Was geschah im Oktober 1984

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1.10.1984, Montag

Mit einem Festkonzert wird in Berlin (Ost) das Schauspielhaus am ehemaligen Gendarmenmarkt wiedereröffnet, das 1819 bis 1821 nach Entwürfen des preußischen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel errichtet worden ist. Die Restaurierungsarbeiten an dem Gebäude, das im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, haben mehrere Jahre in Anspruch genommen.

In seiner Thronrede vor dem Parlament in Amman wendet sich König Husain II. von Jordanien “gegen jede israelische Aggression in den besetzten arabischen Gebieten” und versichert, dass er den Dialog mit den Palästinensern fortsetzen werde.

Die größte von der Bundesrepublik betriebene Sternwarte, die in elf Jahren im deutsch-spanischen Astronomischen Zentrum auf dem 2400 m hohen Calar Alto (Andalusien) erbaut wurde, ist mit der Inbetriebnahme des 3,5-m-Teleskops endgültig fertiggestellt.

2.10.1984, Dienstag

Zum ersten Mal in der schweizerischen Geschichte wird eine Frau in den Bundesrat, die siebenköpfige Regierung der Eidgenossenschaft, gewählt. Elisabeth Kopp von der Partei der Freisinnigen Demokraten übernimmt von dem aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig zurückgetretenen Bundesrat Rudolf Friedrich das Justiz- und Polizeidepartement.

Bei einem Zusammenstoß zwischen einem Schleppzug und einer für eine Geburtstagsfeier gecharterten Barkasse im Hamburger Hafen sterben 19 Menschen.

In Frankfurt am Main wird die 36. Buchmesse eröffnet. Das Schwerpunktthema der Veranstaltung heißt “Orwell 2000”. Den im Rahmen der Messe verliehenen Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhält der mexikanische Dichter Octavio Paz.

Nach einem Aufenthalt von 238 Tagen im Weltraum kehren drei sowjetische Kosmonauten auf die Erde zurück. Im Zustand der Schwerelosigkeit legten sie während dieser Zeit in der Raumstation “Saljut 7” auf einer Erdumlaufbahn eine Strecke von 160 Millionen km zurück.

3.10.1984, Mittwoch

Der saudi-arabische Ölminister Scheich Achmed Saki Jamani trifft in Kairo mit dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak zusammen, der sich darum bemüht, die Isolierung seines Landes innerhalb des arabischen Lagers zu überwinden.

4.10.1984, Donnerstag

Die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Prag, in der sich über 150 ausreisewillige DDR-Bürger aufhalten, wird wegen Überfüllung vorübergehend geschlossen. Auch in Budapest, Warschau und Bukarest haben rund 30 DDR-Bürger in den diplomatischen Vertretungen der Bundesrepublik Schutz gesucht.

Taucher einer niederländischen Firma bergen das letzte mit Uranhexafluorid gefüllte Faß des im August im Ärmelkanal gesunkenen französischen Frachters “Mont Louis”.

Im Hamburger Tropeninstitut ist es gelungen, bei einem an Sichelzellanämie erkrankten Patienten eine Knochenmarktransplantation vorzunehmen. Der bisher einmalige Eingriff lässt hoffen, dass eine Genesung bei dieser angeborenen Erbkrankheit in Zukunft möglich sein wird.

5.10.1984, Freitag

Der in Frankreich festgenommene Rechtsextremist Michael Kühnen wird in die Bundesrepublik Deutschland abgeschoben und auf dem Flughafen Köln/Bonn von einheimischen Behörden festgenommen.

Im Großen Haus des Freiburger Theaters wird das Stück “Der Park” von Botho Strauß unter der Regie von Dieter Bitterli uraufgeführt.

6.10.1984, Samstag

Das Zentralorgan der SED, “Neues Deutschland”, druckt einen Beitrag nach, den Erich Honecker für die sowjetische Parteizeitung “Prawda” verfasst hat. Darin heißt es u.a., dass die Vereinigung von Sozialismus und Kapitalismus ebenso unmöglich sei wie die von Feuer und Wasser.

Ohne Ergebnis enden die am 3. Oktober begonnenen Kulturverhandlungen zwischen Albanien und Jugoslawien in Belgrad. Der Abschluss eines zweijährigen Vertrages über kulturelle Zusammenarbeit scheitert u.a. an der Weigerung der jugoslawischen Führung, den in der autonomen serbischen Provinz Kosovo lebenden Albanern mehr Rechte einzuräumen.

7.10.1984, Sonntag

In Begleitung zahlreicher Vertreter der deutschen Wirtschaft kommt Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) zu einem sechstägigen Besuch der Volksrepublik China nach Peking. Im Verlauf der Visite werden eine Reihe von Vereinbarungen über eine intensivere Zusammenarbeit auf ökonomischem Gebiet getroffen.

Im Revisionsverfahren gegen zwei Männer, die bei der Großdemonstration gegen das Kernkraftwerk Brokdorf im Februar 1981 mit Knüppel und Schaufel auf einen Polizisten eingeschlagen haben sollen, lauten die Urteile auf 18 und 28 Monate Haft. Die Kieler Strafkammer bleibt damit hinter dem Urteil der Vorinstanz zurück.

Mit der bisher größten Militärparade seit ihrem Bestehen feiert die Deutsche Demokratische Republik den 35. Jahrestag ihrer Staatsgründung.

Der israelische Außenminister Shimon Peres beginnt einen siebentägigen offiziellen Besuch in den USA. Wichtigstes Gesprächsthema ist ein möglicher Abzug israelischer Truppen aus dem seit Juni 1982 besetzten Libanon.

8.10.1984, Montag

Der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende der FDP, Staatsminister Jürgen Möllemann, verzichtet auf die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl am 12. Mai 1985. Möllemann wird vorgeworfen, politische Ämter mit Privatgeschäften verbunden zu haben. Sein Nachfolger wird der frühere Düsseldorfer Regierungspräsident Achim Rohde.

9.10.1984, Dienstag

In Karlsruhe wird Monika Wulf-Mathies im Amt als Vorsitzende der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV) bestätigt.

Zwei Wochen nach der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Jordanien und Ägypten trifft der ägyptische Staatspräsident Muhammad Husni Mubarak zu einem offiziellen Besuch in der jordanischen Hauptstadt Amman ein.

10.10.1984, Mittwoch

Papst Johannes Paul II. tritt eine zwei Tage dauernde Reise in die Dominikanische Republik und nach Puerto Rico an. Auf dem Hinflug macht er in der spanischen Stadt Saragossa Station.

Die Wohnungsbaugesellschaft “Neue Heimat” zieht sämtliche Strafanträge gegen 177 Berliner Hausbesetzer zurück; daraufhin werden die Strafverfahren wegen Hausfriedensbruchs eingestellt.

In der süditalienischen Ortschaft Polistena befreit die Polizei eine 32-Jährige Frau, die nach eigener Darstellung von ihrer Familie zwölf Jahre lang in einem dunklen Wandschrank gefangengehalten worden war, weil sie mit einem jungen Mann geflirtet hatte.

11.10.1984, Donnerstag

Als erstes Landesparlament der Bundesrepublik lehnt der Niedersächsische Landtag den Antrag der Grünen auf Mandatsverzicht als Voraussetzung für die “Rotation” ihrer Abgeordneten ab.

Der im Mai gewählte panamaische Staatspräsident Nicolas Ardito Berletta wird vereidigt. Damit hat Panama erstmals nach 16 Jahren wieder ein gewähltes Staatsoberhaupt.

In Wien wird eine Ausstellung mit Plastiken und Zeichnungen des expressionistischen deutschen Künstlers Ernst Barlach (1870-1938) eröffnet.

12.10.1984, Freitag

Den von der schwedischen Universität in Uppsala gestifteten Preis für Meinungsfreiheit erhält der bundesdeutsche Journalist Günter Wallraff für sein publizistisches Engagement gegen Machtkonzentration und Monopoltendenzen. Wallraff berichtete 1977 in seinem Buch “Der Aufmacher” über seine Erfahrungen bei der “Bild-Zeitung”, in dessen Redaktion er sich unter falschem Namen eingeschlichen hatte.

Als erste Landesregierung der Bundesrepublik Deutschland spricht sich der Hamburger Senat für ein bundesweites Tempolimit auf den Autobahnen aus.

Die britische Premierministerin Margaret Thatcher entgeht nur knapp einem Bombenattentat auf das Grand-Hotel in Brighton, in dem sie sich aus Anlass des 101. Parteitags der Konservativen aufhält. Vier Menschen kommen durch den Anschlag ums Leben.

13.10.1984, Samstag

Das sowjetische Verteidigungsministerium in Moskau teilt mit, dass mit der Ausrüstung von U-Booten und strategischen Bombern mit Marschflugkörpern großer Reichweite begonnen worden sei. Als Grund dafür geben die Sowjets eine wachsende Bedrohung durch eine militärische Überlegenheit der USA an.

Etwa 4000 Mitglieder der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg protestieren gegen das in Betrieb genommene Zwischenlager für atomare Abfälle in Gorleben.

14.10.1984, Sonntag

Im Kaisersaal des Frankfurter Römers erhält Ilse Aichinger den mit 10 000 DM dotierten Marie-Luise-Kaschnitz-Preis. Die von der Evangelischen Akademie in Tutzing gestiftete Auszeichnung wird an deutschsprachige Autoren für Leistungen in den Gattungen Erzählung, Essayistik und Lyrik vergeben.

Bei Brunsbüttel im Bundesland Schleswig-Holstein wird die größte Windenergieanlage der Welt, “Growian”, in Betrieb genommen.

15.10.1984, Montag

Der rumänische Staats- und Regierungschef Nicolae Ceausescu trifft zu einem Staatsbesuch in der Bundesrepublik Deutschland ein.

In seiner Eigenschaft als Präsident der Sozialistischen Internationale besucht der SPD-Vorsitzende Willy Brandt für drei Tage die Insel Kuba. Mit Staats- und Parteichef Fidel Castro erörtert er die Krisensituation in Mittelamerika und Kubas Rolle in dieser Region.

Papst Johannes Paul II. lässt in Ausnahmefällen wieder Feiern der Messe nach dem vorkonziliaren Ritus zu. Mit diesem überraschenden Schritt kommt der Vatikan den Traditionalisten um den suspendierten französischen Erzbischof Marcel Lefèbvre entgegen.

16.10.1984, Dienstag

Die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” beginnt mit dem Vorabdruck des späteren Bestseller-Romans “Das Parfum” von Patrick Süskind.

In seiner Rede zur Eröffnung der 39. Internationalen Erziehungskonferenz in Genf informiert der UNESCO-Generalsekretär Amadou Mathar M’Bow über die Entwicklung der Analphabetenquote. Gegenwärtig können 26,8% der Weltbevölkerung weder lesen noch schreiben.

Landwirtschaftsminister Ignaz Kiechle (CSU) legt die Waldschadenserhebung 1984 vor. Daraus geht hervor, dass 50% der Waldfläche in der Bundesrepublik Deutschland von sichtbaren Schäden betroffen sind.

Der DDR-Staatsratsvorsitzende Erich Honecker tritt einen dreitägigen Besuch in Finnland an. Es ist der erste Aufenthalt in einem westlichen Land seit der Absage seines Aufenthalts in Bonn.

17.10.1984, Mittwoch

Ein Amsterdamer Gericht verurteilt einen 35-Jährigen und einen 21-Jährigen wegen Erpressung und Entführung zu zwölf und neun Jahren Freiheitsentzug. Die beiden Niederländer hatten am 9. November 1983 den Brauereibesitzer Freddy Heineken entführt und 31 Millionen DM Lösegeld gefordert.

Im ersten Qualifikationsspiel für die Fußballweltmeisterschaft 1986 in Mexiko gewinnt die bundesdeutsche Nationalelf in Köln gegen Schweden 2:0.

Die Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP billigt den Vorschlag von Verteidigungsminister Manfred Wörner (CDU), ab 1989 die Wehrdienstzeit in der Bundesrepublik von 15 auf 18 Monate zu verlängern.

18.10.1984, Donnerstag

Zu heftigen Kontroversen im Deutschen Bundestag kommt es während der Debatte über die Regierungserklärung von Helmut Kohl zu seiner China-Reise. Als Tumulte drohen, werden zwei Abgeordnete der Grünen von der Sitzung ausgeschlossen.

Der Iran beginnt eine sechstägige Offensive gegen den Irak. Die Kämpfe enden nach sechs Tagen, ohne dass eine der Parteien entscheidende Erfolge erringen kann.

Auf Vermittlung des Vatikans einigen sich Argentinien und Chile in Rom über die endgültige Fassung des sog. Beagle-Vertrages und erkennen damit die Grenzziehung zwischen beiden Ländern an der Südspitze ihres Kontinents an.

19.10.1984, Freitag

Der oppositionelle polnische Priester Jerzy Popieluszko wird von Unbekannten entführt und einige Tage später tot aufgefunden.

Gegen den Widerstand einiger SPD-regierten Länder einigen sich die Regierungschefs der deutschen Bundesländer auf ihrer Jahreskonferenz in Bremerhaven auf einen Kompromiss in der Frage des Privatfernsehens. Danach sollen private Anbieter künftig neben den öffentlich-rechtlichen Anstalten zugelassen werden und eine erheblich höhere Werbezeit erhalten.

20.10.1984, Samstag

Am Aktionstag der Friedensbewegung demonstrieren etwa 400 000 Menschen in mehreren deutschen Städten gegen die militärische Aufrüstung in Ost und West.

Die Regierung der Volksrepublik China beschließt umfangreiche Wirtschaftsreformen. Ziel ist der Aufbau einer an Marktbedürfnissen orientierten Planung. In diesem Zusammenhang werden das Preissystem verändert und mehr Selbstverantwortung in den Betrieben eingeführt.

21.10.1984, Sonntag

In Neuilly bei Paris stirbt im Alter von 52 Jahren der französische Filmregisseur François Truffaut, einer der Hauptvertreter der “Neuen Welle”.

Im Endspiel um den Porsche Tennis Grand Prix in Filderstadt besiegt die Schwedin Catarina Lindqvist in zwei Sätzen die 15-Jährige Steffi Graf.

Niki Lauda erringt beim letzten Grand-Prix-Rennen in Estoril (Portugal) den zweiten Platz und ist damit zum dritten Mal nach 1975 und 1977 Weltmeister der Formel 1.

Der Brite Steve Jones gewinnt den Marathonlauf in Chicago in der neuen Weltrekordzeit von 2:08:05 h.

22.10.1984, Montag

Die fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute der Bundesrepublik Deutschland prognostizieren in ihrem Herbstgutachten für das Jahr 1985 ein Wirtschaftswachstum von lediglich 2,0%; 1984 sind es noch 2,5%.

Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann (CSU) beginnt eine Reise nach Paris, London und Rom, um mit den dortigen Regierungen über Maßnahmen gegen die zunehmende Luftverschmutzung durch Autoabgase zu beraten.

23.10.1984, Dienstag

Im Alter von 62 Jahren stirbt in Marburg der österreichische Schauspieler Oskar Werner, der vor allem in Filmen des französischen Regisseurs François Truffaut hervorgetreten ist.

Die internationale Menschenrechtsorganisation “amnesty international” veröffentlicht in London ihren Jahresbericht, in dem 117 Länder wegen Menschenrechtsverletzungen erfasst sind.

Der Schriftsteller Ernst Jandl beginnt an der Johann-Wolfgang-von-Goethe-Universität in Frankfurt am Main Poetik-Vorlesungen unter dem Titel “Das Öffnen und Schließen des Mundes”.

24.10.1984, Mittwoch

Die Bundesregierung in Bonn beschließt eine Neuregelung der Hinterbliebenenversorgung, mit der Witwer und Witwen in ihren Unterhaltsansprüchen gleichgestellt werden.

Ein Beschluss des Bonner Bundeskabinetts sieht weitreichende Änderungen des Unterhaltsrechts bei Ehescheidungen vor. So kann von dem Prinzip, dass der sozial Stärkere nach einer Scheidung dem sozial Schwächeren Unterhalt zu zahlen habe, abgewichen werden, wenn letzterer sich eines schwerwiegenden Fehlverhaltens gegenüber dem Unterhaltsverpflichteten schuldig gemacht hat.

Im Römisch-Germanischen Museum in Köln wird die Sonderausstellung “Der Schatz von San Marco” mit Kunstwerken aus der venezianischen Basilika eröffnet.

25.10.1984, Donnerstag

Bundestagspräsident Rainer Barzel (CDU) zieht die Konsequenz aus seiner Verstrickung in die Flick-Spendenaffäre und tritt von seinem Amt zurück.

Itaipu, das größte Wasserkraftwerk der Welt im Südwesten Brasiliens, wird feierlich eingeweiht. Die Errichtung des brasilianisch-paraguayanischen Gemeinschaftsprojekts stieß wegen der Zerstörung der natürlichen Umwelt wiederholt auf Kritik.

Durch Buhrufe äußert das Premierenpublikum in der Kölner Oper sein Missfallen über die Uraufführung des Musikwerks “Murieta” von Jens-Peter Ostendorf.

Holger Kirchner vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg warnt die Öffentlichkeit vor der Illusion, dass mit dem Medikament Interferon der Durchbruch in der Heilung von Krebskranken gelungen sei.

26.10.1984, Freitag

Die Produktionsanlagen des in Konkurs gegangenen Zweiradherstellers “Zündapp” in München werden für 16 Millionen DM an die Volksrepublik China verkauft.

Unter dem Motto “Der Humanismus der Sowjetliteratur -Ausprägung der Werte des Sozialismus” findet in Erfurt eine Literaturkonferenz anlässlich des Tags des sowjetischen Buches in der DDR statt. Nach offiziellen Angaben nehmen daran 250 Bibliothekare und Literaturpropagandisten teil.

Die italienischen Ermittlungsbehörden erheben Anklage gegen vier Türken und drei Bulgaren wegen des Attentats auf Papst Johannes Paul II. am 13. Mai 1981. Der Papst wurde damals von mehreren Schüssen schwer verletzt.

Lothar Späth (CDU), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, löst turnusgemäß seinen bayerischen Amtskollegen Franz Josef Strauß (CSU) als Präsident des Bundesrates ab.

27.10.1984, Samstag

Der französische Journalist Jacques Abouchar, der am 17. September mit seinem Kamerateam in Begleitung afghanischer Partisanen in einen sowjetischen Hinterhalt geraten und danach in Kabul zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt worden war, trifft in Paris ein. Die afghanischen Behörden hatten am 20. Oktober seine Abschiebung angeordnet.

28.10.1984, Sonntag

Bei den baden-württembergischen Kommunalwahlen müssen CDU, SPD und FDP zugunsten der Grünen und der Freien Wählervereinigungen Verluste hinnehmen.

29.10.1984, Montag

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) einigt sich auf eine Kürzung der Fördermengen um 1,5 Millionen Barrel, um einen weiteren Verfall der Ölpreise auf dem Weltmarkt zu verhindern.

30.10.1984, Dienstag

Der ägyptische Staatspräsident Husni Mubarak beginnt einen dreitägigen Besuch in der Bundesrepublik.

Bei Auseinandersetzungen mit der Polizei während eines Generalstreiks in Chile kommen nach offiziellen Angaben sieben Menschen ums Leben.

31.10.1984, Mittwoch

Die indische Ministerpräsidentin Indira Gandhi wird in Delhi von Soldaten ihrer Leibwache erschossen. Die Attentäter sind Angehörige der Religionsgemeinschaft der Sikhs. Als Nachfolger von Indira Gandhi übernimmt ihr Sohn Rajiv Gandhi die Regierung.

In der kubanischen Hauptstadt Havanna geht die dreitägige Tagung des “Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe” (RGW) zu Ende. Thema des erstmals außerhalb Europas stattfindenden Treffens der zehn kommunistisch orientierten RGW-Staaten ist die Koordinierung der Wirtschaftspläne für die Jahre 1986 bis 1990.

In Stuttgart wird das renovierte Große Haus des Württembergischen Staatstheaters feierlich wiedereröffnet.