Was geschah im November 1968

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1.11.1968, Freitag

In München wird die Fusion der Bölkow GmbH und der Messerschmitt-Werke Flugzeug Union Süd GmbH bekanntgegeben. Mit etwa 12 300 Beschäftigten ist die Messerschmitt-Bölkow GmbH das größte bundesdeutsche Luft- und Raumfahrtunternehmen.

Mit Mittagstemperaturen bis zu 25 im Schatten wird in der ganzen Bundesrepublik der bislang wärmste Novembertag des Jahrhunderts gemessen. Ähnlich hohe Temperaturen hatte es zuletzt zu Allerheiligen des Jahres 1899 gegeben.

Vorstand, Parteirat und Kontrollkommission der SPD nominieren in Berlin (West) Bundesjustizminister Gustav Heinemann als Kandidaten für die Wahl zum Bundespräsidenten. Heinrich Lübke, der derzeitige Amtsinhaber, hat seinen Rücktritt zum 30. Juni 1969 angekündigt.

2.11.1968, Samstag

In Dortmund stellen die DKP, die Deutsche Friedensunion (DFU), der Bund der Deutschen (BDD) und weitere linke Gruppierungen eine gemeinsame Kandidatenliste für die 1969 anstehende Bundestagswahl auf. Das Wahlbündnis hofft, auf diese Art mehr als 5% der Stimmen und damit den notwendigen Mindestanteil für einen Einzug in den Bundestag zu erringen.

3.11.1968, Sonntag

Die Beisetzung des am 1. November verstorbenen ehemaligen griechischen Ministerpräsidenten Georgios Papandreou wird in Athen zu einer Demonstration gegen die griechische Militärregierung genutzt. Etwa 50 000 Menschen fordern die Rückkehr zur Demokratie.

Schwere Unwetter und sintflutartige Regenfälle in weiten Teilen Europas verursachen große Schäden und fordern allein in Italien 91 Menschenleben.

Der Brite Graham Hill gewinnt in Mexiko-Stadt das Automobilrennen um den Großen Preis von Mexiko und wird damit Formel-I-Weltmeister.

4.11.1968, Montag

Bei schweren Auseinandersetzungen in Berlin (West) werden 108 Polizisten und etwa 30 Demonstranten verletzt. Die Teilnehmer der zunächst friedlichen Kundgebung vor dem Landgericht Charlottenburg bekunden ihre Sympathie mit dem Rechtsanwalt Horst Mahler, gegen den die Staatsanwaltschaft Berufsverbot wegen Teilnahme an einer gewalttätigen Demonstration am 11. April beantragt hat. Das Ehrengericht der Anwaltsvereinigung spricht Mahler frei.

In der jordanischen Hauptstadt Amman geht die Regierung mit Panzern und starken Polizeikräften gegen eine Demonstration von über 10 000 Anhängern der palästinensischen Guerilla-Organisation “Al Nasr” vor, die sich gegen König Hussein II. richtet.

Der Roman “Krebsstation” des sowjetischen Schriftstellers Alexandr I. Solschenizyn wird in der Bundesrepublik zum Bestseller. Er erreicht Platz 6 der “Spiegel”-Bestsellerliste für Belletristik.

5.11.1968, Dienstag

Bei den Wahlen zum US-amerikanischen Repräsentantenhaus wird in New York die 43-Jährige Demokratin Shirley Chrisholm gewählt. Sie ist die erste farbige Abgeordnete in diesem Parlament.

Der Republikaner Richard Milhous Nixon wird zum 37. Präsidenten der USA gewählt. Mit 43,4% der abgegebenen Stimmen besiegt er knapp Hubert Horatio Humphrey (42,7%).

6.11.1968, Mittwoch

Nach einer Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung in Nürnberg sind fast 50% aller Arbeitslosen über 55 Jahre alt. Vor einem Jahr waren es nur knapp 30%.

Bei der Schacholympiade in Lugano erreicht die Bundesrepublik ein Remis gegen Mannschaftsweltmeister UdSSR.

7.11.1968, Donnerstag

Auf dem CDU-Parteitag (4.- 7.11.) in Berlin (West) ohrfeigt die 29-Jährige Beate Klarsfeld Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU). Sie will damit auf seine angebliche Nazi-Vergangenheit hinweisen.

François Mitterrand legt in Paris sein Amt als Vorsitzender der Föderation der demokratischen und sozialistischen Linken nieder, das er am 9. Dezember 1965 übernommen hatte. Mitterrand fordert den Zusammenschluss der Föderation zu einer Gesamtpartei.

In Rio de Janeiro gewinnt die Fußball-Nationalmannschaft Brasiliens 2:1 gegen eine Weltelf, in der auch die Bundesdeutschen Franz Beckenbauer, Wolfgang Overath und Willi Schulz spielen.

8.11.1968, Freitag

Wegen Gerüchten über eine bevorstehende Aufwertung der DM fließen Hunderte Millionen US-Dollar in die Bundesrepublik.

Von Kap Kennedy aus wird der US-amerikanische Forschungssatellit “Pioneer 9” gestartet. Er soll Meßdaten über die Sonnenstrahlung liefern.

Bruce Reynolds, der Anführer der legendären “Posträuber”, wird in Torquay (Südwestengland) verhaftet.

9.11.1968, Samstag

Wegen angeblich “revisionistischer Haltung” wird der 55-Jährige marxistische Philosoph Adam Schaff in Warschau aus dem Zentralkomitee der Polnischen Vereinigten Arbeiter-Partei ausgeschlossen. Er hatte im März Verständnis für die Forderungen demonstrierender Studenten gezeigt.

Im Württembergischen Staatstheater wird Tankred Dorsts Revue “Toller” uraufgeführt (Regie: Peter Palitzsch, Bühnenbild: Wilfried Minks).

Die Bundesregierung untersagt jeglichen Warenverkehr mit Rhodesien. Sie folgt damit dem Beschluss des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen (UN) vom 29. Mai, gegen das Land Wirtschaftssanktionen zu verhängen.

10.11.1968, Sonntag

Der pakistanische Staatspräsident Mohammed Ayub Khan entgeht in Peshawar unverletzt einem Attentat. Ein jugendlicher Regierungsgegner, der die beiden Schüsse auf Ayub Khan abfeuerte, wird verhaftet.

11.11.1968, Montag

Sechs französische Präfekten erhalten mit der Post Sprengstoffpakete, in denen jedoch der Zünder fehlt. Die beigefügten Flugblätter sind mit “Steuerreform oder es knallt” überschrieben. Die verantwortliche Gruppe nennt sich “Organisation der Betriebsinhaber”.

In Berlin (West) gehen die Jazztage (7.- 11.11.) zu Ende, auf denen dem Publikum internationale Spitzenmusiker präsentiert wurden.

12.11.1968, Dienstag

Mit einer Vielzahl von Kontrollen, Genehmigungen und Bescheinigungen erschwert die tschechoslowakische Regierung Reisen von CSSR-Bürgern ins westliche Ausland. Völlig verweigert wird die Ausreise zur Aufnahme einer Arbeit oder eines Studiums im Westen.

Die bundesdeutschen Fluglotsen sorgen seit Tagen mit ihrem “Dienst nach Vorschrift” für Abflugverspätungen von bis zu zwei Stunden. Sie fordern Gehaltserhöhungen und Bezahlung nach Leistung.

13.11.1968, Mittwoch

Der Bundestag in Bonn setzt einen Untersuchungsausschuss zur Aufklärung der Selbstmord- und Spionagefälle vom Oktober ein.

Der österreichische Nationalrat in Wien setzt durch einstimmigen Beschluss das aktive Wahlalter auf 19 und das passive auf 25 Jahre herab. In der Bundesrepublik bestehen Pläne, junge Bürger mit 18 Jahren erstmals zur Wahl zuzulassen.

Die pakistanische Regierung lässt den früheren Außenminister Zulfikar Ali-Khan Bhutto in der Hauptstadt Lahore wegen Unruhestiftung verhaften.

14.11.1968, Donnerstag

Bundesverkehrsminister Georg Leber (SPD) übergibt in der Nähe von Osnabrück das letzte Teilstück der Autobahn “Hansalinie” dem Verkehr.

Auf der dritten Europäischen Weltraumkonferenz in Bonn (12.- 14.11.) wird die Errichtung einer europäischen Weltraumorganisation nach dem Vorbild der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA beschlossen.

15.11.1968, Freitag

In Bonn stellen CDU und CSU Bundesverteidigungsminister Gerhard Schröder (CDU) als Gegenkandidaten zu Bundesjustizminister Gustav Heinemann (SPD) für die Wahl zum Bundespräsidenten auf.

Die achtzehnjährige Penelope Plummer aus Sydney wird in London zur “Miss World 1968” gewählt.

Im Berliner Schillertheater findet die deutsche Erstaufführung des Stücks “Erschwerte Möglichkeiten der Konzentration” von Václav Havel statt. Es ist das dritte Bühnenstück des 32-Jährigen tschechischen Schriftstellers.

16.11.1968, Samstag

Der Ministerrat des Nordatlantikpaktes (NATO) verurteilt auf seiner Jahrestagung in Brüssel den Einmarsch von fünf Warschauer-Pakt-Staaten in die CSSR am 20. August und gibt zu erkennen, dass die NATO eine Besetzung Jugoslawiens nicht hinnehmen würde.

Der V. Parteitag der Polnischen Vereinigten Arbeiter-Partei wählt in Warschau ein neues Zentralkomitee. Erster Sekretär wird wiederum Wladislaw Gomulka.

Die Sowjetunion bringt die bislang größte Raumstation der Welt in eine Erdumlaufbahn. Der Satellit mit der Bezeichnung “Proton 4” hat eine Nutzlast von 17 t.

In der Comédie de Champs-Elysées wird Jean Anouilhs Schauspiel “Le Boulanger, la Boulangère et le petit Mitron” (Der Bäcker, die Bäckerin und der kleine Lehrling) uraufgeführt.

17.11.1968, Sonntag

Auf der Tagung des Zentralkomitees der KPC in Prag (14.- 17.11.) besetzen bei der Neuverteilung der Aufgaben moskautreue Politiker nun wieder Schlüsselpositionen. Parteisekretär und Reformer Zdenek Mlynár tritt zurück.

Im New Yorker Imperial Theatre findet die Uraufführung des Musicals “Zorba” (Buch: Joseph Stein, Songtexte: Kred Ebb; Musik: John Kander; Hauptrolle: Anthony Quinn) nach dem Roman “Alexis Sorbas” von Nikos Kasantzakis statt.

Mit der Landung von “Sonde 6” geht das jüngste, auf den Mond gerichtete Raumfahrtunternehmen der UdSSR erfolgreich zu Ende.

18.11.1968, Montag

Mit einer Zeremonie, bei der ein goldener Schlüssel den Besitzer wechselt, wird im Kernkraftwerk Lingen an der Ems der Anschluss Norddeutschlands an das Atomstromnetz gefeiert.

Der bedeutendste französische Literaturpreis, der Prix Goncourt, wird in Paris dem 45-Jährigen Schriftsteller Bernard Clavel für seinen realistischen Roman “Les Fruits de l’Hiver” (Die Früchte des Winters) verliehen.

19.11.1968, Dienstag

Nach mehrmonatigen Auseinandersetzungen wählt der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS) auf einer Delegiertenkonferenz in Hannover (17.- 19.11.) einen vorläufigen Bundesvorstand für ein halbes Jahr.

In der westafrikanischen Republik Mali wird Staats- und Regierungschef Modibo Keita von der Armee gestürzt. Ein Militärkomitee unter Führung von Moussa Traore übernimmt in dem Wüstenstaat die Macht.

Das künftige Flaggschiff der britischen Cunard-Reederei in Southampton, der 65 000 t große Passagierschiff-Neubau “Queen Elizabeth 2”, unternimmt die erste Fahrt mit eigener Maschinenkraft vor dem Dock der schottischen Werft John Brown Engineering. Die Baukosten des modernen Ozeanriesen betragen umgerechnet 300 Millionen DM.

20.11.1968, Mittwoch

In Bonn erörtern die Notenbankpräsidenten und Fachminister der sog. “Zehnergruppe” (Belgien, Bundesrepublik, Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Niederlande, Schweden, USA) die durch den Verfall des französischen Franc ausgelöste internationale Währungskrise. Um Devisenspekulationen zu verhindern, werden die Börsen in Frankreich, Großbritannien und der Bundesrepublik für drei Tage geschlossen.

Für die Winterperiode 1968/69 bietet die Reifenindustrie erstmals mit Spikes versehene Gürtelreifen an, die für Geschwindigkeiten bis 180 km/h zugelassen sind. Der sog. M-&-S-Reifen hat 100 über die ganze Lauffläche verteilte Spikes, die die Fahrtüchtigkeit des Wagens bei Schnee und Eis erheblich verbessern.

Durch eine Serie von Schlagwetterexplosionen kommen in einer Kohlengrube bei Mannington im US-Bundesstaat West Virginia mindestens 78 Bergleute ums Leben. Dichte, giftige Rauchschwaden machen Rettungsarbeiten fast unmöglich.

21.11.1968, Donnerstag

In Budapest hält die Vorbereitungskommission für das geplante Welttreffen kommunistischer Parteien eine Beratung ab und verschiebt den Termin für das Ereignis auf den Mai 1969 in Moskau.

In München wird der erste deutsche Satellit fertiggestellt. “Heos A” ist von den Junkers Flugzeug- und Motorenwerken gebaut worden, um exaktere Messungen über das interplanetare Magnetfeld vorzunehmen.

22.11.1968, Freitag

Zehn Tote und rund 70 Verletzte fordert ein Sprengstoffanschlag im Herzen von Jerusalem. Die Bombe mit ungefähr 200 kg Sprengstoff war in einem geparkten Auto versteckt. Die Polizei verhaftet etwa 500 Araber.

Die Doppel-Langspielplatte “White Album” von den Beatles wird in der Bundesrepublik Deutschland veröffentlicht.

Alle 107 Insassen einer Boeing 707 der Japan Airlines bleiben wie durch ein Wunder unverletzt, als ihr Flugzeug, von Tokio kommend, im Nebel die Landebahn von San Francisco verfehlt und auf dem Meer aufsetzt.

Dem 47-Jährigen Everett Thomas wird in Houston (Texas) zum zweiten Mal ein Herz eingepflanzt, nachdem sein Körper das am 3. Mai transplantierte Herz abzustoßen begann. Thomas, nach dem Südafrikaner Philip Blaiberg der Patient, der bisher am längsten mit einem fremden Herzen lebt, stirbt am 24. November an den Folgen der Operation.

23.11.1968, Samstag

Trotz entsprechenden Drucks zum Abschluss der Währungskonferenz des sog. Zehnerklubs in Bonn (20.- 22.11.) beschließt der französische Staatspräsident Charles de Gaulle, den Franc nicht abzuwerten.

Rund 60 000 geistig behinderte Kinder und Jugendliche warten in der Bundesrepublik auf eine ihren Möglichkeiten und Bedürfnissen angepaßte Hilfe und Bildungsmöglichkeit. Diese Zahl nennt die Bundesvereinigung “Lebenshilfe für geistig Behinderte” aus Anlass ihres zehnjährigen Bestehens.

Die Verfilmung des Romans “Doktor Schiwago” von Boris Pasternak läuft im Berliner Kino “Royal Palast” seit zwei Jahren ununterbrochen.

In einem Qualifikationsspiel zur Fußballweltmeisterschaft 1970 in Mexiko gewinnt die bundesdeutsche Nationalmannschaft in Nikosia nur mit Mühe gegen den Außenseiter Zypern. Erst in der 91. Minute schießt Mittelstürmer Gerd Müller das entscheidende 1:0.

24.11.1968, Sonntag

Das Todesurteil vom 17. November gegen Alexandros Panagulis, der am 13. August ein spektakuläres Attentat auf Griechenlands Ministerpräsidenten Georgios Papadopoulos verübt hatte, wird nach massiven internationalen Protesten nicht vollstreckt.

Der kirgisische Schriftsteller Tschingis Aitmatow erhält für die Erzählung “Wirf die Fesseln ab, Gulsary” den Staatspreis der Sowjetunion für Literatur. Der Roman schildert realistisch Aspekte des Lebens in einer Kolchose.

25.11.1968, Montag

Das Bundeskabinett in Bonn beschließt die Erhöhung des Weihnachtsgeldes für Beamte von 33,3 auf 40% eines Monatsgehalts. Um diese Gewerkschaftsforderung hatte es wochenlange, zum Teil heftige Auseinandersetzungen mit Bummelstreiks in allen Bereichen des öffentlichen Dienstes gegeben.

Nach Studentenunruhen in Alexandria verfügt die ägyptische Regierung die Schließung sämtlicher Hochschulen des Landes auf unbestimmte Zeit.

Frankreich führt zum zweiten Mal in diesem Jahr die Devisenzwangswirtschaft ein. Die Freiheit der Franzosen, ihr Geld und Kapital ins Ausland zu bringen, wird damit wie im Mai wiederum drastisch beschnitten.

26.11.1968, Dienstag

Weil er in einer Gerichtsverhandlung den Vorsitzenden als “Schleimscheißer” bezeichnet hatte, wird der 24-Jährige Karl-Heinz Pawla, ein ehemaliger Student aus dem Kreis der “Kommune I”, in Berlin (West) zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Pawla war bereits am 6. September zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt worden, weil er in einem anderen Verfahren im Gerichtssaal seine Notdurft verrichtet und Gerichtsakten als Toilettenpapier zweckentfremdet hatte.

27.11.1968, Mittwoch

Mit der Wiederwahl des japanischen Ministerpräsidenten Eisaku Sato zum Vorsitzenden der regierenden Liberaldemokratischen Partei ist eine Regierungskrise in Japan abgewendet, wo Partei- und Regierungsvorsitz traditionell gekoppelt sind. Sato ist seit 1964 im Amt.

Als erste Nuklearmacht hinterlegt Großbritannien in Moskau und Washington die Ratifikationsurkunden zum Vertrag für die Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen vom 1. Juli.

Die südvietnamesische Regierung entschließt sich, doch eine Delegation zu den Friedensverhandlungen nach Paris zu entsenden, die von Vizepräsident Nguyên Cao Ky angeführt werden soll.

Der Bundestag in Bonn verabschiedet das Beförderungssteuergesetz, den Kernpunkt des sog. Leber-Plans. Es sieht Abgaben für LKW-Transporte vor und soll damit die Attraktivität des Bahngüterverkehrs erhöhen.

Unter Mitwirkung der Bundesregierung gründen 19 Bergwerksunternehmen die Holdinggesellschaft Ruhrkohle AG mit Sitz in Essen. Sie soll den Ruhrbergbau aus seiner Krise herausführen.

28.11.1968, Donnerstag

Zu Beginn der ersten internationalen Mitbestimmungskonferenz der Gewerkschaften, die in Frankfurt am Main von der “Internationalen Föderation von Chemie- und Fabrikarbeiterverbänden” veranstaltet wird, fordern Gewerkschaftssprecher eine Ergänzung der politischen Demokratie durch Wirtschaftsdemokratie. Angestrebt wird eine internationale Koordination des Kampfes um Mitbestimmung in den Betrieben.

An der Düsseldorfer Kunstakademie kommt es zu Auseinandersetzungen um die Lehrtätigkeit von Joseph Beuys, weil der international renommierte Künstler sich für Mitbestimmungsforderungen der Studenten eingesetzt hatte.

29.11.1968, Freitag

Bundesverteidigungsminister Gerhard Schröder (CDU) fordert vor dem Bundestag in Bonn eine bessere Ausrüstung der Bundeswehr nach den Ereignissen in der CSSR.

Die Kultusminister der Bundesländer beschließen in Berlin (West) eine Neuordnung des Berufungsverfahrens für Professoren. Lehrstühle müssen künftig öffentlich ausgeschrieben werden.

30.11.1968, Samstag

Nach Informationen des US-Geheimdienstes sind die sowjetischen Truppen in der CSSR bis auf drei Divisionen mit einer Gesamtstärke von 45 000 bis 50 000 Mann abgezogen worden. Zu dem Einmarsch am 20. August waren mindestens 17 Divisionen der Warschauer-Pakt-Staaten angetreten.

Der Start der ersten europäischen Trägerrakete, “Europa 1”, vom Versuchsgelände Woomera (Australien) wird ein Fehlschlag.

Ein Streik der 2000 Beschäftigten der Elektrizitätsgesellschaft für höhere Löhne lähmt die Millionenmetropole New York.

An der Fernsehlotterie “Ein Platz an der Sonne für jung und alt”, die von der ARD ausgestrahlt wird, beteiligen sich 11,7 Millionen Menschen, die insgesamt 58,7 Millionen DM zugunsten von wohltätigen Zwecken aufbringen.