Was geschah im November 1908

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Wetterstationen November 1908

1.11.1908, Sonntag

Der russische Außenminister Alexandr P. Iswolski erklärt in Petersburg (1924- 1991 Leningrad), dass Russland die Annexion Bosniens und der Herzegowina nicht anerkennen werde. Dadurch wird das Zustandekommen einer Balkankonferenz in Frage gestellt, da Österreich-Ungarn seine Teilnahme von einer vorherigen Anerkennung der Annexion abhängig macht.

In Leipzig und Dresden demonstrieren 90 000 Menschen für das allgemeine und gleiche Wahlrecht. Die von den Sozialdemokraten organisierten Kundgebungen richten sich gegen eine geplante Wahlrechtsreform der sächsischen Regierung.

Nach dem staatlichen Schiller-Preis, den er sich mit dem österreichischen Dramatiker Karl Schönherr teilen muss, erhält der deutsche Schriftsteller Ernst Hardt auch den privaten Volks-Schillerpreis zuerkannt. Beide Preise bekommt er für sein Drama “Tantris der Narr”, einer “Fortsetzung” des mittelhochdeutschen Versepos “Tristan und Isolde” von Gottfried von Straßburg.

In einem Fußball-Länderspiel besiegt die ungarische Mannschaft in Budapest Österreich mit 5:3.

Anlässlich des 50. Jahrestags der Übernahme Indiens ins Britische Reich erlässt König Eduard VII. ein Manifest. Darin kündigt er eine Erweiterung der politischen Rechte der Inder und einen Amnestie-Erlass für Indien an. Nach Auflösung der Ostindischen Kompanie 1858 war Indien der britischen Krone direkt unterstellt worden.

In Österreich-Ungarn tritt das Automobilhaftpflichtgesetz in Kraft. Die Versicherungsgesellschaften reagieren darauf mit einer Verdoppelung bis Verdreifachung der Prämien.

2.11.1908, Montag

Im britischen Unterhaus in London findet eine Debatte über das “Daily-Telegraph”-Interview des deutschen Kaisers Wilhelm II. statt. Dabei wird Kriegsminister Richard Burdon Viscount Haldane aufgefordert, das Schriftstück zu veröffentlichen, das den Feldzugsplan des deutschen Kaisers zur Beendigung des Burenkrieges enthält. Das Archiv des Kriegsministeriums besitze kein derartiges Schriftstück, erklärt Haldane.

Das “Berliner Tageblatt” veröffentlicht eine ausführliche Darstellung über die Nachprüfung des Kaiserinterviews im Auswärtigen Amt. Danach hat nur ein untergeordneter Beamter das Interview gelesen und “seinen Inhalt durchaus nicht welterschütternd” gefunden.

Die “Kölnische Zeitung” meldet, dass der Historienmaler Anton von Werner als Nachfolger Otto von Tschudis von Kaiser Wilhelm II. zum Direktor der Berliner Nationalgalerie ernannt worden sei. Tschudis engagierter Einsatz für die moderne Kunst hatte das Missfallen des Kaisers erregt. Eines der bekanntesten Gemälde Werners stellt die Kaiserproklamation im Jahr 1871 in Versailles dar.

3.11.1908, Dienstag

William Howard Taft, der Kandidat der Republikaner, gewinnt die Präsidentenwahl in den USA.

Auf Anweisung des russischen Generalgouverneurs werden in Warschau alle seit 1905 geschlossenen polnischen Lehranstalten wieder eröffnet. Die Schulen waren während der revolutionären Unruhen in Russland geschlossen worden.

Dem politischen und geistlichen Oberhaupt von Tibet, dem Dalai-Lama Thupten Gjatso, wird in Peking vom chinesischen Kaiser eine Auszeichnung verliehen sowie ein Jahresgehalt zugesprochen. Gleichzeitig wird er aufgefordert, nach Tibet zurückzukehren und dem Kaiser von China gehorsam zu sein.

4.11.1908, Mittwoch

In der französischen Abgeordnetenkammer in Paris beginnt eine mehrtägige Debatte über die Abschaffung der Todesstrafe. Am 11. November plädierte Justizminister Aristide Briand für deren Umwandlung in lebenslängliche Einzelhaft.

5.11.1908, Donnerstag

Viele deutsche Zeitungen appellieren an den wiedereröffneten Deutschen Reichstag, das Ansehen des Deutschen Reiches, das durch das Kaiser-Interview schwer gelitten habe, durch eine gemeinsame Aktion wiederherzustellen.

6.11.1908, Freitag

Kaiser Wilhelm II. besucht Kaiser Franz Joseph I. in Schloss Schönbrunn bei Wien. Die Begrüßung ist, nach halbamtlicher Mitteilung, “ganz ungewöhnlich herzlich”. Anschließend fährt der deutsche Kaiser nach Donaueschingen.

Die deutsch-konservative Fraktion im Deutschen Reichstag in Berlin gibt eine Erklärung zum Kaiser-Interview ab. Darin wird Kaiser Wilhelm II. gebeten, sich in Zukunft bei Äußerungen über die auswärtige Politik “eine größere Zurückhaltung” aufzuerlegen.

7.11.1908, Samstag

Die österreichische Regierung unter Ministerpräsident Max Wladimir Freiherr von Beck tritt zurück. Alle Versuche, nach der Auflösung des böhmischen Landtags zu einem Ausgleich mit den Tschechen zu gelangen, waren gescheitert.

Die niederländische Marine blockiert die venezolanische Küste. Damit protestiert die Niederlande gegen die Ausweisung ihres Botschafters aus Venezuela.

Der britische Physiker Ernest Rutherford gibt in London bekannt, dass es ihm gelungen sei, ein Atom zu isolieren. Für seine Forschungen auf den Gebieten Radioaktivität und Kernphysik erhält Rutherford den Nobelpreis.

Der deutsche Kronprinz Wilhelm unternimmt mit Ferdinand Graf von Zeppelin in dessen neuem Luftschiff eine Fahrt von Wilhelmshaven nach Donaueschingen und zurück.

8.11.1908, Sonntag

In Paris stirbt im Alter von 77 Jahren der französische Bühnenschriftsteller Victorien Sardou. Seine historischen Dramen und amüsanten Lustspiele machten ihn zu einem der meistgespielten französischen Gegenwartsautoren.

9.11.1908, Montag

Das Kriegsministerium in Berlin übernimmt das neue Luftschiff des Grafen Ferdinand von Zeppelin, das den Namen “Z I” trägt. Damit geht das fünfte von Zeppelin gebaute Luftschiff in den Besitz des Reichs über.

In Düsseldorf findet eine große Protestversammlung westdeutscher Städte, wirtschaftlicher Vereinigungen und industrieller Verbände gegen die geplante Elektrizitätssteuer statt. Eine solche würde großen Schaden hervorrufen.

10.11.1908, Dienstag

Im Deutschen Reichstag in Berlin werden Anfragen über das Kaiser-Interview eingebracht. In der zweitägigen Debatte geht es um Ministerverantwortlichkeit und Reformen im Auswärtigen Amt. Reichskanzler Bernhard Fürst von Bülow wagt nicht, die alleinige Verantwortung für das Erscheinen des Interviews zu übernehmen und verteidigt den Kaiser nur halbherzig.

Wegen seiner “Verdienste um das Vaterland” verleiht Kaiser Wilhelm II. dem Grafen Ferdinand von Zeppelin den Schwarzen-Adler-Orden, den höchsten preußischen Orden für Militär- und Zivilpersonen.

Vor der Wiener Universität kommt es zu Schlägereien zwischen deutschnationalen Studenten und Zionisten. Daraufhin wird die Universität bis 15. November geschlossen.

Auf Anweisung des Heiligen Synod, der obersten Behörde der russisch-orthodoxen Kirche, beendet die Polizei in Petersburg (1924- 1991 Leningrad) eine, Aufführung von Oscar Wildes Drama “Salome”.

Auf der Stettiner Vulkanwerft erfolgt der Stapellauf des Lloyddampfers “George Washington”, dem größten Schiff der deutschen Handelsflotte.

Das Appellationsgericht in Chicago weist ein Gesuch der US-Regierung ab, ein Verfahren gegen die Standard Oil Company wiederaufzunehmen. Ein Bundesgericht hatte ein Urteil gegen den Trust aufgehoben, in dem dieser zu einer Geldstrafe von 29 Mio. Dollar (123,4 Mio. Mark) verurteilt worden war.

11.11.1908, Mittwoch

Der ungarische Innenminister Gyula Graf Andrássy legt dem Abgeordnetenhaus in Budapest einen Entwurf zur Wahlreform vor. Danach werden die Wähler in vier Klassen eingeteilt. In der untersten Klasse der Analphabeten wählen je zehn Wahlberechtigte einen Wahlmann, der eine Stimme hat. Dagegen haben Angehörige der obersten Klasse (Mittelschulabsolventen und Steuerzahler ab 100 Kronen) je drei Stimmen. Die Sozialisten, Rumänen und Slawen protestieren gegen diesen Entwurf, der die Ungebildeten und nationalen Minderheiten benachteiligt.

12.11.1908, Donnerstag

Andrew Fisher wird Premierminister der zweiten Labour-Regierung in Australien seit Gründung der Republik 1901. Er löst das liberale Kabinett unter Alfred Deakin ab.

Durch eine Schlagwetterexplosion in der Zeche Radbod in Hamm (Westfalen) werden 368 Bergleute getötet.

13.11.1908, Freitag

Der Bürgermeister von Husum, Lothar Schücking, wird in Berlin wegen Pflichtverletzung und Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen zu 500 Mark Geldstrafe und Übernahme der Prozesskosten verurteilt.

Wegen zunehmender Entkräftung des 56-Jährigen Großherzogs Wilhelm IV. setzt die luxemburgische Abgeordnetenkammer seine Frau, die Großherzogin Maria Anna, als Regentin ein. Sie übernimmt die Regierung für ihre minderjährige Tochter Maria Adelheid.

Wilbur Wright gewinnt in Le Mans mit einem Flug bis 60 m Höhe den mit 1000 Francs (800 Mark) dotierten Höhenpreis.

14.11.1908, Samstag

In Peking stirbt im Alter von 37 Jahren der Kaiser von China, Kuang Hsü. Die Regentschaft für den minderjährigen Nachfolger, Prinz Pu Yi, übernimmt ein Bruder des verstorbenen Kaisers, Prinz Tschun.

Der bisherige österreichische Innenminister, Richard Graf Bienerth-Schmerling, bildet in Wien ein Beamtenkabinett.

An einem Schlaganfall stirbt in Donaueschingen der Chef des Militärkabinetts, Dietrich Graf von Hülsen-Haeseler. Zur Belustigung von Wilhelm II. hatte er vor diesem in Frauenkleidern getanzt und war nach der Vorführung tot zusammengebrochen.

Vor drei Hörern hält der 29-Jährige Physiker Albert Einstein an der Universität Bern seine erste Vorlesung über Strahlentheorie.

15.11.1908, Sonntag

Der belgische König Leopold II. unterzeichnet in Brüssel einen Vertrag, durch den die Hoheitsrechte über den Kongostaat auf den belgischen Staat übergehen.

Wegen der anhaltenden Kriegsstimmung im Nachbarland verstärkt Österreich-Ungarn an der serbischen Grenze seine Truppen.

16.11.1908, Montag

Die Präsidentschaftswahlen in Kuba, das seit 1906 von den USA verwaltet wird, gewinnt der Liberale José Miguel Gómez. Er war einer der Führer des Aufstands gegen die Spanier 1895- 98.

Mit einer Aufführung von Giuseppe Verdis Oper “Aida” debütiert der italienische Dirigent Arturo Toscanini an der Metropolitan Opera in New York. Gemeinsam mit Gustav Mahler hat er die Leitung des Opernorchesters übernommen.

17.11.1908, Dienstag

Im Neuen Palais in Potsdam haben Kaiser Wilhelm II. und Reichskanzler Bernhard Fürst von Bülow eine Aussprache über die “Daily-Telegraph”-Affäre. Formell billigt der Kaiser die Haltung des Kanzlers im Reichstag und in der Öffentlichkeit. Bülow bleibt im Amt.

In Berlin wird zwischen dem Deutschen Reich und Österreich sowie zwischen dem Deutschen Reich und Ungarn ein Vertrag über den gegenseitigen Schutz des gewerblichen Eigentums unterzeichnet.

In Paris wird als erste Aufführung der Gesellschaft “Film d’Art” (“Kunstfilm”) der Streifen “L’Assassinat du duc de Guise” (“Die Ermordung des Herzogs von Guise”) gezeigt.

18.11.1908, Mittwoch

In Südeuropa, besonders in Sizilien und Spanien, richten außergewöhnlich starke Regenfälle große Schäden an. Auch Menschenopfer sind zu beklagen.

19.11.1908, Donnerstag

Im Deutschen Reichstag im Berlin findet die erste Lesung der Vorlagen zur Reichsfinanzreform statt. In seiner Eröffnungsansprache weist Reichskanzler Bernhard Fürst von Bülow auf die schlechte finanzielle Situation des Reiches hin.

Der Atlas-Berberhäuptling Mulai Ahmed Ibn Muhammed Raisuli wird von Sultan Abd Al Hafis zum Gouverneur aller Stämme zwischen Tanger und Ksar el Kebir ernannt. Raisuli hatte 1906 durch Angriffe auf das spanische Elektrizitätswerk in Tanger die Landung spanischer und französischer Truppen in Marokko provoziert.

20.11.1908, Freitag

Im neuesten Heft seiner Wochenschrift “Die Zukunft” veröffentlicht Maximilian Harden einen Erlass des Kaisers über das “Hurra”-Rufen der Mannschaften der Flotte.

Im Berliner Kleinen Theater wird die Komödie “Moral” von Ludwig Thoma uraufgeführt.

Der demokratische Bürgermeister von Cleveland, Thomas Johnson, nimmt sich wegen Zahlungsunfähigkeit das Leben. Johnson hatte im Kampf gegen die Korruption sein ganzes Vermögen verloren.

Zwischen dem Deutschen Reich und Portugal kommt es zum Abschluss eines umfassenden Handelsvertrags. Beide Staaten sichern sich grundsätzlich die Meistbegünstigung zu.

Das britische Oberhaus in London lehnt das vom Unterhaus genehmigte Schankstättengesetz ab, da es ein Gewerbe staatlich regle, das bisher frei gewesen sei und ein Viertel aller Staatseinnahmen bringe.

21.11.1908, Samstag

In Berlin wird ein erster Schritt zur Vereinheitlichung des deutschen Eisenbahnwesens getan. Die Vertreter von sechs Ländern vereinbaren die Gründung eines deutschen Staatsbahnwagenverbandes. Ziel des Verbandes ist die gemeinsame Benutzung des deutschen Güterwagenparks.

Bei der Jahrhundertfeier der preußischen Städteordnung im Berliner Rathaus nimmt der Kaiser das Manuskript seiner Rede aus den Händen des Ministerpräsidenten entgegen. Damit werden die Konsequenzen aus den Vorgängen der letzten Wochen demonstriert.

Der Führer der belgischen Sozialisten, Emile Vandervelde, gibt den Austritt aus seiner Partei bekannt. Mit seinen Forderungen nach einer Angliederung des Kongostaats war er in Gegensatz zur Grundlinie der Sozialisten geraten.

22.11.1908, Sonntag

Der Schah von Persien, Mohammad Ali, gibt in Teheran bekannt, dass die Einberufung eines Parlaments den Gesetzen des Islam widerspreche. Deshalb habe er beschlossen, auch in Zukunft unter keinem Vorwand ein Parlament zuzulassen.

Mit einem Streik protestieren die Bergleute gegen die mangelhafte Sicherheit auf der Grube Karlingen bei Merlenbach in Lothringen. Sie befürchten eine ähnliche Katastrophe wie in Radbod.

23.11.1908, Montag

In München verliert die Liberale Partei bei den ersten Gemeindewahlen nach dem Proportionalsystem ihre absolute Mehrheit. Gewinner sind die Sozialdemokraten mit nun sieben statt bisher einem Sitz im Rathaus der bayerischen Hauptstadt.

In fünf belgischen Bergbaurevieren demonstrieren über 100 000 Bergarbeiter für die Einführung des Achtstundentags und für eine Alterspension.

Die US-Regierung beauftragt den Obersten Gerichtshof in Washington, zu prüfen, ob die Aufhebung eines Urteils gegen die Standard Oil Company rechtens ist.

Im britischen Oberhaus in London fordert der frühere Oberbefehlshaber der britischen Armee, Frederick Sleigh Roberts, die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht. Das Deutsche Reich könne trotz der Stärke der britischen Flotte leicht 200 000 Mann nach England schaffen. Dann sei eine starke Landarmee vonnöten. Für die deutsche Presse ist Roberts Forderung ein Beweis für die negativen Auswirkungen des Kaiser-Interviews in Großbritannien.

24.11.1908, Dienstag

Infolge der Ausschreitungen gegen italienische Studenten, die am Vortag in Wien für eine italienische Universität in Triest demonstriert hatten, finden an vielen italienischen Hochschulen Kundgebungen gegen Österreich-Ungarn statt. An der Universität Rom wird eine österreichische Fahne verbrannt.

Abd Al Hafis wird in Casablanca zum Sultan ausgerufen. Damit erkennt ihn auch die letzte große Stadt als neuen Herrscher von Marokko an.

An den Hochschulen des Großherzogtums Hessen werden Frauen unter den gleichen Bedingungen wie Männer zum Studium zugelassen.

25.11.1908, Mittwoch

Nahe der maltesischen Hauptstadt Valletta gerät der britische Dampfer “Sardinia” in Brand. 120 Menschen kommen bei dem Unglück ums Leben.

26.11.1908, Donnerstag

Nach seiner Rückkehr aus dem Himalaja-Gebiet wird der Asienforscher Sven Hedin auf seinem Heimweg nach Schweden in Tokio vom japanischen Kaiser empfangen.

Der Franzose Louis Wagner gewinnt auf Fiat den Großen Preis von Amerika in Savannah im US-Bundesstaat Georgia. Im Juni hatte er die Fernfahrt Petersburg-Moskau gewonnen.

27.11.1908, Freitag

In Prag werden Berliner Studenten von Tschechen tätlich angegriffen. Die Deutschen sind zum 60-Jährigen Jubiläum der Lese- und Redehalle nach Böhmen gekommen. Die Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Tschechen in Böhmen verschärfen sich.

Die montenegrinische Regierung in Cetinje richtet in einer Note an die Unterzeichner des Berliner Vertrages von 1878 Kompensationsforderungen für die Annexion Bosniens und der Herzegowina.

28.11.1908, Samstag

In Washington wird ein Vertrag zwischen den USA und Japan geschlossen, in dem sich beide Staaten ihren Besitz im Pazifischen Ozean verbürgen, eine Politik der “offenen Tür” für alle Nationen im Pazifik anerkennen und versprechen, sich bei auftauchenden Schwierigkeiten miteinander zu verständigen.

Bei einer Explosion in der Marianna Grube in Monongahela, US-Bundesstaat Pennsylvania, kommen über 100 Bergleute ums Leben.

In Paris beginnt die 11. Internationale Automobilausstellung. Sie dauert bis 13. Dezember.

29.11.1908, Sonntag

In einem Gespräch mit dem Chef des Generalstabs, General Helmuth von Moltke, sagt der deutsche Kronprinz Wilhelm, nur ein Krieg könne dem Deutschen Reich aus seiner verworrenen Lage heraushelfen. Moltke antwortet, die Zeit der Kabinettskriege sei vorbei und ein Krieg eine gefährliche Sache.

Die Ausschreitungen in Prag nehmen zu. Deutsche Studenten werden verletzt, österreichische Fahnen herabgerissen und zerfetzt.

30.11.1908, Montag

Anlässlich des 60. Jahrestags seines Regierungsantritts empfängt Kaiser Franz Joseph I. in Wien Huldigungsdeputationen des Reichsrats, der Landesvertretungen und des Wiener Gemeinderats.

Die revolutionären Unruhen in Haiti, die seit einigen Tagen das Regime des Diktators Alexis Nord bedrohen, weiten sich aus. Die Aufständischen nähern sich bereits der Hauptstadt Port-au-Prince.