Was geschah im November 1949

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1.11.1949, Dienstag

Alle 51 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder kommen beim Absturz eines US-amerikanischen Flugzeugs vom Typ Skymaster ums Leben. Ein bolivianischer Jagdflieger hat die Maschine über dem Washingtoner Flughafen gerammt. Grund hierfür soll ein sprachliches Missverständnis gewesen sein.

2.11.1949, Mittwoch

In einem Interview mit der Hamburger Wochenzeitung “Die Zeit” sagt Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU), die Erbfeindschaft zwischen Deutschland und Frankreich sei ein Anachronismus der beseitigt werden müsse.

600 Todesopfer fordert ein Taifun über den mittleren Philippinen.

Die Niederlande und die Indonesische Republik einigen sich in Den Haag darauf, dass Indonesien am 30. Dezember 1949 in die Unabhängigkeit entlassen werden soll. Zugleich wird die Bildung einer niederländisch-indonesischen Union vereinbart.

US-Beamte der westalliierten Hohen Kommission erklären zu der von Bundesverkehrsminister Hans-Christoph Seebohm (Deutsche Partei) erhobenen Forderung nach einer Zulassung der Bundesrepublik zur zivilen Luftfahrt, dass die von den Siegermächten 1945 getroffenen Vereinbarungen eine Teilnahme Deutschlands am Flugverkehr verböten.

Die USA heben das Exportverbot für militärisches Material in die Ostblockstaaten teilweise auf, um Jugoslawien beim Aufbau seiner zivilen Luftfahrt unterstützen zu können.

Das irische Parlament in Dublin stimmt einem Gesetz über die Verstaatlichung der Eisenbahnen und anderer Verkehrsmittel zu.

4.11.1949, Freitag

Das in Paris tagende Ministerkomitee des Europarats spricht sich einstimmig für die Aufnahme des Saargebiets und der Bundesrepublik als assoziierte Mitglieder der Organisation aus.

Auf einer Rede zum 100-Jährigen Bestehen des Bundesstaates Minnesota legt US-Präsident Harry S. Truman ein innenpolitisches Zehn-Punkte-Programm vor.

In der Bundesrepublik kommen die ersten 100 000 Kleinkameras vom Typ Indra Lux auf den Markt, die von den Internationalen Galalithwerken in Hamburg-Harburg hergestellt werden. Die “Volkskamera” kostet 12,90 DM.

5.11.1949, Samstag

Die sowjetische Parteizeitung “Prawda” meldet, in den Vereinigten Staaten sei die Not durch Arbeitslosigkeit so groß, “dass die gutgekleideten Männer die Seeleute von sowjetischen Schiffen um einige Cents anbetteln, damit sie sich etwas zu essen kaufen können”.

Der Deutsche Schwergewichtsmeister der Profiboxer, Hein ten Hoff, verteidigt in Hamburg seinen Titel durch K. o. in der vierten Runde gegen Adolf Kleinholdermann.

6.11.1949, Sonntag

Konstantin K. Rokossowski, Marschall der Sowjetunion, wird polnischer Verteidigungsminister. Der gebürtige Pole löst Michail Rola-Zymierski ab.

Die Sozialistische Partei Belgiens spricht sich auf ihrem Jahreskongress in Brüssel gegen die Rückkehr König Leopolds III. aus. Am 26. November treten die Christlich-Sozialen auf ihrem Kongress für die Rückkehr des Königs ein.

7.11.1949, Montag

Die Außenminister der Brüsseler-Pakt-Staaten unterzeichnen auf ihrer Konferenz in Paris ein Abkommen, wonach jedes Land die Bürger der übrigen Mitgliedsländer auf dem Gebiet der sozialen und ärztlichen Hilfe ebenso wie die eigenen Bürger behandeln soll.

Das Aachener Ernährungsamt billigt allen Geburtstagsjubilaren vom 90. Lebensjahr an und allen Hochzeitern (auch solchen, die ein Hochzeitsjubiläum feiern) Sonderzuteilungen für Festgesellschaften bis zu 20 Personen zu. Pro Kopf gibt es u.a. 200 g Fleisch, 50 g Butter und 100 g Zucker.

In der Bundesrepublik wird der Verkauf von Käse und Magermilcherzeugnissen freigegeben. Bewirtschaftet bleiben Vollmilch, Butter und alle übrigen Fette.

Das Erscheinen der “Westdeutschen Rundschau” wird von den britischen Besatzungsbehörden für vier Wochen verboten, weil sie am 26. Oktober in ihrer Oberhausener Ausgabe ein Protestplakat gegen die Demontage mit der Überschrift “Verräter am Werk” abgedruckt hat. Das Verbot wird zwei Tage später aufgehoben, nachdem der Herausgeber versichert hat, die Zeitung werde nicht mehr Personen angreifen, die für die alliierten Streitkräfte arbeiten.

Westliche Journalisten berichten, eine große Zahl der in den letzten Wochen verhafteten tschechoslowakischen Geschäftsleute sei in die Urangruben im Erzgebirge verschickt worden. Dort sollen in den letzten Monaten vier Arbeitslager gebaut worden sein.

Die US-amerikanische Armee umfasst in den drei Waffengattungen insgesamt 1,594 Millionen Soldaten.

Der Ministerrat der UdSSR ernennt den sowjetischen Militärgouverneur in Deutschland, General Wassili I. Tschuikow, zum Vorsitzenden der am 10. Oktober in der DDR errichteten sowjetischen Kontrollkommission.

Nach den Parlamentswahlen in Österreich vom 9. Oktober bildet der bisherige Bundeskanzler Leopold Figl (ÖVP) erneut eine Koalitionsregierung mit der SPÖ.

Bei den Feiern zum 32. Jahrestag der russischen Revolution wird in der DDR erstmals die Nationalhymne “Auferstanden aus Ruinen” gespielt.

8.11.1949, Dienstag

Bei den Präsidentschaftswahlen auf den Philippinen kann sich der bisherige Präsident Elpidio Quirino gegen seine beiden Mitbewerber durchsetzen.

9.11.1949, Mittwoch

In der DDR erhalten ehemalige Mitglieder der NSDAP, sofern sie nicht als Aktivisten eingestuft oder wegen Kriegsverbrechen verurteilt wurden, sowie ehemalige Offiziere der deutschen Reichswehr wieder alle bürgerlichen Rechte.

Nach dem Ausscheiden der sozialdemokratischen Minister aus dem rheinland-pfälzischen Kabinett am 23. Oktober bildet Ministerpräsident Peter Altmeier eine aus fünf CDU-Mitgliedern bestehende Regierung. Auch in Hessen wird eine neue Regierung gebildet, an der neben Ministerpräsident Christian Stock (SPD) nur noch vier Fachminister beteiligt sind.

Der Leiter der Abteilung für öffentliche Sicherheit in der westalliierten Hohen Kommission, James L. McCraw, gibt bekannt, dass Gerüchte über ein Wiederaufleben der deutschen Geheimpolizei untersucht würden.

Frankreichs Staatspräsident Vincent Auriol und ein Vertreter des kambodschanischen Königs unterzeichnen in Paris den Vertrag über das Autonomiestatut für Kambodscha.

10.11.1949, Donnerstag

In der DDR werden Lebensmittel nicht mehr subventioniert, es kommt zu einem erheblichem Preisanstieg. Die eingesparten 200 Millionen Mark (Ost) sollen dem Aufbau der Industrie zugutekommen.

Im Zürcher Schauspielhaus ist die deutschsprachige Erstaufführung des Schauspiels “Endstation Sehnsucht” von Tennessee Williams zu sehen.

Zum Abschluss ihrer zweitägigen Konferenz in Paris sprechen sich die Außenminister der drei Westmächte für eine Eingliederung Deutschlands in die europäische Völkergemeinschaft aus, wenn das Land Beweise friedlicher Absichten und demokratischen Staatslebens gebe.

Auf einer Pressekonferenz in Hannover kritisiert der SPD-Vorsitzende Kurt Schumacher die Zustimmung der Bundesregierung zur Aufnahme des Saargebiets in den Europarat.

11.11.1949, Freitag

US-Präsident Harry S. Truman akzeptiert den Rücktritt von Innenminister Julius Krug und bestimmt Oscar Chapman zu dessen Nachfolger.

Der Fürst von Hyderabad, Nisam Asaf Jahi, unterzeichnet eine Urkunde über den Beitritt seines Landes zur Indischen Union.

Der bisherige Chefredakteur des Berliner “Kurier” Paul Bourdin, wird zum Leiter Bundespresseamtes ernannt.

12.11.1949, Samstag

Bundespräsident Theodor Heuss appelliert an die Bundesbürger, sich an der Weihnachtspaketaktion für Kriegsgefangene in aller Welt zu beteiligen, die vom Nordwestdeutschen Rundfunk und dem Deutschen Roten Kreuz angeregt wurde.

13.11.1949, Sonntag

Das Zentralkomitee der Vereinigten Polnischen Arbeiterpartei schließt Wladislaw Gomulka, Zenon Kliszko und Marian Spychalski aus dem ZK aus und untersagt ihnen die Übernahme jeglicher Parteifunktionen.

Aus den Parlamentswahlen in Portugal, an denen sich etwa 70% der Stimmberechtigten beteiligen, geht die regierende Nationale Union als Sieger hervor. Die demokratische Opposition hat mit Hinweis auf die Pressezensur keine Kandidaten für die 120 Sitze aufgestellt.

14.11.1949, Montag

Der französische Außenminister Robert Schuman erklärt in Paris, eine Beteiligung Deutschlands am Atlantikpakt, verbunden mit der Remilitarisierung, und die Erhöhung der Stahlquote seien von den Alliierten nicht vorgesehen. Erleichterungen bei der Demontage hingen von deutschen Gegenleistungen ab.

Die britische Regierung lehnt es ab, das Projekt eines Tunnels unter dem Ärmelkanal zwischen Frankreich und Großbritannien weiterzuverfolgen.

In München endet ein Dauertanzturnier dessen Gewinner 245 Stunden lang getanzt haben.

15.11.1949, Dienstag

Die Regierung der Volksrepublik China weist darauf hin, dass sie die nationalchinesische Delegation nicht als rechtmäßige Vertretung Chinas bei den Vereinten Nationen anerkennt.

Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) teilt vor dem Bundestag mit, die Außenminister der drei Westmächte hätten ihn offiziell davon in Kenntnis gesetzt, dass die Demontagen in der Bundesrepublik vorläufig praktisch eingestellt würden.

Bei der Wahl zur verfassunggebenden Versammlung in Syrien, an der erstmals auch Frauen teilnehmen, werden die Unabhängigen mit 54 Sitzen stärkste Partei. Die Volkspartei entsendet 50, die Republikaner und die Renaissancepartei je einen Abgeordneten.

16.11.1949, Mittwoch

Der Regierungspräsident von Koblenz, Wilhelm Sommer, verbietet den für den 18. bis 20. November in Rengsdorf bei Neuwied geplanten “Ersten Deutschland-Kongress der Freunde des Neutralisierungsgedankens”, da er befürchtet, prominente Teilnehmer aus der DDR könnten die Veranstaltung zu Propagandazwecken missbrauchen.

Vor 20 000 Zuschauern im Dortmunder Stadion Rote Erde präsentiert Fußballbundestrainer Sepp Herberger zwei Auswahlmannschaften für die künftige Nationalelf. Die B-Mannschaft siegt überraschend 3:1 über die A-Auswahl.

Schah Mohammed Resa Pahlawi trifft zu einem dreiwöchigen Besuch der USA in Washington ein, wo er von US-Präsident Harry S. Truman begrüßt wird.

17.11.1949, Donnerstag

Die alliierte Hochkommission gesteht der Bundesrepublik das Recht zu, dem Internationalen Patentamt in Den Haag und der Studiengruppe für eine europäische Zollunion in Brüssel beizutreten.

18.11.1949, Freitag

Die UN-Vollversammlung fordert ihre 59 Mitglieder auf, Waffenlieferungen nach Albanien und Bulgarien einzustellen, solange diese Länder die griechischen Rebellen unterstützen.

Großbritannien, Argentinien und Chile verlängern ihren Burgfrieden in der Antarktis für die Forschungssaison 1949/50. Auch die Vereinigten Staaten wollen in dieser Zeit keine Kriegsschiffe in die Südpolregion entsenden.

19.11.1949, Samstag

Ein französischer Konsularbeamter wird kurz vor seinem Abflug nach Frankreich in Szczecin (Stettin) verhaftet. Der Vorfall löst in Frankreich und Polen Verhaftungen und Ausweisungen von Diplomaten und Konsularbeamten aus.

Der Enkel des am 10. Juli verstorbenen monegassischen Herrschers Ludwig II., Rainier III., besteigt den Thron des Fürstentums Monaco.

20.11.1949, Sonntag

Gegenüber der französischen Zeitung “L’Epoque” erklärt Bundeskanzler Konrad Adenauer, dass Deutschland an keinem Krieg teilnehmen wolle und dass er keine neue deutsche Armee wünsche.

In Bonn wird der Mitteldeutsche Freiheitsbund als Dachorganisation der Verbände der politischen Flüchtlinge aus der DDR gegründet.

21.11.1949, Montag

Die UN-Vollversammlung entscheidet, dass die ehemaligen italienischen Kolonien Cyrenaika, Tripolitanien und Fezzan zu dem Staat Libyen zusammengefasst und am 1. Januar 1952 in die Unabhängigkeit entlassen werden sollen. Italienisch-Somaliland (Somalia) soll in zehn Jahren souverän werden.

Weil das Walchenseekraftwerk aus Mangel an Wasser nicht genügend Strom liefert, wird in München bis auf weiteres an zwei Tagen pro Woche der Strom für elf Stunden abgeschaltet.

Der österreichische Schilling wird abgewertet. Für Touristen, Besatzungskosten und Luxusimporte gilt nun ein Wechselkurs von 26 Schilling für einen US-Dollar; für andere Importe liegt er z.T. beträchtlich darunter.

Gegenüber einer Abordnung von DDR-Flüchtlingen betont Bundesvertriebenenminister Hans Lukaschek (CDU), die Bundesrepublik könne nur noch jene Flüchtlinge aus der DDR aufnehmen, deren persönliche Freiheit ansonsten wirklich gefährdet sei.

Der italienische Ministerpräsident Alcide De Gasperi und Landwirtschaftsminister Antonio Segni treffen in Kalabrien ein, wo verarmte Bauern in den letzten Tagen brachliegendes Land von Großgrundbesitzern besetzt haben.

22.11.1949, Dienstag

Die alliierten Hohen Kommissare und Bundeskanzler Konrad Adenauer unterzeichnen das sog. Petersberger Abkommen.

Nachdem italienische Kabinettsmitglieder zusätzlich die Posten der am 21. Oktober zurückgetretenen Rechtssozialisten übernommen haben, spricht das Parlament in Rom der Regierung unter Alcide De Gasperi das Vertrauen aus.

Der US-amerikanische Generalkonsul in Mukden, Angus Ward, der Ende Oktober von den Behörden der Volksrepublik China verhaftet worden ist, wird nach einem Verhör freigelassen und ausgewiesen. Ward soll einen chinesischen Konsulatsangestellten geschlagen haben.

Nach einem Beschluss der UN-Vollversammlung soll eine 300 Mann starke Polizeitruppe der Vereinten Nationen gebildet werden.

Der erste nach dem Zweiten Weltkrieg gebaute deutsche Frachtdampfer von 1500 BRT, die “Martha Ruß”, läuft auf der Lübecker Flender-Werft vom Stapel.

23.11.1949, Mittwoch

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen nimmt eine von Kanada und Frankreich eingebrachte Resolution an, in der alle Nationen dazu aufgefordert werden, die Atomenergie nur für friedliche Zwecke zu verwenden und die Anwendung von Atomwaffen durch Kontrollen zu verhindern.

24.11.1949, Donnerstag

Bundeskanzler Konrad Adenauer erklärt in einem Interview mit der “Allgemeinen Zeitung” der jüdischen Gemeinde in Deutschland, die Bundesregierung wolle zehn Millionen DM für den Aufbau Israels zur Verfügung stellen.

Das Polizeikorps von Panama proklamiert Arnulfo Arias zum Staatspräsidenten. Der bisherige Amtsinhaber Roberto Francisco Chiari ist erst am 20. November als Nachfolger des zurückgetretenen Daniel Chanis Pinzón Präsident geworden.

Über 2000 Bergleute kommen laut einem Bericht der niederländischen Zeitung “De Telegraaf” bei einem Brand und einer anschließenden Explosion im Uranbergbaugebiet bei Johanngeorgenstadt im Erzgebirge ums Leben. Die DDR-Nachrichtenagentur ADN berichtet lediglich von einem Stollenbrand, bei dem 19 Arbeiter leichte Rauchvergiftungen erlitten hätten.

Nach der Veröffentlichung des Petersberger Abkommens vom 22. November ordnen die westalliierten Hochkommissare den sofortigen Demontagestopp in 19 Industriebetrieben der Bundesrepublik an.

25.11.1949, Freitag

Während der Bundestagsdebatte über das Petersberger Abkommen bezeichnet der SPD-Vorsitzende Kurt Schumacher Regierungschef Konrad Adenauer (CDU) als “Kanzler der Alliierten”.

Die Mehrheit der französischen Arbeiter befolgt den von dem sozialistischen Gewerkschaftsverband Force Ouvrière und der kommunistischen CGT erlassenen Aufruf zum Generalstreik. Die Gewerkschaften wollen damit ihre Forderung nach einem Mindestlohn von 15 000 Francs (rund 180 DM) und einer automatischen Anpassung der Löhne an die Lebenshaltungskosten unterstreichen.

Die Gesundheitsminister der Bundesländer wollen die Frage einer Wiedereinführung von Ehe-Unbedenklichkeitsbescheinigungen und eines Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses von einem Ausschuss prüfen lassen. Beide Regelungen hat es schon während des Nationalsozialismus gegeben.

26.11.1949, Samstag

Die Verfassunggebende Versammlung der Indischen Union nimmt mit einer Gegenstimme die Verfassung an.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO bestimmt Genf zu ihrem ständigen Sitz.

Auf der konstituierenden Sitzung des Verbandes der Pfälzer im rechtsrheinischen Bayern erklärt der bayerische Ministerpräsident Hans Ehard, die bisherige Zurückhaltung seiner Regierung bedeute keinen Verzicht auf den Wiederanschluss der Pfalz an Bayern.

27.11.1949, Sonntag

In Duisburg finden wegen des Demontagestopps für die August-Thyssen-Hütte und die Niederrheinische Hütte in allen katholischen und evangelischen Kirchen Dankgottesdienste statt.

Bei den Präsidentschaftswahlen in Kolumbien erhält der einzige Kandidat, Laureano Eleuterio Gómez Castro von der Konservativen Partei, 965 000 Stimmen. Der Kandidat der oppositionellen Liberalen hat seine Kandidatur zurückgezogen. Während des Wahlkampfes wurden etwa 500 Menschen getötet.

28.11.1949, Montag

Der Lizenzzwang für politische Parteien in der Bundesrepublik wird aufgehoben.

29.11.1949, Dienstag

Frankreich, Italien und die Benelux-Länder beraten in Paris über die Bildung einer Wirtschaftsgemeinschaft (Fritalux).

Der dreitägige Vereinigungskongress der Polnischen Bauernpartei (PSL) und der Bauernpartei (SL) endet mit der Annahme des Parteiprogramms der neuen Vereinigten Bauernpartei (ZSL), der Billigung des Parteistatuts und der Vorstandswahl.

Der ehemalige britische Premierminister Winston Churchill sagt auf einer Kundgebung der Europabewegung in London, Europa brauche Deutschland, Deutschland aber in noch stärkerem Maße Europa. Anders könne die Bundesrepublik die mit Flüchtlingen aus dem Osten übervölkert sei, nicht wieder zu bleibendem Wohlstand gelangen.

Die provisorische Hauptstadt Nationalchinas, Tschungking, wird von kommunistischen Truppen erobert. Die nationalchinesische Regierung hat wenige Tage zuvor ihren Sitz nach Tschengtu in der Provinz Szetschuan verlegt.

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) wählt Rom zu ihrem Hauptsitz.

30.11.1949, Mittwoch

Bei den Parlamentswahlen in Neuseeland erhält die konservative Nationale Partei 46 Sitze (bisher 38), die Arbeiterpartei verliert ihre Mehrheit und ist künftig nur noch mit 34 (bislang 41) Abgeordneten vertreten.

Die Bundesregierung drückt in einem Schreiben an die alliierte Hochkommission ihre Bereitschaft zum Eintritt in die Ruhrbehörde aus. Nach den Bestimmungen des Ruhrstatuts ist damit der Beitritt vollzogen.

Die Regisseurin Leni Riefenstahl gewinnt in München einen Prozess gegen den Herausgeber der Illustrierten “Revue”, Helmut Kindler. Dieser wird wegen übler Nachrede zu einer Geldstrafe von 600 DM verurteilt.

In Essen wird das Schauspiel “Monte Cassino” von Egon Vietta uraufgeführt. Das Bühnenbild zu der von Georg Wilhelm Sellner geleiteten Inszenierung schuf Willi Baumeister.