Was geschah im Oktober 1982

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1.10.1982, Freitag

Durch eine Bombenexplosion vor einem fünfstöckigen Hotel in der Teheraner Innenstadt werden 80 Menschen getötet und etwa 700 verletzt. Die Regierung macht “von den USA gedungene Mörder” für den Anschlag verantwortlich.

Der indonesische Staatspräsident Kemusu Suharto unterzeichnet ein Gesetz, das die zentrale Rolle des Militärs in der Politik des Landes legalisiert. Die Streitkräfte nehmen danach eine “Doppelfunktion als “Bestandteil der Verteidigungskraft und gleichzeitig Bestandteil der sozialen Kraft” ein. Außerdem wird die Polizei nun auch formal in die militärische Struktur eingegliedert.

In der DDR werden die Strafen für Fahren unter Alkohol-Einfluss drastisch erhöht. Wiederholungstätern droben eine Ordnungsstrafe von 1000 Mark sowie fünf Jahre Fahrverbot; in schweren Fällen kann der Führerschein auf Lebenszeit entzogen werden.

Die bundesdeutschen Wirtschaftsverbände reagieren überwiegend positiv auf den Regierungswechsel in Bonn.

Vor der geheimen schwedischen Marinebasis Musk bei Stockholm wird ein U-Boot unbekannter Herkunft geortet. Mehrere Versuche, das Boot zum Auftauchen zu zwingen, verlaufen erfolglos. Am 26. Oktober wird die Suche offiziell abgebrochen. Schon im Juli und August sind mehrfach nicht identifizierte U-Boote in die schwedischen Hoheitsgewässer eingedrungen.

In einem konstruktiven Misstrauensvotum gegen Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) wählt der Bundestag den CDU-Vorsitzenden Helmut Kohl zum neuen Regierungschef.

2.10.1982, Samstag

In Spanien wird ein für den 27. Oktober geplanter Putschversuch aufgedeckt. Drei hohe Offiziere, die einen militärischen Umsturz vorbereitet haben sollen, werden in Madrid festgenommen.

In Buenos Aires unterliegt die bundesdeutsche Tennismannschaft in einer Daviscup-Begegnung Argentinien 0:3 und darf damit im kommenden Jahr nicht mehr in der Hauptrunde der 16 Nationen spielen.

3.10.1982, Sonntag

Bei den Landtagswahlen im österreichischen Burgenland erreicht die SPÖ nicht nur die absolute Mehrheit, sondern auch ihr bestes Ergebnis seit 1945. Die Burgenländer billigen auch eine neue Landesverfassung, in der erstmals Instrumente der direkten Demokratie festgeschrieben werden.

4.10.1982, Montag

Drei Tage nach seiner Wahl zum Bundeskanzler reist Helmut Kohl zu einem Kurzbesuch nach Frankreich. Er betont damit das Interesse der neuen Regierung, die engen Beziehungen zum Nachbarland fortzusetzen.

Aus Protest gegen den Koalitionswechsel ihrer Partei legt die FDP-Abgeordnete Ingrid Matthäus-Maier ihren Vorsitz im Finanzausschuss des Bundestages nieder.

In Toronto stirbt 50jäbrig der kanadische Pianist Glenn Gould. Der exzentrische und menschenscheue Musiker, der 1964 zum letzten Mal öffentlich auftrat, wurde mit seinen überraschenden Neuinterpretationen von “Klavier-Klassikern” zu einem der gefeiertsten Pianisten des Jahrhunderts.

5.10.1982, Dienstag

In San José, der Hauptstadt von Costa Rica, gründen neun Staaten der Karibik und Mittelamerikas unter Einschuss der USA ein “Forum für Frieden und Demokratie”. Das Gremium soll auf Antrag Wahlen überwachen und organisieren sowie eine Kommission einsetzen, die mit Kontrollen ein Ende des Wettrüstens in der Region fördern soll.

In Frankfurt am Main wird die 34. Internationale Buchmesse, in diesem Jahr mit dem Sonderthema “Religion”, mit einer Rede des früheren Bundeskanzlers Helmut Schmidt eröffnet.

Die US-Regierung verhängt gegen vier am sowjetisch-europäischen Erdgas-Röhren-Geschäft beteiligte bundesdeutsche Firmen ein Embargo für Öl- und Gasleitungstechnologie.

Nach zweijähriger Militärherrschaft bekommt Bolivien wieder einen zivilen Staatspräsidenten: Das seit 1980 aufgelöste Parlament tritt erstmals wieder zusammen und wählt den linksorientierten Politiker Hernan Siles Zuazo, der 1956 bis 1960 schon einmal Präsident war, zum Staatsoberhaupt. Er kehrt am 8. Oktober aus seinem Exil in Peru zurück und tritt am 10. Oktober die Nachfolge von General Guldo Vildoso Calderón an.

6.10.1982, Mittwoch

Die USA und die Bundesrepublik Deutschland unterzeichnen in Brüssel ein Abkommen über eine engere Zusammenarbeit bei der Beseitigung von Atommüll.

In Köln eröffnet Bundespräsident Karl Carstens die 17. Weltmesse der Fotografie, “photokina”.

7.10.1982, Donnerstag

Der libanesische Ministerpräsident Schafik Al Wassan stellt ein neues, konfessionell ausgewogenes Kabinett vor, das aus bisher politisch nicht in Erscheinung getretenen Fachleuten besteht. In der Presse heißt es dazu, dass der seit dem 21. September amtierende Präsident Amin Gemayel mit dem “Regime der Fürsten” endlich Schluss gemacht habe.

Der 33. Jahrestag der Staatsgründung der DDR wird in Berlin (Ost) mit der traditionellen Militärparade begangen. Sie wird, wie die Veranstaltungen der Vorjahre, durch die westlichen Stadtkommandanten als “Verletzung des entmilitarisierten Status der Stadt” verurteilt.

Dieter Stolze, Mitherausgeber der Hamburger Wochenzeitung “Die Zeit”, wird zum Pressesprecher der Bundesregierung berufen.

8.10.1982, Freitag

Das polnische Parlament beschließt ein neues Gewerkschaftsgesetz, das u.a. die Auflösung des suspendierten unabhängigen Gewerkschaftsbundes “Solidarität” vorsieht. Die Bestimmung löst in Polen Unruhen aus, bei denen ein Arbeiter getötet wird.

In London stirbt 86jährig die österreichisch-britische Psychoanalytikerin Anna Freud. Die Tochter des Psychoanalyse-Begründers Sigmund Freud machte sich vor allem in der Kinderanalyse einen Namen.

Bei seinem Amtsantritt verkündet der schwedische Premierminister Olof Palme die Abwertung der Krone um 16% sowie die Verhängung eines zeitlich nicht begrenzten Preisstopps. Auch die Finnmark wird abgewertet: Am 6. Oktober zunächst um 4%, vier Tage später, nach der schwedischen Währungskorrektur, noch einmal um 6%.

9.10.1982, Samstag

Bei einem Anschlag auf die Synagoge im ehemaligen Ghetto von Rom kommt ein zweijähriges Kind ums Leben. 37 Menschen werden z.T. schwer verletzt. Von den Tätern fehlt jede Spur.

In Wiesbaden stirbt der ehemalige Limburger Bischof Wilhelm Kempf im Alter von 76 Jahren. Der reformfreudige Mann der Toleranz und des Ausgleichs sah seine Hauptaufgabe darin, zwischen den Meinungen, Richtungen und Gruppen zu vermitteln.

10.10.1982, Sonntag

Bei den Landtagswahlen in Bayern erreicht die CSU mit 58,3% der Stimmen trotz leichter Verluste erneut deutlich die absolute Mehrheit. Die SPD erhält 31,9%. Wahlverlierer sind die Freien Demokraten, die nur 3,5% erreichen und im neuen Landtag nicht mehr vertreten sind. Auch die Grünen bleiben trotz beträchtlicher Gewinne mit 4,6% unter der Fünfprozenthürde.

In Rom wird der polnische Minoritenpater Maximilian Kolbe, der 1941 im Konzentrationslager Auschwitz für einen Familienvater in den Tod ging, als Märtyrer heilig gesprochen.

Der US-amerikanische Diplomat und Historiker George F. Kennan erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

11.10.1982, Montag

Nach Meldungen aus Jakarta sind in den letzten drei Monaten in Indonesien und Bangladesch mindestens 300 Menschen einer Cholera-Epidemie zum Opfer gefallen.

Das 1545 vor der Südküste Englands gesunkene Kriegsschiff “Mary Rose” wird gehoben.

12.10.1982, Dienstag

Die Präsidenten von Ägypten und Sudan, Mohammed Hosni Mubarak und Djafar Muhammad An Numairi, unterzeichnen eine “Charta der Integration”, die auf eine schrittweise Verflechtung beider Länder in den Bereichen Außenpolitik, Verteidigung sowie Wirtschafts- und Sozialpolitik hinausläuft.

Überraschend kündigt der japanische Ministerpräsident Senko Susuki seinen Rücktritt als Vorsitzender der Regierungspartei LPD und als Regierungschef an. Susuki, der 1980 bei seinem Amtsantritt eine “Politik der Harmonie” angekündigt hatte, ist von Teilen der LPD kritisiert worden und will sich bei der Neuwahl des Parteivorsitzenden am 26. November nicht einer Kampfabstimmung stellen.

Der SPD-Bundesvorstand veröffentlicht “Leitlinien für eine aktive Beschäftigungspolitik”. Um die Massenarbeitslosigkeit zu bekämpfen, schlagen die Sozialdemokraten eine kurzfristige Aufstockung der öffentlichen Investitionen sowie ein mittelfristiges Investitionsprogramm vor.

13.10.1982, Mittwoch

In seiner ersten Regierungserklärung kündigt Bundeskanzler Helmut Kohl u.a. ein Sofortprogramm zur Belebung der Wirtschaft und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze an.

Die Fußballmannschaft der Bundesrepublik schlägt in einem Länderspiel im Londoner Wembley-Stadion England 2:1. Beide deutschen Treffer erzielt Karl-Heinz Rummenigge.

14.10.1982, Donnerstag

Die jugoslawische Regierung verfügt die Einführung von Benzingutscheinen zur Treibstoffrationierung. Danach werden monatlich pro Privatfahrzeug nur noch 40 l Benzin ausgegeben.

Der Kieler Landtag wählt den bisherigen Innenminister Uwe Barschel (CDU) zum Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein. Sein Vorgänger Gerhard Stoltenberg ist als Finanzminister ins Bundeskabinett berufen worden.

15.10.1982, Freitag

Die Deutsche Akademie für Dichtung und Sprache verleiht dem am 10. Mai 1982 verstorbenen Schriftsteller Peter Weiss in Darmstadt postum den mit 20 000 DM dotierten Büchner-Preis.

Auf Einladung des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden beginnt der US-amerikanische Baptistenprediger Billy Graham eine einwöchige Tournee durch die DDR.

16.10.1982, Samstag

Auf dem Welternährungstag in Rom werden die Industriestaaten zu vermehrten Anstrengungen aufgefordert, um den Hunger in der Welt bis zum Jahr 2000 zu beseitigen.

Am Rande der DFB-Pokalbegegnung zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen kommt es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen gewalttätigen Fußballfans. Ein 16-Jähriger Lehrling erliegt den Verletzungen, die er bei den Krawallen erlitten hat.

In Berlin (West) wird die Kunstausstellung “Zeitgeist” eröffnet.

Im Alter von 67 Jahren stirbt in Mestre bei Venedig der italienische Sänger Mario del Monaco, einer der bedeutendsten Heldentenöre des 20. Jahrhunderts.

17.10.1982, Sonntag

Bundespräsident Karl Carstens beendet einen einwöchigen Staatsbesuch in der Volksrepublik China, den ersten eines deutschen Staatsoberhaupts. Bei den Gesprächen standen die deutschchinesischen Wirtschaftsbeziebungen im Mittelpunkt. Am 15. Oktober eröffnete Carstens das erste Generalkonsulat der Bundesrepublik in Schanghai.

18.10.1982, Montag

Auf dem 12. Kongress der Industriegewerkschaft Bau, Steine, Erden wird Konrad Carl als Nachfolger des in den Ruhestand getretenen Rudolf Sperner zum Vorsitzenden gewählt.

Zur besseren Kontrolle der Drogenszene wird im Jugendzentrum der niederländischen Stadt Enschede der begrenzte Verkauf von Haschisch zugelassen.

Zwölf Tote und einen Verletzten fordert die Explosion von vier Getreidesilos im Binnenhafen von Metz.

19.10.1982, Dienstag

20 Polen, unter ihnen fünf Kinder, flüchten mit einem 30 Jahre alten Doppeldecker aus ihrer Heimat in die südschwedische Stadt Malmö.

Bundeskanzler Helmut Kohl trifft zu ersten Gesprächen mit der britischen Premierministerin Margaret Thatcher in London ein. Beide Politiker betonen anschließend, sie hatten in wesentlichen Fragen ein hohes Maß an Übereinstimmung erzielt.

20.10.1982, Mittwoch

In der britischen Provinz Nordirland finden erstmals Wahlen zu einer parlamentarischen Versammlung statt. Die Zusammensetzung des Parlaments – mit den Unionisten des radikalen Protestantenführer Ian Paisley (21 Sitze) und der politischen Organisation der IRA, Sinn Fein (5 Sitze), stehen sich hier erbitterte politische Gegner gegenüber – lässt allerdings befürchten, dass auch in Zukunft nur schwer ein Kompromiss zur Lösung der Nordirlandfrage gefunden werden kann.

In der spanischen Mittelmeerprovinz Alicante kommt es nach zweitägigen schweren Regenfällen zu verheerenden Überschwemmungen, die 40 Todesopfer fordern. Rund 100 000 Menschen werden obdachlos.

Die Bundesregierung beschließt eine Visumspflicht für Ausländer, die für mehr als drei Monate in die Bundesrepublik einreisen wollen. Die Neuregelung soll verhindern, dass Ausländer als Touristen einreisen, dann aber eine längerfristige Erwerbstätigkeit aufnehmen. Die Visumspflicht gilt nicht für Bürger der EG-Staaten und einiger anderer Länder.

Aus den Präsidentschaftswahlen auf Sri Lanka geht der Amtsinhaber Junius Richard Jayawardene als Sieger hervor. Seit seinem Amtsantritt 1978 hat Jayawardene zwar die wirtschaftliche Entwicklung seines Landes entscheidend vorangetrieben; eine Lösung für den schwelenden Streit zwischen den verfeindeten Volksgruppen der Singhalesen und Tamilen ist ihm jedoch nicht gelungen.

Der Stahlstreit zwischen der Europäischen Gemeinschaft und den USA wird beigelegt. Beide Seiten einigen sich darauf, dass der EG-Anteil am US-Stahlmarkt auf 5,75% und am Röhrenmarkt auf 5,9% beschränkt wird. Die amerikanischen Stahlproduzenten ziehen ihre Dumping-Klagen gegen die europäische Konkurrenz zurück.

22.10.1982, Freitag

Der jugoslawische Dinar wird um 20% abgewertet. Nach Angaben der Regierung soll die Maßnahme im Rahmen eines langfristigen wirtschaftlichen Sanierungsprogramms dazu dienen, die Lücke zwischen Inlands- und Weltmarktpreisen zu schließen.

Die Mainzer Zentralstelle für Lebensmittelstrafsachen ermittelt gegen mehrere Fleischhändler, die u.a. Känguruhfleisch aus Australien als Wild verkauft haben sollen.

23.10.1982, Samstag

Mehr als 200 000 Arbeitnehmer protestieren in mehreren bundesdeutschen Städten gegen die Sparmaßnahmen der neuen Regierung im Sozialbereich und die Massenarbeitslosigkeit.

Ein Gericht in Mineola im US-Bundesstaat New York gesteht einem hochgradig zuckerkranken Mann das Recht auf den Tod zu. Die lebenserhaltenden Geräte werden daraufhin abgeschaltet; der 41-Jährige Patient stirbt kurze Zeit später.

24.10.1982, Sonntag

In Osaka demonstrieren etwa eine halbe Million Japaner für Abrüstung, Frieden und die völlige Abschaffung der Atomwaffen.

Mit den Stimmen von SPD und GAL, deren Gespräche über eine Zusammenarbeit zuvor gescheitert sind, beschließt die Hamburger Bürgerschaft ihre Selbstauflösung und die Ausschreibung von Neuwahlen am 19. Dezember.

Die bundesdeutsche Hallenhandballmannschaft unter dem neuen Trainer Simon Schobel gewinnt das Vierländerturnier in Frankfurt am Main.

25.10.1982, Montag

In Brasilien wird der Wirtschaftsplan für 1983 verabschiedet. Er sieht drastische Importbeschränkungen vor, um das Defizit in der Zahlungsbilanz in Höhe von 14 Mrd. US-Dollar (rund 33 Mrd. DM) auf die Hälfte zu verringern.

Die fünf führenden westdeutschen Konjunkturforschungsinstitute üben in ihrem Herbstgutachten Kritik an den Sparplänen der neuen Bundesregierung und fordern ein “grundsätzliches Umdenken” in der Wirtschaftspolitik. Für 1983 sagen sie einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 2,5 Mio., ein Nullwachstum für die Wirtschaft sowie eine Inflationsrate von 3,5% voraus. Einen leichten Aufschwung werde es erst in der zweiten Jahreshälfte 1983 geben.

26.10.1982, Dienstag

Der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) erklärt seinen Verzicht auf eine erneute Kanzlerkandidatur.

Aus wirtschaftlichen Gründen verzichtet Kolumbien auf die Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft 1986, die dem Land vom Internationalen Fußball-Verband übertragen worden war.

27.10.1982, Mittwoch

Das Bonner Kabinett verabschiedet den Haushaltsentwurf 1983. Die Gesamtausgaben erhöhen sich danach gegenüber dem Vorjahr um 2,9%: die Nettokreditaufnahme erreicht 41,5 Mrd. DM; im sozialen Bereich sind Einsparungen von insgesamt 5,65 Mrd. DM vorgesehen.

Der sowjetische Staats- und Parteichef Leonid Breschnew verlangt in einer Rede vor hohen Offizieren der Streitkräfte eine Erhöhung der Verteidigungsbereitschaft. Er ruft außerdem dazu auf, sich gegen die “politische, ideologische und ökonomische Offensive” zu wappnen, die US-Präsident Ronald Reagan gegen den Sozialismus eröffnet habe.

28.10.1982, Donnerstag

Bei den Parlamentswahlen in Spanien erreichen die Sozialisten unter Felipe González Márquez die absolute Mehrheit.

Der salvadorianische Präsident Alvaro Alfredo Magana weist einen Friedensplan der linken Oppositionsgruppen zur Beendigung des dreijährigen Bürgerkriegs zurück. Der zwei Tage zuvor verabschiedete Plan sieht Friedensgespräche ohne Vorbedingungen vor. Magana erklärt jedoch, er werde nicht mit den Rebellen verhandeln, solange diese noch Geiseln in ihrer Gewalt hielten.

29.10.1982, Freitag

Der Fotohersteller Agfa-Gevaert gibt die Schließung seiner Kamerawerke in München und Coimbra (Portugal) bekannt. 3800 Mitarbeiter, davon 3200 in München, sollen entlassen werden.

Der Bischof von Speyer, Friedrich Wetter, wird zum neuen Erzbischof von München und Freising ernannt. Sein Vorgänger, Kardinal Joseph Ratzinger, ist in die Glaubenskongregation der römischen Kurie berufen worden.

In Australien wird eine Frau wegen der Ermordung ihrer neun Monate alten Tochter zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Fall hatte weltweit Aufsehen erregt, weil die Mutter erklärt hatte, ihr Kind, dessen Leiche nicht gefunden wurde, sei von einem Wildhund verschleppt worden. Diese Darstellung der Geschehnisse wurde vom Gericht nicht anerkannt.

30.10.1982, Samstag

In Nigeria kommen bei religiösen Unruhen fast 500 Menschen ums Leben. Die Auseinandersetzungen haben begonnen, als die Polizei Mitglieder der radikalen Moslem-Sekte Maiduguri festnehmen wollte.

31.10.1982, Sonntag

Papst Jobannes Paul II. trifft zu einer zehntägigen Spanienreise in Madrid ein, wo ihn König Juan Carlos und Königin Sofia begrüßen. Das Oberhaupt der katholischen Kirche wird 15 Städte, Dörfer und Heiligtümer in Spanien aufsuchen.

Auf dem Landesparteitag der schleswig-holsteinischen SPD in Timmendorfer Strand wird der ehemalige Bundesbildungsminister Björn Engholm zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am 13. März 1983 nominiert.