Was geschah im Mai 1963

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1.5.1963, Mittwoch

Der Herausgeber des Hamburger Nachrichtenmagazins “Der Spiegel”, Rudolf Augstein reicht beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eine Verfassungsbeschwerde wegen des Vorgehens der Bundesanwaltschaft gegen den “Spiegel” im Oktober 1962 ein.

West-Neuguinea wird von den Vereinten Nationen an Indonesien übergeben. Die ehemalige niederländische Südseebesitzung heißt jetzt Westirian.

In der indonesischen Hauptstadt Jakarta gründet sich die Organisation der Aufstrebenden Kräfte. Sie ist eine Konkurrenz zum Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und beabsichtigt, eigene Spiele zu veranstalten.

Die Freie Volksbühne in Berlin (West) eröffnet ihr neues Haus mit der Aufführung des Stückes “Robespierre” von Romain Rolland.

Die Maikundgebungen in der Bundesrepublik werden vom aktuellen Arbeitskampf in der Metallindustrie von Baden-Württemberg beherrscht. Die Hauptveranstaltung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) findet vor dem historischen Reichstagsgebäude in Berlin (West) statt.

2.5.1963, Donnerstag

Die erste in der Bundesrepublik entwickelte Dreistufenrakete startet erfolgreich auf dem Raketenübungsgelände bei Cuxhaven. Sie erreicht eine Höhe von mehr als 100 km.

Die US-amerikanische Fliegerin Jacqueline Codran holt sich mit einem Lockheed-Super-Starfighter vom Typ “F 104” den Titel der “schnellsten Frau der Welt”. Die 56-Jährige Pilotin erreicht auf ihrem Flug eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 1926,3 km/h.

3.5.1963, Freitag

Nach einer Sitzung in Stuttgart teilt der Vorstand der IG Metall mit, dass der Streikbeschluss für die Metallarbeiter in Nordrhein-Westfalen auf Dienstag vertagt sei. Zuvor sollten Gespräche mit Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard (CDU) über einen möglichen Kompromiss stattfinden.

Der frühere britische Premierminister Sir Winston Churchill erklärt in London, Großbritannien müsse um jeden Preis eine selbständige Atommacht bleiben damit es sich seine internationale Bedeutung und Stärke erhalte.

In Großbritannien gibt der Rennfahrer Sterling Moss bekannt, dass er vom offiziellen Rennbetrieb zurücktritt.

4.5.1963, Samstag

Haitis Staatspräsident François Duvalier verhängt das Standrecht über sein Land. Zuvor hatte es in der Hauptstadt Port-au-Prince Schießereien gegeben, bei denen 45 Milizsoldaten getötet wurden.

Der US-amerikanische Außenminister Dean Rusk trifft zu einem mehrtägigen Besuch in der jugoslawischen Hauptstadt Belgrad ein. Die Gespräche mit Staatspräsident Josip Broz Tito sollen der Verbesserung des Verhältnisses zwischen beiden Staaten dienen.

5.5.1963, Sonntag

Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) teilt in einem Brief dem US-Präsidenten John F. Kennedy seine grundsätzliche Zustimmung zu einer multilateralen Atomstreitmacht mit und sagt seine Unterstützung beim Aufbau einer “Polaris”-Flotte von Überwasser-Schiffen zu.

Bei Demonstrationen gegen Rassenschranken im US-Bundesstaat Alabama verhaftet die Polizei insgesamt 1600 Personen.

Im US-amerikanischen Bundesstaat Texas gelingen erstmals operative Eingriffe gegen zu hohen Blutdruck.

Im Hamburger Volksparkstadion verliert die Nationalelf der Bundesrepublik gegen Weltmeister Brasilien 1:2.

Sieger des internationalen Motorradrennens auf der Avus von Berlin (West) werden Friedrich Hellheimer und Rolf Herrmann.

6.5.1963, Montag

Im Bundeswirtschaftsministerium in Bonn finden Unterredungen zwischen Wirtschaftsminister Ludwig Erhard (CDU) und den Tarifpartnern aus der Metallindustrie statt. Erhard drängt auf eine schnelle Beendigung des Arbeitskampfes.

Der ehemalige Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß (CSU) erklärt, in ein Kabinett unter Ludwig Erhard (CDU) wolle er nicht eintreten.

7.5.1963, Dienstag

Einen Tag nach den Gesprächen im Bundeswirtschaftsministerium beenden die Arbeitgeber in Nordbaden und Württemberg die Aussperrung der Metallarbeiter.

Der Herausgeber des US-amerikanischen Nachrichtenmagazins “Time”, Henry Luce, erhält auf der Feier zum 40-Jährigen Bestehen des Magazins in New York vom deutschen Generalkonsulat das Bundesverdienstkreuz verliehen.

8.5.1963, Mittwoch

Bundesaußenminister Gerhard Schröder (CDU) kritisiert vor dem Bundestag in Bonn die Haltung der britischen Regierung zum Röhrenembargo gegen die Sowjetunion. Großbritannien hält sich nicht an den Lieferstopp.

Der neue US-amerikanische Nachrichtensatellit “Telstar” sendet erstmals farbige Fernsehbilder nach Europa.

Als Antwort auf den westlichen Einsatz von Großlautsprechern an der Berliner Mauer, mit denen die Sendungen des “Studio am Stacheldraht” ausgestrahlt werden, nimmt die DDR ihre Propagandasendungen an der Grenze wieder auf.

9.5.1963, Donnerstag

In Baden-Württemberg nehmen 220 000 gewerkschaftlich organisierte Metallarbeiter an der Urabstimmung über die Annahme des am vorigen Dienstag erzielten Kompromisses im Tarifstreit teil. 73% sprechen sich für die Beendigung des Streiks aus.

Papst Johannes XXIII. zeichnet den italienischen Staatspräsidenten Antonio Segni mit der höchsten vatikanischen Auszeichnung, dem Christus Orden, aus.

10.5.1963, Freitag

Zum 30. Jahrestag der Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten finden in Berlin (West) Gedenkfeiern statt.

Der Intendant des Zweiten Deutschen Fernsehens, Karl Holzamer, kündigt ein Memorandum über Finanzhilfe an die Ministerpräsidenten der Länder an. Das Finanzdefizit des ZDF wird sich nach bisherigen Schätzungen bis zum Jahresende auf 70 Millionen DM belaufen.

In Berlin (West) wird Joghurt erstmals in einer neuen Packung verkauft. Der schalenähnliche Becher aus Kunststoff kann nach Verzehr des Joghurts weggeworfen werden.

Im Berliner Sportpalast boxt der Schwergewichtler Karl Mildenberger gegen den US-Amerikaner Von Clay. Vor 6000 begeisterten Zuschauern gelingt Mildenberger ein unerwarteter Punktsieg.

11.5.1963, Samstag

Am zweiten Tag der bis 13. Mai dauernden sechsten Sitzung der Wirtschaftsvereinigung der Ostblockstaaten (COMECON) in Warschau fassen die Delegierten wichtige Beschlüsse für die Schaffung einer COMECON-Bank.

Im Tischtennis-Länderkampf gegen die Volksrepublik China unterliegt die Mannschaft der Bundesrepublik in München vor 3000 Zuschauern 2:5. Für eine Sensation sargt jedoch Erich Arndt mit seinem Sieg über den amtierenden Weltmeister Chuang Zedong.

12.5.1963, Sonntag

In der Stadthalle in Hannover feiert die Sozialdemokratische Partei Deutschlands ihr 100-Jähriges Bestehen. Carlo Schmid bezeichnet in seiner Festansprache die SPD als älteste Partei Deutschlands und die jugendkräftigste zugleich und betont so die Wandlungsfähigkeit seiner Partei.

Der schwedische Reichstag in Stockholm fasst mit großer Mehrheit den Beschluss, ab dem Frühjahr 1967 zum in Kontinentaleuropa üblichen Rechtsverkehr auf den Straßen überzugehen.

Unter dem Kugelhagel von DDR-Grenztruppen scheitert ein Fluchtversuch von 15 Personen aus der DDR. Sie hatten vor, mit einem Bus die Berliner Mauer zu durchbrechen.

13.5.1963, Montag

Im alten Nürnberger Gerichtsgebäude beginnt der Prozess gegen Joseph Paur, Wilhelm Wacker und Otto Köllner. Die drei Männer werden wegen gemeinschaftlicher Beihilfe zum Mord an 2400Juden im Jahr 1942 angeklagt.

Im am 7. Mai in Moskau begonnenen Schauprozess gegen westliche Agenten werden der Sowjetrusse Oleg Penkowski zum Tode und der Brite Grewill Wynne zu acht Jahren Gefängnis verurteilt.

US-Präsident John F. Kennedy entsendet Bundestruppen in den Bundesstaat Alabama, da die blutigen Rassenunruhen inzwischen bürgerkriegsähnliche Zustände angenommen haben.

14.5.1963, Dienstag

Friedrich IX., König von Dänemark, und Bundespräsident Heinrich Lübke (CDU) eröffnen an Bord des dänischen Fährschiffes “König Frederik” die sogenannte Vogelfluglinie. Es ist die kürzeste Verkehrsverbindung zwischen Mitteleuropa und Skandinavien.

Radio Prag gibt die Rehabilitierung ehemals politisch Verfolgter und die Amtsenthebung stalinistischer Funktionäre bekannt. u.a. wird der Erste Sekretär der tschechoslowakischen Kommunistischen Partei, Karol Bacilek, abgelöst.

15.5.1963, Mittwoch

Im ausverkauften Feijenoord Stadion von Rotterdam sehen 70 000 Zuschauer das Europacup-Endspiel der Pokalsieger. Pokalverteidiger Atletico Madrid hat gegen die britischen Tottenham Hotspurs keine Chance und verliert 1:5.

Die wiederaufgebaute Zugspitz-Seilbahn hat ihre zweite Premiere. Bei der ersten Inbetriebnahme im Dezember 1962 war die Gondel durch ein beschädigtes Relais auf halber Höhe steckengeblieben.

Mit der Schaffung der Arbeiter- und Bauerninspektion (ABI) in der DDR führen das Zentralkomitee der SED und der Ministerrat der DDR ein neues Kontrollsystem ein, welches die unbedingte Erfüllung der Partei- und Regierungsbeschlüsse sichern soll.

Auf dem Flugplatz Manching bei München wird das erste deutsche senkrecht startende Düsenflugzeug der Öffentlichkeit vorgeführt.

Der Sender Freies Berlin nimmt seinen neuen Sendemast in Betrieb. Mit seinen 230 m ist er das höchste Bauwerk Berlins und überragt den Funkturm um 77 m.

Mit der Aufführung des Schauspiels “Kabale und Liebe” von Friedrich von Schiller beginnen in Recklinghausen die Ruhrfestspiele (bis 26. Mai).

Der Bundestag in Bonn ratifiziert mit nur fünf Gegenstimmen den am 22. Januar in Paris abgeschlossenen deutsch-französischen Vertrag.

17.5.1963, Freitag

Die Sowjetunion übermittelt den Botschaftern der Bundesrepublik und Frankreichs offizielle Noten, in denen sie gegen den deutsch-französischen Vertrag als “Mittel der indirekten Kernaufrüstung” der Bundesrepublik protestiert.

In Marokko finden erstmals freie Parlamentswahlen statt. Die Front für die Verteidigung der verfassungsmäßigen Rechte erhält die absolute Mehrheit.

Der US-amerikanische Astronaut Gordon Cooper landet mit seiner “Mercury”-Kapsel nahe der Midway-Insel im Pazifik.

Der Deutsche Friedensrat der DDR verleiht dem britischen Mathematiker und Philosophen, Lord Bertrand Russell, in Würdigung seiner konsequenten pazifistischen Bemühungen, die Carl-von-Ossietzky-Friedensmedaille.

18.5.1963, Samstag

Der in Stockholm lebende deutsche Schriftsteller Peter Weiss wird in Ouchy (Schweiz) mit dem Charles-Veillon-Preis für seinen autobiographischen Roman “Fluchtpunkt” ausgezeichnet.

Der schwedische Außenminister Torsten Nilsson beendet seinen zwölftägigen Besuch in der Sowjetunion. In einem Abschlusskommunique wird auf die traditionelle Neutralitätspolitik Schwedens als Garant der Ruhe und Sicherheit in Nordeuropa hingewiesen.

Der Gouverneur des US-Bundesstaates Alabama, George Wallace, reicht bei dem obersten amerikanischen Gerichtshof eine Verfassungsklage gegen US-Präsident John F. Kennedy ein. Die Entsendung von Bundestruppen zur Beilegung der Rassenunruhen sei verfassungswidrig.

19.5.1963, Sonntag

Bei den Landtagswahlen in Niedersachsen kann die SPD die größten Stimmengewinne verbuchen. Von den abgegebenen Stimmen erhalten die SPD 44,9%, die CDU 37,7% und die FDP 8,8%.

Die Beratende Vollversammlung in Indonesien bestimmt durch Verfassungsänderung Staats- und Regierungschef Achmed Sukarno zum Staatspräsidenten auf Lebenszeit.

20.5.1963, Montag

Die Bundesregierung übermittelt der Sowjetunion eine Note zu Fragen der Repatriierung deutscher Staatsangehöriger aus der UdSSR. Aus sowjetischer Sicht ist sie abgeschlossen, die Bundesregierung jedoch stellt fest, dass erst 60% aller betroffenen Personen in die Heimat zurückgekehrt seien.

Im Moskauer Estradentheater besiegt der 33-Jährige Armenier Tigran W. Petrossjan im Titelkampf um die Schachweltmeisterschaft vor 1600 Zuschauern den um 19 Jahre älteren mehrmaligen Meister Michail M. Botwinnik.

21.5.1963, Dienstag

Auf einem außerordentlichen Kongress am 20./21. Mai in Düsseldorf legt der Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) den Entwurf eines neuen Grundsatzprogramms vor. Es soll an die Stelle des 1949 in München unter Hans Böckler verabschiedeten Programms treten.

In Moskau unterzeichnen der Vorsitzende der US-amerikanischen Atomenergiekommission, Glenn Seaborg, und der Vorsitzende der Staatskommission des sowjetischen Ministerrats für die Nutzung der Atomenergie, Andronik Petrosyants, ein Memorandum über die Zusammenarbeit bei der friedlichen Nutzung der Atomenergie.

In der Türkei scheitert ein Militärputsch des ehemaligen Oberst Talat Aydemir, da sich ihm nur die Kadetten der Kriegsakademie und 50 Offiziere der unteren Ränge anschließen. Aydemir wird noch am gleichen Tag verhaftet.

In Genf endet die fünf Tage dauernde Sitzung der internationalen Zollkonferenz GATT. Thema ist eine Senkung der Zölle zwischen der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und den Vereinigten Staaten von Amerika.

22.5.1963, Mittwoch

Der vorjährige italienische Fußballmeister AC Mailand wird im Londoner Wembley Stadion vor 50 000 Zuschauern durch ein 2:1 über den Titelverteidiger Benfica Lissabon nun der neue Europapokalsieger.

Auf der Gipfelkonferenz der unabhängigen Staaten Afrikas in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba (bis 26. 5.) wird die Charta der Organisation der Afrikanischen Einheit (OAU) unterzeichnet.

Die DDR schließt mit Jugoslawien ein Abkommen, worin sie sich zur Begleichung ihres Anteils an den deutschen Vorkriegsschulden in Höhe von 100 Millionen DDR-Mark verpflichtet.

Vor 50 000 Zuschauern besiegt die brasilianische Nationalmannschaft die zum Ärger der Besucher ohne Pelé antritt, im Berliner Olympia-Stadion eine West-Berliner Stadtmannschaft 3:0.

23.5.1963, Donnerstag

Der britische Lordsiegelbewahrer und Europaminister Edward Heath erhält in Anwesenheit von 1000 Ehrengästen den 1949 gestifteten Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen.

Der Ministerrat der DDR verabschiedet ein Gesetz, das den Staatsbürgern der DDR Kontakte zu ausländischen Botschaften oder zu Diplomaten ohne vorherige Genehmigung der zuständigen Behörde untersagt.

Im Moskauer Lenin-Stadion findet zu Ehren des kubanischen Partei- und Regierungschefs Fidel Castro eine Freundschaftskundgebung statt. Castro erhält als erster Ausländer die Auszeichnung “Held der Sowjetunion”.

24.5.1963, Freitag

Der Verwaltungsgerichtshof in Wien entscheidet, dass die Erklärung von Otto Habsburg-Lothringen, auf die Mitgliedschaft zum Hause Habsburg-Lothringen zu verzichten, ausreichend für eine Aufhebung des Landesverweises sei.

In Cannes (Südfrankreich) gehen die am 8. Mai begonnenen 16. Internationalen Filmfestspiele zu Ende. Die “Goldene Palme” erhält der Film des italienischen Regisseurs Luchino Visconti “Der Leopard” nach dem gleichnamigen Roman von Giuseppe Tomasi di Lampedusa.

25.5.1963, Samstag

Das größte Schulschiff der Bundesmarine wird in Rendsburg in Dienst gestellt. Die “Deutschland” mit einer Größe von 5000 BRT soll der Ausbildung von jeweils 250 Seeoffizieren dienen.

Der italienische Staatspräsident Antonio Segni beauftragt den Generalsekretär der Christlich-demokratischen Partei, Aldo Moro, mit der Bildung einer neuen Regierung.

Die argentinische Regierung verbietet die kommunistische Partei des Landes und alle ihr angeschlossenen Organisationen.

26.5.1963, Sonntag

Die wahlberechtigten männlichen Schweizer Bürger plädieren in einer Volksabstimmung mehrheitlich dafür, Regierung und Parlament frei – also ohne Bindung an Volksentscheide – über eine Ausrüstung der Armee mit Atomwaffen entscheiden zu lassen.

Auf der deutsch-französischen Konferenz in Bad Godesberg würdigt Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard (CDU) den deutschfranzösischen Vertrag als eine “bewegende Kraft in Europa”.

27.5.1963, Montag

Der CSU-Vorsitzende Franz Josef Strauß trifft zu einem elf Tage dauernden Besuch Israels auf dem Zentralflughafen in Tel Aviv ein. Angesichts angekündigter Protestdemonstrationen stellt die Polizei ein ungewöhnlich starkes Aufgebot an Sicherheitskräften bereit.

Der Oberste Gerichtshof der USA verwirft die Klage des Gouverneurs von Alabama, George Wallace, gegen den US-Präsidenten John F. Kennedy im Zusammenhang mit den Rassenunruhen in Birmingham.

28.5.1963, Dienstag

Gustav VI. Adolf, König von Schweden trifft zu einem mehrtägigen Staatsbesuch in Paris ein. Gegenstand seiner Gespräche ist der schwedische Wunsch nach einer Mitgliedschaft in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft.

Das Bundesgesundheitsministerium in Bonn veranlasst die Sicherstellung des Stärkungsmittels “Bioprotein” in der gesamten Bundesrepublik. Das aus Österreich importierte Medikament soll Gesundheitsschäden hervorrufen.

29.5.1963, Mittwoch

Der US-amerikanische Außenminister Dean Rusk betont auf einer Pressekonferenz die Unverzichtbarkeit des US-amerikanischen Vetorechts bei allen Entscheidungen über Einsatzbefehle innerhalb der geplanten multinationalen Atomstreitmacht des Nordatlantikpaktes.

Wolkenbruchartige Regenfälle führen in München zu Straßenüberflutungen und Überschwemmungen zahlreicher Keller und Hausflure.

30.5.1963, Donnerstag

Auf der Ministerratstagung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) in Brüssel (bis 31. 5.) wird über eine mögliche Assoziierung Österreichs mit der EWG diskutiert.

Nach dreijähriger Bauzeit ist die 785 m lange Europabrücke bei Innsbruck fertiggestellt. Sie ist das wichtigste Autobahn-Bindeglied zwischen der Bundesrepublik, Österreich und Italien und wird am 17. November eingeweiht.

31.5.1963, Freitag

Bei dem in Solingen stattfindenden Knorr-Prozess gegen ein Mitglied der Deutschen Friedens-Union (DFU) werden zwei Journalisten, der Chefredakteur der “Leipziger Volkszeitung” und der Chefredakteur des “Deutschlandsenders” aus der DDR verhaftet.

In Frankreich endet um 24.00 Uhr das seit dem Generalputsch am 22. April 1961 herrschende Notstandsregime, das dem Staatspräsidenten besondere Vollmachten gewährt hatte.