Was geschah im November 1988

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1.11.1988, Dienstag

Zum ersten Mal seit über elf Jahren treffen die Oberkommandierenden der US-amerikanischen und sowjetischen Streitkräfte in Deutschland, General Crosbie E. Saint und General Boris Snetkow, im sowjetischen Hauptquartier in Wünsdorf bei Berlin zusammen.

Bundeskanzler Helmut Kohl und der französische Staatspräsident François Mitterrand werden für ihre Verdienste um die europäische Einigung mit dem Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet.

Bei den israelischen Parlamentswahlen wird der Likud-Block von Premierminister Yitzhak Schamir mit 40 von 120 Sitzen stärkste Partei. Die orthodoxen religiösen Splitterparteien steigern ihre Mandatszahl in der Knesset um 50% und stellen 18 Abgeordnete.

2.11.1988, Mittwoch

In Berlin (Ost) spricht sich DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker anlässlich des Besuchs des luxemburgischen Außenministers Jacques Poos für weitere Abrüstungsmaßnahmen der beiden Militärblöcke NATO und Warschauer Pakt aus.

Die britische Premierministerin Margaret Thatcher trifft zu einem dreitägigen Staatsbesuch in Polen ein. In einer Erklärung bezeichnet sie die “Gewährung politischer Freiheiten in Polen” als “unabdingbare Voraussetzung” für die Vertiefung der bilateralen Beziehungen. Am nächsten Tag kommt Thatcher auf der Danziger Lenin-Werft mit dem Führer der Solidarität, Lech Walesa, zu einem Meinungsaustausch zusammen.

Nach dreijährigen Verhandlungen unterzeichnen die Umweltminister von 26 Staaten in der bulgarischen Hauptstadt Sofia ein Protokoll über die Begrenzung der Stickstoffoxidemission. Zur Bekämpfung des Waldsterbens, des sauren Regens und des sog. Treibhauseffekts (Aufheizung der Erdatmosphäre) soll u.a. bleifreies Benzin für Kraftfahrzeuge flächendeckend eingeführt werden.

3.11.1988, Donnerstag

In einem Referendum spricht sich die Mehrheit der algerischen Bevölkerung für die nach schweren Unruhen von der Regierung angekündigten politischen Reformen aus.

Tamilische Separatisten unternehmen auf den Malediven einen Putschversuch. Staatspräsident Maumoon Abdul Gayoom flüchtet aus der Hauptstadt Malé und bittet das Ausland um Hilfe. Noch am Abend landen 1600 indische Fallschirmjäger auf der Hauptinsel und schlagen die Rebellion nieder. Dabei kommen 25 Menschen ums Leben.

In Rom beschließt das italienische Parlament eine Gesetzesänderung, durch die der Drogenkonsum in Italien künftig unter Strafe gestellt wird. Bisher waren Besitz und Konsum geringer Rauschgiftmengen straffrei.

Der Unternehmer und mehrfache Olympiasieger im Dressurreiten, Josef Neckermann, tritt nach 21-Jähriger Tätigkeit als Vorsitzender der Deutschen Sporthilfe zurück. Nachfolger des 76-Jährigen ist Willi Daume, Präsident des Nationalen Olympischen Komitees der Bundesrepublik Deutschland.

4.11.1988, Freitag

Unter starkem Polizeischutz findet am Wiener Burgtheater die Uraufführung des umstrittenen Stückes “Heldenplatz” des österreichischen Dramatikers Thomas Bernhard statt.

5.11.1988, Samstag

In Berlin (Ost) wird der 62-Jährige Manfred Ewald als Präsident des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) der DDR von dem bisherigen Vizepräsidenten Klaus Eischler abgelöst. Ewald stand dem Sportbund seit 1961 vor und war in dieser Funktion maßgeblich am Aufstieg der DDR-Sportler zur internationalen Spitze beteiligt.

6.11.1988, Sonntag

Ein Erdbeben der Stärke 7,6 auf der Richter-Skala in der südchinesischen Provinz Yünnan fordert über 900 Todesopfer. Die Naturkatastrophe zerstört mehr als 50 000 Häuser. Wegen der Zerstörung von Straßen, Brücken und Eisenbahnstrecken ist das betroffene Gebiet tagelang nur mit Hubschraubern zu erreichen.

In Berlin (West) treffen auf Initiative der SPD sozialdemokratische Regierungschefs und Parteiführer aus den Mitgliedsstaaten der Wirtschaftsräume EG und EFTA zusammen. Die Teilnehmer sprechen sich u.a. für eine verstärkte Zusammenarbeit mit den im RGW vertretenen kommunistischen Staaten aus.

Seine erste Auslandsreise seit 30 Jahren führt den sowjetischen Regimekritiker und Friedensnobelpreisträger Andrei Sacharow nach New York. Sacharow war erst 1986 nach jahrelanger Verbannung und Hausarrest nach Moskau zurückgekehrt.

7.11.1988, Montag

Die Bundesregierung beschließt zusätzliche Subventionen in Milliardenhöhe für den Bau des europäischen Großraumflugzeuges Airbus. Damit wird die Voraussetzung für die Übernahme des MBB-Konzerns durch die Daimler-Benz AG geschaffen.

8.11.1988, Dienstag

Bei den Präsidentschaftswahlen in den USA erreicht der Kandidat der Republikanischen Partei, George Bush, die Mehrheit der abgegebenen Stimmen und wird damit der 41. Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten.

Auf einer Konferenz der 14 im Europaparlament vertretenen christdemokratischen Parteien in Luxemburg fordern die Teilnehmer, unter ihnen der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl, die europäische Einigung bis zum Jahr 2000. Voraussetzung dafür sei, so Kohl, die Überwindung des “nationalen Egoismus”.

9.11.1988, Mittwoch

Mit dem Austausch von Botschaftern nehmen Großbritannien und der Iran wieder ihre diplomatischen Beziehungen auf, die 1980 wegen des Golfkrieges zwischen Iran und Irak abgebrochen worden waren.

Zum 70. Jahrestag der Novemberrevolution, die nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg den Zusammenbruch des deutschen Kaiserreiches einleitete, veranstaltet die Nationale Volksarmee der DDR in Berlin (Ost) in Anwesenheit von Mitgliedern der Staats- und Parteiführung eine Militärparade.

In beiden Teilen Berlins finden anlässlich der 50. Wiederkehr der von den Nationalsozialisten initiierten Pogrome (“Reichskristallnacht”) Gedenkveranstaltungen statt.

10.11.1988, Donnerstag

In Hamburg endet nach viertägiger Dauer der internationale Kongress “Klima und Entwicklung”. 250 Wissenschaftler debattierten auf der Veranstaltung über die drohende Klimakatastrophe und Möglichkeiten, diese zu verhindern.

11.11.1988, Freitag

Nach seiner Niederlage bei der Wahl zum Landesvorsitzenden der CDU in Koblenz erklärt der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Bernhard Vogel seinen Rücktritt.

Bundestagspräsident Philipp Jenninger legt sein Amt nieder. Der CDU-Politiker zieht damit die Konsequenz aus der Kritik an einer Rede, die er am Vortag anlässlich des 50. Jahrestags der sog. Reichskristallnacht, des Beginns der Judenverfolgung im Dritten Reich, gehalten hatte.

12.11.1988, Samstag

Bundeskanzler Helmut Kohl trifft in New York zu einem fünftägigen Staatsbesuch der Vereinigten Staaten ein. Im Mittelpunkt stehen Gespräche mit dem neugewählten US-Präsidenten George Bush sowie eine Rede zum 80. Geburtstag des Leiters des jüdischen Dokumentationszentrums in Wien, Simon Wiesenthal.

Die Bundesregierung billigt trotz scharfer Kritik einiger Bundesländer den von Finanzminister Gerhard Stoltenberg (CDU) vorgelegten Gesetzentwurf zur Finanzhilfe für strukturschwache Länder. Baden-Württemberg und Hessen werden als einzige Bundesländer kein Geld aus dem 2,45-Mrd.-DM-Fonds erhalten.

13.11.1988, Sonntag

In Hamburg kommen Vertreter der 16 Mitgliedsstaaten des westlichen Verteidigungsbündnisses NATO zu ihrer Herbsttagung zusammen. Der NATO-Oberbefehlshaber für Europa, US-General John Galvin, warnt in einer Rede vor einseitigen Abrüstungsmaßnahmen, da trotz der Moskauer Reformpolitik die sowjetische Bedrohung weiter bestehe.

Der französische Automobilrennfahrer Alain Prost gewinnt in Adelaide auf McLaren den Großen Preis von Australien.

14.11.1988, Montag

Bundesarbeitsminister Norbert Blüm legt in Bonn dem Bundestag seinen Gesetzesentwurf zur sog. Gesundheitsreform vor.

15.11.1988, Dienstag

In Algier (Algerien) proklamiert der Palästinensische Nationalrat einen unabhängigen Staat der Palästinenser in den von Israel besetzten Gebieten.

Die sowjetische Raumfähre “Buran” (Schneesturm) landet nach ihrem zweitägigen unbemannten Jungfernflug auf einer Betonpiste des Raumfahrtzentrums Baikonur (Kasachstan). Die für eine Besatzung von zehn Kosmonauten und 100 t Nutzlast ausgelegte Fähre wird von einer zweistufigen Trägerrakete in eine Erdumlaufbahn gebracht und soll in den kommenden Jahren zum Bau einer Raumstation genutzt werden.

16.11.1988, Mittwoch

Auf der 83. Sitzung des Europarates in Straßburg (Frankreich) wird San Marino als 22. Mitglied in die Staatenorganisation aufgenommen.

Die Umweltminister des Nordischen Rates beschließen in Helsingör (Dänemark) Maßnahmen gegen die Meeresverschmutzung. Die Verunreinigung der Gewässer soll bis 1995 um 50% verringert werden.

In Tokio billigt das japanische Unterhaus den Regierungsentwurf zur Steuerreform. Danach wird erstmals ab April 1989 auf alle Güter und Dienstleistungen eine 3%ige Mehrwertsteuer erhoben. Die Einnahmen sollen das Haushaltsdefizit ausgleichen.

17.11.1988, Donnerstag

Aus den ersten freien Wahlen in Pakistan seit 1977 geht die Pakistanische Volkspartei (PPP) unter Benazir Bhutto als Siegerin hervor.

Für umgerechnet 3,15 Mio. DM versteigert das Londoner Auktionshaus Sotheby’s das Originalmanuskript von Franz Kafkas Romanfragment “Der Prozess”. Erwerber ist das Deutsche Literaturarchiv in Marbach.

Die Umweltminister der Wattenmeerländer Dänemark, Niederlande und Bundesrepublik vereinbaren anlässlich einer Konferenz in Bonn ein Regionalabkommen zum Schutz der Seehunde. Durch die Sanierung der großen Flüsse, die ins Wattenmeer münden, soll angesichts der jährlich in den Sommermonaten stattfindenden Algenflut und des massenhaften Seehundsterbens das Wattenmeer vor der ökologischen Katastrophe bewahrt werden.

Der estnische Oberste Sowjet verabschiedet in Riga eine Proklamation der “Souveränität Estlands” innerhalb der UdSSR. Die sowjetische Staatsführung erklärt den estnischen Beschluss für ungültig, da die Republiken ihre Zugehörigkeit zur UdSSR nicht einseitig beenden dürften.

In Berlin (Ost) trifft der rumänische Staats- und Parteichef Nicolae Ceausescu zu einem Meinungsaustausch mit seinem Amtskollegen Erich Honecker zusammen. Die Parteiführer stellen in einem Kommuniqué völlige Übereinstimmung in ihrer Meinung zur Gestaltung des Sozialismus fest. Als Reaktion darauf kommen im Bezirk Prenzlauer Berg mehr als 7000 Menschen zu einer Protestdemonstration zusammen.

18.11.1988, Freitag

In Washington trifft die britische Premierministerin Margaret Thatcher zu einem Staatsbesuch ein. Sie ist der letzte offizielle Staatsgast von Präsident Ronald Reagan, dessen Amtszeit im Januar endet.

Als Nachfolgerin von Hans Maier wird die CDU-Politikerin Rita Waschbüsch zur Vorsitzenden des Zentralkomitees der deutschen Katholiken gewählt. Sie übernimmt als erste Frau diese Position.

19.11.1988, Samstag

In München wählt der 52. Parteitag der CSU Theo Waigel zum Vorsitzenden. Der bisherige Chef der CSU-Landesgruppe in Bonn tritt die Nachfolge des am 3. Oktober verstorbenen Franz Josef Strauß an.

Die ungarische Partei der Kleinlandwirte, die bei den letzten freien Wahlen im Jahr 1948 die absolute Mehrheit erreicht hatte und nach der Machtübernahme der Kommunisten aufgelöst wurde, gründet sich in Budapest neu.

Das DDR-Postministerium untersagt den Vertrieb der sowjetischen Zeitschrift “Sputnik”. Die Zeitschrift, die in den letzten Monaten systemkritische Beiträge veröffentlicht hatte, ist damit in der DDR nicht mehr zu erwerben.

20.11.1988, Sonntag

Nach heftiger öffentlicher Kritik am Polizeieinsatz beim Gladbecker Geiseldrama tritt Bremens Innensenator Bernd Meyer (SPD) von seinem Amt zurück. Nachfolger wird der Sozialdemokrat Peter Sakuth.

Bundespräsident Richard von Weizsäcker trifft in Bulgarien zu einem offiziellen Staatsbesuch ein.

21.11.1988, Montag

Bei den Parlamentswahlen in Kanada kann die regierende konservative Partei von Premierminister Brian Mulroney ihre Mehrheit trotz starker Stimmenverluste behaupten.

Der Vorstandsvorsitzende der gewerkschaftseigenen co op AG, Bernd Otto, tritt nach Berichten über Unregelmäßigkeiten an der Firmenspitze und hohe Verschuldungen des Unternehmens von seinem Amt zurück.

22.11.1988, Dienstag

Vor dem Londoner Unterhaus hält die britische Königin Elisabeth II. die traditionelle Thronrede, in der u.a. neue Gesetzesvorlagen der Regierung angekündigt werden. Schwerpunkte der Politik von Premierministerin Thatcher werden die Privatisierung von Versorgungsunternehmen sowie die parlamentarische Kontrolle der Geheimdienste MI 5 und MI 6 sein.

Die US-Luftwaffe präsentiert auf dem Luftwaffenstützpunkt Edwards (Kalifornien) erstmals den neuentwickelten “Tarnkappenbomber” F-117 A. Der Bomber, von dem die Streitkräfte 132 Exemplare zum Stückpreis von 500 Mio. US-Dollar (900 Mio. DM) anschaffen wollen, soll vom Radar unentdeckt in den feindlichen Luftraum eindringen können.

An der Frankfurter Börse werden die Aktien der wegen undurchsichtigem Finanzgebaren in die Schlagzeilen geratenen Handelsgesellschaft co op ausgesetzt.

23.11.1988, Mittwoch

In einer vom staatlichen Fernsehen ausgestrahlten Sendung gesteht der frühere südkoreanische Staatspräsident Chun Doo Hwan Korruption und Amtsmissbrauch während seiner Regierungszeit. Der Politiker übernimmt u.a. die Verantwortung für ein 1980 von Sicherheitskräften an Regimegegnern verübtes Massaker in der Stadt Kwangju, wo mehrere hundert Menschen getötet worden waren.

Der südafrikanische Staatspräsident Pieter Willem Botha begnadigt nach internationalen Protesten sechs schwarze Bürgerrechtler, die 1985 aufgrund zweifelhafter Indizien nach dem Mord am weißen Vizebürgermeister der Stadt Sharpville zum Tode verurteilt worden waren.

24.11.1988, Donnerstag

Mit den Stimmen der Koalitionsparteien CDU/CSU und FDP verabschiedet der Deutsche Bundestag in Bonn den Haushaltsplan für 1989. Mit einem Gesamtvolumen von 290,255 Mrd. DM steigt der Etat gegenüber dem Vorjahr um 5,4%.

Das ungarische Parlament in Budapest wählt Miklós Németh zum neuen Ministerpräsidenten. Der als Reformer geltende Wirtschaftsfachmann tritt die Nachfolge von Károly Grósz an, der sich nach offiziellen Angaben aus gesundheitlichen Gründen nur noch auf die Arbeit in der Kommunistischen Partei konzentrieren will.

Auf Vermittlung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) findet an der iranisch-irakischen Grenze der erste Gefangenenaustausch zwischen den Golfkriegsgegnern statt. 52 irakische und 19 iranische Kriegsgefangene, alle z.T. schwer verwundet, kehren nach jahrelanger Lagerhaft in ihre Heimatländer zurück.

25.11.1988, Freitag

Zur Nachfolgerin des am 11. November zurückgetretenen Parlamentspräsidenten Philipp Jenninger wählt der Deutsche Bundestag Rita Süssmuth.

Mit den Stimmen der Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP verabschiedet der Deutsche Bundestag in Bonn das Gesetz zur sog. Gesundheitsreform.

In Brüssel einigen sich die Umweltminister der Europäischen Gemeinschaft nach sechsjährigen Verhandlungen auf ein gesetzliches Verbot der Dünnsäureverklappung im Meer. Ab dem Jahr 1990 dürfen die giftigen Abfallstoffe aus der Titandioxidproduktion nicht mehr auf hoher See abgekippt werden.

US-Präsident Ronald Reagan lehnt durch Unterschriftsverweigerung ein vom Kongress in Washington verabschiedetes Gesetz zur Einschränkung von Lobby-Aktivitäten ehemaliger Parlamentsmitglieder und Regierungsbeamten ab. Der scheidende Präsident kritisiert das Gesetz als überzogen und unausgewogen.

26.11.1988, Samstag

Die US-Behörden verweigern dem Führer der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO, Jasir Arafat, die Einreise in die Vereinigten Staaten. Arafat gilt als in den USA “unerwünschte Person”.

Den erstmals vergebenen Europäischen Filmpreis “Felix” erhält in Berlin (West) der polnische Regisseur Krysztof Kieslowski für den Streifen “Kurzer Film über das Töten”.

In Baden-Baden wählen die bundesdeutschen Sportjournalisten die Tennisspielerin Steffi Graf, den Schwimmer Michael Groß und die Besatzung des bundesdeutschen Ruder-Achters zu “Sportlern des Jahres”.

27.11.1988, Sonntag

Anlässlich eines dreitägigen Staatsbesuches im Iran führt Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher in Teheran Gespräche über den Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen. Er wird von 80 Vertretern der deutschen Industrie begleitet.

28.11.1988, Montag

In Moskau billigt das Zentralkomitee der KPdSU eine von Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow vorgeschlagene Verfassungsänderung, die eine Direktwahl der Abgeordneten zum Kongress der Volksdeputierten vorsieht. Bislang wurden die Abgeordneten des sowjetischen Parlaments über eine von den Bürgern lediglich zu bestätigende Einheitsliste der kommunistischen Partei bestimmt.

29.11.1988, Dienstag

Nachfolgerin der zur Bundestagspräsidentin ernannten Rita Süssmuth (CDU) im Amt der Ministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit wird die 58-Jährige CDU-Politikerin Ursula Lehr.

Anlässlich eines Staatsbesuchs in Argentinien unterzeichnet der brasilianische Präsident José Sarney in Buenos Aires mit seinem Amtskollegen Raúl Alfonsín einen Vertrag über Integration und staatliche Zusammenarbeit beider Länder nach dem Vorbild der Europäischen Gemeinschaft (EG). Langfristig ist eine gemeinsame Wirtschaftszone geplant, die vom Äquator bis zur Antarktis reichen würde.

30.11.1988, Mittwoch

Zum ersten Mal seit Verhängung des Kriegsrechts in Polen (1981) darf der Chef der verbotenen Gewerkschaft Solidarität, Lech Walesa, im staatlichen Fernsehen auftreten. Im Mittelpunkt der Sendung steht ein Streitgespräch mit dem Vorsitzenden der offiziellen Gewerkschaft, Alfred Miodwicz.

Chroniknet