Was geschah im Oktober 1913

  • < 1912
  • 10.1913
  • 1914 >

Wetterstationen Oktober 1913

1.10.1913, Mittwoch

Der US-amerikanische Trainer Alvin Kraenzlein tritt eine Stelle bei der Deutschen Sportbehörde für Athletik an. Der mit der Vorbereitung deutscher Leichtathleten auf die Olympischen Spiele 1916 in Berlin betraute Kraenzlein ist der erste bezahlte ausländische Olympiatrainer im Deutschen Reich.

Auf einer Konferenz in Hermosillo (Nordwest-Mexiko) erklären fünf von Aufständischen beherrschte mexikanische Nordstaaten ihre Unabhängigkeit von der diktatorischen Regierung Victoriano Huertas und beschließen die Gründung eines eigenständigen Staatenbundes.

2.10.1913, Donnerstag

Mit einer kinderfeindlichen Anordnung versucht die Verwaltung der französischen Stadt Bar-le-Duc (Lothringen), das Fernbleiben vom Schulunterricht zu verhindern. Künftig muss die Polizei Kinder zwischen 6 und 13 Jahren, die sich während der Schulstunden frei in der Stadt bewegen, nach Feststellung ihrer Personalien notfalls mit Gewalt in die Schule befördern. Eine spätere Bestrafung bleibt außerdem vorbehalten.

Mit dem Durchbruch des 6099 m langen Mont d’Or-Tunnels an der schweizerisch-französischen Grenze schreiten die Arbeiten an der Bahnstrecke Paris-Lausanne ein entscheidendes Stück voran. Die Tunnelarbeiten – der Bau verläuft über 5109 m auf französischem Gebiet – dauerten zwei Jahre und zweieinhalb Monate. Die neue Trasse soll die Fahrzeit nach ihrer in vier Monaten geplanten Fertigstellung um eine Stunde verkürzen.

Die österreichisch-ungarische Regierung legt bei der serbischen Regierung in Belgrad scharfen Protest gegen die Besetzung von Teilen Albaniens durch serbische Truppen ein. Sie fürchtet einen wachsenden Einfluss Serbiens in Südosteuropa.

3.10.1913, Freitag

Der US-amerikanische Präsident Thomas Woodrow Wilson unterzeichnet das Gesetz über die Neufestsetzung der Zölle. Es führt zu einer Liberalisierung der Importbedingungen in den USA. Einfuhrzölle werden generell etwa um ein Drittel gesenkt, bestimmte wichtige Produkte (Rohstahl und Stahlwaren, Wolle, Zucker) von Zöllen ganz befreit.

Der zweite Film des deutschen Theaterregisseurs Max Reinhardt mit dem Titel “Die Insel der Seligen” wird in Berlin uraufgeführt. In den Hauptrollen des komödienhaften Streifens spielen unter anderem Wilhelm Diegelmann, Willy Prager und Gertrud Hackelberg.

Zu einer riesigen Menschenansammlung kommt es in Berlin beim Vorverkauf für das Gastspiel des italienischen Opernsängers Enrico Caruso vor dem königlichen Opernhaus. Trotz strengster Kontrollen gelangen Karten auch auf den schwarzen Markt, wo ein normalerweise 40 Mark teurer Parkettplatz für 100 Mark gehandelt wird.

4.10.1913, Samstag

Aufgrund eines entsprechenden Testaments des am 18. Juli 1913 verstorbenen Gutsbesitzers Hermann Knorr aus Kauschnitz bei Plauen erhält der deutsche Kaiser Wilhelm II. 400 000 Mark für Zwecke der Armee und Marine gestiftet.

Im Berliner Theater findet die Premiere der Operette “Wie einst im Mai” des deutschen Komponisten Walter Kollo statt. Sie wird zu einem der großen Publikumserfolge des Jahres 1913.

5.10.1913, Sonntag

Bei den ersten deutschen Waldlaufmeisterschaften siegt auf einer 10 km langen Strecke im Berliner Grunewald der für die Berliner Sportvereinigung startende Blankenburg in einer Zeit von 39:18,5 min.

Im tschechischen Brünn (heute Brno) beginnen zweitägige Protestkundgebungen der tschechischen Einwohner gegen von deutschen Vereinen geplante Veranstaltungen. Als berittene Polizei mit Säbeln gegen die 1000 Teilnehmer der Kundgebungen vorgeht, gibt es zahlreiche Verletzte. Der Vermittlungsversuch eines tschechischen Politikers endet mit dessen vorübergehender Festnahme.

6.10.1913, Montag

Das chinesische Parlament wählt unter manipulatorischen Bedingungen den bisherigen provisorischen Präsidenten Yüan Shih-k’ai für eine fünfjährige Amtszeit offiziell zum Präsidenten der Republik China.

Der französische Präsident Raymond Poincaré trifft zu einem siebentägigen Besuch in Spanien ein. Bei seinen Unterredungen mit der spanischen Regierung geht es vor allem um die Frage einer spanischen Annäherung an das britisch-französische Bündnis, ohne dass dabei konkrete Verträge ausgehandelt werden.

In Madrid geht der 28. Kongress der Vereinigung für internationales Recht zu Ende. Er hat am 1. Oktober begonnen und sich insbesondere mit Fragen des internationalen Luftrechts und des Privatrechts befasst.

7.10.1913, Dienstag

Gemäß Artikel 4 des Friedensvertrages zwischen dem Osmanischen Reich und Bulgarien vom 29. September 1913 richten die Regierungen eine bilaterale Kommission für Verhandlungen über einen Handelsvertrag ein.

Die russische Regierung ordnet für den zentralasiatischen Teil Russlands eine Probemobilmachung an.

Eine Versammlung von Bergarbeitern in der ostbritischen Küstenstadt Scarborough beschließt, wöchentlich 1000 Pfund (20 400 Mark) zur Unterstützung streikender Arbeiter im irischen Dublin zu spenden.

8.10.1913, Mittwoch

Anlässlich der Eröffnung einer neuen Schnelldampfer-Linie zwischen dem von Österreich-Ungarn beherrschten Dalmatien und Albanien drückt der dalmatinische Generalgouverneur den Wunsch nach intensiveren Beziehungen zwischen Österreich-Ungarn und dem neuen albanischen Staat aus.

9.10.1913, Donnerstag

Auf dem in Berlin endenden dreitägigen Kongress für Ästhetik und allgemeine Kunstwissenschaft diskutieren die Teilnehmer unter anderem über Fragen musikalischer Gestaltung, der Farbenästhetik und der schauspielerischen Darstellung. Zu Beginn der Versammlung sprach der deutsche Philosoph und Psychologe Max Dessoir über die “Ziele und Aufgaben der Ästhetik”.

In Kopenhagen bildet sich ein deutsch-nordischer Verkehrsverband, dem die Verkehrsvereine von Hamburg, Lübeck Stettin (heute Szczecin), Rostock, Kopenhagen, Malmö, Gotenburg (Göteborg), Stockholm, Christiania (Oslo) und Bergen angehören.

10.10.1913, Freitag

Die Ausführung eines Attentats auf den am 6. Oktober gewählten chinesischen Präsidenten Yüan Shih-k’ai anlässlich seiner in Anwesenheit zahlreicher ausländischer Diplomaten in Peking stattfindenden Vereidigung wird von der chinesischen Polizei vereitelt.

Mit der Gründung der Firma Zugspitze tritt der geplante Bau einer Bergbahn zum gleichnamigen höchsten deutschen Berg in ein neues Stadium. Ausgehend von einem Bahnhof in Garmisch, soll die Zugspitze auf bayerischem Gebiet demnächst per Bahn erreichbar sein. Beteiligt an dem Unternehmen sind deutsche Bankhäuser sowie deutsche und schweizerische Industrielle.

Nach der ferngesteuerten Sprengung des Gamboa-Staudammes in der von den USA beherrschten Panama-Kanalzone durch den US-amerikanischen Präsidenten Thomas Woodrow Wilson besteht mit dem Panama-Kanal eine neue Schifffahrtsverbindung zwischen dem Pazifischen und dem Atlantischen Ozean. Vor der Aufnahme des Schiffsverkehrs sind jedoch noch weitere Ausbaggerungsarbeiten notwendig.

Der Untergang des britischen Passagierdampfers “Volturno” während der Fahrt zwischen Rotterdam und New York fordert 136 Menschenleben. 517 Fahrgäste werden von anderen Schiffen gerettet. Die “Volturno” sinkt nach einem am Vortag an Bord ausgebrochenen Brand, der nicht gelöscht werden kann. Überlebende weisen auf mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen an Bord des 1906 gebauten Dampfers hin.

11.10.1913, Samstag

Auf Befehl des mexikanischen Präsidenten Victoriano Huerta nehmen Truppen in Mexiko die Mitglieder von Senat und Abgeordnetenkammer gefangen. Vorausgegangen war eine Resolution des Senats, die von Präsident Huerta eine Unversehrtheitsgarantie für die Abgeordneten und Senatoren fordert, nachdem einer der Senatoren unter bisher nicht geklärten Umständen verschwand.

12.10.1913, Sonntag

Zwischen dem Großwesir des Osmanischen Reiches, Said Halim Pascha, und einem Mitglied der bulgarischen Gesandtschaft in Konstantinopel (heute Istanbul) werden die von den Regierungen beider Länder ratifizierten Protokolle des Friedensvertrages vom 29. September 1913 ausgetauscht.

Auf dem Hohen Meißner im Hessischen Bergland bei Kassel endet der dreitägige Freideutsche Jugendtag. Das als eines der zentralen Ereignisse der bürgerlichen Jugendbewegung geltende Treffen führt verschiedene Gruppen der Jugendbewegung mit Anhängern der Lebensreformbewegung zusammen.

In Essen findet unter Leitung des Dirigenten Hermann Abendroth die Uraufführung der “Vier Tondichtungen nach Arnold Böcklin op. 128” des 40-Jährigen deutschen Komponisten Max Reger statt, der seit 1907 Kompositionslehrer am Leipziger Konservatorium ist und daneben seit 1911 die Meininger Hofkapelle leitet.

Im auf der Kölner Galopprennbahn ausgetragenen Preis des Winterfavoriten siegt überraschend Orelio aus dem Stall Weinberg unter dem britischen Jockey Ferguson Bullock.

13.10.1913, Montag

Nachdem König Otto von Bayern für unheilbar krank gilt, hält die bayrische Staatsregierung eine Verfassungsänderung zur Regelung der Thronfolge für den einzig möglichen Weg, um die Zeit der Regentschaft im Königreich Bayern zu beenden.

14.10.1913, Dienstag

In einem amtlichen Kommuniqué der österreichisch-ungarischen Regierung wird die Erhöhung der Rekrutenzahl in der Armee um 31 300 Mann bekanntgegeben. Sie verteilt sich wie folgt: Landheer 16 000 Mann, Kriegsmarine 1500 Mann, österreichische Landwehr 7800 Mann, ungarische Landwehr 6000 Mann.

Bei einem durch einen Brand verursachten Grubenunglück im Kohlebergwerk “Universal” kommen in der Nähe der südwalisischen Stadt Cardiff 418 Bergleute ums Leben.

Ein preußischer Ministerial-Erlass tritt der Gefährdung von Kraftwagen durch Schulkinder entgegen. Es wird davor gewarnt, mit Sand, Steinen oder anderen gefährlichen Gegenständen nach Automobilen zu werfen.

Der deutsche Flieger Viktor Stöffler stellt einen Weltrekord im Überlandflug auf, als er eine 2165 km lange Strecke in 24,75 h zurücklegt.

15.10.1913, Mittwoch

Bereits am ersten Verhandlungstag scheitern die deutsch-tschechischen Ausgleichskonferenzen, bei denen es um die Konsequenzen aus der Auflösung des böhmischen Landtags geht. Die Vertreter Deutsch-Böhmens lehnen weitere Gespräche ab, als sie erfahren, dass der österreichisch-ungarische Ministerpräsident Karl Graf Stürgkh vorher mit dem von ihnen abgelehnten Statthalter Böhmens konferiert hat.

Ein schweres Zugunglück mit zehn Todesopfern ereignet sich im St.-James-Bahnhof von Liverpool, als ein Zug auf den wegen einer Notbremsung in einem Tunnel haltenden Manchester-Liverpool-Express auffährt.

16.10.1913, Donnerstag

Die vom französischen Ministerrat unter Vorsitz von Ministerpräsident Louis Barthou beschlossene Entlassung von sieben Offizieren – unter ihnen vier Generäle – führt in Frankreich zu öffentlicher Kritik. Einer der Betroffenen vermutet eine politische Intrige.

Die Uraufführung von “Pygmalion”, einem Lustspiel des irischen Dramatikers George Bernard Shaw im Wiener Burgtheater, bedeutet die erste Premiere eines Shaw-Stückes auf einer fremdsprachigen Bühne.

In Leipzig werden die Gebeine mehrerer hoher russischer Offiziere sowie die sterblichen Überreste von etwa 22 000 russischen Soldaten, die in der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 gefallen waren, in die russische Gedächtniskirche überführt. Bisher waren sie auf dem nahe gelegenen Johannes-Friedhof bestattet.

In Wien verhaftet die Staatsanwaltschaft vier Angestellte der nordamerikanischen Verkehrs- und Siedlungsgesellschaft Canadian Pacific Railway unter dem Vorwurf, illegale Abwerbungen wehrpflichtiger Rekruten zu tätigen.

Der neue Bischof des Bistums Münster, Johannes Poggenburg, wird durch den Kölner Erzbischof Felix von Hartmann in Anwesenheit der Bischöfe von Paderborn und Osnabrück inthronisiert.

17.10.1913, Freitag

In Johannisthal bei Berlin explodiert das deutsche Marine-Luftschiff “L 11” in geringer Höhe bei seiner Abnahmefahrt. Das Unglück, bei dem 29 Menschen ums Leben kommen, ist auf die Entzündung von Gas im vorderen Teil des Luftschiffes zurückzuführen.

Mehrere, teilweise tödlich verlaufende Flugzeugunglücke sorgen im Deutschen Reich für Aufsehen. Bei zwei Abstürzen in der Nähe von Bamberg und Schweidnitz (Swidnica) gibt es drei Tote und einen Schwerverletzten. Zwei Unglücksfälle bei Strasburg in der Uckermark und bei Halle/Saale fordern vier Verletzte.

18.10.1913, Samstag

Der deutsche Kaiser Wilhelm II. weiht in Anwesenheit von Landesfürsten und Heeresvertretern auf dem Blachfeld bei Leipzig das Völkerschlachtdenkmal ein. Es erinnert an den Sieg über das napoleonische Heer in der Völkerschlacht bei Leipzig vor 100 Jahren.

Die österreichisch-ungarische Regierung fordert Serbien ultimativ auf, das besetzte albanische Gebiet innerhalb von acht Tagen zu räumen.

19.10.1913, Sonntag

In Leipzig findet die Grundsteinlegung für den Neubau der Deutschen Bücherei statt, die seit 1912 als nationale Zentralbibliothek das gesamte deutschsprachige Schrifttum sammelt.

Die Staatliche Kunstgewerbeschule am Hamburger Lerchenfeld wird mit einem Festakt eingeweiht.

Mit der Gründung der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Leipzig entsteht eine gemeinnützige Einrichtung, die ihre Aufgabe in der Verhütung von Unfällen in und auf dem Wasser sieht.

20.10.1913, Montag

Ein aus Panzerschiffen, einer Torpedoboot-Flottille und einem Panzerkreuzer bestehendes französisches Marinegeschwader ist zu einer sechswöchigen Übungsfahrt nach Alexandrien und in die Levante aufgebrochen.

Ihr 150-Jähriges Bestehen feiert die Königliche Porzellanmanufaktur (KPM) in Berlin mit einer im Kunstgewerbemuseum eröffneten Ausstellung. Die KPM wurde 1763 vom preußischen König Friedrich II. übernommen.

In Leipzig stoßen ein Wagen der elektrischen Straßenbahn und ein Zirkustierwagen zusammen. Als fünf Löwen aus dem Tierwagen entkommen, gibt es unter den Passanten eine Panik. Schließlich müssen die Tiere erschossen werden.

21.10.1913, Dienstag

Bei den Landtagswahlen in Baden siegt – wie auch vor vier Jahren – eine Koalition aus Nationalliberalen, Fortschrittlicher Volkspartei und Sozialdemokraten (Großblock). Sie erhält mit insgesamt 38 Sitzen allerdings eine um sechs Sitze geringere Mehrheit als 1909, vor allem die SPD verzeichnet bei den Wahlen erhebliche Stimmenverluste.

In Portugal bleibt ein von Monarchisten initiierter Putschversuch gegen die von Ministerpräsident Afonso Augusto da Costa geführte republikanische Regierung erfolglos, obwohl es den Aufständischen gelingt, Telegrafenleitungen und eine Eisenbahnlinie im Landesinneren zu blockieren.

22.10.1913, Mittwoch

Der französische Panzerkreuzer “Condé” erhält Befehl, sich zum Schutz französischer Interessen in mexikanische Gewässer zu begeben. Die deutsche Regierung hatte wegen der dortigen Unruhen bereits zuvor ein Kriegsschiff nach Mexiko entsandt.

In Berlin beginnt die elfte Konferenz der Internationalen Vereinigung gegen die Tuberkulose. Die Teilnehmer erörtern auf der viertägigen Versammlung unter anderem soziale Aspekte der Tuberkulose.

23.10.1913, Donnerstag

Der deutsche Kaiser Wilhelm II. trifft zu einem viertägigen Besuch Österreich-Ungarns im böhmischen Schloss Konopischt ein. Bei den Beratungen mit dem österreichischen Erzherzog und Thronfolger Franz Ferdinand sowie dem österreichischen Außenminister Leopold Graf Berchtold geht es hauptsächlich um eine gemeinsame Strategie gegenüber den slawischen Staaten.

24.10.1913, Freitag

Die britische Regierung bildet eine Kommission zur Prüfung der privaten Eisenbahngesellschaften, um die Konsequenzen einer etwaigen Verstaatlichung der Unternehmen zu untersuchen.

Der Untergang des finnischen Dampfers “Vestkusten” in den finnischen Schären fordert 45 Todesopfer; nur einer der Insassen kann gerettet werden. Das Unglück in der Ostsee wird auf Lotsenfehler zurückgeführt.

25.10.1913, Samstag

Die serbischen Truppen räumen aufgrund des Drucks durch ein österreichisch-Ungarisches Ultimatum sowie nach politischen Interventionen der russischen, italienischen und deutschen Regierung die von ihnen besetzten Teile Albaniens.

Auf dem Berliner Flugplatz Johannisthal zeigt der französische Flieger Adolphe Pégoud vor mehreren tausend Zuschauern seine flugtechnischen Leistungen, die den Beginn des Kunstfluges markieren. Insbesondere die von ihm geflogenen Loopings erregen Aufsehen.

Mit seiner Eröffnung macht das Kölner Museum für Ostasiatische Kunst eine charakteristische Auswahl der religiösen und profanen Kunst Chinas, Japans und Koreas der Öffentlichkeit zugänglich. Die Sammlung beruht auf einer privaten Stiftung.

Die Operette “Polenblut” des böhmischen Komponisten Oskar Nedbal wird in Wien uraufgeführt.

26.10.1913, Sonntag

Der deutsche Kaiser Wilhelm II. weilt zum Abschluss seines viertägigen Besuches in Österreich-Ungarn als Gast des österreichisch-ungarischen Kaisers Franz Joseph im Wiener Schloss Schönbrunn.

Ein Fußball-Länderspiel zwischen dem Deutschen Reich und Dänemark endet auf dem Victoria-Sportplatz in Hamburg vor 10 000 Zuschauern 1:4.

In Berlin findet der erste internationale Marathonlauf im Deutschen Reich statt. In diesem Rahmen gewinnt Hans Lüdecke aus Mittweida in 2:34:12,0 h den Titel eines Deutschen Meisters.

27.10.1913, Montag

Eduardo Dato Iradier löst als neuer spanischer Ministerpräsident seinen Vorgänger Alvaro de Figueroa y Torres, Graf de Romanones ab.

28.10.1913, Dienstag

Der deutsche Kaiser Wilhelm II. weiht in Dahlem (heute Berlin) das Institut für experimentelle Therapie als neue Abteilung der 1911 gegründeten Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. ein.

29.10.1913, Mittwoch

Die Hamburger Bürgerschaft lehnt die Universitätsvorlage des Senats mit 80 gegen 73 Stimmen ab. Dagegen nimmt sie einen Antrag auf Ausbau des Kolonialinstituts an.

Im Stadttheater Breslau (heute Wroclaw) findet die deutsche Erstaufführung von “Boris Godunow” statt, einem musikalischen Volksdrama des russischen Komponisten Modest P. Mussorgski.

30.10.1913, Donnerstag

In München hebt die bayerische Abgeordnetenkammer die Herrschaft des für geisteskrank erklärten Königs Otto verfassungsrechtlich auf. Nachfolger wird Prinzregent Ludwig.

Der deutsche Kaiser Wilhelm II. beginnt in der Göhrde (östliche Lüneburger Heide) unter Beteiligung des Erzherzogs und österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand die diesjährige, zweitägige Hofjagd.

Die “Ballettsuite” op. 130 des 40-Jährigen deutschen Komponisten Max Reger wird in Bremen uraufgeführt.

31.10.1913, Freitag

In Darmstadt wird ein von der deutschen und ausländischen Chemie-Industrie gestiftetes Justus-Liebig-Denkmal enthüllt. Es erinnert an den in Darmstadt am 12. Mai 1803 geborenen Chemiker.