Was geschah im November 1945

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Wetterstationen November 1945

1.11.1945, Donnerstag

In Berlin gestattet die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) die Bildung von antifaschistischen Frauenausschüssen.

In Groß-Hessen tritt die am 15. Oktober von der US-amerikanischen Besatzungsmacht unter Ministerpräsident Karl Geiler eingesetzte Landesregierung zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen.

Nach Angaben des US-amerikanischen Physikers Robert Oppenheimer, der an der Entwicklung der Atombombe mitgewirkt hatte, werden die Vereinigten Staaten in fünf Jahren imstande sein, die Kernfusion zur Energiegewinnung zu nutzen.

In der sowjetischen Besatzungszone werden einheitliche Lebensmittelrationen eingeführt. Die Bevölkerung wird in sechs Kategorien (Schwerstarbeiter, Schwerarbeiter, Arbeiter, Angestellte, Kinder und Sonstige) eingeteilt.

Der Kabarettist Werner Finck kehrt nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft in Italien nach Berlin zurück.

2.11.1945, Freitag

Das US-amerikanische Repräsentantenhaus in Washington bewilligt 550 Millionen US-Dollar für das Hilfs- und Wiederaufbauwerk der Vereinten Nationen (UNRRA; United Nations Relief and Rehabilitation Administration).

In der US-amerikanischen Besatzungszone Deutschlands wird die tägliche Lebensmittelration von 1300 auf 1500 Kalorien pro Kopf erhöht.

Bei Alt-Aussee in Österreich werden in einem Bergwerksstollen rund 6500 Gemälde sowie zahlreiche andere Kunstgegenstände gefunden, die während des Krieges dorthin ausgelagert worden sind; 4500 kg Sprengstoff, die ebenfalls entdeckt werden, deuten darauf hin, dass die Kunstschätze noch vor dem Eintreffen der US-Armee gesprengt werden sollten.

In Hamburg wird eine Sammlung von Gemälden französischer Impressionisten entdeckt, die vermutlich während des Krieges auf Veranlassung des damaligen Reichsaußenministers Joachim von Ribbentrop aus französischen Galerien entfernt worden sind.

Das Nationalkomitee Freies Deutschland und der Bund deutscher Offiziere, zwei im Jahr 1943 von deutschen kriegsgefangenen Hitlergegnern in der UdSSR gegründete Vereinigungen, lösen sich auf.

3.11.1945, Samstag

Aus Anlass des 28. Jahrestages der russischen Oktoberrevolution am 7. November gewährt die sowjetische Besatzungsmacht in ihrem Sektor von Berlin eine Sonderration von 20 kg Kohle pro Kopf.

Die US-amerikanische Militärregierung in Deutschland lässt in ihrer Zone die Sozialversicherungsträger (z. B. die Knappschaft) wieder zu.

Der evangelische Theologe Karl Barth äußerst sich in einer Rede in Tübingen zur Frage einer Kollektivschuld der Deutschen an den Verbrechen des Nationalsozialismus.

4.11.1945, Sonntag

In der britischen Hauptstadt London wird das Statut der UNESCO, einer Unterorganisation der Vereinten Nationen, veröffentlicht.

Nach Angaben des Hilfs- und Wiederaufbauwerkes der Vereinten Nationen benötigen die europäischen Staaten mit Ausnahme Deutschlands in den nächsten zwölf Monaten mindestens elf Millionen Tonnen Lebensmittel als zusätzliche Nahrungsmittelhilfe.

Beim ersten Spieltag um die Fußball-Meisterschaft der süddeutschen Verbandsliga schlägt der 1. FC Nürnberg den FC Bayern München in Nürnberg vor 16 000 Zuschauern 2:1.

5.11.1945, Montag

Nach Angaben der US-Militärregierung in Deutschland ist die Säuberung des öffentlichen Dienstes von ehemaligen Mitgliedern der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) zu 80% abgeschlossen.

Der US-Senat stimmt dem Beitritt der Vereinigten Staaten zur Weltbank und zum Internationalen Weltwährungsfonds (IWF) zu, dessen Einrichtung auf einer 1944 abgehaltenen Konferenz in Bretton Woods (USA) beschlossen worden war.

6.11.1945, Dienstag

Generalleutnant Allan Cunningham wird als Nachfolger von John Standish Surtees Prendergast Vereker Gort zum britischen Hochkommissar für Palästina und Transjordanien ernannt.

In Berlin wird erstmals seit zehn Jahren wieder ein modernes US-amerikanisches Drama, “Thunder Rock” von Robert Audrey, aufgeführt.

Die britische Besatzungsmacht in Deutschland erteilt Heinrich Maria Ledig-Rowohlt die Lizenz für den Rowohlt-Verlag in Hamburg.

In Stuttgart öffnet die Aktienbörse wieder ihre Tore.

7.11.1945, Mittwoch

Die US-Regierung in Washington kündigt die Entlassung aller 400 000 in den USA noch internierten Kriegsgefangenen aus Deutschland, Italien und Japan an.

Am 28. Jahrestag der russischen Oktoberrevolution wendet sich der sowjetische Außenminister Wjatscheslaw M. Molotow in einer Rede gegen jegliche Absichten zur Bildung regionaler Machtblöcke.

In Ungarn erringt die nichtkommunistische Partei der Kleinen Landwirte bei den Parlamentswahlen die absolute Mehrheit; die Kommunisten erreichen trotz massiver Unterstützung durch die sowjetische Besatzungsmacht nur 17% der abgegebenen Stimmen.

8.11.1945, Donnerstag

Im Alter von 96 Jahren stirbt in Burghorn bei Celle August von Mackensen (* 6.12. 1849, Bad Schmiedeberg), deutscher Generalfeldmarschall im Ersten Weltkrieg und preußischer Staatsrat seit 1933.

Zwischen London und New York wird ein regelmäßiger ziviler Flugverkehr aufgenommen.

In der französischen Hauptstadt Paris tritt die interalliierte Reparationskonferenz zusammen, an der Vertreter von 17 Nationen teilnehmen; auf der bis zum 22. Dezember dauernden Konferenz wird über die Aufteilung der deutschen Reparationsleistungen an die Siegermächte entschieden.

Der frühere ungarische Ministerpräsident László Bárdossy, der 1941 die Kriegserklärung des Landes an die USA und die UdSSR unterzeichnet hat, wird in Budapest zum Tode verurteilt.

9.11.1945, Freitag

Aus Anlass der Gedenkfeiern des Jahrestages der Novemberrevolution von 1918 in Deutschland ruft in Berlin der Vorsitzende der Kommunistischen Partei der Sowjetischen Zone, Wilhelm Pieck, zur organisatorischen Vereinigung seiner Partei mit der Sozialdemokratischen Partei auf.

10.11.1945, Samstag

Helene Schwärzel wird vom Berliner Kammergericht zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt; sie hatte im August 1944 den im Zusammenhang mit dem Attentat auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944 steckbrieflich gesuchten ehemaligen Leipziger Oberbürgermeister Carl Friedrich Goerdeler an die Polizei verraten.

In Washington beraten der US-amerikanische Präsident Harry Spencer Truman, der kanadische Premierminister William Lyon Mackenzie King und der britische Premierminister Clement Richard Attlee Fragen der zivilen Nutzung der Atomenergie.

Der deutsche Schriftsteller Alfred Döblin, der im Rang eines Obersten im Dienst der französischen Armee steht, wird von der Militärregierung Frankreichs als Zensor eingesetzt.

11.11.1945, Sonntag

Aus Anlass der Feierlichkeiten zur Erinnerung an die Novemberrevolution in Deutschland 1918 kritisiert der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei der sowjetischen Zone, Otto Grotewohl, die Zustände im sowjetischen Besatzungsgebiet und bekräftigt außerdem den politischen Führungsanspruch der Sozialdemokraten. Diese Rede darf auf Anordnung der sowjetischen Militärverwaltung nicht veröffentlicht werden.

Der tschechoslowakische Ministerpräsident Zdenek Fierlinger kündigt in Prag den Abzug der noch in der Tschechoslowakei stehenden Truppen der UdSSR und der Vereinigten Staaten an.

Mit einer Mehrheit von 512 zu 22 Stimmen wird der Sozialist Félix Gouin in der französischen Hauptstadt Paris zum Vorsitzenden des Vollzugsausschusses der französischen Verfassunggebenden Versammlung gewählt.

Die Mitglieder des Direktorats für Gesundheit im Alliierten Kontrollrat in Berlin sprechen sich für die allgemeine Erhöhung der Lebensmittelrationen in Deutschland auf durchschnittlich 1550 Kalorien pro Tag und Kopf der Bevölkerung aus.

In Berlin erscheint mit der Zeitung “Der Kurier” erstmals seit Kriegsende wieder eine Abendzeitung.

12.11.1945, Montag

In Zürich wird ein Hilfswerk für deutsche Notgebiete und Kinderhilfe gegründet; gleichzeitig bilden sich in zahlreichen Städten des Landes ähnliche Organisationen. Eine Reihe schweizerischer Städte übernimmt außerdem Patenschaften für deutsche Städte.

Auf Befehl der US-amerikanischen Militärregierung in Deutschland sprengen 1300 ehemalige Angehörige der SS in Kaufbeuren mit 572 000 kg Sprengstoff die Werke der Dynamit Nobel AG.

Durch die Direktive Nr. 18 des Alliierten Kontrollrats in Deutschland wird die Auflösung der deutschen Wehrmacht auch formal beschlossen.

13.11.1945, Dienstag

Die französische Verfassunggebende Versammlung in Paris bestätigt General Charles de Gaulle einstimmig als Ministerpräsidenten und vorläufiges Staatsoberhaupt der französischen Republik.

Die US-amerikanische Besatzungsmacht in Deutschland stellt das Erscheinen der von ihr herausgegebenen Zeitungen “Bayerischer Tag” und “Regensburger Post” ein; es handelt sich um die letzten sog. Armeegruppenzeitungen.

Infolge der Stromknappheit untersagt die Berliner Stadtverwaltung allen Gaststätten bis auf weiteres die Beleuchtung mit elektrischer Energie.

14.11.1945, Mittwoch

In Bayern sollen innerhalb der nächsten sieben Monate rund eine Million deutsche Flüchtlinge aus Ungarn und der Tschechoslowakei angesiedelt werden.

In Jugoslawien finden Wahlen zur Nationalversammlung statt; zugelassen sind nur die auf einer Liste geführten Kandidaten der in der Kommunistischen Nationalen Front zusammengefassten politischen Kräfte.

In Moskau findet ein Fußball-Freundschaftsspiel zwischen den Mannschaften von Dynamo Moskau und Chelsea London statt; die Begegnung endet 3:3.

In Zürich trennen sich die Nationalmannschaften der Schweiz und Italiens in einem Fußball-Länderspiel 4:4.

15.11.1945, Donnerstag

Die US-amerikanische Informationskontrollabteilung in Deutschland erteilt die Lizenz zur Herausgabe der satirischen Zeitschrift “Ulenspiegel”.

Die Münchner Staatsoper nimmt im Prinzregenten-Theater mit einer Aufführung von Beethovens Oper “Fidelio” ihren Spielbetrieb wieder auf.

Neben der zerstörten “Hohenzollern”-Eisenbahnbrücke wird zwischen Köln und Deutz eine Fährverbindung über den Rhein eingerichtet.

Die Vereinigten Staaten und Großbritannien nehmen mit Österreich wieder diplomatische Beziehungen auf.

In Berlin erscheint die erste Ausgabe der Jugendzeitschrift “Neues Leben”. Lizenzgeber ist die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD); Herausgeber ist Erich Honecker.

Auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau bei München beginnt der erste Prozess gegen 32 ehemalige Angehörige der SS-Wachmannschaften.

16.11.1945, Freitag

Das schwedische Nobelpreiskomitee in Stockholm verleiht dem deutschen Chemiker Otto Hahn den Nobelpreis des Jahres 1944 für Chemie.

17.11.1945, Samstag

Der französische Ministerpräsident, General Charles de Gaulle, tritt von seinem Amt zurück, nachdem es ihm nicht gelungen ist, die französischen Kommunisten dazu zu bewegen, ihren Anspruch auf das Außen- und Innenministerium aufzugeben.

18.11.1945, Sonntag

Der Alliierte Kontrollrat führt eine einheitliche Zeitrechnung in Deutschland ein, die als “Zeit A” (Greenwich Mean Time, GMT – Mittlere Greenwich-Zeit, plus eine Stunde) bezeichnet wird.

In Bulgarien finden Parlamentswahlen statt, bei denen die Vaterlandspartei rund 90% der Stimmen erhält.

Gegen den ehemaligen finnischen Staats- und Ministerpräsidenten, Risto Heikki Ryti, wird in Helsinki ein Hochverratsprozess eröffnet.

19.11.1945, Montag

Aus Berlin wird gemeldet, dass seit Kriegsende 1,5 Millionen deutsche Flüchtlinge aus den Gebieten östlich von Oder und Neiße die Durchgangslager der Stadt passiert haben.

Eine Gruppe von 88 deutschen Wissenschaftlern, darunter der Raketenkonstrukteur Wernher Freiherr von Braun, trifft unter strenger Geheimhaltung in den Vereinigten Staaten ein.

20.11.1945, Dienstag

Als Nachfolger von Dwight D. Eisenhower wird General Joseph T. McNarney zum US-amerikanischen Militärgouverneur in Deutschland ernannt. Eisenhower tritt am 22. November das Amt des Generalstabschefs der US-Streitkräfte an.

Die britische Besatzungsmacht in Deutschland erlaubt den Inhabern von Postsparbüchern die freie Verfügung über ihre Guthaben.

In Frankfurt am Main veröffentlicht die US-amerikanische Militärregierung eine Liste mit den Namen von 1440 Deutschen, die als Beurteilungsgrundlage für im Kulturbereich beschäftigte Personen dienen soll.

Der Alliierte Kontrollrat in Berlin stimmt der Aussiedlung von 6,6 Millionen Deutschen aus den Gebieten östlich von Oder und Neiße sowie aus den Staaten Ost- und Südeuropas zu.

In Lüneburg verurteilt ein britisches Militärgericht den ehemaligen Kommandanten des Konzentrationslagers Bergen-Belsen, Josef Kramer, zum Tode.

In Nürnberg wird vor dem Internationalen Militärgerichtshof der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher eröffnet.

21.11.1945, Mittwoch

Vor dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg verliest der US-amerikanische Chefankläger die Anklage gegen die 20 Hauptbeschuldigten.

General Charles de Gaulle gelingt es, in Frankreich eine neue Regierung zu bilden; er selbst übernimmt das Amt des Ministerpräsidenten, des Chefs des Heeres und des Verteidigungsministers.

In Manila teilt die philippinische Regierung mit, dass die US-amerikanische Kolonialmacht das Land am 4. Juli 1946 in die Unabhängigkeit entlassen wird.

In Berlin wird der Sender RIAS Berlin (Rundfunk im amerikanischen Sektor von Berlin) gegründet.

In Darmstadt erscheint die erste Ausgabe des “Darmstädter Echos”.

In Moskau wird das Ballett “Cinderella” von Sergei S. Prokofjew uraufgeführt.

22.11.1945, Donnerstag

Auf dem Flughafen von Frankfurt am Main trifft aus den USA eine erste Lieferung des Medikaments Penicillin ein, das zur Behandlung von Geschlechtskrankheiten verwendet werden soll.

Auf einer Ausstellung in Stuttgart, die bis zum 16. Dezember dauert, werden unter dem Titel “Kunst gegen Krieg” u.a. Werke von Otto Dix und Käthe Kollwitz gezeigt.

Die von der Labour Party geführte britische Regierung kündigt die Verstaatlichung u.a. der Elektroindustrie, der Eisenbahnen und der Fuhrunternehmen an.

Der Alliierte Kontrollrat in Deutschland errichtet in Berlin eine Luftsicherheitszentrale, die für die Abwicklung des Luftverkehrs von und nach Berlin zuständig ist.

In Ungarn bildet Ministerpräsident Zoltán Tildy ein Kabinett aus sieben Mitgliedern seiner Partei der kleinen Landwirte, drei Kommunisten und einem Vertreter der Nationalen Bauernpartei.

23.11.1945, Freitag

Die US-amerikanische Militärregierung lässt in ihrer Zone Parteien auf Länderebene zu.

Die österreichische Regierung verweist den ältesten Sohn des letzten Kaisers, Otto von Habsburg-Lothringen, des Landes; er hatte trotz eines Verbots, das für die Mitglieder des Hauses Habsburg gilt, die Grenze Österreichs überschritten.

24.11.1945, Samstag

In Köln sendet der Nordwestdeutsche Rundfunk (NWDR) erstmals eine Presseschau mit dem Titel “Blick in Westdeutschlands Presse”.

25.11.1945, Sonntag

In Berlin findet der erste Bezirksparteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) statt. Mit großer Mehrheit wird der Zusammenschluss von SPD und KPD abgelehnt. Eine solche Vereinigung war von seiten der KPD angeregt worden.

Die Verwaltung der Landkreise der US-amerikanischen Besatzungszone Deutschlands wird von der Militärregierung deutschen Behörden übergeben.

Bei Wahlen zum österreichischen Nationalrat erringt die Österreichische Volkspartei (ÖVP) 49,8% der abgegebenen Stimmen und erhält damit im Parlament die absolute Mehrheit; für die Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) votieren nur 5,4% der Wähler.

Unter dem Codewort “Deadlight” beginnen britische Marineeinheiten im Atlantik mit der Versenkung erbeuteter deutscher U-Boote. Die Aktion dauert bis zum 7. Januar 1946.

Vertreter der Länderregierungen in der US-amerikanischen Besatzungszone Deutschlands beschließen nunmehr in Frankfurt am Main die Gründung eines Süddeutschen Sportverbandes.

In Genf schlägt eine Auswahl der Schweiz in einem Fußball-Länderspiel die Vertreter Schwedens mit 3:0.

26.11.1945, Montag

Der italienische Ministerpräsident Ferruccio Parri tritt nach dem Auseinanderfallen der aus sechs Parteien bestehenden Regierungskoalition von seinem Amt zurück.

Nach Abschluss der Verlesung der Anklageschriften beginnt der Internationale Militärgerichtshof in Nürnberg mit der Beweisaufnahme im Verfahren gegen die 20 angeklagten Hauptkriegsverbrecher.

27.11.1945, Dienstag

Die bayerische Staatsregierung beschließt ein Gesetz zur Säuberung der Wirtschaft und des öffentlichen Dienstes von ehemaligen Angehörigen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP).

Auf Veranlassung der US-amerikanischen Militärregierung in Deutschland werden 200 wertvolle Gemälde und sonstige Kunstwerke aus deutschem Besitz in die USA verbracht, um ihre sachgemäße Unterbringung zu gewährleisten.

In Bensheim an der Bergstraße gründen Freimaurerverbände, die während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland verboten waren, eine “Bundesgroßloge von Deutschland zu den alten Pflichten”, deren Sitz Stuttgart sein soll.

28.11.1945, Mittwoch

In den Vereinigten Staaten wird die Rationierung von Fleisch, Fett und Öl aufgehoben; fortan unterliegt nur noch Zucker der Bewirtschaftung.

29.11.1945, Donnerstag

Jugoslawien wird Föderative Volksrepublik; das Amt des Ministerpräsidenten bekleidet Marschall Josip Tito.

Die österreichische Regierung fordert vom Alliierten Kontrollrat in Wien eine Volksabstimmung unter der deutschsprachigen Bevölkerung Südtirols über einen Anschluss an Österreich.

Die US-amerikanische Militärregierung in Deutschland gibt in Frankfurt am Main eine Lockerung des Bierbrauverbots bekannt, die am 15. Februar 1946 wirksam werden soll.

30.11.1945, Freitag

Unter dem Vorsitz von Thomas Dehler wird in Bayern die Freie Demokratische Partei (FDP) gegründet.

Die Einrichtung von Luftkorridoren zwischen den westlichen Besatzungszonen und Berlin wird vom Alliierten Kontrollrat bestätigt.

Das Vermögen der I.G. Farbenindustrie wird vom Alliierten Kontrollrat in Deutschland beschlagnahmt.

In Calw findet die erste politische Kundgebung nach Kriegsende statt. Es ist eine Versammlung der KPD.