Was geschah im Oktober 1986

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1.10.1986, Mittwoch

Fünf Monate nach dem Kernschmelzunfall geht der erste der drei unzerstörten Reaktorblöcke in Tschernobyl wieder ans Netz.

In der Bundesrepublik Deutschland tritt eine neue Gefahrstoffverordnung in Kraft.

2.10.1986, Donnerstag

Auf den indischen Ministerpräsidenten Rajiv Gandhi wird ein Attentat verübt. Ein Mann in Neu-Delhi feuert aus 10 m Entfernung auf den Regierungschef. Die Schüsse verfehlen ihr Ziel, verletzen aber zwei Begleiter des Premiers. Der Attentäter wird verhaftet.

Nachdem auch der Senat das Veto von US-Präsident Ronald Reagan mit 78 zu 21 Stimmen überstimmt hat, können die Sanktionen der USA gegen Südafrika in Kraft treten.

Der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof erklärt die Anordnung des Bürgermeisters von Mutlangen vom 12. September 1983 zur Räumung eines sog. Friedensdorfes am Pershing-2-Depot für überzogen und in der Wahl der Mittel rechtswidrig.

3.10.1986, Freitag

DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker beendet zweitägige politische Gespräche mit KPdSU-Chef Michail Gorbatschow in Moskau.

Ein sowjetisches Atom-U-Boot gerät rd. 1000 km vor den Bermuda-Inseln in Brand und sinkt am 6. Oktober. Drei Menschen sterben, die übrige Besatzung wird geborgen. Das Unglück war höchstwahrscheinlich dadurch ausgelöst worden, dass Flüssigtreibstoff für die an Bord lagernden Raketen explodierte.

Auf ihrem Jahreskongress in Blackpool (seit 29. 9.) fordern die Abgeordneten der oppositionellen britischen Labour Party u.a. eine einseitige atomare Abrüstung, einen Ausstieg aus der Kernenergie und eine Verstaatlichung der von den Konservativen privatisierten früheren Staatsunternehmen.

In Emden eröffnet der frühere “stern”-Chefredakteur Henri Nannen die von ihm gestiftete Kunsthalle.

4.10.1986, Samstag

Die niederländische Königin Beatrix eröffnet in der Oosterschelde das weltweit größte bewegliche Sturmflutwehr. Es ist ein Teil des Delta-Projekts, durch das rd. 15 000 km² Land vor den Fluten der Nordsee geschützt werden sollen.

Papst Johannes Paul II. bricht zu einer Visite nach Frankreich auf (bis 7. 10.). Es ist sein dritter Besuch. Der Papst macht in Lyon, Taizé, Ars und Annecy Station.

5.10.1986, Sonntag

Bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen muss die CDU Verluste von 4,4% hinnehmen, bleibt jedoch stärkste Kraft. Die SPD kann ihren Stimmenanteil um 3,1 Prozentpunkte steigern, die FDP erreicht im Landesdurchschnitt 4,2%, die Grünen sind künftig in allen Landkreisen und kreisfreien Städten vertreten.

Durch ein 5:0 gegen Ecuador in Essen sichert sich das bundesdeutsche Tennisteam den Verbleib in der ersten Klasse beim Daviscup-Turnier.

Im Rahmen der 38. Frankfurter Buchmesse (1.- 6.10.) wird dem polnischen Historiker Wladyslaw Bartoszewski in der Paulskirche der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen.

Der sowjetische Physiker und Dissident Juri Orlow darf gemeinsam mit seiner Frau die UdSSR verlassen und reist in die USA aus. Der damals 53-Jährige Orlow war am 18. Mai 1978 zu sieben Jahren Gefängnis und fünf Jahren Verbannung verurteilt worden. Am 16. Oktober darf auch der zuckerkranke jüdische Dissident und Wissenschaftler David Goldfarb die UdSSR verlassen.

6.10.1986, Montag

Aus dem von Bundesumweltminister Walter Wallmann (CDU) vorgelegten Bericht über die Reaktorsicherheit geht hervor, dass es im Jahr 1985 in den 22 damals arbeitenden deutschen Kernkraftwerken 237 gemeldete Störfälle gegeben hat. Eine Gefahr für Menschen und Umwelt soll in keinem Fall bestanden haben.

Garri Kasparow (UdSSR) bleibt Schachweltmeister. Er erreicht durch ein Remis in der 23. Partie gegen Herausforderer Anatoli Karpow den zwölften Gewinnpunkt in dem auf 24 Partien angesetzten Titelkampf, der je zur Hälfte in London und in Leningrad (heute St. Petersburg) ausgetragen wurde.

7.10.1986, Dienstag

Unter dem Motto “Weiter so, Deutschland – für eine gute Zukunft” steht der 34. Bundesparteitag der CDU in Mainz. Bundeskanzler Helmut Kohl bekräftigt den Führungsanspruch seiner Partei.

Als erstes bundesdeutsches Atomkraftwerk nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl wird das Kraftwerk in Brokdorf an der Unterelbe ans Netz geschaltet. Es wird gemeinsam vom Energiekonzern PreußenElektra und den Hamburgischen Electrizitätswerken betrieben.

Auf ihrem Jahreskongress in Bournemouth (bis 10.10.) bekräftigt die regierende Konservative Partei in Großbritannien ihren Führungsanspruch. Premierministerin Margaret Thatcher führt vor den Delegierten aus, sie habe dem “Volkskapitalismus” freie Bahn verschafft. Schatzkanzler Nigel Lawson bekräftigt die Absicht der Regierung, die Einkommensteuer von 29% auf 25% zu senken.

8.10.1986, Mittwoch

Das Kultusministerium von Nordrhein-Westfalen erteilt nach fünfjährigem Rechtsstreit der sog. “Freien Schule Bochum” eine auf zunächst ein Jahr befristete Unterrichts- und Prüfungserlaubnis. Seit 1981 arbeitete die mit 14 Schülern kleinste Gesamtschule Deutschlands ohne Genehmigung des Kultusministeriums und erteilt “Jahresbriefe” als Ersatz für Zeugnisse.

Bundespräsident Richard von Weizsäcker ernennt Karin Graßhoff, bisher Richterin am Bundesgerichtshof, zur Richterin am Karlsruher Bundesverfassungsgericht.

9.10.1986, Donnerstag

Das Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich wird nach einer Klage der Stadt Neuwied abgeschaltet.

In Managua, der Hauptstadt Nicaraguas, wird der US-Amerikaner Eugene Hasenfus der Presse gegenübergestellt. Er war am 5. Oktober an der Grenze zu Costa Rica mit seiner Maschine abgeschossen worden. Der US-Militärberater offenbart Einzelheiten über die US-Militärhilfe für die antisandinistischen Contras in Nicaragua.

10.10.1986, Freitag

Der Leiter der Politischen Abteilung zwei des Auswärtigen Amtes, Gerold von Braunmühl, wird vor seinem Haus im Bonner Vorort Ippendorf erschossen. Zur Tat bekennt sich ein sog. Kommando Ingrid Schubert der terroristischen Roten-Armee-Fraktion.

In Mutlangen endet der am 13. September begonnene “Blockadeherbst” der Rüstungsgegner. An den Aktionen hatten sich über 70 Gruppen aus der gesamten Bundesrepublik beteiligt. Im Verlauf der Aktionen waren mehr als 850 Personen vorübergehend festgenommen worden.

Einem Erdbeben in El Salvador fallen mehr als 1000 Menschen zum Opfer. Besonders betroffen ist die Hauptstadt San Salvador. Die linke Guerillaorganisation FMLN erklärt wegen der Schwere der angerichteten Schäden einen einseitigen Waffenstillstand.

Der peruanische Diplomat Javier Pérez de Cuellar, seit Anfang 1982 als Nachfolger von Kurt Waldheim Generalsekretär der Vereinten Nationen, wird per Akklamation für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.

11.10.1986, Samstag

Mehr als 100 000 Menschen (nach Angaben der Veranstalter bis zu 200 000) demonstrieren in Hasselbach im Hunsrück gegen die Stationierung von US-amerikanischen Marschflugkörpern (Cruise-Missiles).

12.10.1986, Sonntag

Die britische König Elisabeth II. hält sich zu einem siebentägigen Staatsbesuch in der Volksrepublik China auf. Bei dieser ersten Visite eines britischen Souveräns in China stattet die Königin u.a. Peking, Schanghai, Kanton und der Großen Mauer einen Besuch ab.

Das zweitägige Treffen zwischen dem sowjetischen Parteichef Michail Gorbatschow und US-Präsident Ronald Reagan in der isländischen Hauptstadt Reykjavik geht ergebnislos zu Ende. Beide Seiten konnten sich nicht über das US-amerikanische SDI-Programm einigen.

Bei den Landtagswahlen in Bayern behält die CSU mit 55,8% die absolute Mehrheit (1982: 58,3%). Die SPD rutscht mit 27,5% der Stimmen auf ihr schlechtestes Ergebnis seit 1945 ab.

13.10.1986, Montag

Bundespräsident Richard von Weizsäcker reist zu einem fünftägigen Besuch nach Ungarn. Es ist sein erster Aufenthalt in einem Land des Warschauer Paktes.

14.10.1986, Dienstag

Bei der Vorstellung des Jahresberichts 1984 wirft der Bundesrechnungshof den Bundesministerien und den Behörden erneut einen “allzu sorglosen” Umgang mit Steuergeldern vor.

Der Jahresbericht von Amnesty International wirft 128 Staaten vor, in elementarer Weise die Menschenrechte zu verletzen.

15.10.1986, Mittwoch

In einem Interview mit dem US-Nachrichtenmagazin “Newsweek” stellt der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl den sowjetischen Parteichef Michail Gorbatschow in einen engen Zusammenhang mit NS-Propagandaminister Joseph Goebbels: “Er ist ein moderner kommunistischer Führer, der sich auf Public Relations versteht. Goebbels, einer von jenen, die für die Verbrechen der Hitler-Ära verantwortlich waren, war auch ein Experte für Public Relations.” Das Interview belastet die deutsch-sowjetischen Beziehungen erheblich.

Die Sowjetunion beginnt mit dem ersten Teilabzug von Truppen aus Afghanistan seit dem Einmarsch 1979. Betroffen sind rd. 7000 Soldaten.

Aus den Präsidentschaftswahlen in Bangladesch geht der bisherige Staatschef, General Hussain Muhammad Ershad, als Sieger hervor. Die Opposition spricht von Wahlbetrug.

Das Fußballländerspiel zwischen der Bundesrepublik und Spanien in Hannover endet 2:2.

16.10.1986, Donnerstag

Alfons Lappas, der Vorsitzende der gewerkschaftseigenen Konzernholding Beteiligungsgesellschaft für Gemeinwirtschaft AG (BGAG) verweigert vor dem Untersuchungsausschuss “Neue Heimat” des Bundestags die Aussage.

Als erster Bergsteiger der Welt hat der Südtiroler Reinhold Messner mit dem Ersteigen des Lhotse (8571 m) alle 14 Achttausender erklettert.

Harald Muellers “Totenfloß”, ein Stück über das Leben nach einer Atomkatastrophe, wird in Stuttgart, Düsseldorf und Basel uraufgeführt.

Die Bundesrepublik Deutschland wird für zwei Jahre in den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen gewählt.

Der Deutsche Bundestag billigt ein neues Filmförderungsgesetz, das die finanzielle Förderung von neuen Projekten von wirtschaftlichen Erwägungen abhängig macht.

17.10.1986, Freitag

Das deutsche Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entscheidet, dass die bundesweite Ausstrahlung von Wahlwerbung der nicht in Bayern kandidierenden CDU und der bayerischen CSU im ARD-Gemeinschaftsprogramm vor der Bundestagswahl 1983 rechtmäßig war. Das Verfahren hatte die SPD angestrengt, weil sie sich bei der Zuteilung von Sendezeit benachteiligt gefühlt hatte.

Das dänische Parlament (Folketing) billigt neue Asylbestimmungen. Sie sehen vor, dass künftig Flüchtlinge an der Grenze abgewiesen werden, sofern sie nicht einen gültigen Einreisesichtvermerk besitzen. Flüchtlinge, die nicht unter die UN-Flüchtlingskonvention fallen, haben in Zukunft keinen Rechtsanspruch auf Asyl mehr.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) legt die Austragungsorte für die Olympischen Spiele 1992 fest: Die Olympischen Winterspiele sollen in Albertville (Frankreich), die Sommerspiele in Barcelona (Spanien) stattfinden. Es sind die letzten Spiele, bei denen sowohl die Sommer- als auch die Winterolympiade im selben Jahr stattfinden.

18.10.1986, Samstag

Generalbundesanwalt Kurt Rebman spricht sich für eine europäische Zentralbehörde zur Bekämpfung des Terrorismus aus.

DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker tritt eine Asienreise an (bis 28.10.). Er besucht Nordkorea, die Volksrepublik China und die Mongolische Volksrepublik.

19.10.1986, Sonntag

Wegen seiner Aussageverweigerung vor dem Bundestags-Untersuchungsausschuss zur Affäre “Neue Heimat” wird der Gewerkschaftsfunktionär Alfons Lappas auf dem Gewerkschaftstag der IG Metall in Hamburg festgenommen und nach Bonn gebracht. Am 21. Oktober wird der Vollzug der Beugehaft unter Auflagen ausgesetzt.

Der Präsident von Moçambique, Samora Moises Machel, kommt bei einem Flugzeugabsturz über Südafrika ums Leben. Südafrika weist jede Verantwortung an dem Absturz zurück. 1984 hatte Südafrika mit Machel einen Vertrag über gute Nachbarschaft abgeschlossen.

20.10.1986, Montag

Die fünf führenden bundesdeutschen Konjunkturinstitute legen ihr Herbstgutachten vor. Danach ist für 1987 ein Wirtschaftswachstum von 3% zu erwarten, das Wachstumstempo werde sich im Jahresverlauf allerdings abschwächen.

Der Vereinbarung über die Bildung einer großen Koalition von 1984 entsprechend löst Yitzhak Schamir vom konservativen Likud-Block, bisher Außenminister, den Sozialisten Schimon Peres als israelischer Ministerpräsident ab. Peres übernimmt das Außenministerium.

21.10.1986, Dienstag

Die Staatsanwaltschaft beim Landgericht Köln teilt mit, sie habe die Verfahren gegen frühere Richter und Staatsanwälte des Volksgerichtshofes eingestellt.

Der SPD-Politiker Egon Bahr und SED-Politbüromitglied Hermann Axen legen in Bonn einen Plan zur Einrichtung eines atomwaffenfreien Korridors in Europa vor. Die Bundesregierung bezeichnet den Entwurf als “sicherheitspolitisch höchst fragwürdig”.

22.10.1986, Mittwoch

Franz Steinkühler wird auf dem 15. Kongress der IG Metall als Nachfolger des aus Altersgründen ausscheidenden Hans Mayr zum neuen Bundesvorsitzenden dieser Einzelgewerkschaft gewählt.

US-Präsident Ronald Reagan unterzeichnet das Gesetz über die Einkommen- und Körperschaftsteuerreform.

23.10.1986, Donnerstag

Der Deutsche Bundestag billigt ein neues Baugesetz. Es stärkt die Stellung der Städte und Gemeinden bei Bebauungsplänen.

Die seit 39 Jahren von den USA verwalteten Marshall-Inseln in Ozeanien feiern den Beginn ihrer Selbständigkeit. Das von 40 000 Menschen bewohnte Archipel im Westpazifik soll von den USA großzügige Entwicklungshilfe erhalten, wofür im Gegenzug die USA weiterhin die Raketenstartrampe in Kwajalein nutzen können.

Die UN-Vollversammlung erklärt mit den Stimmen von 124 Staaten den Südatlantik zu einer “Zone des Friedens und der Zusammenarbeit”. Die USA stimmen gegen eine solche Erklärung, Japan und sieben westeuropäische Staaten üben Stimmenthaltung, weil nicht genügend Garantien für die freie Schifffahrt gegeben seien.

24.10.1986, Freitag

Trotz Protesten aus den Nachbarländern Rheinland-Pfalz, Saarland und Luxemburg wegen schwerwiegender Sicherheitsbedenken wird der erste Block des französischen Kernkraftwerks Cattenom (1300 Megawatt Leistung) in Betrieb genommen.

Der französische Senat billigt ein Gesetz über die Wiedereinführung des Mehrheitswahlrechtes und der Neuaufteilung von 574 der 577 Wahlkreise. Staatspräsident François Mitterrand hatte am 2. Oktober seine Unterschrift verweigert.

Großbritannien bricht die diplomatischen Beziehungen zu Syrien ab. London beschuldigt Damaskus der Verwicklung in den internationalen Terrorismus.

25.10.1986, Samstag

Auf dem SPD-Wahlparteitag in Offenburg legt Kanzlerkandidat Johannes Rau sein Regierungsprogramm vor. Kernpunkte sind der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, die ökologische Erneuerung der Industriegesellschaft und mehr soziale Gerechtigkeit.

Die Delegation Südafrikas wird auf der Internationalen Rotkreuz-Konferenz in Genf mit großer Mehrheit ausgeschlossen.

In der Innenstadt von San Sebastián im spanischen Baskenland werden der örtliche Militärgouverneur, General Rafael Garrido Gil, seine Frau und sein Sohn durch die Explosion einer Bombe getötet.

26.10.1986, Sonntag

Der Franzose Alain Prost gewinnt auf McLaren-Porsche den Großen Preis von Australien, das letzte Formel-1-Rennen der Saison, in Adelaide und wird damit Weltmeister.

27.10.1986, Montag

Vertreter aller Weltreligionen kommen auf Einladung des Papstes in der italienischen Stadt Assisi zu einem Gebet für den Frieden zusammen. Johannes Paul II. hatte aus diesem Anlass alle kriegführenden Parteien auf der Welt zu einem Tag Waffenruhe aufgefordert.

Durch eine Deregulierung an der Londoner Börse wird u.a. die Festlegung einer verbindlichen Maklercourtage und die bisherige Trennung zwischen Brokern (gewerbsmäßigen Wertpapiermaklern) und Jobbern (Händlern, die nur für eigene Rechnung kaufen oder verkaufen dürfen) aufgehoben. Durch diesen sog. Big Bang gibt es an der Londoner Börse nur noch Market Maker.

28.10.1986, Dienstag

Nach einer Statistik des Bundeskriminalamtes sind in der Bundesrepublik Deutschland seit Jahresbeginn 222 Brand- und 60 Sprengstoffanschläge verübt worden.

Das japanische Unterhaus billigt die Privatisierung der Eisenbahnen bis zum 1. April 1987. Die Bahn soll in sechs privatrechtliche organisierte Gesellschaften aufgespalten werden.

Vertreter der Bundesrepublik und Frankreichs vereinbaren beim Frankfurter deutsch-französischen Kulturgipfel den Beginn einer “neuen Etappe der kulturellen Zusammenarbeit”.

29.10.1986, Mittwoch

Der saudi-arabische Ölminister Scheich Ahmed Saki al-Jamani wird nach 24 Amtsjahren von König Fahd entlassen. Neuer Ölminister wird Hischam Naser.

Das Fußballländerspiel zwischen Österreich und der Bundesrepublik in Wien endet 4:1. Im 29. Länderspiel gegen eine deutsche Auswahl ist es der achte Sieg bei fünf Unentschieden und 16 Niederlagen.

In Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) schlägt die Fußballauswahl der DDR Island vor 18 000 Besuchern 2:0.

30.10.1986, Donnerstag

Der bisherige Kultusminister Hans Maier scheidet aus der bayerischen Staatsregierung aus, weil er keine Teilung seines Ministeriums akzeptieren will.

In Berlin (Ost) wird mit der Ausstellung “Positionen – Malerei aus der Bundesrepublik Deutschland” erstmals zeitgenössische Kunst aus dem Westen gezeigt. Zu sehen sind 85 Werke von elf Künstlern (bis 30.11.).

31.10.1986, Freitag

Der DGB teilt mit, dass die gewerkschaftseigene Bank für Gemeinwirtschaft (BfG) an die Aachener und Münchener Versicherungsgruppe verkauft werden soll.

Die USA und Japan verständigen sich auf eine Stabilisierung des Yen-Dollar-Wechselkurses. Zugleich wird die vierte Senkung des Diskontsatzes in Japan bekanntgegeben. Der Diskont sinkt um 0,5% auf 3%.