Was geschah im November 1939

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1.11.1939, Mittwoch

Durch Erlass von Generalfeldmarschall Hermann Göring wird eine Haupttreuhandstelle Ost zur Erfüllung wirtschaftlicher Aufgaben im ehemaligen Polen geschaffen.

Der Oberste Sowjet billigt die Eingliederung der ehemals polnischen Westukraine in die UdSSR.

Eine Polizeiverordnung vom 19. Oktober 1939 über die Sammlung von Küchen- und Nahrungsmittelabfällen aus Privathaushalten in Haussammeleimern tritt im Deutschen Reich in Kraft. Verwertbare Reste werden von der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt abgeholt.

Im Deutschen Reich tritt die am Vortag erlassene Erste Ergänzungsverordnung zur Kriegssonderstrafrechtsverordnung (17. 8. 1939) in Kraft. Sie bedroht mehr als dreitägige unbefugte Abwesenheit von der Truppe mit bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe und Fahnenflucht mit lebenslänglich Zuchthaus oder Tod.

Der Oberste Sowjet der UdSSR billigt die Eingliederung WestweißRusslands in die Weißrussische Sowjetrepublik.

Die Schweiz verbietet die Kontrolle des Warenverkehrs von Schweizer Firmen durch ausländische Behörden.

In Tilsit wird der Film “Die Reise nach Tilsit” nach Hermann Sudermann unter der Regie von Veit Harlan uraufgeführt. In den Hauptrollen sind Kristina Söderbaum und Fritz van Dongen zu sehen.

3.11.1939, Freitag

Das Deutsche Reich und die UdSSR unterzeichnen ein Umsiedlungsabkommen. Als Gegenleistung für die Rückführung der Volksdeutschen aus der Westukraine und Weißrussland dürfen Ukrainer, Weißrussen, Russen und Ruthenen das polnische Generalgouvernement verlassen.

Die Deutsche Umsiedlungs-Treuhand wird als Dienststelle des Reichskommissars für die Festigung des Deutschen Volkstums, Heinrich Himmler, gegründet. Sie soll Umsiedler vermögensrechtlich betreuen und Kredite gewähren.

In Preßburg demonstrieren Studenten gegen die Besetzung slowakischer Gebiete durch Ungarn. Es kommt zu Auseinandersetzungen, in deren Verlauf fünf deutsche Geschäfte demoliert werden.

Der Schweizer Rundfunk beginnt mit besonderen Sendungen für Soldaten.

4.11.1939, Samstag

US-Präsident Franklin Delano Roosevelt unterzeichnet eine revidierte Neutralitätsakte. Sie erlaubt Kriegführenden, gegen Barzahlung Waffen in den USA zu kaufen und auf eigenen Schiffen abzutransportieren.

Zur Vorbereitung einer Wiedereröffnung der Universität Krakau findet ein Gottesdienst statt. Die rund 500 Teilnehmer singen zum Schluss die polnische Nationalhymne, wobei die Zeile “Das freie Vaterland segne, o Herr” in “Das freie Vaterland gib uns, o Herr” geändert wird.

In Prag vollzieht Reichsbildungsminister Bernhard Rust die Übernahme der Hochschule als Deutsche Karls-Universität in deutsche Verwaltung.

Das Zürcher Hallenstadion wird mit einem großen Sportfest eingeweiht.

5.11.1939, Sonntag

Zur ersten Filmfeierstunde der Hitlerjugend (HJ) spricht Reichspropagandaminister Joseph Goebbels.

Das britische Innenministerium gestattet die Öffnung der Kinos bis 23 Uhr, nachdem sie am 3. September zunächst geschlossen worden waren und ab 15. September bis 18 Uhr geöffnet waren.

In den deutschen Fußball-Gauligen beginnt die Kriegsmeisterschaft 1939/40.

6.11.1939, Montag

Der gesamte Lehrkörper der Jagiellonischen Universität Krakau wird von der Schutzstaffel (SS) verhaftet und in Konzentrationslager überführt.

Anlässlich des Borromäus-Tages finden in den deutschen katholischen Gemeinden Veranstaltungen statt, auf denen für das katholische Schrifttum geworben und zur Versendung von Abhandlungen, Zeitschriften und Büchern an katholische Soldaten im Felde ermuntert wird.

Infolge des auch in Italien eingeschränkten Benzinverbrauchs sind in Italien (44,4 Millionen Einwohner) über fünf Millionen Fahrräder in Gebrauch.

7.11.1939, Dienstag

Der Termin für den Beginn der deutschen Offensive im Westen wird wegen des überaus schlechten Wetters zunächst vom 12. auf den 15. November verschoben.

Hans Frank, Generalgouverneur für Polen, siedelt von Lodz nach Krakau über. Er residiert auf dem in “Krakauer Burg” umbenannten Wawel.

Leopold III., König der Belgier, und Königin Wilhelmina der Niederlande bieten dem Deutschen Reich, Großbritannien und Frankreich ihre Vermittlung zur Herbeiführung des Friedens an.

Die Kraftfahrzeughalter im Deutschen Reich werden zum Abschluss einer Haftpflichtversicherung für Sach- und Personenschäden verpflichtet. Das Gesetz tritt am 1. Juli 1940 in Kraft.

8.11.1939, Mittwoch

Ein Bombenattentat auf Führer und Reichskanzler Adolf Hitler im Münchner Bürgerbräukeller schlägt fehl.

In Kladno im Reichsprotektorat Böhmen und Mähren kommt es bei der Vorführung von Leni Riefenstahls Olympiafilm zu antideutschen Manifestationen. Gegen einen nicht eingreifenden tschechischen Polizisten wird ein Disziplinarverfahren eingeleitet.

Die polnische Exilregierung in Frankreich beschließt die Bildung eines Ministerkomitees für Fragen des besetzten Landes. Unter General Stefan Rowecki (Deckname “Grot”) wird die Untergrundarmee “Verband für den bewaffneten Kampf” gebildet.

9.11.1939, Donnerstag

In Venlo entführen Männer der Schutzstaffel (SS) die britischen Geheimdienstoffiziere S. Payne Best und R. H. Stevens, die eine Liste mit Namen von Agenten in den von der Wehrmacht besetzten Gebieten mit sich führen.

Im Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar werden nach Eintreffen der Nachricht vom Attentat auf Führer und Reichskanzler Adolf Hitler 21 österreichische und deutsche Juden erschossen.

10.11.1939, Freitag

Auf Antrag von General Henri Guisan ordnet der Schweizer Bundesrat ein Wiederaufgebot von Truppen an (“Novemberalarm”). Auch Belgien macht wegen der Nachrichten über deutsche Truppenkonzentrationen an seiner Grenze mobil.

Generalfeldmarschall Hermann Göring ruft die deutsche Bevölkerung auf, sich “in das Ganze” einzuordnen und das Querulantentum zu bekämpfen.

11.11.1939, Samstag

Der Bezirk Lodz im ehemaligen Polen wird in den neugeschaffenen Reichsgau Posen eingegliedert.

In einem Staatsakt werden die sieben Toten des Bombenanschlags im Münchner Bürgerbräukeller vom 8. November in der bayerischen Hauptstadt beigesetzt.

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler gratuliert dem italienischen König Viktor Emanuel III. zu dessen 70. Geburtstag.

In Teilen des besetzten Polen werden Plakate zur Erinnerung an die Gründung der Polnischen Republik am 11. November 1918 angeschlagen. Generalgouverneur Hans Frank ordnet an, dass “in jedem Haus, in dem das Plakat hängen bleibt, ein Bewohner erschossen wird”.

In Berlin tagt eine deutsche Rektorenkonferenz. Thema ist die geplante Wiedereröffnung aller Hochschulen des Reiches zum Frühjahrstrimester 1940.

12.11.1939, Sonntag

Generalgouverneur Hans Frank erklärt in Krakau im polnischen Generalgouvernement, es sei “der Wille des Führers, dass dieses Gebiet das erste Kolonialgebiet der deutschen Nation sei”.

König Georg VI. von Großbritannien und Frankreichs Staatspräsident Albert Lebrun lehnen ein belgisch-niederländisches Vermittlungsangebot für einen Friedensschluss ab. Lebrun erklärt, ein wahrer Friede sei nur durch die Wiederherstellung von Österreich, der Tschechoslowakei und Polen zu erreichen.

Vor 45 000 Zuschauern trennen sich in Breslau die deutsche Fußball-Nationalmannschaft und eine Auswahlmannschaft von Böhmen-Mähren 4:4 (2:4).

In Zürich schlägt die Schweizer Fußball-Nationalelf den zweifachen Weltmeister Italien 3:1 (1:1).

13.11.1939, Montag

Die am 2. November wiederaufgenommenen Moskauer Verhandlungen zwischen Finnland und der UdSSR über die von Moskau verlangten Grenzrevisionen werden unterbrochen.

Die Führung der Kongress-Partei teilt der britischen Regierung mit, dass in ganz Indien eine Politik der Nicht-Kooperation betrieben werde.

König Karl II. von Rumänien macht den kriegführenden Mächten ein geheimes Friedensvermittlungsangebot das sowohl vom Deutschen Reich als auch von den Westmächten abgelehnt wird.

In einer Weisung an die deutschen Bühnen verbietet Propagandaminister Joseph Goebbels die Aufführung von Kompositionen aus “Feindländern”. Ausgenommen sind die Werke Frédéric Chopins und Georges Bizets Oper “Carmen”.

15.11.1939, Mittwoch

Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop teilt Belgien und den Niederlanden mit, dass nach der britisch-französischen Ablehnung ihres Vorschlags einer Friedensvermittlung (7. 11.) für die Reichsregierung die Sache erledigt sei.

In Prag kommt es zu einer antideutschen Studentenkundgebung.

Eine Säuglings- und Kleinkinderpflegeverordnung beschränkt die Tätigkeit jüdischen Pflegepersonals im Deutschen Reich auf jüdische Anstalten.

Bei einem Petroleumbrand in Lagunillas bei Maracaibo (Venezuela) kommen über 1000 Menschen ums Leben.

In Genua läuft das italienische Schlachtschiff “Imperio” (35 000 t) vom Stapel.

Das Lied “On ira pendre notre linge sur la ligne Siegfried” von Ray Ventura und den Collegiens wird in Frankreich zum Hit. Populär ist das Lied auch bei den Briten unter dem Titel “We are hanging our Washing on the Siegfried-Line”.

16.11.1939, Donnerstag

Generalfeldmarschall Hermann Göring, der Beauftragte für den Vierjahresplan befiehlt eine verstärkte Anwerbung polnischer Arbeitskräfte.

Australiens Premierminister Robert Gordon Menzies verkündet die allgemeine Wehrpflicht für alle über 21-Jährigen Männer ab 4. Januar 1940.

17.11.1939, Freitag

Die tschechischen Hochschulen in Böhmen und Mähren werden auf drei Jahre geschlossen. Neun “Rädelsführer” der Kundgebungen in Prag (15. 11.) werden standrechtlich erschossen.

Als erster Gebietsverband der Sturmabteilung (SA) beginnt die westfälische SA mit vormilitärischer Ausbildung.

Auf einer Tagung des britisch-französischen Obersten Kriegsrats in London wird die Bildung eines gemeinsamen Wirtschaftsrates beschlossen.

18.11.1939, Samstag

General Johannes Blaskowitz legt Führer und Reichskanzler Adolf Hitler einen Bericht über Gewalttaten deutscher Polizei und SS-Einsatzgruppen im besetzten Polen vor.

Den Juden im Distrikt Krakau wird das Tragen eines Judensterns mit Wirkung zum 1. Dezember 1939 befohlen.

Bei einer Besprechung zwischen Amtsangehörigen und Wirtschaftsführern im Wehrwirtschafts- und Rüstungsamt (WRü) fordert Hermann Bücher, Vorstandsvorsitzender der AEG, eine “einheitliche Führung der Wirtschaft”.

Der niederländische Passagierdampfer “Simon Bolivar” (8309 t) läuft im Kanal auf eine Mine. 84 Fahrgäste und Besatzungsmitglieder kommen ums Leben.

Der Zentralverlag der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) kündigt die ersten 100 000 Exemplare des Bildbandes “Auf den Straßen des Sieges – Erlebnisse mit dem Führer in Polen” von Reichspressechef Otto Dietrich an.

19.11.1939, Sonntag

Vor rund 5000 Zuhörern im Freiburger Münster erklärt Erzbischof Conrad Gröber, die Kirche verbiete es “jedem Katholiken, zum Kriege zu hetzen oder bei Kriegstreibereien hilfreich zu sein”.

In den Bistumsblättern der katholischen Diözesen Passau und Freiburg im Breisgau werden Dankadressen für die Rettung von Führer und Reichskanzler Adolf Hitler vor dem Attentat im Bürgerbräukeller (8. 11.) veröffentlicht.

Der tschechische Rundfunk meldet die Erschießung von drei Tschechen, die am 14. November einen Volksdeutschen aus Karanice (Bezirk Chlumec) mit einer Latte erheblich verletzt hatten.

Robert Ley, der Leiter der Deutschen Arbeitsfront (DAF), richtet einen Aufruf an alle “Schaffenden Großdeutschlands” in dem es u.a. heißt: “Sozialismus gegen Kapitalismus. Das ist unser Schlachtruf.”

20.11.1939, Montag

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler befiehlt in der Weisung Nr. 8 für die Kriegführung die Fortsetzung des Aufmarsches im Westen. Der Angriff soll mit den Stichworten “Danzig” ausgelöst und “Augsburg” gestoppt werden.

Deutsche Flugzeuge werfen vor der englischen Ostküste Magnetminen ab.

Die geheimen Lageberichte des Sicherheitsdienstes der SS klagen über ein vielerorts “allzu freundliches Verhalten eines Teils der Bevölkerung gegenüber polnischen Kriegsgefangenen”.

Im Deutschen Reich treten für zunächst vier Wochen erhöhte Butter-, Kakao- und Milchrationen für Kinder in Kraft. Für Dezember erhalten alle Bezugsberechtigten Sonderzuteilungen an Fleisch, Butter, Eiern, Reis, Hülsenfrüchten, Schokolade und Lebkuchen.

Die niederländische Fluggesellschaft KLM Royal Dutch Airlines markiert ihre Maschinen aus Sicherheitsgründen mit leuchtend gelber Farbe. Ab 1. Dezember wollen die belgische SABENA und die schwedische ABA folgen.

21.11.1939, Dienstag

Heinrich Himmler, Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei, gibt bekannt dass der 36 Jahre alte Schreinergeselle Johann Georg Elser den Bombenanschlag im Münchner Bürgerbräukeller gestanden hat.

Der britische Kreuzer “Belfast” wird durch einen Minentreffer im schottischen Firth of Forth schwer beschädigt.

Das Deutsche Reich und die Slowakei unterzeichnen in Berlin einen Vertrag über die Rückgabe der 1920, 1924 und 1938 von Polen in Besitz genommenen slowakischen Gebietsteile an die Slowakei.

In Warschau nimmt ein deutsches Sondergericht die Arbeit auf.

22.11.1939, Mittwoch

In den Wiener Gemeindebezirken II und IV werden zahlreiche kommunistische Flugblätter mit der Aufschrift “Hitler zieh hin, es kommt Stalin” verstreut.

Der “Völkische Beobachter” beschuldigt den früheren NS-Führer Otto Strasser der Urheberschaft am Münchner-Attentat vom 8. November. Strasser war 1930 aus der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) ausgetreten und 1933 emigriert.

Die niederländische Regierung rät allen Reedereien, ihre Schiffe wegen Minengefahr vorläufig nicht auslaufen zu lassen.

23.11.1939, Donnerstag

Vor führenden Offizieren in Berlin kündigt Führer und Reichskanzler Adolf Hitler die baldige Westoffensive an.

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler verleiht erstmals das neugeschaffene Schutzwall-Ehrenzeichen. Zu den Empfängern gehört Fritz Todt, der Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen.

Südlich von Island versenken die deutschen Schlachtschiffe “Scharnhorst” und “Gneisenau” den britischen Hilfskreuzer “Rawalpindi” (16 697 t).

Bei Shoeburyness vor der britischen Ostküste bergen britische Spezialisten eine deutsche Magnetmine.

Reichserziehungsminister Bernhard Rust informiert die deutschen Technischen Hochschulen über die Studienneuordnung. Künftig soll die Studiendauer sieben Semester (pro Jahr zwei Semester mit 30 Wochenstunden) betragen, hinzu kommt die Zeit für die Diplomarbeit.

24.11.1939, Freitag

Der Volksgerichtshof in Berlin verurteilt ehemalige Funktionäre des Einheitsverbandes der Eisenbahner wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu langjährigen Gefängnis- und Zuchthausstrafen.

In Rumänien bildet Gheorge Tatarâscu ein neues Kabinett. Nach der Ermordung von Ministerpräsident Armand Câlinescu (21. 9.) hatte Konstantin Argetoianu zunächst die Regierungsgeschäfte geführt.

In Stockholm wird die Oper “Königin Elisabeth” des deutschen Komponisten Fried Walter uraufgeführt.

Der Deutsche Olympische Ausschuss und das Organisationskomitee für die V. Olympischen Winterspiele geben den Auftrag zur Ausrichtung der Spiele 1940 an das Internationale Olympische Komitee zurück.

25.11.1939, Samstag

Das Rassepolitische Amt der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) legt eine Denkschrift über die Behandlung der polnischen Bevölkerung vor, die rechtlich, kulturell und sozial von der deutschen Bevölkerung strengstens isoliert werden soll.

Bei der Abfahrt von Südtiroler Umsiedlern ins Deutsche Reich kommt es auf dem Bahnhof Brenner zu anti-italienischen Kundgebungen. Es werden Rufe laut wie “Häßliches Italien – Heil Hitler!”

Durch eine Verordnung zum Schutz der Wehrkraft im Deutschen Reich wird in schweren Fällen mit dem Tode bedroht wer einen kriegswichtigen Betrieb stört. Verbotener Umgang mit Kriegsgefangenen kann mit Zuchthaus bestraft werden.

26.11.1939, Sonntag

Um Produktionsausfälle in der Kriegsindustrie zu vermeiden wurde der Buß- und Bettag durch Führer-Erlass (18. 11.) auf einen Sonntag verlegt.

Die Sowjetregierung protestiert bei der finnischen Regierung gegen die Beschießung sowjetischer Truppen durch finnische Artillerie.

Zum dritten Jahrestag der Einführung der Preiskontrolle im Deutschen Reich wird der Lebenshaltungskostenindex für September 1939 mit 125,7 (1912/13: 100) angegeben (November 1936: 124,39).

In Basel beginnt der erste Kurs für Rotkreuzfahrerinnen. Erstmals in der modernen Geschichte der Schweiz werden damit Frauen militärisch ausgebildet.

Vor 90 000 Zuschauern im Berliner Olympia-Stadion besiegt die deutsche Fußball-Nationalelf den zweifachen Weltmeister Italien 5:2 (2:2).

27.11.1939, Montag

In den eingegliederten Ostgebieten wird die Reichsmark (RM) alleiniges Zahlungsmittel (1 RM = 2 Zloty).

Großbritanniens König Georg VI. unterzeichnet ein Dekret über die Durchführung der über das Deutsche Reich verhängten Ausfuhrblockade. Frankreich schließt sich dieser Maßnahme an.

In Berlin halten Reichskulturkammer und die NS-Gemeinschaft “Kraft durch Freude” (KdF) ihre Jahrestagung ab. Bisher sind 6481 Wehrmachtsveranstaltungen von KdF durchgeführt worden.

In der Sowjetunion hat der zweite Teil des Films “Der große Patriot” (Weliki grashderin) über das Schicksal eines Parteisekretärs zwischen 1925 und 1934 Premiere (Regie: Friedrich M. Ermler).