Was geschah im November 1986

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1.11.1986, Samstag

Bei einem Großbrand in dem Schweizer Chemiekonzern Sandoz in der Nähe von Basel gehen giftige Chemikalien in Flammen auf. Mit gefährlichen Stoffen versetztes Löschwasser, das in den Rhein gerät, verursacht eine Verseuchung des Flusswassers.

In der Bundesrepublik Deutschland tritt ein neues Abfallgesetz in Kraft. Damit sollen die Schadstoffe im Hausmüll drastisch verringert und die Abfallmengen erheblich abgebaut werden. Die Verwertung von Abfällen hat Vorrang vor der sonstigen Entsorgung erhalten, soweit sie technisch möglich und wirtschaftlich ist.

In Hannover startet das erste bundesdeutsche Pay-TV-Programm. Das private Abonnementfernsehen der “Teleclub GmbH” können Zuschauer gegen eine Anmeldegebühr von 75 DM und monatliche Zahlungen von 29 DM in ihrem Kabelnetz empfangen. Angeboten werden pro Monat zunächst 30 Spielfilme.

Mit einer Aufführung des Lessing-Lustspiels “Minna von Barnheim” wird das umfassend restaurierte Dresdner Schauspielhaus wiedereröffnet (Regie: Horst Schönemann; Hauptdarsteller: Regina Jeske und Hanns-Jörn Weber).

2.11.1986, Sonntag

Bei den Parlamentswahlen in Tunesien werden alle 125 Kandidaten der regierenden Sozialistischen Destour-Partei gewählt. Die Oppositionsparteien boykottieren die Wahlen, weil sie ihrer Ansicht nach nicht demokratisch ablaufen.

Offizieller Auftakt der SPD für den Bundestagswahlkampf ist ein von rd. 250 000 SPD-Anhängern besuchtes Deutschlandtreffen in Dortmund.

3.11.1986, Montag

Gegen Bußgeldzahlungen von mehr als 800 000 DM stellt die Frankfurter Staatsanwaltschaft die Verfahren gegen sechs verantwortliche Mitarbeiter der Dresdner Bank ein, die in die Parteispendenaffäre verwickelt waren.

Außenminister Joaquim Chissano wird als Nachfolger des verunglückten Samora Moises Machel vom Zentralkomitee der Einheitspartei FRELIMO zum Vorsitzenden und damit auch zum neuen Staatspräsidenten von Moçambique gewählt.

4.11.1986, Dienstag

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe erklärt in seinem sog. 4. Fernsehurteil das niedersächsische Rundfunkgesetz von 1984 in den Grundlinien für verfassungskonform, in einzelnen Bestimmungen jedoch für nichtig. Notwendig sei, so die Richter, dass auch bei privaten Rundfunkveranstaltern ein möglichst hohes Maß an Vielfalt gesichert bleibe. Sie betonen die besondere Bedeutung der öffentlich-rechtlichen Anstalten ARD und ZDF für die “Grundversorgung” mit Rundfunkangeboten.

Bei den Kongresswahlen in den USA erobern die Demokraten die 1980 verlorene Mehrheit im Senat zurück und bauen ihre bereits seit 1954 bestehende Mehrheit im Repräsentantenhaus aus. Bei den Gouverneurswahlen verzeichnen hingegen die Republikaner überraschende Gewinne, vor allem in den Südstaaten. 26 demokratische Senatoren stehen nunmehr 24 Republikanern gegenüber.

Die dritte Folgekonferenz der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) wird in Wien eröffnet. Am Rande der Konferenz treffen US-Außenminister George Shultz und sein sowjetischer Amtskollege Eduard Schewardnadse zusammen. Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher führt ein Gespräch mit seinem DDR-Amtskollegen Oskar Fischer.

5.11.1986, Mittwoch

Das Bundesverfassungsgericht entscheidet, dass der “Neue Heimat”-Untersuchungsausschuss des Bundestages nur mit bestimmten Einschränkungen Aufsichtsratsprotokolle der Gewerkschaftsholding BGAG einsehen darf.

Die Bundesregierung legt den Waldschadensbericht 1986 vor. Danach haben sich die Waldschäden ausgeweitet. Insgesamt 54% der bundesdeutschen Waldfläche sind geschädigt, 1985 waren es 52%. Bei der bislang als widerstandsfähig geltenden Eiche sind 61%, bei Tannen 83% der Bäume geschädigt.

In Bukarest endet die am 3. November eröffnete 42. Ministerpräsidententagung des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe (COMECON). Gebilligt wird ein “Komplexprogramm des wissenschaftlich-technischen Fortschritts bis zum Jahr 2000”, worin u.a. auch eine Erweiterung der Kernkraftwerkskapazitäten vorgesehen ist.

In Garching bei München wird das neue Max-Planck-Institut für Quantenoptik eröffnet.

6.11.1986, Donnerstag

Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) distanziert sich vor dem Deutschen Bundestag in Bonn von dem veröffentlichten Text des Interviews mit dem US-Magazin “Newsweek”, in dem er den sowjetischen Generalsekretär Michail Gorbatschow mit dem NS-Propagandaminister Joseph Goebbels verglichen hatte. Kohl ist jedoch nicht zu einer offiziellen Entschuldigung bereit. Daraufhin werden mehrere bereits vereinbarte Reisen und Einladungen von den Sowjets abgesagt.

Der britische Schatzkanzler Nigel Lawson legt den Haushaltsplan für 1987 und die Zieldaten bis 1990 vor. Für 1987 sieht der Haushalt Zuwächse in den Bereichen Bildung, Sozialversorgung, Wohnungsbau und staatlicher Gesundheitsdienst vor. Diese Wende in der Sparpolitik von Premierministerin Margaret Thatcher bewertet die oppositionelle Labour Party als Wahlgeschenk für die im Juni 1987 anstehenden Parlamentswahlen.

7.11.1986, Freitag

Der Deutsche Bundestag billigt ein Gesetz, das Opfern von Verbrechen mehr Rechte einräumt, sowie eine Änderung des zehn Jahre alten Bundesnaturschutzgesetzes, das damit dem Washingtoner Artenschutzabkommen zum Schutz von Tieren und Pflanzen angepaßt wird.

In der Tübinger Kunsthalle wird eine umfassende Toulouse-Lautrec-Retrospektive eröffnet (bis 15.03.1987).

8.11.1986, Samstag

In Venezuela wird rd. 600 km südöstlich der Hauptstadt Caracas am Caroni-Fluss das größte Wasserkraftwerk der Welt eingeweiht. Das nach 23 Jahren Bauzeit fertiggestellte Kraftwerk soll 1989 drei Viertel des Energiebedarfs von Venezuela decken. Mit einer Fläche von 4250 km² ist der Stausee doppelt so groß wie Luxemburg.

In Moskau stirbt Wjatscheslaw Michailowitsch Molotow im Alter von 96 Jahren. Molotow war lange Jahre einer der engsten Mitarbeiter von Josef W. Stalin, 1930-1941 Vorsitzender des Rats der Volkskommissare sowie 1939-1949 und erneut 1953-1956 Außenminister der Sowjetunion.

In Tirana endet der 9. Parteitag der Partei der Arbeit Albaniens (seit 3.11.). Der seit dem Tod von Enver Hoxha im Jahr 1985 als erster Parteisekretär amtierende Ramiz Alia wird in seiner Führungsrolle bestätigt.

Rd. 12 000 Atomkraftgegner demonstrieren in Hanau für den Ausstieg aus der Kernenergie und gegen die Hanauer Nuklearfirmen Nukem, Alkem und RBU.

9.11.1986, Sonntag

Bei den Bürgerschaftswahlen in Hamburg muss die SPD schwere Verluste hinnehmen und fällt hinter die CDU auf Platz zwei zurück.

Der ägyptische Ministerpräsident Ali Lutfi tritt nach Misserfolgen in der Wirtschaftspolitik zurück. Sein Nachfolger wird Atef Sidki.

Erstmals seit seinem Weggang 1985 inszeniert Peter Stein wieder an der Schaubühne in Berlin (West). Gespielt wird “Der haarige Affe” von Eugene O’Neill.

10.11.1986, Montag

SPD-Vorstandssprecher Wolfgang Clement erklärt nach der SPD-Wahlniederlage in Hamburg seinen Rücktritt (9.11.). Als Nachfolger wird am 17. November Günter Verheugen ernannt. Der frühere FDP-Politiker hatte am 29. September 1982 sein Amt als FDP-Generalsekretär aus Protest gegen die “Wende” in Bonn niedergelegt.

In Berlin (West) gründet die United States Information Agency (USIA), die bereits die Hörfunkanstalt RIAS Berlin betreibt, in Auftrag der US-Regierung die Fernsehanstalt RIAS-TV. Deutscher Intendant wird Peter Schiwy, bisher schon Leiter des RIAS-Hörfunks.

Die EG-Außenminister einigen sich in London auf Sanktionen gegen Syrien, das sie der Verwicklung in den internationalen Terrorismus beschuldigen. Grund für diese Maßnahmen sind die von Großbritannien vorgelegten Unterlagen über eine Verwicklung Syriens in den internationalen Terrorismus.

In Bangladesch wird das im März 1982 verhängte Kriegsrecht wieder aufgehoben. Staatschef Hussain Muhammad Ershad setzt zugleich die Verfassung wieder in Kraft.

11.11.1986, Dienstag

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entscheidet mit 4:4 Stimmen (wobei die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag gibt), dass Sitzblockaden vor militärischen Einrichtungen als Nötigung grundsätzlich strafbar sind. Damit werden sechs von sieben Verfassungsbeschwerden gegen die Urteile in Fällen von Sitzblockaden als unbegründet zurückgewiesen.

12.11.1986, Mittwoch

Der Berliner Brotfabrikant Horst Schiesser und der DGB einigen sich auf den Rückkauf von 98% der Geschäftsanteile der “Neuen Heimat” durch die Gewerkschaften. Die Banken hatten Schiesser für seine Sanierungspläne eine Absage erteilt. Der Rückkaufpreis beträgt gleichfalls 1 DM, allerdings verpflichten sich die Banken zur Zahlung einer Aufwandsentschädigung in Höhe von 14 Mio. DM an Schiesser. Der von Schiesser eingesetzte Geschäftsführer Jürgen Havenstein erhält eine Abfindung von 2 Mio. DM.

In Berlin (Ost) tauschen Experten beider deutscher Staaten Verzeichnisse kriegsbedingt ausgelagerter Archivbestände aus, die wieder an die ursprünglichen Aufbewahrungsorte zurückgebracht werden sollen.

In der ARD läuft der Vierteiler “Väter und Söhne” an, der die Geschichte der Firma I. G. Farben nachzeichnet (bis 23.11.). In einer der Hauptrollen ist der US-Filmstar Burt Lancaster zu sehen.

Bei den Weltmeisterschaften im Squash in Toulouse löst der Neuseeländer Ross Norman den Pakistani Jahangir Khan als Weltmeister ab. Khan war fünf Jahre lang ungeschlagen. Seit 1976 werden Squash-Weltmeisterschaften abgehalten, seit 1979 jedes Jahr.

13.11.1986, Donnerstag

US-Präsident Ronald Reagan gibt zu, dass die USA an den Iran “kleine Mengen von Defensivwaffen” geliefert haben. Reagan bestreitet jedoch entschieden, dass dies ein Lösegeld für die im Libanon von proiranischen Schiiten festgehaltenen US-Geiseln gewesen sei.

CDU und CSU veröffentlichen ihr gemeinsames Wahlprogramm für die Bundestagswahl 1987.

Der Deutsche Bundestag verabschiedet eine Novelle zum Asylverfahrensrecht. Davon verspricht sich die Bundesregierung vor allem eine Beschleunigung der langen Anerkennungsverfahren von Asylbewerbern.

14.11.1986, Freitag

Zahlreiche Sachverständige tragen vor dem Rechtsausschuss des Bundestages in Bonn verfassungsrechtliche Bedenken gegen die von der Regierungskoalition geplante sog. Kronzeugenregelung vor. Dennoch wird die Kronzeugenregelung, die Terroristen veranlassen soll, gegen ihre Mittäter unter Aussicht auf Straf-Erlass vor Gericht auszusagen, am 18. Mai 1988 von der Bundesregierung als Teil der Gesetzesvorlage zur Reform der Sicherheitsgesetze gebilligt (5.12.).

Der Deutsche Bundestag beschließt das 2. Vermögensbeteiligungsgesetz mit zusätzlichen Anreizen für die Arbeitnehmerbeteiligung am Produktivvermögen.

15.11.1986, Samstag

Bei den Parlaments- und Gouverneurswahlen in Brasilien erobern die Parteien der von Staatspräsident José Sarney geleiteten Regierung die absolute Mehrheit im Kongress und die Gouverneursposten in allen 23 Bundesstaaten.

In Guatemala-Stadt endet die am 9. November eröffnete 16. Jahrestagung der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS). In einer Rede bezeichnete US-Außenminister George Shultz den Anschlag auf den chilenischen Präsidenten Augusto Pinochet (7. 9.) als den sowjetisch-kubanischen Versuch, eine demokratische Entwicklung in Chile zu verhindern. In einer gegen die Stimme Chiles angenommenen Resolution werden die Regierungen Chiles und Boliviens aufgefordert, über einen Zugang Boliviens zum Atlantik zu verhandeln.

Die Deutsche Staatsoper Unter den Linden in Berlin (Ost) wird nach einer dreijährigen Renovierungspause mit Carl Maria von Webers Oper “Euryanthe” feierlich wiedereröffnet. Der Weber-Nachlass wird vom Urenkel des Komponisten, Hans-Jürgen Carl Maria Freiherr von Weber, an die Deutsche Staatsbibliothek in Berlin (Ost) übergeben. Dies ist zugleich der Auftakt für die Carl-Maria-von-Weber-Tage der DDR (bis 22.11.).

Manfred Nerlinger aus Neuaubing wird bei den Gewichtheber-Weltmeisterschaften in Sofia Weltmeister im Stoßen und Vizeweltmeister im Olympischen Zweikampf.

16.11.1986, Sonntag

Sachschaden in Millionenhöhe entsteht bei einem Bombenanschlag auf das IBM-Forschungszentrum in Heidelberg, zu dem sich eine “Kämpfende Einheit Hind Alameh” bekennt.

17.11.1986, Montag

Georges Besse, der Generaldirektor des französischen Automobilkonzerns Renault, wird in Paris vor seinem Haus von zwei jungen Frauen erschossen. Zu der Tat bekennt sich die “Action directe”.

18.11.1986, Dienstag

Die Aachener und Münchener Versicherungsgruppe erwirbt endgültig für 1,9 Mrd. DM die Aktienmehrheit der gewerkschaftseigenen Bank für Gemeinwirtschaft.

Papst Johannes Paul II. bricht zu einer 14-tägigen Reise auf. Die bisher längste Auslandsreise führt das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche nach Bangladesch, Singapur, auf die Fidschi-Inseln, nach Neuseeland und Australien sowie auf die Seychellen.

19.11.1986, Mittwoch

In Moskau endet die Herbsttagung des Obersten Sowjets. Das Parlament billigt ein Gesetz über “zulässige individuelle Arbeit auf privater Basis”. Es erlaubt weder eine volle private Erwerbstätigkeit noch die Gründung von Privatunternehmen, sondern will Rentnern, Hausfrauen, Behinderten, Studenten und Schulkindern das Recht auf einen legalen Zuverdienst eröffnen.

20.11.1986, Donnerstag

Der im Mai als Vorsitzender der Demokratischen Volkspartei Afghanistans abgelöste Babrak Karmal tritt auch als Staatspräsident des Landes zurück. Sein Nachfolger wird Mohammed Tschamkani, einer der bisherigen Vizepräsidenten.

Im Züricher Kunsthaus wird eine Ausstellung mit Werken des Malers Joan Miró eröffnet (bis 1. 2.).

21.11.1986, Freitag

Die Landesregierung von Schleswig-Holstein lehnt es ab, eine Studie über die Sicherheit der Kernkraftwerke rund um Hamburg zu veröffentlichen. Die zuvor bekanntgewordene Information, dass bei einer möglichen Kernschmelze in Krümmel und Brunsbüttel nach nur drei bis 21 Stunden das Containment brechen und Radioaktivität freigesetzt würde, wird bestätigt.

Auf dem Wahlparteitag der FDP in Mannheim (bis 22.11.) steht außer dem Programm für die Bundestagswahl die im Kabinett bereits mit der CDU/CSU ausgehandelte sog. Kronzeugenregelung zur Debatte. Der Parteitag entscheidet, dass lediglich Strafminderung, nicht jedoch – wie bisher verabredet – Straffreiheit für Mörder gelten soll.

22.11.1986, Samstag

Durch einen 7:6, 6:3, 6:2-Erfolg gegen Steffi Graf (Bundesrepublik Deutschland) sichert sich Martina Navratilova (USA) das “Masters”-Damen-Tennisturnier in New York.

Der erst 20-Jährige Mike Tyson (USA) schlägt im WBC-Schwergewichtsweltmeisterschaftskampf in Las Vegas den bisherigen Titelträger Trevor Berbick (Kanada) in der zweiten Runde k. o.

23.11.1986, Sonntag

Bei den Parlamentswahlen in Österreich kann die SPÖ trotz Stimmenverlusten ihre Position als stärkste Partei behaupten. Erstmals ziehen auch Grüne in das Parlament ein.

Nach Putschgerüchten entlässt die philippinische Präsidentin Corazon Aquino ihren Verteidigungsminister Juan Ponce Enrile und entscheidet damit den Machtkampf für sich.

24.11.1986, Montag

Der Sachverständigenrat zur Beurteilung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung legt sein Jahresgutachten vor. Danach ist für 1987 mit einem Anstieg des Bruttosozialprodukts um 2% und einem nur unwesentlichen Rückgang der Arbeitslosenzahlen zu rechnen; es wird eine Inflationsrate von 1% prognostiziert.

Das Bonner Bundesforschungsministerium veröffentlicht einen Bericht über die ökologische Situation der Nordsee. Demnach sind auf dem offenen Meer trotz erheblicher Einleitungen von Schadstoffen noch keine großräumigen Schäden aufgetreten, hingegen sei in Küstennähe – vor allem im Wattenmeer – der Zustand bedrohlich. Nach Angaben der Forscher konnte eine Zunahme von Fischkrankheiten festgestellt werden.

25.11.1986, Dienstag

US-Sicherheitsberater John Poindexter tritt wegen der Affäre um das geheime Waffengeschäft mit dem Iran zurück.

In Noumea (Neukaledonien) wird ein Umweltschutzabkommen von zwölf unabhängigen Pazifikinseln sowie Neuseeland, Australien, Frankreich und den USA unterzeichnet. Der Vertrag verbietet u.a. die Versenkung radioaktiver Abfälle im Meer. Das geschützte Gebiet umfasst eine 200-Seemeilen-Zone um jede Insel.

26.11.1986, Mittwoch

Gegen die Howaldtwerke-Deutsche Werft AG wird ermittelt, weil sie Konstruktionspläne für U-Boote verbotenerweise an Südafrika verkauft haben soll.

Die beiden Jordanier Ahmed Hasi und Faruk Salameh werden in Berlin (West) wegen eines Bombenanschlags auf die Deutsch-arabische Gesellschaft in Berlin (West) zu 14 bzw. 13 Jahren Haft verurteilt.

27.11.1986, Donnerstag

Die britische Regierung beschließt die Verstärkung der Militärs im Persischen Golf, um ihre Handelsschiffe vor Angriffen der kriegführenden Staaten Iran und Irak zu schützen.

Das internationale Satellitenprogramm “Europa TV”, an dem neben Rundfunkanstalten aus den Niederlanden, Italien, Irland und Portugal auch die ARD beteiligt ist, muss den Sendebetrieb einstellen.

28.11.1986, Freitag

Der Bundestag in Bonn nimmt nach viertägiger Debatte den Haushalt 1987 an. Er hat ein Volumen von 268,5 Mrd. DM und eine Neuverschuldung von 22,3 Mrd. DM.

Das frühere RAF-Mitglied Peter-Jürgen Boock wird im Revisionsprozess vom Stuttgarter Oberlandesgericht wiederum zu lebenslänglich verurteilt.

Trotz der Kritik im In- und Ausland überschreiten die USA bewusst die Grenzen des SALT-II-Vertrages (27. 5.) und stellen den 131. mit Marschflugkörpern bestückten B-52-Bomber in Dienst.

Franz Beckenbauer erklärt seine Absicht, bis 1990 Teamchef der Fußballnationalmannschaft zu bleiben. Der 103malige Nationalspieler betreut seit 1984 die bundesdeutsche Elf.

29.11.1986, Samstag

In Frankfurt am Main billigt die IG Metall die Forderung nach der 35-Stunden-Woche als zentrales Ziel der kommenden Tarifverhandlungen. Das Ziel, weitere Arbeitszeitverkürzungen durchzusetzen, zählt zu den wichtigsten Anliegen des neuen IG-Metall-Bundesvorsitzenden Franz Steinkühler.

30.11.1986, Sonntag

Im indischen Bundesstaat Punjab ermorden militante Sikhs 24 Hindus. Das Massaker verursacht schwere Unruhen im ganzen Land.

In Davenport (Iowa) stirbt 82jährig der US-amerikanische Schauspieler englischer Herkunft Cary Grant (eigtl. Archibald Alexander Leach).