Was geschah im November 1978

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1.11.1978, Mittwoch

Der Hamburger Senat legt einen neuen Staatsvertrag über den Norddeutschen Rundfunk (NDR) vor, der den bisherigen, von Schleswig-Holstein einseitig am 8. Juni 1978 gekündigten Staatsvertrag ersetzen soll. Der Entwurf sieht vor, den NDR als Drei-Länder-Anstalt (Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein) zu erhalten.

Nach Billigung durch das Bundeskabinett in Bonn erklärt Verteidigungsminister Hans Apel (SPD) seine Bereitschaft, das für die NATO konzipierte amerikanische Frühwarnsystem AWACS für insgesamt 3,8 Mrd. DM (deutsche Beteiligung: 1,2 Mrd. DM) zu beschaffen.

Boy Gobert, der derzeitige Intendant des Hamburger Thalia-Theaters, lehnt die ihm angebotene Intendanz des Hamburger Schauspielhauses ab und übernimmt ab 1980 für fünf Jahre als Generalintendant die Leitung der Staatlichen Schauspielbühnen Berlins.

2.11.1978, Donnerstag

Die rhodesische (heute: Simbabwe) Luftwaffe, die bereits im Oktober mehrere Guerillastellungen im benachbarten Sambia angegriffen hatte, bombardiert erneut Lager der schwarzen “Patriotischen Front” in Sambia.

Im Alter von 39 Jahren gibt Bobby Hull, genannt “The Golden Jet” und Kanadas berühmtester Eishockeyspieler, seinen Rücktritt bekannt.

Den bisher längsten bemannten Raumflug beenden die sowjetischen Kosmonauten Wladimir Kowaljonok und Alexander Iwantschenkow.

3.11.1978, Freitag

Der erste Freundschafts- und Kooperationsvertrag zwischen der Sowjetunion und einem südostasiatischen Land, der Volksrepublik Vietnam, wird nach zweitägigen Verhandlungen in Moskau von Staats- und Parteichef Leonid I. Breschnew und dem vietnamesischen Ministerpräsidenten Pham Van Dong unterzeichnet.

Die Karibikinsel Dominica wird nach mehr als 200 Jahren britischer Herrschaft unabhängig, verbleibt aber im Commonwealth.

Josef Stingl (CSU), Präsident der Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit, erklärt auf einer Pressekonferenz in Nürnberg, dass die im Vergleich zu den Vorjahren geringer angestiegene Zahl der jahreszeitlich bedingten Arbeitslosigkeit als Anzeichen für eine konjunkturelle Besserung auf dem bundesdeutschen Arbeitsmarkt anzusehen sei.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden ist die im Oktober zu verzeichnende Teuerungsrate von 2,1% im Vergleich zum Vorjahr die niedrigste seit 1969.

Die DDR und die Tschechoslowakei beschließen, ab 1984 gemeinsam in einem Werk bei Zwickau (Sachsen) Personenwagen zu produzieren. Bei dem Projekt handelt es sich um die erste Koproduktion zwischen Ostblockstaaten im Automobilbau.

4.11.1978, Samstag

Auf dem 14. Kongress der Sozialistischen Internationale (SI) in Vancouver (Kanada) ruft der schwedische Oppositionsführer und ehemalige Ministerpräsident Olof Palme die sozialdemokratischen und sozialistischen Parteien zum Kampf gegen die Apartheidspolitik der südafrikanischen Regierung auf. Ein von Palme vorgelegtes Neun-Punkte-Programm sieht die Einstellung sämtlicher Rüstungs- und Kapitalexporte nach Südafrika sowie die Unterstützung von schwarzen Befreiungsorganisationen vor. Der SPD-Vorsitzende Willy Brandt wird von den Mitgliedern erneut zum SI-Vorsitzenden gewählt.

5.11.1978, Sonntag

Der bundesdeutsche Ruderer Peter Michael Kolbe gewinnt die Goldmedaille im Einer-Rennen bei der Ruder-Weltmeisterschaft in Hamilton (Neuseeland).

Bei der ersten Volksabstimmung in Österreich wird die Inbetriebnahme des bereits fertiggestellten Kernkraftwerks Zwentendorf in Niederösterreich abgelehnt.

6.11.1978, Montag

Der CSU-Vorsitzende Franz Josef Strauß wird mit 125 Stimmen zum neuen bayerischen Ministerpräsidenten gewählt.

König Hussein II. von Jordanien trifft zu einem sechstägigen Staatsbesuch in der Bundesrepublik Deutschland ein.

15 maskierte Sympathisanten der Roten Armee Fraktion (RAF) besetzen das Büro der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Frankfurt a. M., um die Verbreitung einer Erklärung zu erzwingen.

Einen Tag nach dem Rücktritt der iranischen Regierung unter Jaffar Sharif-Emani setzt der Schah von Persien, Mohammed Resa Pahlawi, eine Militärregierung ein.

7.11.1978, Dienstag

Bundesverteidigungsminister Hans Apel (SPD) erläutert vor Journalisten in Bonn sein Konzept für eine umfassende Reform der Bundeswehr. Die geplante Neugliederung des Heeres in kleine Einheiten verfolgt den Zweck Kampfkraft, Beweglichkeit, territoriale Verteidigung und Nutzung neuer Waffensysteme zu verbessern.

Aus den Kongress- und Gouverneurswahlen in den USA geht die Demokratische Partei von Präsident Jimmy Carter trotz Stimmeneinbußen als Siegerin hervor.

Der FC Bayern München besiegt Ajax Amsterdam in einem Abschiedsspiel für Hollands Fußballstar Johan Cruyff in Amsterdam 8:0. Die niederländischen Fans sind empört über die Taktlosigkeit der Bayern.

8.11.1978, Mittwoch

Ein im saarländischen Landtag in Saarbrücken mit den Stimmen der Koalitionsparteien CDU und FDP verabschiedeter Antrag sieht vor, dass die Regelanfrage beim Verfassungsschutz zu Bewerbern für den öffentlichen Dienst in Zukunft entfällt. Damit ist das Saarland nach Hamburg das zweite Bundesland, in dem künftig eine liberalere Anwendung des sog. Extremistenerlasses gilt.

Bei den Nachwahlen zum indischen Unterhaus im südindischen Wahlkreis Chikmalagur erringt die ehemalige indische Ministerpräsidentin Indira Gandhi (Kongresspartei) einen triumphalen Sieg über den Kandidaten der Janata-Partei des Ministerpräsidenten Morarji Desai und kehrt damit nach 20 Monaten Abwesenheit in das indische Parlament zurück.

9.11.1978, Donnerstag

In der Bundesrepublik Deutschland und in Berlin (West) finden zahlreiche Gedenkfeiern zum 40. Jahrestag der Reichspogromnacht von 1938 statt, in der die Nationalsozialisten Synagogen in Brand setzten, Geschäfte zerstörten und zahlreiche Juden misshandelten und verschleppten.

Die Konservative Partei Nicaraguas beendet die seit 1970 mit der regierenden Nationalliberalen Partei dauernde Zusammenarbeit und beschließt das Ausscheiden ihrer Mitglieder aus den gemeinsamen Instanzen der Verwaltung. Dieser Schritt soll zum Sturz des Diktators Anastasio Somoza Debayle beitragen.

Bei der Explosion eines Erdöltankers in der Bucht von Manila (Philippinen) werden mehr als 30 Menschen getötet.

10.11.1978, Freitag

Die Regierung der Vereinigten Staaten beschließt in Washington die finanzielle, wirtschaftliche und militärische Unterstützung für das diktatorische Regime von Anastasio Somoza Debayle in Nicaragua einzustellen.

Larry Holmes (USA) verteidigt in Las Vegas seinen Weltmeistertitel im Box-Schwergewicht gegen den spanischen Europameister Alfredo Evangelista durch einen K. o.-Sieg in der 7. Runde.

11.11.1978, Samstag

Die UNO-Vollversammlung in New York wählt Norwegen, Portugal, Bangladesch, Sambia und Jamaika für die Dauer von zwei Jahren zu neuen Mitgliedern im Weltsicherheitsrat. Diese Länder lösen Kanada, die Bundesrepublik Deutschland, Indien, Mauritius und Venezuela am 1. Januar 1979 ab.

Der mit 10 000 DM dotierte schlesische Kulturpreis der Landesregierung Niedersachsens wird für 1977 an den Schriftsteller Horst Bienek vergeben.

12.11.1978, Sonntag

Mit einem überraschenden Sieg des ungarischen Schachteams geht die 23. Schacholympiade in Buenos Aires zu Ende.

Die berühmten Giotto-Fresken im italienischen Padua stehen nach einem alarmierenden Bericht der Denkmalsverwaltung der oberitalienischen Stadt wegen zunehmender Luftverschmutzung vor der Zerstörung.

13.11.1978, Montag

Auf dem 29. ordentlichen Parteitag der FDP, der am 12. November in Mainz begonnen hat, wird Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher mit 336 von 383 Stimmen im Amt des Parteivorsitzenden bestätigt.

Weite Gebiete Chinas werden von der größten Dürrekatastrophe in der Geschichte des Landes heimgesucht.

14.11.1978, Dienstag

Der Bundesminister für innerdeutsche Bezeihungen, Egon Franke (SPD), kündigt in Bonn ein verschärftes Vorgehen der Bundesregierung gegen gewerbliche Fluchthilfeunternehmen an, die mit ihren “z.T. kriminellen Praktiken die Verbesserung im Transitverkehr mit der DDR in Gefahr bringen” könnten.

Nachdem die Streitkräfte Tansanias eine Gegenoffensive zur Rückeroberung der von Uganda am 1. November 1978 annektierten Gebiete eröffnet haben, gibt Ugandas Präsident Idi Amin Dada seinen Truppen den Befehl zum Rückzug.

Nach der Besetzung des Raffineriegeländes im iranischen Abadan durch das Militär nehmen die 37 000 streikenden Arbeiter der Erdölindustrie nach zweiwöchigem Streik die Arbeit wieder auf.

In Nordirland werden bei den seit Jahren schwersten Bombenanschlägen der Untergrundorganisation IRA 24 Personen verletzt und etwa 300 Geschäfte und Büros beschädigt.

Linksgerichtete Guerillatruppen in El Salvador bringen landesweit vorübergehend 18 Rundfunkanstalten in ihre Gewalt und erzwingen die Ausstrahlung eines Kommuniqués, in dem die Regierung der Unterdrückung und der Zensur bezichtigt wird.

15.11.1978, Mittwoch

Bei einem Länderspiel gegen Ungarn im Frankfurter Waldstadion verabschiedet der Deutsche Fußball-Bund Bundestrainer Helmut Schön.

Ein Verkehrsflugzeug vom Typ DC-8 der indonesischen Fluggesellschaft Garuda stürzt unweit der ceylonesischen Hauptstadt Colombo ab. 183 Insassen, größtenteils Mekka-Pilger, kommen bei dem Unglück ums Leben.

Nach knapp zweijährigen Ermittlungen legt der Verteidigungsausschuss des Bundestages den Abschlussbericht über den Spionagefall Renate L. vor. Insgesamt seien nach Ermittlungen der Bundesanwaltschaft über 100 geheime Dokumente an den Staatssicherheitsdienst der DDR verraten worden.

16.11.1978, Donnerstag

Der ständige Vertreter der Bundesrepublik Deutschland in der DDR, Staatssekretär Günter Gaus, und der stellvertretende DDR-Außenminister Kurt Nier unterzeichnen in Ost-Berlin ein in monatelangen Verhandlungen erzieltes Verkehrsabkommen.

Die rhodesische (heute: Simbabwe) Übergangsregierung in Salisbury teilt mit, dass sie die Übergabe der Macht an die schwarze Bevölkerungsmehrheit um vier Monate bis April 1979 verschieben wolle.

17.11.1978, Freitag

Das Belgrader Kreisgericht entscheidet, dass die mutmaßlichen deutschen Terroristen Brigitte Mohnhaupt, Rolf-Clemens Wagner, Sieglinde Hofmann und Peter Jürgen Boock, die im Mai 1978 in Jugoslawien verhaftet worden sind, aus Mangel an Beweisen nicht an die Bundesrepublik ausgewiesen werden sollen, sondern lediglich als unerwünschte Personen in ein Land ihrer Wahl abgeschoben werden sollen. Dies führt zu einer tiefen Verstimmung zwischen der Bundesrepublik und Jugoslawien.

18.11.1978, Samstag

Nach rund 4000 US-amerikanischen Technikern kehren auch mehrere hundert sowjetische Experten unter dem Druck fremdenfeindlicher Ausschreitungen im Iran in ihre Heimat zurück.

19.11.1978, Sonntag

Mindestens 900 Mitglieder der Sekte “Tempel des Volkes” verüben Selbstmord in ihrer Siedlung im Dschungel von Guyana, nachdem Sektenmitglieder den US-amerikanischen Kongressabgeordneten L. Ryan und vier Begleiter erschossen hatten.

20.11.1978, Montag

Der CSU-Vorstand bestätigt in München die Berufung von Edmund Stoiber zum Nachfolger von Georg Tandler als Generalsekretär der Partei.

Zum Abschluss eines Staatsbesuchs des äthiopischen Revolutionsführers Haile Mariam Mengistu wird in Moskau ein sowjetisch-äthiopischer Freundschaftsvertrag unterzeichnet.

Der französische Literaturpreis “Prix Goncourt” wird in Paris dem 33-Jährigen Schriftsteller Patrick Modiano verliehen.

21.11.1978, Dienstag

Der 11. Kongress der Demokratischen Partei proklamiert den westafrikanischen Staat Guinea zur “Revolutionären Volksrepublik” und die Partei zur Staatspartei.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International appelliert an die rumänische Regierung, die z.T. ohne Gerichtsurteil in Gefängnissen, Arbeitslagern und psychiatrischen Anstalten festgehaltenen Dissidenten freizulassen.

In Bonn überreicht der neue Botschafter der Sowjetunion, Wladimir S. Semjonow, Bundespräsident Walter Scheel sein Beglaubigungsschreiben.

22.11.1978, Mittwoch

In Portugal wird das neugewählte Kabinett vereidigt. Das Amt des Ministerpräsidenten übernimmt der parteilose Jurist Carlos Alberto da Mota Pinto.

Beim Untergang eines mit 254 vietnamesischen Flüchtlingen besetzten Fischkutters kommen vor der Küste Malaysias etwa 200 Menschen ums Leben. Malaysia, das bereits knapp 40 000 Flüchtlinge aufgenommen hat, hatte dem Boot die Landung verweigert.

23.11.1978, Donnerstag

Nach zweitägiger Dauer geht in Moskau die Gipfelkonferenz der Warschauer-Pakt-Staaten mit der Unterzeichnung eines gemeinsamen Kommuniqués zu Ende. Als einziges Mitgliedsland verweigert Rumänien die Zustimmung zum Aufrüstungskonzept.

Das Fürstentum Liechtenstein wird als 21. Mitgliedstaat in den Brüsseler Europarat aufgenommen.

Nach einem Bericht der Kultusminister der Bundesländer können in der Bundesrepublik 13 500 fertig ausgebildete Junglehrer nicht in den Schuldienst übernommen werden, obwohl bereits 10 500 neue Planstellen geschaffen wurden.

Im Londoner Nationaltheater wird Harold Pinters neues Stück “Betrayal” (Treuebruch) uraufgeführt.

24.11.1978, Freitag

Der Lauenburger Arzt, Professor und Bestseller-Autor Julius Hackethal darf nach einer Entscheidung des Frankfurter Landgerichts den Urologen nicht mehr vorwerfen, ihre Vorsorgeuntersuchungen seien ein diagnostisches Betrugsmanöver. In dem Urteil wird die in einem “Spiegel”-Artikel verwendete Formulierung als unzulässige Schmähkritik bezeichnet.

In Bolivien übernimmt nach einem unblutigen Militärputsch General David Padilla Arancibia die Macht.

25.11.1978, Samstag

Auf dem Landesparteitag der Hamburger SPD kommt es zwischen Bundeskanzler Helmut Schmidt und Bürgermeister Hans-Ulrich Klose zu einer Auseinandersetzung über die Handhabung des Extremistenerlasses. Klose tritt für eine Aufhebung der Regelanfrage beim Bundesamt für Verfassungsschutz ein.

Am Deutschen Theater in Göttingen wird unter der Regie von Günther Fleckenstein das neue Stück von Peter Hacks “Die Fische” uraufgeführt.

Im Londoner Ambassador Theater feiern die Mitwirkenden das 26-Jährige Bühnenjubiläum von Agatha Christies Kriminalstück “Die Mausefalle”. Seit 1952 ist das Stück insgesamt 10 808 Mal aufgeführt worden.

26.11.1978, Sonntag

Bei den Parlamentswahlen in Neuseeland muss die konservative Nationalpartei von Ministerpräsident Robert Muldoon Einbußen hinnehmen, bleibt aber stärkste Partei.

Trotz den am 9. November 1978 von der spanischen Regierung beschlossenen verstärkten Maßnahmen gegen den Terrorismus reißt die Terrorwelle im Baskenland nicht ab. In der Nähe der baskischen Stadt Bilbao wird ein 55-Jähriger Taxifahrer ermordet.

Die 43-Jährige US-Amerikanerin Elaine Esposito stirbt nach 37-Jährigem Koma in Holiday (Florida). Als 6-Jähriges Mädchen war sie nach einer Blinddarmoperation nicht mehr aus der Narkose erwacht.

27.11.1978, Montag

Nach einer Wahlschlappe innerhalb seiner eigenen Partei legt der japanische Ministerpräsident Takeo Fukuda sein Amt als Regierungschef nieder.

Der seit 1975 amtierende Oberbürgermeister von San Francisco, der 49-Jährige George Moscone, kommt bei einem Attentat ums Leben.

Die äthiopische Armee erobert die Stadt Keren, die letzte wichtige Bastion der Aufständischen in Eritrea.

Im Moskauer Zentralkomitee der KPdSU kommt es zu Umbesetzungen. Konstantin Tschernenko, ein enger Vertrauter von Staats- und Parteichef Leonid I. Breschnew, wird zum Vollmitglied des obersten Führungsgremiums der Partei und damit des Machtzentrums der Sowjetunion ernannt.

Karl Carstens wird von der CDU/CSU-Fraktion der Bundesversammlung zum Kandidaten für die am 23. Mai 1979 vorgesehene Bundespräsidentenwahl nominiert. Er soll die Nachfolge von Walter Scheel antreten, der nach zwei Amtsperioden nicht mehr kandidieren kann.

28.11.1978, Dienstag

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Wust, gibt aufgrund tiefer Differenzen mit Bundesverteidigungsminister Hans Apel (SPD) in Bonn seinen Rücktritt als ranghöchster Soldat der bundesdeutschen Streitkräfte bekannt.

Die IG Metall beginnt in der Stahlindustrie von Nordrhein-Westfalen mit umfassenden Streikaktionen, um u.a. die Einführung der 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich zu erzwingen.

Die Londoner Fordwerke billigen den Arbeitnehmern Lohnerhöhungen von rund 17% zu, was die Regierung mit Sanktionen beantwortet: Ein Jahr lang will der Staat keine Ford-Automobile mehr kaufen.

In einer Rede vor dem Zentralkomitee der KPdSU in Moskau gibt Staats- und Parteichef Leonid I. Breschnew ein Rekord-Ernteergebnis von 235 Millionen t bekannt.

29.11.1978, Mittwoch

Vertreter der Bundesrepublik Deutschland und der DDR unterzeichnen im Kanzleramt in Bonn ein Regierungsprotokoll, in dem der Verlauf der innerdeutschen Grenze festgelegt wird. Ausgeklammert bleibt der weiterhin strittige Verlauf der Elbgrenze.

Jean André François-Poncet, der Sohn des im Januar 1978 verstorbenen langjährigen französischen Botschafters in Berlin und nach dem Zweiten Weltkrieg in Bonn, André François-Poncet wird in Paris als Nachfolger von Louis de Guiringaud zum neuen französischen Außenminister ernannt.

30.11.1978, Donnerstag

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags bewilligt die Teilfinanzierung des NATO-Frühwarnsystems AWACS.

Die in London herausgegebene “Times”, eine der traditionsreichsten Tageszeitungen der Welt, stellt aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten nach 193 Jahren ihr Erscheinen bis auf weiteres ein.