Was geschah im November 1984

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1.11.1984, Donnerstag

Nach zweitägiger Dauer geht in Bremen die erste Internationale Nordsee-Schutzkonferenz zu Ende. Teilnehmer waren Regierungsvertreter der acht Anrainerstaaten.

Das Bundesgesundheitsamt widerruft die Zulassung von 32 rezeptpflichtigen Medikamenten gegen Rheumaerkrankungen aufgrund “unvertretbarer Risiken”.

Die Schlichtungsverhandlungen zur Beendigung des seit dem 13. März andauernden Bergarbeiterstreiks in Großbritannien scheitern. 130 000 Kumpel beteiligen sich an diesem längsten Streik in der britischen Nachkriegsgeschichte, um die drohende Schließung von 20 Zechen zu verhindern. Die Gewerkschaften brechen den Streik am 5. März 1985 ab, ohne dass es zu einem Verhandlungsergebnis gekommen ist.

2.11.1984, Freitag

Anlässlich des dritten Jahrestages der Räumung des Hüttendorfes auf dem Gelände der Startbahn West des Frankfurter Flughafens kommt es in Frankfurt am Main zu Demonstrationen mit gewalttätigen Ausschreitungen. Das Hüttendorf war von Startbahngegnern errichtet worden.

Nach 17-Jährigem Exil im westlichen Ausland kehrt Swetlana Allilujewa Peters, die Tochter des ehemaligen sowjetischen Staats- und Parteichefs Josef W. Stalin, in die UdSSR zurück.

Erstmals seit 22 Jahren wird in den USA eine Frau hingerichtet. Die wegen vierfachen Mordes Verurteilte aus dem Bundesstaat North-Carolina wird durch eine Todesspritze exekutiert.

Die Akademie der Künste in Berlin (West) erhält zusätzlich zu den bisherigen Bereichen Bildende Kunst, Baukunst, Musik, Literatur und Darstellende Kunst die Sektion Film- und Medienkunst. Als deren Direktor ist der Filmregisseur Peter Lilienthal berufen worden.

3.11.1984, Samstag

Unter Teilnahme Hunderttausender Menschen wird in Warschau der von Sicherheitskräften ermordete Arbeiterpriester Jerzy Popieluszko beigesetzt.

4.11.1984, Sonntag

Die schwedischen Rallyefahrer Stig Blomkvist und Björn Cederberg gewinnen die Rallye Elfenbeinküste und stehen damit schon vor der abschließenden Großbritannien-Rallye als Weltmeister des Jahres 1984 fest.

Aus den Präsidentenwahlen in Nicaragua geht der Kandidat der regierenden sozialistisch orientierten Sandinisten, Daniel Ortega, als Sieger hervor. Die Opposition hatte die Wahl teilweise boykottiert.

5.11.1984, Montag

Der neu gewählte Bundespräsident Richard von Weizsäcker trifft zu seinem ersten Staatsbesuch in Frankreich ein.

Wegen fortgesetzter Steuerhinterziehung bei Spendenzahlungen an die CDU verurteilt das Kölner Landgericht im bisher größten Parteispendenprozess der Bundesrepublik einen Pharmaunternehmer zu einer Geldstrafe von 420 000 DM.

Der österreichische Bundeskanzler Fred Sinowatz (SPÖ) trifft zu einem zweitägigen Besuch in der DDR ein, in dessen Verlauf eine Reihe von Vereinbarungen über industrielle, ökonomische und technische Zusammenarbeit unterzeichnet werden.

6.11.1984, Dienstag

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe erklärt eine von der christlich-liberalen Regierung in Bonn 1983 eingeführte Zwangsanleihe (Investitionshilfe-Abgabe) für Besserverdienende für verfassungswidrig.

Bei den Präsidentschaftswahlen in den USA wird der Republikaner Ronald Reagan Sieger über den Demokraten Walter Mondale und bleibt damit eine zweite Regierungszeit im Amt.

Aufgrund von Protestaktionen gegen die Militärdiktatur, die zu andauernden Unruhen im Land führen, wird über Chile der Belagerungszustand verhängt.

In Stockholm startet die vierte Verhandlungsrunde der Anfang des Jahres begonnenen KVAE (Konferenz über vertrauensbildende Maßnahmen und Abrüstung in Europa), an der 23 europäische Staaten aus Ost und West sowie Kanada und die USA teilnehmen. Die bisherigen Gespräche endeten ohne Ergebnis.

7.11.1984, Mittwoch

In Hamburg wird der Prozess gegen 14 Mitglieder der Rockergruppe “Hell’s Angels” eröffnet, denen u.a. Erpressung und Begünstigung der Prostitution vorgeworfen wird.

Anlässlich des 225. Geburtstages von Friedrich Schiller am 10. November veranstaltet die Universität Jena eine Konferenz zum Thema “Schiller im revolutionären Gang der Welt”.

Vor dem Bonner Untersuchungsausschuss zur Flick-Spendenaffäre wird Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) verhört. Er erklärt, dass er mit der umstrittenen Steuerbefreiung für das Unternehmen nicht befasst gewesen sei und von der Beratertätigkeit Rainer Barzels für ein Frankfurter Anwaltsbüro erst relativ spät erfahren habe.

8.11.1984, Donnerstag

Libanesische und israelische Offiziere beginnen Gespräche über den Rückzug der israelischen Truppen aus dem Südlibanon. Sie werden allerdings nach vier Tagen wegen unüberbrückbarer Meinungsverschiedenheiten abgebrochen.

Die US-amerikanische Raumfähre “Discovery” startet zu einer achttägigen Weltraummission, in deren Verlauf zwei defekte Satelliten an Bord genommen werden; sie waren im Februar im All ausgesetzt worden.

Die Bewohner des letzten noch besetzten Hauses in Berlin (West) erhalten einen Nutzungsvertrag.

9.11.1984, Freitag

Die Tarifparteien im öffentlichen Dienst der Bundesrepublik einigen sich auf Lohnerhöhungen um 3,2%.

Am New Citizen’s Theatre im schottischen Glasgow wird das Schauspiel “Judith” von dem deutschen Autor Rolf Hochhuth uraufgeführt. Das ursprünglich für das Zürcher Schauspielhaus geschriebene Stück hat der Regisseur Robert David McDonald ins Englische übersetzt.

10.11.1984, Samstag

Vom südamerikanischen Raumfahrtbahnhof Kourou in Französisch-Guyana startet die Europarakete “Ariane” zu ihrem dritten kommerziellen Flug, um weitere zwei Nachrichtensatelliten in eine geostationäre Erdumlaufbahn zu bringen.

Bei den Weltmeisterschaften im Formationstanz wird der TSG Bremerhaven Champion in den lateinamerikanischen Tänzen; bei den Standardtänzen kann der TSC Düsseldorf seinen Titel verteidigen.

11.11.1984, Sonntag

Im niederländischen Amersfoort endet die Billard-Europameisterschaft im Fünfkampf mit dem unerwarteten Sieg der bundesdeutschen Mannschaft über die Niederländer.

12.11.1984, Montag

Der neue indische Ministerpräsident Rajiv Gandhi wird einstimmig zum Vorsitzenden der Kongresspartei gewählt.

Auf mehreren Autobahnstrecken Südhessens beginnt ein Großversuch mit “Tempo 100”.

Die Wieskirche, einer der bedeutendsten bayerischen Rokokobauten, muss wegen umfangreicher Instandsetzungsarbeiten geschlossen werden. Von Tiefflügen ausgelöste Erschütterungen haben zu Beschädigungen an der Stuckdecke geführt.

Im Zusammenhang mit der bis zum 15. November stattfindenden Jahrestagung der Nationalkonferenz der 290 katholischen Bischöfe der USA wird der Öffentlichkeit der Entwurf eines Hirtenbriefs zum Thema “Die katholische Lehre und die amerikanische Wirtschaft” vorgelegt. Die Autoren beklagen u.a. die ungleiche Verteilung des Reichtums in den USA.

Die bundesdeutsche Volkswagen AG in Wolfsburg und die DDR-Außenhandelsbehörden schließen einen Vertrag über die Lieferung einer Fertigungsstraße für Motoren.

13.11.1984, Dienstag

Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann (CSU) gibt als neuen Termin für die Volkszählung den 23. April 1986 bekannt. Die ursprünglich für den 27. April 1983 geplante Zählung musste wegen eines Einspruchs des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe verschoben werden.

14.11.1984, Mittwoch

Die Grünen im Bundestag fordern ein Sofortprogramm der Bundesregierung zur Eindämmung der Armut in Höhe von 15 Milliarden DM. Es könne durch den Verzicht auf Steuerermäßigungen für Besserverdienende oder durch die Anhebung der Vermögenssteuer finanziert werden.

15.11.1984, Donnerstag

In Kuala Lumpur wird der zum malaysischen König gewählte Sultan Machmud Iskandar gekrönt.

Nach der offiziellen Beendigung des Abzugs libyscher und französischer Truppen aus dem Tschad am 10. November treffen auf Vermittlung des griechischen Premierministers Andreas Papandreou in Elounda auf Kreta Frankreichs Staatspräsident François Mitterrand und der libysche Revolutionsführer Muammar El Gaddafi zu Gesprächen zusammen.

Die Mitglieder einer deutsch-japanischen Kommission unterzeichnen in Tokio eine detaillierte Vereinbarung über den Wiederaufbau der ehemaligen japanischen Botschaft in Berlin (West) zu einem “Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin”.

In der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba geht das 20. Gipfeltreffen der Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) zu Ende. Unstimmigkeiten gibt es wegen der Teilnahme der provisorischen Regierung von Sahara (West), die wie Marokko Anspruch auf die ehemalige spanische Kolonie erhebt. Marokko erklärt daraufhin seinen Austritt aus der OAU.

Der 42-Jährige Wolfgang Schäuble (CDU), bisher parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktionen im Bundestag, wird neuer Chef des Bundeskanzleramtes in Bonn. Er ist Nachfolger von Philipp Jenninger (CDU), der am 5. November zum Bundestagspräsidenten gewählt worden ist.

16.11.1984, Freitag

Auf Anordnung der Regierung müssen die seit den Sommerferien geschlossenen 17 katholischen Privatschulen auf Malta wieder geöffnet werden. Mit der Unterrichtsverweigerung protestierte die Bischöfliche Kurie gegen die Anordnung des Erziehungsministeriums in La Valletta, den Unterricht künftig unentgeltlich zu erteilen.

17.11.1984, Samstag

Wegen Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes erklärt Polen seinen Austritt aus der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organization, ILO). Die ILO hatte die Führung in Warschau u.a. aufgefordert, inhaftierte Gewerkschafter freizulassen.

18.11.1984, Sonntag

Bei den Wahlen in der zu Frankreich gehörenden südpazifischen Inselgruppe Neukaledonien kommt es zu Unruhen, da die Mehrheit der Ureinwohner, der Kanaken, eine Loslösung vom Mutterland fordert.

Die dänische Nachrichtenagentur “Ritzau” meldet, dass die Insel Grönland von dem dortigen Regionalparlament zur atomwaffenfreien Zone erklärt worden ist.

Der irische Premierminister Garret FitzGerald trifft zu zweitägigen Besprechungen mit seiner britischen Amtskollegin Margaret Thatcher über den Konflikt um die britische Provinz Nord-Irland in London ein. Das Treffen ist wegen der Befürchtung eines neuerlichen Anschlags der irischen Untergrundorganisation IRA geheimgehalten worden.

Der nordrhein-westfälische CDU-Vorsitzende Kurt Biedenkopf spricht sich dafür aus, an Stelle der für verfassungswidrig erklärten Zwangsanleihe die Besserverdienenden mit einer neuen, nicht rückzahlbaren Ergänzungsabgabe zu belasten. Die FDP lehnt die Einführung einer solchen von ihr als “Neidsteuer” bezeichneten Abgabe ab.

19.11.1984, Montag

Zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres wird in Wien ein türkischer Diplomat von der armenischen Untergrundorganisation “Armenische Revolutionäre Armee” ermordet.

In den Krankenhäusern der australischen Städte Melbourne und Adelaide werden laufende Programme zur künstlichen Befruchtung vorläufig beendet, nachdem in der Woche zuvor drei Säuglinge nach einer Bluttransfusion vermutlich an Aids gestorben sind.

Dem Hamburger “Chaos Computer Club” gelingt es mittels Manipulationen am Bildschirmtextsystem Btx, 135 000 DM von der Hamburger Sparkasse auf sein eigenes Konto zu überweisen. Der Hacker-Club will damit auf Sicherheitslücken im Btx-System aufmerksam machen.

Mit einem Bildtelefongespräch zwischen den norddeutschen Städten Hannover und Hamburg nimmt Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling die erste Teilstrecke des geplanten Glasfaserkabelnetzes in Betrieb.

In einem Vorort der mexikanischen Hauptstadt Mexiko-Stadt kommt es inmitten eines dichtbesiedelten Wohngebiets zu einer Gasexplosion. 452 Menschen sterben an den Folgen des Unglücks, Hunderte werden schwer verletzt, mehrere tausend obdachlos.

In seinem mehrstündigen Referat zur Eröffnung des XIII. Parteikongresses der rumänischen Kommunistischen Partei in Bukarest spricht sich Staats- und Parteichef Nicolae Ceausescu für die Wiederaufnahme der Rüstungskontrollverhandlungen zwischen den Supermächten aus.

Der libysche Revolutionsführer Umar Muammar El Gaddafi beendet einen zweitägigen Besuch auf der Mittelmeerinsel Malta, wo er mit der maltesischen Regierung einen Freundschaftsvertrag unterzeichnete.

20.11.1984, Dienstag

Die hessische Landesgruppe der Grünen gibt in Wiesbaden bekannt, dass sie nicht länger zu einer Zusammenarbeit mit der SPD-Landesregierung unter Holger Börner bereit sei. Damit ist das rot-grüne Bündnis in Hessen zunächst geplatzt.

Der Innensenator von Berlin (West), Heinrich Lummer (CDU), äußert sich in einem Artikel kritisch über die Zunahme der ausländischen Zuwanderer in der Stadt und regt ein “Nachdenken über das Asylrecht” an.

21.11.1984, Mittwoch

In den evangelischen Gemeinden der DDR geht die diesjährige Friedensdekade zu Ende.

Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) sagt seinen geplanten Besuch in Polen ab. Grund dafür sind von der polnischen Regierung auferlegte Protokollbestimmungen, die Genscher nicht akzeptiert.

Die Regierung in Colombo verhängt eine landesweite Ausgangssperre über Sri Lanka. Sie reagiert damit auf einen blutigen Bombenanschlag auf ein Polizeirevier bei Jaffna im Norden des Landes, bei dem 30 Menschen ums Leben kamen.

22.11.1984, Donnerstag

Die Regierungen der USA und der Sowjetunion geben bekannt, dass ihre Außenminister, George Shultz und Andrei A. Gromyko, am 7. und 8. Januar 1985 in Genf zusammentreffen werden, um vorbereitende Gespräche über Rüstungskontrollverhandlungen zu führen. Diese Ankündigung deutet auf die Bereitschaft der Supermächte hin, das abgekühlte Ost-West-Klima zu verbessern.

Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) hält sich zu einem eintägigen Treffen mit seinem österreichischen Amtskollegen Fred Sinowatz (SPÖ) in Wien auf. Die Beziehungen zwischen den Nachbarstaaten werden als problemlos und freundschaftlich gewürdigt.

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung überreicht in Bonn Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) sein Jahresgutachten. Im Gegensatz zu anderen Wirtschaftsfachleuten, die eher pessimistisch in die Zukunft blicken, sagt der Sachverständigenrat für 1985 ein Wachstum von reichlich 3% voraus.

23.11.1984, Freitag

Verteidigungsminister der europäischen NATO-Staaten beschließen auf einem Treffen in Den Haag eine verstärkte Zusammenarbeit bei der Rüstungsproduktion.

Die SPD spricht sich für eine Pflichtversicherung aus, mit der die Kosten der Versorgung pflegebedürftiger Personen getragen werden sollen. In die Versicherung sollen, so die Vorstellungen der deutschen Sozialdemokraten, alle steuerpflichtigen Bürger, also auch die Selbständigen und Freiberuflichen, Beiträge einzahlen.

Zu einer Gedächtnisfeier für den am 23. Februar 1984 verstorbenen deutschen Schriftsteller Uwe Johnson treffen sich zahlreiche Autoren, Germanisten und Verleger in der Deutschen Schule in Richmond (England). Dabei kommt es zu einer Kontroverse zwischen Günter Grass und dem Verleger Reinhard Piper über Indiskretionen bei der Veröffentlichung des Johnson-Nachlasses.

24.11.1984, Samstag

In Wien werden erstmals die Modeproduktionen der Wiener Werkstätten aus den Jahren 1911 bis 1932 in einer gesonderten Ausstellung gezeigt.

25.11.1984, Sonntag

Julio Maria Sanguinetti von der gemäßigten “Colorado”-Partei gewinnt mit 39% der Stimmen die Präsidentschaftswahl in Uruguay. Damit hat der südamerikanische Staat erstmals nach der Machtübernahme durch die Militärs im Jahr 1973 wieder ein gewähltes Staatsoberhaupt.

Seit drei Tagen andauernde heftige Herbststürme mit Orkanböen fordern in der gesamten Bundesrepublik neun Todesopfer.

In einer Volksabstimmung billigen die Argentinier mit überwältigender Mehrheit den unter Vermittlung des Vatikans zustande gekommenen Vertrag zur Beilegung der Grenzstreitigkeiten mit Chile.

Nach einem Landgang in Lübeck-Travemünde kehren 126 polnische Touristen nicht an Bord ihres Schiffes zurück und bitten in der Bundesrepublik um politisches Asyl.

Nach zwei Tagen geht in Berlin (West) der Deutschlandtag der Jungen Union, der CDU-Nachwuchsorganisation, zu Ende. Dabei kam es zu heftigen Kontroversen über die Anerkennung der Westgrenze Polens.

26.11.1984, Montag

Der französische Staatspräsident François Mitterrand trifft zu einem zweitägigen Besuch in Syrien ein. In Gesprächen mit Präsident Hafis al-Asad erörtert er die Lage im Nahen Osten sowie bilaterale Probleme.

27.11.1984, Dienstag

Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland beschließt, der UN-Seerechtskonvention nicht beizutreten. Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) begründet diese Haltung mit “schwerwiegenden ordnungspolitischen Bedenken” gegen die darin festgeschriebenen Regelungen für den Tiefseebergbau.

28.11.1984, Mittwoch

Das in der jordanischen Hauptstadt Amman tagende Exilparlament der Palästinenserorganisation PLO, der Nationalrat, bestätigt auf seiner 17. Sitzung die Führungsrolle von Jasir Arafat.

In Brooklyn wird überraschenderweise Oona Julia Grünebaum ans Licht der Welt gezerrt. Die Welt erholt sich nur schwer von diesem Schock.

29.11.1984, Donnerstag

Im Vatikan unterzeichnen die Außenminister Chiles und Argentiniens ein Abkommen zur Beilegung des Grenzstreits um den Beagle-Kanal an der Südspitze des südamerikanischen Kontinents. Die Einigung kam auf Vermittlung des Vatikans zustande.

Nach der offiziellen Anerkennung der Demokratischen Republik Sahara durch Jugoslawien am Vortag bricht Marokko die diplomatischen Beziehungen zu Belgrad ab.

30.11.1984, Freitag

Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) reist zu Ronald Reagan nach Washington und ist damit der erste ausländische Besucher im Weißen Haus nach dem Wahlerfolg des US-Präsidenten am 6. November.

Der stellvertretende Regierungssprecher der Bundesregierung in Bonn, Jürgen Sudhoff, begrüst den Abbau der Selbstschussanlagen durch die DDR-Grenzeinheiten an der innerdeutschen Grenze, der nunmehr abgeschlossen sein soll.