Was geschah im November 1985

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1.11.1985, Freitag

Die Regierung der Niederlande billigt die Stationierung von 48 US-Marschflugkörpern auf niederländischem Gebiet entsprechend dem sog. NATO-Doppelbeschluss von 1979. Bis Ende des Jahres 1988 sollen die “Cruise-Missiles” auf dem Luftwaffenstützpunkt Woensdrecht aufgestellt sein.

Die DDR-Regierung teilt der Bundesrepublik mit, dass alle Selbstschussanlagen und Bodenminen an der deutsch-deutschen Grenze abgebaut sind. Heinrich Windelen (CDU), der Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen, begrüßt diese Erklärung. Trotzdem sei man – so Windelen – von einem gutnachbarlichen Verhältnis noch weit entfernt.

2.11.1985, Samstag

Die Regierung der Republik Südafrika untersagt alle Film-, Fernseh- und Tonfilmaufnahmen von Unruhen in den Siedlungen der Schwarzen, über die der Ausnahmezustand verhängt worden ist.

3.11.1985, Sonntag

Bei den Parlamentswahlen in Guatemala erringen die Christdemokraten 51 der 100 Sitze. Der christdemokratische Kandidat Vinicio Cerezo erhält bei den gleichzeitig angesetzten Präsidentschaftswahlen mit 39% die meisten Stimmen.

59 Bürger des afrikanischen Staates Zaire, die illegal in die Schweiz gekommen waren, werden von Genf aus mit einem Flugzeug in ihre Heimat abgeschoben. Eine Woche später wird durch Pressemeldungen bekannt, dass 15 der Ausgewiesenen bei der Ankunft derart verprügelt wurden, dass sechs von ihnen im Krankenhaus an inneren Blutungen gestorben sind.

Ivan Lendl gewinnt in drei Sätzen gegen John McEnroe das internationale Tennisturnier von Antwerpen. Neben der Siegprämie von 200 000 US-Dollar (612 000 DM) bekommt Lendl einen mit 1400 Diamanten besetzten, 6 kg schweren Tennisschläger aus reinem Gold.

In Adelaide endet mit dem Großen Preis von Australien die Formel-1-Saison 1985. Der französische Fahrer Alain Prost auf McLaren sicherte sich bereits durch seine Plazierung am 6. Oktober in Brands Hatch den Titel des Weltmeisters.

4.11.1985, Montag

Die sowjetische Zeitung “Iswestija” veröffentlicht ein (gekürztes) Interview mit Ronald Reagan, das der US-Präsident am 31. Oktober sowjetischen Journalisten gewährt hatte. Es war das erste Interview eines US-Präsidenten mit der Sowjetpresse seit 1961.

5.11.1985, Dienstag

Auf der Herbsttagung der Europäischen Freihandelszone (EFTA) in Genf wird Finnland als Vollmitglied in die Organisation aufgenommen und der Austritt Portugals zum Jahresende zur Kenntnis genommen. Damit stehen den vier skandinavischen Mitgliedstaaten Schweden, Finnland, Norwegen und Island nur noch die beiden Alpenländer Österreich und Schweiz zur Seite.

In New York wird Edward (“Ed”) Irving Koch in seine dritte Amtszeit gewählt. Koch ist seit 1978 Bürgermeister der größten Stadt der USA. Der Demokrat begann seine Karriere 1966 als Mitglied des Stadtrats von New York.

Zum vierten Mal innerhalb von 36 Stunden wird in Belgien ein Sprengstoffanschlag auf eine Bank verübt. Zur Tat bekennen sich die linksextremen Kämpfenden Kommunistischen Zellen (CCC).

Nach insgesamt 23 Jahren Ermittlung beginnt vor dem Landgericht Krefeld der Prozess gegen den ehemaligen SS-Oberscharführer Wolfgang Otto. Ihm wird die Beteiligung an der Ermordung des KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann 1944 im KZ Buchenwald vorgeworfen. Am 15. Mai 1986 wird Otto zu vier Jahren Haft verurteilt.

6.11.1985, Mittwoch

In Hannover endet eine zweitägige Konferenz von Ministern aus 18 europäischen Staaten mit der Unterzeichnung einer Grundsatzerklärung über das europäische Technologieprojekt EUREKA. Als Alternative zum US-Weltraumrüstungsprogramm SDI wird EUREKA Projekte für zivile Zwecke umfassen.

General Wojciech Jaruzelski, der Chef der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei, tritt als Regierungschef des Landes zurück und wird anstelle von Henryk Jablonski Staatsoberhaupt Polens. Nachfolger Jaruzelskis als Ministerpräsident wird Zbigniew Messner.

7.11.1985, Donnerstag

Als Nachfolger von Eduard Lohse wird auf der am 3. November begonnenen Tagung der Synode der EKD in Trier der Berliner Bischof Martin Kruse zum Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland gewählt.

In namentlicher Abstimmung lehnt der Deutsche Bundestag einen Antrag der SPD-Fraktion ab, den Bau des sog. schnellen Brüters in Kalkar zu stoppen. Der Kernreaktor, der durch die Umwandlung von nicht spaltbarem Uran in spaltbares Plutonium einen hohen Energienutzungsgrad erreichen soll, ist aus Kostengründen (etwa 6,5 Mrd. DM teuer) und wegen der Sicherheitsproblematik umstritten.

Der Deutsche Bundestag billigt eine Gesetzesänderung bezüglich des Bundesverfassungsgerichts, wonach die Anrufung des Karlsruher Gerichts gebührenpflichtig sein kann, wenn die betreffende Beschwerde abgelehnt wird. Eine Gebühr von bis zu 1000 DM soll jeden Beschwerdeführer dazu bewegen, die Erfolgsaussichten seiner Anträge sorgfältig zu prüfen.

In Bogotá, der Hauptstadt Kolumbiens, stürmen Spezialeinheiten von Armee und Polizei den Justizpalast, in dem sich ein 35köpfiges Guerillakommando der “Bewegung des 19. April” (M-19) mit rd. 400 Geiseln verschanzt hat. Bei der Aktion finden 112 Menschen den Tod.

8.11.1985, Freitag

Der frühere US-Mittelgewichtsboxer “Hurricane” Rubin Carter, der 1967 wegen angeblichen dreifachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, kommt frei. Das damalige Urteil habe – so ein Bundesrichter in Newark – auf einer “rassistischen Einstellung” des Gerichtes beruht.

9.11.1985, Samstag

Nach sechswöchiger Dauer endet in Sofia die 23. Generalkonferenz der UNESCO. Nach dem Austritt der USA aus der UN-Bildungsorganisation muss der Etat um 30% gekürzt werden.

Mit einem Sieg in der 24. und letzten Partie und einem Punktestand von 13:11 wird Garri Kasparow in Moskau gegen Anatoli Karpow neuer Schachweltmeister.

Acht Menschen kommen in Aalst bei Brüssel bei einem Raubüberfall auf einen Supermarkt ums Leben.

10.11.1985, Sonntag

Bei den Kunstturn-Weltmeisterschaften in Montreal wird die UdSSR mit elf Goldmedaillen erfolgreichste Nation. Als bester Einzelturner gewinnt der Sowjetrusse Juri Koroljew vier Titel.

11.11.1985, Montag

Ein Gericht in Bonn verurteilt den Libyer Fatahi al-Tarhoni wegen der Ermordung eines Landsmanns zu lebenslanger Freiheitsstrafe. Al-Tarhoni hatte am 6. April den libyschen Regimegegner Gebril El Denali ermordet und dabei möglicherweise im Auftrag der libyschen Behörden gehandelt.

Die deutsche Bundesregierung bestätigt, dass der Bundesnachrichtendienst (BND) 1979/80 mit einer privaten Detektei einen Mitarbeitervertrag geschlossen hatte. Die anfallenden Honorare sind zu großen Teilen aus Spenden der privaten Wirtschaft finanziert worden.

Nach den Protesten gegen die geplante Uraufführung am 31.10.1985 setzt der Frankfurter Schauspielleiter Günther Rühle das Stück “Der Müll, die Stadt und der Tod” von Rainer Werner Fassbinder endgültig vom Spielplan ab.

12.11.1985, Dienstag

Eine von der österreichischen Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission spricht sich nach einer halbjährigen Untersuchung gegen den Bau des umstrittenen Donaukraftwerks Hainburg aus. Im Dezember 1984 hatten Umweltschützer das Baugelände besetzt, um gegen die befürchtete Zerstörung des größten Auenwaldgebietes in Mitteleuropa zu protestieren.

In Luxemburg endet nach zweitägiger Dauer eine Konferenz der Außenminister der EG-Staaten und der Länder Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras und Nicaragua. Es wird ein Kooperationsabkommen unterzeichnet, das u.a. die Förderung des technischen und wissenschaftlichen Fortschritts in den mittelamerikanischen Staaten sichern soll.

In Liberia scheitert ein Militärputsch gegen den Staatspräsidenten Samuel Doe. Der Anführer der Putschisten, der Ende 1983 als Armeechef entlassene General Thomas Quiwonkpa, wird am 15. November in Monrovia erschossen.

Zu dreimal lebenslänglich und 40 Jahren Haft verurteilt ein Gericht in Norfolk (Virginia) den früheren Marineoffizier Arthur Walker wegen Spionage für die UdSSR. Gegen seinen Sohn und Mitangeklagten John Walker erkennt das Gericht auf bis zu 40 Jahren Haft.

13.11.1985, Mittwoch

Auf einem Parteitag in Wien beschließt die regierende Sozialistische Partei Österreichs (SPÖ), künftig alle öffentlichen und parteiinternen Funktionen zu 25% mit Frauen zu besetzen, davon ausgenommen sind Regierungsämter.

Der Ausbruch eines Vulkans in Kolumbien kostet mehr als 23 000 Menschen das Leben.

14.11.1985, Donnerstag

Der Deutsche Bundestag billigt ein Gesetz über den Widerruf von sog. Haustürgeschäften sowie ein Gesetz über die Gewährung von Erziehungsgeld und Kindergeld. Es sieht die Einführung eines Erziehungsgeldes von monatlich 600 DM für Mütter oder Väter vor, die ein Kleinkind betreuen oder erziehen.

Unter Vorsitz des Schlichters Georg Leber wird der Arbeitskampf bei der Deutschen Lufthansa beendet. Der am 11. November begonnene Streik auf sieben Flughäfen wird abgebrochen.

Als erste Großstadt der USA erhält Miami – Heimat zahlreicher Exil-Kubaner – mit Xavier Suarez einen gebürtigen Kubaner zum Bürgermeister.

15.11.1985, Freitag

Erstmals seit 1921 erhält die Republik Irland aufgrund eines Abkommens zwischen der britischen Premierministerin Margaret Thatcher und des irischen Regierungschefs Garret FitzGerald ein Mitspracherecht bei Nordirland-Angelegenheiten.

16.11.1985, Samstag

In Frankfurt am Main wird Willi Daume zum siebten Mal seit 1961 wiederum für vier Jahre zum Präsidenten des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) für Deutschland gewählt.

In Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) schlägt die Fußball-Auswahlmannschaft der DDR Bulgarien 2:1. Es ist der siebte Sieg im zwölften Spiel bei drei Niederlagen im Jahr 1985.

17.11.1985, Sonntag

Im letzten Qualifikationsspiel für die Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko gegen die CSSR in Köln erreicht die deutsche Fußball-Nationalmannschaft nur ein 2:2, wird aber dennoch Sieger in ihrer Qualifikationsgruppe vor Portugal.

18.11.1985, Montag

Ein 15 Jahre alter Schüler wird im Verlauf gewaltsamer Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei in Athen getötet. Daraufhin besetzen Jugendliche zeitweilig die Universität der griechischen Hauptstadt.

Das Westberliner Kammergericht hebt die vom Bundeskartellamt verfügte Auflösung der Aral AG (Bochum) aus formaljuristischen Gründen auf.

Aus Protest gegen die Forderung der westdeutschen Krankenkassen, die Honorare der Zahnärzte “abzuschmelzen”, verlassen die Vertreter der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung die Herbstsitzung der konzertierten Aktion im Gesundheitswesen in Bonn.

19.11.1985, Dienstag

Die deutsche Bundesregierung entscheidet sich in Bonn nach Auswertung des am 31. Oktober beendeten Großversuchs der Technischen Überwachungsvereine gegen die Einführung eines generellen Tempolimits auf Bundesautobahnen.

In Genf beginnt ein zweitägiges Gipfeltreffen zwischen dem sowjetischen Parteichef Michail S. Gorbatschow und US-Präsident Ronald Reagan.

20.11.1985, Mittwoch

Aus einem Geldtransportwagen werden im Hamburger Stadtteil Niendorf 5,9 Mio. DM entwendet. Die Täter sind Mitarbeiter der Firma.

21.11.1985, Donnerstag

Die Bundesländer Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg einigen sich auf ein Konzept, das die Nutzung der Satellitentechnik sowohl für die Drei-Länder-Anstalt Norddeutscher Rundfunk als auch für private Anbieter sicherstellen soll.

In Washington wird Jonathan J. Pollard verhaftet, nachdem er streng geheimes Nachrichtenmaterial an die israelische Botschaft in Washington verraten hatte. Damit erreichen die Beziehungen zwischen dem israelischen Geheimdienst Mossad und den US-amerikanischen Diensten einen Tiefpunkt.

In Berlin (West) wird die erste deutsche Alternativ-Bank zur Finanzierung selbstverwalteter Projekte gegründet. Das neue Kreditinstitut mit dem Namen “Haftungsassoziation eG. – Bürgschaftsbank für selbstverwaltete Betriebe” ist mit einem Grundkapital von 1 Mio. DM ausgestattet, das von der evangelischen Landeskirche Berlin (West) getragen wird. Die neue Einrichtung will als Bürge alternativen Unternehmen die Aufnahme von Bankkrediten ermöglichen.

22.11.1985, Freitag

Die bisherigen SED-Politbüromitglieder Herbert Häber und Konrad Naumann (auch Bezirkschef von Berlin) verlieren ihre Ämter. Zum Nachfolger Naumanns wird Günter Schabowski ernannt, bisheriger Chefredakteur des Zentralorgans “Neues Deutschland”.

In der “Greenpeace-Affäre” verurteilt der höchste neuseeländische Gerichtshof zwei französische Geheimagenten wegen ihrer Beteiligung an dem Anschlag auf das Greenpeace-Schiff “Rainbow Warrior” zu je zehn Jahren Haft.

Die fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute geben in ihren Herbstgutachten eine optimistische Prognose zur deutschen Wirtschaftsentwicklung. Nach Ansicht des Sachverständigenrates ist ein längerfristig befriedigendes Wirtschaftswachstum wahrscheinlich.

Die Aufsichtsräte der Hamburger Werften Blohm und Voss AG sowie Howaldtswerke-Deutsche Werft AG (HDW) bekunden die Bereitschaft zur Fusion beider Unternehmen.

23.11.1985, Samstag

Im Iran wird der Ajatollah Ali Hussein Montazeri zum höchsten schiitischen Schriftgelehrten des Landes und damit zum künftigen Nachfolger von Ajatollah Ruhollah Khomeini gewählt. Der 63 Jahre alte Montazeri ist seit den 50er Jahren ein Anhänger Khomeinis.

Mit seiner 16. Deutschen Meisterschaft nimmt der 37-Jährige Super-Schwergewichtler Peter Hussing in Mainz Abschied vom Amateurboxsport.

24.11.1985, Sonntag

Bei dem in der Bundesrepublik Deutschland ausgetragenen Handball-Supercup für Nationalmannschaften gewinnt die UdSSR mit 23:22 im Finale gegen die DDR. Die Bundesrepublik belegt Platz drei nach einem 21:19 über Rumänien.

Bei Parlamentswahlen in Honduras erreicht nach offiziellen Angaben die Liberale Partei 66 der 132 Sitze. Aus den gleichzeitig stattfindenden Präsidentschaftswahlen geht der Kandidat der oppositionellen Nationalen Partei als Gewinner hervor, nach dem Gesetz wird jedoch der unterlegene Liberale José Azcona del Hoyo Staatschef, weil auf die Kandidaten seiner Partei die meisten Stimmen entfielen.

38 Verletzte fordert ein Bombenanschlag auf ein PX-Warenhaus der US-Armee in Frankfurt am Main.

Beim Sturm auf eine am Vortag auf dem Flug Athen-Kairo entführte ägyptische Passagiermaschine vom Typ Boeing 737 in Valletta auf der Mittelmeerinsel Malta sterben 60 Passagiere und Besatzungsmitglieder sowie vier der fünf arabischen Hijacker.

25.11.1985, Montag

Eine von der deutschen Bundesregierung eingesetzte Arbeitsgruppe unter der Leitung des früheren Verfassungsrichters Ernst Benda spricht sich gegen Ersatzmutterschaft und Experimente zur sog. Menschenzüchtung aus.

In den USA wird die erste mit Hilfe der Gentechnologie künstlich hergestellte Mikrobe in der freien Natur ausgesetzt. Sie soll in einem Erdbeerfeld in Kalifornien die Pflanzen vor Frost schützen. Umweltschützer befürchten jedoch eine unkontrollierte Ausbreitung der künstlichen Mikrobe.

In Budapest endet nach sechswöchiger Dauer das von 34 Staaten beschickte Kulturforum der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa ohne Unterzeichnung eines Schlussdokuments.

Bei einer Demonstrationsfahrt zwischen Rheda-Wiedenbrück und Oelde erreicht der Intercity Experimental, der Hochgeschwindigkeitszug der Deutschen Bundesbahn, ein Maximaltempo von 317 km/h und stellt damit einen Rekord in der deutschen Eisenbahngeschichte auf.

26.11.1985, Dienstag

Nach Bekanntwerden eines Rekordverlustes in Höhe von 5,7 Mrd. Schilling (814 Mio. DM) tritt der neunköpfige Vorstand des staatlichen österreichischen Unternehmens VOEST-Alpine zurück. Das größte Unternehmen des Landes war u.a. durch Warentermingeschäfte in Schieflage geraten.

In Moskau beginnt die zweitägige Herbstsitzung des Obersten Sowjets der UdSSR. Das Parlament billigt den Plan- und Haushaltsplanentwurf für 1986. In einer Rede hatte Parteichef Michail S. Gorbatschow praktische Schritte zur Förderung der Arbeitsdisziplin und zur Bekämpfung des Alkoholismus angekündigt.

27.11.1985, Mittwoch

Der Halleysche Komet, mit einem Kerndurchmesser von 6 km der größte bekannte Schweifstern, erreicht mit einer Entfernung von 92,9 Mio. km den erdnächsten Bahnpunkt auf seinem Weg zur Sonne. Der Planet durchquert unser Sonnensystem alle 76 Jahre. Sechs Raumsonden, darunter die “Giotto” der Europäischen Weltraumbehörde ESA, nähern sich dem Schweifstern auf bis zu 500 km Entfernung, um Aufschluss über die Entstehung unseres Sonnensystems zu gewinnen.

Bei der ersten offiziellen Schach-Mannschaftsweltmeisterschaft siegt in Luzern die – ohne ihren Weltmeister Garri Kasparow antretende – Mannschaft der UdSSR vor Ungarn. Unter zehn Mannschaften belegt die Bundesrepublik Deutschland den neunten Platz.

28.11.1985, Donnerstag

Als Nachfolger des aus Altersgründen zurückgetretenen Siaka Stevens wird – durch eine Volksabstimmung bestätigt – Generalmajor Joseph Momoh als neuer Staatspräsident von Sierra Leone vereidigt.

29.11.1985, Freitag

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Johannes Rau weiht das Kohlekraftwerk Ibbenbüren ein. Es wird jährlich rd. 17 000 t Stickstoff in die Luft emittieren, weil es zwar über eine Entschwefelungs-, nicht jedoch über eine Entstickungsanlage verfügt. Als sog. Altanlage ist Ibbenbüren nicht der Reduzierung der Stickstoffemission unterworfen, die im April 1984 verordnet wurde.

Nach viertägiger Debatte billigt der Deutsche Bundestag den Haushaltsentwurf für 1986. Er hat ein Volumen von 263,5 Mrd. DM. SPD und Grüne werfen der christlich-liberalen Bundesregierung vor, durch den Haushalt eine Umverteilung von unten nach oben durchsetzen zu wollen.

Unter Leitung von Bundestagspräsident Philipp Jenninger bereist erstmals nach zwölf Jahren wieder eine Delegation des Deutschen Bundestages die UdSSR.

Auf einer von 36 schwarzen Gewerkschaften beschickten Konferenz in Durban wird als neuer Dachverband der Congress of South African Trade Unions gegründet. Er ist die größte Organisation dieser Art in Südafrika.

In New York wird die Öffentlichkeit erstmals auf die künstliche Droge Crack aufmerksam.

30.11.1985, Samstag

Die Mannschaft der Wasserfreunde Spandau 04 Berlin gewinnt zum zweiten Mal nach 1982 den Europapokal der Landesmeister im Wasserball.