Was geschah im November 1962

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1.11.1962, Donnerstag

Der Regierende Bürgermeister von Berlin (West), Willy Brandt, eröffnet in London eine Ausstellung über Berlin, die das britische Publikum über die wirtschaftliche, politische und kulturelle Situation der geteilten Stadt informieren soll.

In den Alpen sinken die Temperaturen bei Schneestürmen auf 13 unter Null, auf der Zugspitze liegt der Schnee 40 cm hoch.

Die für die Dauer der Gespräche von UN-Generalsekretär Sithu U Thant mit dem kubanischen Ministerpräsidenten Fidel Castro unterbrochene US-amerikanische Seeblockade gegen Kuba tritt wieder in Kraft. Über eine internationale Kontrolle des Abbaus der sowjetischen Raketen auf Kuba wurde zwischen U Thant und Castro vorerst keine Einigung erzielt.

2.11.1962, Freitag

Die USA richten von Frankfurt am Main aus eine Waffenluftbrücke ein, über die Waffen nach Indien geflogen werden, wo sie im Grenzkonflikt zwischen Indien und der Volksrepublik China eingesetzt werden sollen.

Lotte Lenya, die aus Wien stammende 64-Jährige Schauspielerin, Witwe des Komponisten der “Drei-Groschen-Oper”, Kurt Weill, heiratet in der britischen Hauptstadt London den 37-Jährigen US-amerikanischen Maler Russell Detwiler.

3.11.1962, Samstag

Der sowjetische Ministerpräsident Nikita S. Chruschtschow schlägt dem indischen Ministerpräsidenten Tawaharlal Nehru vor, Indien solle ohne Bedingungen in eine Waffenruhe mit der Volksrepublik China einwilligen.

In München eröffnet das Haus der Kunst eine retrospektive Ausstellung mit Werken des Expressionismus (bis zum 30. 12.), die auf den Bildersturm vor 25 Jahren und an die Vernichtung der Werke der modernen Kunst durch die Nationalsozialisten erinnern soll.

4.11.1962, Sonntag

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden teilt mit, dass in der Bundesrepublik Deutschland Familien mit nur zwei Kindern überwiegen.

Zwei jungen Ostberlinern gelingt die Flucht über die Ostsee in einem Kajak, sie landen auf der dänischen Insel Moen, südlich von Kopenhagen.

5.11.1962, Montag

Den Grand Prix von Mexiko der Formel I-Rennwagen in Mexiko City gewinnt der britische Weltmeisterschaftsanwärter Jimmy Clark.

Die Vertreter der sozialdemokratischen Parteien der sechs Länder der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft treten in Paris zu einer zweitägigen Konferenz zusammen.

Der japanische Ministerpräsident Hayato Ikeda trifft zu einem dreitägigen Arbeitsbesuch in Bonn ein, der dazu dienen soll, die Beziehungen zu Europa weiter zu festigen.

6.11.1962, Dienstag

Die UN-Vollversammlung verabschiedet in New York zwei Resolutionen zur allgemeinen Einstellung der Kernwaffenversuche.

In den USA finden unter hoher Wahlbeteiligung die Kongress- und Gouverneurswahlen statt, die ein Vertrauensvotum für Präsident John F. Kennedy erbringen.

Saudi-Arabien bricht die diplomatischen Beziehungen zu Ägypten ab und begründet diese Maßnahme mit wiederholten Aggressionen durch Ägypten.

7.11.1962, Mittwoch

Bundesfinanzminister Heinz Starke (FDP) bringt den Entwurf für den Bundeshaushalt 1963 im Bundestag ein, der Einnahmen und Ausgaben in einer Höhe von insgesamt 56,8 Milliarden DM vorsieht.

Der südafrikanische Farbigenführer Nelson Mandela wird von einem Gericht in Pretoria (Südafrika) zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Mandela war bis zum Verbot des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) 1960 Generalsekretär dieser Organisation.

Die Sowjetunion feiert den 45. Jahrestag der Oktoberrevolution mit einer ganz im Zeichen der Kuba-Krise stehenden Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau: Die Parade findet zu den Klängen der kubanischen Nationalhymne statt.

Zum 50-Jährigen Bestehen der Berliner Deutschen Oper an der Bismarckstraße wird “Fidelio” von Ludwig van Beethoven in einer Jubiläumsinszenierung von Gustav Rudolf Sellner, dirigiert von Artur Rother, aufgeführt.

Der Architekt Professor Walter Gropius legt den Grundstein zu der Großraumsiedlung in Britz-Buckow-Rudow im Westteil Berlins.

Nach schweren Regen- und Schneestürmen treten in Norditalien zahlreiche Bäche und Flüsse über die Ufer.

8.11.1962, Donnerstag

Laut Bulletin der Bundesregierung liegt die diesjährige Getreideernte mit 15,18 Millionen t um 22,6% über der Ernte des Jahres 1961.

Vom Fernsehstudio des Hessischen Rundfunks in Frankfurt am Main werden zum ersten Mal Farbbilder ausgestrahlt.

Nach Auskunft der West-Berliner Polizei gibt es z. Z. 180 Erd- und Betonbunker an der Berliner Mauer. Die Zahl der Beobachtungstürme der DDR-Seite beträgt 120.

Der chinesisch-indische Grenzkonflikt verschärft sich. Die heftigsten Kämpfe ereignen sich bei der Stadt Walong, nahe der birmesischen Grenze.

9.11.1962, Freitag

Die von den USA geforderten Rücktransporte von sowjetischen Raketen aus Kuba in die Sowjetunion finden unter Kontrolle US-amerikanischer Kriegsschiffe statt.

Im jüdischen Gemeindehaus in Berlin (West) findet eine Gedenkstunde zur 24. Wiederkehr der “Reichskristallnacht” (1938) statt.

In Berlin (West) findet die Gründungsversammlung der “Association des Etudiants Européens” (AEE), des Europäischen Studentenverbandes statt. Der Europa-Union nahestehende Studentenverbände aus zehn europäischen Ländern schließen sich hier zu einer Dachorganisation zusammen, deren Ziel es ist, “an der Schaffung der Vereinigten Staaten von Europa mitzuwirken”.

10.11.1962, Samstag

Die 25-Jährige Belgierin Suzanne Vandeput und ihr Ehemann, ihre Mutter, ihre Schwester und der Hausarzt der Familie werden im Lütticher Kindestötungsprozess von den Geschworenen freigesprochen.

Der deutsche Schriftsteller Arnold Zweig vollendet das 75. Lebensjahr. Er lebt seit seiner Rückkehr aus der Emigration (1948) in Berlin (Ost).

Die Anfang August 1962 in Volkach (Unterfranken) gestohlene “Maria im Rosenkranz” von Tilman Riemenschneider wird an den Chefredakteur der Illustrierten “Stern” Henri Nannen, ohne Einschaltung der Polizei gegen 100 000 DM Lösegeld in der Hansestadt Hamburg zurückgegeben.

11.11.1962, Sonntag

Bei der Landtagswahl in Hessen erreicht die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 50,9% der Wählerstimmen. Der Erfolg der SPD wird vielfach in Pressekommentaren mit der Kritik der SPD an der Behandlung der “Spiegel”-Affäre durch die Bundesregierung in Zusammenhang gebracht.

Aus Anlass des 80. Geburtstages von König Gustav VI. Adolf von Schweden finden zahlreiche Ehrungen für den Monarchen in Stockholm statt: Zum ersten Mal in seiner Geschichte gibt das schwedische Parlament im Stockholmer Rathaus ein Bankett für den regierenden König.

12.11.1962, Montag

Auf der US-amerikanischen Pazifikinsel Guam richtet ein Taifun Millionenschäden an. Mehrere hundert Menschen werden verletzt, 70 000 Menschen obdachlos, 95% aller Gebäude zerstört.

Der Ministerrat der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) führt Beitrittsverhandlungen mit den Delegationen der Staaten Norwegen und Dänemark.

13.11.1962, Dienstag

Ungarn erklärt sich bereit, die politischen Flüchtlinge, die nach dem Aufstand von 1956 in den Westen geflohen sind, wieder aufzunehmen.

Zum ersten Mal seit 150 Jahren tauchen in einem Wald in Ostpolen wieder Wölfe auf.

14.11.1962, Mittwoch

Bundespräsident Heinrich Lübke begibt sich auf eine dreiwöchige Asienreise, die ihn nach Pakistan, Thailand und Indien führt.

Der sowjetische Ministerpräsident Nikita S. Chruschtschow erklärt, dass die landwirtschaftliche Erzeugung der Sowjetunion im Jahr 1962 wieder unzureichend sei.

Das indische Parlament spricht in Neu-Delhi Ministerpräsident Jawaharlal Nehru das Vertrauen aus und fordert ihn einstimmig auf, “die Chinesen vom heiligen Boden Indiens zu vertreiben, welche Folgen daraus auch immer für Indien entstehen mögen”.

Der achte Kongress der Kommunistischen Partei Bulgariens geht in Sofia mit der Ansprache des einstimmig zum Ersten Sekretär wiedergewählten Todor Schiwkoff zu Ende.

In Hamburg wird das Ernst-Barlach-Museum eröffnet.

Kaiser Haile Selassie I. von Äthiopien verkündet die endgültige Eingliederung des einst italienischen und bisher autonomen Eritrea als Provinz in den Gesamtstaat Äthiopien.

15.11.1962, Donnerstag

Die Bemühungen evangelischer kirchlicher Kreise in West- und Ost-Berlin um eine Passierscheinregelung für Westberliner zur Weihnachtszeit, werden vom SED-Zentralorgan “Neues Deutschland” als “neues Propagandamanöver im kalten Krieg gegen die DDR” abgetan.

Schneefälle und starke Stürme behindern den Verkehr in Norddeutschland. Der Fährverkehr zwischen Gedser (Dänemark) und Großenbrode (DDR) über die Ostsee muss eingestellt werden.

Im Schillertheater in Berlin (West) findet die Premiere des Stückes “Die Ratten” von Gerhart Hauptmann (1862-1946) anlässlich seines 100. Geburtstages statt, die Regie führt Boleslaw Barlog.

Bundeskanzler Konrad Adenauer beendet seinen zwei Tage zuvor begonnenen Besuch in den USA mit einem dritten Treffen mit US-Präsident John F. Kennedy. Adenauer betont in einer Pressekonferenz in Washington die Übereinstimmung beider Politiker in der Kuba-Krise.

Unbekannte Täter verüben zwei Sprengstoffanschläge auf die von der DDR betriebenen S-Bahnwagen in Berlin (West).

16.11.1962, Freitag

Chinesische Truppen treten im nordöstlichen Grenzgebiet Indiens in Stärke einer Division zum Großangriff mit Stoßrichtung auf die Stadt Walong an.

In Salerno (Italien) wird die erste kontinuierliche Gefriertrocknungsanlage der Welt in Betrieb genommen.

Das Archiv der Akademie der Künste in Berlin (West) erhält den gesamten Nachlass des österreichischen Dichters Ödön von Horvath, eine Stiftung des Bruders des Dichters.

Die Georg-August-Universität in Göttingen feiert ihr 225-Jähriges Bestehen.

Die Bonner Koalitionskrise spitzt sich durch eine Erklärung des FDP-Vorsitzenden Erich Mende zu, der eine Fortsetzung der Regierungskoalition mit der CDU/CSU nicht mehr für möglich hält, wenn Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß weiter in seinem Amt bleiben sollte.

17.11.1962, Samstag

Drei kubanische Seeleute bitten in Hamburg um politisches Asyl: Der Kapitän des 3805 BRT großen kubanischen Frachters “Bahia de Nipe”, der leitende Ingenieur und der Funker des Schiffes.

Schwere Regenfälle führen in Mazedonien (Jugoslawien) zu der größten Überschwemmungskatastrophe seit 150 Jahren. Die Landeshauptstadt Skopje ist nur durch Funkverkehr mit der Außenwelt verbunden.

18.11.1962, Sonntag

Der Prix Goncourt 1962, der höchste französische Literaturpreis, wird der gebürtigen Polin Anna Langfus für ihren Roman “Les Bagages des Sables” zuerkannt.

Aus dem ersten Wahlgang für die französische Nationalversammlung geht die gaullistische “Union für die neue Republik” (UNR) als Sieger hervor. Sie erhöht ihren Stimmanteil von 17,5% auf 31,5%.

Die Österreichische Volkspartei (ÖVP) geht aus den Wahlen zum Nationalrat mit 81 Sitzen als stärkste Partei hervor. Die Sozialistische Partei (SPÖ) verliert dagegen zwei Mandate.

19.11.1962, Montag

Die fünf Bundesminister der FDP treten zurück, um die Voraussetzung für Verhandlungen über eine Regierungsumbildung zur Fortsetzung der Zusammenarbeit mit der CDU/CSU zu schaffen.

Bundestagspräsident Eugen Gerstenmaier fliegt zu einer einwöchigen Informationsreise nach Israel. Der Bundestagspräsident ist der bisher höchste Repräsentant der Bundesrepublik Deutschland, der Israel einen Besuch abstattet.

20.11.1962, Dienstag

Gegen die Kürzung ihres Lohnes um 180 bis 200 Ostmark monatlich protestieren die Arbeiter eines Elektromontage-Betriebs im Bezirk Friedrichshain in Berlin (Ost).

Der kubanische Ministerpräsident Fidel Castro erklärt sich mit dem Abzug der sowjetischen Mittelstreckenbomber einverstanden, lehnt jedoch eine Inspektion auf Kuba nach wie vor ab.

Mit scharfen Angriffen auf den Stalinismus wird in Budapest der VIII. Parteitag der ungarischen Kommunisten eröffnet.

Die deutsche Arzneimittelfirma C. H. Boehringer Sohn in Ingelheim warnt werdende Mütter vor übermäßigem Einnehmen des Abmagerungspräparates “Preludin”.

21.11.1962, Mittwoch

US-Präsident John F. Kennedy hebt die Blockade Kubas auf, nachdem ihm der sowjetische Ministerpräsident Nikita S. Chruschtschow den Abzug der Bomber aus Kuba zugesichert hat.

Die Regierung der Volksrepublik China gibt überraschend bekannt, dass ihre Truppen den Befehl erhielten, um Mitternacht das Feuer an der gesamten chinesisch-indischen Grenze einzustellen.

22.11.1962, Donnerstag

Prinz Philip, Herzog von Edinburgh, eröffnet in Perth (Westaustralien) die Empire-Spiele. Sie dauern bis zum 1. Dezember 1962 und sind ein Vergleichskampf der besten Sportler des Commonwealth.

Zum ersten Staatspräsidenten der ostafrikanischen Republik Tanganjika (Tansania) wird der bisherige Ministerpräsident Julius K. Nyerere gewählt.

23.11.1962, Freitag

In Kiel und Hamburg werden zwei ehemalige SS-Angehörige des “Einsatzkommandos acht” unter dem Verdacht verhaftet, während des Krieges in der Sowjetunion an der Erschießung von Juden, Sinti und Roma mitgewirkt zu haben.

Drei schwere Flugzeugunfälle ereignen sich in Paris, bei Washington und in Portugal. Insgesamt werden 56 Personen getötet.

24.11.1962, Samstag

Die Kontroverse zwischen der FDP und Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß verschärft sich: Der Bundesminister für Justiz, Wolfgang Stammberger, beschuldigt den Verteidigungsminister in Ansbach der unwahren Darstellung.

Die spanische Fluggesellschaft Iberia eröffnet eine neue Schnellverbindung zwischen Frankfurt am Main und Palma de Mallorca.

Die Schauspielerin Elisabeth Bergner wird mit dem mit 10 000 DM dotierten Schiller-Preis der Stadt Mannheim ausgezeichnet.

Der Deutsche Sportbund (DSB) hält seinen Bundestag im Ernst-Reuter-Haus in Berlin (West) ab. Der Präsident des DSB, Willi Daume, setzt in seinem Referat das Ziel: “Eine Million Aktive mehr.”

25.11.1962, Sonntag

Bei den bayerischen Landtagswahlen gewinnt die CSU die 1950 verlorene absolute Mehrheit zurück, auch die SPD erzielt Stimmengewinne, vor allem in den Städten.

Im zweiten Wahlgang zur Nationalversammlung in Frankreich erlangt die gaullistische “Union für die Neue Republik” (UNR) die absolute Mehrheit.

Zum 175. Geburtstag des Komponisten des Weihnachtsliedes “Stille Nacht, Heilige Nacht” – Franz Xaver Gruber – erscheint in Österreich ein Briefmarkensonderstempel.

26.11.1962, Montag

Der Oberkommandierende der US-amerikanischen Streitkräfte in Europa und künftige Oberkommandierende der NATO, General Lyman L. Lemnitzer, trifft zu einem 24stündigen Besuch der US-amerikanischen Garnison und der US-Mission in Berlin (West) ein, um sich über die Lage in der Stadt zu informieren.

Die Bundesanwaltschaft beendet nach vierwöchiger Dauer die Durchsuchung der Redaktionsräume des Nachrichtenmagazins “Der Spiegel”. Insgesamt hat sie fast 20 Millionen Dokumente und eine halbe Million Bilder geprüft.

Nach elfwöchiger Unterbrechung treten im Genfer Völkerbundspalast die Delegationen von 17 Nationen zur Fortsetzung der Abrüstungsverhandlungen wieder zusammen.

27.11.1962, Dienstag

Am zweiten Tag seines Staatsbesuches in Indien ehrt Bundespräsident Heinrich Lübke den 1948 ermordeten indischen Nationalhelden Mohandas Koramchand, gen. Mahatma Gandhi, in Neu-Delhi.

In Idaho Falls/USA wird der erste mit Plutonium beschickte Atomreaktor auf dem Versuchsgelände in Betrieb genommen.

Eine der schwersten Flugzeugkatastrophen dieses Jahres ereignet sich in Südamerika. Eine viermotorige Düsenverkehrsmaschine vom Typ Boeing 707 der brasilianischen Fluggesellschaft Varig stürzt kurz vor der Zwischenlandung in Lima (Peru) ab. Alle 105 Insassen der Maschine kommen ums Leben.

28.11.1962, Mittwoch

Zehn Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust wegen Beihilfe zum Mord in vier Fällen fordert der Staatsanwalt in Hannover gegen den 52-Jährigen früheren SS-Hauptscharführer Oskar Waltke.

Der französische Staatspräsident Charles de Gaulle begnadigt den zum Tode verurteilten ehemaligen General Edmond Jouhaud, ein führendes Mitglied der Untergrundorganisation OAS.

29.11.1962, Donnerstag

Eine Gruppe von 23 jungen kroatischen Emigranten verübt einen Bombenanschlag auf das Gebäude der jugoslawischen Handelsmission in Bad Godesberg-Mehlen bei Bonn. Der 29. November ist der jugoslawische Nationalfeiertag.

Der stellvertretende Ministerpräsident der Sowjetunion, Anastas I. Mikojan, hält sich bis zum 1. Dezember zu Gesprächen über ungeklärte Aspekte der Kuba-Krise in den USA auf.

30.11.1962, Freitag

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß verzichtet auf sein Ministeramt. Er gibt damit dem Druck der FDP und der SPD sowie der Öffentlichkeit nach, die sein Verhalten in der “Spiegel”-Affäre als untragbar für die Fortsetzung der Regierungskoalition ansehen.

Die UNO-Vollversammlung wählt Sithu U Thant für die nächsten vier Jahre zum UNO-Generalsekretär.