Was geschah im Mai 1991

  • < 1990
  • 5.1991
  • 1992 >

1.5.1991, Mittwoch

Papst Johannes Paul II. wendet sich mit der Sozialenzyklika “Centesimus annus” an die katholischen Christen. Darin begrüßt der Papst zwar Marktwirtschaft und Privateigentum, warnt aber zugleich vor einer “radikalen kapitalistischen Ideologie”.

An den gemeinsamen Maikundgebungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Ost- und Westdeutschland beteiligen sich rd. 600 000 Arbeitnehmer. Im Mittelpunkt der Ansprachen zum Tag der Arbeit stehen die sozialen Probleme in den neuen Bundesländern. In Berlin-Kreuzberg kommt es bei einer “revolutionären 1.-Mai-Demo” zu schweren Krawallen.

Mit der Entwaffnung der christlichen und drusischen Milizen durch die Armee endet der Bürgerkrieg im Libanon.

2.5.1991, Donnerstag

Die indonesische Regierung verbietet 36 345 Mitgliedern der Kommunistischen Partei die Teilnahme an den Wahlen im Mai 1992.

Die Boulevard-Zeitung “Super!” erscheint mit einer Startauflage von 500 000 Exemplaren in Ostdeutschland.

3.5.1991, Freitag

Bei den Kommunalwahlen in England und Wales müssen die Konservativen eine schwere Niederlage hinnehmen. Die oppositionelle Labour Party gewinnt 6,5 Prozentpunkte hinzu (Stimmenanteil: 38%).

Das thailändische Militär hebt in 21 Provinzen das nach einem Militärputsch am 23.02.1991 verhängte Kriegsrecht auf. Nur in den Grenzgebieten bleibt der Ausnahmezustand bestehen.

Der Leichnam des 1975 im österreichischen Exil gestorbenen Kardinals und Primas der ungarischen Katholiken, József Mindszenty, wird in seine Heimat überführt.

4.5.1991, Samstag

US-Präsident George Bush erleidet beim Joggen einen leichten Herzanfall und muss zwei Tage in einem Krankenhaus behandelt werden.

Zum Gedenken an die Opfer der Flutkatastrophe vom 29.04.1991 begeht Bangladesch einen nationalen Trauertag.

Schweden erringt bei den Titelkämpfen in Finnland durch ein 2:1 über die UdSSR zum fünften Mal die Weltmeisterschaft im Eishockey.

Die schwedische Sängerin Carola gewinnt in Rom den 36. Grand Prix Eurovision de la Chanson.

5.5.1991, Sonntag

Die SED-Nachfolgepartei PDS bekennt sich auf einem Programmkongress zum Grundgesetz und empfiehlt einen radikalen Bruch mit dem marxistisch-leninistischen Parteiverständnis.

Mit zwei Galakonzerten feiert die New Yorker Carnegie Hall ihren 100. Geburtstag.

Die Exil-CDU der früheren DDR beschließt auf ihrem 21. Parteitag im thüringischen Oberhof die Einstellung ihrer seit 1950 auf die Wiedervereinigung Deutschlands gerichteten Arbeit.

Der Staatsrat von Vietnam billigt einen von der Regierung vorgelegten Verfassungsentwurf. Vorgesehen sind u.a. eine stärkere Trennung von Kommunistischer Partei und Staat sowie Erleichterungen bei der Gründung privater Wirtschaftsunternehmen.

Mit der Begründung, es habe keine freien und fairen Wahlen gegeben, stellen die USA ihre finanziellen Hilfen für Jugoslawien ein.

Das jugoslawische Staatspräsidium ermächtigt die Bundesarmee zum Eingreifen in den Nationalitätenkonflikt, der sich zu einem Bürgerkrieg auszuwachsen droht.

6.5.1991, Montag

Der deutsch-sowjetische Truppenstationierungs- und Abzugsvertrag tritt in Kraft.

In Brasilien wird das größte Wasserkraftwerk der Welt seiner Bestimmung übergeben.

Bei den Tischtennis-Weltmeisterschaften in Chiba (Japan) stellen Schweden und China jeweils drei Titelträger. Die Düsseldorfer Jörg Roßkopf / Steffen Fetzner, Doppel-Weltmeister von 1989, scheitern im Viertelfinale.

Der Finne Seppo Räty verbessert im japanischen Shizuoka den Speerwurf-Weltrekord des Briten Steve Backley um einen Meter auf 91,98 m. Seine eigene Bestweite übertrifft Räty um 5,06 m.

7.5.1991, Dienstag

Die beiden letzten noch kämpfenden Rebellengruppen in Kolumbien nehmen ein Gesprächsangebot der Regierung an. Zuvor haben drei weitere Guerillaorganisationen ihren bewaffneten Kampf eingestellt, nachdem ihnen Amnestie und Beteiligung am politischen Leben zugesichert worden waren.

Der 37-Jährige, der am 12. Oktober 1990 in Oppenau Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) mit zwei Schüssen so schwer verletzte, dass dieser seitdem auf den Rollstuhl angewiesen ist, wird vom Landgericht Offenburg in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen.

8.5.1991, Mittwoch

Das Parlament von Guinea-Bissau verabschiedet eine Verfassungsänderung, mit der ein Mehrparteiensystem eingeführt wird. In den folgenden Monaten bilden sich neun unabhängige Parteien.

Wegen fortgesetzter Beihilfe zur Steuerhinterziehung verurteilt das Landgericht Düsseldorf in einem der letzten großen Parteispendenprozesse den Schatzmeister der CDU, Walther Leisler Kiep, zu einer Geldstrafe von 675 000 DM.

Der SPD-Politiker Andreas von Schoeler wird als Nachfolger des Anfang März zurückgetretenen Volker Hauff mit den Stimmen von SPD und Grünen zum Oberbürgermeister von Frankfurt am Main gewählt.

Der seit zehn Jahren geltende Ausnahmezustand in Ägypten wird um weitere drei Jahre verlängert. Er wurde nach der Ermordung des damaligen Präsidenten Anwar As Sadat verhängt und ermöglicht den Einsatz des Militärs zur Erhaltung der inneren Sicherheit.

9.5.1991, Donnerstag

Der tschechoslowakische Staatspräsident Václav Havel wird mit dem Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet.

Die Mehrheit der seit Wochen streikenden Bergarbeiter in verschiedenen Kohlerevieren der Sowjetunion beschließen die Wiederaufnahme der Arbeit bzw. die Aussetzung der Streiks. Der russische Parlamentspräsident Boris Jelzin hatte am 1. Mai ein Abkommen über die Übernahme der regionalen Kohleindustrie unterzeichnet, das den Betrieben wirtschaftliche Unabhängigkeit garantiert.

Das Bundeskabinett beschließt eine neue Verpackungsverordnung. Danach müssen Industrie und Handel von Dezember an Transportverpackungen zurücknehmen und wiederverwenden. Ab April 1992 erhalten Kunden das Recht, Verkaufsverpackungen in den Geschäften zurückzulassen.

10.5.1991, Freitag

Wütende Demonstrationen begleiten den Besuch von Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) in Halle.

Die Regierungschefs aus den neuen Ländern und Berlin plädieren auf ihrer dritten Regionalkonferenz einmütig für die Verlegung des Parlaments- und Regierungssitzes nach Berlin.

Mit Alexander Bessmertnych besucht erstmals ein sowjetischer Außenminister Israel, seitdem 1967 die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern abgebrochen wurden.

11.5.1991, Samstag

Fundamentalistische Grüne um Jutta Ditfurth schließen sich auf einer zweitägigen Bundesversammlung in Frankfurt am Main zur Ökologischen Linken / Alternative Liste zusammen.

Trotz der Entscheidung der niedersächsischen Landesregierung für den Bau einer Mercedes-Teststrecke bei Papenburg halten die Grünen in Niedersachsen an der rot-grünen Koalition in Hannover fest.

Als erste westdeutsche Handball-Damenmannschaft gewinnt der TV Lützellinden durch ein 21:15 und 22:25 gegen Titelverteidiger Hypobank Südstadt Wien den Europapokal der Landesmeister.

12.5.1991, Sonntag

In Nepal gewinnt die liberale Kongresspartei in freien Wahlen die absolute Mehrheit der Parlamentssitze.

Mit zweimal Gold, viermal Silber und zweimal Bronze ist die Staffel des Deutschen Amateur-Box-Verbandes bei den Europameisterschaften in Göteborg zweitstärkster Verband hinter der Sowjetunion. Für die deutschen Siege sorgen der Berliner Sven Ottke im Mittelgewicht und der Leverkusener Dariusz Michalszewski im Halbschwergewicht.

Die Sowjetunion vernichtet ihre letzte Mittelstreckenrakete vom Typ SS-20. Damit haben USA und UdSSR das INF-Abkommen von 1987 erfüllt.

13.5.1991, Montag

Die südafrikanische Bürgerrechtlerin Winnie Mandela wird in Johannesburg wegen Entführung und Beihilfe zu schwerer Körperverletzung zu sechs Jahren Haft verurteilt, bis zur Berufungsverhandlung aber gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt.

14.5.1991, Dienstag

US-Präsident George Bush erklärt in Washington, dass die Vereinigten Staaten auf den Einsatz von chemischen Waffen verzichten und innerhalb von zehn Jahren nach Abschluss eines internationalen Abkommens ihre Giftgasarsenale vernichten werden.

Der Deutsche Bundestag beschließt auf seiner ersten Arbeitssitzung im Berliner Reichstagsgebäude zum 1. Juli einen 7,5prozentigen sog. Solidaritätszuschlag auf die Lohn-, Einkommen- und Körperschaftssteuer. Nach dem Solidaritätsgesetz, das die Opposition als sozial unausgewogen kritisiert, werden außerdem die Steuern auf Benzin, Gas und Tabak erhöht.

Bei der Fahndung nach verschwundenen 22 Mrd. DM aus dem Firmen-Imperium des früheren DDR-Devisenbeschaffers Alexander Schalck-Golodkowski durchsuchen Polizei und Staatsanwaltschaft 24 Privatwohnungen und Firmensitze.

15.5.1991, Mittwoch

Der kroatische Vertreter im jugoslawischen Staatspräsidium, Stjepan Mesi c, erhält bei der turnusgemäß anstehenden Wahl zum Staatspräsidenten nicht die erforderliche Mehrheit.

Der chinesische KP-Chef Jiang Zemin trifft in Moskau mit dem sowjetischen Staatspräsidenten Michail Gorbatschow zusammen. Während des Aufenthalts wird ein Grenzabkommen unterzeichnet.

Durch ein 2:1 über den FC Barcelona gewinnt Manchester United in Rotterdam den Fußball-Europapokal der Pokalsieger.

16.5.1991, Donnerstag

Bundesbankpräsident Karl Otto Pöhl kündigt in Frankfurt am Main seinen Rücktritt zum 31. Juli an. Die Nachfolge übernimmt sein bisheriger Stellvertreter Helmut Schlesinger.

Nach dem Rücktritt des französischen Ministerpräsidenten Michel Rocard bestimmt Staatspräsident François Mitterrand Edith Cresson zu dessen Nachfolgerin.

17.5.1991, Freitag

Die Wiener sprechen sich in einer Volksbefragung gegen die Ausrichtung einer “Doppel-Weltausstellung”1995 in Wien und Budapest aus.

18.5.1991, Samstag

König Hassan II. von Marokko akzeptiert das geplante UNO-Referendum über das politische Schicksal der Westsahara.

19.5.1991, Sonntag

94,3% der Bürger Kroatiens votieren in einer Volksabstimmung für die Unabhängkeit der zweitgrößten jugoslawischen Teilrepublik.

Auf dem Sudetendeutschen Tag in Nürnberg weist Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) Forderungen aus den Kreisen der Vertriebenen auf Grenzrevisionen gegenüber den östlichen Nachbarstaaten der Bundesrepublik zurück.

20.5.1991, Montag

Das sowjetische Parlament verabschiedet ein Reise- und Paßgesetz, das den Bürgern der UdSSR von Januar 1993 an freie Reisemöglichkeiten ins Ausland gewährt.

Bei Stimmenthaltung Kubas beschließt der UN-Sicherheitsrat die Einrichtung eines Wiedergutmachungsfonds, in den der Irak als Reparationsleistungen für den Golfkrieg einen Teil seiner Öleinnahmen abführen soll.

Zum Abschluss der 44. Internationalen Filmfestspiele von Cannes (seit 09.05.) wird die amerikanische Produktion “Barton Fink” von Joel und Ethan Coen mit der Goldenen Palme ausgezeichnet.

Durch einen Dreisatz-Erfolg über die Spanierin Arantxa Sanchez-Vicario wird die Brühlerin Steffi Graf in Berlin zum fünften Mal Internationale Deutsche Tennismeisterin.

21.5.1991, Dienstag

Bei einem zweitägigen Aufenthalt in Washington wirbt Bundeskanzler Helmut Kohl um US-amerikanische Investitionen in den neuen Bundesländern und erörtert die europäische Sicherheitspolitik sowie die transatlantische Partnerschaft.

In Hamburg muss das Halten und Züchten sog. Kampfhunde künftig behördlich genehmigt werden.

Der frühere Ministerpräsident der DDR, Willi Stoph, und der ehemalige Verteidigungsminister Heinz Keßler werden im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen des Schießbefehls an der früheren innerdeutschen Grenze in Berlin verhaftet.

In Rheinland-Pfalz löst eine Koalition aus SPD und FDP die CDU/FDP-Regierung ab. Mit Rudolf Scharping erhält das Land erstmals einen sozialdemokratischen Ministerpräsidenten.

Die Präsidenten Syriens und Libanons unterzeichnen in Damaskus ein Freundschafts- und Kooperationsabkommen beider Staaten.

Äthiopiens Staatschef Mengistu Haile Mariam tritt nach schweren militärischen Niederlagen seiner Armee im Bürgerkrieg zurück und flieht nach Simbabwe.

Der ehemalige indische Ministerpräsident und Vorsitzende der Kongresspartei, Rajiv Gandhi, wird auf einer Wahlkampfveranstaltung ermordet.

22.5.1991, Mittwoch

Als Reaktion auf wochenlange regierungsfeindliche Demonstrationen tritt der südkoreanische Regierungschef Ro Jai Bong zurück. Seine Nachfolge übernimmt am 24. Mai der frühere Erziehungsminister Chung Won Shik.

Nach Angaben der tunesischen Behörden wird ein von Fundamentalisten geplanter Putsch vereitelt. 100 Soldaten und 200 Zivilisten werden festgenommen.

Drei Monate früher als vorgesehen gelingt 50 m unter dem Ärmelkanal der Durchbruch für die erste der beiden Eisenbahnröhren des Kanaltunnels zwischen Frankreich und Großbritannien. Im Dezember 1990 ist bereits der Durchbruch im Versorgungstunnel gefeiert worden.

Durch ein 2:0 und 0:1 gegen den AS Rom gewinnt Inter Mailand den Fußball-UEFA-Pokal.

23.5.1991, Donnerstag

US-Außenminister James Baker bezeichnet in Washington die israelische Siedlungspolitik in den besetzten arabischen Gebieten als “größtes Hindernis für eine Friedenslösung” im Nahen Osten. Israel weist die Kritik zurück.

Der neuseeländische Außenminister Donald McKinnon kündigt eine gemäßigtere Auslegung des Anti-Nuklear-Gesetzes an, das bislang Kriegsschiffen der USA die Benutzung neuseeländischer Häfen verbot.

In Berlin werden Akten entdeckt, mit denen sich Zwangsadoptionen in der ehemaligen DDR nachweisen lassen.

Der vierte Kongress der Volksdeputierten Russlands stimmt den für die Schaffung eines Präsidialsystems in der Sowjetrepublik erforderlichen Verfassungsänderungen zu.

24.5.1991, Freitag

Bundesverteidigungsminister Gerhard Stoltenberg (CDU) kündigt in Bonn die Schließung von 213 Bundeswehrstandorten in Westdeutschland an.

Fußballprofi Karl-Heinz Körbel bestreitet beim 3:2 über Bayer 05 Uerdingen sein 600. Spiel für den Bundesligaclub Eintracht Frankfurt und kündigt zum Saisonende seinen Rücktritt an. In der Liste der Spieler, die am häufigsten in der Bundesliga eingesetzt wurden, folgen hinter Körbel Manfred Kaltz mit 581 und Klaus Fichtel mit 552 Spielen.

25.5.1991, Samstag

In der “Operation Salomon” werden 14 400 Juden aus dem vom Bürgerkrieg erschütterten Äthiopien nach Israel ausgeflogen.

In Kamerun werden nach wochenlangen Unruhen sieben der zehn Provinzen unter Militärverwaltung gestellt.

FDP-Politiker regen die Einführung einer Wehrsteuer an, die von denjenigen zu zahlen sei, die weder Wehr- noch Ersatzdienst leisten.

Der bisherige stellvertretende SPD-Landesvorsitzende von Schleswig-Holstein, Willi Piecyk, wird als Nachfolger des künftigen SPD-Bundesvorsitzenden Björn Engholm zum Landeschef der Sozialdemokraten gewählt.

Der FC Hansa Rostock wird Meister der Fußball-Oberliga Nordost und qualifiziert sich ebenso wie der Tabellenzweite Dynamo Dresden für die Bundesliga.

26.5.1991, Sonntag

In der Sowjetrepublik Georgien wird erstmals ein Präsident direkt vom Volk gewählt. Der bisherige Parlamentspräsident Swiad Gamsachurdia erhält 87% der abgegebenen Stimmen.

Eine Boeing 767 der österreichischen Lauda Air stürzt nach einer Explosion unbekannter Ursache mit 223 Menschen an Bord über Thailand ab. Es gibt keine Überlebenden.

Auf dem ersten gesamtdeutschen Kongress des Verbandes deutscher Schriftsteller (seit 24.05.) in Travemünde wird Uwe Friesel als Bundesvorsitzender wiedergewählt

Durch ein 2:1 über Jugoslawien gewinnt in Düsseldorf Schweden zum zweiten Mal den World-Team-Cup, die inoffizielle Mannschaftsweltmeisterschaft im Tennis. Die Deutschen – ohne Boris Becker – sind in der Vorrunde nach drei Niederlagen ausgeschieden.

27.5.1991, Montag

Die westpazifische Inselrepublik Belau klagt vor einem US-amerikanischen Gericht auf Achtung ihres Selbstbestimmungsrechts, das von der ehemaligen UNO-Treuhandmacht USA im Oktober 1990 eingeschränkt wurde.

28.5.1991, Dienstag

Truppen der Rebellen nehmen die Hauptstadt Äthiopiens, Addis Abeba, ein.

In den Lachsfarmen an der nordnorwegischen Küste werden mindestens 150 t der Zuchtfische durch Algen getötet.

Hamburg entzieht als erstes Bundesland der Scientology-Sekte die Rechtsfähigkeit als Verein.

Auf ihrer Frühjahrstagung in Brüssel beschließen die Verteidigungsminister des westlichen Militärbündnisses NATO angesichts der Veränderungen in Osteuropa eine neue Streitkräftestruktur. Die Zahl der in Deutschland stationierten Divisionen soll von 23 auf 16 verringert werden. Außerdem ist die Aufstellung einer schnell einsetzbaren Eingreiftruppe geplant.

29.5.1991, Mittwoch

Der SPD-Bundesparteitag in Bremen wählt den schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Björn Engholm zum Parteivorsitzenden. Im weiteren Verlauf des Treffens sprechen sich die Delegierten mit nur einer Stimme Mehrheit für Bonn als künftigen Sitz von Parlament und Regierung aus.

In der katalanischen Stadt Vich tötet eine Autobombe neun Menschen und verletzt 43 schwer. Die mutmaßlichen Attentäter, Angehörige der baskischen Untergrundorganisation ETA, werden am nächsten Tag gefasst, zwei von ihnen sterben bei Schusswechseln mit der Polizei.

US-Präsident George Bush stellt in Colorado Springs einen Rüstungskontrollplan für den Nahen Osten vor, der ein Atom- und Chemiewaffenverbot vorsieht.

Durch ein 5:3 nach Verlängerung und Elfmeterschießen gewinnt Roter Stern Belgrad in Bari gegen Olympique Marseille den Fußball-Europapokal der Landesmeister.

Der TuS Walle Bremen wird durch ein 19:15 und 22:18 gegen den SC Leipzig erster gesamtdeutscher Damen-Handballmeister.

30.5.1991, Donnerstag

Auf dem deutsch-französischen Gipfel in Lille informiert Frankreichs Staatspräsident François Mitterrand Bundeskanzler Helmut Kohl über einen neuen französischen Abrüstungsplan, der sich vor allem auf chemische und biologische Waffen bezieht.

31.5.1991, Freitag

Sieben wegen ihr Mitarbeit für die ehemalige DDR-Staatssicherheit belastete Abgeordnete (vier CDU, ein SPD, zwei Linke Liste / PDS) verlassen den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern unter Aufgabe ihres Mandats.

Der Friedensvertrag für Angola wird in Lissabon unterzeichnet.