Was geschah im September 1922

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Wetterstationen September 1922

1.9.1922, Freitag

Der amtliche preußische Pressedienst teilt mit, dass das Erscheinen der “Deutschen Allgemeinen Zeitung” wegen antirepublikanischer Artikel für den Zeitraum von einer Woche verboten wird.

In Leipzig nimmt der Staatsgerichtshof, dessen Einrichtung mit der Verabschiedung des Gesetzes zum Schutz der Republik beschlossen wurde, seine Tätigkeit auf.

Komintern”, der erste Radiosender in Sowjetrussland, geht in Betrieb.

Von Königswusterhausen aus sendet von nun ab täglich der dortige Rundfunksender vor allem Wirtschaftsnachrichten, zugleich erklärt das Postministerium den telefonischen Rundfunkdienst ab dem 1. September zum “gebührenpflichtigen Beförderungsmittel”.

In Paris erscheint erstmals in einer vollständigen Ausgabe der Roman “Ulysses” des irischen Schriftstellers James Joyce.

Der Architekt Hans Poelzig übernimmt im Auftrag der Staatsoper in Berlin die Gesamtausstattung der Neuinszenierung von Wolfgang Amadeus Mozarts Oper “Don Giovanni”.

Der russische Bildhauer Alexander Archipenko beginnt seine Lehrtätigkeit an der Berliner Kunstschule der Kornscheuer. Er unterrichtet in Plastik, Malerei und Grafik.

Der Großindustrielle Hugo Stinnes schließt mit dem französischen Regierungsvertreter Odon de Lubersac ein Abkommen über Sachlieferungen im Rahmen der Reparationszahlungen, bei denen die Stinnes-Werke die gesamte Organisation der Lieferungen übernehmen.

Mit der Eröffnung der neuen Spielzeit tritt an der Preußischen Staatsoper in Berlin eine Erhöhung der Eintrittspreise in Kraft. Ermäßigte Preise erhalten deutsche und deutschösterreichische Staatsbürger. Ausländer müssen mehr zahlen.

2.9.1922, Samstag

Reichspräsident Friedrich Ebert (MSPD) erklärt das “Deutschlandlied” offiziell zur Nationalhymne des Deutschen Reiches.

Das Reichswirtschaftsministerium erklärt, dass eine Rückkehr zur Zwangswirtschaft bei der Zuckerversorgung unvermeidlich sei.

3.9.1922, Sonntag

Bei einer Abstimmumg in Oberschlesien votieren 650 000 Stimmberechtigte für und 50 000 gegen den Verbleib im preußischen Staat.

In Anwesenheit des Reichspräsidenten Friedrich Ebert (MSPD) beginnt in Bremen eine niederdeutsche Woche.

Die Vorstandssitzung des Vereins der Deutschen Zeitungsverleger in Weimar verabschiedet eine Protestresolution gegen die Handhabung des Gesetzes zum Schutz der Republik, in der sie sich gegen die häufigen Beschlagnahmungen und Verbote von Zeitungen ausspricht.

Die deutschen Leichtathleten gewinnen in Frankfurt/Main einen Länderkampf gegen die Schweiz mit 89:49 Punkten. Die Gastgeber siegen in 14 der 15 Wettbewerbe (Ausnahme: 400 m). Emil Bedarff läuft über 5000 m in 15:25,3 min deutschen Rekord.

4.9.1922, Montag

Der am 1. April in den Vereinigten Staaten von Amerika begonnene Bergarbeiterstreik, dem sich auch große Teile der Eisenbahner angeschlossen hatten, wird nach langwierigen Verhandlungen zwischen den Tarifpartnern und der Regierung mit teilweisen Lohnerhöhungen beendet.

Ein in Leipzig geplanter Deutscher Anwaltstag wird abgesagt, da viele Juristen die Kosten für eine Teilnahme nicht aufbringen können.

5.9.1922, Dienstag

Das preußische Innenministerium veröffentlicht eine Verfügung zur Bekämpfung des Schlemmens in Gasthäusern, Bars etc.

Die deutschen Beamtengehälter müssen wegen der steigenden Preise um 30% erhöht werden.

Der deutsche Wirtschaftsminister Robert Schmidt (MSPD) äusert sich im wirtschaftlichen Ausschuss des Reichstages zur Valutafrage und betont, dass die Berechnung von ausländischer Valuta bei Erzeugnissen aus inländischen Rohstoffen unzulässig sei.

6.9.1922, Mittwoch

Vor der Völkerbundstagung in Genf erklärt der österreichische Bundeskanzler Ignaz Seipel: “Ehe das Volk Österreich in seiner Absperrung zugrunde geht, wird es alles tun, um die Schranken und die Ketten, die es beengen und drücken, zu sprengen.” Seipel wendet sich hierbei gegen vorgesehene Auflagen an Österreich, die mit einer Anleihevergabe verknüpft werden sollen.

Aufgrund der Initiative Fridtjof Nansens erscheint ein Buch mit Beiträgen bedeutender westeuropäischer Künstler. Der Erlös aus dem Verkauf dieses Buches soll den hungernden Kindern in Russland zugutekommen.

Im Berliner Grunewald geht eine 300-Stunden-Autofahrt zu Ende. Den am 26. August begonnenen Test der beiden Dinos-Wagen überstanden beide Maschinen ohne Schaden.

8.9.1922, Freitag

In Athen tritt infolge der katastrophalen Niederlage griechischer Truppen im griechisch-türkischen Krieg die Regierung unter Peter E. Protopapadakis zurück. Eine Neubildung des Kabinetts durch Nikolaus Triandaphyllakos erfolgt am 11. September.

Auf der Generalversammlung des Vereins der Lichtspieltheaterbesitzer Berlins und der Provinz Brandenburg und dem Schutzverband Deutscher Filmtheater beschließen die Teilnehmer eine vorübergehende Schließung von 320 Berliner Kinos wegen der hohen Lustbarkeitssteuer.

In einem öffentlichen Aufruf wendet sich das Berliner Philharmonische Orchester an die Presse. Das Orchester fordert eine staatliche Unterstützung, da die gegenwärtig zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel das Weiterbestehen des Orchesters unmöglich machen.

9.9.1922, Samstag

Im griechisch-türkischen Krieg fällt die Entscheidung: Die türkischen Truppen besetzen Smyrna (Izmir) und beginnen mit der Vertreibung der griechischen Soldaten aus Kleinasien.

Das Parlament des irischen Freistaates wählt William T. Cosgrave zum neuen Ministerpräsidenten.

Ein großer Erfolg wird die Premiere der Operette “Madame Pompadour” von Leo Fall im “Berliner Theater”. Die Hauptrolle spielt Fritzi Massary.

10.9.1922, Sonntag

Mit dem Grand Prix von Italien wird die Autorennbahn von Monza eingeweiht. Sieger des 800-km-Rennens wird Pietro Bordino vor Felice Nazzaro (beide auf Fiat).

Aufgrund eines rasanten Anstiegs der Arbeitslosenzahlen (eine halbe Million in den vergangenen Wochen) verkündet die tschechoslowakische Regierung ein neues Wirtschaftsprogramm. So sollen die Produktion gesteigert und die Arbeitszeit kontrolliert werden sowie die Qualität v. a. der für den Export bestimmten Erzeugnisse verbessert werden.

Die Hohe Interalliierte Rheinkommission verbietet das Singen und Spielen der neuen Nationalhymne des Deutschen Reiches in den besetzten deutschen Gebieten. Der Grund dafür ist der “imperialistische” Text.

In seiner Rede anlässlich des Gedenkens an die Marneschlacht erklärt der französische Ministerpräsident Raymond Poincaré, Frankreich wolle keine Forderungen von Deutschland eintreiben, doch werde es sich allein helfen, wenn man es nicht bei seiner Wiederherstellung unterstütze.

Auf einer Veranstaltung des Oberschlesischen Hilfsbundes in der Berliner Oper feiern die Anwesenden, darunter der Reichspräsident, der Reichskanzler und der preußische Ministerpräsident, die Treue Oberschlesiens zum Deutschen Reich.

Bei den Kommunalwahlen in Thüringen erringen die bürgerlichen Parteien 195 Sitze im Abgeordnetenhaus. Die linksgerichteten Parteien erhalten 161 Sitze.

11.9.1922, Montag

In Anwesenheit hoher kirchlicher und politischer Persönlichkeiten aus Großbritannien, Transjordanien, Armenien, Griechenland und Syrien findet im Regierungspalast von Jerusalem die Proklamierung der Verfassung eines künftigen Staates Palästina statt. Palästina wurde im Juni ebenso wie das Nachbarland Transjordanien unter britisches Mandat gestellt.

Die in Straßburg erscheinende Zeitung “Republique” berichtet, dass seit Beginn des Jahres 1500 Deutsche in die französische Fremdenlegion eingetreten seien.

Alliierte Truppen landen bei Canakkale an der Einfahrt der Meerenge der Dardanellen und hissen ihre Flaggen, um so die neutrale Zone zwischen Griechenland und der Türkei zu gewährleisten.

12.9.1922, Dienstag

Der Finne Paavo Nurmi verbessert in Stockholm auf der 5000-m-Strecke mit 14:35,4 min den seit zehn Jahren bestehenden Weltrekord.

13.9.1922, Mittwoch

Die Stadtverordnetenversammlung von Königsberg genehmigt eine Stiftung von 300 000 Mark zur Errichtung einer würdigen Gedenkstätte für den Philosophen Immanuel Kant.

14.9.1922, Donnerstag

Mit einer durch die Stimmen der bürgerlichen Parteien und der Kommunisten erreichten Mehrheit beschließt der sächsische Landtag in Dresden seine Auflösung.

Der österreichische Nationalrat berät über die Aufnahme von Krediten und stellt fest, dass diese die Unabhängigkeit und Selbständigkeit des Landes nicht beeinträchtigen dürfen.

15.9.1922, Freitag

Auf der Versammlung des Industrie- und Handelstages in Berlin wiederholt Reichkanzler Joseph Wirth (Zentrum) die Maxime der Regierung: “Erst Brot, dann Reparationen”.

Infolge der ständigen Währungsschwankungen gehen einige offizielle Stellen dazu über, Preise in Naturalien festzulegen. So werden z. B. in Weimar und Naumburg Schulgeld, Elektrizität, Gas und Arzthonorare in Naturalien bezahlt.

16.9.1922, Samstag

In Berlin beginnt die erste internationale Konferenz der kommunistischen Kindergruppenbewegung (bis 19.9.). Die Delegierten beschäftigen sich mit der Organisierung der politischen Arbeit unter den Kindern.

17.9.1922, Sonntag

Die Berliner “Vossische Zeitung” veröffentlicht in einem Beitrag unter der Überschrift “Gründung einer Ehe” einen Kostenvoranschlag für das Zusammenleben in ehelicher Zweisamkeit. Der Autor kommt am Ende des Artikels zu dem Schluss, dass im Deutschen Reich eine Eheschließung unter den gegenwärtigen Bedingungen für Kinder aus einem normalen kleinbürgerlichen Haushalt nicht mehr finanzierbar sei.

In dem Berliner Kino “Alhambra” wird der Film “Der Brandstifter”, der erste Spielfilm mit integrierter Lichttonspur, gezeigt.

Die erweiterte Exekutive der Internationalen Arbeiterhilfe (IAH) tagt in Berlin und gründet die Industrie- und Handelsgesellschaft Internationale Arbeiterhilfe für Sowjetrussland zur Organisierung einer Arbeiteranleihe.

18.9.1922, Montag

Am letzten Tag seines dreitägigen Aufenthalts in London erhält der Präsident der Deutschen Reichsbank, Rudolf Havenstein, die Garantie der Bank von England für die deutschen Wechselzahlungen über die im August vom Deutschen Reich angekündigte Rate der Reparationszahlungen.

Die Völkerbundversammlung in Genf stimmt für die Aufnahme Ungarns in die Organisation.

Anlässlich der Jahrhundertfeier der deutschen Naturforscher findet in Leipzig eine Tagung statt, die mit einer Rede von Max Planck eröffnet wird. In einer Petition protestieren Ärzte und Naturforscher dagegen, dass die Gesellschaft deutscher Naturforscher und Ärzte die Relativitätstheorie von Albert Einstein auf die Tagesordnung der Veranstaltung gesetzt hat.

Der verwitwete ehemalige deutsche Kaiser, Wilhelm II., verlobt sich in seinem niederländischen Exilort Doorn mit Prinzessin Hermine von Schönaich-Carolath.

Aus finanziellen Gründen muss der Zoo in Hannover geschlossen werden. Die Stadtverwaltung plant den Verkauf der Tiere.

19.9.1922, Dienstag

Der deutsche Geschäftsträger teilt der belgischen Regierung in Brüssel mit, dass die Deutsche Reichsbank bereit ist, den Sechsmonatswechsel in Höhe von 270 Mio. Mark für die Reparationszahlung unter Verzicht auf die zunächst verlangte Verlängerung zu unterzeichnen.

Nach heftigen Regenfällen kommt es in den Tälern der Sulz und Schwarzach in der Oberpfalz zu erheblichen Überschwemmungen.

Der Vorstand des Deutschen Städtetages fordert auf seiner Sitzung in München Maßnahmen zur Sicherstellung der Kohlevorräte in den deutschen Städten für den bevorstehenden Winter.

Der US-amerikanische Präsident Warren G. Harding unterzeichnet das neue Zollgesetz der USA, worin die Zölle allgemein stark erhöht werden. Es tritt am 21. September in Kraft.

Der Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik tritt in Leipzig zusammen. Die Beschwerde der “Deutschen Allgemeinen Zeitung” wegen des Verbots wird in der Verhandlung tags darauf abgewiesen.

20.9.1922, Mittwoch

Eine Gesellschaft von 88 französischen Bauunternehmern schließt mit der deutschen Kommanditgesellschaft Lehrer-Siemens (“Lesi”) einen Vertrag, wonach die deutschen Unternehmen Baumaterial liefern und in den französischen Wiederaufbaugebieten auch Bauarbeiten durchführen.

In Paris treffen der französische Ministerpräsident Raymond Poincaré, der britische Außenminister George Nathaniel Curzon und der ehemalige italienische Außenminister Carlo Graf Sforza zu Gesprächen über die Lage nach dem türkischen Sieg in Smyrna zusammen, um über ihre Forderungen gegenüber der Türkei zu beraten. Die Staaten fürchten um die Verringerung ihres bisherigen Einflusses in dem Gebiet.

In Leipzig endet die Hundertjahrfeier des deutschen Ärzte- und Naturforschertages.

Das “Triadische Ballett” des Bauhauskünstlers Oscar Schlemmer wird erstmals in Stuttgart aufgeführt.

21.9.1922, Donnerstag

Über den Weihnachtsinseln findet eine totale Sonnenfinsternis statt. Die Beobachtung des Naturschauspiels in diesem Gebiet bleibt für die angereisten internationalen Wissenschaftler unbefriedigend, da die meiste Zeit Wolken die Sonne verdecken.

Aus Anlass einer Fahnenweihe in Mailand erklärt Faschistenführer Benito Mussolini, der oberste Grundsatz der Faschisten sei Disziplin; Streiks müssten verboten werden, und Staatsmänner, die dem Sozialismus immer nachgegeben hätten, müssten umgehend ersetzt werden.

In Eisenach findet eine Tagung des Deutschen Vereins für Sozialpolitik statt. Hauptthema der Veranstaltung ist die Not der geistigen Arbeiter. Sie sind von der Inflation besonders betroffen, da sie als zumeist Freischaffende keinerlei arbeitsrechtliche Absicherung besitzen und auch von keiner Seite Unterstützung z. B. bei der Forderung nach Erhöhung der Bezüge erhalten.

22.9.1922, Freitag

In einer Note fordert die tschechoslowakische Staatsanwaltschaft in der Tschechoslowakei arbeitende ungarische und deutsche Zeitungsredaktionen auf, kritische Artikel gegenüber der Großen und der Kleinen Entente künftig zu unterlassen.

23.9.1922, Samstag

An den Münchener Kammerspielen wird erstmals ein Stück des jungen Autors Bertolt Brecht auf der Bühne gezeigt: Otto Falckenberg inszeniert die Uraufführung von “Trommeln in der Nacht”.

24.9.1922, Sonntag

Auf dem gemeinsamen Parteitag in Nürnberg beschließen die Unabhängigen (USPD) und die Mehrheitssozialisten (MSPD) die Wiedervereinigung ihrer Parteien.

In einer Volksabstimmung entscheiden sich die Schweizer gegen die Einführung eines Schutzgesetzes, das eine wesentliche Verschärfung des politischen Strafrechts bedeutet hätte.

Der französische Profiboxer Georges Carpentier verliert durch eine K.-o.-Niederlage gegen den Senegalesen Battling Siki gleich zwei Titel: Seit 1913 war Carpentier Europameister aller Klassen (Schwergewicht), seit 1920 auch Weltmeister im Halbschwergewicht.

25.9.1922, Montag

In Breslau tritt der Zentralvorstand der Deutschen Volkspartei (DVP) zu einer Tagung zusammen, um über notwendige Maßnahmen gegen die immer schlechter werdende wirtschaftliche Lage zu beraten.

Der bis 27. September dauernde VII. Internationale psychoanalytische Kongress beginnt in Berlin. Den Vorsitz hat Sigmund Freud.

26.9.1922, Dienstag

Das Moskauer Künstlertheater unter der Leitung von Konstantin S. Stanislawski beginnt sein sechs Tage dauerndes Gastspiel im Berliner Lessing-Theater mit dem Stück “Zar Feodor Iwanowitsch” von Alexei K. Tolstoi.

In Berlin beginnen die Verhandlungen des Internationalen Kongresses der Verbände zur Verwertung musikalischer Aufführungsrechte. Auf der Tagung verlangen die Künstler einen Urheberrechtsschutz.

Das polnische Parlament genehmigt ein Finanzgesetz, in dem u.a. die Deckung des Haushaltsdefizits teilweise durch den Druck von polnischem Papiergeld vorgesehen ist. Der Zloty wird dem Goldfranc gleichgesetzt.

Die Regierung Sowjetrusslands protestiert in einer Note gegen die Orientpolitik der Entente. Russland sei mit seinen Verbündeten, der Ukraine und Georgien, nach der Türkei an erster Stelle an einer Freiheit der Meerengen interessiert.

27.9.1922, Mittwoch

Da sie gegen ein Bündnis mit der, wie sie meinen, inzwischen bürgerlich gewordenen MSPD sind, gründen Mitglieder der ehemaligen USPD unter Theodor Liebknecht und Georg Ledebour eine neue Unabhängige Sozialdemokratische Partei (USPD).

Die Völkerbundversammlung in Genf genehmigt den vom österreichischen Bundeskanzler Ignaz Seipel eingereichten Sanierungsplan, Voraussetzung für die Völkerbundanleihe.

Konstantin I., König von Griechenland, wird nach der Niederlage der Griechen im griechisch-türkischen Krieg zum Rücktritt gezwungen.

28.9.1922, Donnerstag

Bei den Wahlen zum Parlament, dem Sejm, im zu Polen gehörenden Gebiet Oberschlesiens erhalten die Deutschen 14 und die Polen 34 Sitze.

Eine in der deutschen Presse veröffentlichte Untersuchung über die Eingliederung ehemaliger Reichswehroffiziere in das zivile Berufsleben enthält die Erkenntnis, dass insbesondere die höheren Offiziere mit den “zivilen” Problemen nicht umgehen können.

Ein neues Theater, das sich vor allem um die künstlerische Qualität der Aufführungen bemühen möchte, eröffnet Margarete Ebinger in Berlin. Als erstes Stück in den West-Kammerspielen sehen die Zuschauer Maurice Maeterlincks Stück “Prinzessin Maleine”.

29.9.1922, Freitag

Ulrich Graf von Brockdorff-Rantzau wird zum ersten Botschafter des Deutschen Reiches in Sowjetrussland ernannt.

Der Parteivorstand der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) verwirft den Vorschlag einer deutsch-völkischen Arbeitsgemeinschaft mit der Deutschen Volkspartei (DVP).

Infolge einer Explosion in einem Fort in der Nähe der italienischen Stadt La Spezia sterben 50 Menschen.

30.9.1922, Samstag

In Budapest wird Otto, Sohn Karls I., des letzten österreichischen Kaisers und ungarischen Königs, zum rechtmäßigen Thronerben proklamiert.