Was geschah im November 1952

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1.11.1952, Samstag

Der in die Bundesrepublik geflüchtete bisherige Leiter der Abteilung Warenbilanzen im DDR-Versorgungsministerium, Fritz Hantke, erklärt vor der Presse in Bonn, dass eine Versorgungskrise in der DDR bevorstehe. Ursache seien unvorhergesehene Einfuhren von Kriegsmaterial und Nichterfüllung der Wirtschaftspläne. Zudem hätte die Propaganda der “nationalen Streitkräfte” Kriegsängste in der Bevölkerung geschürt, was Lebensmittel-Hamsterkäufe zur Folge habe.

Eine Gruppe führender US-amerikanischer Kernphysiker unter Leitung von Edward Teller zündet im Pazifik auf dem Eniwetok-Atoll die erste thermonukleare Bombe, die sog. “Wasserstoffbombe”.

2.11.1952, Sonntag

Erstmals werden britische Truppen, insgesamt fünf Kompanien, in der Kolonie Kenia gegen die Mau-Mau-Geheimorganisation eingesetzt. Sie führen eine großangelegte Razzia in der unmittelbaren Umgebung von Nairobi durch.

Die Sozialdemokratische Partei Saar (SPS) eröffnet auf einer Delegiertensitzung in Saarbrücken ihren Wahlkampf für die Landtagswahl am 30. November.

Prinz Adalbert von Bayern, erster Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Spanien, tritt sein Amt in der Hauptstadt Madrid an.

3.11.1952, Montag

Ägypten protestiert gegen das Wiedergutmachungsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Israel mit einer offiziellen Note an die Bundesregierung in Bonn.

Mit der Aufführung einer Inszenierung des Büchner-Stückes “Leonce und Lena” durch Erwin Piscator enden die Georg-Büchner-Tage in Marburg an der Lahn.

4.11.1952, Dienstag

Dwight D. Eisenhower wird zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt. Er ist seit 20 Jahren wieder der erste republikanische Präsident in den USA, nachdem bisher die Demokraten regierten.

Elisabeth II., Königin von Großbritannien und Nordirland, hält ihre erste Thronrede und eröffnet damit, der Tradition des Landes entsprechend, gleichzeitig die neue Sitzungsperiode des britischen Parlaments.

Der spanische Verteidigungsrat unter General Francisco Franco Bahamonde billigt ein Abkommen zwischen den USA und Spanien über den Austausch spanischer Stützpunkte gegen US-amerikanische Wirtschafts- und Militärhilfe.

5.11.1952, Mittwoch

Richard Clement Attlee wird ohne Gegenstimmen als parlamentarischer Führer der britischen Labour Party in London wiedergewählt.

Aus einer Statistik des jüdischen Weltkongresses geht hervor, dass in 97 Ländern der Erde gegenwärtig insgesamt 11 500 000 Juden leben. Das sind 6 400 000 weniger, als vor dem Zweiten Weltkrieg. In Deutschland, das vor dem Krieg 600 000 Juden aufwies, leben jetzt nur noch 20 000.

Die Bundesregierung in Bonn schlägt zur Schlichtung des zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den arabischen Staaten entstandenen Disputs über die deutsch-israelischen Wiedergutmachungsmodalitäten eine Kompromisslösung vor. Der deutsche Vorschlag sieht eine Beschränkung der Warenlisten für die Lieferungen an Israel auf ausschließlich nichtkriegswichtige Güter vor.

6.11.1952, Donnerstag

In Nord-Indochina greifen französische Truppen Stellungen der kommunistischen Vietminh-Truppen an, nachdem französische Kampfflugzeuge die Front der Kommunisten am Schwarzen Fluss siebenmal mit starken Kräften angegriffen hatten.

Aufgrund einer in der Illustrierten “Stern” 1950 veröffentlichten Reportage über die grausamen Behandlungsmethoden von Ärzten einer Heil- und Pflegeanstalt in der Bundesrepublik verurteilt das Wiesbadener Landgericht drei Journalisten zu Geldstrafen.

7.11.1952, Freitag

Der 6. Parteitag der Kommunistischen Partei Jugoslawiens geht in Zagreb zu Ende. Der Kongress, der am 2. November begann, beriet über die Aufgaben der Partei nach der Einführung der Arbeiterselbstverwaltung am 27. Juni 1950.

Der Direktionsrat des Rassemblement du Peuple Français (RPF) unter Vorsitz des ehemaligen Ministerpräsidenten Charles de Gaulle schließt drei Angehörige des Pariser Stadtrates aus der Partei aus.

Die Königlich Schwedische Akademie gibt die diesjährigen Nobelpreisträger bekannt. Der 67-Jährige Franzose François Mauriac ist Preisträger für Literatur, der Nobelpreis für Physik wird den beiden US-amerikanischen Wissenschaftlern Felix Bloch und Edward Mills-Purcell zuerkannt. Den Nobelpreis für Chemie erhalten die beiden britischen Biochemiker Archer Martin und Richard Synge.

8.11.1952, Samstag

Die Niederlande führen als erstes europäisches Land Massenschutzimpfungen gegen Grippe durch. Mit Hilfe der staatlichen Gesundheitsbehörden und der Weltgesundheitsorganisation werden 50 000 Freiwillige – hauptsächlich Arbeiter großer Fabriken – geimpft.

9.11.1952, Sonntag

Bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen erreichen die SPD und der BHE (Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten) Erfolge.

Beim Länderspiel in Augsburg siegt die deutsche Fußballnationalelf über die nationale Auswahl der Schweiz 5:1.

Der erste Staatspräsident Israels, Chaim Weizmann, stirbt im Alter von 78 Jahren in Rehovot.

Thomas Mann hält eine Rede in Frankfurt am Main anlässlich des 90. Geburtstags des verstorbenen Literaten Gerhart Hauptmann, die als Rehabilitation des durch seine anfänglichen Sympathien für die Nationalsozialisten kompromittierten Dichters angesehen wird.

10.11.1952, Montag

Der norwegische Generalsekretär der Vereinten Nationen (UN), Trygve Lie, tritt von seinem Amt zurück.

Die Internationale Konferenz zur Verhinderung der Remilitarisierung der Bundesrepublik Deutschland in Berlin (Ost), die auf Initiative französischer Friedenskämpfer organisiert wurde, geht zu Ende. Es beteiligen sich 17 Delegationen aus aller Welt, unter ihnen auch Teilnehmer aus der Bundesrepublik Deutschland. Die Konferenzmitglieder wenden sich gegen die Eingliederung der Bundesrepublik in ein westliches Verteidigungsbündnis.

Für den Kauf eines Rundfunkgerätes müssen Bundesbürger gegenwärtig zwischen 50 DM, z. B. für das Modell Emud Cherie, und 500 DM, z. B. für den Typ Telefunken Spitzensuper Fortissimo, zahlen.

11.11.1952, Dienstag

Prinz Tsugu No Mija Akihito wird im Kaiserpalast von Tokio zum Kronprinzen proklamiert.

Ein Gesetz über den Deutschen Wetterdienst schafft die Grundlage für eine einheitliche Organisation des Wetterdienstes in der Bundesrepublik Deutschland.

12.11.1952, Mittwoch

Bei der UN-Vollversammlung in Paris beschliest der zweite politische Ausschuss die Bildung eines Gremiums, das mit der südafrikanischen Regierung über Maßnahmen zum Abbau der Diskriminierung der indischen Minderheit verhandeln soll.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden werden durchschnittlich 500 Ehen monatlich zwischen deutschen Frauen und US-Amerikanern geschlossen. Die Häufigkeit der deutsch-amerikanischen Eheschließungen wird auf die hohe Zahl der in der Bundesrepublik Deutschland stationierten US-Soldaten zurückgeführt.

13.11.1952, Donnerstag

Das Oberste Gericht der Südafrikanischen Union, das Appellationsgericht, erklärt das vom Kabinett unter Ministerpräsident Daniel François Malan eingesetzte “Oberste Parlamentsgericht” für verfassungswidrig. Dieses Gericht hatte das Gesetz über getrennte Wahllisten für Mischlinge gebilligt. Die Apartheidpolitik von Daniel François Malan büßt damit vorübergehend an Einfluss ein.

Die Weinernte in der Bundesrepublik Deutschland ist nach Angaben der Winzergenossenschaften abgeschlossen. Spätlesen erreichen eine Qualität bis zu 130 und 150 Grad Öchsle (natürlicher Zuckergehalt). Etwa 70% der Weine des Jahrgangs 1952 müssen durch Trockenzuckerung verbessert werden.

In Verhandlungen mit der Bundesregierung in Bonn fordert eine Delegation der Arabischen Liga die Regierung auf, das am 10. September mit Israel geschlossene Wiedergutmachungsabkommen nicht zu ratifizieren. Falls dieser Wunsch nicht beachtet werde, drohe ein totaler Wirtschaftsboykott durch die arabischen Nationen.

14.11.1952, Freitag

Die ägyptische Regierung erklärt alle von Ministerpräsident und Armeeoberbefehlshaber Ali Muhammad Nagib ergriffenen Maßnahmen zum “souveränen Recht”. Ferner werden ihm für weitere zwei Monate unbegrenzte Vollmachten erteilt. Damit sind alle Maßnahmen, die zwischen dem Militärputsch am 23. Juli dieses Jahres und bis zum 23. Januar 1953 zum Schutz der Regierung getroffen wurden oder noch ergriffen werden, legalisiert.

Das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Rumäniens und der rumänische Ministerrat genehmigen die von Ministerpräsident Gheorghe Gheoghiu-Dej vorgelegten Pläne zum Bau einer Untergrundbahn in Bukarest und einen Plan zum Wiederaufbau der rumänischen Hauptstadt.

15.11.1952, Samstag

Der Präsident der Indischen Republik, Rajendra Prasad, erteilt seine Zustimmung zur Wahl des Regenten von Kaschmir, Charan Singhs, zum Präsidenten des Landes. Das nationale Parlament von Kaschmir hatte Singh bereits am 14. November einstimmig zum Präsidenten gewählt.

Die Schwedin May-Louise Flodin wird in London zur schönsten Frau der Welt gewählt.

16.11.1952, Sonntag

Neuwahlen in Griechenland bringen eine Regierung unter Marschall Alexandros Papagos an die Macht. Die rechtsgerichtete nationale “Hellenische Sammlung” des Marschalls konnte von insgesamt 300 Abgeordnetensitzen des neuen Parlaments 241 erobern.

Mit der deutschen Erstaufführung des Bert-Brecht-Stücks “Der gute Mensch von Sezuan” begründet Harry Buckwitz die Bedeutung der Städtischen Bühnen in Frankfurt am Main für das politische Theater und seinen Ruf als Brecht-Regisseur.

Die US-amerikanische Regierung in Washington gibt den erfolgreichen Test einer Wasserstoffbombe offiziell bekannt.

17.11.1952, Montag

Die vier demokratischen Parteien in Italien unterzeichnen nach längeren Verhandlungen ein Abkommen, in dem sie sich verpflichten, bestimmte gemeinsame Grundsätze im Wahlkampf zu vertreten, das gegenwärtig im Parlament behandelte neue Wahlgesetz zu unterstützen sowie bei den Wahlen im kommenden Frühling mit Listenverbindung anzutreten.

In der Bundesrepublik Deutschland schließen sich die Spitzenverbände der freien Wohlfahrt zu einer gemeinsamen Aktion unter dem Namen “Deutsche Hilfe” zusammen. Die neue Organisation will in jedem Jahr eine andere Gruppe von Menschen, die hilfsbedürftig ist, unterstützen.

Der deutsche Bundesminister für Vertriebene, Hans Lukaschek, gibt die Gründung eines sog. Vertriebenen-Kabinetts bekannt. Dieser interministerielle Ausschuss will sich besonders den Belangen der Flüchtlinge in den Bereichen Wohnungsbau und Arbeit widmen.

18.11.1952, Dienstag

In der britischen Kronkolonie Kenia wird der schwarze Politiker Jomo Kenyatta wegen angeblicher Unterstützung der Untergrundbewegung Mau-Mau verhaftet.

In einer Entschließung verwahrt sich der Bundestag in Bonn gegen die massive Beschränkung der politischen Grundrechte im Saarland und erklärt, die vorgesehenen Landtagswahlen am 30. November nicht anerkennen zu wollen. Die Bevölkerung des Saarlandes wird zur Abgabe ungültiger Stimmzettel aufgefordert.

In Charenton-le-Pont bei Paris stirbt der französische Dichter Paul Eluard im Alter von 56 Jahren.

19.11.1952, Mittwoch

Spanien wird als neues Mitglied der UN-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) aufgenommen. Dies beschließt die Vollversammlung aller beteiligter Nationen in Paris.

Im Wiener Apollo-Kino wird der mit öffentlichen Mitteln finanzierte Film “1. April 2000” uraufgeführt. In Anwesenheit des österreichischen Bundespräsidenten Theodor Körner und der gesamten Bundesregierung wird dieser die Freiheitssehnsucht Österreichs in humorvoller Weise darstellende Film einem begeisterten Publikum vorgeführt.

20.11.1952, Donnerstag

Der neue US-amerikanische Präsident Dwight D. Eisenhower, seine Amtsübernahme erfolgt am 20. Januar 1953, ernennt John Foster Dulles zu seinem künftigen Außenminister.

Das polnische Parlament, der Sejm, konstituiert sich neu. Aleksander Zawadzki, seit 1948 Mitglied des Politbüros, wird zum Vorsitzenden des Staatsrats gewählt.

Vor dem Staatsgerichtshof in Prag beginnt der Prozess gegen eine staatsfeindliche Verschwörergruppe. Unter den Angeklagten befindet sich der frühere Generalsekretär der KPC Rudolf Slánský.

21.11.1952, Freitag

Die geplante Reise einer Delegation der Evangelischen Kirche in Deutschland nach Moskau wird durch das Kirchenamt der russisch-orthodoxen Kirche abgesagt. Die Leitung der deutschen Delegation hatte Bischof Otto Dibelius.

Wie einem Bericht der “Süddeutschen Zeitung” zu entnehmen ist, sollen die Kraftfahrer in der Bundesrepublik Deutschland künftig am Rande der Autobahnen alle 100 km einen größeren Rasthof mit Tankanlage und Schnellreparaturwerkstätten und alle 30 km einen kleinen Erfrischungsraum vorfinden.

22.11.1952, Samstag

Der Präsident der UNESCO, der Mexikaner Jaime Torres-Bodet, gibt der in Paris tagenden Generalversammlung seinen Rücktritt bekannt. Er begründet diesen Entschluss mit der Kürzung des Jahresbudgets der UN-Organisation. Torres-Bodet sieht in dieser Maßnahme ein Misstrauensvotum, da er im Verlauf der Generalversammlung bereits eine wesentliche Erhöhung des Budget gefordert hatte.

Das Koaxialkabel für die Übermittlung telefonischer Ferngespräche zwischen Salzburg und Innsbruck wird in Betrieb genommen. Diese neue Übermittlungstechnik wird darüber hinaus auch für die Sendung von Fernsehsignalen eingesetzt.

23.11.1952, Sonntag

Karl Kling und Hermann Lang belegen mit ihren jeweiligen Teamgefährten auf Mercedes-Benz 300 SL in Mexiko den ersten und zweiten Platz der “III. Carrera Panamericana”.

Mit einer Großkundgebung in Trier demonstrieren alle demokratischen Parteien mit Ministerpräsident Peter Altmeier und dem Bundestagsabgeordneten Franz Josef Strauß (CDU) an der Spitze gegen die von ihnen kritisierte separatistische Politik des Vorsitzenden der Christlichen Volkspartei Johannes Hoffmanns an der Saar.

24.11.1952, Montag

Die Fischgroßhändler Großbritanniens solidarisieren sich mit einer Streikaktion der britischen Hochseefischer gegen die Ausweitung isländischer Hoheitsgewässer. Durch einen Importboykott von Fischen aus Island unterstützen sie den Protest der heimischen Fischer.

25.11.1952, Dienstag

Bundesfinanzminister Fritz Schäffer und der Präsident des Direktoriums der Bank deutscher Länder, Wilhelm Vocke, geben in einer Pressekonferenz in Bonn die Auflegung der ersten langfristigen (fünfjährigen) Bundesanleihe von 500 Mio. DM mit einer Verzinsung von 5% zu einem Auslagekurs von 98% bekannt.

Der Bundesminister des Innern errichtet in Bonn die Bundeszentrale für Heimatdienst. Sie dient der überparteilichen und überkonfessionellen politischen Bildungsarbeit in Zusammenarbeit mit anderen Bildungsträgern.

In Mainz findet die Uraufführung des Films “Der fröhliche Weinberg” statt, der nach Vorlage des gleichnamigen Lustspiels von Carl Zuckmayer gedreht wurde.

26.11.1952, Mittwoch

Bundesfinanzminister Fritz Schäffer (CSU) gibt im Deutschen Bundestag bekannt, dass Beamte im kommenden Jahr eine steuerfreie Unterstützung in Höhe von 7% des Grundgehaltes erhalten.

Der schwedische Entdeckungsreisende Sven Hedin stirbt im Alter von 87 Jahren in Stockholm.

27.11.1952, Donnerstag

In einem Schauprozess in Prag werden elf Todesurteile gegen ehemals führende Kommunisten verhängt. Sie wurden des Hochverrats, der Spionage und Sabotage für schuldig befunden.

In Berlin (Ost) dürfen Lebensmittel nur noch unter Vorlage des DDR-Personalausweises oder der gültigen Lebensmittelkarte gekauft werden. Westberliner, die im DDR-Sektor arbeiten, dürfen nur noch mit Nachweis eines gültigen Betriebsausweises einkaufen.

28.11.1952, Freitag

Zirkus Renz”, der Ende des 19. Jahrhunderts von der Schulreiterin Theresia Renz gegründet wurde, wird von der DDR-Regierung enteignet. Zirkusdirektor Ernst Renz entkommt knapp seiner Festnahme durch die Flucht nach Berlin (West).

Die Deutsche Bundesbahn nimmt die ersten ferngesteuerten Signalanlagen auf der Strecke Regensburg- Nürnberg in Betrieb.

Bei einer Urabstimmung der Belegschaftsmitglieder des westdeutschen Steinkohlebergbaus im Ruhrgebiet ermächtigen 88,7% der Arbeiter den Hauptvorstand der IG-Bergbau, geeignete Kampfmaßnahmen einzuleiten, um den geforderten 7,5-Stunden-Tag im Untertagebau durchzusetzen.

29.11.1952, Samstag

Der britische Staatssekretär des Kriegsministeriums, Anthony Henry Head, erklärt, dass die zweijährige Wehrpflicht beibehalten wird. Diese Erklärung ist eine Absage an die Forderung des ehemaligen Verteidigungsministers Emmanuel Shinwell, der eine Kürzung gefordert hatte.

Die südafrikanische Regierung erlässt ein Dekret, nachdem es schwarzen Afrikanern unter Androhung von Geld- und Gefängnisstrafe verboten ist, Versammlungen abzuhalten, bei der mehr als zehn schwarze Afrikaner beteiligt sind. Ferner wird jedes Verhalten in Wort und Tat unter Strafe gestellt, das zu der Vermutung Anlass gibt, es fordere zum Widerstand gegen die Gesetzgebung auf.

Gustav Heinemann, Hans Bodensteiner (früher CDU/CSU) und Helene Wessel (früher Zentrum) gründen die Gesamtdeutsche Volkspartei. Programmatisches Ziel der neuen Partei ist die Wiedervereinigung Deutschlands.

30.11.1952, Sonntag

Nach mehrwöchigen Auseinandersetzungen zwischen der französischen Regierung, der deutschen Bundesregierung und der Landesregierung finden die Wahlen zum saarländischen Landtag statt.

Papst Pius XII. gibt die Namen von 24 neuen Kardinälen bekannt. Unter den Würdenträgern ist auch der Erzbischof von München und Freising, Josef Wendel.

Zum Gedenken an die 22 500 Opfer des Konzentrationslagers Bergen-Belsen weiht Bundespräsident Theodor Heuss ein Mahnmal ein.