Was geschah im November 1950

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1.11.1950, Mittwoch

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen beschließt, die Amtszeit des UN-Generalsekretärs Trygve Lie um weitere drei Jahre zu verlängern.

In Washington schlägt ein Attentat puertoricanischer Nationalisten auf US-Präsident Harry S. Truman fehl. Zur gleichen Zeit beginnt auf Puerto Rico ein Aufstand gegen die Herrschaft der USA über die karibische Inselgruppe.

Vor dem Petersdom in Rom proklamiert Papst Pius XII. das Dogma von der leiblichen Himmelfahrt Marias.

Der tibetische Dalai Lama bittet im Nachbarland Indien um Asyl, nachdem Truppen der Volksrepublik China mit der Besetzung seines Landes begonnen haben.

2.11.1950, Donnerstag

Der irische Schriftsteller George Bernard Shaw stirbt 94jährig in Ayot Saint Lawrence/Hertford.

3.11.1950, Freitag

Mit einem Großangriff von 13 Divisionen gelingt es Nordkorea, die Front der UN-Truppen an der Grenze zur Mandschurei (Volksrepublik China) zu durchbrechen und bis 70 km vor die nordkoreanische Hauptstadt Pjongjang vorzustoßen.

Die UN-Vollversammlung räumt sich selbst das Recht ein, im Falle einer Blockade des Sicherheitsrats durch das Veto eines der ständigen Mitglieder die Funktionen des Sicherheitsrats übernehmen zu können.

Der stellvertretende sowjetische Außenminister Andrei A. Gromyko fordert in einem Schreiben an die Westmächte die Einberufung einer Außenministerkonferenz der vier Besatzungsmächte Deutschlands zur Erörterung der Wiederaufrüstung in der Bundesrepublik Deutschland.

In Griechenland bildet Ministerpräsident Sofoklis Weniselos zum wiederholten Mal seine Regierung um. Die Minister der Volkspartei werden vorläufig von ihren Ämtern suspendiert, bis die gerichtliche Untersuchung einer Unterschlagungsaffäre abgeschlossen ist, in welche die Volkspartei angeblich verwickelt ist.

4.11.1950, Samstag

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hebt ihre 1946 an alle UN-Mitglieder ausgesprochene Empfehlung auf, die diplomatischen Beziehungen zu Spanien abzubrechen.

Die Deutsche Akademie der Wissenschaften und Literatur in Mainz verleiht den mit 10 000 DM dotierten Großen Akademiepreis für Literatur zu gleichen Teilen an Werner Helwig (Liechtenstein), Hans Hennecke (München), Oda Schäfer (München), Heinrich Schirmbeck (Schmidselde/Allgäu) und Arno Schmidt (Hamburg).

5.11.1950, Sonntag

In Bielefeld konstituiert sich offiziell die Deutsche Bruderschaft, eine Vereinigung ehemaliger Wehrmachtsoffiziere.

In Rom endet eine zweitägige Sitzung des Ministerkomitees des Europarates, an der erstmals – ohne Stimmrecht – Vertreter der Bundesrepublik Deutschland (Walter Hallstein und Herbert Blankenhorn) und des Saargebiets teilgenommen haben. Konkrete Ergebnisse werden nicht erzielt.

6.11.1950, Montag

In einer Rede zum 33. Jahrestag der Oktoberrevolution hebt der stellvertretende Ministerpräsident der UdSSR, Nikolai A. Bulganin, am Vorabend des Jubiläums die wirtschaftlichen Fortschritte seines Landes seit Ende des Zweiten Weltkriegs hervor.

In Oderbruch bei Aachen wird die bislang größte Perlonfabrik der Bundesrepublik Deutschland in Betrieb genommen.

7.11.1950, Dienstag

In den USA werden das Repräsentantenhaus sowie ein Teil der Senatoren neu gewählt. Dabei verlieren die Demokraten, die Partei von Präsident Harry S. Truman, an Stimmen, können aber in beiden Häusern ihre Mehrheit behaupten.

Der König von Nepal, Tribhuwan Bir Bikram Schah, bittet nach inneren Machtkämpfen in Indien um Asyl.

Auf ihrer Konferenz in Baden-Baden erklären die Ministerpräsidenten von Württemberg-Baden, Württemberg-Hohenzollern und Südbaden ihre Versuche Einigkeit über die Bildung eines gemeinsamen Bundeslandes zu erzielen, für gescheitert und beschließen, dem Bundestag in Bonn einen Gesetzentwurf über eine Volksabstimmung zu dieser Frage vorzulegen.

In der Nähe von Rheine stürzt ein Düsenjäger der britischen Luftwaffe ab, der Pilot kommt dabei ums Leben. Es ist bereits der dritte Absturz einer Militärmaschine über dem Bundesgebiet innerhalb von drei Tagen.

8.11.1950, Mittwoch

Der Bundestag in Bonn befasst sich in einer Grundsatzdebatte mit der möglichen Beteiligung bundesdeutscher Soldaten an einer westeuropäischen Armee. Formelle Beschlüsse werden nicht gefasst.

9.11.1950, Donnerstag

Das französische Außenministerium gestattet nach einer entsprechenden Anfrage der Regierung in Moskau die Landung eines sowjetischen Flugzeugs in Paris, das den erkrankten Führer der Kommunistischen Partei Frankreichs, Maurice Thorez, zur medizinischen Behandlung in die Sowjetunion transportieren soll.

Im rumänischen Ploesti erzielt Anna Andrejewa aus der Sowjetunion mit 15,02 m einen Weltrekord im Kugelstoßen der Frauen. Sie übertrifft die Bestmarke von Klaudia Totschenowa (UdSSR) vom 30. Oktober 1949 um 16 cm.

Mit der Erläuterung seines Entwurfs für den Etat der Bundesrepublik Deutschland im Rechnungsjahr 1950/51 eröffnet Bundesfinanzminister Fritz Schäffer die erste Haushaltsdebatte des Bundestages.

Vertreter beider deutscher Staaten einigen sich auf ein gegenseitiges Stromlieferabkommen: Vom 18. November an werden Elektrizitätswerke in der DDR Berlin (West) mit täglich 400 000 kWh Strom beliefern, die gleiche Menge stellt die Bundesrepublik Deutschland der DDR zur Verfügung. Aufgrund der Vereinbarung werden auch die unterbrochenen Verhandlungen über einen neuen Interzonenhandelsvertrag wieder aufgenommen.

10.11.1950, Freitag

Die Bundesrepublik Deutschland wird Mitglied der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO).

Vertreter von Bundesregierung und des Bergbaus einigen sich in Bonn darauf durch Sonderschichten und Lohnzulagen die Kohleförderung im Ruhrgebiet zu erhöhen.

11.11.1950, Samstag

Der Außenminister der Volksrepublik China, Zhou Enlai, lehnt eine Einladung des UN-Sicherheitsrates ab, an der Erörterung von Berichten über eine chinesische Intervention im Koreakrieg teilzunehmen, weil nicht gleichzeitig auch das bewaffnete Eingreifen in Korea und die Aggression gegenüber China durch die USA diskutiert werde.

Jugoslawien bricht die diplomatischen Beziehungen zum Nachbarland Albanien mit der Begründung ab, jugoslawische Diplomaten in Tirana würden diskriminiert. Außerdem nutze Albanien seine Gesandtschaft in Belgrad zur Herausforderung und Beleidigung der jugoslawischen Regierung.

12.11.1950, Sonntag

Der Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Martin Niemöller schlägt in einem Presseinterview vor, die Vereinten Nationen sollten sich mit dem Fall Deutschland befassen. Er verlangt außerdem, dass die Besatzungstruppen in ganz Deutschland durch UN-Einheiten ersetzt werden.

Sieger bei den Präsidentschaftswahlen in Guatemala ist Oberst Jacob Arbenz Guzmán. Er wird am 1. März 1951 den seit 1945 amtierenden Juan José Arévalo ablösen. Arbenz war bereits im Winter 1944/45 für wenige Monate Präsident des südamerikanischen Staates.

13.11.1950, Montag

In Venezuela wird Staatspräsident Oberstleutnant Carlos Delgado Chalbaud ermordet. Die beiden verbleibenden Mitglieder der 1948 an die Macht gekommenen Militärjunta führen zunächst die Regierung allein weiter, bis am 27. November der frühere Außenminister German Suárez Flammerich zum Präsidenten bestimmt wird.

Die tibetische Regierung legt beim UN-Sicherheitsrat Beschwerde gegen den Einmarsch chinesischer Truppen ein und bittet die Vereinten Nationen, ebenso wie Südkorea auch Tibet gegen den Aggressionsakt von außen zu unterstützen.

Die niederländische Regierung veröffentlicht einen Plan für die Zusammenarbeit der europäischen Landwirtschaften. Grundgedanke des Vorschlags ist es, die Leistungen der Agrarwirtschaft Westeuropas durch Spezialisierung und Arbeitsteilung zu steigern und die Region von Lebensmittelimporten unabhängiger zu machen.

14.11.1950, Dienstag

Der Europäische Wirtschaftsrat (OEEC) genehmigt einen Sonderkredit für die Bundesrepublik Deutschland in Höhe von 120 Mio. US-Dollar (504 Mio. DM). Vor einer endgültigen Zusage muss jedoch die Bundesregierung ein Konzept dafür vorlegen, wie sie die gegenwärtigen Devisenschwierigkeiten auszugleichen gedenkt.

Die alliierte Hochkommission genehmigt die Zentralisierung der bundesdeutschen Polizei auf Länderbasis. Am selben Tag beruft die Bundesregierung den früheren Infanteriegeneral Anton Grasser für die kommissarische Wahrnehmung polizeilicher Sonderaufgaben im Zusammenhang mit der Aufstellung einer Bundesbereitschaftspolizei.

Der Landtag von Schleswig-Holstein billigt mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit zwei Änderungen der Landesverfassung: Der Artikel über die Durchführung einer Bodenreform wird gestrichen; der Paragraph zur Schulreform enthält künftig keine Bestimmungen mehr über die Schulgeld- und Lernmittelfreiheit sowie über die Dauer der Grundschule, die zuvor bei sechs Jahren gelegen hat. Vor der Abstimmungen haben SPD und Südschleswigscher Wählerverband aus Protest den Sitzungssaal verlassen.

15.11.1950, Mittwoch

Die am 15. Oktober gewählte DDR-Volkskammer bestätigt einstimmig Otto Grotewohl (SED) im Amt des Ministerpräsidenten. Dem Kabinett gehören die bisherigen Regierungsmitglieder mit Ausnahme des umstrittenen CDU-Politikers Hermann Kastner und des Landwirtschaftsministers Ernst Goldenbaum (Demokratische Bauernpartei) an.

16.11.1950, Donnerstag

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) beginnt mit seinem zweiten Hilfsprogramm für die Bundesrepublik Deutschland und Berlin (West), in dessen Rahmen Bekleidung, Medikamente und Nahrungsmittel im Wert von 30 Mio. DM an bedürftige Kinder verteilt werden.

Der ägyptische Ministerpräsident Mustafa Nahhas Pascha kündigt an, sein Land wolle den 1936 mit Großbritannien geschlossenen Vertrag aufkündigen nach dem britische Truppen im Gebiet beiderseits des Suezkanals stationiert werden können.

17.11.1950, Freitag

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen beschließt, dass die ehemalige italienische Kolonie Libyen bis 1952 die Unabhängigkeit erhalten soll.

Der Bundesrat lehnt die von der Regierung geplante Autobahngebühr und die Steuererhöhung auf Benzin und Diesel ab und schlägt die Besteuerung aller Mineralölprodukte vor.

Wegen neunfachen Mordes in Tateinheit mit schwerem Raub wird der aus der DDR stammende Rudolf Pleil in Braunschweig zu lebenslanger Haft verurteilt. Auch seine beiden Komplizen erhalten lebenslänglich.

18.11.1950, Samstag

Mit großer Mehrheit billigt die UN-Vollversammlung die Resolution “Frieden durch Taten”, die auf eine US-amerikanische Initiative zurückgeht.

Das Hamburger Landgericht verbietet dem Direktor der Staatlichen Hamburger Pressestelle, Erich Lüth, zum Boykott gegen den Film “Unsterbliche Geliebte” von Veit Harlan aufzufordern. Der Regisseur nationalsozialistischer Tendenzfilme (“Jud Süß” u.a.) ist am 29. April von dem Vorwurf freigesprochen worden, Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen zu haben.

19.11.1950, Sonntag

Bei den Landtagswahlen in Hessen und Württemberg-Baden kann die SPD Stimmenzuwächse verzeichnen und wird in beiden Ländern stärkste Partei, während die CDU starke Verluste hinnehmen muss. Diese werden als Missfallenskundgebung gegenüber der Bonner Regierungspolitik gewertet.

In Rendsburg konstituiert sich die Schleswig-Holsteinische Gemeinschaft, die als Gegengewicht zum angeblichen politischen Machtanspruch der Flüchtlingspartei “Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten” (BHE) die Interessen der alteingesessenen Bevölkerung wahren will. Im nördlichsten Bundesland liegt der Anteil der Flüchtlinge an der Gesamtbevölkerung bei 33%.

Vor 10 000 Jugendlichen aus 14 Ländern fordert Bundesfinanzminister Fritz Schäffer in München die Einführung eines europäischen Jugendpasses, mit dem unbehelligt Grenzen überschritten werden können.

20.11.1950, Montag

In München werden 20 Wärmestuben eröffnet, die im Winter Obdachlosen oder unter schlechten Wohnverhältnissen Lebenden zur Verfügung stehen, aber auch zur allgemeinen Einsparung von Kohle beitragen sollen. In einer der Stuben sorgt eine vierköpfige Kapelle für musikalische Unterhaltung.

Der Telex-Verkehr zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den USA (zunächst nur mit den Städten New York und Washington) wird aufgenommen.

Der Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) spricht sich gegen die Errichtung einer selbständigen bundesdeutschen Armee aus. Eine Beteiligung der Bundesrepublik Deutschland am westlichen Militärsystem setzt nach Ansicht des DGB eine “echte Einheit der freien und gleichberechtigten Völker Europas, kollektive Sicherheit mit der übrigen freien Welt und demokratische Kontrollen aller militärischen Formationen voraus”.

Mit Genehmigung der alliierten Hochkommission dürfen sich Bundesminister und ihre Fahrer künftig mit Pistolen aus den Beständen der Besatzungsmächte ausrüsten, um – wie es heißt – einen Angriff auf ihre persönliche Sicherheit jederzeit abwehren zu können. Präsident Theodor Heuss und Kanzler Konrad Adenauer lassen verlauten, dass sie diese Möglichkeit nicht nutzen wollen.

Königin Juliana und Prinz Bernhard, das niederländische Herrscherpaar, treffen zu einem Staatsbesuch in London ein, wo sie von König Georg VI. und Königin Elisabeth empfangen werden.

22.11.1950, Mittwoch

In Kairo demonstrieren etwa 12 000 Studenten gegen die Erklärung des britischen Außenministers Ernest Bevin, sein Land habe nicht die Absicht, seine Truppen aus der Suezkanalzone abzuziehen. Wegen der heftigen Proteste wird über die ägyptische Hauptstadt sowie über Alexandria und Port Said der Ausnahmezustand verhängt.

In Warschau endet nach einwöchiger Dauer der kommunistisch beeinflusste Weltfriedenskongress mit einem Manifest an die Völker der Welt, in dem zum Kampf um den Frieden und insbesondere zur Beendigung des Koreakriegs aufgerufen wird. Die Tagung hatte zunächst in Sheffield stattfinden sollen, wurde aber verlegt, weil die britischen Behörden vielen Teilnehmern, darunter den aus der DDR kommenden Schriftstellern Johannes R. Becher, Arnold Zweig, Stefan Hermlin und Anna Seghers, die Einreise verweigert hatten.

In vielen Teilen der Welt fordern schwere Stürme und Überflutungen Todesopfer und verursachen erhebliche Sachschäden. Am schlimmsten betroffen sind die USA, wo bei Überschwemmumgen durch wolkenbruchartige Regenfälle und eine plötzliche Schneeschmelze 29 Menschen ums Leben kommen.

In ihrem ersten Länderspiel nach dem Zweiten Weltkrieg schlägt die bundesdeutsche Fußballnationalmannschaft vor 73 000 Zuschauern in Stuttgart die Schweiz 1:0.

23.11.1950, Donnerstag

Die britische Regierung sichert der Volksrepublik China formell zu, dass die Westmächte in Korea weder die Sicherheit Chinas bedrohen noch seine Interessen gefährden würden.

Im New Yorker Stadtteil Queens kommen beim Zusammenstoß zweier Vorortzüge zur Hauptverkehrszeit 78 Menschen ums Leben, 300 werden zum Teil schwer verletzt. Es ist einer der schwersten Eisenbahnunglücksfälle in der Geschichte der USA.

Vor der Auslandspresse in Bern bekräftigt der Schweizer Bundespräsident Max Petitpierre den Willen seines Landes zur Neutralität.

Das französische Parlament billigt die Indochinapolitik der Regierung und ermächtigt sie, die Militärausgaben zu erhöhen.

24.11.1950, Freitag

Die Konsultativversammlung des Europarats spricht sich in Straßburg für die Bildung einer europäischen Armee und eines europäischen Verteidigungsministeriums aus.

Die Westmächte übertragen der Bundesrepublik Deutschland ab Januar 1951 die Kontrolle ihrer Grenzen.

Die Bundesregierung erklärt sich entsprechend der Forderung der New Yorker Außenministerkonferenz zur Anerkennung der Auslandsschulden des Deutschen Reiches bereit.

Am Funkturm in Berlin (West) eröffnet der Minister für gesamtdeutsche Fragen, Jakob Kaiser, die Ausstellung “Heimat des deutschen Ostens”.

25.11.1950, Samstag

Das zur Lösung der Eritrea-Frage gebildete Spezialkomitee der UN-Vollversammlung beschließt, die ehemalige italienische Kolonie, die seit 1941 von britischen Truppen besetzt ist, als autonome Einheit in einer Föderation mit Äthiopien zu verbinden. Diese soll zum 15. September 1951 wirksam werden.

26.11.1950, Sonntag

Anstelle des zum Regierungspräsidenten von Aachen berufenen Heinrich Brand wird der Leiter der Auslandsabteilung des Bundespresseamtes, Fritz von Twardowski, Pressechef der Bundesregierung. Er tritt den Posten am 15. Dezember an.

Im bayerischen Rottach-Egern stirbt die Schriftstellerin Hedwig Courths-Mahler im Alter von 83 Jahren. Sie wurde bekannt durch ihre über 200 Unterhaltungsromane, die z.T. sehr hohe Auflagen erzielten.

268 Menschen kommen bei orkanartigen Stürmen an der Ostküste der USA ums Leben.

Bei den Landtagswahlen in Bayern verliert die CSU ihre absolute Mehrheit.

Aus den Präsidentschaftswahlen in Uruguay geht Andres Martinez Trueba (Colorado-Partei) als Sieger hervor.

27.11.1950, Montag

In Augsburg beginnt der Prozess gegen Ilse Koch, die Frau des ehemaligen Kommandanten des Konzentrationslagers Buchenwald. Ihr werden Anstiftung zum Mord und weitere Verbrechen zur Last gelegt.

28.11.1950, Dienstag

Der Oberbefehlshaber der UN-Truppen in Korea, Douglas MacArthur meldet, dass geschlossene chinesische Truppenverbände mit einer Stärke von 20 000 Mann in den Koreakrieg eingegriffen hätten. Am folgenden Tag treten die unter der Fahne der Vereinten Nationen kämpfenden Soldaten angesichts der Stärke des Gegners auf breiter Front den Rückzug an.

Auf einer Wahlveranstaltung der CDU in Berlin (West) erklärt Bundeskanzler Konrad Adenauer, die Haltung der SPD zur Verteidigungsfrage stelle eine ungeheure Gefahr für die Bundesrepublik Deutschland dar. Es bestehe die Möglichkeit, dass die USA sich aus Europa zurückzögen, wenn die Deutschen selbst ihre Freiheit nicht verteidigen wollten.

29.11.1950, Mittwoch

In München sorgt ein angeblich gelungener Versuch von Fernhypnose für Aufregung. Das Experiment stellt sich kurze Zeit später als Betrug heraus.

30.11.1950, Donnerstag

In einer Pressekonferenz in Washington sagt Präsident Harry S. Truman, die Regierung der USA erwäge den Einsatz der Atombombe in Korea.

In einem Brief an Bundeskanzler Konrad Adenauer regt DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl die Aufnahme von Gesprächen über eine Wiederherstellung der deutschen Einheit an.