Was geschah im Mai 1987

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1.5.1987, Freitag

Nach schweren Krawallen von Jugendlichen im Westberliner Bezirk Kreuzberg werden bei Auseinandersetzungen mit der Polizei mehr als 60 Menschen verletzt. Ausgelöst wurden die Unruhen durch die Beschlagnahme von Boykottaufrufen gegen die Volkszählung auf einem Straßenfest.

Die diesjährigen Veranstaltungen der bundesdeutschen Gewerkschaften zum Tag der Arbeit stehen unter dem Motto “Arbeit schaffen – Umwelt schützen – Technik sozial gestalten”. An den Kundgebungen nehmen mehrere Millionen Menschen teil.

2.5.1987, Samstag

Die Oper “Aida” von Giuseppe Verdi wird erstmals am Schauplatz ihrer Handlung in der oberägyptischen Stadt Luxor, dem antiken Theben, aufgeführt.

Auf ihrem Bundesparteitag in Bremerhaven wählen die Delegierten der Partei der Republikaner Franz Schönhuber wieder zu ihrem Vorsitzenden.

3.5.1987, Sonntag

Der schleswig-holsteinische CDU-Vorstand nominiert einstimmig Ministerpräsident Uwe Barschel zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am 13. September.

Bei den Wahlen zum Bundesvorstand der Grünen am letzten Tag der am 1. Mai begonnenen Bundesversammlung der Partei in Duisburg erleiden die sog. Realpolitiker eine empfindliche Niederlage. Von den elf Sitzen erhalten sie nur vier. Die übrigen sieben gehen an Mitglieder der sog. Fundamentalisten, die mit Jutta Ditfurth, Regina Michalik und Christian Schmidt die drei neuen Vorstandssprecher stellen.

In Wien wird Schweden erstmals seit 25 Jahren wieder Eishockey-Weltmeister vor der punktgleichen Sowjetunion.

4.5.1987, Montag

Der libanesische Ministerpräsident Raschid Karami gibt seinen Rücktritt bekannt, nachdem das Kabinett seinen Vorschlägen für eine Bewältigung der Wirtschaftskrise des Landes nicht zustimmte.

Der ARD-Journalist Franz Alt berichtet in Baden-Baden, dass ein Team des politischen Magazins “Report” bei einer Reportage in Afghanistan in einen militärischen Hinterhalt geriet und von sowjetischen Panzern angegriffen wurde. Dabei kamen drei afghanische Begleiter ums Leben, zwei weitere gerieten in sowjetische Gefangenschaft.

5.5.1987, Dienstag

Wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums mitteilt, werden zum ersten Mal in diesem Herbst 30 Frauen in den Bundesgrenzschutz aufgenommen. Sie werden Dienst in Uniform tun und Waffen tragen. Die Beamtinnen sollen nicht im Verband, sondern im Einzeldienst eingesetzt werden und Personenüberprüfungen und Durchsuchungen an den Grenzen vornehmen.

Aus Anlass der 750-Jahr-Feier findet in Berlin (Ost) ein zweitägiges Schriftstellertreffen mit 60 Autoren aus 25 Ländern statt. Zum Abschluss wird auf dem August-Bebel-Platz eine öffentliche Lesung veranstaltet, mit der an die Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten an dieser Stelle vor 54 Jahren erinnert werden soll.

6.5.1987, Mittwoch

In Südafrika gewinnt die seit 1948 regierende Nationale Partei bei den Parlamentswahlen der Weißen wieder die absolute Mehrheit.

Bundespräsident Richard von Weizsäcker beendet einen dreitägigen Staatsbesuch in der Schweiz. Die Politiker beider Länder verständigten sich bei ihren Treffen u.a. darauf, die Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Umweltschutzes auszubauen.

Hessens neuer Umweltminister Karlheinz Weimar (CDU) genehmigt die Wiederaufnahme der Produktion in der wegen eines Störfalls vorübergehend stillgelegten Hanauer Nuklearfabrik RBU.

Wie die Deutsche Bundespost mitteilt, sind an die Kabelfernsehnetze mittlerweile 2,54 Mio. Haushalte angeschlossen.

7.5.1987, Donnerstag

In Cannes werden die 40. Internationalen Filmfestspiele eröffnet. Die Goldene Palme erhält am 19. Mai der französische Beitrag “Die Sonne Satans” von Maurice Pialat.

Neuer Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz wird der Schweizer Cornelio Sommaruga, der seinen Landsmann Alexandre Hay ablöst.

In Budapest endet die zweitägige Tagung des Exekutivrates des Jüdischen Weltkongresses (WJC). Auf der Tagung kam es u.a. zu Auseinandersetzungen über die Haltung des Kongresses gegenüber dem österreichischen Bundespräsidenten Kurt Waldheim.

In einer Bundestagsdebatte in Bonn befürwortet Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) eine Nullösung für die Mittelstreckenraketen in Europa. Einer Entscheidung über Waffen kürzerer Reichweite weicht er jedoch aus.

Prinz Norodom Sihanouk gibt in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang seinen Rücktritt vom Amt des Präsidenten der kambodschanischen Exilregierung bekannt.

Als Nachfolger von Walter Wallmann (CDU), der zum Ministerpräsidenten in Hessen avancierte, wird der bisherige rheinland-pfälzische Umweltminister Klaus Töpfer (CDU) zum neuen Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in Bonn berufen.

8.5.1987, Freitag

Der Favorit der Demokraten für die Präsidentschaftskandidatur in den USA, der ehemalige Senator Gary Hart, zieht seine Bewerbung nach einer Pressekampagne wegen einer Liebesaffäre zurück.

Bei einem Anschlag auf die Polizeistation von Loughgall im Süden Nordirlands geraten acht schwerbewaffnete Terroristen der Irisch Republikanischen Armee (IRA) in einen Hinterhalt britischer Sicherheitskräfte. Alle IRA-Mitglieder werden erschossen.

9.5.1987, Samstag

Bei den Parlamentswahlen auf Malta gewinnen die Christdemokraten die Mehrheit und lösen die Sozialistische Arbeiterpartei in der Regierung ab.

In der Frauenklinik der Medizinischen Hochschule Hannover werden Retorten-Vierlinge geboren. Die niederländischen Eltern hatten in Tilburg eine Befruchtung im Reagenzglas vornehmen lassen.

10.5.1987, Sonntag

Dem deutsch-französischen Rettungsschiff “Cap Anamur III” gelingt im Chinesischen Meer die Rettung von 169 vietnamesischen Flüchtlingen, darunter 33 Kindern. Piratenschiffe hatten das vietnamesische Boot umzingelt und einen der Flüchtlinge erschossen.

Bis zum 31. Mai werden die elften “Duisburger Akzente” unter dem Motto “Einblicke – Kultur und Kunst aus der DDR/Erbe und Gegenwart” durchgeführt. Etwa 800 Kunstschaffende aus der DDR präsentieren ihre Werke den etwa 75 000 Besuchern.

Die Judo-Europameisterschaften in Paris gehen mit einem Erfolg für die Gastgeber zu Ende. Frankreich gewinnt sechs Goldmedaillen und ist damit die siegreichste Nation. Die bundesdeutschen Judokas gewinnen zwei Silber- und acht Bronzemedaillen.

11.5.1987, Montag

Auf den Philippinen finden die ersten Parlamentswahlen unter der Regierung von Corazón Aquino statt. Während und nach den Wahlen kommt es zu Unruhen, da die Opposition die Regierung des Wahlbetrugs bezichtigt.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) beschließt in Istanbul, zu den Olympischen Spielen 1988 in Seoul auch Tennis-Profis zuzulassen.

Der französische Staatspräsident François Mitterrand übergibt bei seinem Besuch in Berlin aus Anlass der 750-Jahr-Feier dem Senat von Berlin (West) das vierte, seit Kriegsende als verschollen geltende Bronzerelief der Siegessäule als Geschenk.

In Lyon wird der Prozess gegen den ehemaligen Obersturmbannführer der SS, Klaus Barbie, wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit eröffnet.

12.5.1987, Dienstag

Der Hamburger Senat beschließt die Übernahme von 41 600 Wohnungen der Neuen Heimat sowie der damit verbundenen Schulden in Höhe von etwa 2 Mrd. DM.

13.5.1987, Mittwoch

In der norwegischen Stadt Stavanger beginnt eine dreitägige Konferenz der nuklearen Planungsgruppe des Nordatlantikpakts NATO, auf der die Verteidigungsminister eine Abrüstung der Mittelstreckenraketen längerer Reichweite und “angemessene weltweite Beschränkungen bei den Raketen kürzerer Reichweite” begrüßen.

Den Fußball-Europapokal der Pokalsieger gewinnt in Athen Ajax Amsterdam durch einen 1:0-Sieg über den 1. FC Lokomotive Leipzig.

14.5.1987, Donnerstag

Auf den Fidschi-Inseln kommt es zu einem unblutigen Militärputsch gegen die linksgerichtete Regierung. Die Macht übernimmt zunächst der Kommandeur der Streitkräfte, Oberstleutnant Sitivena Rabuka.

In Berlin (Ost) wird die wiedererrichtete Nikolaikirche, das älteste Baudenkmal von Berlin, als museale Einrichtung eröffnet. Sie bildet das Kernstück des neu aufgebauten Nikolaiviertels.

15.5.1987, Freitag

Der zukünftige SPD-Vorsitzende Hans-Jochen Vogel trifft am Werbellinsee mit dem Partei- und Regierungschef der DDR, Erich Honecker, zusammen. Beide sprechen sich für die doppelte Nullösung bei den Mittelstreckenraketen aus.

Die Sowjetunion startet erstmals eine neue, leistungsstarke Mehrzweckträgerrakete vom Typ “Energija”, die wiederverwendbare Raumschiffe und größere Apparaturen in den Weltraum transportieren kann.

16.5.1987, Samstag

Auf einem Symposium der Ludwig-Erhard-Stiftung und des Frankfurter Instituts für wirtschaftspolitische Forschung in Bad Godesberg geht es um die deutschen Gewerkschaften in der modernen Wirtschaftsgesellschaft. Karl Hohmann, Vorsitzender der Ludwig-Erhard-Stiftung, kritisiert “eine Erstarrung der Funktionäre in Routine und Selbstgerechtigkeit” und befürchtet, dass die innergewerkschaftliche Demokratie “auf der Strecke zu bleiben” drohe.

17.5.1987, Sonntag

Bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz verliert die CDU ihre absolute Mehrheit und bildet mit der FDP, die wieder in den Landtag einzieht, eine Koalition.

Die vorgezogenen Bürgerschaftswahlen in Hamburg machen die SPD wieder zur stärksten Partei und bringen der FDP den Wiedereinzug ins Parlament.

18.5.1987, Montag

Bei einem irakischen Raketenangriff auf die US-Fregatte “Stark” im Persischen Golf kommen 37 Seeleute ums Leben. Der Irak entschuldigt sich für den Irrtum und sichert den Hinterbliebenen Entschädigung zu.

19.5.1987, Dienstag

Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann (CSU) stellt in Bonn der Öffentlichkeit den Verfassungsschutzbericht 1986 vor. Trotz eines Anstiegs der Gewalt durch Linksextremisten und eines nur leichten Rückgangs rechtsextremistischer Aktivitäten bezeichnet der Minister die Bundesrepublik als “politisch stabil”.

Das bayerische Kabinett verabschiedet die von Innenminister Peter Gauweiler erarbeiteten Maßnahmen zur Eindämmung der Immunschwächekrankheit Aids, die u.a. die Meldepflicht für Infizierte und Zwangstests für sog. Risikogruppen vorsehen. Der bayrische Alleingang wird von den übrigen Parteien, einschließlich der CDU, kritisiert.

20.5.1987, Mittwoch

In Göttingen appelliert die Gesellschaft für bedrohte Völker in offenen Briefen an Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher und an die EG-Kommission, sich gegen die Verwendung von Geldern für die Zwangsumsiedlungen in Äthiopien einzusetzen. Seit 1984 sind 660 000 Menschen vom Norden in den Süden umgesiedelt worden, dabei kamen 50 000 ums Leben. Die Regierung Äthiopiens plant den Umzug weiterer 7 Mio. Menschen.

Den Fußball-UEFA-Pokal gewinnt die schwedische Mannschaft von IFK Göteborg durch ein 1:1 im Rückspiel gegen den schottischen Club Dundee United.

21.5.1987, Donnerstag

Durch den Beschluss, die Zahl der Mitglieder des Kontrollgremiums für die bundesdeutschen Geheimdienste auf fünf zu beschränken, verhindern die Bonner Regierungsparteien, dass ein Vertreter der Grünen dem Gremium beitreten kann.

Der Bundestag billigt mit den Stimmen aller Fraktionen die Erhöhung des sog. Kohlepfennigs von 4,5 auf 7,5%, die einen Anstieg der Strompreise ab 1. Juni zur Folge hat. Der Kohlepfennig wird erhoben, um den Einsatz der heimischen Kohle in den Kraftwerken zu fördern.

Das libanesische Parlament kündigt sowohl das 1969 geschlossene Kairoer Abkommen mit der Palästinensischen Befreiungsorganisation als auch das Friedensabkommen mit Israel aus dem Jahr 1983, das allerdings nie ratifiziert worden war.

22.5.1987, Freitag

Die Bemühungen des österreichischen Bundeskanzlers Franz Vranitzky, die US-amerikanische Regierung zur Aufhebung ihrer gegen Bundespräsident Kurt Waldheim verhängten Einreisesperre zu bewegen, sind endgültig gescheitert. Vranitzky konnte bei seinem Besuch in Washington weder Präsident Ronald Reagan noch Außenminister George Shultz umstimmen.

Mit der Wahl von Bundesarbeitsminister Norbert Blüm zum neuen Landesvorsitzenden beendet die nordrhein-westfälische CDU einen monatelangen innerparteilichen Richtungs- und Führungsstreit zwischen dem bisherigen Landesvorsitzenden Kurt Biedenkopf und seinem Stellvertreter Dieter Pützhofen.

Das Manuskript der neun vollständigen Mozart-Sinfonien erzielt bei einer Auktion in London einen Preis von umgerechnet 7,7 Mio. DM.

23.5.1987, Samstag

In Paris erhält die deutsche Schauspielerin und Sängerin Ute Lemper den Molière-Preis als “weibliche Entdeckung des Jahres” im französischen Theater.

24.5.1987, Sonntag

Erster Präsident der neugegründeten Akademie der Wissenschaften in Berlin (West) wird Horst Albach aus Koblenz. Die Akademie wird allerdings nach der Vereinigung, 1990, wieder aufgelöst.

Bei den Turn-Europameisterschaften in Moskau gewinnen mit zwei dritten Plätzen, durch Andreas Aquilar an den Ringen und Anja Wilhelm am Balken, erstmals wieder bundesdeutsche Turner Medaillen.

25.5.1987, Montag

Während seines viertägigen Staatsbesuchs in der Bundesrepublik erläutert der Präsident von Costa Rica, Oscar Arías Sanchez, seinen Friedensplan für Mittelamerika. Die Bundesrepublik und Costa Rica unterzeichnen zudem ein neues Abkommen über Entwicklungshilfe.

Der Stichtag für die Volkszählung verläuft nach offiziellen Angaben trotz der vielfältigen Boykottaufrufe und vereinzelter Übergriffe auf Zähler insgesamt ruhig und zufriedenstellend.

Die Außenminister der Europäischen Gemeinschaft verabschieden in Brüssel eine gemeinsame Erklärung gegen den Einsatz chemischer Waffen im Konflikt zwischen Irak und Iran.

26.5.1987, Dienstag

In Irland stimmen bei nur schwacher Beteiligung bei einer Volksbefragung etwa 70% für die Ratifizierung der Einheitlichen Europäischen Akte, die eine Reform der EG vorsieht und in den anderen elf Mitgliedstaaten bereits gebilligt wurde. Die Volksabstimmung war notwendig, weil der Oberste Gerichtshof entschieden hatte, die Ratifizierung würde der Neutralität Irlands widersprechen.

Bei den Parlamentswahlen auf Grönland kann die regierende Linkskoalition ihre absolute Mehrheit knapp verteidigen.

Zu den 750-Jahr-Feierlichkeiten Berlins besucht Königin Elisabeth II. von Großbritannien für zwei Tage den Westteil der Stadt.

27.5.1987, Mittwoch

Der Hessische Landtag verabschiedet mit den Stimmen von CDU und FDP ein Gesetz zur Änderung des Schulrechts, das u.a. die Förderstufe als Pflicht in Hessen aufhebt.

Drei Wochen lang wütet im Norden der Volksrepublik China ein verheerender Waldbrand, durch den etwa 550 000 ha Waldflächen vernichtet werden.

Den Europapokal der Landesmeister gewinnt im Wiener Prater-Stadion der portugiesische Meister FC Porto mit einem 2:1-Sieg über den FC Bayern München.

Fußball-Nationalspieler Rudi Völler von Werder Bremen wechselt für eine Transfersumme von etwa 7 Mio. DM zum AS Rom.

28.5.1987, Donnerstag

Der kubanische Luftwaffengeneral Rafael del Pino Díaz flieht mit einer Cessna-402 nach Key West, wo er um politisches Asyl in den USA bittet.

Den Internationalen Karlspreis der nordrhein-westfälischen Stadt Aachen erhält der ehemalige US-amerikanische Außenminister Henry Kissinger.

Der deutsche Sportflieger Mathias Rust aus Hamburg landet mit seiner Cessna-172 auf dem Roten Platz in Moskau, nachdem er mehr als 700 km Luftraum der UdSSR unbehelligt durchquert hatte.

29.5.1987, Freitag

Wie die amtliche Nachrichtenagentur von Moçambique meldet, haben Stoßtrupps aus Südafrika vier Häuser in der Hauptstadt Maputo überfallen, die von Angehörigen der Widerstandsbewegung Afrikanischer Nationalkongress (ANC) bewohnt werden.

Die bundesdeutsche Polizei löst eine Sitzblockade von etwa 100 Anhängern der Friedensbewegung vor den Toren der US-amerikanischen Raketenbasis bei Hasselbach im Hunsrück auf. Bei 25 Demonstranten werden die Personalien festgestellt und Anzeigen wegen Nötigung erstattet.

An der Volksbühne in Berlin (Ost) werden unter dem Titel “Spektakel. Berliner Geschichten en Suite” neun Stücke unterschiedlicher Genres auf sieben Bühnen des Hauses an einem Abend aufgeführt. Dazu gehören u.a. Heiner Müllers “Preußische Spiele” als DDR-Erstaufführung und die dramatische Fassung von Hans Falladas Roman “Kleiner Mann – was nun?” als Revue von Tankred Dorst und Peter Zadek.

30.5.1987, Samstag

In Berlin (Ost) wird die turnusmäsige Tagung des Politischen Beratenden Ausschusses der Warschauer Vertragsstaaten mit einer Erklärung abgeschlossen, die den defensiven Charakter des Bündnisses betont.

31.5.1987, Sonntag

Bei dem Absturz einer Cessna-501 auf dem Lübecker Flughafen Blankensee wird der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Uwe Barschel leicht verletzt. Die beiden Piloten und ein Sicherheitsbeamter kommen ums Leben.

Bis zum 26. August gibt es im Dresdener Albertinum die Ausstellung “Kunstschätze der Medici” mit 120 Gemälden und zehn Plastiken aus Florenz zu sehen. 330 000 Menschen besuchen die Kunstwerke, die anschließend in einer Ausstellung in Berlin gezeigt werden.