Was geschah im September 1921

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Wetterstationen September 1921

1.9.1921, Donnerstag

In Berlin tritt eine neue Polizeistunde in Kraft. Theater, Kinos und Kabaretts dürfen jetzt bis 1 Uhr spielen. Bisher mussten sie um Mitternacht schließen.

Das Reichsaußenministerium gibt bekannt, dass sich der Anteil von Nahrungs- und Genussmitteln am Import ins Deutsche Reich derzeit auf 40,9% beläuft. Im Vergleich dazu betrug er 1913 nur 25,6%.

2.9.1921, Freitag

Auf seiner Jahrestagung wendet sich der Alldeutsche Verband, eine Organisation, die völkisch-nationale Interessen vertritt, massiv gegen die Reparationsbeschlüsse der Alliierten, die das deutsche Volk dem “Sklavenjoch” unterwürfen.

Auf dem zwölften internationalen Zionistenkongress in Karlsbad, der vom 1. bis zum 14. September dauert und von 5000 Delegierten besucht wird, fordert der Religionsphilosoph Martin Buber, die Besiedlung Palästinas durch die Juden dürfe “kein fremdes Recht”, namentlich der Araber, beeinträchtigen.

Das Radrennen Paris- Brest- Paris endet mit dem Sieg des Belgiers Mottiat, der die 1198 km lange Strecke in 55:07,8 h bewältigt.

Der Aachener Ingenieur Wolfgang Klemperer startet aus 920 m Höhe von der hessischen Wasserkuppe aus den ersten Überlandflug mit einem motorlosen Flugzeug. Nach 13 Minuten landet er sicher in 5 km Entfernung.

Die Arbeiter der saarländischen Porzellanfabrik Villeroy und Boch beenden nach sieben Wochen einen ergebnislos gebliebenen Streik für höhere Löhne.

Die US-amerikanische Hoover-Hilfe und das US-amerikanische Rote Kreuz geben bekannt, dass sie unabhängig von der Hilfsaktion des Völkerbunds ihre Hilfsmaßnahmen für die Hungernden in Sowjetrussland fortführen werden.

3.9.1921, Samstag

In Coburg kommt es bei Demonstrationen gegen die Ermordung Matthias Erzbergers zu blutigen Zusammenstößen zwischen der bayerischen Landespolizei und den Protestierenden. Mehrere Menschen werden durch eine Handgranate, die von der Polizei geworfen wurde, verletzt.

4.9.1921, Sonntag

Auf der Nordischen Woche in Lübeck hält der Schriftsteller Thomas Mann einen vielbeachteten Vortrag über “Goethe und Tolstoi”. Die Nordische Woche, zu der zahlreiche Delegierte aus Skandinavien eingeladen wurden, soll der Förderung wirtschaftlicher und kultureller Beziehungen zwischen dem Deutschen Reich und seinen Nachbarn im Norden dienen.

5.9.1921, Montag

Reichspräsident Friedrich Ebert (SPD) erlässt eine Verordnung “zum Schutz der Uniform”. Die deutsche Bevölkerung wird aufgefordert, die Mitglieder der Reichswehr mit Respekt zu behandeln. Während der Protestdemonstrationen gegen die Ermordung Matthias Erzbergers waren Soldaten und Offiziere vermehrt provoziert oder angegriffen worden.

Der Parteivorstand der SPD veröffentlicht seinen Geschäftsbericht für das Jahr 1920/21. Die Mitgliederzahl beträgt derzeit 1,22 Mio. und ist seit dem Vorjahr um 40 851 (3,4%) gestiegen. Bei Kriegsausbruch waren es nur 1,08 Mio. Mitglieder.

6.9.1921, Dienstag

Die alliierten Mächte fordern die ungarische Regierung auf, sofort mit der Räumung des Burgenlands zu beginnen. Gemäß dem Friedensvertrag von St. Germain (1919) soll Ungarn das Gebiet an Österreich abtreten.

Das US-amerikanische Wirtschaftsministerium gibt bekannt, dass die Prohibition (Alkoholverbot), die 1920 verhängt wurde, in den letzten Monaten zu erhöhtem Schmuggel geführt hat. Offiziellen Schätzungen nach werden auf jede Gallone (3,78 l), die legal importiert wird, 100 Gallonen illegal eingeführt. In der ersten Jahreshälfte habe der Import 110 000 Gallonen (415 800 l) betragen.

7.9.1921, Mittwoch

Eine Delegation der DNVP unter Leitung des Parteivorsitzenden Oskar Hergt fordert bei einer persönlichen Unterredung mit Reichskanzler Joseph Wirth (Zentrum) die Aufhebung des Ausnahmezustands und legt Beschwerde gegen die “allgemeine Hetze gegen rechts” ein.

Als erster skandinavischer Staat schließt Norwegen mit Sowjetrussland ein Handelsabkommen. Der Storting, das norwegische Parlament, hatte den Abschluss des Vertrages mit 69 zu 47 Stimmen bewilligt.

Das Reichsjustizministerium in Berlin ordnet eine Untersuchung der Behandlung von Max Hölz im Moabiter Zuchthaus an. Hölz, der maßgeblich an den Märzaufständen in Mitteldeutschland beteiligt war, hatte sich über Misshandlungen der Aufseher beschwert.

In ganz Oberschlesien wird der Ausnahmezustand aufgehoben, der vor der Abstimmung über die Staatszugehörigkeit der Bevölkerung im März verhängt worden war.

8.9.1921, Donnerstag

An der Berliner Börse wird der US-Dollar erstmals in diesem Jahr mit mehr als 100 Mark notiert. Der amtliche Mittelwert liegt bei 101 Mark.

9.9.1921, Freitag

Der Hochkommissar des Völkerbunds für Flüchtlingsfragen und Organisator des Hilfsprogramms für Sowjetrussland, Fridtjof Nansen, berichtet vor dem Völkerbund in Genf über die sowjetische Hungerkatastrophe. Bisher seien annähernd eine Million Menschen verhungert.

In Berlin wird der Film “Sappho” des exilrussischen Regisseurs Dimitri Buchowetzki uraufgeführt. Pola Negri spielt die Titelrolle.

10.9.1921, Samstag

Bejubelt von Tausenden von Menschen besucht der britische Schauspieler Charlie Chaplin seine Heimatstadt London. Chaplin war 1913 in die USA ausgewandert.

Die Einreise von Ausländern in die Schweiz wird erleichtert. Die Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses ist nicht mehr erforderlich.

In mehreren deutschen und österreichischen Städten kommt es zu Demonstrationen von Kriegsinvaliden gegen die staatliche Sozialpolitik.

Der Vorsitzende der Berliner Gastwirte-Innung, Gustav Lücke, richtet einen Aufruf an seine Kollegen sowie an Brauereien und Großlieferanten der Gastronomie, angesichts der finanziellen Not der Studenten Freitische für sie einzurichten.

11.9.1921, Sonntag

Der bayerische Ministerpräsident Gustav Ritter von Kahr (parteilos) tritt auf Druck der Bayerischen Volkspartei (BVP) zurück. Kahr hatte sich geweigert, eine Einigung mit der Reichsregierung in der Frage des Ausnahmezustands herbeizuführen.

Im Wiener Pratergelände wird die erste Wiener Messe eröffnet, bei der 4700 Aussteller und 500 000 Besucher registriert werden. Die Messe soll der zerrütteten österreichischen Wirtschaft neue Märkte erschließen.

Die Soubrette Trude Hesterberg eröffnet im Berliner Theater des Westens das Kabarett “Wilde Bühne”.

Der Wettbüroinhaber Max Klante meldet den Konkurs seines Berliner Konzerns an und wird kurz darauf verhaftet. Er hatte innerhalb eines Jahres 60 000 Menschen um insgesamt 100 Mio. Mark betrogen.

Ein großer Teil der texanischen Stadt San Antonio wird durch Überschwemmungen zerstört. Nach einem gewaltigen Sturm war der San Antonio River so hoch angestiegen, dass er die Stadt überflutete. Mehrere hundert Menschen kommen dabei ums Leben.

König Albert I. von Belgien ernennt Marie Keignaerts zur Bürgermeisterin des Ortes Gheluvelt. Sie ist die erste Frau, die in Belgien Bürgermeisterin wird.

12.9.1921, Montag

Im Schlossparktheater in Berlin wird das Schauspiel “Alles um Geld” von Herbert Eulenberg uraufgeführt.

Die städtischen Beamten Berlins treten für die Dauer eines Tages in den Streik, weil ihr Tarifvertrag von 1919 gekündigt wurde. Die Reichshauptstadt ist ohne Strom, und die Gasversorgung sowie der Straßenbahnverkehr sind überwiegend lahmgelegt. Ebenso liegt die Produktion in den Fabriken still.

13.9.1921, Dienstag

In Peking wird eine neue medizinische Hochschule eingeweiht. Die US-amerikanische Rockefeller-Stiftung hatte 1,5 Mio. US-Dollar (97,5 Mio. Mark) zur Einrichtung der Forschungsstätte gespendet.

14.9.1921, Mittwoch

In Stuttgart beginnt der zweite Deutsche Evangelische Kirchentag, der bis zum 27. Oktober dauert. Hauptthemen der Beratungen sind der Entwurf einer neuen Kirchenverfassung und der Ausbau des protestantischen Schulwesens.

Wie die britische Tageszeitung “Times” mitteilt, beabsichtigt das britische Kolonialamt unter Leitung von Winston Churchill eine Umorganisation der Kronkolonien und Protektorate. Diesen soll ein größeres Maß an Autonomie, besonders in wirtschaftlichen Fragen, zugestanden werden.

Die “New York Times” berichtet, dass es Ingenieuren der General Electric Company in Pittsfield (US-Bundesstatt Massachusetts) gelungen sei, eine Spannung von 1 Mio. Volt zu erzeugen.

Der 600. Todestag des Dichters Dante Alighieri wird in ganz Italien mit großen Feierlichkeiten begangen. Dantes “Göttliche Komödie” an der er von 1290 bis zu seinem Tod arbeitete, gilt als eines der einflussreichsten Werke der mittelalterlichen Literatur.

15.9.1921, Donnerstag

Unter dem Namen Herder-Institut wird in Riga eine deutsche Bildungseinrichtung gegründet, die den deutschstämmigen Letten eine Hochschulausbildung in ihrer Muttersprache ermöglichen soll. Sie umfasst eine philosophisch-theologische, eine germanistische und eine naturkundlich-landwirtschaftliche Fakultät.

Die Besitzer der Textilunternehmen in den französischen Städten Roubaix und Tourcoing, wo die Arbeiter bereits seit einigen Wochen für höhere Löhne streiken, weigern sich, der Einladung von Arbeitsminister Daniel Vincent zu folgen, Schlichtungsversuche mit Repräsentanten der Arbeiter auszuhandeln.

Bei Ausgrabungen in der ägyptischen Wüste südlich von Kairo wird der mumifizierte Körper eines vor 8000 Jahren verstorbenen Mädchens gefunden.

16.9.1921, Freitag

Angesichts des großen Andrangs von Studenten in den Arztberuf fordert die Hauptversammlung des Wirtschaftsverbandes der Ärzte Deutschlands in Karlsruhe Maßnahmen zur planmäßigen Verteilung von Ärzten in Stadt und Land. Nur so könne auch der kassenärztlichen Monopolstellung in vielen Industriegegenden entgegengewirkt werden.

17.9.1921, Samstag

In München wird zum ersten Mal seit dem Weltkrieg wieder das traditionelle Oktoberfest gefeiert. Dieses Volksfest findet seit 1811 alljährlich statt und dauert zwei Wochen.

18.9.1921, Sonntag

Die Wiener Nationalorganisation veranstaltet auf dem Rathausplatz aus Anlass des Jahrestages des Friedens von St.-Germain-en-Laye (10.9.1919) eine Massenveranstaltung gegen die “Unterdrückung des Deutschtums”. Nach dem Absingen der deutschen Nationalhymne wird der Anschluss an das Deutsche Reich gefordert.

Die Ruhrepidemie in Thüringen weitet sich immer weiter aus. Bislang sind 35 Menschen gestorben. Sämtliche Schulen in diesem Gebiet sind bereits geschlossen.

Im finnischen Helsingfors (Helsinki) endet das 36. Fußballländerspiel Deutschlands gegen Finnland 3:3.

19.9.1921, Montag

In Marokko proklamiert Abd El Krim, der Anführer der Rifkabylen, die unabhängige Rif-Republik.

In Berlin wird die erste deutsche Autorennstrecke, die AVUS (Automobil-, Verkehrs- und Übungsstraße) eröffnet.

Im Ufa-Palast am Zoo in Berlin wird der Film “Die Geier-Wally” uraufgeführt. Die Regie führte Ewald André Dupont.

20.9.1921, Dienstag

Die Wahlen zum thüringischen Landtag bringen eine Mehrheit der Linksparteien: Die SPD erhält 16, die Unabhängige Sozialdemokratische Partei (USPD) 12, die KPD 9 Mandate. Die bürgerlichen Parteien erhalten zusammen nur 36 Sitze.

In Polen löst der Rektor des Warschauer Polytechnikums, Anton Ponikowski, den bisherigen Ministerpräsidenten Wincenty Witos im Amt ab, der am 10. September 1921 aufgrund einer Kabinettskrise wegen der gravierenden wirtschaftlichen und finanziellen Probleme des Landes zurückgetreten war.

In München wird nach einem Umbau das Lustspielhaus wiedereröffnet. Es umfasst jetzt 700 Plätze.

21.9.1921, Mittwoch

Hugo Max Graf von Lerchenfeld-Koefering (Bayerische Volkspartei, BVP) wird vom bayerischen Landtag in München zum Ministerpräsidenten gewählt. Er löst den am 11. September zurückgetretenen Gustav Ritter von Kahr (parteilos) ab.

Bei einem Explosionsunglück im Stickstoffwerk Oppau der BASF bei Ludwigshafen sterben knapp 600 Menschen, Tausende werden verletzt.

Im Kieler Hafen wird an Bord des Linienschiffes “Hannover” durch eine von der Reichsregierung gestellte Sonderwache die feierliche Ehrung der argentinischen Nationalflagge vorgenommen. Die kaiserliche Regierung hatte sich 1917 zu diesem symbolischen Akt der Wiedergutmachung verpflichtet, nachdem zwei argentinische Schiffe versehentlich durch deutsche U-Boote versenkt worden waren.

Nachdem sich die SPD auf dem Görlitzer Parteitag zu einer Koalition mit der Deutschen Volkspartei (DVP) bereit erklärt hat, stimmt auch die Reichstagsfraktion der DVP in Heidelberg für eine Erweiterung der Regierungskoalition “nach links”.

22.9.1921, Donnerstag

Die baltischen Staaten Lettland, Litauen und Estland treten dem Völkerbund bei. Sie hatten bis zum Weltkrieg zum Russischen Reich gehört, waren vorübergehend von deutschen Truppen besetzt und hatten 1919/20 von der sowjetrussischen Regierung die staatliche Unabhängigkeit zugesichert bekommen.

Die Reparationskommission in Paris gibt bekannt, dass der Wert der vom Deutschen Reich vor dem 1. Mai ausgelieferten Schiffe auf 745 Mio. Goldmark festgesetzt wurde. Die Schiffe haben zusammen 2 153 407 Bruttoregistertonnen.

Der “Times”-Korrespondent in Peking meldet, dass eine kanadische Bankgruppe der chinesischen Regierung eine Anleihe von 3 Mrd. Golddollar (381 Mrd. Mark) gewährt hat. Auf die Hinzuziehung des China-Konsortiums wurde verzichtet. Dieses besteht aus US-amerikanischen, französischen, japanischen und britischen Bankgruppen und hat sich zum Ziel gesetzt, Anleihen an China zu unterbinden, deren Verwendung nicht kontrolliert werden kann.

23.9.1921, Freitag

Der Görlitzer Parteitag der SPD wird mit der Verabschiedung eines neuen Programms beendet.

Auf der Deutschen Automobilausstellung in Berlin wird das sog. Rumpler-Tropfen-Auto vorgestellt. Es hebt sich durch seine betont aerodynamische Form vom Design der anderen Wagen ab.

24.9.1921, Samstag

In Berlin bilden die ehemaligen KPD-Vorstandsmitglieder Ernst Däumig und Paul Levi die Kommunistische Arbeitsgemeinschaft (KAG). Diese Partei soll von Moskau unabhängig sein. Sie schließt sich schon im Februar 1922 wieder der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD) an.

Das größte Autorennen in Deutschland wird auf der neu eröffneten Avus ausgetragen. Der Sieger Fritz von Opel erreicht eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 130,4 km/h.

Drei bedeutende französische Tageszeitungen, “Petit Parisien”, “Le Matin” und “Le Figaro”, schicken gleichzeitig ihre Auslandsredakteure zu einer Studienreise ins Deutsche Reich, um diesen Möglichkeit zu geben, sich ein besseres Urteil über die deutsche innen- und außenpolitische Lage zu bilden.

Im Reichsarbeitsministerium in Berlin wird der Reichshilfsausschuss für die Opfer der Katastrophe im BASF-Werk in Oppau gegründet. Dem Ausschuss gehören Vertreter der Reichsregierung, der preußischen, badischen und hessischen Regierung, des Roten Kreuzes sowie der Arbeiter- und Angestelltenverbände an.

Der bayerische Ministerpräsident Hugo Max Graf von Lerchenfeld-Koefering (BVP) schließt mit Reichspräsident Friedrich Ebert (SPD) und Reichskanzler Joseph Wirth (Zentrum) einen Kompromiss über die Aufhebung des Ausnahmezustands in Bayern.

Der bisherige tschechoslowakische Außenminister Eduard Bene wird Ministerpräsident. Er löst Johann Cerny im Amt ab.

25.9.1921, Sonntag

Die fünfte internationale Frankfurter Messe wird eröffnet. Der Tiefstand der Mark (Tageskurs: 1 US-Dollar = 108,70 Mark) trägt zu dem lebhaften Geschäft bei. Den besten Absatz verbuchen die Branchen Textilien, Maschinen und Lederwaren.

Das Central Relief Committee, eine US-amerikanische Hilfsorganisation in New York, überweist dem Deutschen Roten Kreuz für die Opfer der Oppauer Katastrophe am 21. September 500 Kisten mit Milch und Lebensmitteln im Wert von 1 Mio. Mark und weiterhin 500 000 Mark in bar für die Pflege der Verletzten.

Im Pariser Kaufhaus “Printemps” bricht ein Großbrand aus.

In New York findet die Premiere des Charlie-Chaplin-Films “The Idle Class” (“Die feinen Leute”) statt.

Die Vereinigten Stadttheater Bochum-Duisburg werden mit Aufführungen des “Don Carlos” von Friedrich von Schiller und des “Parsifal” von Richard Wagner eröffnet. Innerhalb der Theatergemeinschaft werden in Bochum zukünftig Theaterstücke und in Duisburg Opern aufgeführt.

26.9.1921, Montag

Der französische Pilot Sadi Lecointe fliegt einen Rekord von 205 Meilen pro Stunde (328 km/h).

Der leitende Regisseur des Großen Schauspielhauses in Berlin, Karl-Heinz Martin, macht mit einer Neuinszenierung von Friedrich von Schillers Stück “Die Räuber” Furore.

27.9.1921, Dienstag

Bei einem Zusammenstoß mit der Polizei im italienischen Modena werden fünf Faschisten getötet. In Ottonuova in Apulien kommt es zu einer Auseinandersetzung zwischen Faschisten und Sozialisten, wobei es zwei Tote und 18 Verwundete gibt.

Der deutsche Komponist Engelbert Humperdinck stirbt im Alter von 67 Jahren in Neustrelitz. Seine bekannteste Oper “Hänsel und Gretel” entstand 1893.

In Berlin wird der Film “Fortunato”, 1. Teil “Der tanzende Dämon” und 2. Teil “Die Todesfahrt in den Lüften”, von Georg Schmidt-Rudow uraufgeführt.

28.9.1921, Mittwoch

Der unter der Führung des früheren ungarischen Ministerpräsidenten István Graf Bethlen von Bethlen stehende Landesverteidigungsrat von Westungarn proklamiert, dass er das Land in selbständiger Regierung verwalten werde. Als Grund wird der Verzicht der ungarischen Regierung angegeben, ihre Hoheitsrechte über Westungarn auszuüben.

29.9.1921, Donnerstag

Der Kursverfall der Mark an den internationalen Devisenbörsen setzt sich fort. Für 1 US-Dollar müssen bereits 127 Mark gezahlt werden gegenüber 64 Mark zu Jahresbeginn.

An der Berliner Volksbühne wird Ernst Tollers sozialkritisches Stück “Masse-Mensch” in einer Inszenierung von Jürgen Fehling erstmals öffentlich aufgeführt.

30.9.1921, Freitag

Die Franzosen veranlassen, dass die Sanktionen in den seit dem 8. März besetzten Städten im Rheinland aufgehoben werden.

Das US-amerikanische Wirtschaftsministerium gibt bekannt, dass seit Beginn des Jahres 20 000 Unternehmen aufgrund der stagnierenden Nachkriegswirtschaft schließen mussten. 3,5 Mio. Menschen sind arbeitslos.

Der deutsche Schriftsteller Oskar Panizza stirbt mit 67 Jahren in Bayreuth. Der Münchner Nervenarzt war mit Satiren gegen staatliche und kirchliche Institutionen bekannt geworden.