Was geschah im November 1907

  • < 1906
  • 11.1907
  • 1908 >

Wetterstationen November 1907

1.11.1907, Freitag

In Tientsin enden die deutsch-chinesischen Verhandlungen über den Bau einer Eisenbahn von Tientsin nach Chinkiang. Die Mittel für den Bau werden von den Kolonialmächten Deutsches Reich und Großbritannien aufgebracht.

2.11.1907, Samstag

Im Vertrag von Kristiania (Oslo) garantieren das Deutsche Reich, Großbritannien, Frankreich und Russland die Integrität Norwegens.

In Wien wird die Operette “Die Dollarprinzessin” des österreichischen Komponisten Leo Fall uraufgeführt.

Bei den Wahlen zu den Bezirksräten in England und in Wales werden 121 Konservative, 29 Kandidaten der verschiedenen Arbeiterparteien und nur 22 Liberale gewählt. Unter den Gewählten befinden sich erstmals vier Frauen.

3.11.1907, Sonntag

Die griechische Regierung unter Jeorjios Theotokis veröffentlicht ein Rundschreiben an Österreich-Ungarn und Russland über die makedonische Frage. Darin wird Bulgarien vorgeworfen, die Unruhen immer neu zu beginnen, sobald die Feindseligkeiten von griechischer Seite eingestellt würden.

Der Schnellzug Utrecht- Amsterdam überfährt am Abend bei Hilversum vier Personen, die in der Dunkelheit den Bahndamm überschreiten wollen. Drei von ihnen werden getötet, der vierte schwer verletzt.

Bei einer Volksabstimmung in der Schweiz wird die Gesetzesvorlage über die Militärreorganisation mit 329 953 zu 267 605 Stimmen angenommen. Dadurch erhöhen sich die Militärausgaben ab 1. Januar 1908 um 15%. Für die Wehrpflicht gilt: Auszug vom 20. bis zum 32. Lebensjahr, Landwehr vom 33. bis zum 40. sowie Landsturm vom 41. bis zum 48. Lebensjahr.

Beim Kampf um die Einführung des Acht-Uhr-Ladenschlusses erhält der “Zentralverband der Handlungsgehilfen” Berlins die Unterschriften von 20 000 Geschäftsinhabern, die sich mit dieser Forderung solidarisch erklären.

4.11.1907, Montag

In Bukarest beginnen die Beratungen der Parlamentskommission über die Bauernreform. Die geplante Reform ist eine Reaktion auf die Bauernunruhen, bei denen Tausende von Menschen ums Leben gekommen sind.

In Brüssel tritt eine niederländisch-belgische Kommission zusammen, die die Aufgabe hat, die Beziehungen zwischen beiden Staaten rechtlich, administrativ und zolltechnisch enger zu gestalten. Die französische Presse sieht in diesen Verhandlungen Ansätze für ein niederländisch-belgisches Bündnis gegen das Deutsche Reich.

Die fünfte Strafkammer des Landgerichts I in Berlin verurteilt zwei zwölfjährige Mädchen zu einer Strafe von einer bzw. von zwei Wochen Gefängnis. Die beiden hatten wiederholt kleinen Kindern Geld abgenommen, das ihnen von den Eltern zum Einkaufen mitgegeben worden war.

Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen wird an der Universität Straßburg immatrikuliert.

5.11.1907, Dienstag

Vor dem Senat in Rom beginnt der Prozess gegen den früheren italienischen Unterrichtsminister Nunzio Nasi, dem umfangreiche Unterschlagungen vorgeworfen werden. Alle bisher ergangenen Gerichtsurteile gegen Nasi waren vom Kassationshof aufgehoben worden. Die Abgeordnetenkammer in Rom hatte daraufhin am 21. Juni 1907 beschlossen, Nasi vor den Staatsgerichtshof des Senats zu verweisen.

6.11.1907, Mittwoch

In Berlin beginnt der Beleidigungsprozess von Reichskanzler Bernhard Fürst von Bülow gegen den Schriftsteller Adolf Brand wegen dessen Vorwurf, der Kanzler habe homophile Neigungen.

In Großbritannien endet der Eisenbahnerstreik mit einem Kompromiss zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern unter Vermittlung von Handelsminister David Lloyd George. Die Anerkennung des Eisenbahnerverbands durch die Eisenbahngesellschaften wird nicht erreicht.

Auf dem deutschen Schulschiff “Blücher” sterben vor Flensburg nach einer Kesselexplosion acht Menschen.

Der 275. Todestag des schwedischen Königs Gustav II. Adolf wird in Schweden durch Gottesdienste und Schulfeiern festlich begangen. Gustav Adolf war während des Dreißigjährigen Kriegs am 16. November 1632 in der Schlacht bei Lützen gefallen.

7.11.1907, Donnerstag

In der britischen Kolonie Natal (Südafrika) bricht ein Kaffernaufstand aus. Die Kolonie lehnt die Hilfe des Mutterlandes zur Niederschlagung ab und unterdrückt die Revolte der Einheimischen bis Dezember.

8.11.1907, Freitag

Zwischen Paris und London wird erstmals eine Fotografie über ein Unterwasserkabel übertragen.

Der französische Bildhauer Auguste Rodin äußert sich in einem Interview ungehalten über den “Fortschritt”.

Infolge der Goldknappheit erhöht die Deutsche Reichsbank den Diskontsatz auf 7,5%, den höchsten Satz seit ihrem Bestehen. Am 7. November hat die Bank von England den Diskontsatz auf 7% erhöht – den höchsten Satz seit Beginn der Depression, die 1873 den Boom der Gründerzeit beendete.

Das Rektorat der Technischen Hochschule in Dresden gibt bekannt, dass weibliche Personen unter den gleichen Bedingungen wie männliche als Studierende aufgenommen, als Hörerinnen eingeschrieben und als Hospitantinnen zugelassen werden.

9.11.1907, Samstag

Beim traditionellen Lord Mayor’s Bankett in London fordert der britische Premierminister Henry Campbell-Bannerman eine internationale Abrüstung. Großbritannien sei ein Land, das keine aggressiven Pläne gegen seine Nachbarn hege.

Im Bürgersaal des Berliner Rathauses wird die erste freistudentische Konferenz eröffnet.

Einen starken Rückgang der männlichen Prostitution Unter den Linden und an den anderen Homosexuellentreffs in Berlin registriert die Polizei seit dem Harden-Moltke-Prozess. Jährlich werden in Berlin zwischen 1000 und 1200 Männer festgenommen, die in Frauen- oder Männerkleidern auf Kundenfang aus sind. Meist bleibt es jedoch bei der Feststellung der Personalien.

In Mailand wird die Oper “Marcella” von Umberto Giordano uraufgeführt.

10.11.1907, Sonntag

In Washington findet eine allgemeine zentralamerikanische Friedenskonferenz statt.

11.11.1907, Montag

König Eduard VII. von Großbritannien und Irland und Königin Alexandra empfangen am Bahnhof von Windsor den deutschen Kaiser Wilhelm II. und Kaiserin Auguste Viktoria.

12.11.1907, Dienstag

Der französische Außenminister Stéphan Pichon verteidigt das militärische Eingreifen Frankreichs in Marokko. Die Bluttaten von Casablanca und der Ausbruch des Fremdenhasses bei den Marokkanern dürften nicht ungestraft bleiben.

13.11.1907, Mittwoch

Die Vertreter der Ententemächte Großbritannien und Frankreich lenken “in freundschaftlicher Weise” die Aufmerksamkeit der bulgarischen Regierung auf die wiederholten Einfälle bulgarischer Banden in Makedonien, das zum Osmanischen Reich gehört. Sie empfehlen der Regierung eine genaue Bewachung der Grenze zum Osmanischen Reich.

In Toulouse beschließt eine Versammlung von 15 Erzbischöfen und Bischöfen Südfrankreichs, dass der französische Episkopat die Lehren des Stuhles Petri befolgen werde. Die Bischöfe werden “lehren, was die Kirche lehrt, und werden verdammen, was die Kirche verdammt”.

Im russischen Handelsministerium in Petersburg (Leningrad) beginnt eine Konferenz der Vertreter der Getreidebörsen über den enormen Anstieg der Getreidepreise. Die Teilnehmer erklären sich am 18. November gegen eine Bevorzugung der Binnentransporte gegenüber den Exportsendungen.

14.11.1907, Donnerstag

Der Deutsche Bundesrat genehmigt eine Flottennovelle über den Bau neuer Schiffe. Danach werden in den kommenden zehn Jahren 17 Linienschiffe sowie sechs Große und 19 Kleine Kreuzer gebaut.

In Petersburg (Leningrad) wird die dritte Duma, das russische Parlament, eröffnet. Aufgrund eines oktroyierten Wahlgesetzes hatten die Konservativen die absolute Mehrheit erreicht. Der konservative Oktobrist Nikolai A. Chomjakow wird mit 371 zu 9 Stimmen zum Präsidenten gewählt.

Das Bochumer Schöffengericht verurteilt einen sozialdemokratischen Redakteur zu einer Woche Gefängnis, weil er in einem Artikel einem Lehrer den Vorwurf gemacht hatte, er habe einem Schüler “unmäßige Haue” verabreicht. Nach Zeugenaussagen wiesen Rücken und Gesäß des Schülers zehn zweifingerbreite blutunterlaufene Streifen auf.

König Viktor Emanuel III. von Italien erlässt nach der Geburt einer Tochter eine Amnestie für Majestätsbeleidiger und Duellanten.

15.11.1907, Freitag

Zum ersten Mal erscheint im “San Francisco Chronicle” ein Comic strip.

Kaiser Wilhelm II. empfängt auf Schloss Windsor die Ehrendoktorwürde der juristischen Fakultät der Universität Oxford.

In Düsseldorf wird der Europäische Verband der Flaschenfabriken gegründet. Nach dem zu erwartenden Anschluss der US-amerikanischen Erzeuger besitzt der Verband das Weltmonopol für maschinelle Flaschenfabrikation mittels der Owens-Bottle-Maschine, deren Patent er erworben hat.

Das Deutsche Reich und Schweden unterzeichnen in Berlin den Vertrag über die Einrichtung einer Fährverbindung zwischen Saßnitz auf der Insel Rügen und Trelleborg.

16.11.1907, Samstag

Vier US-amerikanische Kanonenboote beziehen vor Schanghai Stellung, da in der chinesischen Provinz Tschekiang eine fremdenfeindliche Bewegung um sich greifen soll.

Der in Eisenach tagende deutsche Hochschulverband beschließt, Studentenausschüsse mit konfessionellen Verbindungen nur aufzunehmen, wenn diese Gruppen öffentlich erklären, auf nationalem Boden zu stehen und sich von ultramontanen Bestrebungen distanzieren.

Das Schöffengericht zu Meuselwitz verurteilt einen Knecht und eine Magd zu je zwei Tagen Haft oder 10 Mark Geldstrafe wegen “Entlaufens aus dem Dienst”. Die Magd hatte ohne Kündigung ihre Stelle verlassen, nachdem sie von ihrem Brotherrn mit der Peitsche aus dem Bett geprügelt worden war. Der Knecht war “entlaufen”, nachdem ihn der Sohn des Brotgebers geohrfeigt hatte. Gegen beide hatte der Gutsherr Anzeige erstattet.

Der Berliner Polizei gelingt die Verhaftung einer jugendlichen Diebesbande von 15 Knaben unter der Leitung des 14-Jährigen Alfred Hirtel. Die Jungen nächtigten seit den Sommerferien in Lauben, auf Möbelwagen, in Kanalisationsröhren sowie Höhlen und betrieben ein einträgliches Raubgeschäft. Dabei scheuten sie auch vor offenem Straßenraub nicht zurück.

Oklahoma wird als 46. Bundesstaat in die USA aufgenommen.

17.11.1907, Sonntag

Die russische Polizei hebt in Riga nach einem dreistündigen Feuergefecht, bei dem drei Männer und eine Frau getötet werden, eine Wohnung von antizaristischen Revolutionären aus.

In Frankfurt am Main tritt der zweite deutsche Privatbeamtentag unter Teilnahme von rund 3000 Delegierten zusammen. Zu den zentralen Forderungen zählen die Senkung des Rentenalters von 70 auf 65 Jahre sowie die Einführung einer Witwen- und Waisenversicherung.

Der Ungar Andreas Baronyi schwimmt in Wien mit 1:24,0 min. Weltrekord über 100 m Brust.

18.11.1907, Montag

Papst Pius X. erlässt ein Motu proprio über Bibelstudium und Modernismus. Darin fordert er u.a. die Entlassung aller Lehrer, deren Anschauungen von modernem Gedankengut verseucht seien.

Auf der Insel Formosa (Taiwan) meutert eine in japanischen Diensten stehende chinesische Kompanie, ermordet 63 Japaner und entflieht in unbewohnte Gegenden. Seit dem Chinesisch-Japanischen Krieg von 1895 gehört Formosa zu Japan. Die Besatzungsmacht hat seither mit immer wieder aufflackernden Aufständen gegen die Fremdherrschaft zu kämpfen.

19.11.1907, Dienstag

Die portugiesische Regierung unter dem Diktator Joao Franco verbietet die Abhaltung politischer Versammlungen und die Veröffentlichung politischer Agitationsartikel in der Presse.

Der österreichische deutsche Katholikentag in Wien fordert nach einem Referat des christlichsozialen Wiener Bürgermeisters Karl Lueger die “Wiederverchristlichung” der Schulen und besonders der Hochschulen.

20.11.1907, Mittwoch

Der Dampfer “Main” des Norddeutschen Lloyd sticht mit 2400 Zwischendeckspassagieren in New York Richtung Bremen in See. Täglich verlassen Tausende von Arbeitslosen die USA und strömen in die Heimat zurück. Auf den letzten drei Schiffen der HAPAG trafen in Hamburg 1200, 1800 und schließlich sogar 3200 Rückwanderer ein. Die Zahl von 3200 stellt einen Rekord in der Personenbeförderung auf einem Schiff zwischen den USA und Deutschland dar.

21.11.1907, Donnerstag

In Berlin tritt der zweite Parteitag der preußischen Sozialdemokratie zusammen. Am 23. November lehnen die Delegierten mit großer Mehrheit einen Antrag der sog. Revisionisten ab, eine selbständige preußische Landesorganisation zu gründen. Die Mehrheit befürchtet Kollisionen mit dem Zentralverband.

22.11.1907, Freitag

Die ersten Parlamentswahlen in der britischen Oranjeflusskolonie (Südafrika) bringen den Buren eine überwältigende Mehrheit.

23.11.1907, Samstag

In Konstantinopel (Istanbul) wird der Vertrag über die Bewässerung der Konya-Ebene unterzeichnet. Es handelt sich um die umfangreichste Bewässerungsanlage in Kleinasien seit der Antike. Die Anatolische Eisenbahngesellschaft wird die Bewässerung auf Kosten der osmanischen Regierung durchführen.

Marokkanische Berber greifen einen französischen Aufklärungstrupp in den Schluchten des Flusses Kiß an. Laut französischen Meldungen werden sie nach mehrstündigem Kampf in die Flucht geschlagen.

24.11.1907, Sonntag

Beim Kampf gegen den Gegensultan Mulai Abd Al Hafis besetzen die Truppen des marokkanischen Sultans Abd Al Hafis die Hafenstadt Mazagan (El-Jadida).

In Petersburg (Leningrad) werden 14 Mitglieder des Zentralkomitees der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands (SDAPR) verhaftet.

25.11.1907, Montag

Durch ein Dekret des portugiesischen Königs Carlos I. werden alle politischen Vergehen an einen Sondergerichtshof verwiesen, der nach einem summarischen Verfahren – eingeschränkte Rechte des Angeklagten – zu urteilen hat.

26.11.1907, Dienstag

Der preußische Ministerpräsident Bernhard Fürst von Bülow legt dem Landtag in Berlin den Gesetzentwurf zur Hebung des Deutschtums in Westpreußen und Posen vor.

Die deutsche Reichsregierung veröffentlicht den Entwurf eines Vereinsgesetzes. Frauen und Lehrlingen wird es danach nicht verboten sein, Vereinen beizutreten oder an politischen Versammlungen teilzunehmen.

Der Reichstag in Berlin debattiert auf Antrag der SPD über die hohen Kohlenpreise. Der preußische Handelsminister Klemens Delbrück stellt Gegenmaßnahmen der Regierung in Aussicht, hat jedoch wenig Hoffnung auf eine Preissenkung.

Auf 49 Versammlungen im Großraum Berlin erklären Sozialdemokraten die SPD für die einzige Partei, die “einen Zustand sozialer Gerechtigkeit herbeiführen will für alles, was Menschenantlitz trägt”, und fordern “für die nächsten Wahlen zum preußischen Abgeordnetenhaus das allgemeine, gleiche direkte und geheime Wahlrecht nach Maßgabe der Verhältniswahl für alle über 20 Jahre alten Staatsangehörigen ohne Unterschied des Geschlechts”.

August Strindberg eröffnet das Intima Teatern in Stockholm.

27.11.1907, Mittwoch

Die zweite badische Kammer in Karlsruhe wählt zum ersten Mal ein Mitglied des Zentrums, Konstantin Fehrenbach zum Präsidenten. Bisher haben immer die Nationalliberalen den Präsidenten gestellt. Die Wahl gilt als Zeichen für den Zerfall des liberal-sozialdemokratischen Blocks, da sich die SPD der Abstimmung enthalten hat.

In einem Erlass an die Provinzialschulkollegen weist der preußische Kultusminister Ludwig Holle auf die große Bedeutung der englischen Sprache in literarischer, kommerzieller und politischer Hinsicht hin. Er bezeichnet es als wünschenswert, dass Gymnasiasten beim Abschluss ihrer Schulbildung mit der englischen Sprache so vertraut sind, dass sie englischsprachige Bücher lesen können.

Der konservative spanische Ministerpräsident Antonio Maura y Montaner bezeichnet den Aufbau einer starken Flotte als den Eckpfeiler seiner Regierung. Am 30. Dezember genehmigt die Kammer einen Gesetzentwurf über die Reorganisation der Flotte.

Angesichts der revolutionären Unruhen in Persien droht Schah Mohammad Ali mit der Auflösung des Parlaments, falls die Minister und Abgeordneten die Lage nicht selbst unter Kontrolle brächten.

28.11.1907, Donnerstag

Reichskanzler Bernhard Fürst von Bülow nimmt im Reichstag in Berlin zur Eulenburg-Affäre Stellung. Die Affäre erregt in der Öffentlichkeit großes Aufsehen.

Zu Tumulten kommt es im österreichischen Parlament in Wien, als der polnische Abgeordnete Glombinski in scharfer Form gegen die preußische Enteignungsvorlage und den Dreibund polemisiert.

Truppen des marokkanischen Sultans Abd Al Asis unter Ben Bagd Asis schlagen nach zweitägigen Kämpfen im Schaujagebiet Truppen des Gegensultans Mulai Abd Al Hafis in die Flucht.

Angehörige des Berberstamms der Beni Snassen überschreiten im Nordosten Marokkos die Grenze und fallen in das französische Generalgouvernement Algerien ein.

29.11.1907, Freitag

Der russische Ministerpräsident Pjotr A. Stolypin verliest vor der Duma, dem Parlament in Petersburg (Leningrad), sein Regierungsprogramm. Zentrale Punkte seiner Rede sind die Ankündigung einer Agrarreform sowie der feste Wille der Regierung, die revolutionäre Bewegung zu zerschlagen.

30.11.1907, Samstag

In Lemberg (Lwow), der Hauptstadt des österreichischen Reichsteils Galizien und Lodomerien, versammeln sich Tausende von Poien zu einer Protestkundgebung gegen Preußen und fordern zum Boykott aller preußischen Waren auf. Ursache ist die Enteignungsvorlage der preußischen Regierung.

Im Rahmen der Sittlichkeitskampagne im Deutschen Reich veröffentlicht der Philosophie- und Pädagogikprofessor Friedrich Paulsen in der Berliner Zeitschrift “Die Woche” als Aufmacher den Artikel “Zum Kapitel der geschlechtlichen Sittlichkeit”.