewährung der inneren Autonomie für Tunesien.

In mehreren Großstädten der Bundesrepublik fordern auf Kundgebungen Vertreter der Vertriebenen die Rückgabe der früheren deutschen Ostgebiete. Allein in Nürnberg treffen sich rund 450 000 Sudetendeutsche.

30.5.1955, Montag

In Amman ernennt König Hussein II. von Jordanien Sayed Said Mufti zum Ministerpräsidenten des Landes. Mufti tritt die Nachfolge des am Vortag aus Gesundheitsgründen zurückgetretenen Tewfic Abulhuda an.

Nach einer Regierungskrise, die durch anhaltende Streiks ausgelöst wurde, bildet Chiles Staatspräsident Carlos Ibáñez del Campo auf sieben Posten die von ihm geführte Regierung um.

Die chinesische Regierung gibt in Peking die Freilassung der vier US-Piloten bekannt, die 1952 über chinesischem Staatsgebiet abgeschossen und 1954 zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden waren.

Der argentinische Autorennfahrer Juan Manuel Fangio gewinnt auf dem Nürburgring vor dem Briten Stirling Moss (beide auf Mercedes) das Internationale ADAC-Eifelrennen.

31.5.1955, Dienstag

In Karlsruhe nimmt das Bundesverfassungsgericht nach neunwöchiger Unterbrechung den Prozess über die Verfassungstreue der KPD wieder auf. Seit 1954 berät das oberste deutsche Gericht die Frage, ob die KPD auf dem Boden des Grundgesetzes steht.

Nach Ausbruch des Lohnstreiks bei der britischen Lokomotivführer-Gewerkschaft ruft Königin Elisabeth II. den nationalen Notstand aus und ermächtigt damit die Regierung, Kraftfahrzeuge und Vorräte zu beschlagnahmen.

Der Abzug der sowjetischen Truppen aus dem Marinestützpunkt Port Arthur in der Mandschurei wird offiziell abgeschlossen. Damit befinden sich nach Angaben aus Moskau keine sowjetischen Streitkräfte mehr auf dem Gebiet der Volksrepublik China.

Der Nationalrat in Wien, das österreichische Parlament, billigt einstimmig den Entwurf für den Staatsvertrag und die Neutralitätserklärung Österreichs.

Die Sowjetunion gibt 10 t Gold, die während des Zweiten Weltkriegs beschlagnahmt worden waren, an die iranische Regierung zurück.

In Moskau trifft eine japanische Regierungsdelegation zu Verhandlungen über die Normalisierung der zwischenstaatlichen Beziehungen ein. Die Verhandlungen scheitern, da die UdSSR sich weigert, die 1945 besetzten südlichen Kurilen sowie die Inseln Habomai und Shikotan an Japan zurückzugeben.