Was geschah im Mai 1969

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1.5.1969, Donnerstag

Beim Radrennen rund um den Henninger Turm (Frankfurt am Main) siegt der Belgier Georges Pintens. Zweiter auf der 230 km langen Strecke wird Michele Dancelli (Italien) vor dem Belgier Herman van Springel.

Nach Gesprächen zwischen Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller (SPD) und seinem sowjetischen Amtskollegen Nikolai S. Patolitschew im Rahmen der Hannover-Messe zeichnet sich die Möglichkeit eines langfristig angelegten Erdgas-Röhren-Geschäftes zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetunion ab.

2.5.1969, Freitag

Im Württembergischen Staatstheater Stuttgart findet die deutschsprachige Erstaufführung von “Diese Geschichte von Ihnen” (“This Story of Yours”) statt, einem Stück des Dramatikers John Hopkins. Regie führt Peter Palitzsch.

Der deutsche Politiker Franz von Papen stirbt im Alter von 89 Jahren in Obersasbach bei Achern. Er leitete 1932 als Reichskanzler das sog. Kabinett der Barone, wurde während der Hitler-Diktatur zunächst Vizekanzler und später Gesandter bzw. Botschafter in Wien.

3.5.1969, Samstag

In Neu-Delhi stirbt der 72-Jährige indische Staatspräsident Zakir Husain an den Folgen einer Herzattacke. Husain war 1967 als erster Muslim in das höchste Staatsamt seines Landes gewählt worden. Sein Amt wird interimistisch vom bisherigen Vizepräsidenten Varahagiri Venkatagiri Giri übernommen.

4.5.1969, Sonntag

Papst Paul VI. legt ein neues Meßbuch für die katholische Kirche vor. Es löst das seit 1570 geltende Meßbuch ab.

Mit einem Besucherrekord geht nach neuntägiger Dauer die 23. Hannover-Messe zu Ende. Insgesamt wurden über 600 000 Eintrittsausweise verkauft (1968: knapp 513 000). An der Messe haben sich rund 6000 Aussteller aus 31 Nationen beteiligt, deren Auftragserwartungen nach Angaben der Messeleitung in Hannover erfüllt bzw. übertroffen wurden.

Den Großen Preis von Spanien für Formel-I-Rennwagen (341,1 km) gewinnt in Montjuich-Barcelona der Brite Jackie Stewart auf Matra. Er erzielt dabei eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 149,521 km/h.

5.5.1969, Montag

Die Kommunistische Partei Frankreichs (KPF) nominiert den 72-Jährigen Jacques Duclos zum Spitzenkandidaten für die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen. Zuvor waren Versuche gescheitert, einen gemeinsamen Kandidaten mit der Sozialistischen Partei zu finden. Für die Sozialisten (frühere SFIO) kandidiert der Bürgermeister von Marseille, Gaston Defferre.

6.5.1969, Dienstag

Arthur L. Kopits Schauspiel “Indianer” (“Indians”) wird in der Arena Stage in Washington uraufgeführt. Der US-amerikanische Dramatiker Kopit gilt als ein Vertreter des absurden Theaters. Groteske und Parodie sind seine charakteristischen Stilmittel.

7.5.1969, Mittwoch

Anlässlich der Trauerfeierlichkeiten für den am 3. Mai verstorbenen indischen Staatspräsidenten Zakir Husain trifft die indische Premierministerin Indira Gandhi mit dem sowjetischen Regierungschef Alexei N. Kossygin zusammen. Durch die Zunahme antisowjetischer Ressentiments in Indien – u.a. nach sowjetischen Waffenlieferungen an Pakistan – drohen Indira Gandhi innenpolitische Schwierigkeiten.

Auf dem Versuchsgelände in Nevada endet eine Serie US-amerikanischer Atomwaffenversuche (seit 1.1.). Dabei wurden neun Tests durchgeführt. Bereits in der Zeit vom 24. September bis 31. Dezember 1968 hatten die USA sieben Atomwaffenversuche vollzogen. Insgesamt führten die USA seit dem begrenzten Teststoppvertrag von 1963 damit 155 Versuche zur Weiterentwicklung von Atomwaffen durch.

Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) wählt den Hamburger Hans-Otto Wölber zu ihrem neuen leitenden Bischof. Die in Augsburg tagende Zentralsynode der VELKD reagiert zugleich auf die 1968 erfolgte Verselbständigung der DDR-Gliedkirchen.

Das Bundeskabinett in Bonn verabschiedet eine Vorlage zur Errichtung der Ruhrkohle AG. Nach Ansicht von Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller (SPD) ist die darin vorgesehene Konzentration der Bergbaubetriebe Voraussetzung für die Erhaltung eines “leistungsfähigen Bergbaus”.

8.5.1969, Donnerstag

Der kambodschanische Staatschef, Prinz Norodom Sihanouk, gibt die diplomatische Anerkennung der DDR durch sein Land bekannt.

Ägypten und die Sowjetunion unterzeichnen in Kairo ein Protokoll über sowjetische Hilfsleistungen bei der Erkundung und Erschließung ägyptischer Erdölvorkommen.

Im französischen Mittelmeer-Badeort Cannes beginnen die 23. Internationalen Filmfestspiele (bis 23.5.). Insgesamt werden 450 Filme gezeigt. Die Bundesrepublik ist u.a. durch Volker Schlöndorffs Film “Michael Kohlhaas” vertreten. Die “Goldene Palme” erhält der Streifen “If …” des 46-Jährigen britischen Regisseurs Lindsay Anderson.

Dances at a Gathering” (“Tänze bei einer Zusammenkunft”) – ein Werk des US-amerikanischen Tänzers, Choreographen und Regisseurs Jerome Robbins – wird vom New York City Ballet im Lincoln Center in New York uraufgeführt. Die Choreographie schuf Robbins nach einer Musik von Frédéric Chopin. Zu den Solisten der Uraufführung zählen u.a. Allegra Kent und Kay Mazzo. “Dances at a Gathering” gilt als eine der bedeutendsten Ballettinszenierungen der 60er Jahre.

9.5.1969, Freitag

Nach schweren koalitionsinternen Auseinandersetzungen lehnt das Bundeskabinett aus Unionsparteien und SPD die allgemein erwartete Aufwertung der DM ab.

Reinhold Rehs – sozialdemokratischer Bundestagsabgeordneter und Präsident des Bundes der Vertriebenen – gibt seinen Austritt aus der SPD und gleichzeitigen Übertritt zur CDU bekannt. Auf dem SPD-Wahlparteitag in Nürnberg war Rehs bezüglich der Oder-Neiße-Grenzfrage in Gegensatz zur Linie der Parteiführung geraten. Anschließend waren seine Versuche fehlgeschlagen, auf einer SPD-Landesliste einen sicheren Platz für die Wiederwahl in den Bundestag zu bekommen.

Der Deutsche Bundestag verabschiedet einige rechtliche Neuerungen, die als erster Schritt zu einer großen Strafrechtsreform gesehen werden. u.a. wird ab dem 1. April 1970 die Zuchthausstrafe abgeschafft. Ehebruch und Homosexualität werden ab dem 1. September 1969 straffrei.

10.5.1969, Samstag

Die bundesdeutsche Fußball-Nationalmannschaft besiegt in einem Weltmeisterschafts-Qualifikationsspiel Österreich in Nürnberg 1:0.

11.5.1969, Sonntag

In Beantwortung eines entsprechenden sowjetischen Vorschlags vom 26. April stimmt China der Aufnahme von Gesprächen über die Schifffahrt auf dem Ussuri zu.

Ein 1000-km-Langstreckenrennen für Automobilrennwagen gewinnen im belgischen Spa-Francorchamps Joe Siffert/Jim Redman (Schweiz/Großbritannien) auf Porsche.

12.5.1969, Montag

Die Bundesregierung sichert der Republik Niger anlässlich eines Besuchs ihres Verteidigungsministers Noma Kaka in der Bundesrepublik (11.- 16.5.) militärische Ausrüstungshilfe zu. Das Abkommen umfasst vor allem die Lieferung von Lastkraftwagen, Fernmeldegeräten und drei Flugzeugen vom Typ “Noratlas”.

In Karlsruhe beginnt mit dem Verfahren gegen den Nürnberger Foto-Großhändler Hannsheinz Porst und seine früheren Angestellten Alfred Pilny und Peter Neumann einer der aufsehenerregendsten Prozesse der Nachkriegszeit (bis 8.7.).

13.5.1969, Dienstag

Der Deutsche Bundestag verabschiedet einstimmig den Entwurf eines Arbeitsförderungsgesetzes. Mit dem Gesetz wird die bisherige Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung in Nürnberg in Bundesanstalt für Arbeit umbenannt und in die Lage versetzt, u.a. Maßnahmen zur Sicherung der Vollbeschäftigung durchzuführen.

Der Nordrhein-Westfälische Landtag beschließt ein kommunales Neuordnungsgesetz. Danach werden u.a. die Städte Bonn (138 000 Einwohner), Bad Godesberg (73 000) und Beuel (37 000) sowie zahlreiche kleinere Gemeinden zu einem Groß-Bonn mit insgesamt rund 276 000 Einwohnern zusammengefasst. Damit soll Bonn in die Lage versetzt werden, seine Hauptstadtfunktion besser zu entwickeln.

14.5.1969, Mittwoch

Das Bundeskabinett beschließt Maßnahmen zur Stabilisierung des Devisenmarktes und zur Sicherung der Preisstabilität.

In Helsinki unterzeichnen Finnland und die Sowjetunion ein Abkommen über Zusammenarbeit bei der friedlichen Nutzung der Atomenergie.

Mit sehr harten Urteilen endet ein Schwurgerichtsprozess in Bologna gegen 13 Südtiroler, die wegen verschiedener, vom Oktober 1966 bis Februar 1967 begangener Sprengstoffanschläge angeklagt waren. Ein noch flüchtiger Angeklagter wird zu lebenslänglicher Haft verurteilt, acht weitere Beschuldigte zu Gefängnisstrafen bis zu 28 Jahren.

In Rostock wird die neue Kunsthalle eröffnet. Es handelt sich um den ersten Museums-Neubau der DDR. Direktor der Rostocker Kunsthalle wird Horst Zimmermann.

15.5.1969, Donnerstag

In Bonn billigt der Bundestag die Reform des Nichtehelichenrechts. Dadurch werden uneheliche Kinder ehelichen rechtlich gleichgestellt.

Ein Jahr nach Beginn einer Aktion zur Früherkennung von Diabetes am 15. Mai 1968 sind in Niedersachsen bisher rund 2,75 Millionen Diabetes-Teststreifen zum Preis von 10 Pfennig pro Stück ausgegeben worden. Der Test besteht aus einer einfachen Harnprobe. Niedersachsen ist das erste Bundesland, das eine derartige Früherkennungsaktion durchführt.

16.5.1969, Freitag

Die Bundesländer Bayern, Bremen, Hamburg und Rheinland-Pfalz ordnen einen Vollstreckungsstopp für alle Gefängnisstrafen unter sechs Monaten an. Sie verzichten damit auf einen Strafvollzug gegen Personen, deren Taten nach der am 9. Mai verabschiedeten Strafrechtsreform ab 1. September nicht mehr strafbar sind. Den gleichen Schritt unternahmen zuvor bereits andere Länder.

Das Parlament von Haiti nimmt in Port-au-Prince ein Gesetz an, das kommunistische Tätigkeit und Verbreitung kommunistischer Ideen als Verbrechen gegen die Staatssicherheit definiert und dafür die Todesstrafe androht.

Durch die Vereinigung der Münchner Messerschmitt-Bölkow GmbH mit der Hamburger Flugzeugwerke GmbH entsteht der Luft- und Raumfahrtkonzern Messerschmitt-Bölkow-Blohm GmbH (MBB).

17.5.1969, Samstag

Der polnische KP-Chef Wladislaw Gomulka schlägt in einer Rede in Warschau der Bundesrepublik vor, einen Staatsvertrag mit Polen zur Anerkennung der bestehenden polnischen Westgrenze abzuschließen. Sein Vorstoß führt zu Gesprächsangeboten u.a. durch Bundesaußenminister Willy Brandt (SPD).

In Vina del Mar (Chile) endet eine dreitägige Tagung der sog. Sonderkommission für die lateinamerikanische Koordinierung. Sie billigt den “Lateinamerikanischen Konsensus”, der neue Grundsätze für eine Zusammenarbeit mit den USA vorsieht. Die USA betrachten den “Konsensus” jedoch lediglich als Diskussionsgrundlage.

Rund 24 Stunden nach “Venus 5” schwebt auch die Instrumentenkapsel der sowjetischen Raumsonde “Venus 6” auf die Oberfläche des Planeten Venus. Beide Flugkörper funken über 50 Minuten lang Meßdaten zur Erde. “Venus 5” war am 5. Januar, die Schwestersonde fünf Tage später gestartet.

Leonard Bernstein, US-amerikanischer Komponist und Dirigent, leitet sein letztes Konzert als Chefdirigent des New York Philharmonic Orchestra in der Carnegie Hall. Er war seit zehn Jahren künstlerischer Leiter des Orchesters, dem er auch weiterhin verbunden bleibt.

18.5.1969, Sonntag

Der Brite Graham Hill auf Lotus siegt beim Großen Preis von Monaco in Monte Carlo. Der Formel-I-Rennfahrer erreicht bei einer Gesamtstrecke von 251,6 km auf dem innerstädtischen Rundkurs eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 129,036 km/h.

19.5.1969, Montag

In Mainz wählt der Rheinland-Pfälzische Landtag Helmut Kohl (CDU) als Nachfolger seines seit 1947 amtierenden Parteifreundes Peter Altmeier zum neuen Ministerpräsidenten.

Die Hamburger Illustrierte “stern” erhält ein Redaktionsstatut, in dem die Rechte von Verlag und Redaktion juristisch fixiert werden.

20.5.1969, Dienstag

Unter Leitung der Weltbank tagt in Paris ein internationales Pakistan-Konsortium (seit 19.5.). Dabei übernimmt die Bundesrepublik einen Beitrag zur Wirtschaftshilfe für Pakistan in Höhe von 140 Millionen DM.

21.5.1969, Mittwoch

Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU) beendet einen fünftägigen offiziellen Japan-Besuch. Kommentatoren weisen nach Abschluss der ohne konkrete Ergebnisse verlaufenden Gespräche darauf hin, dass beide Länder wirtschaftlich auf den jeweils anderen Staat angewiesen seien.

Auf dem achten Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes (19. bis 23.5.) wird Heinz Oskar Vetter zum neuen Vorsitzenden gewählt.

Die Gütersloher Bertelsmann-Gruppe kauft einen 25%-Anteil am Hamburger Verlag Gruner + Jahr (u.a. “stern”). Der Anteil wurde durch das Ausscheiden des Gesellschafters Richard Gruner frei. Nach Verlagsangaben soll damit vor allem die beiderseitige Zusammenarbeit auf technischem Gebiet intensiviert werden.

In einem Qualifikationsspiel zur Fußballweltmeisterschaft 1970 in Mexiko besiegt die deutsche Nationalmannschaft in Essen Zypern mit 12:0. Es ist der dritthöchste Sieg in der Geschichte des Deutschen Fußball-Bundes, nachdem die Nationalelf am 1. Juli 1912 Russland mit 16:0 und am 1. September 1940 Finnland mit 13:0 bezwungen hat.

Vor 24 000 Zuschauern gewinnt in Basel Slovan Bratislava den Europapokal der Pokalsieger durch ein 3:2 über den FC Barcelona.

22.5.1969, Donnerstag

Auf der in Wien beginnenden Ausstellung “Europäische Plastik – Heute” werden Arbeiten von 25 österreichischen und 25 weiteren Künstlern verschiedener Länder gezeigt (bis 27.7.). Zu sehen sind Arbeiten u.a. von Fritz Wotruba, Alfred Hrdlicka, Henry Moore und Marino Marini.

In Berlin (Ost) wird bekanntgegeben, dass die DDR und Ägypten in Kairo einen Rechtshilfevertrag unterzeichnet haben. Danach erhalten die Bürger beider Länder im jeweils anderen Staat einen erhöhten Rechtsschutz bei der Wahrung ihrer persönlichen und Vermögensinteressen.

In Norwegen wird erstmals ein Contergan-Entschädigungsverfahren abgeschlossen.

23.5.1969, Freitag

Der US-amerikanische Komponist und Dirigent Leonard Bernstein erhält den Kulturpreis der Stadt Wien zugesprochen. Am Pfingstsonntag dirigiert er als Festkonzert zum 100. Geburtstag der Wiener Staatsoper in Wien Ludwig van Beethovens “Missa solemnis”.

24.5.1969, Samstag

Zwei Spieltage vor Abschluss der Bundesligasaison steht der FC Bayern München als Deutscher Fußballmeister fest.

25.5.1969, Sonntag

Nach einem unblutig verlaufenen Staatsstreich übernimmt im Sudan die Armee die Macht. Die linksorientierten Putschisten bilden einen von Generalmajor Jaafar Mohammed al-Numeiri geführten Revolutionsrat. Nach Ansicht westlicher Kommentatoren zählt die unsichere innenpolitische Lage zu den Hauptursachen des Putsches. In den Südregionen des Sudan war es in letzter Zeit zu Zusammenstößen zwischen der Bevölkerung und Regierungstruppen gekommen.

26.5.1969, Montag

Die am 18. Mai gestartete US-Raumsonde “Apollo 10” landet im Pazifik. Während ihres Flugs näherten sich die Astronauten Eugene Cernan und Thomas Stafford mit der angekoppelten Mondfähre dem Erdtrabanten zweimal bis auf rund 15 000 Meter. Insgesamt wird dieser letzte Vorbereitungsflug zur Mondlandung als erfolgreich beurteilt.

27.5.1969, Dienstag

Nach einer vorläufigen Bilanz hat der Autoverkehr zu Pfingsten zahlreiche Todesopfer und Verletzte gefordert. Allein in Hessen kommen Angaben des Innenministeriums zufolge 17 Menschen ums Leben, darunter fünf Fußgänger.

28.5.1969, Mittwoch

Der AC Mailand wird in Madrid Gewinner des Europapokals der Landesmeister. Der italienische Meister, u.a. mit dem deutschen Nationalspieler Karl-Heinz Schnellinger, schlägt im Endspiel die holländische Mannschaft Ajax Amsterdam vor 71 000 Zuschauern 4:1.

Auf dem dreitägigen VI. Kongress des DDR-Schriftstellerverbandes wird Christa Wolfs Roman “Nachdenken über Christa T.” wegen seines “Individualismus'” scharf verurteilt.

Die am 25. Mai nach einem Putsch neugebildete Regierung des Sudan erkennt die DDR völkerrechtlich an und beschließt die Aufnahme diplomatischer Beziehungen. Nach Angaben des bundesdeutschen Regierungssprechers Günter Diehl wird der Schritt als unfreundlicher Akt gegenüber der Bundesrepublik gewertet und entsprechende Folgen haben.

29.5.1969, Donnerstag

Die Bundesrepublik und Frankreich unterzeichnen in Paris eine Vereinbarung über das europäische Airbus-Projekt A-300.

In Ludwigshafen wird der neue Hauptbahnhof eingeweiht. Die als eine der kühnsten technischen Bahnhofsbauten in Europa geltende Anlage verfügt über vier Ebenen: Einen unterirdischen Straßenknotenpunkt sowie Rad- und Fußgängertunnel, Bahnsteige für Nahverkehr, Fernbahnsteige und eine 500 m lange Stahlbrücke für den Autoverkehr der B 27.

30.5.1969, Freitag

Das CDU/SPD-Bundeskabinett einigt sich in Bonn auf eine Modifizierung der innerhalb der Regierung umstrittenen sog. Hallstein-Doktrin. Im Hintergrund des Beschlusses steht die diplomatische Anerkennung der DDR u.a. durch Kambodscha.

In Brüssel tagt die Nukleare Planungsgruppe der NATO (seit 29.5.). Dabei wird u.a. über eine streng vertrauliche britisch-deutsche Studie verhandelt, die untersucht, wie das Bündnis auf einen sowjetischen Angriff mit Atomwaffen reagieren könnte, ohne das eigene Gebiet zu verwüsten.

Der sowjetische Regierungschef Alexei N. Kossygin kommt zu Gesprächen mit dem neuen pakistanischen Staatschef Yahya Khan zusammen. Dabei sprechen sich beide Politiker für eine Erweiterung der Zusammenarbeit ihrer Staaten aus.

In Dortmund findet die deutschsprachige Erstaufführung von “Mooneys Wohnwagen” (“Mooney and his Caravans”) des britischen Dramatikers Peter Terson statt.

31.5.1969, Samstag

Im Mai kam es in den USA zu wochenlangen schweren Studentenunruhen. Im Zentrum standen dabei vor allem Proteste gegen den Vietnam-Krieg.

In Belgien wird der neue Schelde-Tunnel eröffnet, eines der größten Bauwerke im Zuge der “Europastraße 3” von Lissabon nach Stockholm. Der knapp 700 m lange und 47,85 m breite Tunnel enthält zwei Röhren für den Kraftfahrzeugverkehr mit je drei Fahrspuren, einen Fahrweg für Räder und Mopeds, einen Eisenbahntunnel und einen Durchgang für Fußgänger. Das 360 Millionen DM teure Bauwerk ersetzt einen einspurigen Tunnel.