Was geschah im November 1931

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Wetterstationen November 1931

1.11.1931, Sonntag

Der Dirigent Wilhelm Furtwängler äußert sich in der “Vossischen Zeitung” zur Bedrohung des Konzertlebens durch Schallplatte und Rundfunk.

Das KPD-Zentralorgan “Die Rote Fahne” fordert die “werktätigen Wähler der NSDAP und die Mitglieder der Sturmabteilungen” als “ehrliche Kämpfer gegen das Hungersystem” zum Kampf für den Sozialismus auf.

2.11.1931, Montag

Das Sekretariat des Genfer Völkerbundes gibt bekannt, dass 35 der 60 zur Teilnahme an einem einjährigen Rüstungsmoratorium aufgeforderten Staaten zugestimmt haben, darunter alle Großmächte.

Am Deutschen Theater in Berlin wird das Volksstück “Geschichten aus dem Wiener Wald” des Österreichers Ödön von Horváth uraufgeführt.

Der parteilose ostpreußische Reichstagsabgeordnete Wilhelm Mönke beschwert sich bei der, Reichsregierung über die zeitlichen Verzögerungen bei der Osthilfe Tausende von Bauern warteten aufgrund des komplizierten Bewilligungsverfahrens seit Monaten vergeblich auf Kredite.

3.11.1931, Dienstag

Der preußische Innenminister Carl Severing (SPD) untersagt mit Hinweis auf die Gefahr politischen Missbrauchs bis auf weiteres alle Umzüge und Versammlungen unter freiem Himmel. Ausnahmen gelten u.a. für Leichenbegängnisse ohne politischen Charakter, Züge von Hochzeitsgesellschaften und Prozessionen.

Rechtsextreme Studenten stören an der Universität Halle die Antrittsvorlesung des bei ihnen wegen seiner pazifistischen Überzeugung verhaßten Theologen Günther Dehn.

In Berlin werden die Brüder Erich und Franz Sass, denen u.a. der spektakuläre Einbruchsdiebstahl bei der Disconto-Gesellschaft im Januar 1929 zur Last gelegt wird, wegen des Verdachts der Falschmünzerei verhaftet. Die Ermittlungen führen aber nicht zur Anklageerhebung.

Das US-amerikanische Luftschiff “Akron” stellt auf einem Flug von Lakehurst bei New York nach Philadelphia mit 206 Menschen an Bord einen Rekord in der Luftbeförderung von Passagieren auf.

4.11.1931, Mittwoch

Im Pariser Théâtre Pigalle wird unter Regie von Louis Juvet die Tragödie “Judith” des französischen Autors Jean Giraudoux mit Rachel Berendt und Roger Karl in den Hauptrollen uraufgeführt.

Zur Bekämpfung von Muslimunruhen rücken britische Truppen in Kaschmir ein. Der Aufstand in dem zu 80% von Anhängern des Islam bewohnten Gebiet richtet sich gegen die seit der Eroberung Kaschmirs durch die Briten 1846 bestehende Herrschaft von Hindufürsten.

5.11.1931, Donnerstag

Reichskanzler Heinrich Brüning lehnt vor dem Reichsparteiausschuss des Zentrums in Berlin kategorisch jede Abwertung der Reichsmark ab.

Reichspräsident Paul von Hindenburg ordnet die Einsetzung eines direkt dem Reichskanzler unterstellten Reichskommissars für die Osthilfe an. Mit dieser Aufgabe wird der Rittergutsbesitzer Hans Schlange-Schöningen (Christliches Landvolk) betraut.

Der Landtag von Oldenburg lehnt mit 25 gegen 23 Stimmen die Wahl des Nationalsozialisten Heinrich Böhmcker zum Ministerpräsidenten ab. Der Antrag der 19köpfigen NSDAP-Fraktion, den Landtag aufzulösen, scheitert bei 25 Ja-Stimmen an der Zweidrittelmehrheit.

In Großbritannien bildet James Ramsey MacDonald ein neues Kabinett aus elf Konservativen, fünf Liberalen und vier Vertretern seiner eigenen National Labour Party.

Das Reichsgericht in Leipzig erkennt in fünfter Instanz im Prozess gegen den Maler und Graphiker George Grosz auf Einziehung und “Unbrauchbarmachung” eines Bildes, das den ans Kreuz geschlagenen Christus als deutschen Frontsoldaten zeigt. Dies verletzt nach Ansicht des höchsten deutschen Gerichts die religiösen Empfindungen der Betrachter.

6.11.1931, Freitag

Wegen befürchteter kommunistischer Gewaltaktionen am 14. Jahrestag der russischen Oktoberrevolution (7.11.) werden in Sachsen bis zum 11. November alle öffentlichen Umzüge verboten.

7.11.1931, Samstag

Die Schauspielerin Stella Kadmon eröffnet im Wiener Café Prückl die Kabarettbühne “Lieber Augustin”. Zu den Mitwirkenden gehören Peter Hammerschlag, Grete Wagner und Walter von Yarndal.

Ein Nationaler Sowjetkongress ruft in Juichin im kommunistisch beherrschten Teil der Provinz Kiangsi die erste Räterepublik in China aus.

Im zweiten “Kurfürstendamm-Prozess verurteilt das Schöffengericht Charlottenburg den Berliner SA-Chef Wolf Graf Helldorf und seinen Stabschef Karl Ernst wegen Landfriedensbruchs zu je sechs Monaten Gefängnis. Das Gericht sieht es nicht als erwiesen an, dass beide die Aktion geplant hatten.

Anstelle das am 12. Oktober demissionierten Hermann Höpker-Aschoff (Deutsche Staatspartei) wird der bisherige Leiter der Preußischen Zentralgenossenschaftskasse, Otto Klepper, preußischer Finanzminister.

Nach dreitägigen Kämpfen mit japanischen Truppen am Nonni-Fluss in der nördlichen Mandschurei wird der chinesische General Ma Tschang-san zum Rückzug gezwungen.

8.11.1931, Sonntag

Auf einer Kundgebung der Deutschnationalen Volkspartei in Darmstadt betont deren Vorsitzender Alfred Hugenberg die Eigenständigkeit seiner Partei gegenüber der NSDAP. Er habe nicht die Absicht, sich als “Mischmasch” zu fühlen, als “Vorspann” benutzen und dann einen Fußtritt geben zu lassen.

Auf Korsika beginnt ein Großeinsatz der Polizei gegen Räuberbanden.

Bei den Parlamentswahlen in Jugoslawien gemäß der Verfassung vom 3. September erringt die Einheitsliste der Regierung von Petar Zivkovic alle 305 Sitze in der Skup

9.11.1931, Montag

Ein Rundfunkvortrag von Karl Höltermann (Reichsbanner) über “Arbeiterschaft und Staat” führt zu einem Protest von Reichsinnenminister Wilhelm Groener.

Der am 6. November eröffnete Parteitag der französischen Radikalsozialisten (Linksliberale) in Paris fordert in einer Erklärung eine gleichzeitige internationale Abrüstung. Als Nachfolger von Edouard Daladier führt Edouard Herriot die rund 100 000 Mitglieder zählende Partei.

10.11.1931, Dienstag

In Hollywood erhält der Western “Cimarron” den Academy Award (Oscar) als bester Film des Jahres 1930/31. Als beste Schauspieler werden Lionel Barrymore und Marie Dressler mit dem Oscar geehrt.

Reichsarbeitsminister Adam Stegerwald erklärt den Schiedsspruch über die Senkung der. Gemeindearbeiterlöhne um 4,5% bis zum 31. März 1932 für verbindlich. Für die Arbeiter im Reichsdienst sowie bei der Reichsbahngesellschaft gilt eine Lohneinbuße in gleicher Höhe.

In der Debatte über die Thronrede von König Georg V. anlässlich der Eröffnung des britischen Unterhauses erklärt der am 3. November zum Vorsitzenden der Fraktion der Labour Party gewählte George Lansbury, die These von der Alleinschuld des Deutschen Reiches am Ausbruch des Weltkrieges 1914 sei moralisch nicht haltbar.

Pu Yi, der letzte chinesische Kaiser, verlässt sein Exil in Tientsin und begibt sich in die Hände der Japaner. Die geplante Gründung eines eigenen Staates in der Mandschurei unter Führung von Pu Yi wird zunächst aufgeschoben.

11.11.1931, Mittwoch

Der Autohersteller Stoewer Werke vormals Gebrüder Stoewer A. G. in Stettin stellt seine Zahlungen ein. Die Firma will mit der Stadt Stettin, den Banken und den Gläubigern über eine Fortführung des Betriebes verhandeln.

12.11.1931, Donnerstag

Gemäß einer Vereinbarung mit dem Bundesrat legen die Schweizer Großbanken erstmals Zwischenbilanzen vor. Am 30. September 1931 waren die Bilanzsummen gegenüber Ende 1930 um 860 Millionen (699 Mio. Reichsmark) auf 7,806 Milliarden Franken (6,34 Mrd. RM) gesunken.

Die zur Aufklärung der Unglücksfälle im belgischen Maastal eingesetzte Kommission erklärt den “tödlichen Nebel” mit einer intensiven Luftverschmutzung als Folge der Emissionen der Eisenindustrie.

Der Minenleger “Swan” der US-Navy rettet in der Karibik elf Besatzungsmitglieder des unter der Flagge von Costa Rica fahrenden Motorschiffes “Baden Baden”, die nach dem Untergang ihres Schiffes elf Tage lang in einem Rettungsboot umhergetrieben waren.

An den Staatsopern in München und Berlin wird die Oper “Das Herz” des deutschen Komponisten Hans Pfitzner uraufgeführt.

Im Stadion Hohe Warte wird der Wiener Club Vienna durch ein 2:1 (2:0) über den Wiener AC Sieger im internationalen Fußballwettbewerb um den Mitropapokal. Vienna hatte bereits das Hinspiel 3:2 gewonnen.

13.11.1931, Freitag

Unter Hinweis auf die häufigen Morde und Überfälle von Rechtsextremisten lehnt Reichspräsident Paul von Hindenburg einen Empfang von SA-Leuten ab.

14.11.1931, Samstag

An der Universität Lyon führt die Einweihung des ersten europäischen Lehrstuhls für Friedenskunde zu heftigen Protesten nationalistischer Studenten. Lehrstuhlinhaber ist der französische Jurist Jacques Lambert.

Die Deutsche Reichsbank verzeichnet gegenüber der Vorwoche einen Verlust von 72,2 Millionen Reichsmark an Gold und Devisen. Dadurch verringert sich die Notendeckung von 27,8% auf 26,7%.

15.11.1931, Sonntag

In der Krolloper in Berlin wird unter Leitung von Cornelis Bronsgeest mit einer Aufführung der Operette “1001 Nacht” von Johann Strauß die erste Funkoper aufgeführt und über den Sender Königswusterhausen ausgestrahlt.

Bei den Landtagswahlen in Hessen wird die NSDAP mit 37% der Stimmen und 27 Mandaten stärkste Partei.

16.11.1931, Montag

In Berlin wird der frühere Generaldirektor der Schultheiß-Patzenhofer A. G., Ludwig Katzenellenbogen, wegen des Verdachts verdeckter Aktiengeschäfte verhaftet.

17.11.1931, Dienstag

Reichspräsident Paul von Hindenburg erlässt eine neue Osthilfeverordnung, die Zwangsvollstreckungen gegen zahlungsunfähige Landwirte für unzulässig erklärt.

Ein Gericht in Middlesborom im US-Bundesstaat Kentucky erhebt gegen den Schriftsteller Theodore Dreiser und acht weitere Publizisten Anklage “wegen eines auf Staatsumsturz gerichteten verbrecherischen Syndikalismus”. Die Beklagten hatten die seit Monaten bestreikten Kohlengruben im Harlan County besucht und die Öffentlichkeit über die Not der Bergleute informiert.

In einer Konferenz mit den Innenministern der Länder in Berlin fordert Reichsinnenminister Wilhelm Groener energische Maßnahmen gegen die “Mordseuche”. Er nennt die fortdauernden politischen Morde eine “Kulturschande”.

18.11.1931, Mittwoch

Das SPD-Zentralorgan “Vorwärts” wendet sich gegen die Einheitsfront-Propaganda der KPD: Die Arbeiter hätten die Wahl, mit der SPD gegen den Faschismus zu kämpfen oder gegen sie zu opponieren und “Klassenverrat” zum “Nutzen des Faschismus zu betreiben”.

NSDAP-Führer Adolf Hitler informiert in Berlin in einem vierstündigen Gespräch Hermine von Schönaich-Carolath, die zweite Frau des im niederländischen Exil lebenden früheren deutschen Kaisers Wilhelm II., über die Ziele seiner Partei. Die NSDAP-Führung bemüht sich darum, auch in monarchistischen Kreisen Sympathien zu gewinnen.

Im Mandschurei-Konflikt besetzen die japanischen Truppen Tsitsikar sowie den Ort Agantschi am Knotenpunkt der Ostchinesischen und der Südmandschurischen Eisenbahn.

19.11.1931, Donnerstag

In Frankreich läuft der Film “Die Hündin” (Le chien) von Jean Renoir mit Michel Simon in der Hauptrolle an.

Die Berliner Bank für Handel und Grundbesitz wird geschlossen, nachdem eine Bilanzprüfung betrügerische Manipulationen ergeben hat. Die Reichsregierung beauftragt die Dresdner Bank mit der Abwicklung der Geschäfte.

Im Prozess gegen die Brüder Leo und Willy Sklarek vor dem Schwurgericht in Berlin-Moabit sagt der als Zeuge geladene Berliner Ex-Oberbürgermeister Gustav Böß aus, von den Verfehlungen, die den Sklareks zur Last gelegt werden, nichts gewusst zu haben.

In Paris enden die am 12. Oktober eröffneten deutsch-französischen Wirtschaftsgespräche mit einer Einigung über das weitere Vorgehen in der Reparationenfrage.

20.11.1931, Freitag

Die deutsche Reichsregierung stellt entsprechend dem Youngplan von 1929 den Antrag auf Einberufung des Beratenden Sonderausschusses zur Überprüfung der deutschen Zahlungsfähigkeit.

Der preußische Innenminister Carl Severing (SPD) weist die Polizeibehörden des Landes an, solche Versammlungen sofort aufzulösen, in denen in irgendeiner Form zu Gewalttätigkeiten aufgerufen wird.

Das spanische Parlament spricht den im April emigrierten König Alfons XIII. des Hochverrats und Verfassungsbruches schuldig und erklärt ihn “außerhalb des Gesetzes stehend”.

Der britische Handelsminister Walter Runciman (Liberale) erlässt mit Wirkung vom 25. November eine Verordnung über Einfuhrzölle, mit der für 23 Warenkategorien von Halb- und Fertigfabrikaten ein Wertzoll von 50% eingeführt wird. Ab 27. November erhebt Großbritannien auf Agrarprodukte-12% Zoll.

Die Berliner Staatsanwaltschaft leitet ein Ermittlungsverfahren gegen die Inhaber des in Konkurs gegangenen Berliner Bankhauses Max Marcus & Co. ein. Sie sollen Kundengelder in Höhe von 4,2 Millionen Reichsmark veruntreut haben.

21.11.1931, Samstag

Eine in Essen veröffentlichte Erklärung der katholischen Seelsorger des Ruhrgebietes wendet sich unter Hinweis auf die Notlage der Bergarbeiterfamilien gegen einen weiteren Lohnabbau.

In Berlin wird das in Zusammenarbeit mit dem Dichter Gottfried Benn entstandene Oratorium “Das Unaufhörliche” von Paul Hindemith uraufgeführt. Der Dirigent ist Otto Klemperer.

22.11.1931, Sonntag

Paul Whitman dirigiert in Chicago die Uraufführung des Orchesterwerkes Grand Canyon Suite von Ferdinand Grofé.

Reichskanzler Heinrich Brüning ruft im Rundfunk zu Spenden für die von der Liga der freien Wohlfahrtsverbände initiierte Winterhilfe für Arbeitslose auf.

23.11.1931, Montag

Das Reichsgericht in Leipzig verurteilt den Herausgeber der Zeitschrift “Die Weltbühne”, Carl von Ossietzky, und den Schriftsteller Walter Kreiser “wegen des Verrats militärischer Geheimnisse” zu je 18 Monaten Gefängnis.

Der Reichswirtschaftsbeirat der deutschen Reichsregierung legt acht Leitsätze zur Wirtschaftspolitik vor.

Der britische Diplomat Alfred Frederick Yenken empfängt in Berlin den NSDAP-Funktionär Hermann Göring zu einem Informationsgespräch. Dabei kritisiert Göring u.a. die westlichen Handelskontakte mit der UdSSR und kündigt an, eine NSDAP-geführte Regierung werde keine Reparationen mehr leisten.

24.11.1931, Dienstag

Der in Magdeburg tagende Bundesrat des republikanischen Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold erklärt die Mitgliedschaft im Reichsbanner und in der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAP) für unvereinbar.

In der “Frankfurter Zeitung” begründet Robert Breuer vom Hauptvorstand des Schutzverbandes Deutscher Schriftsteller (SDS) den Ausschluss von 18 meist kommunistischen Autoren mit deren Forderung nach Umwandlung des SDS in eine Autorengewerkschaft.

25.11.1931, Mittwoch

Der frühere hessische NSDAP-Landtagsabgeordnete Wilhelm Schäfer übergibt der Polizei Umsturzpläne seiner ehemaligen Partei, die Mitte September 1931 auf dem Boxheimer Hof bei Lampertheim beraten wurden, dessen Pächter der NSDAP-Landtagsabgeordnete Richard Wagner ist.

26.11.1931, Donnerstag

Wegen der Gefahr eines Verbots der NSDAP lässt Adolf Hitler seinen Berliner Beauftragten Hermann Göring bei Reichsinnenminister Wilhelm Groener eine Legalitätserklärung abgeben. Darin heißt es u.a., die “Boxheimer Dokumente” seien ohne Mitwirkung der Münchner Parteizentrale entstanden.

Vor der französischen Deputiertenkammer erklärt sich Ministerpräsident Pierre Laval mit einer Kürzung der Reparationsansprüche gegenüber dem Deutschen Reich nur in dem Maße einverstanden, wie Frankreich selbst Nachlass bei seinen Gläubigern erhalte.

27.11.1931, Freitag

In London beginnt eine Konferenz über die Zukunft des vom britischen Vizekönig für Indien mitverwalteten Burma. Die weder geographisch noch ethnographisch zu Indien gehörige Region soll eine innere Autonomie erhalten.

Im Berliner Capitol-Kino wird der Film “Mädchen in Uniform” von Leontine Sagan nach dem Stück “Gestern und heute” von Christa Winsloe mit Dorothea Wieck und Hertha Thiele in den Hauptrollen uraufgeführt.

Vor dem Hauptausschuss des Reichsverbandes der Deutschen Industrie in Berlin fordert dessen Präsident Gustav Krupp von Bohlen und Halbach wegen der zahlreichen Skandale eine “Selbstreinigung” der Wirtschaft und äußert seine Befürchtung, dass noch zahlreiche weitere Konkurse zu erwarten seien.

In Paris endet ein zweitägiger internationaler Abrüstungskongress. Die öffentliche Schlusssitzung im Trocadero wird von Rechtsextremisten gestört.

28.11.1931, Samstag

Ein Dekret der sowjetischen Regierung führt zum 1. Dezember in der Mehrzahl der Betriebe die sechstägige Arbeitswoche ein und gesteht den Beschäftigten fünf freie Tage im Monat zu. Damit endet die am 27. August 1929 eingeführte fünftägige- ununterbrochene Arbeitswoche, bei der jeweils 80% der Belegschaft arbeiteten und 20% reihum einen freien Tag hatten.

Im Großen Schauspielhaus in Berlin hat die Neuinszenierung von Jacques Offenbachs Oper “Hoffmanns Erzählungen” in der musikalischen Bearbeitung von Leo Blech und der textlichen Neufassung von Egon Friedell und Hanns Saßmann Premiere. In der Inszenierung von Max Reinhardt sind u.a. Hans Fidesser, Tatjana Menotti und Göta Ljungberg zu sehen.

29.11.1931, Sonntag

Unter dem Motto “Staat greif zu” fordert das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold auf zwölf Massenkundgebungen in Berlin angesichts der “Boxheimer Dokumente” ein energisches Vorgehen gegen die Nationalsozialisten.

Im KPD-Zentralorgan “Die Rote Fahne” erklärt der KPD-Vorsitzende Ernst Thälmann: “Wir sagen den Arbeitern, der Faschismus beginnt nicht, wenn Hitler kommt, er hat längst begonnen.” Damit zieht sich die KPD nach einer vorübergehenden taktischen Wendung auf alte Positionen zurück. Zwischenzeitlich wurde in der NSDAP die größere Gefahr im Vergleich zum “Sozialfaschismus” der SPD gesehen.

In Basel besiegt die österreichische Fußballnationalelf vor 24 000 Zuschauern die Auswahl der Schweiz 8:1 (2:1).

30.11.1931, Montag

Die ungarische Regierung gibt bekannt, dass ein Putschversuch rechter Kreise aufgedeckt worden ist.

Der Kurs des britischen Pfundes fällt an den internationalen Devisenbörsen auf 3,41 US-Dollar bzw. 14,73 Reichsmark und hat damit den tiefsten Stand seit 1918 erreicht.

NSDAP-Führer Adolf Hitler befiehlt die Gründung eines Nationalsozialistischen Fliegerkorps, dem alle “an der Flugwaffe ausgebildeten” NSDAP-Mitglieder beitreten sollen.