Was geschah im September 1915

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Wetterstationen September 1915

1.9.1915, Mittwoch

In Berlin wird der Deutsche Künstlerhilfsbund 1915 gegründet, dessen Ziel es ist, von der Front heimkehrende Künstler zu unterstützen.

Beim Materialdepot des Roten Kreuzes in Berlin sind bisher Sach- und Geldspenden, sog. Liebesgaben, im Wert von 4,77 Mio. Mark für die Soldaten an der Front eingegangen.

Der deutsche Botschafter in den USA, Johann Heinrich Graf von Bernstorff, teilt der US-Regierung mit, dass deutsche U-Boote Passagierdampfer nicht mehr angreifen werden, ohne das Schiff zuvor zu warnen und den Passagieren Gelegenheit zu geben, sich in Sicherheit zu bringen.

2.9.1915, Donnerstag

Der Bundesrat beschließt eine Verordnung über die Einschränkung des Milchverbrauchs, die u.a. die Verwendung von Sahne zum Backen sowie den sonstigen Verbrauch von Schlagsahne verbietet.

In einem Erlass des preußischen Kultusministeriums über den Geschichtsunterricht wird angeordnet, verstärktes Gewicht auf die Behandlung der jüngeren deutschen Geschichte zu legen.

3.9.1915, Freitag

Papst Benedikt XV. lässt dem US-amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson eine persönliche Botschaft überreichen, die sich mit den Möglichkeiten einer Vermittlung zwischen den Kriegführenden beschäftigt.

Eine interparlamentarische Delegiertenkonferenz der drei nordischen Staaten Schweden, Norwegen und Dänemark bekräftigt in Kopenhagen die Neutralität ihrer Länder.

Die Vorsitzende des während des Krieges begründeten Verbandes deutscher Hausfrauenvereine, Martha Voß-Zietz, betont auf einer Versammlung in Berlin, dass die Kontrolle der Lebensmittelpreise derzeit zu den Hauptaufgaben des Verbandes gehöre.

4.9.1915, Samstag

In Berlin wird der sog. “Eiserne Hindenburg” enthüllt. In das hölzerne Standbild können zuvor erworbene Nägel eingeschlagen werden, deren Erlös der Kriegswohlfahrt zufließt.

In einem Kondor-Flugzeug stellen fünf deutsche Flieger bei Berlin mit einer Höhe von 3280 m einen Höhenweltrekord für Flugzeuge mit Passagieren auf. Die alte Höchstleistung betrug 3050 m.

Wegen der Überlastung der Feldpost wird die Bevölkerung in einer amtlichen Mitteilung dazu aufgefordert, weniger Feldpostpäckchen mit Liebesgaben an die Front zu schicken, da andernfalls eine Sperre des Päckchenverkehrs drohe.

In Paris wird eine Liga zum Schutz unterdrückter Juden gegründet, die sich besonders für die Gleichberechtigung der russischen Juden einsetzen will.

Unter dem Vorsitz von Zar Nikolaus II. findet in Petrograd (heute: Leningrad) eine Konferenz über die Koordinierung der russischen Verteidigungsmaßnahmen statt.

Die letzten noch gesperrten Gebiete Ostpreußens werden vom Staatskommissar für das Flüchtlingswesen für die Rückkehr der von dort geflüchteten Bevölkerung freigegeben.

Deutsche Truppen besetzen die russische Festung Grodno.

5.9.1915, Sonntag

In Zimmerwald (Schweiz) beginnt eine bis zum 8. September dauernde Konferenz von Vertretern sozialistischer Parteien, die sich gegen die Burgfriedenspolitik wendet und die Unterstützung des Krieges durch zahlreiche Sozialdemokraten verurteilt.

Zar Nikolaus II. übernimmt an Stelle des bisherigen Oberbefehlshabers Nikolaj Nikolajew das Oberkommando über die russischen Streitkräfte.

6.9.1915, Montag

Bulgarien schließt in Sofia einen Bündnisvertrag und eine Militärkonvention mit dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn; darin verpflichtet sich die bulgarische Regierung zum Kriegseintritt an der Seite der Mittelmächte.

Die Pariser Patriotenliga kritisiert die Entscheidung der französischen Regierung, die von der Organisation geplanten Festumzüge zur Erinnerung an die Erfolge in der Marneschlacht vom September 1914 abzusagen.

Die Kontrollen an der Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich werden schweizerischen Presseberichten zufolge verschärft, um die Flucht französischer Deserteure in die Schweiz zu verhindern.

In einer in der Presse verbreiteten amtlichen Mitteilung wird die deutsche Bevölkerung davor gewarnt, Ausländern Auskunft auf Fragen über die deutsche Industrie zu geben, ohne zuvor beim Kriegsministerium die Erlaubnis dafür eingeholt zu haben.

Das preußische Kriegsministerium erlaubt Jugendlichen, die an den militärischen Vorbereitungsübungen erfolgreich teilgenommen haben, als Belohnung am Schießen mit scharfer Munition im Schießunterricht teilnehmen zu dürfen.

7.9.1915, Dienstag

Im Deutschen Reich tritt eine Änderung des Reichsmilitärgesetzes in Kraft, durch die eine nochmalige Musterung von Wehrpflichtigen im Krieg möglich wird, die früher für dauernd untauglich erklärt worden sind.

Der Berliner Polizeipräsident erlässt eine Verordnung, durch die der Branntwein- und Spirituosenausschank in Berlin eingeschränkt wird. Der Ausschank wird u.a. zwischen 21 Uhr und 9 Uhr sowie in allen Lokalen mit weiblicher Bedienung untersagt.

In Athen wird entdeckt, dass zwei Telegraphenbeamte im Auftrag von zwei französischen Korrespondenten seit April Telegramme der deutschen, österreichisch-ungarischen und italienischen Gesandtschaft sowie von König Konstantin I. unterschlagen und nach Russland weitergeleitet haben.

Ein französisches Flugzeuggeschwader bombardiert den Bahnhof und militärische Anlagen in Freiburg im Breisgau.

Die deutsche Regierung teilt den USA in einer Note mit, der britische Passagierdampfer “Arabic” sei am 19. August versenkt worden, da der deutsche U-Boot-Kommandant den Eindruck gehabt habe, das Schiff wolle das U-Boot angreifen.

8.9.1915, Mittwoch

Österreichisch-ungarische Truppen erobern die Festung Dubno im südlichen Abschnitt der Ostfront.

Fünf preußische Ministerien weisen in einem gemeinsam herausgegebenen Erlass auf die Notwendigkeit hin, die örtlichen Fürsorgeorganisationen für Kriegsinvalide auszubauen.

Der heilige Synod, die oberste Instanz der russischen Kirche, ordnet ein dreitägiges Beten und Fasten in ganz Russland an. Das russische Volk solle dadurch Buße dafür tun, dass es zu geizig und zu faul gewesen sei.

Mit 6600 m Flughöhe stellt ein Schweizer Flieger einen Höhenweltrekord für einsitzige Flugzeuge auf. Die alte Bestmarke betrug 6210 m.

9.9.1915, Donnerstag

Deutsche Marineluftschiffe greifen die Londoner City, Fabrikanlagen bei Norwich sowie Hafenanlagen in Middlesborough an.

Der sog. Progressive Block in der russischen Volksvertretung Duma verabschiedet ein Reformprogramm, in dem u.a. eine Amnestie für politische Häftlinge sowie die Bildung einer Regierung gefordert wird, die das Vertrauen des Volkes genieße.

Der Kongress der britischen Gewerkschaften (6.- 11. September) in Bristol sichert der Regierung Unterstützung bei der Kriegführung zu; die Gewerkschaften lehnen die Einführung der Wehrpflicht jedoch entschieden ab.

Bei einem schweren Erdbeben in Guatemala und El Salvador wird die Stadt Jutigalpa in Guatemala völlig zerstört.

10.9.1915, Freitag

Ein vom preußischen Innenministerium ausgearbeiteter Gesetzentwurf über das Verbot der Nachtarbeit in Bäckereien wird veröffentlicht. Seit Januar ist die Nachtarbeit durch eine Bundesratsverordnung für die Dauer des Krieges verboten.

Die Heeresverwaltung teilt mit, dass genug Verbandmaterial vorhanden sei. Die zahlreichen Angebote aus der Bevölkerung, Scharpie herzustellen, könnten deshalb nicht angenommen werden. Scharpie ist ein Verbandmittel, das durch Zerrupfen von Leinwand gewonnen wird.

Auf dem britischen Gewerkschaftskongress in Bristol wirft Munitionsminister David Lloyd George den Gewerkschaften vor, sie behinderten durch ihr Beharren auf gewerkschaftlichen Rechten die Munitionsproduktion in Großbritannien.

Die USA fordern die österreichisch-ungarische Regierung auf, ihren Botschafter in Washington, Constantin Dumba abzuberufen, da dieser seiner Regierung vorgeschlagen hatte, in US-amerikanischen Munitionsfabriken Streiks anzuzetteln.

Ansichtskarten mit Abbildungen von Städten, Landschaften, Bauwerken und Denkmälern aus dem Deutschen Reich, den verbündeten Staaten und aus den besetzten Gebieten dürfen nicht mehr ins feindliche und neutrale Ausland versendet werden.

12.9.1915, Sonntag

Das österreichische Galopp-Derby in der Wiener Freudenau gewinnt Tovabb mit drei Längen Vorsprung vor Fallachy und dem Favoriten Sobri.

13.9.1915, Montag

Im Südabschnitt der Ostfront beginnen russische Truppen Gegenangriffe am Styr und an der Strypa, die jedoch nach anfänglichen Erfolgen zurückgeworfen werden.

14.9.1915, Dienstag

Die Alliierten bieten Bulgarien erneut Gebietsabtretungen im serbischen Teil Makedoniens an, falls Bulgarien unverzüglich in den Krieg gegen das Osmanische Reich eintrete.

Die Unternehmen des rheinisch-westfälischen Kohlebergbaus vereinbaren eine Verlängerung des zum Jahresende auslaufenden Syndikatsvertrags bis zum März 1917.

Drei deutsche Schwestern des Roten Kreuzes treffen in Russland ein, wo sie Kriegsgefangenenlager besichtigen. Im Gegenzug werden drei russische Rot-Kreuz-Schwestern Gefangenenlager im Deutschen Reich inspizieren.

15.9.1915, Mittwoch

Italien beschließt die Blockade der Mittelmeerküste des Osmanischen Reiches.

16.9.1915, Donnerstag

Auf Anordnung von Zar Nikolaus II. wird die Sitzung der russischen Volksvertretung, der Duma, bis zum November vertagt.

Die verloren geglaubte Polarexpedition des Norwegers Otto Sverdrup trifft in Archangelsk ein. Sverdrup war im Sommer 1914 aufgebrochen, um zwei vermisste russische Expeditionen zu suchen, konnte deren Schicksal jedoch nicht aufklären.

Die USA und Haiti unterzeichnen einen Vertrag, der den USA für zehn Jahre die Kontrolle über die Innenpolitik Haitis einräumt.

Nach Angaben von Premierminister Herbert Henry Asquith hat Großbritannien den verbündeten Ländern bislang Kredite über 250 Mio. Pfund (5,25 Mrd. Mark) gewährt oder zugesagt.

17.9.1915, Freitag

Die Führer der bulgarischen Opposition fordern in einer Unterredung mit König Ferdinand wegen der bevorstehenden Entscheidung über einen Kriegseintritt Bulgariens die sofortige Einberufung des Parlaments und die Umbildung der Regierung auf breiterer politischer Basis.

18.9.1915, Samstag

Das Deutsche Reich stellt den U-Boot-Krieg gegen die Handelsschifffahrt in der Nordsee ein.

Die litauische Stadt Wilna wird von den Truppen der Heeresgruppe von Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg erobert.

In Liverpool werden Arbeiter einer Reederei nach den Bestimmungen des Munitionsgesetzes wegen ständiger Zeitvergeudung bei der Arbeit zu Geldstrafen verurteilt.

Juan Luis Sanfuentes Andonaegui wird vom chilenischen Kongress zum neuen Staatspräsidenten gewählt. Er tritt sein Amt im Dezember an.

19.9.1915, Sonntag

In Berlin finden die Deutschen Athletik-Kriegsmeisterschaften statt, die größte Leichtathletik-Veranstaltung des Jahres im Deutschen Reich.

20.9.1915, Montag

Der in Moskau tagende allgemeine russische Städtetag fordert die sofortige Wiedereinberufung der Duma sowie liberale Reformen.

Das russische Kriegsministerium ordnet an, wegen der Überfüllung der Krankenhäuser in den Foyers der Moskauer Theater Lazarette einzurichten.

In Warschau müssen auf Anordnung der deutschen Verwaltung bis zu diesem Tag sämtliche russische Straßennamen sowie russische Aufschriften auf Privathäusern und an Geschäften entfernt sein.

Anlässlich ihres Geburtstages ruft die Kronprinzessin Cecilie zur “Kriegskinderspende deutscher Frauen” auf. Der Ertrag der Sammlung soll bedürftigen Frauen zukommen, die, wie die Kronprinzessin, während des Krieges ein Kind bekommen haben und deren Mann im Feld steht.

21.9.1915, Dienstag

Der bulgarische König Ferdinand ordnet die allgemeine Mobilmachung in seinem Land an.

Beim Polizeipräsidium in Warschau wird eine sog. Arbeiterzentrale eingerichtet, die Arbeiter nach Deutschland vermitteln soll.

Der britische Schatzkanzler Reginald McKenna bringt im Unterhaus das Kriegsbudget für das Haushaltsjahr 1916/17 ein und kündigt dabei eine Erhöhung der Einkommensteuern um 40% sowie die Einführung von Einfuhrzöllen an.

22.9.1915, Mittwoch

An der Westfront leitet anhaltender Artilleriebeschuss eine großangelegte Offensive der Alliierten ein.

Auf die dritte deutsche Kriegsanleihe sind insgesamt 12,1 Mrd. Mark gezeichnet worden.

Das Generalkommando in Petrograd (heute: Leningrad) ordnet an, dass streikende Arbeiter in Munitionsfabriken nach Kriegsrecht mit Zuchthaus bis zu sechs Jahren bestraft werden können. Streikführern wird lebenslängliche Haft angedroht.

In der Schweiz wird die Gründung eines Einfuhrtrusts vom Bundesrat genehmigt. Die Organisation soll den Import des Landes kontrollieren, um die Wiederausfuhr an kriegführende Länder zu verhindern.

23.9.1915, Donnerstag

Der Bundesrat erlässt eine Verordnung, die es ermöglicht, Personen den Handel mit Lebensmitteln zu untersagen, wenn sie des Preiswuchers verdächtigt werden.

In einer amtlichen Mitteilung wird darauf hingewiesen, dass angesichts der guten Ernteaussichten die derzeitigen Preissteigerungen für Kartoffeln nicht gerechtfertigt seien.

24.9.1915, Freitag

Der in Wien tagende deutsch-österreichische Städtetag, an dem Vertreter von 58 Städten teilnehmen, spricht sich für eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Österreich-Ungarn und dem Deutschen Reich aus.

Die österreichisch-ungarische Regierung wendet sich in einer Note an die USA gegen die US-amerikanischen Waffenlieferungen an die Alliierten, da dies faktisch eine Unterstützung der Entente bedeute und daher ein Verstoß gegen die Neutralität der USA sei.

Das vom Osmanischen Reich in einem Vertrag mit Bulgarien vom 3. September abgetretene Gebiet an der thrakischen Grenze wird an Bulgarien übergeben.

Der Vormarsch der Mittelmächte in Polen und Westrussland kommt zum Stillstand. An der Ostfront beginnt der Übergang zum Stellungskrieg.

Die griechische Regierung beschließt die allgemeine Mobilmachung.

25.9.1915, Samstag

An der Westfront setzen massive Angriffe britischer und französischer Truppen auf die deutschen Stellungen ein. Der alliierte Durchbruchversuch in der Herbstschlacht im Artois und in der Champagne bleibt erfolglos.

Das US-amerikanische Außenministerium weist seinen Botschafter in Konstantinopel (heute: Istanbul) an, von der osmanischen Regierung eine Untersuchung der Massaker an der armenischen Bevölkerung zu verlangen.

In Rumänien beschließt der Ministerrat trotz der Mobilisierung in den Nachbarländern Bulgarien und Griechenland, die eigene Armee nicht zu mobilisieren.

Das portugiesische Kriegsministerium ordnet an, Abordnungen an die Fronten der Alliierten zu entsenden, um sich dort über die Anlage von Schützengräben zu informieren.

Ein 1909 geschlossener Auslieferungsvertrag zwischen Paraguay und dem Deutschen Reich tritt in Kraft.

Der Bundesrat beschließt die Einrichtung von Preisprüfungsstellen, deren Aufgabe es sein soll, die Einhaltung der Preisvorschriften zu überwachen. Alle Gemeinden mit mehr als 10 000 Einwohnern sind zur Einrichtung solcher Stellen verpflichtet.

Auf Anordnung von Kaiser Wilhelm II. ist aus Anlass des Erfolges der dritten deutschen Kriegsanleihe schulfrei.

26.9.1915, Sonntag

Bei der britischen Kommission für die Prüfung von Ersatzansprüchen für Schäden, die durch deutsche Zeppelinangriffe verursacht wurden, sind bisher 178 Todesfälle, 697 Ansprüche von Verletzten sowie insgesamt 10 297 Sachschäden gemeldet worden.

Bei einer Explosion auf dem italienischen Panzerschiff “Benedetto Brin” in Brindisi werden etwa 400 Besatzungsmitglieder getötet.

Im Königlichen Hoftheater in Stuttgart wird die Oper “Mona Lisa” von Max von Schilling uraufgeführt.

Der bulgarische König Ferdinand beteuert, dass mit der Mobilmachung seines Landes keine gegen Griechenland gerichteten Angriffsabsichten verbunden seien.

27.9.1915, Montag

In Großbritannien wird eine besondere Kabinettskommission eingerichtet, die für die gesamte Kriegsleitung verantwortlich ist. Dem Kriegsrat gehören acht Regierungsmitglieder an.

In Leipzig findet die Generalversammlung des allgemeinen Deutschen Frauenvereins statt, der ältesten, 1865 gegründeten Organisation der deutschen Frauenbewegung.

28.9.1915, Dienstag

Auf einer Konferenz in Düsseldorf über die Kartoffelversorgung der Städte im Industrierevier, bei der u.a. die Aufgaben der geplanten Reichsstelle für Kartoffelversorgung erörtert werden, warnen Regierungsvertreter vor Hamsterkäufen, da eine gute Ernte zu erwarten sei.

29.9.1915, Mittwoch

Auf Drängen der US-amerikanischen Regierung wird der österreichisch-ungarische Botschafter in den USA, Constantin Dumba, von seiner Regierung abberufen.

In Großbritannien wird offiziell mitgeteilt, dass Großbritannien und Frankreich beim US-amerikanischen Bankhaus Morgan eine Anleihe über 500 Mio. Dollar (2,4 Mrd. Mark) aufgenommen haben.

Vor 10 000 Teilnehmern einer Kriegswallfahrt hält der Erzbischof von Bamberg eine Rede, in der er die moderne Literatur und Kunst sowie den Lebensmittelwucher und die “der Sinnlichkeit dienende, oft anstößige Kleidertracht” der Frauen verurteilt.

Auf der Berliner Trabrennbahn finden erstmals seit Kriegsausbruch wieder Trabrennen statt.

30.9.1915, Donnerstag

Neue Gerüchte, Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg erwäge einen Sonderfrieden mit Großbritannien, werden von der offiziösen “Norddeutschen Allgemeinen Zeitung” dementiert.

Chroniknet