Was geschah im November 1989

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1.11.1989, Mittwoch

Der Westberliner Innensenator Erich Pätzold setzt entsprechend einem Beschluss der Innenministerkonferenz einen Erlass in Kraft, wonach abgelehnte Asylbewerber aus Ostblockstaaten, die nach dem 1. Mai eingereist sind, die Stadt verlassen müssen.

Die hessische Regierung beruft den Journalisten Ilja Weiss zum ersten Tierschutzbeauftragten eines Bundeslandes.

Der nicaraguanische Präsident Daniel Ortega kündigt den vor 19 Monaten einseitig erklärten Waffenstillstand mit den Contra-Rebellen auf. Zuvor hatten sich Guerilla und Armee-Einheiten wiederholt Gefechte geliefert. Bilaterale Verhandlungen in den USA werden am 21. November ergebnislos abgebrochen.

2.11.1989, Donnerstag

Die bekannteste kolumbianische Guerillaorganisation, die linksgerichtete M 19, schließt ein Friedensabkommen mit der Regierung. Es sieht die Umwandlung der Gruppierung in eine legale politische Partei vor.

Der prominente Bundestagsabgeordnete der Grünen Otto Schily tritt aus seiner Partei aus.

Der weltweit zweitgrößte Automobilhersteller, das US-amerikanische Unternehmen Ford Motor Co., übernimmt den traditionsreichen britischen Autobauer Jaguar.

3.11.1989, Freitag

Aus Protest gegen die Ermordung einer Richterin treten die 25 000 Justizangestellten in Kolumbien in einen unbefristeten Streik. Sie fordern wirksamen Schutz vor Attentaten der Kokain-Mafia.

Die polnische Regierung streicht die staatlichen Subventionen für Parteien. Am 1. Januar 1990 sollen auch alle Steuervorteile für parteieigene Unternehmen abgeschafft werden. Der Staat erstattet dann nur noch Wahlkampfkosten.

In einer Fernsehansprache teilt Egon Krenz, Staats- und Parteichef der DDR, Grundzüge seines Aktionsprogramms mit. Vorgesehen sind u.a. die Errichtung eines Verfassungsgerichtshofes und eines Verwaltungsgerichts, die Einführung eines zivilen Ersatzdienstes sowie grundsätzliche Reformen in der Wirtschafts- und Bildungspolitik.

Die Ostberliner Regierung beschließt, dass DDR-Bürger das Land ohne irgendwelche Formalitäten über das Gebiet der Tschechoslowakei verlassen können. In den nächsten beiden Tagen machen weit über 10 000 Menschen von dieser Möglichkeit Gebrauch.

Für Athen wird wegen Smog ein totales Fahrverbot verhängt. Schulen und Kindergärten bleiben geschlossen.

Die ostsibirische Eisenbahnlinie Baikal-Amur-Magistrale wird für den Verkehr freigegeben. Sie verkürzt die Strecke zwischen dem europäischen und dem ostasiatischen Teil der Sowjetunion um 600 km und soll die Transsibirische Eisenbahn entlasten.

4.11.1989, Samstag

Auf der bisher größten Kundgebung in der DDR demonstrieren in Ost-Berlin eine Million Menschen für demokratische Reformen und gegen das Machtmonopol der SED.

Das litauische Parlament verabschiedet ein Gesetz zur Staatsbürgerschaft, nach dem neu zuziehende Russen künftig zehn Jahre auf ihre Einbürgerung warten müssen. Außerdem werden Volksabstimmungen über wichtige Fragen der Republik zugelassen.

5.11.1989, Sonntag

Der aus Russland stammende Pianist Vladimir Horowitz, einer der bedeutendsten Interpreten des 20. Jahrhunderts, stirbt im Alter von 86 Jahren in New York.

Die Regierung des Schweizer Kantons Zürich beschließt, den Konsum sog. weicher Drogen zu legalisieren. Die Entscheidung muss noch in einer Volksabstimmung bestätigt werden.

Bei den Parlamentswahlen in Griechenland erreicht keine Partei die absolute Mehrheit. Am 21. November bildet Xenofon Zolotas eine Übergangsregierung, an der alle Parteien beteiligt sind.

6.11.1989, Montag

Bei den Wahlen zur Verfassunggebenden Versammlung in Namibia erhält die Befreiungsbewegung SWAPO 57% der Stimmen.

Die Regierungskoalition in Bonn beschließt, bis 1994 8 Mrd. DM für den Bau von Sozialwohnungen auszugeben. Das ist fast doppelt soviel, wie zunächst geplant.

Zum ersten Mal in der Geschichte der USA wird mit dem Demokraten Douglas Wilder in Virginia eine Schwarzer zum Gouverneur eines Bundesstaates gewählt. Sein Parteifreund David Dinkins wird erster schwarzer Bürgermeister von New York.

In Moskau wird der 72. Jahrestag der Oktoberrevolution mit einer kurzen Militärparade offiziell gefeiert. Erstmals finden in Moskau und anderen Städten der UdSSR friedliche Gegendemonstrationen statt.

In Canberra gründen zwölf Staaten ein Wirtschaftsforum für den asiatisch-pazifischen Raum.

8.11.1989, Mittwoch

Bei den ersten Parlamentswahlen in Jordanien seit 1967 gewinnen die islamischen Gruppierungen 31 der 80 Parlamentssitze.

Das Zentralkomitee der SED wählt in Ost-Berlin ein neues Politbüro.

Der hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel stoppt mit einer Eilentscheidung die geplante gentechnische Produktion von Humaninsulin bei Hoechst.

Die England-Fähre “Hamburg” kollidiert 16 km südlich von Helgoland mit dem Containerfrachter “Nordic Stream”. Drei Fährpassagiere kommen ums Leben.

9.11.1989, Donnerstag

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Tagesschau vom 9. November 1989, Mauerfall

Das Bundeskabinett genehmigt den Waldschadensbericht 1989. Danach sind nur noch 47,1% der Waldflächen ohne Schäden. 15,9% weisen mittlere und starke Schäden auf, 37% leichte Schäden. Besonders problematisch ist die Situation in Baden-Württemberg.

Der Bundestag verabschiedet die Reformgesetze zur Rentenversicherung und Beamtenversorgung. Die Renten werden an die Entwicklung der Nettolöhne gekoppelt, die Altersgrenze schrittweise auf 65 Jahre angehoben. Beamte erhalten erst nach 40 Jahren die Höchstversorgung.

Die DDR öffnet die Grenzen zur Bundesrepublik Deutschland und nach West-Berlin.

Chinas Spitzenpolitiker Deng Xiaoping tritt als Vorsitzender der Militärkommission des Zentralkomitees der KPCh zurück und gibt damit sein letztes Parteiamt auf.

Bundeskanzler Helmut Kohl trifft zu einem sechstägigen Besuch in Warschau ein.

10.11.1989, Freitag

Der bulgarische Parteichef Todor Schiwkow wird von Petar Mladenow als KP-Vorsitzender abgelöst.

11.11.1989, Samstag

In El Salvador starten linksgerichtete Rebellen eine Großoffensive, die sich rasch fast auf das ganze Land ausdehnt. Erstmals im zehnjährigen Bürgerkrieg ist auch die Hauptstadt umkämpft. Die Regierung ruft am 13. November den Ausnahmezustand aus.

Der Pianist Vladimir Ashkenazy tritt erstmals seit seiner Ausbürgerung 1963 wieder in der Sowjetunion auf. Der Erlös des Moskauer Konzerts ist für den Wiederaufbau Armeniens bestimmt.

Volksfeststimmung in Berlin, Staus an den innerdeutschen Grenzkontrollstellen sowie mit DDR-Bürgern überfüllte Innenstädte in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hessen und Bayern kennzeichnen das erste Wochenende nach der Öffnung der DDR-Grenzen.

12.11.1989, Sonntag

Auf Kundgebungen in rund 150 Städten der USA demonstrieren mehr als 1 Mio. Menschen für die Beibehaltung des legalen Schwangerschaftsabbruchs.

13.11.1989, Montag

In einem Krankenhaus im schweizerischen Grabs stirbt Fürst Franz Josef II. von Liechtenstein nach 51-Jähriger Regierungszeit im Alter von 83 Jahren. Nachfolger wird sein Sohn Fürst Hans Adam II.

In der ersten geheimen Abstimmung in der DDR-Volkskammer wählt das Parlament den Vorsitzenden der Demokratischen Bauernpartei, Günther Maleuda, zu ihrem Präsidenten. Es bestätigt außerdem Hans Modrow als Ministerpräsidenten.

Im Europäischen Labor für Teilchenphysik in Genf wird der weltweit größte Teilchenbeschleuniger LEP eingeweiht.

Das Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” veröffentlicht einen bislang geheimgehaltenen Bericht über die Verschmutzung der Elbe durch Industriebetriebe und Kommunen in der DDR.

Regierungstruppen töten in Sri Lanka die drei Führer der singhalesischen Befreiungsfront.

14.11.1989, Dienstag

Der Oberste Sowjet der UdSSR verabschiedet nach heftigen Debatten eine Erklärung zur “vollen politischen Rehabilitierung” der Russlanddeutschen und anderer in der Stalinzeit deportierter Völker. Den Umgesiedelten wird die “unbedingte Wiedereinsetzung ihrer Rechte” zugesagt.

15.11.1989, Mittwoch

Durch einen 2:1-Sieg über Wales schafft die bundesdeutsche Fußballauswahl in Köln die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1990 in Italien.

Mit Lech Walesa spricht erstmals seit 1824 wieder ein Privatmann vor beiden Kammern des US-amerikanischen Parlaments. Der polnische Gewerkschaftsführer appelliert an die USA, “in die Freiheit zu investieren, in die Demokratie und den Frieden”.

16.11.1989, Donnerstag

In seiner Regierungserklärung vor dem Bundestag sagt Kanzler Helmut Kohl der DDR wirtschaftliche Hilfe zu, macht diese aber von einem grundlegenden Wandel des politischen und wirtschaftlichen Systems abhängig.

Bundesverkehrsminister Friedrich Zimmermann gibt bekannt, dass vom 1. Januar 1990 an ein Nachtfahrverbot für österreichische Lkw in der Bundesrepublik gelte. Eine entsprechende Regelung gibt es ab 1. Dezember in Österreich.

17.11.1989, Freitag

Nach Schlägereien zwischen Rechts- und Linksradikalen in Göttingen wird eine 24-Jährige Studentin auf einer Hauptverkehrsstraße von einem Auto erfasst und getötet. Die den sog. Autonomen zugerechnete Frau wollte vor der eingreifenden Polizei flüchten. Bei einer Protestdemonstration von etwa 15 000 Menschen wegen des Todesfalls kommt es am 25. November zu schweren Krawallen.

Auf dem CSU-Parteitag in München wird Theo Waigel mit 946 von 975 Stimmen als Parteivorsitzender bestätigt.

18.11.1989, Samstag

Die DDR-Volkskammer setzt einen “Untersuchungsausschuss Amtsmissbrauch” ein. In den folgenden Wochen häufen sich Presseberichte über Privilegien früherer SED-Funktionäre, denen u.a. Luxusvillen mit westlicher Ausstattung zur Verfügung gestellt worden seien.

Der 76-Jährige Willi Daume wird in Frankfurt am Main zum siebenten Mal zum Präsidenten des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) gewählt. Daume amtiert seit 1961.

Die Fluggesellschaften Pan American und Aeroflot, der Hotelkonzern Sheraton und der Moskauer Stadtrat unterzeichnen einen Vertrag über den Bau des ersten US-amerikanischen Luxushotels in der Sowjetunion.

Auf Einladung des französischen Präsidenten François Mitterrand findet in Paris ein informeller EG-Sondergipfel statt, der sich mit der Entwicklung in Osteuropa befasst.

Im Finale des Masters-Turniers der Tennisprofis in New York bezwingt die Brühlerin Steffi Graf in drei Sätzen Martina Navratilova (USA).

19.11.1989, Sonntag

Nach mehr als 44-Jähriger Unterbrechung gibt es zwischen Hitzacker auf bundesdeutscher und Brandstade/Herrenhof auf DDR-Seite wieder eine Fährverbindung über die Elbe.

Auf einem Perspektiven-Bundeskongress der Grünen in Saarbrücken sprechen sich die Delegierten mit deutlicher Mehrheit für eine Regierungszusammenarbeit mit der SPD aus.

20.11.1989, Montag

Die UN-Vollversammlung verabschiedet eine Konvention über die Rechte des Kindes. Sie soll den Schutz der Kinder vor Hunger, Heimatlosigkeit und Ausbeutung stärken und schreibt ihr Recht auf Bildung fest.

Der Oberste Sowjet von Georgien beschließt eine Verfassungsänderung, die der Sowjetrepublik größere Unabhängigkeit von der Zentralregierung in Moskau gibt. Das Parlament kann nun u.a. Gesetze der UdSSR für Georgien aufheben. Außerdem behält sich Georgien das Recht auf Austritt aus der UdSSR vor.

Ein wirtschaftliches Notprogramm gegen ein Absinken des Lebensstandards beschließt das Parlament in Moskau. Es schränkt die neugewonnene wirtschaftliche Selbständigkeit der Betriebe ein und sieht Preiskontrollen sowie einen Kaufkraftausgleich für ärmere Bevölkerungsschichten vor.

Bei der Eröffnung des Parteitages der Kommunistischen Partei Rumäniens lehnt Staats- und Parteichef Nicolae Ceausescu jegliche Reformen ab.

21.11.1989, Dienstag

Kanzleramtsminister Rudolf Seiters berät in Ost-Berlin mit DDR-Ministerpräsident Hans Modrow und Staats- und Parteichef Egon Krenz über Möglichkeiten bundesdeutscher Wirtschaftshilfe für die DDR.

Bundesumweltminister Klaus Töpfer, seine Kollegen aus den Ländern sowie Vertreter der chemischen Industrie und der IG Chemie vereinbaren in Bonn, dass bis 1991 die Verbrennung von deutschem Giftmüll auf See eingestellt werden soll.

22.11.1989, Mittwoch

Der erst am 5. November gewählte libanesische Präsident René Mouawad fällt in Beirut einem Bombenanschlag zum Opfer.

Die UN-Vollversammlung verurteilt die Bundesrepublik, weil sie dem Apartheidregime in Südafrika Zugang zu U-Boot-Plänen deutscher Firmen verschafft habe.

23.11.1989, Donnerstag

Die DDR-Regierung beschließt Maßnahmen gegen “negative Auswirkungen des Reiseverkehrs”. Um Schiebergeschäfte zu unterbinden, sollen u.a. die Zollkontrollen verschärft und bestimmte Waren nur noch an DDR-Bürger gegen Vorlage des Personalausweises abgegeben werden. Besonders Polen haben in West-Berlin einen schwunghaften Handel mit subventionierten DDR-Waren aufgezogen.

Bei einem Besuch in Ungarn unterzeichnet Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher ein Kreditabkommen in Höhe von 500 Mio. DM.

In Rostock wird die Freie Demokratische Partei (FDP) der DDR gegründet; einen Tag später entsteht in Ost-Berlin die Grüne Partei in der DDR.

24.11.1989, Freitag

Nach tagelangen Massendemonstrationen für Demokratie und freie Wahlen tritt die gesamte Führung der Tschechoslowakischen Kommunistischen Partei zurück.

Erstmals seit fast vier Jahrzehnten gibt die südafrikanische Regierung vier Siedlungsgebiete in Kapstadt, Durban und Johannesburg für alle ethnischen Bevölkerungsgruppen frei.

Die Evangelische Landeskirche in Württemberg erlässt eine neue Fahrtkostenverordnung, nach der auch Fahrradfahrten abgerechnet werden können.

25.11.1989, Samstag

Beim Überfall kurdischer Separatisten auf ein Dorf in der Südosttürkei werden 21 Menschen getötet.

Eine Landesvertreterversammlung der nordrhein-westfälischen CDU wählt Bundesarbeitsminister Norbert Blüm zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im Mai 1990. Blüm soll als Herausforderer gegen den amtierenden Ministerpräsidenten Johannes Rau (SPD) antreten.

26.11.1989, Sonntag

Bei den Wahlen zum indischen Parlament muss die regierende Kongresspartei von Premierminister Rajiv Gandhi schwere Verluste hinnehmen.

In einer Volksabstimmung lehnen die Schweizer die Abschaffung der Milizarmee ab. Die Militärgegner erhalten jedoch weit mehr Stimmen als erwartet.

Die 15-Jährige Jugoslawin Monika Seles gewinnt das erstmals ausgetragene Nokia-Masters der Frauen in Essen durch einen Zwei-Satz-Sieg über die Bulgarin Manuela Maleeva. Das Tennis-Turnier ist mit 500 000 US-Dollar Preisgeld dotiert.

Aus den Parlaments- und Präsidentenwahlen in Honduras gehen die Konservativen als Sieger hervor. Rafael Leonardo Callejas wird am 27. Januar 1990 Nachfolger von Präsident José Azcona Hoyo.

Bei den Präsidentschaftswahlen in Uruguay siegt mit Luis Alberto Lacalle erstmals seit 19 Jahren der Kandidat der oppositionellen Blanco-Partei. Er tritt am 1. März 1990 die Nachfolge von Julio Sanguinetti von der Colorado-Partei an.

27.11.1989, Montag

Eine kolumbianische Verkehrsmaschine vom Typ Boeing 727 explodiert nahe der Hauptstadt Bogotá in der Luft. Alle 107 Insassen kommen ums Leben. Einem anonymen Anruf zufolge ist die Katastrophe durch einen Bombenanschlag der Drogenmafia ausgelöst worden.

28.11.1989, Dienstag

Bundeskanzler Helmut Kohl schlägt vor dem Bundestag in Bonn die Schaffung einer “bundesstaatlichen Ordnung” für beide deutschen Staaten vor.

Die frühere rumänische Kunstturnerin Nadia Comaneci flüchtet aus ihrer Heimat in die USA. Sie gewann bei den Olympischen Spielen 1976 und 1980 insgesamt fünf Goldmedaillen und erreichte als erste Turnerin die Traumnote 6,0.

29.11.1989, Mittwoch

Die Staatsanwaltschaft der DDR überprüft Vorwürfe, wonach Deviseneinnahmen von DDR-Außenhandelsfirmen nicht ordnungsgemäß abgeführt worden seien. Insbesondere geht es um den Bereich “Kommerzielle Koordination” (KoKo) beim SED-Zentralkomitee, der Staatssekretär Alexander Schalck-Golodkowski untersteht. Dieser wird Anfang Dezember zur Fahndung ausgeschrieben.

Fünf ehemalige Aufsichtsräte des Handelskonzerns co op werden unter dem Vorwurf der Untreue und Bilanzfälschung verhaftet.

30.11.1989, Donnerstag

Der am Westen orientierte Nordjemen und der sozialistisch regierte Südjemen unterzeichnen einen Grundsatzvertrag über eine Vereinigung beider Staaten.

Der Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen, wird in Bad Homburg durch einen Bombenanschlag der Rote-Armee-Fraktion (RAF) getötet.

Die Bezirksbehörden von Neubrandenburg stellen wegen des Verdachts der Untreue Strafantrag gegen den gestürzten DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker.

Die Bundesrepublik und Frankreich schließen einen Vertrag über die gemeinsame Entwicklung des Kampfhubschraubers “Tiger”, die voraussichtlich 2,2 Mrd. DM kosten wird.

Chroniknet