Was geschah im November 1979

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1.11.1979, Donnerstag

Vor der US-Botschaft in Teheran demonstrieren Hunderttausende von Khomeini-Anhängern für die Auslieferung des Schahs durch die US-Regierung.

Die US-Regierung billigt eine Lohngarantie zur Rettung des Automobilunternehmens Chrysler.

Die Deutsche Bundesbank erhöht den Diskont- und den Lombardsatz um jeweils 1% auf 6% bzw. 7%.

Die bolivianische Armee stürzt den seit knapp drei Monaten amtierenden zivilen Präsidenten Walter Guevara Arze.

2.11.1979, Freitag

Die französische Polizei erschießt in Paris den meistgesuchten Verbrecher des Landes, Jacques Mesrine.

Im New Yorker Guggenheim-Museum wird eine großangelegte Werkschau des deutschen Künstlers Joseph Beuys eröffnet. Sie ist bis zum 2. Januar 1980 zu sehen. Es ist die erste große Ausstellung eines lebenden deutschen Künstlers in den USA seit 1945.

3.11.1979, Samstag

In Offenbach beginnt ein zweitägiger Kongress mehrerer ökologisch orientierter Gruppierungen und alternativer Listen. Trotz interner Differenzen über eine Mitarbeit von Kommunisten wird für Anfang 1980 die Gründung einer bundesweiten Partei “Die Grünen” vereinbart.

Vier Tote und zehn Verletzte fordert eine geplante Demonstration gegen den rassistischen Ku-Klux-Klan in Greensboro (US-Bundesstaat North-Carolina). Als sich die Demonstranten im Schwarzenviertel der Stadt versammeln, werden sie von einer Gruppe von Weißen überfallen, die aus ihren Autos heraus das Feuer eröffnet.

Die UdSSR und die Volksrepublik Vietnam schließen einen Vertrag über Freundschaft und Zusammenarbeit mit einer Laufzeit von 25 Jahren.

4.11.1979, Sonntag

Bei einem Sprengstoffanschlag auf das Schweizer Kernkraftwerk Gösgen wird ein 110 m hoher Stahlmast mit meteorologischen Instrumenten zerstört. Der eigentliche Reaktor bleibt aber unbeschädigt.

Der Südwestfunk streicht einen geplanten Beitrag mit Stellungnahmen deutscher Schriftsteller gegen die Strauß-Kandidatur aus dem Programm des von der ARD bundesweit ausgestrahlten “Literaturmagazins”.

Rund 500 Iraner stürmen die US-Botschaft in Teheran und nehmen ca. 100 Personen als Geiseln in ihre Gewalt. So wollen sie die Auslieferung des Ex-Schahs erzwingen, der sich zur Zeit in den USA aufhält.

5.11.1979, Montag

Eine eintägige UN-Konferenz in New York erbringt finanzielle Hilfen der beteiligten 35 Staaten in Höhe von 210 Mio. US-Dollar (etwa 360 Mio. DM) zugunsten der kambodschanischen Flüchtlinge.

Im Vatikan beginnt eine viertägige Vollversammlung des Kardinalskollegiums Es ist die erste Zusammenkunft dieser Art außerhalb einer Papstwahl. 123 der insgesamt 129 Kardinäle sind anwesend und sprechen über Einsparungen in der Kirchenarbeit aufgrund finanzieller Engpässe.

In der Schweiz wird der Diskontsatz von 1 auf 2% und der Lombardsatz von 2 auf 3% erhöht.

6.11.1979, Dienstag

Der deutsche Bundesgerichtshof erklärt die Forderung einer sog. Bearbeitungsgebühr von ertappten Ladendieben für unzulässig.

Der iranische Ministerpräsident Mehdi Basargan tritt mit seinem Kabinett zurück. Der schiitische Revolutionsführer Ajatollah Ruhollah Khomeini beauftragt den Islamischen Revolutionsrat mit der Führung der Regierungsgeschäfte.

Nach einmonatigen Machtkämpfen in Japans regierender Liberaldemokratischen Partei (LDP) wählt das Parlament mit 138 Stimmen im zweiten Wahlgang den bisherigen Regierungschef Masajoschi Ohira mit 138 Stimmen erneut zum Ministerpräsidenten. Auf seinen Gegenkandidaten Takeo Fukuda (LDP) entfallen 121 Stimmen.

7.11.1979, Mittwoch

Der demokratische Senator Edward M. Kennedy meldet in Boston seine Bewerbung zur Präsidentschaftskandidatur für die Wahl 1980 an.

Der SED-Funktionär Klaus Gysi, zuletzt 1973 bis 1978 Botschafter in Italien, wird zum DDR-Staatssekretär für Kirchenfragen ernannt.

Das rund 189 Mio. DM teure Essener Rathaus wird eingeweiht, mit 106,31 m das höchste Rathaus der Bundesrepublik Deutschland.

Im niedersächsischen Schneverdingen scheitern die Gespräche Hamburgs, Niedersachsens und Schleswig-Holsteins über einen neuen Drei-Länder-Staatsvertrag für den Norddeutschen Rundfunk an der Forderung Niedersachsens, Privatfunk zuzulassen.

8.11.1979, Donnerstag

Der DDR-Ministerrat erklärt das sog. volkseigene Kombinat zur “grundlegenden Wirtschaftseinheit”. In der DDR sind über 80% aller Beschäftigten in staatlichen Betrieben tätig.

Die Polizei löst im Gatower Forst in Berlin (West) eine Demonstration von Naturschützern auf. Die Bürgerinnen und Bürger wollten sich für den Erhalt von 30 000 Bäumen in diesem Gebiet einsetzen, die für den Ausbau des britischen Militärflughafens Gatow gefällt werden sollen.

Bei den ersten Parlamentswahlen in Kenia nach dem Tod des Staatsgründers Jomo Kenyatta (1978) büßen sieben Minister ihr Mandat ein. Als einzige Partei ist in Kenia die Kenya African National Union (KANU) zugelassen.

9.11.1979, Freitag

In China unterzeichnet Friedrich-Wilhelm von Sell, Intendant des Westdeutschen Rundfunks und ARD-Vorsitzender, ein Rundfunk- und Fernsehabkommen mit China, in dem die Zulassung eines ARD-Korrespondenten in China vereinbart wird.

Zwischen Rosenbach im österreichischen Bundesland Kärnten und Hrusica in Slowenien (Jugoslawien) wird mit dem Bau des Karawanken-Straßentunnels begonnen. Der 7864 m lange Tunnel soll 1983 fertig sein und eine Verbindung zwischen der Tauernautobahn und dem jugoslawischen Autobahnnetz herstellen.

10.11.1979, Samstag

Der designierte iranische Außenminister Abol Hassan Banisadr versichert den Besetzern der US-Botschaft in Teheran seine Unterstützung. Diplomatische Versuche zur Beendigung der Geiselaffäre, u.a. eine Initiative des Vatikans, bleiben erfolglos.

Unmittelbar vor der Ankunft der Autokolonne des italienischen Staatspräsidenten Alessandro Pertini werden an einer Autobahnauffahrt bei Catania (Sizilien) drei Carabinieri erschossen, die den Mafia-Banditen Angelo Pavone in ein Gefängnis auf dem Festland bringen wollten. Der Mafia-Boß wird bei der Aktion befreit.

11.11.1979, Sonntag

In Warschau wird nach einer Demonstration aus Anlass des 61. Jahrestages der Gründung der Republik Polen der Initiator der Kundgebung, Andrzej Czuman, Leiter der sog. Bewegung zur Verteidigung der Menschenrechte, verhaftet.

Rund 250 000 Menschen müssen die kanadische Stadt Mississauga in der Nähe von Toronto für drei Tage verlassen, nachdem ein Güterzug verunglückt und acht mit Propangas gefüllte Tankwagen explodiert sind. Die mögliche Explosion eines Chlorgastanks droht vorübergehend, ein großes Gebiet mit der Chemikalie zu verseuchen.

12.11.1979, Montag

Wegen ihres Aufrufes zu einem Streik suspendiert der niedersächsische Kultusminister Werner Remmers (CDU) sieben beamtete Lehrer und Landesvorstandsmitglieder der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vom Schuldienst.

An der Spitze einer Partei- und Regierungsdelegation beginnt DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker eine Reise nach Äthiopien (12.-15.11.) und Südjemen (15.-17.11.). Mit beiden Staaten werden Verträge über Freundschaft und Zusammenarbeit unterzeichnet.

Horst-Ludwig Riemer tritt als Vorsitzender der FDP Nordrhein-Westfalens zurück; sein Amt übernimmt Burkhard Hirsch. Nachfolgerin Riemers als Wirtschaftsminister des Landes wird Liselotte Funcke.

13.11.1979, Dienstag

Rund 15 000 Lehrer in Hamburg, Hessen und Niedersachsen folgen einem Aufruf ihrer Gewerkschaft und legen für zwei Unterrichtsstunden die Arbeit nieder, um für die Forderung nach Arbeitszeitverkürzung zu demonstrieren.

Nach elfmonatigem Arbeitskampf erscheint wieder die Londoner Tageszeitung “The Times”.

In einem Krankenhaus in Parma (Italien) sterben über 20 Menschen, nachdem sich eine Gasexplosion ereignete.

14.11.1979, Mittwoch

Der rheinland-pfälzische Justizminister Otto Theisen (CDU) tritt nach achtjähriger Amtszeit aufgrund von Justizaffären zurück.

Der Saarländische Landtag lehnt einen von der oppositionellen SPD eingebrachten und von der FDP unterstützten Antrag ab, die sog. Privatfunkklausel im Landesrundfunkgesetz zu streichen. Als einziges Bundesland lässt somit das Saarland die Möglichkeit privaten Rundfunks gesetzlich zu.

Gegen den Widerstand der UdSSR und ihrer Verbündeten fordert die Generalversammlung der Vereinten Nationen mit 91 gegen 21 Stimmen den Rückzug der Vietnamesen aus Kambodscha.

Als Reaktion auf die Amtsenthebung des arabischen Bürgermeisters von Nablus durch die israelischen Behörden erklären die 25 Bürgermeister der Orte im Gasastreifen und der sog. Westbank gleichfalls ihren Rücktritt.

15.11.1979, Donnerstag

Die israelischen Truppen räumen vorzeitig das Gebiet um das Katharinen-Kloster am Fuß des Berges Sinai, den südlichen Teil der sog. Räumungszone V. Mit dem Abzug israelischer Truppen aus der vierten Zone am 25. November erhält Ägypten auch das Alma-Erdölfeld zurück.

Im Deutschen Bundestag verlangt die CDU/CSU-Opposition von der Regierung ein entschiedenes Eintreten für die Wahrung der Menschenrechte in der DDR. Die SPD/FDP-Koaliton verweist auf die durch zahlreiche Verträge mit der DDR erreichten menschlichen Erleichterungen.

Nach elfwöchiger Verhandlungsdauer einigen sich die an der Londoner Rhodesien-Konferenz beteiligten Delegationen auf eine Übergangsregelung. Sie soll die öffentliche Ordnung in Rhodesien zwischen dem Abschluss der Konferenz und der legalen Unabhängigkeit Simbabwe-Rhodesiens sicherstellen.

16.11.1979, Freitag

Die Deutsche Christina von Opel wird in Frankreich wegen Rauschgiftschmuggels zu zehn Jahren Haft verurteilt. Im Berufungsverfahren wird die Strafe auf fünf Jahre reduziert.

In Bolivien tritt Oberst Alberto Natusch Busch als selbsternannter Staatschef zurück, weil sein Putsch fehlschlug.

Der Islamische Revolutionsrat des Iran setzt eine neue Regierung ohne Ministerpräsidenten ein, der u.a. Abol Hassan Banisadr als Außen- und Wirtschaftsminister und Hojatoleslam Akbar Hashemi Rafsanjani als Innenminister angehören. Am 28. November tritt Banisadr das Außenministerium an Sadegh Ghotbsadeh ab.

17.11.1979, Samstag

Der schiitische Religionsführer Ajatollah Ruhollah Khomeini ersucht die Besetzer der US-Botschaft in Teheran um die Freilassung von 13 US-Bürgern und fünf Nichtamerikanern. Daraufhin können in den nächsten Tagen insgesamt 18 weibliche, farbige und asiatische Geiseln die Botschaft verlassen.

Die Fußball-Nationalelf der Schweiz verliert in Udine gegen Gastgeber Italien 0:2.

18.11.1979, Sonntag

König Taufa’ahau Tupou IV. von Tonga und seine Frau treffen im Rahmen ihrer Europareise in der Bundesrepublik Deutschland ein.

Die vier SPD-Parteibezirke in Niedersachsen bilden einen gemeinsamen Landesverband. Erster Landesvorsitzender wird der Oppositionsführer im Landtag in Hannover, Karl Ravens.

Der als Titelhändler bekanntgewordene Hans-Hermann Weyer gründet in München die Deutsche Freiheitspartei und lässt sich außerdem als Spitzenkandidat für die Bundestagswahl 1980 aufstellen.

19.11.1979, Montag

Nach einem Überfall auf eine Filiale der Schweizerischen Volksbank in Zürich wird der mutmaßliche deutsche Terrorist Rolf-Clemens Wagner verhaftet. Bei dem Schusswechsel wird eine Frau getötet. Ein Gericht in Winterthur (Kanton Zürich) verurteilt Wagner am 26. September 1980 zu lebenslanger Haft.

Auf einem Kongress des US-amerikanischen Gewerkschaftsdachverbandes AFL/CIO wird der bisherige Schatzmeister Lane Kirkland zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er ist der Nachfolger des 85-Jährigen George Meany, der den Verband seit seiner Gründung im Jahr 1955 geführt hatte.

20.11.1979, Dienstag

Etwa 250 schiitische Extremisten besetzen die al Haram-Moschee mit der Kaaba in Mekka, die heiligsten Stätten des islamischen Glaubens.

Der Ministerrat der neun EG-Staaten billigt die nach sechsjährigen Verhandlungen zustandegekommenen Vereinbarungen der sog. Tokio-Runde im Rahmen des Zoll- und Handelsabkommens GATT.

Der als früherer Ostspion enttarnte Anthony Blunt – zeitweilig Kunstberater von Königin Elisabeth II. – bedauert seine nachrichtendienstliche Tätigkeit für die Sowjetunion.

21.11.1979, Mittwoch

Der sowjetische Außenminister Andrei A. Gromyko trifft zu viertägigen Gesprächen über Fragen der Sicherheitspolitik und Rüstungsbegrenzung in Bonn ein. Er will noch in letzter Minute die NATO-Nachrüstung verhindern.

Pakistanische und iranische Studenten stürmen die US-Botschaft in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Bei dem Überfall werden vier Botschaftsangehörige und drei Angreifer getötet. Nach sechsstündiger Geiselhaft werden die in der Botschaft anwesenden rund 100 Personen befreit. Auch in anderen islamischen Ländern kommt es zu Übergriffen auf US-Einrichtungen.

Die deutsche Fußball-Nationalelf gewinnt in Tiflis ein Länderspiel gegen die UdSSR 3:1. Am selben Tag büßt das Fußball-Auswahl-Team der DDR durch ein 2:3 gegen die Niederlande in Leipzig die Chance zur Qualifikation für die Europameisterschafts-Endrunde 1980 in Italien ein.

22.11.1979, Donnerstag

Nach sechs Jahren endet im Zweiten Deutschen Fernsehen Dieter Hildebrandts satirische Sendereihe “Notizen aus der Provinz”.

Unter der Bezeichnung “Raumverteidigung 79” gehen nach sechstägiger Dauer in Niederösterreich die bisher größten Manöver des österreichischen Bundesheeres zu Ende. Daran beteiligt waren 32 500 Soldaten.

Ein Arbeitskreis des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales legt ein Papier zur Ausländerfrage vor. Darin wird erneut die bereits im September 1979 vom Ausländerbeauftragten der Bundesregierung Heinz Kühn (SPD) getroffene Feststellung bekräftigt, dass eine Integration ausländischer Arbeitnehmer, insbesondere von Familienangehörigen der sog. zweiten Generation, unter Beibehaltung des geltenden Anwerbestopps notwendig ist.

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung beurteilt in seinem Jahresgutachten die Konjunkturaussichten für 1980 optimistisch. Trotz gestiegener Ölpreise sei bei maßvollen Tarifabschlüssen nur mit einer Konjunkturabschwächung zu rechnen.

23.11.1979, Freitag

Der frühere langjährige Vorsitzende der SPD in Schleswig-Holstein, Joachim Steffen, verlässt seine Partei und erklärt, deren Umwelt- und Gesellschaftspolitik nicht mehr mittragen zu wollen.

24.11.1979, Samstag

Die US-Behörden geben erstmals bekannt, dass mehrere tausend US-Soldaten während des Kriegs in Vietnam mit dem Gift Agent Orange in Berührung gekommen sind. Es war von Flugzeugen versprüht worden, um den vietnamesischen Urwald zu “entlauben”.

25.11.1979, Sonntag

In der Bohai-Bucht vor der Küste Chinas kentert die Ölbohrinsel Bohai-2. Das Unglück fordert 72 Tote.

Der Bundesligaklub 1. FC Köln gibt bekannt, dass der englische Fußball-Nationalspieler Tony Woodcock (Nottingham Forest) für 2,5 Mio. DM nach Köln wechseln wird.

26.11.1979, Montag

Die Bundesrepublik Deutschland eröffnet ein Kulturinstitut in der rumänischen Hauptstadt Bukarest, die erste Einrichtung dieser Art in Osteuropa.

Mitglieder der sog. Bürgerinitiative SO 36 besetzen drei leerstehende Häuser im Westberliner Bezirk Kreuzberg. Damit beginnt in Berlin (West) die Besetzung von Häusern durch die alternative Szene.

Beim Absturz einer pakistanischen Boeing 707 bei Dschidda (Saudi-Arabien) kommen insgesamt 156 Menschen ums Leben.

In Venezuela werden rund 500 Mrd. Barrel (79 500 Mrd. l) Öl entdeckt, was die bisher bekannten Reserven der OPEC-Staaten verdoppelt.

27.11.1979, Dienstag

Auf einer Plenartagung des Zentralkomitees der KPdSU, bei der die schweren Versorgungsmängel im Lande diskutiert werden, rückt der 48-Jährige Michail S. Gorbatschow in den Rang eines Kandidaten des Politbüros auf.

28.11.1979, Mittwoch

Für die FDP-Politikerin Liselotte Funcke, die in Nordrhein-Westfalen Wirtschaftsministerin geworden ist, wird der FDP-Abgeordnete Richard Wurbs zum Vizepräsidenten des Parlaments gewählt.

Zu einem dreitägigen Besuch der Türkei trifft Papst Johannes Paul II. in Ankara ein.

Eine neuseeländische DC-10 zerschellt auf einem Antarktisflug am Hang des Vulkans Erebus. Alle 257 Flugzeuginsassen kommen dabei ums Leben.

29.11.1979, Donnerstag

In der irischen Hauptstadt Dublin beginnt die zweitägige 15. Gipfelkonferenz der Staats- und Regierungschefs der neun EG-Staaten. Eine Einigung über die von Großbritannien angestrebte Senkung des britischen Finanzbeitrages bleibt aus.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf verurteilt Angelika Speitel wegen gemeinschaftlich vollendeten und versuchten Mordes an zwei Düsseldorfer Polizeibeamten zu lebenslanger Freiheitsstrafe. Nach Auffassung des Gerichts hat sie spätestens seit September 1977 der sog. Roten-Armee-Fraktion angehört.

Die Regierung von Mexiko verweigert dem früheren Schah des Iran, der sich zu einer medizinischen Behandlung in den USA befindet, angesichts der Botschaftsbesetzung in Teheran ein neues Einreisevisum.

In der Nationalgalerie in Berlin (West) beginnt eine bis zum 20. Januar 1980 dauernde Retrospektive des deutschen Malers Ernst Ludwig Kirchner.

30.11.1979, Freitag

Die französische Nationalversammlung billigt mit 271 gegen 201 Stimmen endgültig das 1974 zunächst für fünf Jahre beschlossene Gesetz über den Schwangerschaftsabbruch. Innerhalb der ersten zehn Wochen der Schwangerschaft ist es der Frau überlassen, über eine Abtreibung zu entscheiden.

Dänemark wertet die Krone um 5% ab. Dieser Schritt macht eine Neufestsetzung der Leitkurse im Europäischen Währungssystem erforderlich.

Der farbige US-Amerikaner Sugar Ray Leonard wird erstmals Box-Weltmeister im Weltergewicht: Durch technischen “K. o.” siegt er nach 15 Runden über den Titelverteidiger Wilfredo Benitez aus Puerto Rico.