Was geschah im November 1980

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1.11.1980, Samstag

In Ankara legen die militärischen Machthaber der Türkei einen Acht-Punkte-Plan für die Rückkehr zur Zivil herrschaft vor. Darin wird u.a. die Ausarbeitung eines neuen Grundgesetzes als notwendig bezeichnet, da die Verfassung von 1961 ein Fremdkörper sei, der den Realitäten des Landes nicht entspreche und auf illusionären Theorien wie der unbegrenzten Freiheit beruhe, die als Vorwand für die Zerstörung des Rechtsstaates missbraucht worden sei.

2.11.1980, Sonntag

Aus indischer Quelle wird berichtet, dass afghanische Rebellen in den Bergen einen sowjetischen Munitionskonvoi zerstört haben. Bei einem Vergeltungsangriff sowjetischer Flugzeuge sollen Hunderte von Zivilisten getötet worden sein.

3.11.1980, Montag

Die Landeszentrale für Weinstrafsachen in Mainz nimmt Ermittlungen gegen 1800 Winzer auf, die unzulässigerweise Wein mit Flüssigzucker “aufgebessert” haben sollen, um gewöhnliche Tafelweine als “Auslese” oder “Spätlese” verkaufen zu können.

4.11.1980, Dienstag

Überraschend klar gewinnt der Republikaner Ronald Reagan die Wahl zum US-Präsidenten gegen den Amtsinhaber Jimmy Carter.

In Bonn konstituiert sich der am 5. Oktober gewählte Deutsche Bundestag.

Die Deutsche Bundesbahn erhöht ihre Fahrpreise im Personenverkehr um durchschnittlich 7,9%, die Tarife im Güterverkehr werden um durchschnittlich 6% angehoben.

Die Lehrer einer Mittelschule in San Diego (US-Bundesstaat Kalifornien) wollen den Schülern pro Tag eine Anwesenheitsprämie in Höhe von 25 Cent (etwa 50 Pfennig) zahlen. Sie hoffen, auf diese Weise die hohe Zahl der versäumten Schultage zu reduzieren.

5.11.1980, Mittwoch

Helmut Schmidt (SPD) wird vom Parlament in Bonn erneut zum Bundeskanzler gewählt.

6.11.1980, Donnerstag

Delegierte aus 23 islamischen Staaten beenden in Ankara eine dreitägige Konferenz, in deren Verlauf ein Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen unter den Teilnehmerländern vereinbart worden ist. Außerdem soll es eine engere Zusammenarbeit auf den Gebieten Wissenschaft, Technologie, industrielle Entwicklung, Landwirtschaft, Kommunikation, Gesundheitswesen und Finanzen geben.

7.11.1980, Freitag

Der US-amerikanische Filmschauspieler Steve McQueen erliegt in Ciudad Juárez (Mexiko) 50jährig einem Krebsleiden. Er wurde bekannt als lässiger Held u.a. in “Die glorreichen Sieben” (1960), “Papillon” (1973) und “Flammendes Inferno” (1974).

Die seit dem 22. Oktober amtierende belgische Regierung unter Ministerpräsident Wilfried Martens setzt ihre Sparpläne um: Als erstes werden die Gehälter der Minister um 5% gekürzt.

Bei den Feiern zum 63. Jahrestag der Oktoberrevolution beschuldigt der sowjetische Verteidigungsminister Dmitri Ustinow die USA und das westliche Militärbündnis NATO, einen neuen kalten Krieg vorzubereiten.

8.11.1980, Samstag

Der ehemalige iranische Außenminister Sadegh Ghotbsadeh wird in Teheran verhaftet, nachdem er den Einfluss der islamischen Fundamentalisten auf das nationale Fernsehprogramm kritisiert hat. Auf Befehl von Revolutionsführer Ajatollah Ruhollah Khomeini wird der Politiker nach zwei Tagen wieder freigelassen.

Mitglieder der oppositionellen israelischen Arbeiterpartei sprechen sich dafür aus, einen jordanisch-palästinensischen Staat unter Einschluss der besetzten Gebiete West-Jordanien und Gaza-Streifen zu bilden. Sie lösen mit dem Vorschlag bei der Regierung, aber auch bei Teilen der eigenen Partei heftigen Widerspruch aus.

Auf dem Parteitag der rheinischen CDU in Köln wird Bernhard Worms zum Nachfolger des im April verstorbenen Landesvorsitzenden Heinrich Köppler gewählt.

In Wien wird die neuerbaute Reichsbrücke über die Donau von Bundespräsident Rudolf Kirchschläger dem Verkehr übergeben. Neben Fahrbahnen für Autos führen auch Fußgänger- und Fahrradwege sowie eine U-Bahn-Trasse über die Brücke.

9.11.1980, Sonntag

Der Zeichner A. Paul Weber stirbt 87jährig in Schretstaken bei Lauenburg. Er veröffentlichte zeitkritische satirische Blätter, die oft von tiefem Pessimismus geprägt sind.

Am Mannheimer Nationaltheater wird Rolf Hochhuths Stück “Ärztinnen” in der Regie von Jürgen Bosse uraufgeführt.

10.11.1980, Montag

SED-Chef Erich Honecker trifft zu einem Staatsbesuch in Österreich ein, seiner ersten offiziellen Reise ins westliche Ausland.

Der ägyptische Staatspräsident Muhammad Anwar As Sadat eröffnet in Kairo die konstituierende Sitzung des Rates der Liga der arabischen und islamischen Völker, an der Vertreter aus Ägypten, dem Sudan und mehreren schwarzafrikanischen Ländern teilnehmen. Die Organisation soll in Konkurrenz zur Arabischen Liga treten, aus der Ägypten wegen seines Friedensschlusses mit Israel ausgeschlossen worden ist.

In Österreich wird das Parlament durch ein Volksbegehren aufgefordert, Maßnahmen zur Aufhebung des Atomsperrgesetzes und zur Inbetriebnahme des Atomkraftwerkes Zwentendorf einzuleiten. Der entsprechende Antrag ist von 8% der Wahlberechtigten unterzeichnet worden, für den Gegenantrag sprachen sich 2,8% aus. Erst 1978 war die Inbetriebnahme des Kraftwerkes in einer Volksabstimmung abgelehnt worden.

In Athen treten fast 1,5 Mio. Arbeiter und Angestellte in einen 24stündigen Streik und legen damit das öffentliche Leben, aber auch zahlreiche Fabriken und Betriebe fast vollständig lahm. Die Streikenden verlangen die Einführung der Fünf-Tage-Woche bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden sowie die Koppelung der Einkommen an die Teuerungsrate. Die Regierung gibt den Forderungen der Streikenden teilweise nach.

Nach dem Rücktritt des früheren Premierministers James Callaghan von seinem Amt als Vorsitzender der britischen Labour-Partei wird Michael Foot zum neuen Labour-Chef gewählt. Der 67-Jährige gilt als Vertreter des linken Parteiflügels. Er tritt u.a. für umfangreiche staatliche Wohlfahrtsprogramme, die Verstaatlichung von Schlüsselindustrien und den Abbau von Atomwaffen ein.

Der Oberste Gerichtshof Polens genehmigt die Satzung der unabhängigen Gewerkschaft “Solidarität” ohne die bei der Registrierung eingefügten Änderungen. Daraufhin werden die bereits eingeleiteten Streikvorbereitungen abgebrochen. Am 11. November demonstrieren über 10 000 Menschen in Warschau für ein unabhängiges Polen.

11.11.1980, Dienstag

In Madrid wird das zweite Folgetreffen der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) eröffnet.

Das Außenministerium in Berlin (Ost) verweigert westlichen Journalisten zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen die Berichterstattung über eine DDR-Kirchensynode.

In Neapel bleiben die Geschäfte aus Protest gegen die Erpressungsmethoden der Camorra, des süditalienischen Pendants zur sizilianischen Mafia einen Tag lang geschlossen.

12.11.1980, Mittwoch

UN-Generalsekretär Kurt Waldheim beauftragt den früheren schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme, einen Vermittlungsversuch im iranisch-irakischen Krieg zu unternehmen.

In Bonn wird mit einer öffentlichen Rekrutenvereidigung das 25-Jährige Bestehen der Bundeswehr gefeiert. Weil Krawalle befürchtet werden, sichern mehrere tausend Polizisten die Veranstaltung. Die Bonner Innenstadt wird hermetisch abgeriegelt. Dennoch gibt es massive Proteste: Ein Teil der Gelöbniszeremonie geht in einem Pfeifkonzert unter.

Die DDR-Behörden entziehen mehreren Künstlern die bereits erteilten Genehmigungen für Reisen in den Westen.

Der sowjetische Schriftsteller Lew Kopelew und seine Frau Raissa Orlowa treffen in der Bundesrepublik Deutschland ein, nachdem sie eine einjährige Ausreiseerlaubnis erhalten haben.

Die Raumsonde “Voyager 1” funkt detaillierte Meßdaten über den Planeten Saturn zur Erde.

45 000 Zuschauer verfolgen das Abschiedsspiel für den Frankfurter Fußballstar Jürgen Grabowski, bei dem Eintracht Frankfurt die bundesdeutsche Weltmeister-Mannschaft von 1974 6:4 schlägt.

13.11.1980, Donnerstag

Die Ministerpräsidenten der Bundesländer einigen sich in Kronberg auf einen Modus zur Finanzierung der Kabelpilotprojekte. Alle Rundfunkteilnehmer sollen zusätzlich zu den Gebühren monatlich 20 Pfennig zahlen.

In Nürnberg konstituiert sich die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS), zu deren erstem Vorsitzenden der Politologe Hans Henning Atrott gewählt wird. Die Organisation setzt sich für das “Menschenrecht auf Tod und Erlösungstod” auch durch aktive und passive Sterbehilfe ein.

14.11.1980, Freitag

In Hamburg wird das Hanse-Viertel, eine mit hohem Aufwand gestaltete Einkaufspassage, eröffnet.

Der Ministerpräsident von Guinea-Bissau, Joao Bernardo Vieira, stürzt Staatspräsident Luis de Almeida Cabral und übernimmt an der Spitze eines Revolutionsrates selbst die Macht.

15.11.1980, Samstag

Papst Johannes Paul II. beginnt in Köln seine fünftägige Reise durch die Bundesrepublik Deutschland.

Nach seiner Rückkehr von Cosmos New York wird Franz Beckenbauer erstmals vom Hamburger SV in der Fußball-Bundesliga eingesetzt.

16.11.1980, Sonntag

Iranische Flugzeuge bombardieren kuwaitische Posten an der Grenze zum Irak, werden aber nach Angaben aus Kuwait von Flugabwehrraketen zum Rückzug gezwungen, bevor sie größeren Schaden anrichten können. Kuwait steht im Golfkrieg auf Seiten des Irak.

Bei Ausschreitungen während einer Demonstration zur Erinnerung an den Studentenaufstand gegen das Militärregime vor sieben Jahren werden in Athen zwei Menschen getötet und 100 verletzt. Einige der Kundgebungsteilnehmer sind der Aufforderung der Polizei nicht nachgekommen, die Demonstration aufzulösen, nachdem gegen die USA und das westliche Militärbündnis NATO gerichtete Parolen laut geworden sind. Daraufhin kommt es zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten.

17.11.1980, Montag

US-amerikanische Behörden verbieten die Einfuhr eines Spezialstahls aus Frankreich, weil dieser aus Kuba importierten Nickel enthalte. Ein US-Gesetz von 1963 verbietet jeden direkten und indirekten Handel mit der Karibikinsel.

Einer der führenden Wirtschaftsbosse von Nicaragua wird von der Polizei erschossen, als er sich seiner Festnahme widersetzt. Er stand unter dem Verdacht, illegal mit Waffen zu handeln.

18.11.1980, Dienstag

Israelische Soldaten eröffnen in den besetzten Gebieten auf eine Gruppe demonstrierender palästinensischer Studenten das Feuer und verletzten elf der Demonstranten. Diese hatten zuvor mit Steinen auf die Israelis geworfen. Anlass der Protestkundgebung war die vorübergehende Schließung einer Universität im Westjordanland durch die israelischen Behörden.

Der australische Ministerpräsident Malcolm Fraser erklärt, die Zahl der Bundesangestellten werde vorerst nicht erhöht, bis die Effizienz der einzelnen Behörden festgestellt worden sei.

19.11.1980, Mittwoch

Der Postverkehr in der Bundesrepublik Deutschland wird durch Schwerpunktstreiks, an denen sich bis zu 25 000 Arbeiter und Angestellte beteiligen, empfindlich gestört. Die Streikenden können schließlich am 23. November durchsetzen, dass Schichtarbeiter mehr Freizeit erhalten. Die Vereinbarung verursacht der Deutschen Bundespost rund 500 Mio. DM an zusätzlichen Lohnkosten.

In einem Qualifikationsspiel für die Fußball-Weltmeisterschaft 1982 schlägt das Team der Bundesrepublik Deutschland die französische Nationalelf in Hannover 4:1.

Die bundesdeutschen Hersteller von Babynahrung erklären, dass sie nach den Östrogenfunden in Kalbfleisch wegen “ungelöster analytischer Bewertungsprobleme” vorerst darauf verzichten wollen, kalbfleischhaltige Produkte auf den Markt zu bringen.

Am letzten Tag des Papstbesuches kommt es in München zu einem Zwischenfall, als eine Vertreterin der Katholischen Jugend in einer nicht vorgesehenen Erklärung Kritik an der Haltung der Kirche übt.

In Bozen treffen rund 50 Delegierte aus Graubünden, den Dolomitentälern und Friaul zum 3. Internationalen Kongress der Ladiner zusammen. Die Vertreter dieser rätoromanisch sprechenden Volksgruppe, der etwa 1,1 Mio. Menschen angehören, verlangen in einer Resolution u.a. das Recht auf den Gebrauch ihrer Sprache in allen Lebensbereichen und verurteilen jede wirtschaftliche und soziale Diskriminierung der Ladiner.

20.11.1980, Donnerstag

In Peking beginnt der Prozess gegen die sog. Viererbande, den ultralinken Flügel der Kommunistischen Partei.

Unbekannte Täter sprengen bei Gargazon in Südtirol einen Hochspannungsmast und legen damit die Stromversorgung im Raum Bozen lahm. Auf zurückgelassenen Flugblättern fordern die Attentäter das Selbstbestimmungsrecht für die zu Italien gehörende deutschsprachige Region Südtirol.

Das Theaterstück “Helmer oder ein Puppenheim”, eine Persiflage auf Henrik Ibsens “Nora” von Esther Vilar, wird bei seiner Uraufführung in Bonn vom Publikum ausgebuht.

21.11.1980, Freitag

Die neueste Folge der TV-Serie “Dallas” bricht in den USA alle bisherigen Zuschauerrekorde. Insgesamt 83 Mio. Menschen verfolgen die Episode mit dem Titel “Wer schoß auf J. R.?” Der Serienheld J. R. Ewing, dargestellt von Larry Hagman, gilt als der “beliebteste Schurke” in den Vereinigten Staaten.

In Simbabwe (früher: Rhodesien) werden neun prominente Anhänger von Innenminister Joshua Nkomo verhaftet. Damit erreichen die Spannungen zwischen Regierungschef Robert Mugabe und seinem Innenminister einen neuen Höhepunkt.

Im Rahmen einer Kabinettsumbildung in Polen wird mit Jerzy Ozdowski erstmals ein der Kirche nahestehender Politiker zum stellvertretenden Ministerpräsidenten ernannt.

Bei einem Großfeuer in einem Hotel in Las Vegas (US-Bundesstaat Nevada) werden 84 Menschen getötet und mindestens 500 verletzt. Das 26 Stockwerke hohe Luxushotel mit 2076 Zimmern verfügte offenbar nur über unzureichende Alarm- und Sicherheitssysteme für den Brandfall.

22.11.1980, Samstag

Die US-amerikanische Schauspielerin Mae West, einer der großen Film- und Theaterstars der 30er Jahre, stirbt 87jährig in Hollywood. Zu ihren bekanntesten Filmen zählen “Sie tat ihm Unrecht”, “Ich bin kein Engel” (beide 1933) und “Klondike Annie” (1936).

23.11.1980, Sonntag

Etwa 3100 Menschen kommen bei einem schweren Erdbeben in Süditalien ums Leben.

In Rotterdam beginnt das 4. Russell-Tribunal, das sich bis zum 30. November mit Verbrechen gegen Indianer in Kanada, den USA und mehreren lateinamerikanischen Staaten befasst. Das Russell-Tribunal, benannt nach dem Philosophen und Nobelpreisträger Bertrand Russell, war erstmals 1967 in Stockholm zusammengetreten und hatte sich mit dem Vietnamkrieg auseinandergesetzt. Weitere Konferenzen galten den Menschenrechten in Lateinamerika (1974) und den Berufsverboten in der Bundesrepublik Deutschland (1977).

24.11.1980, Montag

Unter dem Motto “Mut zur Zukunft” gibt Bundeskanzler Helmut Schmidt eine Regierungserklärung über das Programm der kommenden vier Jahre ab. In der anschließenden Aussprache erklärt Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff: “Die Zeiten, in denen man immer weniger arbeiten und gleichzeitig immer mehr verdienen konnte, sind für eine Weile vorbei.” Oppositionsführer Helmut Kohl (CDU) würdigt in der Debatte die Ostverträge als wesentliche Komponente der westdeutschen Außenpolitik und signalisiert damit in diesem Punkt eine Annäherung der Union an die Regierung.

Durch die Explosion eines Gaskanisters während einer Verlobungsfeier in einem türkischen Dorf werden 97 Frauen und Kinder getötet.

25.11.1980, Dienstag

Mit einem K.-o.-Sieg in der 8. Runde bei der Revanche gegen Roberto Duran (Panama) holt sich Weltergewichtler Sugar Ray Leonhard in New Orleans den Box-Weltmeister-Titel zurück, den er am 20. Juni nach Punkten verloren hatte.

Südafrika stimmt prinzipiell dem UN-Plan für die Unabhängigkeit Namibias zu. Über zahlreiche Einzelpunkte muss jedoch noch verhandelt werden.

Der Staatspräsident von Obervolta (ab 1984 Burkina Faso), Sangoulé Lamizana, wird in einem unblutigen Militärputsch gestürzt. Ein Militärausschuss der Wiederaufrichtung für den nationalen Fortschritt unter Führung von Oberst Saye Zerbo übernimmt die Macht.

26.11.1980, Mittwoch

Syrien zieht an der Grenze zu Jordanien Truppen zusammen, nachdem es in den Tagen zuvor zwischen beiden Ländern erhebliche Spannungen gegeben hat. Diese beruhen offenbar auf der gegensätzlichen Haltung Syriens und Jordaniens zum iranisch-irakischen Krieg. Durch Vermittlung Saudi-Arabiens entspannt sich die Lage Anfang Dezember.

27.11.1980, Donnerstag

Nach einem Bericht der Gefangenenhilfsorganisation Amnesty International werden seit dem Militärputsch in der Türkei politische Häftlinge gefoltert. Mindestens acht Gefangene sollen dabei bereits umgekommen sein.

Der Landtag von Rheinland-Pfalz verabschiedet ein Gesetz über das geplante Pilotprojekt für Kabelfernsehen im Raum Ludwigshafen.

28.11.1980, Freitag

Das Bundesverfassungsgericht fällt eine Entscheidung zum Scheidungsrecht: Der Gesetzgeber wird dadurch verpflichtet, in Härtefällen Ausnahmen von der Regelung zuzulassen, dass nach fünfjähriger Trennung eine Ehe automatisch geschieden wird.

Der mit insgesamt 20 000 DM dotierte Deutsche Kleinkunstpreis wird in Mainz an den Münchner Satiriker Gerhard Polt, den Schweizer Liedermacher Ernst Born und das Kölner Politkabarett Floh de Cologne verliehen.

29.11.1980, Samstag

Linksgerichtete Guerillas verbrennen in Verapaz in der Nähe von San Salvador 1,8 Mio. kg Kaffee, die in staatlichen Silos gelagert sind. Sie haben angekündigt, dass sie die gesamte Kaffeernte (etwa 70 Mio. kg) zerstören wollen, um die Regierungsjunta von El Salvador zu bekämpfen. Das Nationaleinkommen des Landes hängt zu 70% vom Kaffeexport ab.

30.11.1980, Sonntag

Die Schweizer Stimmbürger votieren in einer Volksabstimmung für die Einführung der Anschnallpflicht für Autofahrer.

Die Stiftung Deutsche Sporthilfe zahlt insgesamt 1,8 Mio. DM an 129 Sportler aus, die bei den Olympischen Sommerspielen in Moskau voraussichtlich Medaillen gewonnen hätten bzw. auf den Plätzen vier bis acht gelandet wären, wegen des Boykotts aber nicht an den Wettkämpfen teilnehmen konnten.