Was geschah im Oktober 1912

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Wetterstationen Oktober 1912

1.10.1912, Dienstag

Die Mehrheit der spanischen Eisenbahner votiert in einer Urabstimmung für den Generalstreik.

Die Regierung des Osmanischen Reiches befiehlt die allgemeine Mobilmachung.

2.10.1912, Mittwoch

Die osmanische Regierung verweigert griechischen Schiffen die Durchfahrt durch die Dardanellen und hält sie in türkischen Gewässern fest. Gegenwärtig befinden sich im Schwarzen Meer mehr als 50 und in Konstantinopel (Istanbul) 22 griechische Schiffe.

In einer Einschätzung der gegenwärtigen politischen Lage erklärt der Außenminister des Deutschen Reiches Alfred von Kiderlen-Waechter, dass sich die europäischen Großmächte aus einem eventuellen Balkankrieg heraushalten werden.

In Petersburg (Leningrad) beginnt eine vom russischen Kriegsministerium organisierte Autowettfahrt über Moskau und Orel nach Tula und zurück. An dem Rennen, das drei Wochen dauern wird, nehmen 60 Lastwagen und 24 Personenautos von Herstellerfirmen aus ganz Europa teil.

3.10.1912, Donnerstag

Die Regierungen von Serbien, Bulgarien, Montenegro und Griechenland fordern das Osmanische Reich auf, Albanien und Altserbien innerhalb von drei Tagen Autonomie zu gewähren; Konstantinopel lehnt dieses Ultimatum tags darauf ab.

Wegen eines drohenden Generalstreiks der spanischen Eisenbahner werden zusätzlich fünf Jahrgänge von Reservisten der spanischen Armee eingezogen.

4.10.1912, Freitag

Der französische Ministerpräsident Raymond Poincaré verfasst eine Botschaft, in der er betont, dass Europa unter allen Umständen den Status quo der Balkanländer aufrechterhalten will. Er fordert das Osmanische Reich auf, Reformen in Makedonien durchzuführen. Von den europäischen Großmächten erwartet Poincaré in der Balkanfrage ein gemeinsames Vorgehen.

Auf der Höhe von South Foreland sinkt das an den britischen Flottenmanövern im Kanal beteiligte U-Boot “B 2” nach einer Kollision mit dem Hamburger Dampfer “Amerika”. Von der 15 Mann starken Besatzung kann nur der Zweite Offizier gerettet werden.

5.10.1912, Samstag

Auf allen serbischen Eisenbahnen wird der Personenverkehr zugunsten der Militärtransporte eingestellt.

Nachdem alle türkischen Truppen Samos verlassen haben, wird auf der Insel eine provisorische Republik ausgerufen.

In seiner Thronrede anlässlich der Eröffnung des bulgarischen Parlaments bringt König Ferdinand I. einen Gesetzentwurf über die Genehmigung mehrerer Kredite zur Deckung der erhöhten Heeresausgaben ein.

Der in Paris weilende russische Außenminister Sergei D. Sasonow erklärt, dass Russland bereit sei, gemeinsam mit Österreich-Ungarn die Interessen der Großmächte auf dem Balkan zu verteidigen.

In Mannheim beginnt der bis Sonntagabend dauernde Parteitag der Fortschrittlichen Volkspartei. Behandelt werden u.a. die Frauenfrage sowie Probleme des Mittelstandes und der staatsbürgerlichen Gleichberechtigung.

6.10.1912, Sonntag

Die Regierung in Konstantinopel teilt den Großmächten mit, dass sie bereit sei, die letzte Herausforderung anzunehmen und jeden Angriff auf die Sicherheit und Würde des Osmanischen Reichs mit allem Einsatz zurückweise.

Prinz Ludwig Windischgrätz, Mitglied der ungarischen Delegation in Wien, warnt in einem Artikel der “Zeit” Russland vor kriegerischen Absichten gegenüber Österreich-Ungarn.

Das Zentralkomitee der streikenden Eisenbahner in Katalonien beschließt nach dem massiven Einsatz von Militär als Streikbrecher sowie aufgrund von Verhandlungsangeboten die Aussetzung des geplanten Generalstreiks.

Am letzten Tag der Berliner Herbstflugwoche, wenige Minuten vor dem Ende des Wettbewerbs, stürzt ein Kühlstein-Torpedo-Eindecker über dem Flugplatz Johannisthal aus einer Höhe von etwa 200 Metern ab. Der Pilot und sein Monteur sind sofort tot.

7.10.1912, Montag

Als letzte der Grosmächte erklärt Großbritannien sein Einverständnis mit der vom französischen Ministerpräsident Raymond Poincaré vorgeschlagenen Haltung zur Balkankrise – der Aufrechterhaltung des Status quo in dieser Region.

An der Königlichen Oper beginnt der italienische Tenor Enrico Caruso sein Gastspiel in Berlin. Am ersten Abend singt er den Don José in der Oper “Carmen” von Georges Bizet.

Im Berliner Hohenzollern-Kunstgewerbemuseum findet die Eröffnung einer Ausstellung “Galerie der Moden” statt. Hier werden Kostüme aus den vergangenen Jahrhunderten gezeigt.

8.10.1912, Dienstag

Das Königreich Montenegro erklärt dem Osmanischen Reich offiziell den Krieg.

9.10.1912, Mittwoch

Die Hamburger Bürgerschaft befürwortet den Anschluss der Landgemeinden Großborstel, Alsterdorf, Ohlsdorf, Fuhlsbüttel, Kleinborstel sowie eines Teils von Billwärder und Niederborstel an die Stadt Hamburg.

Die Gesellschaft für Erdkunde in Berlin verleiht dem norwegischen Polarforscher Roald Amundsen die goldene Humboldt-Medaille. Amundsen weilt auf Einladung der Gesellschaft in Berlin, um Vorträge über seine Reise zum Südpol zu halten.

Im Berliner Choraliensaal werden vor einem begeisterten Fachpublikum neue Werke des Komponisten Arnold Schönberg aufgeführt. Es handelt sich um einen Komplex von Melodramen aus Albert Girauds “Liedern des Pierrot Lunaire”, die Otto Erich Hartleben übersetzt hat. Daraus vertonte Schönberg “Dreimal sieben Gedichte”.

Ein römisches Schwurgericht verurteilt den Anarchisten Cesare D’Alba, der am 14. März einen Attentatsversuch gegen den italienischen König Viktor Emanuel III. unternommen hat, zu 30 Jahren Zuchthaus.

10.10.1912, Donnerstag

In Frankfurt am Main treffen Juristen aus dem gesamten Deutschen Reich zum dritten Jugendgerichtstag zusammen.

11.10.1912, Freitag

Die Botschafter Großbritanniens, Frankreichs, Russlands, des Deutschen Reiches und Österreich-Ungarns überreichen der Pforte, der türkischen Regierung in Konstantinopel, eine gemeinsame Note, in der sie die sofortige Durchführung von Reformen in Makedonien fordern.

In einem Erlass ordnet der deutsche Kaiser Wilhelm II. an, dass die aufgrund des deutsch-französischen Vertrages vom 4. November 1911 erworbenen Gebiete in Äquatorial-Afrika mit der Kolonie Kamerun in Westafrika vereinigt werden.

12.10.1912, Samstag

Im Berliner Kleinen Theater wird das Volksstück “Magdalena” des bayerischen Autors Ludwig Thoma uraufgeführt.

Unter der Regie von Max Reinhardt findet im Deutschen Theater Berlin die Premiere des ersten Teils von William Shakespeares Drama “Heinrich IV.” statt. Die Premiere des zweiten Teils erfolgt am 18. Oktober.

Italien fordert das Osmanische Reich in einem Ultimatum auf, bis zum 15. Oktober eine Entscheidung über Annahme oder Ablehnung der bei den Verhandlungen in Ouchy (Schweiz) unterbreiteten italienischen Friedensbedingungen zu fällen.

Reichstagspräsident Johannes Kaempf legt sein Mandat nieder. Der Grund dafür ist der Zweifel der Wahlprüfungskommission an der Gültigkeit der Wahl des Präsidenten im März des Jahres.

13.10.1912, Sonntag

Die Meininger Hofkapelle spielt erstmals die Vertonung des Liedes “An die Hoffnung” von Friedrich Hölderlin. Die Uraufführung der Komposition fand tags zuvor im Eisenacher Stadttheater unter der Leitung des Komponisten Max Reger statt.

Die Durchsticharbeiten am Eisenbahntunnel durch den Somport, dem ersten Tunnel in den Pyrenäen, werden beendet. Etwa in drei bis vier Jahren soll hier der Eisenbahnbetrieb aufgenommen werden.

Ein Spiel zwischen dem Deutschen Fußballmeister Holstein Kiel und einer Auswahlmannschaft Moskaus endet in der russischen Metropole mit einem überlegenen 10:1 für die Gäste.

14.10.1912, Montag

Aufgrund der ständig steigenden Produktionsziffern können die Eisenbahnen im Ruhrgebiet den Bedarf an Waggons für Kohle und Industriegüter nicht mehr decken.

Unter großem Jubel der Bevölkerung Athens ziehen die kretischen Abgeordneten in das griechische Parlament ein.

Die Bürgerschaft der Stadt Lübeck stimmt für die Eingemeindung von 15 Ortschaften. Darunter befinden sich unter anderem das Seebad Travemünde sowie die Industriegebiete Kücknitz und Schlutup.

Erstmals legt ein Luftschiff die Strecke zwischen Friedrichshafen am Bodensee und Berlin in einer Nonstopfahrt zurück. 30 Stunden nach dem Start unweit der Zeppelin-Werft im Südwesten des Deutschen Reichs landet das Luftschiff “L 1” auf dem Flughafen Johannisthal bei Berlin.

15.10.1912, Dienstag

Unter dem Titel “Erlebnisse eines königlichen Kapellmeisters in Berlin” erscheint bei Paul Cassirer eine Broschüre, in der Dirigent Felix von Weingartner eine Darstellung seiner Auseinandersetzungen mit dem Königlichen Opernhaus gibt. Die Differenzen führten zu einem Prozess, der Weingartner das Dirigieren in Berlin verbietet, weshalb er “Exil-Konzerte” in Fürstenwalde gibt.

In dem schweizerischen Ort Ouchy unterzeichnen die Unterhändler Italiens und der Türkei drei Tage vor dem endgültigen Abschluss ein vorläufiges Friedensabkommen.

Auf seiner Wahlkampfreise wird Theodore Roosevelt, US-Präsidentschaftskandidat der Fortschrittspartei, in Milwaukee von einem Anarchisten angeschossen.

16.10.1912, Mittwoch

In Mainz tagt der grose Ausschuss des Vereins zur Errichtung eines Bismarck-Denkmals auf der Elisenhöhe bei Bingen. Auf dem Programm stehen die Besichtigung des künftigen Standorts und die Begutachtung des Entwurfs für das Bauwerk, um den es wiederholt zu Auseinandersetzungen gekommen war.

Zum neuen Botschafter des Deutschen Reiches in London wird der 53-Jährige Fürst Karl Max von Lichnowsky ernannt.

17.10.1912, Donnerstag

Nach Montenegro erklären nun auch die Balkanstaaten Bulgarien, Griechenland und Serbien dem Osmanischen Reich den Krieg.

In einem Erlass für Tripolis und die Cyrenaika verkündet die italienische Regierung in Rom eine Amnestie für all jene, die im italienisch-türkischen Krieg gegen die Italiener gekämpft haben.

Der Neffe des 1911 gestürzten mexikanischen Präsidenten Porfirio Diaz, General Felix Diaz, besetzt mit aufständischen Truppen Veracruz.

18.10.1912, Freitag

In Ouchy bei Lausanne unterzeichnen die Delegationen Italiens und des Osmanischen Reiches den Friedensvertrag und beenden damit den italienisch-türkischen Krieg.

Bulgarische Truppen besetzen Kurkale und beginnen mit dem Marsch auf die Stadt Adrianopel (Edirne).

19.10.1912, Samstag

In Gegenwart von Kaiser Wilhelm II. wird in Wilhelmshaven ein Denkmal für den Hugenottenführer Gaspard de Coligny (1519- 1572) enthüllt. Zuvor hatte der Kaiser der Einweihung der wiederaufgebauten Hamburger Michaeliskirche beigewohnt.

In Frankfurt am Main treffen die Vertreter des Reichsverbandes der Vereine nationalliberaler Jugend zu ihrer Jahresversammlung zusammen.

20.10.1912, Sonntag

Die Teilnehmer des Kongresses der Wallonen in Charleroi sprechen sich gegen eine Trennung der Verwaltung von flämischen und wallonischen Landesteilen aus, um die Einheit Belgiens nicht zu gefährden.

Franz Joseph I., Kaiser von Österreich und König von Ungarn, empfängt auf Schloss Schönbrunn in Wien den norwegischen Eroberer des Südpols, Roald Amundsen.

Auf einer Massenkundgebung in Berlin für den Weltfrieden wird die Regierung des Deutschen Reiches aufgefordert, sich nicht in den Balkankrieg einzumischen.

21.10.1912, Montag

In Pisa treffen der österreichische Außenminister Leopold Graf Berchtold und sein italienischer Amtskollege Antonino Paternò-Castello Machese di San Giuliano auf dem Königsschloss San Rossore zu Gesprächen zusammen. In bezug auf die Balkankrise stellen sie vollkommene Übereinstimmung fest.

Das Haus des deutschen Kaufhauskonzerns Hermann Tietz in der Leipziger Straße in Berlin ist erweitert worden. Bei der feierlichen Eröffnung des Baus zeigen sich die Gäste begeistert von der architektonischen Gestaltung des neuen Gebäudeteils.

22.10.1912, Dienstag

In einer offiziellen Erklärung erkennt die Regierung des Deutschen Reiches die Oberhoheit Italiens über Tripolis und die Cyrenaika (Libyen) an.

Die “Vossische Zeitung” veröffentlicht den Entwurf für ein Reichsgesetz über Kindersaugflaschen. Danach sollen künftig die mit Rohr oder Schlauch versehenen Babyflaschen verboten werden, da die Schläuche und Rohre schwer zu reinigen sind und zu Krankheitsherden werden.

23.10.1912, Mittwoch

In Gegenwart von Wilhelm II. werden in Berlin drei wissenschaftliche Institute der 1911 gegründeten Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft ihrer Bestimmung übergeben. Es handelt sich um die Institute für Chemie, für physikalische Chemie sowie um das Institut für Elektrochemie.

Zu regelrechten Krawallen kommt es in den Berliner Markthallen und vor den Fleischerläden nach der Ankündigung des Magistrats, dass preisgünstiges, von der Stadt erworbenes russisches Fleisch angeboten wird. Als jedoch verschiedene Fleischereien den Verkauf mit der Begründung verweigern, die Ware sei minderwertig, fordern die Hausfrauen eindringlich den Verkauf.

24.10.1912, Donnerstag

Im Berliner Kunstsalon von Paul Cassirer wird eine Kunstausstellung mit bedeutenden Gemälden der Impressionisten eröffnet. Es ist die erste Exposition nach dem Umbau und der Vergrößerung des Hauses.

Auf einem Vortragsabend des Wissenschaftlichen Vereins Berlin fordert der Baseler Zoologe Paul Sarrasin Maßnahmen gegen die Dezimierung der Robben und Wale.

Bulgarische Truppen erobern die Stadt Kirkilisse (Kirklareli) und drängen die türkischen Einheiten bis nach Adrianopel (Edirne) zurück.

25.10.1912, Freitag

In einer zweitägigen Debatte beraten die Abgeordneten des preußischen Abgeordnetenhauses Maßnahmen gegen die Fleischknappheit.

In der neuen Stuttgarter Hofoper findet die Uraufführung der Oper “Ariadne auf Naxos” von Richard Strauss statt. Das Libretto schrieb Hugo von Hofmannsthal.

Ein New Yorker Gericht verurteilt den Polizeileutnant Charles Becker zum Tode, da er selbst die Erschießung des Spielklubbesitzers Hermann Rosenthal durch Kriminelle veranlasst hatte.

Frankreich und Spanien unterzeichnen einen Vertrag, der die Besitzverhältnisse beider Staaten auf dem Territorium von Marokko regelt.

Der frühere Erzherzog von Österreich und Bruder des Erzherzog-Thronfolgers, Ferdinand Karl, der seit seiner Verheiratung 1911 mit Berta Czuber den Namen Ferdinand Burg führt, wird von Kaiser Franz Joseph I. wieder in Gnaden aufgenommen. Ursache der vorübergehenden Verstimmung war die Ehe Ferdinands mit einer Frau bürgerlicher Herkunft.

27.10.1912, Sonntag

Die osmanische Regierung teilt der persischen Regierung mit, dass sie unter bestimmten Bedingungen bereit ist, das persische Gebiet im westlichen Aserbaidschan zu räumen. Voraussetzungen dafür sind: Amnestie für die gesamte türkische Bevölkerung des Gebiets, keine Duldung fremder Truppen, Schutz von Leben und Eigentum der Türken.

Am Wiener Burgtheater findet die Uraufführung des Stückes “Haus am Meer” des österreichischen Schriftstellers Stefan Zweig statt.

28.10.1912, Montag

Der Magistrat der serbischen Stadt Belgrad gibt den Auftrag, das einst von Prinz Eugen von Savoyen (1663- 1736) errichtete Wohnhaus zu zerstören. Mit solchen Maßnahmen sollen die Spuren der früheren österreichischen Besetzung beseitigt werden.

In Stuttgart starten 19 Freiballons zu der diesjährigen Gordon-Bennett-Wettfahrt. Sieger des Wettbewerbs wird der Führer des Ballons “Picardie”, der Franzose Maurice Bienaimé Er landet, nachdem er in 56 Stunden eine Entfernung von 2180 km zurückgelegt hat, bei Rjasan, östlich von Warschau.

Aufgrund des militärischen Fiaskos in Kirkilisse (Kirklareli) werden ein Offizier und 200 Soldaten der osmanischen Armee in Konstantinopel unter Anklage gestellt und wegen Feigheit erschossen.

29.10.1912, Dienstag

Der osmanische Großwesir Gazi Ahmed Muhtar Pascha tritt von seinem Amt zurück. Zum neuen Ministerpräsidenten der Türkei wird Mehmet Kamil Pascha ernannt.

1300 türkische Soldaten, die vor den Ereignissen des Balkankrieges über die Grenze nach Bosnien flohen, werden in dem zu Österreich-Ungarn gehörenden Land interniert.

Durch einen Erlass der chinesischen Regierung wird der Dalai-Lama von Tibet, Thupten Gjatso, in seine früheren Würden und Titel wieder eingesetzt.

Die Galerie Bernheim in Paris eröffnet eine Retrospektive mit Werken des 1910 verstorbenen Malers Henri Rousseau.

30.10.1912, Mittwoch

Nach der Niederlage der türkischen Ostarmee bei Lüleburgaz wird deren Oberbefehlshaber Abdullah Pascha abgelöst. Das Kommando übernimmt nun Kriegsminister Nasim Pascha.

Serbische Truppen können die in der Hauptsache von Albanern bewohnte Stadt Ipek (Petsch, Prizren) einnehmen.

Bei einem Zusammenstoß zweier Berliner Stadtbahnzüge auf der Station Jannowitzbrücke werden etwa 50 Personen zum Teil schwer verletzt.

31.10.1912, Donnerstag

In seiner Rede vor dem britischen Unterhaus versichert der britische Außenminister Edward Grey den Abgeordneten, dass Großbritannien noch immer die Aufrechterhaltung des Status quo auf dem Balkan beabsichtige.

Nach seiner Genesung von den Verletzungen infolge eines Attentats am 15. Oktober in Milwaukee tritt US-Präsidentschaftskandidat Theodore Roosevelt wieder in den Wahlkampf ein.

Chroniknet