Was geschah im Oktober 1949

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1.10.1949, Samstag

Die Sowjetunion protestiert bei den Regierungen Frankreichs, Großbritanniens und der Vereinigten Staaten gegen die Errichtung der Bundesrepublik Deutschland.

Vor dem Kaiserpalast in Peking proklamiert der Führer der Kommunistischen Partei Chinas, Mao Zedong, die Volksrepublik China.

Im Deutschen Museum in München wird das Bundespatentamt eröffnet.

Italiens Ausenminister Carlo Graf Sforza tritt vor dem Politischen und Sicherheitsausschuss der UN-Vollversammlung für die sofortige Unabhängigkeit der früheren italienischen Kolonien Libyen und Eritrea und die Treuhandschaft Italiens für Somaliland ein.

Die Fraktion der Wirtschaftlichen Aufbauvereinigung stellt im Bundestag den Antrag, den 2. August – den Tag, an dem 1945 das Potsdamer Abkommen geschlossen wurde – zum nationalen Trauertag des deutschen Volkes zu erklären.

2.10.1949, Sonntag

Ehemalige Angehörige der Deutschen Rechtspartei gründen in Hameln die rechtsextremistische Sozialistische Reichspartei (SRP).

Anlässlich der Feiern zum Weltfriedenstag wird die Grenze zwischen der Ostzone und der Bundesrepublik von den sowjetischen Behörden drei Tage lang uneingeschränkt für den Personenverkehr geöffnet. Viele Bewohner der sowjetischen Zone fliehen in dieser Zeit in den Westen oder kaufen hier lang entbehrte Waren ein.

2:2 endet das Fußballspiel Süddeutschland gegen Norddeutschland vor 35 000 Zuschauern in München.

Die Sowjetunion bricht die diplomatischen Beziehungen zur nationalchinesischen Regierung ab und erkennt die Volksrepublik China an.

3.10.1949, Montag

Nach dem in Frankfurt am Main unterzeichneten Handelsabkommen zwischen Österreich und der Bundesrepublik unterliegt der Warenaustausch nur noch wenigen Beschränkungen: Farben, Zellstoff und Kunstdünger dürfen nicht nach Österreich, Papier, Schnittholz und Edelstahl nur in bestimmten Mengen in die Bundesrepublik eingeführt werden.

4.10.1949, Dienstag

Die Außenminister der drei Westmächte kommen in Washington überein, die Aufnahme der Bundesrepublik in bestimmte Organisationen der Vereinten Nationen zu befürworten.

5.10.1949, Mittwoch

Der französische Ministerpräsident Henri Queuille tritt wegen Unstimmigkeiten über die Lohn- und Preisgestaltung zurück.

Um weitere Umsturzversuche zu verhindern, verhängt die Regierung von Paraguay den Belagerungszustand im gesamten Staatsgebiet.

Der KPD-Vorstand bezeichnet in einem Kommuniqué die Bundesregierung als Bedrohung des Friedens und der nationalen Existenz des deutschen Volkes und verlangt die Einsetzung einer gesamtdeutschen Regierung sowie den Abzug aller Besatzungstruppen.

6.10.1949, Donnerstag

US-Präsident Harry S. Truman unterzeichnet das Auslandshilfegesetz für 1949/50.

Das Kriegsverbrechergericht der französischen Zone in Rastatt stellt seine Tätigkeit ein.

7.10.1949, Freitag

Der Deutsche Volksrat in Berlin (Ost) konstituiert sich als provisorische Deutsche Volkskammer und setzt die Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik in Kraft.

In Brüssel wird eine Wanderausstellung mit Werken des englischen Bildhauers Henri Moore eröffnet.

8.10.1949, Samstag

In Frankfurt am Main wird das Interzonenhandelsabkommen zwischen der Bundesrepublik und der DDR unterzeichnet.

Die britischen Militärbehörden übergeben das Wolfsburger Volkswagenwerk in deutsche Hände.

9.10.1949, Sonntag

Bei den Parlamentswahlen in Österreich erhalten die Volkspartei 77, die Sozialisten 67, der rechtsextreme VdU 16 und die Kommunisten fünf Sitze.

Zum Auftakt des Internationalen Frauenkongresses in Bad Pyrmont konstituiert sich der Deutsche Frauenring für die Bundesrepublik.

Ehemalige Führer der Hitlerjugend (HJ) des Jungvolks und des Bundes Deutscher Mädel (BDM) sowie Vertreter von Nachkriegs-Jugendorganisationen beenden in Steinbach eine Gemeinschaftswoche unter dem Motto “Unsere Stellung zu Vergangenheit und Gegenwart”.

10.10.1949, Montag

Vom Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel startet eine Maschine zum ersten Linienflug nach New York mit Zwischenlandungen in Irland und Neufundland. Der Flugpreis – für den Hin- und Rückflug 531,80 US-Dollar (rund 2234 DM) – muss in US-Währung bezahlt werden.

Nach Schätzungen der Arbeitsgemeinschaft für Kriegsgefangenen- und Heimkehrerfragen befinden sich noch über zwei Millionen Deutsche in Kriegsgefangenschaft oder werden vermisst.

In New York nehmen Vertreter der vier Siegermächte ihre Besprechungen über den von ihnen angestrebten österreichischen Staatsvertrag wieder auf.

In Norwegen kann die Arbeiterpartei bei den Parlamentswahlen die Zahl ihrer Mandate von 77 auf 85 erhöhen. Die Liberalen erhalten 21 (bisher 20), die Konservativen 23 (25), Bauernpartei 12 (10) und Christliche Volkspartei 9 (8) Sitze.

Die Sowjetunion überträgt der Regierung der DDR die Verwaltungsfunktionen, die bislang der sowjetischen Militärverwaltung in Deutschland (SMAD) zustanden.

Innenminister Gustav Heinemann und der Minister für gesamtdeutsche Fragen Jakob Kaiser, treffen als erste Mitglieder der Bundesregierung zu einem offiziellen Besuch in Berlin (West) ein.

11.10.1949, Dienstag

Die Alliierte Hohe Kommission ermächtigt die Bundesregierung, Delegierte zum Europäischen Wirtschaftsrat (OEEC) zu entsenden.

Die Länderkammer, die sich nach der Wahl durch die Länderparlamente am Vortag in Berlin (Ost) konstituiert, und die Volkskammer der DDR wählen den SED-Vorsitzenden Wilhelm Pieck einstimmig zum ersten Präsidenten des neugegründeten Staates.

In der Tschechoslowakei erreicht eine neuerliche Verhaftungswelle ihren Höhepunkt. Allein im Prager Stadtteil Barandow sind mehrere hundert Personen – hauptsächlich Ärzte, Anwälte, Geschäftsleute und Grundbesitzer – festgenommen worden. Sie sollen in Arbeitslager eingewiesen werden, um dort eine Umschulung durchzumachen.

Die Regierung der Südafrikanischen Union unterbreitet Großbritannien ihren Wunsch nach Eingliederung der britischen Protektorate Betschuanaland (Botswana), Basutoland (Lesotho) und Swasiland in die Union.

Zuckerwaren und Kakaoerzeugnisse werden in der Bundesrepublik nicht mehr bewirtschaftet. Die monatliche Zuckerration (1500 g) ist weiterhin nur auf Lebensmittelmarken erhältlich.

12.10.1949, Mittwoch

Der Bundesminister für Vertriebene Hans Lukaschek (CDU), kündigt an, dass 600 000 Vertriebene aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bayern in den nächsten zwei Jahren in andere Bundesländer umgesiedelt werden sollen.

DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl (SED) stellt der Provisorischen Volkskammer sein Kabinett vor.

Eine Delegation des Westberliner Magistrats trägt den westlichen Stadtkommandanten den Wunsch der Stadtverordnetenversammlung nach Eingliederung Berlins als zwölftes Land in die Bundesrepublik vor.

Die pakistanische Regierung gibt sich selbst das Recht, Verhaftungen und Beschränkungen der Freizügigkeit, die Überwachung von “umstürzlerischen Vereinen”, Informationskontrollen und Pressezensur anzuordnen.

13.10.1949, Donnerstag

In Israel wird ein besonderer Grenzschutz aufgestellt, der das illegale Eindringen arabischer Flüchtlinge nach Israel verhindern soll.

Auf dem Kongress der westdeutschen Gewerkschaftsverbände, der am Vortag in München eröffnet wurde, konstituiert sich der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB). Am 14. Oktober wird Hans Böckler von den Delegierten zum DGB-Bundesvorsitzenden gewählt.

Etwa 4000 Todesopfer fordert eine Hochwasserkatastrophe in Guatemala. Der Sachschaden beläuft sich auf über 50 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 210 Millionen DM).

14.10.1949, Freitag

Der irakische Ministerpräsident Nuri As-Said schlägt vor, 100 000 irakische Juden nach Israel umzusiedeln und dafür 100 000 palästinensische Flüchtlinge im Irak aufzunehmen.

In einem Glückwunschtelegramm an DDR-Präsident Wilhelm Pieck erklärt der sowjetische Staats- und Parteichef Josef W. Stalin, die Gründung der DDR stelle einen Wendepunkt in der europäischen Geschichte dar.

Nachdem die Wirtschaftsunion der Benelux-Staaten wegen Differenzen über den Zahlungsverkehr zwischen den Niederlanden und Belgien nicht wie geplant am 1. Oktober in Kraft getreten ist, beschließt eine Konferenz von Ministern und Sachverständigen der drei Staaten zunächst nur eine beschränkte Wirtschaftsunion anzustreben, die am 1. Juli 1950 beginnen soll.

Die Hörfunkzeitschrift “Hör zu” stellt ihren Lesern den Igel Mecki vor, eine gezeichnete Figur, die das Blatt kommentierend begleiten soll.

15.10.1949, Samstag

In München wird das bislang modernste Fernsprechamt der Bundesrepublik eröffnet. Es ist für die sofortige Vermittlung von Ferngesprächen im Anschluss an die Anmeldung eingerichtet.

In der Bundesrepublik sind 1 332 863 Menschen arbeitslos.

Der frühere ungarische Außenminister László Rajk, der am 24. September wegen “Titoismus” zum Tode verurteilt worden ist, wird hingerichtet.

Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) und der SPD-Vorsitzende Kurt Schumacher erörtern in einem mehrstündigen Gespräch in Bonn den Status Berlins und die Lage nach der DDR-Gründung.

Die Sowjetunion nimmt diplomatische Beziehungen mit der provisorischen Regierung der DDR auf.

16.10.1949, Sonntag

Bei den Wahlen zur Hamburger Bürgerschaft erhalten SPD 65 Sitze, Vaterstädtischer Bund – ein Zusammenschluss von CDU, FDP und Deutscher Konservativer Partei (DKP) – 40 Sitze, DP neun, KPD fünf und Radikal-soziale Freiheitspartei (RSF) ein Mandat.

Die kommunistische griechische Befreiungsarmee, die sich seit sieben Jahren Kämpfe mit den Regierungstruppen liefert, stellt ihre Operationen ein, um – wie es heißt – angesichts der Übermacht des Okkupators eine völlige Verwüstung des Landes zu vermeiden.

In der Türkei boykottieren die Oppositionsparteien die Wahlen zur Besetzung von 14 freigewordenen Parlamentssitzen. Bei einer Wahlbeteiligung von nur 25% gewinnt die regierende Republikanische Partei alle 14 Mandate.

Auf ihrem Parteitag in Rheydt wählt die Zentrumspartei Helene Wessel zur ersten Vorsitzenden. Sie ist Nachfolgerin des am 9. Juli verstorbenen Fritz Stricker.

17.10.1949, Montag

DDR-Außenminister Georg Dertinger erklärt, die DDR werde bis Ende Dezember einen Friedensvertrag mit der Sowjetunion schließen, die sowjetischen Besatzungstruppen würden das Land bis zum 1. Februar 1950 verlassen.

18.10.1949, Dienstag

Der UN-Sicherheitsrat beschließt, vor seinen Sitzungen gegebenenfalls Besprechungen der fünf ständigen Mitglieder anzuberaumen, um den Gebrauch des Vetorechts zu vermindern.

19.10.1949, Mittwoch

Im Wirtschaftsjahr 1949/50 muss die Bundesrepublik 9,4 Millionen t Getreide, 410 000 t Fett und 599 000 t Rohzucker importieren. Dies teilt Landwirtschaftsminister Wilhelm Niklas mit.

Die drei sozialdemokratischen Minister in der rheinland-pfälzischen Landesregierung treten von ihren Ämtern zurück nachdem ihr Koalitionspartner CDU die Ablösung des Regierungspräsidenten der Pfalz, Franz Bögler (SPD), gefordert hat.

20.10.1949, Donnerstag

Die Alliierte Hohe Kommission entscheidet, dass auswärtige diplomatische Vertretungen nicht bei der Bundesregierung, sondern bei der Hohen Kommission akkreditiert sein werden.

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen wählt Ecuador, Indien und Jugoslawien für zwei Jahre – beginnend mit dem 1. Januar 1950 – zu Mitgliedern des Sicherheitsrats. Die Wahl Jugoslawiens gilt als diplomatischer Sieg des Landes über die UdSSR, mit der es ideologisch zerstritten ist.

Die UNESCO, die UN-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur, eröffnet Büros in Stuttgart, Düsseldorf und Mainz und gibt ein Deutschlandprogramm bekannt, durch das u.a. der Austausch deutscher und ausländischer Wissenschaftler gefördert werden soll.

21.10.1949, Freitag

In einer Regierungserklärung bezeichnet Bundeskanzler Konrad Adenauer die Bundesrepublik als die “alleinige legitimierte staatliche Organisation des deutschen Volkes”.

In München, Essen und Gelsenkirchen wird ein Film über die Tätigkeit des sog. Wunderheilers Bruno Gröning uraufgeführt.

In China besetzen die kommunistischen Truppen Swatau, den letzten größeren Seehafen der Nationalchinesen.

Elf führende Mitglieder der Kommunistischen Partei der USA werden wegen Propagierung und Vorbereitung eines Regierungssturzes zu fünf bzw. drei Jahren Gefängnis und 10 000 US-Dollar (42 000 DM) Geldstrafe verurteilt.

Die tschechoslowakische Regierung lässt einen Angestellten der US-amerikanischen Botschaft in Prag verhaften und fordert die Abberufung eines Attachés, weil die US-Botschaft die Zentrale einer großangelegten Spionageorganisation sei. Daraufhin verlangen die USA am 29. Oktober die Abberufung des tschechoslowakischen Generalkonsuls in New York und eines seiner Angestellten.

22.10.1949, Samstag

In Kolumbien schließen die Konservativen und die Liberalen ein Abkommen mit dem die gespannte politische Lage entschärft werden soll. Es sieht die Verschiebung der am 27. November fälligen Wahlen um fünf Jahre, die Ausarbeitung einer Verfassungsreform und die Bildung einer Regierungskommission zur Revision der Wahllisten vor.

In Ostrau läuft der tschechoslowakische Langstreckler Emil Zatopek die 10 000 m in der Weltrekordzeit von 29:21,2 min. Er unterbietet damit die Bestmarke des Finnen Viljo Heino um 6 sec.

23.10.1949, Sonntag

Bei den Parlamentswahlen auf Island können die Konservativen 19 (bisher 20), die Fortschrittlichen 17 (13), die Kommunisten 9 (10) und die Sozialdemokraten 7 (9) Sitze erreichen.

In Köln wird die Kammeroper “Des Simplicius Simplicissimus Jugend” (entstanden 1934/35) von Karl Amadeus Hartmann uraufgeführt.

24.10.1949, Montag

Anlässlich der Grundsteinlegung für das ständige Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York erklärt US-Präsident Harry S. Truman, sein Land werde den Mehrheitsvorschlag für eine internationale Kontrolle der Atomenergie vor der UNO unterstützen.

Der seit dem 7. Mai an Stelle des erkrankten und am 23. Oktober offiziell zurückgetretenen Enrique Hertzog amtierende bolivianische Präsident Mamerto Urriolagoitia wird vom Kongress zum neuen Präsidenten des Landes gewählt. Er wird am 27. Oktober vereidigt.

DDR-Außenminister Georg Dertinger fordert in einem Schreiben an alle Regierungen dazu auf, normale diplomatische und wirtschaftliche Beziehungen zu seinem Land aufzunehmen.

25.10.1949, Dienstag

Nach Angaben von Bundesvertriebenenminister Hans Lukaschek kommen täglich über 1000 Flüchtlinge aus der DDR in die Bundesrepublik.

In Bayern dürfen an höheren Schulen, an denen Jungen unterrichtet werden, nur noch überwiegend Männer als Lehrer eingesetzt werden, bei Mädchen in erster Linie Frauen. Durch diesen Beschluss des bayerischen Landtags sind etwa 200 Lehrerinnen von Arbeitslosigkeit bedroht.

26.10.1949, Mittwoch

In einem Artikel in der SED-Parteizeitung “Neues Deutschland” lädt DDR-Präsident Wilhelm Pieck die Bundesregierung dazu ein, Verhandlungen über die Einheit Deutschlands aufzunehmen.

US-Präsident Harry S. Truman unterzeichnet ein Gesetz, das den Mindeststundenlohn in den Vereinigten Staaten von 40 auf 75 US-Cents heraufsetzt.

Der US-Militärgouverneur in Japan, General Douglas MacArthur, erlässt zwei Verfügungen zur Neugestaltung des japanischen Außenhandels.

Die seit 1934 in Großbritannien und den USA lebende Schauspielerin Elisabeth Bergner gastiert erstmals seit 15 Jahren wieder in Deutschland.

27.10.1949, Donnerstag

Das britische Unterhaus billigt das Notprogramm der Regierung zur Behebung der Wirtschaftskrise. Vorgesehen sind Einsparungen von 250 Millionen Pfund (knapp drei Milliarden DM) vor allem bei Subventionen.

Der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Norwegens, Peder Vuruboten, und sieben weitere Mitglieder des Zentralkomitees der Partei werden wegen “trotzkistischer und titoistischer Haltung” ihrer Ämter enthoben.

Der spanische Diktator Francisco Franco Bahamonde beendet einen sechstägigen Besuch in Portugal.

In Ludwigshafen schließen sich die Arbeitsgemeinschaften der 79 Industrie- und Handelskammern der Westzonen zum 1. Industrie- und Handelstag der Bundesrepublik zusammen.

28.10.1949, Freitag

In Frankreich bildet Georges Bidault (Republikanische Volksbewegung; MRP) eine neue Regierung.

Beim Absturz eines Verkehrsflugzeugs auf der Azoreninsel Sao Miguel kommen 49 Menschen ums Leben. Unter ihnen sind die Geigerin Ginette Neveu und der Ex-Mittelgewichtsweltmeister der Profiboxer Marcel Cerdan.

Die Finanzminister der Bundesländer einigen sich bei Beratungen in Königstein darauf, Berlin (West) eine Beihilfe in Höhe von 37 Millionen DM zu gewähren.

29.10.1949, Samstag

Auf einer Heimkehrerversammlung in Berlin (Ost) erklärt DDR-Präsident Wilhelm Pieck, alle noch in sowjetischer Kriegsgefangenschaft befindlichen Deutschen würden bis zum 1. Januar 1950 zurückkehren.

30.10.1949, Sonntag

Die letzten belgischen Truppen räumen ihre Quartiere in Bonn. Die Bundeshauptstadt ist das erste deutsche Gebiet, das seit der Kapitulation 1945 wieder frei von Besatzungstruppen ist.

In Düsseldorf-Heerdt wird ein ehemaliger Hochbunker als Gotteshaus geweiht. Um den Schutzbau in eine Kirche zu verwandeln, wurden in die 1,10 m dicken Betonwände fünf hohe Bogenfenster gesprengt.

31.10.1949, Montag

Bundespräsident Theodor Heuss trifft zu seinem ersten offiziellen Besuch in Berlin (West) ein.

Die Bundesrepublik wird in den Europäischen Wirtschaftsrat (OEEC) aufgenommen, der über die Verteilung der US-amerikanischen Wiederaufbauhilfe für Europa entscheidet.

Das britische Unterhaus beschränkt per Gesetz das Recht des Oberhauses, das Inkrafttreten von Gesetzen zu verzögern von bisher zwei Jahren auf ein Jahr.

Die Parteileitung der italienischen Rechtssozialisten (PSLI) weist die der Partei angehörenden drei Minister und drei Unterstaatssekretäre an, Ministerpräsident Alcide De Gasperi ihren Rücktritt einzureichen.

In einem Abkommen zwischen der Bethlehem Steel Corporation und der Stahlarbeitergewerkschaft werden erstmals in den Vereinigten Staaten Pensionen vereinbart, die ausschließlich zu Lasten der Unternehmer gehen.