Was geschah im Oktober 1979

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1.10.1979, Montag

Mit der Vereidigung des am 11. August zum neuen Staatschef gewählten Shehu Shagari kehrt Nigeria nach fast 14-Jähriger Militärherrschaft zur parlamentarischen Demokratie zurück.

Die USA übergeben verabredungsgemäß die Panamakanalzone an den Staat Panama, behalten sich jedoch noch Hoheitsrechte vor.

Nach einem zweitägigen Aufenthalt in der Republik Irland trifft Papst Johannes Paul II. zu einem einwöchigen Besuch in den USA ein. Am 2. Oktober spricht er vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York.

2.10.1979, Dienstag

In einer Fernsehrede lenkt US-Präsident James E. “Jimmy” Carter im neuerlichen Kuba-Konflikt ein, da es sich – anders als am 1. September bekanntgegeben – bei den neuen sowjetischen Truppen auf Kuba nicht um Kampfeinheiten handele. Zugleich kündigt Carter eine verstärkte militärische Überwachung Kubas an.

Aus veterinärmedizinischen Gründen verweigert der bundesdeutsche Zoll die Einfuhr von niederländischem Schweinefleisch. Der “Schweinekrieg” endet am 9. Oktober durch die Anerkennung der deutschen Fleischbeschau-Vorschriften in den Niederlanden.

3.10.1979, Mittwoch

Die Hamburgische Bürgerschaft billigt mit der absoluten Mehrheit der SPD-Fraktion die Gesamtschule als gleichberechtigte Regelschule neben dem dreigliedrigen Schulsystem.

Im Rahmen der Sendung “Deutschland – was ist das?” veröffentlicht das Zweite Deutsche Fernsehen die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen über die Einstellung der Bundesbürger zur Wiedervereinigung. Demnach meinen 57%, dass nur die Bundesrepublik als Deutschland bezeichnet werden könne, 78% halten eine Wiedervereinigung für wenig wahrscheinlich bzw. für unmöglich.

Während seines UdSSR-Besuchs (1.-5.10.) unterzeichnet der griechische Ministerpräsident Konstandinos Karamanlis in Moskau einen Vertrag über wissenschaftlich-technische und politische Zusammenarbeit zwischen seinem Land und der UdSSR.

4.10.1979, Donnerstag

Bis zum 6. Januar 1980 ist im Römisch-Germanischen Museum in Köln die Ausstellung “Gold der Thraker” zu sehen, auf der über 500 Kunstgegenstände aus der Zeit zwischen dem 4. Jh v. Chr. bis zur Römerzeit gezeigt werden.

Mit 131 gegen drei Stimmen lehnt der Schweizer Nationalrat die Initiative zur Einführung der Todesstrafe für Mord und Geiselnahme ab. Seit Erlass des Strafgesetzbuches 1942 kann die Todesstrafe nur noch im Rahmen des Militärstrafrechts in Kriegszeiten verhängt werden.

In Weimar wird das neugestaltete Schiller-Haus eröffnet.

Die tschechoslowakischen Behörden verweigern dem Dramatiker und Bürgerrechtler Pavel Kohout nach einjährigem Aufenthalt in Österreich die Wiedereinreise in die CSSR (heute CSFR).

5.10.1979, Freitag

Der fünftägige Parteitag der britischen Labour Party endet in Brighton mit einem Erfolg für die von Anthony W. Benn geführte Linke. Die Zuständigkeiten der Partei gegenüber der Fraktion werden erweitert: Künftig werden die Kandidaten für das Unterhaus von den Wahlkreisorganisationen der Partei bestimmt, für die Formulierung des Wahlprogramms ist der Parteivorstand zuständig.

Der achtwöchige Arbeitskampf in der britischen Metallindustrie endet mit einem Teilerfolg für die Streikenden. Sie erreichen eine Lohnerhöhung um 11 bis 14% und eine Reduzierung der Arbeitszeit auf 39 Stunden mit Wirkung vom 1. November 1981.

6.10.1979, Samstag

Am Vorabend der Feierlichkeiten zum 30. Jahrestag der DDR-Gründung kündigt der sowjetische Staats- und Parteichef Leonid I. Breschnew den baldigen Abzug von 20 000 sowjetischen Soldaten aus der DDR an.

7.10.1979, Sonntag

Die SPD behauptet bei den Wahlen zur Bremer Bürgerschaft nur knapp ihre absolute Mehrheit. Erstmals gelingt einer “Grünen”-Organisation der Einzug in ein westdeutsches Landesparlament.

Bei den Landtagswahlen in Kärnten und Oberösterreich verteidigen die SPÖ (20 von 36 Sitzen im Landesparlament) bzw. die ÖVP (29 von 56 Mandaten) ihre jeweils absolute Regierungsmehrheit in den Landesparlamenten.

Bei den Unterhauswahlen in Japan büßt die regierende konservative Liberaldemokratische Partei trotz des Zugewinns von 2,8% der Wählerstimmen ein Mandat ein und verfehlt mit 248 Sitzen die absolute Mehrheit im 511köpfigen Unterhaus.

Mit dem Großen Preis der USA in Watkins Glen endet die Formel-1-Weltmeisterschaft. Den letzten Lauf gewinnt der südafrikanische Automobilrennfahrer Jody Scheckter auf Ferrari mit 51 Punkten vor seinem kanadischen Markengefährten Gilles Villeneuve mit 47 Punkten.

8.10.1979, Montag

Aufgrund der am 6. Oktober von der US-Notenbank beschlossenen einprozentigen Anhebung des Diskontsatzes auf 12% stabilisiert sich der Kurs des US-Dollar auf 1,79 DM. Der Preis für eine Unze (31,1 g) Feingold schwankt zwischen 376 und 380 US-Dollar (648 bis 655 DM). Außer der Diskontsatzanhebung hatte die Notenbank der USA (Federal Reserve Board) die Ersetzung der Zinskontrolle durch einen Leitzinssatz sowie erhöhte Mindestreserven für die Banken beschlossen.

9.10.1979, Dienstag

Durch ein Gespräch mit dem DGB-Vorsitzenden Heinz Oskar Vetter in München versucht der CSU-Vorsitzende und Kanzlerkandidat Franz Josef Strauß das Verhältnis zu den Gewerkschaften zu entkrampfen. Vetter sagt zu, die Attacken seiner Organisation im bevorstehenden Bundestagswahlkampf 1980 zu mäßigen.

Die italienische Automobilfirma Fiat in Turin entlässt 61 Arbeiter wegen des Verdachts der Zusammenarbeit mit den terroristischen Roten Brigaden.

10.10.1979, Mittwoch

Mit ihrer absoluten SPD-Mehrheit lehnt die Hamburgische Bürgerschaft einen Misstrauensantrag der CDU gegen den Ersten Bürgermeister Hans-Ulrich Klose ab. Die Opposition macht Klose für den sog. Stoltzenberg-Skandal verantwortlich.

Die französische Wochenzeitung “Le Canard Enchaîné” wirft dem französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard d’Estaing vor, von dem mittlerweile gestürzten zentralafrikanischen Kaiser Bokassa I. wertvolle Geschenke in Form von Diamanten erhalten zu haben und diese als Privatbesitz zu verwahren.

11.10.1979, Donnerstag

Der Bundestag billigt den zweiten Nachtragshaushalt des Bundes für 1979, der Mehrausgaben von 1,4 Mrd. DM vorsieht.

Der deutsche Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher besucht für zwei Tage Rumänien und unterzeichnet dort einen Vertrag über den gegenseitigen Schutz von Kapitalanlagen.

12.10.1979, Freitag

Von einem großen Aufgebot an Sicherheitskräften begleitet, trifft der kubanische Staats- und Parteichef Fidel Castro in New York ein. Als Sprecher der Gruppe der blockfreien Staaten redet Castro vor der UNO und kritisiert die fehlende Wirtschaftshilfe der reichen für die armen Länder, die Preispolitik der OPEC-Staaten und den angeblichen Kolonialismus Israels in den arabischen Gebieten.

Die isländische Regierung tritt zurück, nachdem die Sozialdemokraten das Mitte-Links-Kabinett von Ministerpräsident Olafur Jóhannesson verließen. Bis zu den vorzeitigen Neuwahlen am 2./3. Dezember amtiert eine sozialdemokratische Minderheitsregierung unter Benedikt Sveinbjarnarson Gröndal.

Chinas Partei- und Regierungschef Hua Guofeng tritt seine erste Reise nach Westeuropa an. Nach einem Aufenthalt in Frankreich besucht er die Bundesrepublik Deutschland sowie Großbritannien und Italien.

13.10.1979, Samstag

Die DDR-Auswahl gewinnt ein Fußball-Länderspiel gegen die Schweiz in Berlin (Ost) 5:2.

Aus Protest gegen den Ausschluss des südkoreanischen Oppositionsführers Kim Jong Sam aus dem Parlament von Seoul erklären die übrigen 69 Abgeordneten der oppositionellen Neuen Demokratischen Partei ihren Rücktritt.

14.10.1979, Sonntag

Rund 70 000 Menschen demonstrieren in Bonn auf der bislang größten Veranstaltung dieser Art in der Bundesrepublik Deutschland gegen die friedliche Nutzung der Kernenergie.

Der Geiger Yehudi Menuhin wird in Frankfurt am Main mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

Albanien, Bulgarien, Finnland und Österreich sind nach der in Zürich stattfindenden Auslosung die Gegner der bundesdeutschen Nationalelf bei den Qualifikationsspielen zur Fußball-Weltmeisterschaft 1982 in Spanien.

15.10.1979, Montag

Als erster Regierungschef der Bundesrepublik Deutschland besucht Bundeskanzler Helmut Schmidt für zwei Tage die Republik Irland. Im Mittelpunkt seiner Gespräche stehen europäische und Wirtschaftsfragen.

Eine Gruppe von Offizieren stürzt den Staatspräsidenten von El Salvador, Carlos Humberto Romero. Obwohl die zweiköpfige Militärjunta am 18. Oktober drei Zivilisten in die Regierung beruft, geht der Bürgerkrieg in dem mittelamerikanischen Land weiter.

Der syrische Präsident Hafis Asad trifft zu einem dreitägigen Staatsbesuch der UdSSR in Moskau ein. Beide Staaten verurteilen den ägyptisch-israelischen Friedensvertrag. Im August hatte die Sowjetunion rund 50 Kampfpanzer vom Typ T 72 an Syrien geliefert.

An der Seite des Deutschen Dietrich Thurau erringt der belgische Radrennfahrer Patrick Sercu in Berlin (West) seinen 66. Sechstage-Sieg und übertrifft damit die bisherige Bestmarke des Niederländers Peter Post.

16.10.1979, Dienstag

Als erstes DDR-Regierungsmitglied besucht der Minister für Bauwesen, Wolfgang Junker, für drei Tage die Bundesrepublik Deutschland.

Eine plötzliche Flutwelle fordert an der französischen Rivieraküste mindestens elf Tote und richtet schwere Verwüstungen an.

Der türkische Ministerpräsident Bülent Ecevit (Republikanische Volkspartei) tritt nach der Niederlage bei Nachwahlen zurück. Seine Nachfolge tritt am 12. November der konservative Politiker Süleyman Demirel an.

17.10.1979, Mittwoch

Im Rahmen einer Amnestie lassen die DDR-Behörden den Regimekritiker Rudolf Bahro und den Wehrdienstverweigerer Nico Hübner in den Westen ausreisen.

In einem Qualifikationsspiel zur Fußball-Europameisterschaft 1980 gewinnt die deutsche Nationalmannschaft in Köln 5:1 (3:0) gegen Wales.

18.10.1979, Donnerstag

Der iranische Schiitenführer Ajatollah Ruhollah Khomeini ordnet ein Ende der Hinrichtungen im Iran an, denen seit dem 15. Februar 652 Menschen zum Opfer fielen. Die Getöteten waren zunächst vor allem Anhänger des Schah-Regimes, später auch vermehrt angebliche Ehebrecher und Prostituierte.

19.10.1979, Freitag

Die Zeitung “Rheinischer Merkur” (Verkaufsauflage 60 000 Exemplare), die sich zu 80% im Besitz der katholischen Kirche befindet, übernimmt nach einer Übereinkunft mit der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck die “Deutsche Zeitung”/”Christ und Welt” (zuletzt 135 000 Exemplare). Die Zusammenfassung der christlichen Blätter soll ihr Überleben sichern.

Vor dem 16. Plenum des Zentralkomitees der polnischen Kommunisten in Warschau äußert sich Parteichef Edward Gierek besorgt über die wachsende Auslandsverschuldung Polens, die sich ständig verschlechternde wirtschaftliche Lage und die Entfremdung vor allem der jüngeren Generation gegenüber dem Staat.

20.10.1979, Samstag

Der jugoslawische Außenminister Josip Vrhovec beendet einen dreitägigen Besuch in Wien. Gegenüber der Presse äußert er seine Befriedigung darüber dass aufgrund des österreichischen Entgegenkommens in der Frage der Förderung der slowenischen Volksgruppe in Kärnten die Spannungen zwischen beiden Ländern abgebaut seien.

Mehrere hundert Frauen besetzen das Justizministerium in Madrid, um gegen das in Spanien geltende Abtreibungsverbot und das Vorgehen der Behörden gegen elf Frauen, die im Ausland Schwangerschaftsunterbrechungen vornehmen ließen, zu protestieren.

In einem Kampf um den im Juni nach dem Rücktritt von Muhammad Ali freigewordenen Titel eines Schwergewichts-Weltmeisters des Weltboxverbandes WBA gewinnt in Pretoria der US-Amerikaner John Tate gegen den Südafrikaner Gerrie Coetze nach 15 Runden durch Punktsieg.

21.10.1979, Sonntag

Aus den Wahlen zum Schweizer Nationalrat gehen Sozialdemokraten und Freisinnige mit jeweils 51 Sitzen als stärkste Fraktionen hervor. Die Wahlbeteiligung fällt unter die 50%-Grenze.

Bei den Landtagswahlen im österreichischen Bundesland Vorarlberg behauptet die Österreichische Volkspartei bei fast unverändertem Stimmenverhältnis mit 22 von 36 Sitzen ihre absolute Mehrheit.

Aus Protest gegen die kompromisslose Haltung der Regierung bei den Autonomieverhandlungen mit den Palästinensern tritt der israelische Außenminister Moshe Dayan zurück.

Im Rahmen seiner Europareise trifft der chinesische Partei- und Regierungschef Hua Guofeng zu einem einwöchigen Besuch in der Bundesrepublik Deutschland ein.

22.10.1979, Montag

Mohammed Resa Pahlawi, der gestürzte Schah des Iran, trifft von Mexiko kommend in New York ein, um sich im Cornell Medical Center behandeln zu lassen. Das US-Außenministerium hat ihm die Einreise bewilligt. Er soll jedoch nach erfolgter Behandlung die USA am 15. Dezember wieder verlassen.

In La Paz (Bolivien) beginnt die neuntätige Vollversammlung der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS). Die Vertreter von 27 Ländern beschließen die Einrichtung eines sieben Mitglieder zählenden Interamerikanischen Gerichtshofes. Außerdem bestätigen sie gegen die Stimme Chiles den Anspruch Boliviens auf gesicherten Zugang zum Meer, den es 1879 im “Salpeterkrieg” an Chile verloren hatte.

23.10.1979, Dienstag

Bei vorgezogenen Parlamentswahlen in Dänemark behaupten die von Ministerpräsident Anker Jørgensen geführten Sozialdemokraten mit einem Zugewinn von drei Mandaten (jetzt 68) ihre Stellung als stärkste Partei im 175 Abgeordnete zählenden Folketing. Am 26. Oktober bildet Jørgensen erneut ein sozialdemokratisches Minderheitskabinett.

In Prag werden sechs namhafte tschechoslowakische Bürgerrechtler wegen sog. staatsfeindlicher Tätigkeit zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt.

Der Schriftsteller Günter Kunert verlässt die DDR und siedelt nach Itzehoe (Schleswig-Holstein) über.

24.10.1979, Mittwoch

Das Bundeskabinett beschließt die Einführung der Sommerzeit in der Bundesrepublik Deutschland. Erstmals werden die Uhren zwischen dem 6. April und dem 28. September 1980 um eine Stunde vorgestellt.

In Großbritannien werden die seit 1939 bestehenden Kapitalverkehrskontrollen abgeschafft. Nunmehr steht es den britischen Staatsbürgern frei, ausländische Währungen oder Wertpapiere zu erwerben.

25.10.1979, Donnerstag

Bei Volksabstimmungen in Katalonien und im spanischen Baskenland billigen rund 90% der Wahlberechtigten die von der Regierung in Madrid vorgeschlagenen Autonomiestatuten.

Die Demokratische Volksrepublik Jemen (Südjemen), die bereits am 17. September eine engere Wirtschaftskooperation mit der UdSSR vereinbart hatte, schließt mit der Sowjetunion einen Vertrag über Freundschaft und Zusammenarbeit.

Der erste Kampfpanzer des Typs Leopard 2 wird an die Soldaten der Kampftruppenschule 2 der Bundeswehr übergeben.

26.10.1979, Freitag

Südkoreas Staatspräsident Park Chung Hee wird in Seoul von seinem eigenen Geheimdienstchef erschossen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO erklärt die Pockenkrankheit weltweit für ausgerottet. Im Jahr 1977 war in Somalia der letzte Pockenfall bekanntgeworden.

27.10.1979, Samstag

Ein vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz und der Deutschen Friedensgesellschaft/Vereinigte Kriegsgegner veranstalteter zweitägiger Kongress in Kassel fordert ein Zusammengehen der Ökologie- und Friedensbewegung, um die “Zerstörung der Natur aufzuhalten” und den “Rüstungswahnsinn” zu stoppen.

Die frühere britische Kolonie Saint Vincent wird unter dem Namen Saint Vincent and the Grenadines als konstitutionelle Monarchie im Rahmen des Commonwealth unabhängig.

28.10.1979, Sonntag

Nach seiner Rückkehr von einem dreitägigen Besuch der Bundesrepublik Deutschland äußert sich der iranische Regierungssprecher Sadegh Tabatabai positiv zum Stand der deutsch-iranischen Beziehungen. Auf wirtschaftlichem Gebiet bestehen jedoch nach wie vor noch Probleme wegen des Rückzugs deutscher Firmen aus dem Iran.

29.10.1979, Montag

Als erstes französisches Staatsoberhaupt besucht Präsident Valéry Giscard d’Estaing Berlin (West) und bekräftigt die Sicherheitsgarantien seines Landes für den Westteil der Stadt.

Die New Yorker Polizei nimmt 1045 Atomkraftgegner fest, die am 50. Jahrestag des “Schwarzen Freitags” (25.10.1929) in der New Yorker Wallstreet gegen Atomenergie demonstriert haben.

Das Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” berichtet, dass israelische Geheimdienstler mit Hilfe des Bundesnachrichtendienstes mehrere terrorismusverdächtigte Palästinenser verhört haben, die in bayerischen Gefängnissen einsitzen. Der Vorgang führt zu Anfragen arabischer Länder in Bonn.

30.10.1979, Dienstag

In Bonn werden die Ratifizierungsurkunden zum deutsch-amerikanischen Sozialversicherungsvertrag ausgetauscht, der zum 1. Dezember in Kraft tritt und die gegenseitige Anerkennung der Rentenansprüche von abhängig Beschäftigten sichert. Verfolgte des NS-Regimes, die US-Staatsbürger geworden sind, können sich durch freiwillige Nachzahlungen deutsche Rentenansprüche sichern.

Im Zusammenhang mit Berichten über seine angebliche Verwicklung in einen Immobilienskandal begeht der französische Arbeitsminister Robert Boulin in der Nähe von Paris Selbstmord.

31.10.1979, Mittwoch

In Berlin (Ost) wird ein deutsch-deutscher Verkehrsvertrag über die kostenlose Benutzung der Transitautobahnen nach Berlin (West) und der übrigen Straßen in der DDR gegen eine pauschale Abgeltung der Straßenbenutzungsgebühren unterzeichnet.

In Lomé (Togo) wird das zweite Abkommen zwischen der EWG und den 58 sog. AKP-Staaten unterzeichnet.

Gegen die Stimmen von FDP, SPD und des Südschleswigschen Wählerverbandes (SSW), der Partei der dänischen Minderheit, billigt der Landtag Schleswig-Holsteins die Erweiterung der Abgeordnetenzahl von 73 auf 74. Diese Aufstockung, die 1983 in Kraft tritt, soll den SSW von der möglichen Rolle eines “Züngleins an der Waage” befreien.

74 Tote fordert der Absturz einer DC-10 der US-amerikanischen Fluggesellschaft Western Airlines auf dem Flughafen von Mexiko City.