Was geschah im November 1944

  • < 1943
  • 11.1944
  • 1945 >

1.11.1944, Mittwoch

Bei einer alliierten Luftoffensive gegen Köln sind seit dem 28. Oktober insgesamt 9000 t Bomben abgeworfen worden. Die ganze Stadt steht in Flammen.

Britische Truppen landen auf der Insel Walcheren in der Scheldemündung. Mit der Eroberung der Insel wollen sie von See her Zugang zum Hafen von Antwerpen (Belgien) bekommen.

Der polnische Dokumentarfilm “Majdanek” über das gleichnamige deutsche Vernichtungslager bei Lublin, der vom Filmstudio der polnischen Armee produziert wurde, wird zum ersten Mal in der Öffentlichkeit vorgeführt.

Erstmals seit dem 18. April 1942 erscheint wieder ein US-amerikanisches Flugzeug über Tokio.

Über Radio Paris fordert eine französische Untersuchungskommission für Kriegsverbrechen die Bevölkerung des Landes auf, genaue Listen mit den Namen aller Kriegsverbrecher und ihren Vergehen zu erstellen.

2.11.1944, Donnerstag

In Großbritannien kommt es zu heftigen Debatten über die Frage nach dem Zeitpunkt des Kriegsendes. Während die militärische Führungsspitze mit einer Beendigung der Kriegshandlungen vor dem Jahreswechsel rechnet, geht Premierminister Winston Churchill davon aus, dass sich die Kämpfe noch bis in das Jahr 1945 hinziehen werden.

In einem gewagten Unternehmen sprengen sechs britische “Mosquito”-Bomber aus 25 m Höhe das Hauptquartier der deutschen Geheimen Staatspolizei in Arhus (Dänemark).

Die britische Regierung teilt der polnischen Exilregierung unter Ministerpräsident Stanislaw Mikolajczyk im sog. Cadogan-Brief mit, dass sie keine Garantie für die Unabhängigkeit des polnischen Staates aussprechen könne, da es nicht gelungen sei, Mikolajczyk zum Verzicht auf die Gebiete östlich der Curzon-Linie zu bewegen.

3.11.1944, Freitag

Der Hafen von Antwerpen (Belgien) wird durch die Alliierten wiedereröffnet, nachdem er in einer mehrwöchigen Aktion von Minen befreit worden ist.

Nach Meldungen der deutschen Presse musste der Einzelhandel des Deutschen Reiches im Laufe der Kriegsjahre bisher rund 45% der Arbeitskräfte an die Wehrmacht und die Rüstungsindustrie abgeben. Andererseits ist der Arbeitsaufwand für die Verkaufsläden durch verlängerte Ladenzeiten und das komplizierte Markensystem wesentlich größer geworden.

Das griechische Verkehrsministerium gibt bekannt, dass vom Vorkriegsbestand der griechischen Eisenbahnen lediglich zehn Lokomotiven und 40 halbzerstörte Güterwagen übriggeblieben sind. Personenwagen sind überhaupt nicht mehr vorhanden.

Der Pariser Bevölkerung wird amtlich mitgeteilt, dass vor dem 1. Januar 1945 keine Kohle für Heizzwecke zur Verfügung stehen werde.

4.11.1944, Samstag

Der spanische Staatschef Francisco Franco Bahamonde steckt in einem Presseinterview die politischen Positionen seines Regimes ab. Er bezeichnet Spanien außenpolitisch als neutral und innenpolitisch als eine sich auf Waffen stützende Demokratie.

Die Versorgungslage in den von der deutschen Besatzung befreiten Ländern Frankreich, Belgien und Niederlande ist katastrophal. Dies wird auf einer Pressekonferenz in London von Sprechern der drei Länder mitgeteilt.

Die 8. US-Luftflotte wirft 1030 t Bomben auf Treibstofflager in Hamburg.

Bochum, im Ruhrgebiet und damit im Zentrum der deutschen Rüstungsindustrie gelegen, erleidet seinen schwersten von insgesamt 150 Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg.

5.11.1944, Sonntag

Deutsche Truppen erobern die ostpreußische Stadt Goldap zurück, die am 22. Oktober von der Roten Armee eingenommen worden war.

6.11.1944, Montag

Die sowjetische Regierung lehnt das Ersuchen des schweizerischen Bundesrates ab, die diplomatischen Beziehungen zwischen den Regierungen beider Länder wiederaufzunehmen.

Der residierende britische Staatsminister im Nahen Osten, Walter Edward Guiness Baron Moyne of Bury St. Edmunds, wird in Kairo von zwei jüdischen Attentätern erschossen. Die beiden Männer, die zu der extremistischen jüdischen “Stern”-Gruppe gehören, wollen mit dem Mordanschlag gegen die britische Palästinapolitik protestieren.

Die italienische Regierung meldet die Bildung einer eigenen italienischen Armee, die etwa sechs Divisionen stark ist und an der Seite der alliierten Streitkräfte in den Krieg eintreten soll.

Die “Provisorische Regierung Frankreichs” setzt alle Diskriminierungsgesetze gegen Juden außer Kraft. Die Durchführung dieser Maßnahme erweist sich jedoch in einigen Punkten als problematisch. Es handelt sich dabei vor allem um das Rückkehrrecht der Juden an ihre früheren Arbeitsplätze und in ihre Wohnungen sowie um die Rückgabe ihres konfiszierten Besitzes.

In Liverpool (Großbritannien) nimmt die bisher größte Penicillinfabrik der Welt ihre Produktion auf.

7.11.1944, Dienstag

Auf der Eisenbahnstrecke Obertürkheim- Untertürkheim bei Stuttgart stößt ein Vorortzug mit einem leeren Personenzug zusammen. Aus den Trümmern werden 40 Tote geborgen.

Im Hotel “Rotes Haus” in Straßburg treffen sich führende deutsche Industrielle, um im Hinblick auf die bevorstehende militärische Niederlage des Deutschen Reiches die Vorbereitung der Nachkriegsproduktion zu planen.

Der deutsche Journalist und sowjetische Spion Richard Sorge wird nach dreijähriger Haft in Tokio hingerichtet. Sorge hatte, getarnt als Korrespondent der “Frankfurter Zeitung”, seit 1933 Geheiminformationen in japanischen Regierungskreisen gesammelt und an die Sowjetunion weitergegeben.

Franklin Delano Roosevelt geht erneut als Sieger aus den Präsidentschaftswahlen der USA hervor.

Die beiden Verkehrsknotenzonen Ludwigshafen- Aschaffenburg und Nürnberg- Treuchtlingen- München- Rosenheim werden von alliierten Kampfflugzeugen angegriffen.

8.11.1944, Mittwoch

US-amerikanische Truppen eröffnen bei Metz in Frankreich eine Offensive gegen die deutschen Truppen.

Der deutsche Reichspropagandaminister Joseph Goebbels berichtet erstmals offiziell über den Einsatz der “V 2”, die seit dem 8. September vor allem auf London abgeschossen wird.

Rund 60 000 Personen, die der Kollaboration mit den Deutschen verdächtigt werden, befinden sich nach Mitteilung des belgischen Ministerpräsidenten Hubert Pierlot in seinem Land in Haft.

Beinahe die gesamte Infrastruktur Griechenlands ist von deutschen Truppen bei ihrem Abzug zerstört worden. Dies geht aus einem Bericht des britischen Außenministers Robert Anthony Eden hervor.

9.11.1944, Donnerstag

Eine deutsche Patrouille eröffnet in Kopenhagen auf offener Straße das Feuer auf Passanten. Zehn Menschen sterben. Vermutlich handelt es sich bei der Aktion um eine Vergeltungsmaßnahme für den Tod von zwei deutschen Soldaten, die am 6. November von Widerstandskämpfern erschossen worden waren.

Die USA erkennen die neue Regierung Guatemalas an, die am 22. Oktober die Macht übernommen hatte.

10.11.1944, Freitag

Die Alliierten erkennen die moskaunahe albanische Regierung unter Ministerpräsident Enver Hoxha an.

Da die Straßenbahnen immer mehr zum innerstädtischen Güterverkehr herangezogen werden, verfügt der deutsche Reichsinnenminister Heinrich Himmler, dass “für die Dauer kriegsbedingter Verhältnisse” Schienenfahrzeuge grundsätzlich Vorfahrt haben.

Der britische Premierminister Winston Churchill trifft zu einem viertägigen Besuch in Paris ein, um mit Charles de Gaulle, Ministerpräsident der “Provisorischen Regierung der Französischen Republik”, über Nachkriegsfragen zu verhandeln.

In Köln werden 13 Mitglieder der deutschen Widerstandsorganisation “Edelweißpiraten” hingerichtet.

11.11.1944, Samstag

Der US-Soldat Eddi Slovik wird von einem Kriegsgericht wegen Fahnenflucht zum Tode verurteilt und am 31. Januar 1945 erschossen. Er ist der einzige von 40 000 US-Deserteuren, der wegen dieses Vergehens hingerichtet wird.

In Bern stellt der Ingenieur Karl Zanini eine Baumaschine vor, die nach seinen Angaben Bombardierungsschutt in vollwertiges Baumaterial umwandeln kann.

12.11.1944, Sonntag

Statt der üblichen Erinnerungsfeierlichkeiten zum Jahrestag des Münchner Putsches vom 9. November 1923 lässt der deutsche Führer und Reichskanzler Adolf Hitler eine verspätete Proklamation verlesen. Darin verkündet er die vollständige Eingliederung der Wehrmacht in den Nationalsozialismus.

Das bereits am 3. April durch Minen beschädigte deutsche Schlachtschiff “Tirpitz” wird im norwegischen Tromsöfjord durch einen britischen Bombenangriff versenkt.

13.11.1944, Montag

In der britischen Presse mehren sich die Gerüchte, dass der deutsche Führer und Reichskanzler Adolf Hitler durch Reichsführer SS Heinrich Himmler von der ersten Machtposition im Deutschen Reich verdrängt worden ist. Über Hitler werden die verschiedensten Mutmaßungen angestellt, wobei von Krankheit, Flucht, Tod und Gefangenschaft die Rede ist. Die Gerüchte werden von deutscher Seite dementiert.

Die letzte der zahllosen repressiven Verordnungen gegen Juden im Deutschen Reich tritt in Kraft: Ihnen wird der Aufenthalt in Wärmehallen verboten.

Der deutsche Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Herbert Backe, führt mit dem 69. Verteilungsabschnitt eine neue Reichseierkarte ein.

14.11.1944, Dienstag

Die Regierung der Schweiz teilt mit, dass sie selbst in Fällen drohender Lebensgefahr nicht allen Flüchtlingen ohne Prüfung Asyl gewähren könne.

Freifranzösische Truppen besetzen die Republik Andorra mit der Begründung, dass Frankreich für die “Sicherheit im Pyrenäengebiet” sorgen müsse.

In London legt die “Europäische Beratende Kommission” im sog.2. Zonenprotokoll die Besatzungszonen im Nachkriegsdeutschland fest. Ein alliierter Kontrollrat ist als oberste Besatzungsinstanz vorgesehen.

Der sowjetische General Andrej A. Wlassow gründet in Prag ein “Komitee zur Befreiung der Völker Russlands” und beginnt mit der Aufstellung einer “Russischen Befreiungsarmee”.

15.11.1944, Mittwoch

Die Belieferung der jugoslawischen Befreiungsarmee unter Josip Tito mit Kriegsmaterialien erreicht einen Höhepunkt. In den vorangegangenen 48 Stunden transportierten 500 britische Flugzeuge 660 t Hilfsgüter in die von den Partisanen kontrollierten Gebiete.

Die französische Regierung überlässt vorübergehend dem alliierten Oberkommando unter US-General Dwight D. Eisenhower den Eiffelturm in Paris als Rundfunkstation.

Das Kriegsproduktionsamt der Vereinigten Staaten teilt mit, dass sich die täglichen Kriegskosten der USA auf rund 286 Millionen US-Dollar belaufen.

Das Schauspiel “La femme du boulanger” (Die Frau des Bäckers) von Marcel Pagnol wird im französischen Rundfunk uraufgeführt.

Durch ein Gesetz werden die rund 1000 reichsten Griechen mit einer in vier Raten zu entrichtenden Sondersteuer belegt, die etwa 1,5 Millionen Pfund Sterling einbringen soll.

16.11.1944, Donnerstag

Die Lebensmittel können im Deutschen Reich nicht mehr gleichmäßig verteilt werden, da das Transportsystem völlig überlastet ist. Dies geht aus einer Verlautbarung des Reichsernährungsstandes hervor.

Die Regierung des “Unabhängigen Staates Kroatien” erlässt ein Gesetz, das jede öffentliche oder private Tätigkeit verbietet, die nicht direkt oder indirekt den Zwecken nationaler Verteidigung dient.

Der Film “Ein fröhliches Haus” wird in Berlin uraufgeführt. In den Hauptrollen sind Ursula Herking und Georg Thomalla zu sehen.

17.11.1944, Freitag

US-Präsident Franklin Delano Roosevelt teilt auf eine Anfrage des Ministerpräsidenten der polnischen Exilregierung, Stanislaw Mikolajczyk, mit, dass die USA keine Garantie für die Grenzen Polens übernehmen können.

Die Mitglieder des weiblichen Arbeitsdienstes werden im gesamten Deutschen Reich künftig zur Bedienung der Scheinwerfer bei der Flak eingesetzt; die freiwerdenden Soldaten gehen an die Front.

18.11.1944, Samstag

Seit dem 2. November sind auf Anordnung Adolf Eichmanns, des Leiters der Abteilung Judenangelegenheiten im Reichssicherheitshauptamt in Berlin, etwa 38 000 Juden aus Budapest in die deutschen Konzentrationslager Ravensbrück, Buchenwald u.a. transportiert worden. Etwa 4000 Menschen konnten durch Intervention des schwedischen Diplomaten Raoul Wallenberg gerettet werden.

Die belgische Regierung bestimmt durch ein Dekret die Entwaffnung aller noch bestehenden Widerstandsgruppen. Diese Anordnung führt zu Streiks und allgemeiner Unruhe im Land.

Die gesamte deutsche Westfront verfügt lediglich über 775 einsatzbereite Panzer, während die Alliierten mit der zehnfachen Materialmenge operieren.

19.11.1944, Sonntag

Zur Eröffnung der “6. Kriegserzeugerschlacht” gibt der deutsche Reichsernährungsminister Herbert Backe “Richtlinien für die Arbeit im sechsten Kriegsjahr” für alle Landwirte heraus.

Die britische Admiralität bestätigt offiziell, dass ein deutsches U-Boot seit August 1941 für die britische Flotte fährt. Der Kommandant von “U 570” war vor drei Jahren mitsamt seinem Boot übergelaufen und hat seither mit großem Erfolg gegen die deutsche Seemacht gekämpft.

20.11.1944, Montag

Der deutsche Führer und Reichskanzler Adolf Hitler verlässt endgültig sein langjähriges Hauptquartier “Wolfsschanze” bei Rastenburg in Ostpreußen. Er zieht in den 1943 erbauten “Führerbunker” im Garten der Reichskanzlei in Berlin um.

Bisher sind insgesamt 210 deutsche Fernraketen “V 2” auf Großbritannien niedergegangen, 96 davon auf London. Durch den Einsatz der “Geheimwaffe” kamen bisher 456 Menschen ums Leben.

21.11.1944, Dienstag

In Bolivien wird ein Putschversuch von Militärs gegen Staatspräsident Gualberto Villaroel, der seit dem 20. Dezember 1943 an der Macht ist, niedergeschlagen. Die Führer der Aufstandsbewegung werden festgenommen.

Über die Philippineninsel Leyte rast ein Taifun, der Häuser und Brücken wegreißt, Straßen überschwemmt und Bäche in Flüsse verwandelt. Die Naturgewalten zwingen die japanischen und US-amerikanischen Truppen zu einer Kampfpause.

22.11.1944, Mittwoch

Der US-amerikanische Gewerkschaftsbund bekräftigt seine Haltung, vorerst keine Streiks auszurufen.

Die deutschen Soldaten werden von der Ostseeinsel Ösel (Estland) evakuiert, weil sie den Angriffen sowjetischer Land-, See- und Luftstreitkräfte nicht mehr länger standhalten können.

23.11.1944, Donnerstag

Einheiten der 7. US-Armee unter dem Oberbefehl von General Alexander M. Patch erobern Straßburg und erreichen damit den Rhein.

24.11.1944, Freitag

Die japanische Hauptstadt Tokio wird erstmals seit zweieinhalb Jahren wieder von US-amerikanischen Bombern angegriffen.

Der Ministerpräsident der polnischen Exilregierung, Stanislaw Mikolajczyk, tritt zurück. Er hatte sich zur Anerkennung der “Curzon-Linie” als Ostgrenze Polens bereit erklärt und daraufhin die Unterstützung aller in der Exilregierung vertretenen Parteien verloren.

25.11.1944, Samstag

Der deutsche Führer und Reichskanzler Adolf Hitler erlässt einen Durchhaltebefehl: Er ordnet “todesmutige Tapferkeit” für die Kommandoführungen auch in ausweglosen Situationen an.

In Berlin verkündet der deutsche Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Joseph Goebbels, in einer Rede: “Der Wille des deutschen Volkes, auszuhalten und zu kämpfen, bis es den Ansturm seiner Feinde endgültig abgeschlagen hat, verbindet sich mit seiner wachsenden militärischen Kraft zur Gestaltung einer für den Feind völlig veränderten Situation.”

26.11.1944, Sonntag

Der deutsche Reichsführer SS Heinrich Himmler befiehlt, die Vergasungen im Vernichtungslager Auschwitz einzustellen und alle Spuren zu beseitigen. Die Häftlinge werden u.a. in die Lager Dachau und Bergen-Belsen verlegt.

US-Bomberverbände werfen 1993 t Bomben auf die Eisenbahnanlagen von Paderborn, Bielefeld, Hamm, Osnabrück, Hannover und Gütersloh. Außerdem wird die Ölraffinerie in Misburg bei Hannover bombardiert.

In der Sowjetunion wird das “Antifaschistische Büro Österreichischer Kriegsgefangener” gegründet. Die Organisation kämpft für eine Befreiung Österreichs von der deutschen Herrschaft.

27.11.1944, Montag

Der von der “Provisorischen Französischen Regierung” amnestierte Generalsekretär der Kommunistischen Partei Frankreichs, Maurice Thorez, der bei Kriegsbeginn in die UdSSR emigriert war, kehrt nach Paris zurück.

Bei einem alliierten Luftangriff wird der Kölner Dom von einer Sprengbombe getroffen und schwer beschädigt.

Frankreich wird Mitglied der am 15. Dezember 1943 gegründeten “European Advisory Commission” (Europäische Beratende Kommission).

Edward Reilly Stettinius wird neuer Außenminister der Vereinigten Staaten. Er löst den 73-Jährigen Cordell Hull ab, der aus Gesundheitsgründen zurücktritt.

28.11.1944, Dienstag

Durch ein Regierungsdekret werden alle Kräfte der griechischen Widerstandsbewegung gegen ihren Willen aufgelöst.

In Burton upon Trent (Großbritannien) explodiert ein Bombenlager der britischen Luftwaffe. 50 Menschen kommen bei der Detonation ums Leben.

29.11.1944, Mittwoch

Am elften Jahrestag der Gründung der NS-Freizeitorganisation “Kraft durch Freude” richtet ihr Vorsitzender, Reichsorganisationsleiter Robert Ley, eine Grußbotschaft und ein feierliches Treuebekenntnis an den deutschen Führer und Reichskanzler Adolf Hitler.

Tomasz Arciszewski übernimmt nach dem Rücktritt von Stanislaw Mikolajczyk das Amt des Ministerpräsidenten der polnischen Exilregierung in London.

Die britische Regierung gibt bekannt, dass durch deutsche Luftangriffe seit Beginn des Zweiten Weltkrieges in England von 13 Millionen Häusern bisher 4 Millionen zerstört oder beschädigt worden sind.

Aus den USA wird ein Mangel an Zigaretten gemeldet. Der Engpassresultiert daraus, dass große Mengen des beliebten Genussmittels an die Front geliefert werden. Ein beträchtlicher Teil der Ware, die im Land verbleibt, geht an den Schwarzmarkt und wird dem Verbraucher zu Wucherpreisen angeboten.

30.11.1944, Donnerstag

In ganz Großbritannien wird der 70. Geburtstag von Premierminister Winston Churchill gefeiert. Dem Staatsmann wird die herzlichste Anerkennung von allen Seiten zuteil.

Die Verluste der deutschen Wehrmacht seit Kriegsbeginn im Jahre 1939 belaufen sich auf über dreieinhalb Millionen Soldaten. Rund die Hälfte ist gefallen, die andere Hälfte befindet sich in Kriegsgefangenschaft oder wird vermisst.

Im Rahmen der schlechten allgemeinen Versorgungslage im Deutschen Reich, die mit Hilfe von Zuteilungskarten staatlich verwaltet wird, tritt ein Erlass in Kraft, der die Gültigkeit der Reichsseifenkarte für den Monat November vorerst bis zum 10. Dezember verlängert.