Was geschah im November 1965

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1.11.1965, Montag

Der Gesamtvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) beschließt in Düsseldorf mit großer Mehrheit die Entsendung einer Delegation nach Moskau, die die Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit dem sowjetischen Gewerkschaftsbund prüfen soll.

In Algier vertagt der Vorbereitungsausschuss die II. Afro-Asiatische Solidaritätskonferenz (“Bandung-Konferenz”) wegen der Absage der Volksrepublik China auf unbestimmte Zeit. China sieht aufgrund der Uneinigkeit in der afro-asiatischen Welt keine Erfolgschance für eine gemeinsame Konferenz über Maßnahmen gegen den US-Imperialismus.

2.11.1965, Dienstag

Erstmals seit 1941 gewinnt mit dem 43-Jährigen John Vliet Lindsay ein Kandidat der Republikanischen Partei die Bürgermeisterwahlen in New York.

Die Sowjetunion schickt mit dem 12 t schweren unbemannten Satelliten “Proton II” den bisher schwersten unbemannten Raumflugkörper auf eine Erdumlaufbahn.

An der Ruhr-Universität Bochum beginnt der Lehrbetrieb mit einer Vorlesung in der theologischen Fakultät über den Korintherbrief.

In Hamburg wird die Oper “Jacobowsky und der Oberst” des bundesdeutschen Komponisten Giselher Klebe uraufgeführt.

Bei den Wahlen zur Knesset, dem israelischen Parlament, gewinnt die Mapai-Partei 45 der 120 Sitze. Die Cherut-Liberalen erhalten 26, die Nationalreligiöse Partei 11 und die Rafi-Partei 10 Sitze. 1,5 Mio. Israelis, darunter 125 000 Araber, waren zum Gang an die Urnen aufgerufen. Im neuen Kabinett unter Ministerpräsident Levi Eschkol (Mapai) sind fünf der dreizehn ins Parlament gewählten Parteien vertreten.

3.11.1965, Mittwoch

Der Aktienmarkt reagiert nervös auf eine Berechnung der bundesdeutschen Banken, die für die Bundesrepublik Deutschland erstmals seit 1951 eine negative Handelsbilanz voraussagt.

In London findet die Uraufführung des Schauspiels “Saved” (“Gerettet”) des britischen Dramatikers Edward Bond in der Inszenierung von William Gaskill statt.

4.11.1965, Donnerstag

Der Wirtschaftssenator von Berlin (West), Karl Schiller, scheidet aus seinem Amt aus und wird wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion in Bonn.

Die bayerische Kleinstadt Kulmbach wird nach dem Auftreten eines zweiten Pockenfalles von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum örtlichen Infektionsgebiet erklärt.

5.11.1965, Freitag

Der italienische Automobilkonzern Fiat Spa schließt einen Vertrag mit der Regierung der Sowjetunion über technische und beratende Hilfe beim Aufbau der sowjetischen Automobil-Produktion.

Die Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände fordert die Einführung eines Fernseh-Wiederholungsprogrammes für Schichtarbeiter am Vormittag in allen Bundesländern. Ein derartiges Angebot gibt es bislang nur im Saarländischen Rundfunk (seit Oktober 1964).

Die rhodesische Regierung verhängt für drei Monate den Ausnahmezustand über das Land. Das Kabinett unter Ian Smith begründet diese Maßnahme mit der angeblichen Bedrohung der nationalen Sicherheit durch Sabotageaktionen der “schwarzen nationalistischen Organisationen”.

6.11.1965, Samstag

Die Regierungen Kubas und der Vereinigten Staaten vereinbaren in einem sog. Verständigungs-Memorandum, das die schweizerische Botschaft in Havanna vermittelte, Ausreisemöglichkeiten für Kubaner, die ins Exil gehen wollen. Monatlich sollen 3000 bis 4000 Kubaner in Flugzeugen privater Luftfahrtgesellschaften, die von den USA gechartert und bezahlt werden, das Land verlassen dürfen.

Für 200 000 Bergarbeiter der Kohlenreviere an der Ruhr und im Aachener Raum beginnt die erste von vier Feierschichten mit Lohnausgleich, die zum Abbau der hohen Haldenbestände vereinbart wurden.

7.11.1965, Sonntag

Die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) weist auf ihrer Sitzung in Frankfurt/Main einmütig die Kritik des Bundes der Vertriebenen an ihrer Denkschrift über das deutsch-polnische Verhältnis zurück, in der die EKD den Polen ein Recht auf Heimat in den ehemaligen deutschen Ostgebieten zuspricht.

Auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Neuengamme bei Hamburg wird eine Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus feierlich eingeweiht.

8.11.1965, Montag

Die ägyptische Regierung beschließt die Umwandlung von Port Said in einen internationalen Freihafen, in dem ausländische Investoren steuerfrei Geld anlegen können. Das Kabinett erhofft sich durch diese Maßnahme erhöhte Deviseneinnahmen. Der Hafen wird jährlich von mehr als 20 000 Schiffen angelaufen.

In der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover beginnt der Bau der städtischen Untergrundbahn. Bis 1975 soll das kreuzförmige Streckennetz von 6,2 km Länge mit Schnittpunkt im Stadtzentrum fertiggestellt sein. Die Kosten werden auf 500 Mio. DM veranschlagt.

9.11.1965, Dienstag

Der Deutsche Bundestag in Bonn senkt im Zuge der Rationalisierung seiner Gremienarbeit die Zahl der Ausschüsse von 28 auf 23, die Zahl der Ausschussmitglieder sinkt von 696 auf 594. Damit sind nur noch wenige Abgeordnete mit der Arbeit in zwei Ausschüssen belastet. CDU/CSU stellen 11, die SPD 10 und die FDP 2 Ausschussvorsitzende.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband warnt auf dem Deutschen Gaststättentag in Bremen angesichts von mehr als 3000 Gaststätten-Neugründungen im Jahr vor einer Inflation bei Restaurationsbetrieben und fordert die Einführung eines Fachkundigen-Nachweises.

Ein Stromausfall in acht Bundesstaaten der USA und Kanadas für mehrere Stunden führt zu einem Zusammenbruch des Verkehrs sowie der Produktion in den Betrieben.

Bei den Präsidentschaftswahlen auf den Philippinen siegt der Kandidat der Nationalistischen Partei, Ferdinando E. Marcos, über den Amtsinhaber Diosdado Macapagal, Mitglied der Liberalen Partei.

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe verurteilt den ehemaligen Verfassungsschutzangestellten Werner Pätsch wegen vorsätzlicher Verletzung der Amtsverschwiegenheit zu vier Monaten Gefängnis.

10.11.1965, Mittwoch

In seiner Regierungserklärung fordert Bundeskanzler Ludwig Erhard die Bevölkerung der Bundesrepublik zum “Maßhalten” auf, verlangt von den Tarifpartnern die Verlängerung der wöchentlichen Arbeitszeit um eine Stunde und verkündet den Gedanken einer “formierten Gesellschaft”.

11.11.1965, Donnerstag

Der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Metall, Otto Brenner, wertet die Regierungserklärung von Bundeskanzler Ludwig Erhard vom Vortag als Kampfansage an den Sozialstaat und als “unerhörte Herausforderung an alle arbeitenden Menschen und die Gewerkschaften”.

Die von dem weißen Premierminister Ian Smith geführte Regierung Rhodesiens erklärt einseitig die Unabhängigkeit.

Ein Gerichtshof im US-amerikanischen Bundesstaat Mississippi verurteilt erstmals in der Geschichte des Staates einen Weißen wegen Vergewaltigung einer Schwarzen. Er wandelt allerdings die gesetzlich vorgeschriebene Todesstrafe in eine lebenslängliche Freiheitsstrafe um.

12.11.1965, Freitag

Der bundesdeutsche Außenminister Gerhard Schröder (CDU) trifft zu einem zweitägigen Arbeitsbesuch bei seinem französischen Amtskollegen Maurice Couve de Murville in Paris ein, bei dem u.a. über unterschiedliche Standpunkte hinsichtlich der Wirtschaftspolitik in der EG verhandelt wird.

Der Präsident des Bundesgerichtshofes in Karlsruhe, Heusinger, lehnt den in Bonner Regierungskreisen erwogenen Plan ab, auf Antrag des Verfassungsschutzes durch einen Senat des Bundesgerichtshofes Telefonabhöraktionen und Briefkontrollen zu gestatten. Dies komme einer gerichtlichen Entscheidung gleich, die nach dem Grundgesetz nur nach Anhörung des Betroffenen gefällt werden dürfe.

Der Schulausschuss des Deutschen Städtetages gibt die erforderlichen Kosten für Schulneubauten bis 1975 mit 40 Mrd. DM an.

In der Schweiz läuft die Aktion der Schweizerischen Zahnärztegesellschaft (SSO) “Kampf der Schlecksucht” an, mit der die Zahnkaries eingedämmt und die Mundhygiene verbessert werden soll. Im Mittelpunkt der Aktion steht eine “Konkurrenz der schönen und gesunden Zähne” für Kinder und Jugendliche der Geburtsjahrgänge 1950- 52, bei der Gebisse von Buben und Mädchen in Regionalausscheidungen nach Vollständkeit, Regelmäßigkeit und Gesundheit bewertet werden. Der Bundessieger wird im Januar 1966 ermittelt.

Der Untergang der unter panamaischer Flagge fahrenden “Yarmouth Castle” bei New Providence Island fordert 82 Todesopfer. Das Fährschiff befand sich auf der Fahrt von Miami (Florida) nach Nassau auf den Bahamas.

14.11.1965, Sonntag

Im Londoner Collins-Verlag werden die sog. Penkowski-Papiere veröffentlicht.

Große Teile Europas liegen unter der ersten Schneedecke dieses Winters, der sich damit fünf Wochen früher einstellt als im Kalender vorgesehen.

Deutschland gewinnt mit 6:0 gegen Zypern in Nikosia das letzte Qualifikationsspiel zur Fußball-Weltmeisterschaft 1966 und sichert sich die Teilnahme am Endturnier in England.

15.11.1965, Montag

Der US-Amerikaner Craig Breedlove stellt mit 966,547 km/h einen neuen Geschwindigkeitsrekord für Landfahrzeuge auf.

In Moskau vereinbaren sieben Staaten des Warschauer Paktes sowie die Mongolische Volksrepublik und Kuba eine Zusammenarbeit in der Weltraumforschung und den gemeinsamen Start künstlicher Erdsatelliten.

Nach Mitteilung der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg sind von den 465 000 Lehrstellen, die Schulabgängern des Jahres angeboten werden, fast 200 000 noch immer unbesetzt.

16.11.1965, Dienstag

Das II. Vatikanische Konzil in Rom lehnt mit großer Mehrheit gegen den Willen vieler italienischer und lateinamerikanischer Bischöfe eine ausdrückliche Verurteilung des Kommunismus ab.

Die medizinische Akademie in Düsseldorf wird in Universität Düsseldorf umbenannt. Landeskultusminister Paul Mikat (CDU) stimmt der Einrichtung von naturwissenschaftlichen und philologischen Fakultäten ab dem 1. Januar 1966 zu.

Das Unterhaus in London ermächtigt die britische Regierung in einem Sondergesetz zu weitreichenden Maßnahmen gegen die “Rebellion in Rhodesien”.

17.11.1965, Mittwoch

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York lehnt einen Antrag Kambodschas auf Aufnahme der Volksrepublik China als einzigen chinesischen Vertreter in die Vereinten Nationen mit 47:47 Stimmen bei 20 Enthaltungen ab. Damit bleibt Taiwan (Nationalchina), das einen Alleinvertretungsanspruch für China reklamiert, Mitglied der UN.

In Rio de Janeiro beginnt die “Zweite Außerordentliche Interamerikanische Konferenz” mit Vertretern aller amerikanischen Staaten. Die bis zum 29. November dauernde Tagung lehnt den Vorschlag des US-amerikanischen Verteidigungsministers Dean Rusk zur Bildung einer interamerikanischen Streitmacht ab.

Nach Angaben der Commerzbank übersteigen die prämienbegünstigten Spareinlagen bei den Kreditinstituten in der Bundesrepublik Deutschland erstmals die 10-Milliarden-DM-Grenze. Hinzu kommen prämienbegünstigte Wertpapieranlagen im Wert von 1,3 Mrd. DM.

18.11.1965, Donnerstag

Die polnischen Bischöfe laden den deutschen Episkopat zur Teilnahme an den Feiern zur 1000-Jährigen Christianisierung Polens ein.

Die sowjetische Parteizeitung “Prawda” verurteilt den Bundespräsidenten Heinrich Lübke wegen seiner Rede zum Volkstrauertag am 14. November als “Eindringling in ein fremdes Territorium” – gemeint ist Berlin (West) -, in dem er eine “revanchistische Predigt” gehalten habe.

Nach einer Umfrage der Wickert-Institute in Tübingen lernen sich 27% der Ehepaare beim Tanzen kennen. 16% finden im Freundeskreis zueinander.

19.11.1965, Freitag

Das II. Vatikanische Konzil in Rom billigt ein Dekret über die Religionsfreiheit, das allen Menschen das Recht zuspricht, ihren Glauben ohne staatliche Beeinflussung frei zu wählen.

Die Deutsche Bundespost gibt die Kürzung ihres Sondermarkenprogramms von gegenwärtig 30 auf 15 Werte bekannt. Die Postwertzeichen-Dauerserie “Deutsche Bauwerke aus zwölf Jahrhunderten” wird neu gestaltet.

Nach einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes in Berlin (West) ist das Stellen von Horoskopen gegen Entgelt durch das Recht auf Berufsfreiheit im Grundgesetz gedeckt. Damit wird eine Klage der Stadt Bremen gegen einen professionellen Astrologen abgewiesen.

Mehrtägige Kämpfe zwischen US-amerikanischen Luftlandeeinheiten und Vietcong-Truppen im Grenzgebiet zu Laos und Kambodscha enden mit Verlusten für beide Seiten.

20.11.1965, Samstag

Der Internationale Fußballverband fordert drakonische Strafen gegen Ausschreitungen in Fußballstadien.

21.11.1965, Sonntag

Bayerns Ministerpräsident Alfons Goppel legt in Regensburg den Grundstein zur vierten Landesuniversität, der ersten Universitätsneugründung in Bayern seit 1743.

In den USA sind Geschlechtskrankheiten epidemisch angestiegen. Die Syphilis befiel von 1957 bis 1965 jährlich 1,1 Mio. Personen. Allein 250 000 Teenager erkranken jedes Jahr an Gonorrhö. Dies berichten Ärzte aus Chicago.

Der Schweizer Schriftsteller Peter Bichsel erhält den mit 5000 DM dotierten Preis der “Gruppe 47” für seinen noch unveröffentlichten Roman “Zusammenhang” zugesprochen.

22.11.1965, Montag

Der Boxweltmeister im Schwergewicht, Cassius Clay, verteidigt seinen Titel in Las Vegas (Nevada) gegen Floyd Patterson durch technischen K. o. in der zwölften Runde.

In Bonn fällt am Morgen für 45 Minuten der Strom aus. Nur das Regierungsviertel bleibt aufgrund besonderer Sicherungsmaßnahmen verschont.

Im New Yorker Anta Washington Square Theatre wird das Musical “Der Mann von la Mancha” unter der Regie von Albert Marre uraufgeführt.

23.11.1965, Dienstag

Die US-Armee verringert ihre Truppenpräsenz in Berlin (West) um 700 auf 6000 Mann.

Der französische Schriftsteller Jacques Borel erhält für seine Novelle “L’adoration” (Die Anbetung) den Prix Goncourt zugesprochen, der jährlich von der Académie Goncourt verliehen wird. Das Preisgeld von 50 Francs (40 DM) hat nur symbolischen Wert, da die Preisverleihung hohe Publizität garantiert.

24.11.1965, Mittwoch

Das US-amerikanische Verteidigungsministerium gibt bekannt, dass Großbritannien, Kanada, Frankreich, Belgien, Italien, die Niederlande, Griechenland, die Bundesrepublik Deutschland und die Türkei über taktische Atomwaffen für ihre Jagdbomber verfügen, die nur durch den US-Präsidenten zum Einsatz freigegeben werden können.

Berlin und Niedersachsen erleben mit -23 den kältesten Novembertag seit mehr als 100 Jahren. Zudem zeigt sich der Monat als schneereichster November seit 1919.

25.11.1965, Donnerstag

Vertreter des Westberliner Senats und der DDR unterzeichnen in Berlin das dritte Passierscheinabkommen seit dem Mauerbau 1961.

Bei den Parlamentswahlen in Nordirland verbessern die regierenden konservativen Unionisten ihre führende Stellung um 2 auf 36 der 52 Parlamentssitze. Die Nationalisten halten ihre neun Sitze.

Der Oberkommandierende der kongolesischen Nationalarmee, Joseph (Sésé Séko) Mobutu, übernimmt in einem unblutigen Staatsstreich die Macht im Kongo.

Das Oraniengymnasium in Wiesbaden erhält als erste bundesdeutsche Schule einen Elektronenrechner. Die Privatindustrie stellt das 1,5 t schwere Gerät, das noch vor wenigen Jahren einen Wert von etwa 230 000 DM repräsentierte, kostenlos zur Verfügung, um dem Schulwesen Impulse zur Ausbildung in der maschinellen Datenverarbeitung zu geben.

26.11.1965, Freitag

Die US-amerikanische Marineführung teilt den Flugzeugträger “Enterprise” und die Lenkwaffenfregatte “Bainbridge” der 7. Flotte zu, die im Südchinesischen Meer gegen Nordvietnam operiert. Damit werden erstmals atombetriebene Kriegsschiffe in das Kriegsgebiet entsendet.

Durch einen überlegenen Punktsieg nach 15 Runden verteidigt der Schwergewichts-Europameister Karl Mildenberger in der Frankfurter Festhalle seinen Titel gegen den Deutschen Meister Gerhard Zech.

Frankreich startet vom Versuchsgelände Hammaguir in der algerischen Sahara seinen ersten Satelliten. Schon während des Transportes in die Erdumlaufbahn hat er die Aufgabe, die Trägerrakete zu kontrollieren, aus der die Trägerrakete für die französische Atomstreitmacht entwickelt werden soll.

Nach Angaben des Bundesverbandes der deutschen Sparkassen belebt sich das Kreditgeschäft in der Bundesrepublik wegen der großen Nachfrage nach Barkrediten für Weihnachtsgeschenke kräftig.

27.11.1965, Samstag

Bei einer Demonstration vor dem Weißen Haus in Washington fordern 20 000 US-Amerikaner von der Regierung unter Präsident Lyndon B. Johnson die Einstellung des Bombenkrieges gegen Nordvietnam und die Bereitschaft zu Verhandlungen.

28.11.1965, Sonntag

Der Gesamtverband der Sowjetzonenflüchtlinge beschließt auf seiner zwölften ordentlichen Bundesdelegiertentagung in Braunschweig die Bildung einer Aktionsgemeinschaft, die gegen die Gewöhnung an den Status quo des geteilten Deutschlands arbeiten soll.

Der US-amerikanische Präsident Lyndon B. Johnson bestimmt den 28. November zum “Tag des Nationalen Gebetes” im Gedenken an die südvietnamesischen und US-amerikanischen Opfer des Vietnamkrieges.

29.11.1965, Montag

Der Bundesverband der Ersatzkassen in der Bundesrepublik Deutschland beschließt Beitragserhöhungen in der Größenordnung von 15 bis 20%, um die Mehrkosten aus steigenden Arzthonoraren, die Verteuerung von Arzneimitteln und steigenden Krankenhauspflegesätzen aufzufangen.

Frankreich bleibt der Ministerratssitzung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft in Brüssel fern und verhindert so einen Beschluss über eine weitere Senkung der Binnenzölle um 10% auf 20% des Standes von 1957.

Trotz ihrer hohen Verschuldung beschließt die Stadt München, sich für die Austragung der Olympischen Spiele 1972 zu bewerben.

30.11.1965, Dienstag

Die asiatischen Mitglieder der Kommission der Vereinten Nationen für Asien und den Fernen Osten beschließen in Manila die Gründung einer asiatischen Entwicklungsbank mit einem Startkapital von 1 Mrd. US-Dollar (4 Mrd. DM).

Im November ist die Arbeitslosenzahl in der Bundesrepublik um 26 731 auf 118 968 gestiegen; die Zahl der offenen Stellen sinkt um 76 900 auf 582 600. Zudem sind die Gastarbeiterzahlen rückläufig. Damit zeichnet sich ein Rückgang des Arbeitskräftemangels ab.

Chroniknet