Was geschah im November 1998

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1.11.1998, Sonntag

Skopje: In der früheren jugoslawischen Teilrepublik Mazedonien erringt das rechtsgerichtete Oppositionsbündnis mit 62 von 120 Sitzen eine absolute Mehrheit im Parlament. Neuer Ministerpräsident wird Ljubco Georgievski, der Parteichef der Nationalisten.

Köln: Neue schwere Regenfälle verschärfen die Lage in den deutschen Hochwassergebieten. Fünf Kindern werden die Wassermassen zum Verhängnis.

Jerusalem: Mit der Genehmigung für den Bau weiterer jüdischer Häuser im arabischen Ostteil von Jerusalem wird der Nahost-Friedensprozess einer neuen Belastungsprobe ausgesetzt. Das Siedlungsprojekt sieht den Bau von 132 Wohnungen vor.

2.11.1998, Montag

Bonn: Der SPD-Vorstand nominiert den 67-Jährigen früheren nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Johannes Rau als Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten und als Nachfolger von Roman Herzog. Die Wahl findet am 23. Mai 1999 statt.

Abuja: Nach fünfmonatigen Kämpfen einigen sich die Bürgerkriegsparteien im westafrikanischen Staat Guinea-Bissau auf ein Friedensabkommen. Unter Vermittlung Nigerias und Gambias vereinbaren sie in der nigerianischen Hauptstadt einen Waffenstillstand und die Bildung einer Übergangsregierung. Bis März 1999 sollen Neuwahlen stattfinden.

3.11.1998, Dienstag

Schwerin: Der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern wählt den SPD-Landesvorsitzenden Harald Ringstorff zum Ministerpräsidenten der bundesweit ersten SPD/PDS-Koalitionsregierung. Ringstorff erhält allerdings nur 39 von 70 gültigen Stimmen. SPD und PDS verfügen zusammen über 47 Sitze.

Tegucigalpa: Die vom Hurrikan “Mitch” besonders betroffenen Staaten Honduras und Nicaragua bitten das Ausland um Unterstützung.

Washington: Bei den Kongresswahlen in den USA erzielen die Demokraten von Präsident Bill Clinton überraschend einige Zugewinne.

Straßburg: Der neue Ständige Europäische Gerichtshof für Menschenrechte nimmt seine Arbeit auf. Er tagt ganzjährig und tritt an die Stelle des bisherigen nichtständigen Gerichtshofs. Das Gremium ist mit je einem Richter aus den 40 Mitgliedsländern des Europarates besetzt.

4.11.1998, Mittwoch

München: Der Siemens-Konzern kündigt unter dem Druck sinkender Gewinne an, sich aus 50 Geschäftsfeldern mit insgesamt 60 000 Beschäftigten und 17 Mrd. DM Umsatz zurückzuziehen.

Bonn: Das Bundeskabinett ernennt die Grünen-Politikerin Marieluise Beck zur neuen Ausländerbeauftragten der Bundesregierung. Beck tritt die Nachfolge der FDP-Politikerin Cornelia Schmalz-Jacobsen an.

5.11.1998, Donnerstag

Moskau: Boris Jelzin darf im Jahr 2000 nicht erneut für das Amt des russischen Präsidenten kandidieren. Das entschied das russische Verfassungsgericht.

Glasgow: Mit Bayer Leverkusen, das an den Glasgow Rangers scheitert, scheidet der letzte Fußball-Bundesligist bereits in der zweiten Runde des UEFA-Cups aus.

Frankfurt am Main: Bundesfinanzminister Oskar Lafontaine (SPD) absolviert seinen Antrittsbesuch beim Zentralbankrat der Deutschen Bundesbank. Der Forderung Lafontaines nach einer Zinssenkung folgen die Währungshüter nicht.

6.11.1998, Freitag

Karlsruhe: Im Mordfall Weimar hebt der Bundesgerichtshof den Freispruch wegen Widersprüchlichkeiten in der Urteilsbegründung auf. Monika Böttcher, geschiedene Weimar muss sich ein drittes Mal nach 1988 und 1997 wegen zweifachen Kindesmordes vor Gericht verantworten.

Bielefeld: Zu lebenslanger Haft wegen Mordes an der 11-Jährigen Jennifer verurteilt das Schwurgericht den 26-Jährigen Onkel des Mädchens. Der Täter hatte gestanden, seine Nichte am 13. Januar 1998 im nordrhein-westfälischen Versmold erwürgt zu haben, um einen versuchten sexuellen Missbrauch zu vertuschen.

Jerusalem: Bei der Detonation einer Autobombe kommen die beiden Attentäter ums Leben, 21 Menschen werden verletzt. Das israelische Kabinett setzt als Reaktion darauf die Ratifizierung des Abkommens von Wye auf unbestimmte Zeit aus.

Die spanische Regierung ersucht Großbritannien offiziell um die Auslieferung des chilenischen Ex-Diktators Augusto Pinochet. Die Regierung in Madrid billigt damit den Antrag der spanischen Justiz. Sie legt Pinochet Völkermord, Terrorismus und Folter zu Last.

7.11.1998, Samstag

Bonn: Wolfgang Schäuble wird als Nachfolger von Helmut Kohl zum CDU-Bundesvorsitzenden gewählt.

Cape Canaveral: Nach neuntägigem Flug landet die US-Raumfähre “Discovery” mit dem 77-Jährigen Weltraumveteranen John Glenn und sechs weiteren Astronauten sicher auf dem Weltraumbahnhof in Florida.

8.11.1998, Sonntag

Lissabon: Die Wähler in Portugal lehnen die geplante Gebietsreform zur Regionalisierung des Landes mit deutlicher Mehrheit ab. Geplant war die Aufteilung Portugals in acht autonome Regionen.Ljubljana: Das deutsche Eishockey-Nationalteam steig nach einem Unentschieden und zwei Niederlagen im Qualifikationsturnier erstmals nach 23 Jahren in die B-Gruppe der Weltmeisterschaft ab.

Bogotá: In Kolumbien hat die Regierung mit einem Truppenrückzug aus dem Süden des Landes eine wichtige Voraussetzung für den Beginn von Friedensverhandlungen mit den Guerilleros der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) erfüllt. Präsident Andrés Pastrana hatte mit den Rebellen den Rückzug von 2000 Soldaten und Polizisten vereinbart. Danach sollen Friedensgespräche beginnen.

9.11.1998, Montag

Berlin: Auf der zentralen Veranstaltung zum 60. Jahrestages der Pogrome gegen die Juden in Deutschland am 9. November 1938 bezeichnet Bundespräsident Roman Herzog die Pogrome als einen der schlimmsten und beschämendsten Momente der deutschen Geschichte.

Köln: 52 Soldaten der Bundeswehr kehren von ihrem humanitären Einsatz im Sudan zurück Bei 84 Einsätzen mit zwei Transall-Maschinen hatte die Bundeswehr rd. 600 t Lebensmittel und Medikamente von Khartum und El Obeid in die südsudanesischen Hungergebiete geflogen.

10.11.1998, Dienstag

Bonn: Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) bezeichnet in seiner Regierungserklärung den Abbau der Arbeitslosigkeit als primäres Ziel seiner Politik in den kommenden vier Jahren.

Saarbrücken: Der saarländische Landtag wählten Reinhard Klimmt (SPD) als Nachfolger von Oskar Lafontaine zum Ministerpräsidenten.

San Salvador: Die Präsidenten Mittelamerikas fordern eine Art Marshallplan zum Wiederaufbau der vom Hurrikan “Mitch” besonders heimgesuchten Regionen. Honduras, Nicaragua, El Salvador und Costa Rica hätten innerhalb von drei Tagen fast alles verloren, was in den vergangenen 50 Jahren aufgebaut worden sei, erklären die Staatschefs der betroffenen Länder auf einem Krisengipfel.

11.11.1998, Mittwoch

Paris: Die Staatsoberhäupter Frankreichs, Großbritanniens, Irlands und Belgiens gedenken mit Zeremonien in Paris und auf den ehemaligen Schlachtfeldern Flanderns dem Ende des Ersten Weltkrieges 1918.

Jerusalem: Mit acht gegen vier Stimmen bei fünf Enthaltungen billigt das israelische Kabinett die Vereinbarungen von Wye. Zuvor hatten die Palästinenser, wie von der Regierung in Jerusalem verlangt, neue Sicherheitsgarantien im Kampf gegen den Terrorismus gegeben.

12.11.1998, Donnerstag

Berlin: Das Abgeordnetenhaus wählt die Finanzsenatorin Annette Fugmann-Heesing (SPD) zur Bürgermeisterin. Neu in den Senat gewählt werden die CDU-Politiker Wolfgang Branoner und Eckart Werthebach als Wirtschafts- und Innensenatoren, Gabriele Schöttler (SPS) wird neue Senatorin für Arbeit, Bildung und Frauen.

Rom: Der Führer der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan, wird festgenommen.

13.11.1998, Freitag

Bonn: Mit 540 Ja-Stimmen bei zwölf Enthaltungen und 30 Nein-Stimmen billigt der Bundestag die deutsche Beteiligung an der NATO-Luftüberwachung im Kosovo.

Jerusalem: Die von Israel geplanten neuen Straßenprojekte im Westjordanland verschärfen die Spannungen zwischen Israel und den Palästinensern erneut. Die Regierung in Jerusalem billigt den Bau von 13 neuen Umgehungsstraßen zu jüdischen Siedlungen im Westjordanland. Dafür muss Land von Palästinensern enteignet werden.

14.11.1998, Samstag

Washington. In letzter Minute wird ein Militärschlag der USA gegen den Irak wegen des Streits um die UNO-Rüstungskontrolle gestoppt, nachdem sich der Irak zu einer Fortführung der UNO-Waffeninspektionen bereiterklärt.

Buenos Aires: Auf der 4. UNO-Klimakonferenz wird ein bis zum Jahr 2000 befristeter Aktionsplan zur Verringerung der Treibhausgase verabschiedet.

München: Der in Deutschland aufgewachsene 14-Jährige türkische Serienstraftäter “Mehmet” wird nach Istanbul abgeschoben.

Highgrove. Kronprinz Charles feiert seinen 50. Geburtstag. Die offiziellen Feierlichkeiten fanden am Abend zuvor im Buckingham Palace statt.

Washington: Mit einer außergerichtlichen Einigung geht nach vier Jahren der Rechtsstreit um sexuelle Belästigung zwischen US-Präsident Bill Clinton und der ehemaligen Staatsangestellten Paula Corbin Jones zu Ende. Clinton erklärt sich zur Zahlung von 850 000 US-Dollar bereit. Er muss sich jedoch nicht entschuldigen.

15.11.1998, Sonntag

Ramallah: Palästinenserpräsident Jasir Arafat warnt Israel vor eine Vereinnahmung von Ostjerusalem und bekräftigt sein Vorhaben, am 4. Mai 1999 einen eigenen Palästinenserstaat ausrufen zu wollen.

Kuala Lumpur: Die Mitglieder der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) können sich bei ihrem Treffen in der malaysischen Hauptstadt nicht auf ein Programm zur Handelsliberalisierung einigen.

16.11.1998, Montag

Frankfurt am Main: Die Staatsanwaltschaft Frankfurt bestätigt, dass der mutmaßliche Erpresser des Lebensmittelkonzerns Nestlé am 26. September verhaftet wurde. Der Mann hatte seit August 1996 das Unternehmen mit vergifteten Lebensmitteln erpressen wollen.

Frankfurt am Main: Das Oberlandesgericht Frankfurt verurteilt die als Mittäterin bei der Entführung der Lufthansa-Maschine “Landshut” angeklagte Monika Haas zu einer fünfjährigen Haftstrafe. Sie wird für schuldig befunden, 1977 Waffen für die Flugzeugentführung nach Mallorca geschmuggelt zu haben. Die Maschine war drei Tage nach der Entführung von der Bundesgrenzschutztruppe GSG-9 in Mogadischu gestürmt worden.

17.11.1998, Dienstag

Moskau: Bei seinem Antrittsbesuch lehnt Bundeskanzler Gerhard Schröder neue russische Kreditwünsche ab. Während seines zweitägigen Besuches hatte Schröder nicht nur mit Präsident Boris Jelzin und der Regierung, sondern auch mit der Opposition politische Gespräche geführt.

Jerusalem: Das israelische Parlament billigt das Abkommen von Wye.

Frankfurt am Main: Die Aktie der Daimler-Chrysler AG wird erstmals an der Börse gehandelt.

18.11.1998, Mittwoch

Bonn: Der Sachverständigenrat rechnet mit einem schwächeren Wirtschaftswachstum und mit einem nur leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit in Deutschland. In ihrem Herbstgutachten sagen die “Fünf Weisen” für 1999 lediglich ein Wachstum von 2% voraus, nach 2,75% im Jahr 1998.

Pullach: Der bisherige Abteilungsleiter im Bundeskanzleramt, August Hanning, wird vom Bundeskabinett zum Chef des Bundesnachrichtendienstes (BND) ernannt. Hanning löst Hansjörg Geiger ab, der als Staatssekretär ins Bundesjustizministerium gewechselt ist.

Berlin: Vier Tage nach seinem Ausbruch aus dem Potsdamer Gefängnis wird der Russe Sergej Serow gefasst. Wegen der Entführung des Gastwirtssohns Matthias Hintze im Herbst 1997 soll ihm der Prozess gemacht worden. Hintze hatte die Entführung nicht überlebt.

Gelsenkirchen: Ein Fußball-Freundschaftsspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden endet 1:1.

19.11.1998, Donnerstag

Paris:: Als Reaktion auf die Skandale bei der “Tour de France” beschließt die französische Nationalversammlung ein verschärftes Anti-Doping-Gesetz. Mit der Androhung langer Haftstrafen soll der Handel und den Gebrauch verbotener Substanzen verhindert werden.

Moskau: Der einflussreiche Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow gründet eine eigene Partei mit der Bezeichnung “Vaterland”, die ihn bei einer möglichen Kandidatur für das Präsidentenamt im Jahr 2000 unterstützen soll.

Potsdam: Der brandenburgische Justizminister Hans Otto Bräutigam bleibt im Amt. Der Minister hatte zunächst wegen der skandalösen Flucht des mutmaßlichen Hintze-Enführers Sergej Serow um seine Entlassung gebeten, Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) hatte jedoch die Demission abgelehnt.

Bonn: Der Bundestag billigt mit großer Mehrheit der Beteiligung von bis zu 250 Bundeswehrsoldaten an der NATO-Schutztruppe “Extraction Force” für die OSZE-Beobachter im Kosovo, die in Mazedonien stationiert werden soll.

20.11.1998, Freitag

Sankt Petersburg: Die bekannte russische Reformpolitikerin Galina Starowoitowa wird ermordet.

Jerusalem: Israel beginnt mit dem vereinbarten Abzug aus weiteren Teilen des Westjordanlandes.

Baikonur: Mit dem Start des Moduls “Sarja” beginnt der Bau der Internationalen Raumstation (ISS). Eine russische Proton-Rakete bringt das erste Bauteil erfolgreich ins All.

New York: Ein 1889 entstandenes Selbstporträt des niederländischen Malers Vincent van Gogh, das sog. Porträt des Künstlers ohne Bart, wird bei Christie’s für 71,7 Mio. US-Dollar (128 Mio. DM) versteigert. Dies ist der dritthöchste Preis, der jemals bei einer Kunstauktion gezahlt wurde.

21.11.1998, Samstag

Düsseldorf: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) fordert von der rot-grünen Bundesregierung einen radikalen Kurswechsel in der Steuerpolitik mit einer stärkeren Entlastung von Unternehmen sowie einer drastischen Senkung der Einkommensteuersätze. Dies wird durch einen Bericht des Nachrichtenmagazins “Focus” bekannt.

New York: Steffi Graf scheidet im Halbfinale des Damen-Masters in drei Sätzen gegen die US-amerikanische Weltranglisten-Erste Lindsay Davenport (USA) aus. Es war Grafs erste Niederlage nach einem aufsehenerregenden 19-tägigen Comeback mit zwölf Siegen in Folge.

22.11.1998, Sonntag

Wittdün: Nach vier Wochen ist das Feuer auf dem vor Amrum gestrandeten Holzfrachter “Pallas” gelöscht.

Tirana: Mit 93,5% der Stimmen wird in einem Referendum eine neue Verfassung für Albanien gebilligt. Die Wahlbeteiligung liegt bei 50,57%. Der frühere Präsident Sali Berisha hatte seine Anhänger zum Boykott aufgerufen.

New York: Gegen insgesamt 206 Mrd. US-Dollar (369 Mrd. DM) zur Behandlung von Raucherkrankheiten verzichteten 46 US-Bundesstaaten auf Schadenersatzklagen gegen die US-Tabakindustrie.

Brüssel: Die EU-Agrarminister machen den Weg für eine Aufhebung des Rindfleisch-Embargos gegen Großbritannien frei. Zehn der 15 Agrarminister sprechen sich dafür aus, das im März 1996 wegen des Auftretens der Rinderseuche BSE verhängte weltweite Ausfuhrverbot zu beenden. Deutschland stimmt als einziges Land dagegen.

24.11.1998, Dienstag

London: In Ihrer Thronrede verkündet die britische Königin Elisabeth II. den Plan der Labour-Regierung, dem Erbadel das Sitz- und Stimmrecht im Oberhaus zu entziehen.

Rafah: Tausende Palästinenser feiern im Gaza-Streifen die Eröffnung des ersten internationalen Flughafens in den Autonomiegebieten.

New York: Der weltgrößte Onlinedienst America Online (AOL) erwirbt für 4,2 Mrd. US-Dollar (7,5 Mrd. DM) den Internet-Pionier Netscape Communications. Gleichzeitig geht der Onlinedienst, der weltweit mehr als 14 Mio. Kunden hat, eine strategische Allianz mit dem Computer- und Softwarehersteller Sun Microsystems ein.

25.11.1998, Mittwoch

Berlin: Erstmals tagt das Bundeskabinett in Berlin. Unter Leitung von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) berät die Ministerrunde im ehemaligen Staatsratsgebäude der DDR.

London: Der frühere chilenische Staatschef Augusto Pinochet bleibt in britischer Haft. Die Lordrichter in London entscheiden mit drei zu zwei Stimmen, dass der frühere Diktator in Großbritannien keine Immunität genießt.

Ankara: Die türkische Regierung wird nach 17 Monaten Amtszeit durch ein Misstrauensvotum gestürzt. Die Republikanische Volkspartei, auf deren Hilfe die Minderheitsregierung angewiesen war, stimmt mit der Opposition für den Sturz von Ministerpräsident Mesut Yilmaz. Ihm und anderen Regierungsvertretern werden Kontakte zum organisierten Verbrechen und dubiose Geschäfte mit staatlichen Krediten vorgeworfen. Eine neue Regierung kommt zunächst nicht zustande.

26.11.1998, Donnerstag

Dublin: Als erster britischer Premierminister spricht Tony Blair vor dem irischen Parlament. Er ruft zu einer Fortsetzung des Friedensprozesses in Nordirland auf.

27.11.1998, Freitag

Wolfsburg: In Deutschland beginnt VW mit dem Verkauf des “New Beetle”.

Zürich: Der Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes, Franz Beckenbauer, überreicht die offizielle Bewerbung Deutschlands um die Austragung der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 beim Weltfußballverband FIFA.

Oldenburg: Das Landgericht Oldenburg verurteilt den zweifachen Kindermörder Ronny R. zu lebenslanger Haft und stellt zugleich die besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren ausgeschlossen.

28.11.1998, Samstag

Jerusalem: Als Vergeltung für den Tod von zwei israelischen Soldaten bombardiert Israel mutmaßliche Stützpunkte der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Südlibanon.

29.11.1998, Sonntag

Quellendorf: Die Gemeinde Quellendorf in Sachsen-Anhalt wählt ihren transsexuellen Bürgermeister Norbert Lindner ab. Das PDS-Mitglied war 1996 zum ehrenamtlichen Gemeindeoberhaupt gewählt worden, seit Sommer 1998 tritt der Vater von zwei Kindern als Frau auf und nennt sich Michaela.

Mainz: In Rheinland-Pfalz scheitert – wie bereits 1997 in Schleswig-Holstein – ein Volksbegehren zur Wiedereinführung des evangelischen Buß- und Bettags als gesetzlicher Feiertag. Das erforderliche Quorum von knapp 600 000 Ja-Stimmen wird weit verfehlt.

Bern: Die Schweizer Stimmbürger befürworten die Bahnmodernisierung und den Bau neuer Alpentunnel durch den Lötschberg (30 km Länge) und das Gotthard-Massiv (57 km). Die Tunnel sind eine Voraussetzung für die Verlagerung des Gütertransitverkehrs auf die Schienen.

Hannover: Der Spanier Alex Corretja gewinnt die ATP-Tennis-Weltmeisterschaft durch einen Fünfsatz-Sieg über seien Landsmann Carlos Moya.

30.11.1998, Montag

Potsdam: Der erste deutsch- französische Gipfel seit dem Bonner Regierungswechsel beginnt. Bundeskanzler Gerhard Schröder und Staatspräsident Jacques Chirac kündigen an, sie wollten den beiderseitigen Beziehungen eine neue Dynamik geben.

Frankfurt am Main: Die Deutsche Bank übernimmt die US-Bank Bankers Trust und wird damit zum größten Finanzunternehmen der Welt.