Was geschah im Oktober 1918

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Wetterstationen Oktober 1918

1.10.1918, Dienstag

Statt Vizekanzler Friedrich von Payer, der die Kandidatur ablehnt, soll nun Max, Prinz von Baden, zum Reichskanzler ernannt werden.

Mit der dringenden Bitte um Herausgabe des Friedensangebotes an die Entente wendet sich die deutsche Oberste Heeresleitung an die Regierung des Deutschen Reiches. Die ernste Lage an den Fronten erfordere rasches Handeln. Bis zur Bildung der neuen Regierung könne nicht gewartet werden.

2.10.1918, Mittwoch

Vor den Parteiführern des Deutschen Reichstages hält der Major im Generalstab Erich Freiherr von dem Bussche-Ippenburg einen Vortrag über die nach Ansicht der OHL verzweifelte militärische Lage. Einen sehr großen Anteil an den auf Null gesunkenen Aussichten, den Krieg zu gewinnen, trügen die eingesetzten britischen Tanks (Panzer).

Bei einem Pistolen-Attentat wird Leo D. Trotzki, bolschewistischer Volkskommissar für Verteidigung, an der Schulter getroffen, jedoch nicht schwer verletzt. Trotzki hält sich in der russischen Stadt Bajansk auf.

Auf der Eisenbahnlinie Malmö-Stockholm kommt es infolge der Unterspülung eines Schienenstranges zu einem schweren Eisenbahnunglück. Es kommen etwa 300 Menschen ums Leben.

Das deutsche Kriegsministerium will dem freiwillig im Heeressanitätsdienst arbeitenden Personal weitere großzügige Mittel zum “Durchhalten” zur Verfügung stellen.

Damaskus, die Hauptstadt Syriens, wird von britischen Truppen im Sturm erobert.

3.10.1918, Donnerstag

Prinz Max von Baden wird von Kaiser Wilhelm II. zum neuen deutschen Reichskanzler ernannt. – Max von Baden richtet noch am gleichen Tag ein Waffenstillstandsangebot an den US-amerikanischen Präsidenten Thomas Woodrow Wilson, das auf dessen Friedensprogramm der 14 Punkte vom 8. Januar fußt.

Zar Ferdinand I. von Bulgarien dankt zugunsten seines Sohnes Boris III. ab.

Die SPD veröffentlicht eine Erklärung, wonach sie das Selbstbestimmungsrecht der slawischen und romanischen Nationen anerkennt und eine Umwandlung Österreich-Ungarns in eine Föderation freier nationaler Gemeinwesen gutheißt.

4.10.1918, Freitag

Die kirchlichen Behörden in Köln ordnen an, dass das reguläre Läuten der Kirchenglocken aus Rücksicht auf die zahlreichen in der Stadt befindlichen Kriegsverletzten vorläufig eingestellt werden soll.

Philipp Scheidemann (SPD), Matthias Erzberger (Zentrum) und Adolf Gröber (Zentrum) werden zu Ministern ohne bestimmten Aufgabenbereich ernannt. Neuer Staatssekretär des Auswärtigen Amtes ist Wilhelm Solf, der seit 1911 Leiter des Reichskolonialamtes gewesen war.

Österreich-Ungarn tritt dem deutschen Waffenstillstandsangebot bei. In einer gemeinsamen Note an den US-amerikanischen Präsidenten Thomas Woodrow Wilson erklären die Mittelmächte ihre Zustimmung zu den “14 Punkten”, in denen Wilson im Januar seine Friedensvorstellungen unterbreitet hatte.

Im Deutschen Reich wird nach der Ernennung Max von Badens zum neuen Reichskanzler erstmals eine Regierung gebildet, die dem Deutschen Reichstag verantwortlich ist.

5.10.1918, Samstag

Im Deutschen Reich wird zur Zeichnung der neunten Kriegsanleihe aufgerufen, die bis zum 23. Oktober laufen soll.

Im gesamten Deutschen Reich ergeht ein Aufruf an die Schüler, jetzt die zweite Brennnesselernte “restlos unter Dach und Fach zu bringen”.

6.10.1918, Sonntag

Obwohl selbst die Oberste Heeresleitung nicht mehr an den Sieg des Deutschen Reiches glaubt, erscheinen weiter Zeitungsartikel, die vor der “gefährlichen Wühlarbeit feindlicher Agenten” warnen, die “Falschmeldungen” über den katastrophalen Einbruch der deutschen Westfront verbreiten würden.

Österreichische Kroaten, Serben und Slowenen bilden in Agram (Zagreb) einen eigenen Nationalrat.

Durch die Notwendigkeit, zunehmend Anleihen für die Aufbringung der Kriegskosten aufzunehmen, geraten auch die Entente-Staaten – insbesondere die USA – in Zahlungsschwierigkeiten. Vor allem die US-amerikanischen Goldreserven sind stark in Anspruch genommen.

Bei einem Postraub in Berlin fallen den Räubern mehrere Millionen Mark in die Hände. Bei diesem in der Kriminalgeschichte beispiellosen Fall gelingt es nicht, die Täter zu fassen.

7.10.1918, Montag

Erstmals im Kriege – so die deutsche Presse – wird ein schweizerischer Fesselballon versehentlich von einem deutschen Kampfflugzeug abgeschossen. Die deutsche Regierung “bedauert aufrichtig”.

In Kiew findet die Eröffnung der ersten ukrainischen Universität statt. Der gegen die Bolschewiki kämpfende ukrainische Hetman Pawel P. Skoropadski hält die Eröffnungsrede. Vertreter des Deutschen Reiches und Österreich-Ungarn sind anwesend.

Sowjetischen Truppenverbänden gelingt die Rückeroberung des Wolga-Gebietes.

In Moskau wird auf Anweisung Wladimir I. Lenins eine Militärakademie gegründet, die die Ausbildung des Offizierskorps für die Rote Armee übernehmen soll (Eröffnung 8.12.).

8.10.1918, Dienstag

Der US-amerikanische Präsident Thomas Woodrow Wilson antwortet zurückhaltend auf das Waffenstillstandsangebot der Mittelmächte.

Nach offiziellen Angaben gibt es in Berlin zur Zeit 17 akut an Cholera erkrankte Personen. 13 Patienten sind der Seuche bereits erlegen.

Als eine der ersten Stadtverwaltungen im Deutschen Reich erlaubt die Verwaltung der Stadt Düsseldorf Jugendlichen zwischen 8 und 14 Jahren den Zutritt zu den städtischen Bibliotheken. Die Erlaubnis soll der weiteren Verwahrlosung der Jugendlichen entgegenwirken.

9.10.1918, Mittwoch

In Helsingfors (Helsinki) wird Prinz Friedrich Karl von Hessen zum neuen König von Finnland gewählt.

Die Christlich-Soziale Partei Österreichs bekennt sich in einer Erklärung zu den wesentlichen Programmpunkten der Sozialistischen Partei.

Der abgedankte Zar von Bulgarien, Ferdinand I., nimmt Stellung zu den Gründen seines Rücktritts: “Dem verzweifelten Friedensdrang, der sich überall kundtat, habe ich schließlich weichen müssen…”.

10.10.1918, Donnerstag

Rosa Luxemburg, führendes Mitglied der USPD, die 1917 als linke Abspaltung der SPD gegründet wurde, wird aus der politischen “Schutzhaft” entlassen.

Das Kriegsversorgungsamt gibt bekannt, dass die vorgeschriebenen Höchstpreise für Schuhe ab sofort in Sohle oder Schaft eingeprägt sein müssen, um dem Kriegswucher entgegenzuwirken. Herrenstiefel dürfen danach 48 Mark, Damenstiefel 44 Mark und Damenhalbschuhe höchstens 38 Mark kosten.

Die christlich-soziale Vereinigung der deutschen Abgeordneten im österreichischen Abgeordnetenhaus vertritt die Auffassung, dass nach Kriegsende sämtliche deutschstämmigen Gebiete zu einem deutsch-österreichischen Staat vereinigt werden sollen.

11.10.1918, Freitag

In Berlin versammeln sich etwa 1000 Anhänger der Alldeutschen am Hindenburg-Denkmal, um vor der “Verstümmelung Deutschlands” durch einen “ungerechten” Friedensvertrag zu warnen.

Der Wahlrechtsausschuss des preußischen Herrenhauses beschließt, dass in Zukunft 16 Arbeiter und 8 Angestellte als Vertreter ihres Standes in das Herrenhaus eintreten sollen.

12.10.1918, Samstag

Die Regierung des Deutschen Reiches erklärt sich bereit, zur Herbeiführung des Waffenstillstands die besetzten Gebiete an der Westfront zu räumen.

Kaiser Wilhelm II. verkündet eine Amnestie für alle politischen Gefangenen im Deutschen Reich.

Die 10 000. Lokomotive verlässt das Borsig-Werk in Berlin Tegel.

13.10.1918, Sonntag

Im Zusammenhang mit den Aufrufen zur Zeichnung der neunten Kriegsanleihe im Deutschen Reich veröffentlichen die Zeitungen Warnungen, Erspartes zu Hause aufzubewahren. Besser sei es zinsbringend anzulegen.

14.10.1918, Montag

In seiner dritten Antwortnote an die deutsche Regierung betont der US-amerikanische Präsident Thomas Woodrow Wilson, Vorbedingung für einen Friedensschluss sei die Umwandlung der deutschen Regierungsform in eine Demokratie.

Auf Antrag des Reichsversorgungsamtes beschließt der Reichstag die Durchführung fleischloser Wochen auch für November, Dezember und Januar 1919. Jeweils eine Woche pro Monat wird dann kein Fleisch im Handel sein.

15.10.1918, Dienstag

Die osmanische Regierung entsendet eine Waffenstillstandsnote an den US-amerikanischen Präsidenten Thomas Woodrow Wilson.

Frankreich bricht die diplomatischen Beziehungen zu Finnland ab. Grund ist die Wahl von Friedrich Karl, Prinz von Hessen, zum finnischen König.

16.10.1918, Mittwoch

Karl I., Kaiser von Österreich und König von Ungarn, veröffentlicht ein “Völkermanifest” zur Neugliederung der österreichisch-ungarischen Monarchie. Österreich soll demnach in einen Bundesstaat umgewandelt werden, in dem jeder Volksstamm ein eigenes staatliches Gemeinwesen bildet.

In Moskau wird ein Dekret über die Schulordnung der sozialistischen Einheits-Arbeits-Schule in den Sowjetrepubliken erlassen. Mit Ausnahme der Hochschulen tragen von nun an alle Schulen der Sowjetrepubliken diesen Namen.

17.10.1918, Donnerstag

Mehrere hundert Munitionsarbeiter in Berlin legen die Arbeit nieder und demonstrieren auf dem Boulevard Unter den Linden für die Ziele der Unabhängigen Sozialdemokraten.

In einer nächtlichen Rückzugsaktion räumen deutsche Truppen die französische Stadt Lille.

Nach zweijähriger Pause wird die Budapester Effektenbörse wieder eröffnet. Die Tendenz der Kurse ist steigend.

18.10.1918, Freitag

Der Vorstand der deutschen Sozialdemokraten (Mehrheits-SPD) veröffentlicht im Parteiorgan “Vorwärts” einen Aufruf an das deutsche Volk. Die SPD fordert darin zum Durchhalten bis zum Friedensschluss auf, um danach auf friedlichem Wege eine demokratische Ordnung zu schaffen. Alle Gebietsforderungen der Kriegsgegner werden zurückgewiesen.

19.10.1918, Samstag

Angesichts der hoffnungslosen militärischen Lage zweifelt die deutsche Bevölkerung am Sinn der neunten Kriegsanleihe. Die Reichsregierung sieht sich gezwungen, mit großen Zeitungsannoncen die Sicherheit der Verzinsung zu betonen.

20.10.1918, Sonntag

In der dritten Antwortnote der deutschen Regierung auf den Friedensappell von US-Präsident Thomas Woodrow Wilson wird betont, das Deutsche Reich sei bereits eine Demokratie. Damit sei Wilsons grundlegende Bedingung für den Abschluss eines Waffenstillstandes erfüllt.

Die deutsche Oberste Heeresleitung stellt den unbeschränkten U-Bootkrieg, der am 1. Februar 1917 verkündet worden war und zum Kriegseintritt der USA geführt hatte, ein.

Die Reichsstelle für Gemüse und Obst in Berlin teilt mit, dass die Versorgung der Bevölkerung mit “Reichsmarmelade” gesichert sei. Die Marmelade wird um etwa 50% mit Mohrrüben gestreckt.

21.10.1918, Montag

In Wien wird die konstituierende Sitzung der deutschsprachigen Mitglieder des cisleithanischen Abgeordnetenhauses als “provisorische Nationalversammlung für Deutsch-Österreich” eröffnet. Es wird die Errichtung eines deutsch-österreichischen Staates proklamiert. Zum ersten Präsidenten wird der Deutschnationale Franz Dinghofer gewählt.

Bei einer Explosion in der Berlin-Dessauischen Maschinen-Fabrik in Dessau werden mehr als 70 Menschen getötet und etwa 50 schwer verletzt.

22.10.1918, Dienstag

Der österreichische Ministerpräsident Max Freiherr Hussarek von Heinlein tritt mit seiner gesamten Regierung zurück.

In Wilhelmshaven wird dem Chef der Hochseeflotte, Admiral Franz Ritter von Hipper, durch Kapitän zur See Magnus von Levetzow der Befehl zur Einleitung des Endkampfes der deutschen Hochseeflotte überbracht. Die Flotte sei durch das Ende des U-Boot-Krieges wieder frei in ihrer operativen Verwendung. Das Unternehmen soll am 29. Oktober beginnen.

23.10.1918, Mittwoch

Karl Liebknecht, Mitbegründer der USPD, wird nach fast zweieinhalb Jahren aus der Haft entlassen.

US-Präsident Thomas Woodrow Wilson bestreitet in seiner Antwortnote an die deutsche Regierung, dass Deutschland durch die Regierungsumbildung am 3. Oktober eine Demokratie geworden sei. Im Deutschen Reich herrsche nach wie vor die gleiche, nicht demokratisch gewählte Macht.

24.10.1918, Donnerstag

Das preußische Herrenhaus billigt in erster Lesung die Wahlrechtsvorlage, die das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht für Preußen vorsieht.

Der Ministerpräsident des kaiserlichen und königlichen Hauses Österreich-Ungarn, Stephan Graf Burián von Rajecz, tritt zurück. Nachfolger wird Julius Graf Andrassy der Jüngere als letzter k.u.k. Außenminister.

An der Norditalien-Front beginnt die italienische Offensive gegen den Monte Grappa, den Monte Asolone und an der Piave.

In der ungarischen Stadt Fiume (Rijeka) meutert das 79. Infanterie-Regiment gegen die österreichische Militärführung und erklärt die Revolution. Der Nationalrat der Slowenen, Kroaten und Serben, der sich am 6. Oktober konstituiert hatte, übernimmt die Herrschaft.

25.10.1918, Freitag

Die österreichische Hauptstadt Wien steht vor einer Hungerkatastrophe. Die Nahrungsvorräte reichen auch bei äußerster Sparsamkeit nur noch bis Mitte November. Aus den nicht-österreichischen Gebieten der Monarchie werden wegen der politischen Entwicklung keine weiteren Lebensmittel mehr in die Hauptstadt geschickt.

Das britische Unterhaus in London beschließt mit 274 gegen 25 Stimmen die Wählbarkeit von Frauen als Parlamentsabgeordnete.

26.10.1918, Samstag

Erich Ludendorff, Generalquartiermeister und mit Paul von Hindenburg Leiter der deutschen Obersten Heeresleitung, tritt zurück. Nachfolger wird General Wilhelm Groener.

Nach einer Unterbrechung von vier Jahren wird der Zugverkehr Paris-Lille wieder aufgenommen. Lille war am 18. Oktober von den deutschen Belagerern geräumt worden.

Karl I., Kaiser von Österreich, teilt Kaiser Wilhelm II. in einem Telegramm die Auflösung des Bündnisses zwischen Österreich-Ungarn und dem Deutschen Reich mit.

27.10.1918, Sonntag

In der vierten Note der deutschen Regierung an US-Präsident Thomas Woodrow Wilson beharren die Deutschen auf der Behauptung, es handele sich bei der Regierung des Deutschen Reiches um eine Volksvertretung.

In Österreich bildet Heinrich Lammasch als Ministerpräsident die letzte kaiserliche Regierung.

Österreich-Ungarn und die Türkei ersuchen beim US-amerikanischen Präsidenten Thomas Woodrow Wilson um einen Sonderfrieden.

28.10.1918, Montag

In Prag wird die Tschechoslowakische Republik durch Vertreter des tschechischen Nationalrates ausgerufen.

Der Deutsche Reichstag beschließt das Gesetz zur Parlamentarisierung. Danach soll in Zukunft die Reichsregierung vom Vertrauen des Reichstages abhängig sein.

Der deutsche Kunsthändler Paul Cassirer klagt gegen verschiedene deutsche Zeitschriften. Die Zeitungen hatten behauptet, Cassirer habe französische Gemälde illegal in die Schweiz gebracht, dort ausgestellt und zum Verkauf angeboten.

29.10.1918, Dienstag

Die kroatische Volksgruppe der Sabor (Jugoslawen) erklärt in Agram (Zagreb), die südslawischen Gebiete der Monarchie müssten so schnell wie möglich zu einem unabhängigen Staat mit Anschluss an Serbien zusammengeschlossen werden.

Im Rahmen der italienischen Offensive an der Piave müssen k.u.k. Truppen den Ort Vittorio Veneto räumen. Die ungarischen Truppenteile werden von der Front abgezogen.

In Moskau beginnt der I. Allrussische Kongress der Arbeiter-, Bauern- und Jugendverbände, auf dem der “Russische kommunistische Bund der Jugend” (RKSM) gegründet wird.

Kaiser Wilhelm II. begibt sich überraschend in das Quartier der deutschen Obersten Heeresleitung nach Spa. Er will dort die beginnende Meuterei der Flotte an der Nordsee besprechen. In Wilhelmshaven verweigern die Matrosen den Dienst für die Großoffensive der Flotte.

30.10.1918, Mittwoch

Die “Provisorische Nationalversammlung für Deutsch-Österreich” nimmt die von Karl Renner ausgearbeitete Provisorische Verfassung an. Danach soll Deutsch-Österreich ein Bestandteil der Deutschen Republik werden. Der neugewählte Staatsrat hat 22 Mitglieder mit drei Präsidenten. In der Nacht zum 31.10. wird die erste deutsch-österreichische Regierung mit dem 47-Jährigen Sozialdemokraten Karl Renner als Leiter der Staatskanzlei berufen.

Zwischen dem Osmanischen Reich und den Staaten der Entente wird der Waffenstillstand von Mudros geschlossen.

31.10.1918, Donnerstag

Das Organ der deutschen Sozialdemokratie “Vorwärts” fordert den Rücktritt von Kaiser Wilhelm II.

In Wien kommt es zu großen antimonarchistischen Demonstrationen.

Die provisorische deutsch-österreichische Regierung erklärt die Farben Rot-Weiß-Rot zu den Staatsfarben.

Im Kriegshafen Pula wird die k.u.k. Kriegsflotte an Jugoslawien übergeben.

Revolutionäre Soldaten erschießen den ehemaligen ungarischen Ministerpräsidenten István Graf Tisza in seiner Wohnung in Budapest.

Zum neuen Ministerpräsidenten Ungarns wird durch den Vertreter Kaiser Karl I., Erzherzog Josef, Mihály Graf Károlyi von Nagykárolyi bestimmt. Alexander Graf Wekerle, seit Mai 1917 im Amt, war kurz zuvor zurückgetreten.