Was geschah im November 1902

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Wetterstationen November 1902

1.11.1902, Samstag

In einer Petition an den Deutschen Reichstag fordern mehrere Organisationen auf Initiative des Verbandes fortschrittlicher Frauenvereine mit Minna Cauer an der Spitze größeren gesetzlichen Schutz für das Dienstpersonal gegenüber der Ausbeutung durch die Arbeitgeber.

Italien und Frankreich schließen ein geheimes Abkommen, worin sich Italien zur militärischen Neutralität verpflichtet. Damit handelt Italien im Widerspruch zu den im Dreibund getroffenen Vereinbarungen.

In Wien wird die XV. Ausstellung der Secession eröffnet. Die Tatsache, dass der Anteil von Werken ausländischer gegenüber denen einheimischer Künstler stark zugenommen hat, löst unter den Wienern Widerspruch aus.

Die Leipziger “Illustrirte Zeitung” veröffentlicht einen Bericht über die Bühnendekorationen zu Richard Wagners “Siegfried” in der Pariser Oper.

Die Universität in der Lutherstadt Wittenberg feiert ihr 400-Jähriges Bestehen.

In Frankfurt am Main wird mit der Aufführung von Friedrich von Schillers Drama “Wallensteins Lager” das neue Schauspielhaus eröffnet.

2.11.1902, Sonntag

Mit einem Festakt werden in Berlin neue Gebäude für die Hochschule der bildenden Künste und die Hochschule für Musik eingeweiht. Die Festrede hält Kaiser Wilhelm II.

In Kolumbien kommt es zu Zusammenstößen zwischen kolumbianischen Truppen und US-Soldaten. Auslöser war ein von der kolumbianischen Regierung angeordneter Militärtransport auf der Strecke zwischen Colon und Panama, den die US-Einheiten verhindern. Die USA fordern die Kontrolle dieser Bahnlinie im Gebiet des geplanten Panamakanals.

3.11.1902, Montag

Der in der Wiener Hofburg unter Kaiser Franz Joseph I. von Österreich tagende Kronrat beschließt, die bestehende Wehrvorlage zurückzuziehen, um eine neue ausarbeiten zu lassen. Ziel ist es, das Kontingent der österreichisch-ungarischen Armee im Jahr 1903 um 20 000 Mann zu erhöhen.

Italienische Kriegsschiffe beschießen die jemenitische Ortschaft Midi am Roten Meer. Wie aus Rom mitgeteilt wird richten sich die Angriffe gegen Piraten die in Eritrea großen Schaden angerichtet hätten.

Der russische Großfürst Paul Alexandrowitsch, Generaladjutant und Kommandeur des russischen Gardecorps wird aus dem Dienst entlassen. Grund dafür ist seine Heirat mit einer geschiedenen Frau.

4.11.1902, Dienstag

Anlässlich der Vereidigung von Soldaten des kaiserliches Heeres vor dem Berliner Schloss hält Wilhelm II. eine Ansprache. Die Rekruten mahnt er zur Selbstzucht, zum unbedingten Gehorsam und zu christlicher Gottesfurcht.

Bei den Wahlen zum Repräsentantenhaus der USA können die Republikaner ihre Mehrheit gegenüber den Demokraten behaupten.

15 Menschen sterben bei einer Explosion im New Yorker “Madison Square Garden”. Ursache des Unglücks war das Abbrennen von Feuerwerkskörpern während einer Siegesfeier der Republikaner anlässlich der US-amerikanischen Kongresswahlen.

5.11.1902, Mittwoch

Die Mehrheit des Deutschen Reichstages lehnt von der sozialdemokratischen Fraktion eingereichte, gegen die Kartelle gerichtete Anklage zum Paragraphen 1 des Zolltarifgesetzentwurfes ab.

Dem französischen Autorennfahrer Henri Fournier gelingt mit einer Geschwindigkeit von 123,272 km/h ein neuer Weltrekord.

Ein Erlass des französischen Kriegsministeriums untersagt künftig die körperliche Züchtigung in den Militärstrafanstalten.

Der Botschafter des Deutschen Reiches in Wien, Philipp Fürst zu Eulenburg tritt in den einstweiligen Ruhestand; zu seinem Nachfolger wird der bisherige Botschafter in Rom, Graf Karl von Wedel, ernannt.

6.11.1902, Donnerstag

Der Kölner Weihbischof Anton Hubert Fischer wird zum Erzbischof von Köln gewählt. Sein Vorgänger, Erzbischof Simar, war im Mai verstorben.

Am Teatro Lirico in Mailand wird die Oper “Adriana Lecouvreur” von Francesco Cilèa uraufgeführt. Die Partie des Maurizio singt der italienische Tenor Enrico Caruso.

7.11.1902, Freitag

Nach einer Kompromiss-Einigung zwischen französischen Bergarbeiterorganisationen und Arbeitgebern über eine Erhöhung der Alterspensionen beendet ein großer Teil der Bergarbeiter den im Oktober begonnenen Streik.

Die kaiserliche Jacht “Hohenzollern” verlässt den Kieler Hafen in Richtung Großbritannien. An Bord befindet sich Wilhelm II., der zu seinem königlichen Onkel, Eduard VII., reist.

8.11.1902, Samstag

In Marokko breiten sich die Aufstände der Kabylen gegen die Soldaten von Sultan Abd Al Asis aus. Da sich von den wachsenden Unruhen auch die in Marokko lebenden Europäer bedroht fühlen, kreuzen zu ihrem Schutz mehrere britische Kriegsschiffe vor der Hafenstadt Tetuan.

Von einer mehrjährigen Europatournee kehrt das US-amerikanische Zirkusunternehmen “Barnum & Bailey” in die USA zurück.

9.11.1902, Sonntag

Zu einem Besuch bei König Eduard VII. von Großbritannien trifft der deutsche Kaiser Wilhelm II. auf Schloss Sandringham ein.

Bei den Landtagswahlen in Schwarzburg-Rudolstadt erringen die Sozialdemokraten die absolute Mehrheit.

Auf Anregung der Redaktion von “Wiarus Polski”, der wichtigsten Zeitung der im Ruhrgebiet lebenden Polen gründet sich in Bochum die Polnische Berufsvereinigung (Zjednoczenie Zawodoz Polskie, ZZP).

Der italienische Opernkomponist Pietro Mascagni wird in Boston verhaftet, jedoch gegen Kaution wieder freigelassen. Grund für die Festnahme ist Mascagnis Verschuldung. Nach dem Misserfolg einer mehrmonatigen USA-Tournee mit seiner Operntruppe war er nicht mehr in der Lage, abgeschlossene Verträge einzuhalten, da er seine Leute entlassen musste. Wegen der Vertragsstrafen droht ihm nun ein Prozess.

10.11.1902, Montag

Ein Feuer zerstört Teile einer noch nicht fertiggestellten Brücke über den East River in New York.

Nach dem Sieg über die aufständischen Truppen zieht Venezuelas Präsident Cipriano Castro in die Hauptstadt Caracas ein.

Italien und das Osmanische Reich schließen ein Abkommen über ein gemeinsames Vorgehen gegen Piraterie im Roten Meer.

Als Reaktion auf die Kritik an seiner Kirchenpolitik durch das Parlament erklärt Spaniens Ministerpräsident Práxedes Mateo Sagasta in Madrid seinen Rücktritt, bildet aber am 15. November ein neues Kabinett.

Der Magistrat von Berlin beschließt die Aufnahme einer Anleihe in Höhe von 228 Mio. Mark, verzinst mit 3,5%.

11.11.1902, Dienstag

Regierungsvertreter des Deutschen Reiches und Luxemburgs unterzeichnen in Berlin ein Abkommen über die Verlängerung des bisherigen Zollvereinsvertrages.

Die russische Botschaft in Paris interveniert bei der französischen Regierung vergeblich gegen die geplante Premiere des Dramas “Auferstehung” von Lew Tolstoi im Odeon-Theater. Begründet wird dies mit der Furcht vor Tolstoi-Ovationen, die “missdeutet werden könnten”. Der russische Schriftsteller hatte sich erst vor kurzem in einem offenen Schreiben gegen die Gewaltherrschaft des Zarenregimes über das russische Volk gewandt.

Die Berliner Organisation der Schulärzte dehnt ihren Wirkungsbereich auf alle Volksschulen der Hauptstadt aus.

12.11.1902, Mittwoch

Wie der Impresario von Enrico Caruso berichtet, verkaufen sich die Schallplatten mit der von Caruso gesungenen Arie “Vesti la Giubbia” aus der Oper “Bajazzo” von Ruggiero Leoncavallo noch wesentlich besser, als man erwartet hatte. Die Aufnahmen dafür wurden im Frühjahr in London gemacht.

In Frankfurt am Main wird die Märchenoper “Dornröschen” von Engelbert Humperdinck uraufgeführt.

13.11.1902, Donnerstag

In einer Diskussion über die Sprachenfrage im Reichsrat in Wien rät Ministerpräsident Ernest von Körber den Deutschen und Tschechen unbedingt zur Verständigung. Während der Beratungen kommt es trotzdem zu Zusammenstößen zwischen den Abgeordneten beider Nationalitäten.

Zu seinem ersten Flug startet bei Paris das Luftschiff “Lebaudy I”, benannt nach den Zuckerfabrikanten Paul und Pierre Lebaudy. Sie stellten dem Ingenieur Henry Juillot die finanziellen Mittel für den Bau des Luftschiffes zur Verfügung.

14.11.1902, Freitag

Bei der Abstimmung über die Paragraphen 9 und 10 des Zolltarifgesetzes im Deutschen Reichstag kommt erstmals die namentliche Abstimmung zur Anwendung. Um die Einführung des neuen Modus hatte es in den Tagen zuvor heftige Auseinandersetzungen im Parlament gegeben.

15.11.1902, Samstag

Die Memoiren des Burenführers und südafrikanischen Ex-Präsidenten Paulus (“Ohm”) Krüger erscheinen als Buchausgabe zugleich in englischer, holländischer und deutscher Sprache.

Das Organ der Sozialdemokratischen Partei, “Vorwärts”, behauptet in einem Artikel unter der Überschrift “Krupp auf Capri”, der Unternehmer Friedrich Alfred Krupp sei homosexuell. Die Veröffentlichung löst einen Skandal aus.

Auf Leopold II., König der Belgier, werden mehrere Revolverschüsse von dem italienischen Anarchisten Gennaro Rubino abgegeben. Der Monarch bleibt unverletzt.

16.11.1902, Sonntag

Zu einem großen Erfolg wird die Aufführung von Oscar Wildes “Salome” in dem erst im August von Max Reinhardt gegründetem “Kleinen Theater” in Berlin. Allerdings kann es nur in einer geschlossenen Nachmittagsvorstellung gezeigt werden, da die Zensur das Stück für die Öffentlichkeit nicht freigibt.

17.11.1902, Montag

In den nördlichen Gebieten des Königreichs Siam (heute: Thailand) brechen Unruhen unter der Landbevölkerung aus. Sie protestiert gegen das brutale Vorgehen von Steuereintreibern. Bei Zahlungsrückständen hatten diese verschiedentlich Häuser der Schuldner zerstört oder abbrennen lassen.

Zwischen den italienischen Städten Rom und Mailand wird die längste Telefonstrecke Europas fertiggestellt.

In Berlin wird in Anwesenheit des Malers Adolph Menzel ein Denkmal für die Feuerwehrmänner der Hauptstadt eingeweiht.

18.11.1902, Dienstag

Die Regierung des Deutschen Reiches teilt mit, dass sie eine Anfrage des Reichstages über wirksame Maßnahmen gegen die allgemeine Fleischnot vorläufig nicht beantworten könne. Sie wolle erst angeforderte Informationen aus den einzelnen Bundesländern abwarten sowie die Ergebnisse einer geplanten Viehzählung.

Infolge zu geringer Mehrheiten im Parlament tritt die serbische Regierung unter Peter Velimirovic zurück. Neuer Ministerpräsident wird Zinzar Markovic.

Nach Ausweitung eines Massenstreiks für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen in Buenos Aires verhängt die argentinische Regierung den Belagerungszustand über die Hauptstadt. Zudem verabschiedet sie ein Gesetz, wonach Argentinier, die eine Bedrohung für die nationale Sicherheit darstellen, des Landes verwiesen werden können.

19.11.1902, Mittwoch

Auf ihren zweitägigen Beratungen bei der Generaldirektion der deutschen Staatseisenbahnen in Stuttgart verhandeln Vertreter anderer deutscher italienischer, österreichischer, ungarischer, schweizerischer und französischer Bahnen über Erweiterungen des europäischen Eisenbahnnetzes.

In den ehemaligen Burenrepubliken Transvaal und Oranjefreistaat wird ein halbes Jahr nach Beendigung des Burenkrieges am 31. Mai das Kriegsrecht aufgehoben.

20.11.1902, Donnerstag

Aus Petersburg (heute: Leningrad) wird mitgeteilt, dass der russische Finanzminister Sergei Witte eine größere Anzahl Beamter in Sibirien entlassen habe. Witte befindet sich auf einer Inspektionsreise mit der Transsibirischen Eisenbahn in Richtung Mandschurei. Dabei habe er festgestellt dass etliche Meldungen über Fertigstellungen von Stationen nicht der Wahrheit entsprächen.

Die deutsch-böhmischen Abgeordneten im österreichischen Reichsrat erklären sich zu Verhandlungen mit den Tschechen über die umstrittene Sprachenfrage bereit. Widerspruch gegen diese Verhandlungen legen jedoch Mitglieder aus der Fraktion des Alldeutschen Verbandes ein.

21.11.1902, Freitag

Aus dem Gebiet an der Nordwestgrenze von Britisch-Indien gehen britische Truppen gegen aufständische Wasiris vor. Die in den Bergen lebenden Stämme wehren sich gegen die Unterwerfung durch die britische Kolonialmacht. Wie die Londoner Zeitung “Daily Chronicle” schreibt, habe Großbritannien deshalb als souveräne Macht das Recht, sie zu züchtigen.

Zum ersten Mal wird im “Theater an der Wien” in der österreichischen Hauptstadt Franz Lehárs Operette “Wiener Frauen” aufgeführt. Später arbeitet Lehár sie zu “Der Schlüssel zum Paradies” um.

22.11.1902, Samstag

Im Alter von 48 Jahren stirbt der Industrielle Friedrich Alfred Krupp in Essen. Er hatte 1887 nach dem Tod seines Vaters Alfred Krupp die Leitung des Konzerns übernommen.

17 schweizerische Soldaten, die während des Streiks in Genf Anfang des Monats den militärischen Einsatz gegen die Arbeiter verweigert hatten werden vor ein Kriegsgericht gestellt.

An der schweizerisch-italienischen Grenze wird versucht, mit Hilfe von Spezialzäunen den Schmuggel einzudämmen.

23.11.1902, Sonntag

Mit dem Rückzug japanischer Soldaten aus Schanghai beginnt die Räumung der chinesischen Hafenstadt von den hier seit Beginn des Boxeraufstands 1901 stationierten ausländischen Besatzungstruppen.

Die sozialdemokratische Zeitung “Vorwärts” veröffentlicht den Wahlaufruf für die 1903 stattfindenden Reichstagswahlen und fordert zugleich zu einer Sammlung für die Finanzierung des Wahlkampfes auf.

In einem Volksentscheid votieren die Schweizer für die Bundessubventionen von Primarschulen.

24.11.1902, Montag

In der kubanischen Hauptstadt Havanna kommt es zu militärischen Übergriffen gegen streikende Arbeiter der Zigarettenmanufakturen und – fabriken.

Zum neuen Botschafter Serbiens in Berlin wird Michael Militrovic ernannt; er löst Peter Stejic ab, der in den Ruhestand geht.

25.11.1902, Dienstag

Das britische Unterhaus genehmigt mit 231 zu 120 Stimmen die Brüsseler Zuckerkonvention.

In einer Debatte im französischen Senat wird die hohe Zahl der Sterbefälle unter den Angehörigen der französischen Armee beklagt. Sie sei z. B. viermal so hoch wie in der Armee des Deutschen Reiches. Kriegsminister Louis André erklärt daraufhin, die Ursache der meisten Todesfälle sei die Schwindsucht, sie sei die “Krankheit Frankreichs”.

26.11.1902, Mittwoch

In seiner Rede anlässlich der Beerdigung von Friedrich Alfred Krupp beschuldigt Kaiser Wilhelm II. die Sozialdemokraten des Mordes an dem Unternehmer. Er bezieht sich damit auf den durch den “Vorwärts”-Artikel ausgelösten Skandal.

Nach der von der spanischen Regierung erlassenen Verordnung, dass der Unterricht an der Universität in Barcelona künftig nur noch in spanischer Sprache erfolgen darf, kommt es zu Unruhen unter den katalanischen Studenten.

Die britische Regierung beschließt, die für die Ansiedlung bedürftiger Familien in Südafrika geplanten Finanzmittel hauptsächlich Genossenschaften zur Verfügung zu stellen.

Der früh einsetzende strenge Winter in Nord- und Osteuropa führt zu großen Problemen in der Lebensmittelversorgung, in einigen Gebieten herrscht Hungersnot.

27.11.1902, Donnerstag

In der französischen Hafenstadt Marseille treten Hafen- und Werftarbeiter in den Streik für höheren Lohn. Der Ausstand wird erst Mitte Dezember mit einer Kompromisslösung beendet.

Frankreich und Ägypten unterzeichnen einen Handelsvertrag mit einer Gültigkeit von 21 Jahren.

Die italienische Regierung legt dem Parlament einen Gesetzentwurf über die Reform der Familiengesetzgebung vor, der u.a. die Ehescheidung ermöglicht.

Im Deutschen Reichstag kommt es zu erregten Debatten um die Geschäftsordnung, da vorgeschlagen wird, über das Zolltarifgesetz im Block abstimmen zu lassen. Dagegen wenden sich die Liberalen und Sozialdemokraten, da so kaum Möglichkeiten bestehen, gegen umstrittene Paragraphen des Gesetzes anzugehen.

Das Reichsmarineamt in Berlin gibt bekannt, dass drei Kriegsschiffe demnächst in die südamerikanischen Gewässer vor Venezuela aufbrechen. Mit der Anwesenheit deutschen Militärs soll die venezolanische Regierung unter Druck gesetzt werden, falls sie die Schuldenrückzahlung an deutsche Firmen verweigert.

28.11.1902, Freitag

Erstmalig muss eine Sitzung des Deutschen Reichstages unterbrochen werden, da es dem Präsidenten nicht gelingt, Ruhe herzustellen. Zu den lautstarken Auseinandersetzungen zwischen den Abgeordneten kam es während der Debatte um das Kartellwesen.

Anlässlich der Einweihung eines Kaiser-Friedrich-Museums und einer Gedenkhalle in Görlitz hält Kaiser Wilhelm II. eine Rede über Pflicht und Freiheit.

Wegen der andauernden Kämpfe zwischen den Truppen des marokkanischen Sultans und den Kabylen entsendet die französische Regierung das Mittelmeergeschwader in den Golf von Tetuan.

In Kopenhagen wird die Oper “Saul und David” von Carl August Nielsen uraufgeführt.

29.11.1902, Samstag

Das Haager Schiedsgericht entscheidet in dem Streitfall um Ansprüche auf das Beringmeer zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien zugunsten der USA.

Die französische Regierung veröffentlicht eine Liste der religiösen Gemeinschaften, deren Anerkennung durch das Parlament sie empfiehlt.

Am Wiener Burgtheater findet die Uraufführung des Dramas “Der arme Heinrich” von Gerhart Hauptmann statt.

Einen Beitrag über die stark dezimierten Indianer in Amerika veröffentlicht der “Tag” in seiner illustrierten Beilage.

30.11.1902, Sonntag

In Petersburg (heute: Leningrad) findet die erste behördlich genehmigte Arbeiterversammlung in Russland statt. Thema der Zusammenkunft ist die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation von Proletariern.

Vermittler aus den USA versuchen durch eine Kompromisslösung den Bürgerkrieg in Kolumbien zu beenden. Zunächst erreichen sie die Einhaltung einer Kampfpause.