Was geschah im Oktober 1952

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1.10.1952, Mittwoch

In einer Erklärung warnt der stellvertretende sowjetische Außenminister Georgij M. Puschkin Dänemark davor, die Stationierung von NATO-Truppen auf seinem Territorium zuzulassen. Für die Folgen dieser Bedrohung der Sowjetunion sei allein die dänische Regierung verantwortlich.

Bei den Wahlen zum japanischen Abgeordnetenhaus verteidigen die Liberalen die absolute Mehrheit. Sie erringen 240 von 266 Mandaten.

Der Provinzialverband der nordrhein-westfälischen Obst- und Gemüsebauern teilt auf seiner Jahreshauptversammlung in Krefeld mit, dass es durch ein Überangebot zu einem drastischen Preisverfall bei Pflaumen und Birnen gekommen sei. Ein Zentner Birnen kostet zum Teil nur 2 DM, ein Zentner Pflaumen 8 DM.

Das erste große Linienstellwerk der Deutschen Bundesbahn wird in Nürnberg in Betrieb genommen.

2.10.1952, Donnerstag

Die Bundesrepublik Deutschland entsendet einen Beobachter zu den Vereinten Nationen nach New York.

Mit 151 gegen 146 Stimmen bei zwei Enthaltungen lehnt der Bundestag in Bonn die Wiedereinführung der Todesstrafe bei Mord und Menschenraub ab.

Die DDR-Volkskammer verabschiedet das Gesetz über die Wiederherstellung der staatsbürgerlichen Rechte ehemaliger Wehrmachtsoffiziere und NSDAP-Mitglieder. Die Mehrzahl von ihnen, so die Begründung, habe tatkräftig beim Aufbau eines friedlichen, demokratischen Deutschland mitgeholfen.

Die französische Besatzungsbehörde in Freiburg im Breisgau sagt zu, auf den Einsatz von Sirenen als Signal innerhalb der Kasernen zu verzichten; dies rief seit Jahren den Protest der Bevölkerung hervor, die sich dadurch an den Fliegeralarm während des Zweiten Weltkriegs erinnert fühlte.

3.10.1952, Freitag

Auf der seit dem 29. September in Morecambe tagenden Jahreskonferenz der britischen Labour Party kommt es zu Auseinandersetzungen über die radikalen Ansichten des ehemaligen Arbeitsministers Aneurin Bevan.

Die sowjetische Regierung erklärt US-Botschafter George F. Kennan zur persona non grata (unerwünschten Person). Kennan hatte die eingeschränkte Bewegungsfreiheit von US-Amerikanern in Moskau mit der Behandlung von Ausländern im nationalsozialistischen Deutschland verglichen.

Auf dem Montebello-Archipel vor Australien wird die erste britische Atombombe gezündet.

Der Physik-Nobelpreisträger Werner Heisenberg erklärt, die Bundesrepublik Deutschland sei technisch in der Lage, eine eigene Atomanlage für Forschungszwecke zu bauen.

4.10.1952, Samstag

Einzige Neuheit auf dem Pariser Autosalon ist ein in Frankreich entwickelter Turbinenwagen mit 100 PS. Der Motor arbeitet mit Dieselkraftstoff, soll ruhiger laufen als ein Kolbenmotor und bei kaltem Wetter besser starten.

Der französische Außenminister Robert Schuman weist die u.a. vom SPD-Abgeordneten Herbert Wehner aufgestellte Behauptung zurück, Frankreich verhandle heimlich mit der Sowjetunion über eine Aufrechterhaltung der deutschen Teilung.

Der Sicherheitsbeauftragte der Bundesregierung, Theodor Blank, kündigt die Errichtung eines Bundesverteidigungsministeriums an.

In der bulgarischen Hauptstadt Sofia werden Bischof Josaphat Schischkoff und drei Priester wegen angeblicher Spionage und staatsfeindlicher Tätigkeit zum Tode verurteilt. 19 weitere Geistliche erhalten hohe Haftstrafen.

5.10.1952, Sonntag

In Moskau beginnt der zehntägige XIX. Parteitag der KPdSU. Es ist der erste nach dem Zweiten Weltkrieg.

Die Schweizer lehnen mehrheitlich eine finanzielle Beteiligung von Mietern am Einbau von Luftschutzräumen in bestehende Wohnungen ab.

Im ersten Aufeinandertreffen nach dem Zweiten Weltkrieg unterliegt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der französischen Nationalelf in Paris mit 1:3.

6.10.1952, Montag

Die sowjetische Zeitschrift “Bolschewik” veröffentlicht das Werk “Ökonomische Probleme des Sozialismus in der UdSSR”, in dem Josef W. Stalin u.a. den Zerfall der Weltmärkte durch eine schwere Krise des Kapitalismus vorhersagt.

Der Europäische Rat für Kernphysik beschließt in Amsterdam die Errichtung des Laboratoriums für Atomforschung in Genf. Der auf sechs Jahre veranschlagte Bau zur wissenschaftlichen Erforschung des Materienaufbaus soll etwa 110 Mio. DM kosten.

Alfred Jennewein, erster Vorsitzender des Deutschen Alpenvereins, warnt auf der Hauptversammlung der Organisation vor Massentourismus in der Bergwelt durch immer mehr Seilbahnen.

7.10.1952, Dienstag

Die SPD-Bundestagsfraktion wählt den neuen Parteivorsitzenden der Sozialdemokraten, Erich Ollenhauer als Nachfolger des verstorbenen Kurt Schumacher zu ihrem Vorsitzenden.

In der DDR werden die militärischen Dienstgrade der Volkspolizei festgelegt. Die neuen olivgrünen Uniformen sehen den sowjetischen ähnlich.

Indischen Wissenschaftlern soll die synthetische Herstellung von Reis und Quark aus Pflanzenmilch gelungen sein. Nach offiziellen Angaben haben die Nahrungsmittel einen höheren Calcium- und Vitamingehalt und sind damit für die Ernährung der Bevölkerung von großer Bedeutung.

8.10.1952, Mittwoch

Vor dem Plenum des hessischen Landtags in Wiesbaden gibt Ministerpräsident Georg August Zinn die Enttarnung einer rechtsextremistischen Geheimorganisation bekannt.

Die erste in Hamburg erstellte Ausgabe des Nachrichtenmagazins “Der Spiegel” erscheint. Bisheriger Redaktionssitz war Hannover.

In der Nähe von Köln testen Ingenieure einen ersten Typ der Einschienen-Schnellbahn.

Bei einem Zugunglück auf dem Bahnhof des Londoner Vororts Harrow kommen 110 Menschen ums Leben.

9.10.1952, Donnerstag

Ein Organisationsgesetz löst in Bayern das Besatzungsrecht im Polizeiwesen ab. Staat und Gemeinden sind nun Träger der Polizei.

Das erste Flüchtlingsdorf der Bundesrepublik Deutschland wird auf den Namen “Ordenskamp” getauft. Der Ort in Niedersachsen entstand durch die Ansiedlung ostvertriebener Bauern.

Louis Armstrong startet seine erste Deutschlandtournee mit einem Konzert in Düsseldorf.

2500 Menschen nehmen an Prozessionen aus Anlass des dritten Jahrestages der “Marienerscheinung” in Heroldsbach teil, die von der katholischen Kirche nicht anerkannt wird.

10.10.1952, Freitag

Der Deutsche Bundestag verabschiedet Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Absatzsteigerung von Milch. Dazu gehört die Angleichung der wirtschaftlichen Bedingungen in den Bundesländern und eine Werbekampagne.

Der neue Film des Schauspielers und Produzenten Charlie Chaplin, “Limelight”, wird in London uraufgeführt.

Wegen rapide steigender Unfallzahlen führt Italien den Führerschein für Motorradfahrer ein.

11.10.1952, Samstag

Die in Berlin (Ost) tagende gesamtdeutsche Evangelische Synode appelliert an die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs, durch eine baldige Konferenz über die deutsche Wiedervereinigung die Zuspitzung der politischen und ideologischen Auseinandersetzungen in Deutschland zu beenden.

König Paul I. von Griechenland nimmt das Rücktrittsgesuch der Koalitionsregierung unter General Nikolaos Plastiras an und löst das Parlament auf.

12.10.1952, Sonntag

Bei den landesweiten Gemeindewahlen in Belgien legen die Sozialisten um 8% zu. Damit lösen sie die Christlich-Sozialen, die sechs Prozentpunkte verlieren, als stärkste Partei ab.

Nach Auskunft von Bundesverkehrsminister Hans-Christoph Seebohm übertrifft die Zahl ausländischer Touristen in der Bundesrepublik Deutschland erstmals den Vorkriegsstand.

Ein völlig neues Kinoerlebnis verspricht der dreidimensionale Film, der in New York vorgestellt wird.

13.10.1952, Montag

Die britischen Importe aus der Sowjetunion, vor allem Getreide, übersteigen die des Vorjahres um mehr als das Doppelte.

In der Nähe von Johannesburg eröffnet Premierminister Daniel F. Malan das erste Uran-Unternehmen Südafrikas.

Zum Schutz vor moralischer Verwahrlosung verbietet das österreichische Bundesland Kärnten den Verkauf von Wildwest- und Gangstergeschichten an Jugendliche.

14.10.1952, Dienstag

Nach Streitigkeiten um Kompetenzen ernennt der ägyptische Ministerrat Prinz Mohammed Abd El Moneim zum alleinigen provisorischen Regenten.

Die siebte UN-Vollversammlung findet erstmals im neuen New Yorker Gebäude der Organisation statt.

Le Corbusiers “Unité d’Habitation” mit Wohnungen für 1700 Menschen wird in Marseille eingeweiht.

15.10.1952, Mittwoch

Durch Gesetz wird die 110 000 Mann starke japanische Polizeireserve in eine “Nationale Sicherheits-Streitkraft” umgewandelt. Die mit leichten Waffen ausgerüstete Truppe wird von der US-amerikanischen Militärmission ausgebildet und trägt Uniformen im US-Stil.

Im Freiburger Verlag Witte erscheint das erste Schüler-Lexikon. 14 000 Stichworte werden durch 1000 Abbildungen und leicht verständlichen Stil für zehn- bis 16-Jährige Leser erklärt.

16.10.1952, Donnerstag

Im Streit um Ölförderrechte bricht der Iran die diplomatischen Beziehungen zu Großbritannien ab.

Der Generaldirektor des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR), Adolf Grimme, legt in Hamburg-Lockstedt den Grundstein für das erste Fernsehstudio.

Der bundesdeutsche Box-Europameister Conny Rux wechselt zum Catchen über, das sich wachsender Beliebtheit erfreut.

17.10.1952, Freitag

Die Delegierten des DGB-Bundeskongresses in Berlin (West) stürzen den Vorsitzenden Christian Fette, weil er bei den Verhandlungen um das Betriebsverfassungsgesetz zu nachgiebig gewesen sei. Fettes Nachfolger wird der bisherige IG-Metall-Vorsitzende Walter Freitag.

Per Gesetz wird in der Bundesrepublik Deutschland eine Bundesanstalt für den Güterfernverkehr gegründet.

Auf der zweiten Konferenz der DDR-Verleger in Leipzig werden erstmals “Die schönsten Bücher des Jahres” ausgezeichnet.

18.10.1952, Samstag

Halle-Wittenberg feiert das 450-Jährige Bestehen der Martin-Luther-Universität. In der Festansprache betont DDR-Volksbildungsminister Paul Wandel, dass es ohne den Marxismus-Leninismus keinen Fortschritt in der Wissenschaft geben könne.

Geschenksendungen in die DDR dürfen neben anderen Dingen nur noch 250 g Kaffee, Kakao oder Schokolade sowie 50 g Tabak enthalten.

19.10.1952, Sonntag

In einem Interview spricht sich der Schalker Fußballspieler Fritz Szepan für die Gründung einer Bundesliga und das Vollprofitum aus.

Die Düsseldorfer Kunststoffmesse schließt ihre Pforten. Neuheiten der einwöchigen Ausstellung sind u.a. die unzerbrechliche Plastikflasche und ein auf kleinsten Raum zusammenfaltbares Regencape.

In Hamburg wird das Wahrzeichen der Stadt, die wiederaufgebaute Sankt-Michaelis-Kirche (Hamburger Michel), eingeweiht.

Auf dem zweitägigen CDU-Parteitag in Berlin (West) wird Bundeskanzler Konrad Adenauer mit 302 von 307 Stimmen als erster Vorsitzender bestätigt. Vorrangige Ziele seien die Bildung einer europäischen Föderation und die Wiedervereinigung Deutschlands.

20.10.1952, Montag

Nach Aufständen der Mau-Mau-Bewegung verhängt Großbritannien den Ausnahmezustand über seine Kolonie Kenia. Der Geheimbund des Kikuyu-Stammes will durch die Vertreibung der weißen Siedler eine Neuverteilung des Bodens und die nationale Unabhängigkeit erreichen.

Thomas Mann liest in den Münchener Kammerspielen aus seinem noch unveröffentlichten Roman “Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull”.

Auf Beschluss der niedersächsischen Landesregierung darf auf behördlichen und privaten Fragebögen nicht mehr nach der früheren Parteizugehörigkeit gefragt werden.

Die Sowjetrussin Nina Dumbadse verbessert den Weltrekord im Diskuswerfen um 3,43 m auf 57,04 m.

21.10.1952, Dienstag

In Mailand endet der fünftägige 2. Kongress der Sozialistischen Internationale (SI). 119 Delegierte aus über 30 Staaten und Organisationen begrüßen die Montanunion und schlagen entwicklungspolitische Maßnahmen unter Führung der kapitalistischen Länder vor.

Ministerpräsident Alcide De Gasperi unterstützt in einer außenpolitischen Debatte der italienischen Abgeordnetenkammer die UN-Prinzipien und eine kontrollierte Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland. Italien ist durch das Veto der Sowjetunion bislang nicht Mitglied der Vereinten Nationen.

Bei Wirbelstürmen in Indochina und auf den Philippinen kommen weit mehr als 1000 Menschen ums Leben.

22.10.1952, Mittwoch

In einer Sondersitzung des bayerischen Landtages wirft Präsident Alois Hundhammer (CSU) der Sowjetunion die Wiedereinführung der Sklaverei vor, weil sie noch immer zahlreiche deutsche Kriegsgefangene festhalte.

Nach Vorschlägen des FDP-Abgeordneten Karl-Georg Pfleiderer soll Europa eine vermittelnde Rolle zwischen Ost und West übernehmen. Nur so sei eine friedliche deutsche Wiedervereinigung möglich.

Die Spitzenverbände der bundesdeutschen Wirtschaft und Fachorganisationen gründen den “Ostausschuss der deutschen Wirtschaft” mit Sitz in Köln. Ziel der vereinbarten Angleichung von Im- und Exportbedingungen ist eine bessere Verhandlungsposition bei Geschäften mit Ostblockstaaten.

23.10.1952, Donnerstag

Nach dem Scheitern des Haushaltsentwurfs demissioniert die österreichische Koalitionsregierung unter Leopold Figl (Österreichische Volkspartei, ÖVP), der fünf Tage später erneut mit der Regierungsbildung beauftragt wird.

Die Sowjetrussin Galina Zybina verbessert ihren eigenen Weltrekord im Kugelstoßen um 5 cm auf 15,42 m.

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe erklärt die 1949 gegründete rechtsradikale und antisemitische Sozialistische Reichspartei (SRP) für verfassungswidrig.

24.10.1952, Freitag

Mit einer Arbeitslosenquote von 2,5% ist im Ruhrgebiet praktisch Vollbeschäftigung erreicht.

Dunlop stellt den M & S-(Matsch und Schnee)Reifen vor, der Schneeketten im Winter überflüssig machen soll.

In Frankfurt am Main wird die erste Agentur für Fotomodelle, Mannequins und Schauspieler gegründet.

25.10.1952, Samstag

Der Deutsche Kulturtag, ein Gremium von Wissenschaftlern und Künstlern aus beiden deutschen Staaten, ruft in Bayreuth zur Zusammenarbeit auf.

In Berlin (West) findet die deutsche Erstaufführung des Films “Don Camillo und Peppone” nach dem Roman von Giovanni Guareschi statt. Regie führte Julien Duvivier.

26.10.1952, Sonntag

Bei den Wahlen zum polnischen Parlament, dem Sejm, erhält die Nationale Front auf der Einheitsliste 99,8% aller gültigen Stimmen.

In Düsseldorf beginnt die Hollandwoche. Die Veranstaltung will die wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen den Niederlanden und der Bundesrepublik vertiefen.

46% aller Männer meinen nach einer Umfrage des Bielefelder EMNID-Instituts, Frauen sollten sich nicht schminken, 30% wollen es besonderen Anlässen vorbehalten. Auch 32% der Frauen lehnen es ab, sich durch Make-up und Wimperntusche zu “verschönern”.

27.10.1952, Montag

Die Chefs sämtlicher Waffengattungen der DDR-Volkspolizei werden zu stellvertretenden Innenministern ernannt. Sie bilden das Oberkommando einer künftigen Volksarmee.

In Düsseldorf wird der erste motorisierte Bereitschaftswagen des Technischen Hilfswerks vorgestellt. Die Gewerkschaften fürchten, die Mitglieder der 1950 gegründeten Organisation könnten bei Arbeitskämpfen auch als Streikbrecher eingesetzt werden.

28.10.1952, Dienstag

Im Vorfeld der Kommunalwahl in Niedersachsen deckt die Polizei bei Hausdurchsuchungen 57 Nachfolgeorganisationen der am 23. Oktober verbotenen Sozialistischen Reichspartei auf.

Mit dem Schauspiel “Für die auf See” von Boris Andrejewitsch Lawrenjow wird in Berlin (Ost) das Maxim-Gorki-Theater eröffnet.

In London erscheint die erste vollständige Biographie Adolf Hitlers. Autor ist der britische Historiker Alan Bullock.

29.10.1952, Mittwoch

Ägypten gewährt dem Sudan innere Autonomie. Laut einem zwischen beiden Staaten geschlossenen Abkommen kann der Sudan nach spätestens drei Jahren frei entscheiden, ob er unabhängig werden oder eine Union mit Ägypten bilden will. Der Sudan wird seit 1899 gemeinsam von Großbritannien und Ägypten beherrscht.

In Berlin (Ost) findet der Gründungskongress des DDR-Bundes Deutscher Architekten statt.

30.10.1952, Donnerstag

Die Bundesregierung erkennt den am 30. November zu wählenden neuen saarländischen Landtag im Voraus nicht an. Da Parteien, die für einen Anschluss an die Bundesrepublik eintreten, nicht zur Wahl zugelassen seien, werde die Saarbevölkerung nicht legitim vertreten.

Der Deutsche Bundestag nimmt in dritter Lesung drei Gesetzentwürfe zur Förderung des Kapitalmarkts an. Hierzu gehört u.a. die steuerliche Begünstigung für festverzinsliche Wertpapiere und die Möglichkeit, Dividenden von mehr als 6% auszuschütten.

Der neue Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Avery Brundage, schlägt eigenständige Olympische Spiele für Frauen vor.

31.10.1952, Freitag

Der Regierende Bürgermeister von Berlin (West), Ernst Reuter, spricht sich für eine Direktwahl der Berliner Bundestagsabgeordneten durch die Bevölkerung aus. Bislang werden diese vom Berliner Senat bestimmt.

Auf dem Europa-Tag des Bundesverbandes der Deutschen Industrie in Trier befürworten Industrielle aus den sechs Ländern der Montanunion die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS). Gleichzeitig warnen sie vor der Gefahr des Zentralismus und dem Festhalten an nationalen Souveränitätsrechten.

Bundesverkehrsminister Hans-Christoph Seebohm (DP) schätzt die Kosten für einen großzügigen Ausbau des bundesdeutschen Straßennetzes auf etwa 16 Mrd. DM. Die geplanten 48 000 km Durchgangsstraßen sollen innerhalb von 15 Jahren fertiggestellt werden.