Was geschah im Oktober 1960

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1.10.1960, Samstag

Der Ministerpräsident der UdSSR, Nikita S. Chruschtschow, droht vor der UN-Vollversammlung in New York mit dem Austritt der Ostblockstaaten, falls der Volksrepublik China die Aufnahme verweigert werde.

Nigeria erhält von Großbritannien seine Souveränität.

Nach einer Bauzeit von vier Jahren wird in Braunschweig einer der modernsten Bahnhöfe in Europa seiner Bestimmung übergeben.

Vor einem Militärgericht in Paris werden 17 Personen wegen Unterstützung der algerischen Unabhängigkeitsbewegung zu Freiheitsstrafen zwischen acht Monaten und zehn Jahren verurteilt.

In Moskau wird für Studenten aus Entwicklungsländern die “Universität der Völkerfreundschaft” eröffnet.

Nach seinem Sieg bei den Wahlen am 8. Mai wird der konservative Politiker Roberto Francisco Chiari Präsident der Republik Panama.

2.10.1960, Sonntag

Der ehemalige saarländische Ministerpräsident Hubert Ney (bis 1959 CDU) gründet eine neue Partei, die Christlich Nationale Gemeinschaft (CNG).

Allendorf im Landkreis Marburg, die größte Vertriebenensiedlung in der Bundesrepublik, erhält die Stadtrechte.

Der Botschafter Guatemalas in Belgien und den Niederlanden wird im Besitz von 50 kg Heroin in New York verhaftet. Es ist die größte Rauschgiftmenge, die von der US-amerikanischen Bundeskriminalpolizei (FBI) bisher sichergestellt wurde.

3.10.1960, Montag

Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard (CDU) beendet einen fünftägigen Besuch in Afghanistan mit der Zusicherung einer verstärkten Wirtschaftshilfe für das asiatische Land.

Bei den Präsidentschaftswahlen in Brasilien erhält der Kandidat der oppositionellen Nationaldemokratischen Partei, Jânio da Silva Quadros, die Mehrheit. Er tritt am 31. Januar 1961 sein Amt an.

In Oberammergau werden die seit dem 17. Mai andauernden Passionsspiele beendet.

4.10.1960, Dienstag

Ein US-Verkehrsflugzeug stürzt kurz nach dem Start in den Hafen von Boston. Von den 72 Insassen können nur elf lebend geborgen werden.

Der deutsche Reisebüroverband teilt in Kiel mit, dass in der Reisesaison 1960 70% der 13 Mio. deutschen Urlauber ihre Ferien in der Bundesrepublik verbracht haben.

Courier IB”, der erste aktive Kommunikationssatellit, wird auf dem US-amerikanischen Weltraumstützpunkt Kap Canaveral in eine Umlaufbahn um die Erde geschossen.

5.10.1960, Mittwoch

Der schweizerische Nationalrat billigt eine Reform der eidgenössischen Armee. Die Truppen werden in rasch bewegliche Einheiten umgewandelt. Ein Antrag der oppositionellen Sozialdemokraten, die Möglichkeit der Wehrdienstverweigerung einzuführen, scheitert.

52,3% der weißen Bevölkerung Südafrikas sprechen sich in einer Volksabstimmung für eine Umwandlung der bisherigen konstitutionellen Monarchie in eine Republik aus. Die schwarze Mehrheit der Einwohner bleibt von dem Referendum ausgeschlossen.

Die Regierungen Dänemarks und der Niederlande beschließen, DDR-Bürgern wegen der Behinderungen im Berlin-Verkehr keine Ein- oder Durchreisevisa mehr zu erteilen.

Eine Überschwemmungskatastrophe nach schweren Regenfällen in mehreren Departements Mittel- und Südfrankreichs fordert zehn Todesopfer.

Borussia Mönchengladbach gewinnt das Endspiel um den deutschen Fußballpokal gegen den Karlsruher SC im Düsseldorfer Rheinstadion 3:2.

6.10.1960, Donnerstag

Der Mainzer Universitätsprofessor Karl Holzamer erklärt sich bereit, Intendant des umstrittenen zweiten Fernsehprogramms zu werden. Nach Hamburg, Bremen und Niedersachsen klagt auch Hessen beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gegen die Deutschland-Fernsehen-GmbH.

Die europäische Atomgemeinschaft (EURATOM) in Brüssel erteilt dem Mitgliedsland Frankreich die Erlaubnis, Behälter mit radioaktivem Müll im Mittelmeer zu deponieren.

7.10.1960, Freitag

Die Hauptstelle zur Bekämpfung der Suchtgefahren teilt in Frankfurt am Main mit, dass im Vorjahr 17,6 Mrd. DM, etwa 10% des Volkseinkommens, für den Alkoholkonsum ausgegeben wurden.

Auf dem Niederrhein werden elf Schiffe in eine Kollision verwickelt, bei der zwei Menschen getötet werden.

Sechs Tage nach Erlangung der Unabhängigkeit wird Nigeria als 99. Mitgliedsstaat in die Vereinten Nationen (UNO) aufgenommen.

In Scarborough geht der Parteitag der britischen Labour Party zu Ende, der am 3. Oktober begonnen hatte. Die wichtigsten Beschlüsse waren die Forderung nach einem Atomwaffenverzicht Großbritanniens und die Billigung einer gemäßigten Sozialisierungspolitik der Partei.

Psycho”, der Film des britischen Filmregisseurs Alfred Hitchcock, erlebt seine deutsche Erstaufführung.

8.10.1960, Samstag

Michel Debré, der französische Ministerpräsident, beendet einen zweitägigen Staatsbesuch in Bonn. Er konnte in seinen Gesprächen mit Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) keine Einigung über die französischen Vorschläge zu einer Reform der westlichen Verteidigungsallianz (NATO) erzielen.

ln Südtirol kommt es aus Anlass des 40. Jahrestages der Abtretung an Italien zu zahlreichen Demonstrationen für eine Selbstbestimmung der Teilprovinz Bozen.

9.10.1960, Sonntag

Die Christlich-soziale Kollegenschaft beschließt auf ihrer Bundestagung in Mehlem (Bonn), ihre Mitgliedschaft im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) zu beenden. Als Begründung wird eine “Sozialdemokratisierung” des DGB angegeben.

Martin Lauer, Weltrekordinhaber über 110 m Hürden, wird vom Deutschen Leichtathletikverband aus “disziplinarischen Gründen” für Länderkämpfe und Auslandsstarts gesperrt.

10.10.1960, Montag

Der Ministerpräsident der algerischen Exilregierung, Ferhat Abbas, beendet einen fünftägigen Aufenthalt in Moskau. Nikita S. Chruschtschow, der Ministerpräsident der UdSSR, hatte am 7. Oktober in New York erklärt, dass er die Exilregierung in Tunis anerkennt.

Die Kölner Ford-Werke feiern das 30-Jährige Bestehen ihres Betriebes.

In Ostpakistan finden nach verheerenden Wirbelstürmen und Flutwellen etwa 6000 Menschen den Tod.

11.10.1960, Dienstag

Etwa 5000 Studenten stürmen das südkoreanische Parlament in Seoul und besetzen es für kurze Zeit. Sie fordern eine schärfere Bestrafung der Verantwortlichen für die Verbrechen unter dem Regime des zurückgetretenen Präsidenten Syngman Rhee.

lm Stadtteil Dahlem in Berlin (West) wird die erste US-amerikanisch-deutsche Gemeinschaftsschule eröffnet. In der sechsklassigen Grundschule werden Deutsch und Englisch als gleichberechtigte Sprachen unterrichtet.

In Reykjavik werden Verhandlungen über die Beendigung des “Kabeljau-Krieges” zwischen der isländischen und der britischen Regierung ergebnislos abgebrochen. Island hatte am 1. September 1958 seine Fischereizone eigenmächtig von drei auf zwölf Seemeilen erweitert und damit wiederholte Zwischenfälle mit Großbritannien ausgelöst.

Die Regierungen Italiens und der UdSSR unterzeichnen ein Abkommen, das die Lieferung von 12 Mio. t sowjetischen Erdöls im Austausch gegen italienische Industrieprodukte vorsieht. Der Vertrag umfasst einen Gesamtwert von 200 Mio. US-Dollar (834 Mio. DM).

12.10.1960, Mittwoch

Der Oberbefehlshaber der westlichen Verteidigungsallianz (NATO) in Europa, Lauris Norstad, schlägt die NATO als vierte Atommacht vor.

Während einer Fernsehdirektübertragung wird Inejro Asanuma, Vorsitzender der sozialistischen Oppositionspartei Japans, erstochen.

Für weltweites Aufsehen in Presse und Politik sorgt die Nachricht, in der Bundesrepublik sei eine Gaszentrifuge erfunden worden, mit der preiswert radioaktives Uran 235 hergestellt werden könne. Das Verfahren ist jedoch schon seit 1941 international bekannt und technisch nicht ausgereift.

In Bern geht eine zweitägige Ministertagung der Europäischen Freihandelszone (EFTA) zu Ende. Die Teilnehmer bekräftigen, dass sie keine Handelsbeschränkungen gegenüber Drittländern beabsichtigen.

Die Fußballnationalmannschaft der Schweiz besiegt in Basel das französische Team 6:2.

13.10.1960, Donnerstag

Auf Kuba werden 13 Gegner von Ministerpräsident Fidel Castro, unter ihnen ein USA-Bürger, durch Erschießen hingerichtet.

Auf einer Konferenz der Justizminister der Bundesländer in Wiesbaden wird bekanntgegeben, dass in der Bundesrepublik bisher 15 Richter und Staatsanwälte wegen ihrer nationalsozialistischen Vergangenheit aus dem öffentlichen Dienst entfernt wurden.

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe verurteilt drei Männer zu Haftstrafen zwischen 12 und 24 Monaten. Sie hatten eine Zeitschrift der verbotenen Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) bundesweit verteilt.

Drei Mäuse überstehen an Bord einer US-amerikanischen Rakete einen Raumflug in 1100 km Höhe. Das Experiment sollte nachweisen, dass der Van-Allen-Strahlungsgürtel im Weltall für Lebewesen ungefährlich ist.

14.10.1960, Freitag

In einem ehemaligen Bochumer Kino wird die erste vollautomatische Zehn-Bahnen-Bowling-Anlage in der Bundesrepublik eröffnet.

US-Präsident Dwight D. Eisenhower feiert seinen 70. Geburtstag. Er ist der erste Präsident, der dieses Alter während seiner Amtszeit erreicht.

Nach vierwöchiger Anwesenheit mit spektakulären Auftritten verlässt der sowjetische Regierungschef Nikita S. Chruschtschow die 15. UNO-Vollversammlung.

ln der Türkei beginnt der Prozess gegen Anhänger des gestürzten Präsidenten Adnan Menderes.

15.10.1960, Samstag

Ben Hur”, der bisher teuerste Film der Kinogeschichte, wird erstmals in der Bundesrepublik gezeigt.

Zwei frühere Aufseher des Konzentrationslagers Sachsenhausen erhalten lebenslange Haftstrafen.

16.10.1960, Sonntag

In mehreren italienischen Städten protestieren neofaschistische Jugendliche gewaltsam gegen die Bestrebungen Österreichs, für Südtirol eine Autonomie durchzusetzen.

Das Präsidium des Deutschen Sportbundes (DSB) fordert seine Mitgliedsverbände auf, keine Sportler aus der DDR mehr zu empfangen, wenn diese das Staatswappen der DDR auf ihrer Kleidung tragen.

Die Radrennfahrer Klaus Bugdahl und Hans Junkermann verteidigen in Köln überlegen ihren Titel bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften der Berufsfahrer über 100 km.

Der TSV Ansbach wird in Oberhausen mit einem 10:9-Sieg gegen den TuS Lintfort Deutscher Meister im Feldhandball.

17.10.1960, Montag

45 Studenten der Universität Rostock werden exmatrikuliert, weil sie sich bei einem Ernteeinsatz kritisch über die Zwangskollektivierung der DDR-Landwirtschaft geäußert hatten.

lm Königreich Libyen tritt das Kabinett unter Abd Al Madschid Kubar zurück. Neuer Ministerpräsident wird Muhammad Uthman as-Said.

Weite Teile Venedigs werden von einem Hochwasser überschwemmt.

18.10.1960, Dienstag

Nahe der niederländischen Stadt Groningen stoßen zwei Düsenjäger der Bundeswehr vom Typ F-86 D Sabre zusammen. Nur einer der beiden Piloten kann sich mit dem Fallschirm retten.

Zwei renommierte Londoner Tageszeitungen stellen ihr Erscheinen ein.

Das “Informationsblatt der Evangelischen Kirche” in Bielefeld teilt mit, dass innerhalb der Bundesrepublik seit 1949 980 551 Vertriebene aus strukturschwachen Gebieten in Industrieregionen umgesiedelt wurden.

Der schwarze Bürgerrechtler Martin Luther King und 50 seiner Anhänger werden bei einem Sit-in in Atlanta festgenommen. Auf Intervention des US-Präsidentschaftskandidaten John F. Kennedy wird King am 27. Oktober aus der Haft entlassen.

Der Schiller-Preis 1960 der Stadt Mannheim wird an Theodor Eschenburg, Professor für Politikwissenschaften an der Universität Tübingen, verliehen.

20.10.1960, Donnerstag

Der sowjetische Ministerpräsident Nikita S. Chruschtschow kündigt in einer Rede in Moskau für das Jahr 1961 eine Lösung der Deutschland-Frage an.

Rund 10 000 Arbeiter des französischen Automobilkonzerns Renault demonstrieren in Paris gegen die geplante Entlassung von 3000 Mitarbeitern des Staatsbetriebes. Renault verzeichnet einen erheblichen Rückgang im Exportgeschäft.

Erstmals erscheint die internationale Ausgabe der “New York Times” in Europa gleichzeitig mit der US-Ausgabe. Die Texte wurden per Funkfernschreiber satzfertig nach Paris überspielt.

21.10.1960, Freitag

Während einer Rede von Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard (CDU) zur Eröffnung der deutschen Afrika-Woche in Bonn verlässt der sowjetische Botschafter in der Bundesrepublik, Andrei A. Smirnow, unter Protest den Saal. Erhard hatte die afrikanischen Politiker vor einem “sowjetischen Imperialismus” gewarnt. Die Bundesrepublik entschuldigt sich anschließend förmlich.

In London wird an der Börse eine Gold-Hausse bisher unbekannten Ausmaßes verzeichnet.

Das erste Atom-Unterseeboot der britischen Marine wird von Königin Elisabeth II. auf den Namen “Dreadnought” getauft und in Barrow-in-Furness vom Stapel gelassen.

22.10.1960, Samstag

Wegen mehrfacher Sexualmorde wird der Triebverbrecher Heinrich Pommerenke zu lebenslanger Haft verurteilt.

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht in Darmstadt dem Lyriker Paul Celan den Georg-Büchner-Preis, der als bedeutendste literarische Auszeichnung in der Bundesrepublik Deutschland gilt.

Die Industriegewerkschaft Metall tritt für eine Vergesellschaftung von Schlüsselindustrien ein.

23.10.1960, Sonntag

Bei den Kommunalwahlen in Hessen und Rheinland-Pfalz kann die CDU Stimmengewinne von fast 4% erzielen. In Hessen bleibt die SPD mit 40,4%, in Rheinland-Pfalz die CDU mit 45,3% stärkste Partei in den Gemeindeparlamenten.

Der US-amerikanische Boxer Cassius Clay bestreitet in Louisville (Kentucky) seinen ersten Kampf als Boxprofi. Er gewinnt in sechs Runden nach Punkten.

24.10.1960, Montag

Das japanische Unterhaus löst sich auf. Neuwahlen sind trotz des Mordes an Oppositionsführer Inejro Asanuma für den 20. November angesetzt.

Das bisher größte Spiegelteleskop Europas wird in der Sternwarte Tautenburg bei Jena seiner Bestimmung übergeben. Es besitzt einen Spiegeldurchmesser von 2 m.

Das “Tabellenbuch für Metallgewerbe” von Wilhelm Friedrich erreicht mit 3 Mio. verkauften Exemplaren die höchste Auflage, die ein deutsches Buch seit 1945 erzielen konnte.

25.10.1960, Dienstag

Die Regierungen Frankreichs und der Bundesrepublik unterzeichnen in Paris ein Abkommen, das deutschen Truppen die Militärausbildung und die Durchführung von Manövern auf französischem Gebiet ermöglicht.

Das teuerste Teilstück im Autobahnnetz der Bundesrepublik, die 30 km lange Strecke zwischen Hagen-Ost und Wuppertal, wird eröffnet. Insgesamt 44 Brücken verursachten auf diesem Abschnitt der “Ruhr-Tangente” Kosten von 5 Mio. DM pro Kilometer.

Die britische Königin Elisabeth II. und ihr Mann Prinz Philipp, Herzog von Edinburgh, entgehen nur knapp einem Flugzeugabsturz. Zwei deutsche Düsenjäger passieren die Maschine des Königspaares über niederländischem Gebiet in nur 15 m Entfernung.

26.10.1960, Mittwoch

Eine Erhöhung der Sozialtarife der Deutschen Bundesbahn wird vom Bundeskabinett in Bonn beschlossen. Arbeitermonatskarten für die kleinste Zone kosten 15 DM statt bisher 12 DM.

José Maria Lemus, der Präsident von El Salvador, wird durch einen Militärputsch gestürzt und begibt sich nach Costa Rica ins Exil. Die linksgerichtete Militärjunta unter Oberst Miguel Angel Castillo hebt den Ausnahmezustand auf und lässt die politischen Gefangenen frei.

Die deutsche Fußballnationalmannschaft gewinnt in Belfast das erste Qualifikationsspiel zur Fußball-Weltmeisterschaft 1962 in Chile gegen Nordirland 4:3.

27.10.1960, Donnerstag

Bundesratsminister Hans-Joachim von Merkatz (CDU) übernimmt zusätzlich das Ministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsbeschädigte. Sein Vorgänger Theodor Oberländer (CDU) war am 3. Mai zurückgetreten.

28.10.1960, Freitag

Wegen des Verdachts der Spionage für den Geheimdienst der Tschechoslowakei wird der SPD-Bundestagsabgeordnete Alfred Frenzel festgenommen.

Deutschlandfunk und Deutsche Welle werden als bundeseigene Radioanstalten zugelassen.

Die “silbernen” und “goldenen” Sonntage werden zugunsten von verkaufsoffenen Samstagen abgeschafft.

29.10.1960, Samstag

Auf der Landesversammlung der CSU in München erleidet der stellvertretende Vorsitzende der Partei, Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß, seine erste Abstimmungsniederlage. Er hatte beantragt, dass die Bundestagskandidaten künftig nur noch vom Parteivorstand nominiert werden sollen.

Der Hamburger Mittelstürmer Uwe Seeler vom HSV wird von den bundesdeutschen Journalisten zum Fußballer des Jahres gewählt.

30.10.1960, Sonntag

Die Deutsche Gesellschaft für Ehe und Familie Pro Familia teilt mit, dass in der Bundesrepublik Deutschland auf jede Geburt drei Schwangerschaftsunterbrechungen kommen. Die meisten Abtreibungen werden illegal, aus anderen als aus gesundheitlichen Gründen, vorgenommen.

Österreichs Fußballnationalmannschaft gewinnt im Wiener Praterstadion ein Länderspiel gegen Spanien 3:0.

31.10.1960, Montag

Die UN-Vollversammlung fordert Österreich und Italien auf, in der Südtirolfrage erneut zu verhandeln.

Das Informationsbüro West teilt in Berlin (West) mit, dass in der DDR ein Deutscher Soldatensender errichtet wurde. Sein Programm wendet sich an Soldaten der Bundeswehr und besteht aus aktueller Unterhaltungsmusik, gemischt mit politischer Propaganda.

In Steckborn wird von den Bodensee-Anliegerstaaten Österreich, Schweiz und Bundesrepublik ein Internationales Übereinkommen zum Schutz des Gewässers vor Verunreinigungen unterzeichnet.

ln Teheran wird der Thronfolger geboren.