Was geschah im September 1928

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Wetterstationen September 1928

1.9.1928, Samstag

Der VI. Kongress der Kommunistischen Internationale, der vom 17. Juli bis zum 1. September in Moskau tagt, erklärt die Sozialdemokratie zum Hauptgegner in der internationalen politischen Auseinandersetzung.

Der bisherige albanische Staats- und Ministerpräsident Achmed Bey Zogu lässt sich zum König von Albanien proklamieren. Neuer Ministerpräsident wird Kosta Kotta.

Im Berliner Großen Schauspielhaus wird Ralph Benatzkys Bearbeitung der Operette “Casanova” von Johann Strauß uraufgeführt.

Eine Volksabstimmung im australischen Bundesstaat Neusüdwales lehnt mit großer Mehrheit – 818 312 gegen 329 941 Stimmen – die Einführung des Alkoholverbots ab.

2.9.1928, Sonntag

Auf dem Brandenburger Gautag verkündet der rechtsgerichtete Soldatenbund Stahlhelm eine “Haßtirade” auf die Republik.

3.9.1928, Montag

Auf seinem 13. Kongress, der vom 3. bis 7. September in Hamburg stattfindet, setzt sich der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund für das Konzept der Wirtschaftsdemokratie ein.

4.9.1928, Dienstag

Die Regierung von Bulgarien tritt zurück, da innerhalb des Kabinetts Spannungen bezüglich des Vorgehens gegenüber der Inneren Makedonischen Revolutionären Organisation, die für Makedonien die Autonomie fordert, aufgetreten sind. In dem Konflikt mischen auch Frankreich, Großbritannien und Italien mit, die unterschiedliche Minister unterstützen. Am 13. September rekonstituiert sich das Kabinett in alter Zusammensetzung.

In München findet die Grundsteinlegung für den Bibliotheks- und Studienbau des Deutschen Museums statt.

5.9.1928, Mittwoch

In Magdeburg wird der 67. Deutsche Katholikentag eröffnet (bis 9.9.); die Delegierten fordern die Katholiken zur Mitarbeit am Staat auf.

Im Ufa-Theater am Berliner Kurfürstendamm findet die Uraufführung des Stummfilms “Prinzessin Olala” nach der gleichnamigen Operette von Jean Gilbert statt. Unter der Regie von Robert Land spielen u.a. Carmen Boni und Marlene Dietrich.

Im Berliner Marmorhaus hat der Stummfilm “Abwege” von Georg Wilhelm Pabst mit Brigitte Helm Premiere.

6.9.1928, Donnerstag

Im Berliner Capitol wird der Stummfilm “Marquis d’Eon. Der Spion der Pompadour” mit Fritz Kortner in der Rolle eines wahnsinnigen Zaren uraufgeführt (Regie: Karl Grune).

Die sowjetische Regierung überreicht der französischen Botschaft in Moskau ihre Beitrittserklärung zum Briand-Kellogg-Pakt. Die Sowjetunion war zur Erstunterzeichnung des Kriegsächtungspaktes am 27. August nicht eingeladen worden.

Der in Swansea tagende Kongress der britischen Gewerkschaften spricht sich mit überwältigender Mehrheit dafür aus, die Verhandlungen mit der Mond-Gruppe fortzusetzen, bei denen sich Unternehmer und Gewerkschaften bereits für ein sozialpartnerschaftliches Konzept ausgesprochen haben. Das Abstimmungsergebnis bedeutet eine unerwartet hohe Niederlage des radikalen Gewerkschaftsflügels.

Der Reichsstädtebund, der Zusammenschluss der deutschen Klein- und Mittelstädte, protestiert auf seiner zweitägigen Tagung in Heidelberg (6./7.9.) gegen die Gefährdung der kleineren und mittleren Städte, die aus Eingemeindungsbestrebungen der Großstädte und der Schaffung von Großkreisen folgt.

7.9.1928, Freitag

Reichskanzler Hermann Müller hält auf der IX. Völkerbundversammlung, die vom 3. bis 26. September in Genf stattfindet, eine vielbeachtete Rede zum Problem der Abrüstung.

In Berlin wird die 6. Internationale Büroausstellung eröffnet (bis 16.9.), auf der eine Fernschreibmaschine großes Aufsehen erregt.

8.9.1928, Samstag

Reichspräsident Paul von Hindenburg besucht Gut Neudeck in Ostpreußen, das ihm deutsche Wirtschaftskreise geschenkt haben. Hindenburg hat es seinem Sohn Oskar überschrieben.

Die tschechoslowakische Regierung legt eine Gesetzesnovelle vor, die den zweiten Feiertag an Weihnachten, Ostern und Pfingsten, der 1925 zum Arbeitstag erklärt wurde, wieder einführen soll.

9.9.1928, Sonntag

Der deutsche Bankierstag, der vom 9. bis 11. September in Köln stattfindet, beklagt den Kapitalmangel der deutschen Wirtschaft.

Die fünfte Deutsche Funkausstellung schließt ihre Pforten. Hauptattraktion der am 31. August auf dem Messegelände am Funkturm in Berlin begonnenen Ausstellung war die erste öffentliche Vorführung von Fernsehbildern.

Zum Gedenken an den 100. Geburtstag des russischen Dichters Leo N. Tolstoi (* 9.9.1828) zeigt das Berliner Theater sein Drama “Der lebende Leichnam”.

Der französische Automobilrennfahrer Louis Chiron gewinnt in Monza auf Bugatti den Großen Preis von Italien (zugleich Großer Preis von Europa). Das Rennen ist von einem schweren Unfall überschattet.

10.9.1928, Montag

Die Völkerbundversammlung in Genf wählt während ihrer IX. Versammlung (3.- 26.9.) Spanien, den Iran und Venezuela als neue nicht-ständige Mitglieder in den Völkerbundrat.

Im Ufa-Pavillon am Berliner Nollendorfplatz findet die Uraufführung des Stummfilms “Alt-Heidelberg” von Ernst Lubitsch statt.

11.9.1928, Dienstag

In Salzburg wird der Deutsche Juristentag eröffnet (bis 15.9.). Die Juristen sprechen sich für Reformen aus, kritisieren, dass zu viele Gesetze erlassen werden und beklagen ein – vermeintliches – Abstumpfen des Rechtsgefühls.

Schwefelhaltige Gase, die aus einer Braunkohle-Schwefelanlage in Bruckdorf entweichen, verunreinigen die Luft so stark, dass zahlreiche Kinder in Halle-Süd erkranken.

Die Oper “Judith” des schweizerischen Komponisten Arthur Honegger wird vom Hessischen Landestheater in Darmstadt in reichsdeutscher Erstaufführung gezeigt.

12.9.1928, Mittwoch

In Spanien werden mehr als 3000 Oppositionelle aus liberalen, republikanischen und kommunistischen Kreisen, unter ihnen frühere Abgeordnete und Senatoren, verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen, die Diktatur von Miguel Primo de Rivera y Orbaneja, die am 13. September fünf Jahre besteht, stürzen zu wollen.

In den Terra-Lichtspielen am Berliner Nollendorfplatz findet die Uraufführung des ersten deutschen Tonfilms der Tri-Ergon Musik AG, der Kurzfilm “Ein Tag Film”, statt.

13.9.1928, Donnerstag

Vier Mitglieder der rechtsradikalen Organisation Wiking, die ein weiteres Mitglied schwer misshandelt und verletzt haben, weil sie glaubten, es wolle sie der Polizei verraten, werden zu jeweils zwei Monaten Gefängnis verurteilt.

In Wien wird die “Rote Fahne”, die Zeitung der Kommunisten, beschlagnahmt, weil sie dazu aufruft, den für den 7. Oktober geplanten Aufmarsch der Heimwehren durch Gegendemonstrationen und Zugblockaden zu verhindern.

Der Verein für Sozialpolitik debattiert auf seiner Generalversammlung, die vom 13. bis 15. September in Zürich stattfindet, über die Wandlungen des Kapitalismus.

Wirbelstürme und Unwetter richteten in mehreren Bundesstaaten der USA und auf den Inseln vor Mittelamerika schwere Verwüstungen an.

14.9.1928, Freitag

Auf ihrem Parteitag in Wien befassen sich die österreichischen Sozialdemokraten vor allem mit Fragen des Mieterschutzes.

Eduard, Prinz von Wales, besichtigt während seines Jagdaufenthaltes in Afrika die Cheopspyramide bei Gise in Ägypten.

Laurent Eynac übernimmt das neu geschaffene französische Luftfahrtministerium, das aufgrund der Serie von Flugzeugabstürzen in letzter Zeit eingerichtet worden ist.

In Belgien werden neue Heeresgesetze über die Dienstzeit und den Sprachgebrauch in der Armee verabschiedet. In der Sprachenregelung kommt die Regierung den Flamen entgegen, da die Soldaten künftig in ihrer Muttersprache ausgebildet werden müssen.

15.9.1928, Samstag

Zwischen Italien und dem Deutschen Reich entfällt der Visumzwang, zur Einreise genügt künftig ein gültiger Paß. Deutsche brauchen bei Reisen innerhalb Europas noch für Belgien, Frankreich, Spanien, Polen, Litauen, Estland, Ungarn, Rumänien, die Sowjetunion, Griechenland und Bulgarien ein Visum.

Ein künstlicher Mensch, der sprechen und sich bewegen kann, “eröffnet” in London eine Modellausstellung für Maschinenbau.

Ein Großfeuer in Bourges, das in einem Warenhaus ausbricht und auf andere Kaufhäuser übergreift, richtet einen Schaden von 50 Millionen Francs (rund 8,2 Millionen Reichsmark) an.

Am Lehniner Platz in Berlin wird das Lichtspielhaus Universum eröffnet, das Erich Mendelsohn erbaut hat.

Im Berliner Theater in der Königgrätzer Straße findet die Uraufführung des Schauspiels “Der rote General” von Hermann Ungar statt.

16.9.1928, Sonntag

In Nürnberg gewinnt die deutsche Elf das Fußball-Länderspiel gegen die dänische Mannschaft 2:1.

Großbritannien, Frankreich, die USA, Belgien, Japan und das Deutsche Reich vereinbaren am Rande der Völkerbundversammlung in Genf, über eine vorzeitige Räumung des Rheinlands und die abschließende Regelung der Reparationen zu verhandeln.

17.9.1928, Montag

Das Reichsinnenministerium lässt das von den Kommunisten geforderte Volksbegehren zu, das den Bau von Panzerschiffen und -kreuzern verbieten soll.

Die Schweizer Polizei hat im Tessin eine italienische Spionageorganisation aufgedeckt, die in der Schweiz lebende Italiener und Schweizer Bürger überwacht und italienischen Behörden regelmäßig Bericht erstattet hat. Auch aus Frankreich ist bekannt, dass dort im Exil lebende Italiener von der italienischen faschistischen Regierung beobachtet werden.

18.9.1928, Dienstag

Mit einem Großvernebelungsversuch auf dem Flughafen Böblingen bei Stuttgart wird die Möglichkeit getestet, Gebäude durch künstlichen Nebel vor Fliegerangriffen zu schützen.

Der spanische Flieger Juan de la Cierva überfliegt mit einem von ihm selbst konstruierten Drehflügelflugzeug den Ärmelkanal.

Im Ufa-Palast am Berliner Zoo findet die deutsche Erstaufführung des Stummfilms “Sein letzter Befehl” von Regisseur Josef von Sternberg statt. Emil Jannings spielt einen ehemaligen russischen Großfürsten, der in einem Hollywood-Film eine Statistenrolle als russischer General bekommt.

19.9.1928, Mittwoch

Es wird bekannt, dass der Chef der Marine, Admiral Hans Zenker, Ende des Monats aus dem Amt scheidet. Sein Nachfolger wird Vizeadmiral Erich Raeder. Der Wechsel ist eine Folge des Phoebus-Skandals.

Der Beamtentag der Deutschen Demokratischen Partei in Regensburg fordert die Reichstagsfraktion auf, sich dafür einzusetzen, dass die Bestimmung aufgehoben wird, laut der weibliche Beamte, die heiraten, entlassen werden.

Eine Statutenänderung weist dem Großen Rat der faschistischen Partei Italiens weitgehende Regierungsbefugnisse zu, wodurch die Macht der Partei weiter gefestigt wird.

Mit der Uraufführung von “Steamboat Willie”, einem Zeichentrickfilm von Walt Disney, erobert die Micky Maus das Filmpublikum.

20.9.1928, Donnerstag

Der Fürstbischof von Brixen in Südtirol fordert die Gläubigen dazu auf, ihre Kinder zum pfarramtlichen Religionsunterricht, der in deutscher Sprache erteilt wird, zu schicken. Die Kirche reagiert damit auf die Anordnung der Schulbehörde, an allen Volksschulen auch Religion in italienischer Sprache zu unterrichten.

An der seit Wochen in Griechenland grassierenden und langsam abflauenden Dengue-Fieber-Epidemie sind 1040 Personen gestorben.

21.9.1928, Freitag

Hugo Stinnes jr. wird gegen eine Kaution von einer Million Reichsmark aus der Haft entlassen. Gegen ihn besteht der Verdacht, betrügerische Geschäfte mit Kriegsanleihen gemacht zu haben.

Bei den Ergänzungswahlen für die Erste Kammer in Dänemark erzielen die Sozialdemokraten zwar Stimmengewinne und erhalten 27 Sitze (vorher 25), aber die Koalition von Konservativen und Bauernpartei kann mit 40 Sitzen (vorher 43) ihre Mehrheit behaupten.

22.9.1928, Samstag

In Königsberg wird der Kongress für Innere Mission eröffnet (bis 25.9.). Die Teilnehmer debattieren über Erziehungsfragen, Sozialhygiene und Ehereform.

Es wird bekannt, dass im Berliner Zoo ein Elefantenbaby zur Welt gekommen ist. Es geschieht sehr selten, dass indische Elefanten im Zoo Nachwuchs bekommen.

23.9.1928, Sonntag

Der rechtsgerichtete Soldatenbund Stahlhelm beschließt auf einer Tagung in Magdeburg, ein Volksbegehren einzuleiten, das die Macht des Reichspräsidenten erweitern soll.

Eine Kundgebung auf der Hasenheide in Berlin, zu der Stahlhelm, Vaterländische Verbände und die rechtsgerichtete Deutschnationale Volkspartei aufgerufen haben, protestiert gegen die auf Verständigung abzielende Außenpolitik der Reichsregierung.

Italien und Griechenland unterzeichnen in Rom einen Freundschaftsvertrag. Beide Staaten sichern sich bei Konflikten mit Dritten Neutralität und diplomatische Hilfe zu.

Der Völkerbund und die Stadt Genf beschließen, den neuen Völkerbundpalast nicht, wie ursprünglich geplant, am Genfer See, sondern oberhalb, im botanischen Park Ariana, zu errichten.

Im Theater Novedades in Madrid bricht ein Großfeuer aus, dem zahlreiche Zuschauer zum Opfer fallen.

Die deutsche Elf besiegt in Oslo das norwegische Fußballteam 2:0.

24.9.1928, Montag

Die Gewerkschaften in der nordwestdeutschen Eisenindustrie fordern eine Lohnerhöhung von 15 Pfennig pro Stunde. Die Arbeitgeber bieten die unveränderte Verlängerung des am 30. Oktober auslaufenden Tarifvertrags um ein Jahr an.

Die katholische Kirche Polens hat die seit 1614 gültige Eheschließungsformel geändert: Die Braut braucht ihrem künftigen Mann nicht mehr, wie bisher, ehelichen Gehorsam zu geloben.

25.9.1928, Dienstag

In München beginnt die Tagung des Internationalen Bundes der Christlichen Gewerkschaften (bis 28.9.). Es ist die erste Tagung des Bundes, die im Deutschen Reich stattfindet. Die deutsche christliche Gewerkschaft hat 720 000 Mitglieder.

Die Folies-Bergère in Paris bringen eine neue Revue heraus, “La Grande Folie”. Es gehört zur Tradition des Theaters, dass jede neue Inszenierung den Begriff “Folie” im Titel trägt.

Im Alhambra-Lichtspiel in Berlin wird der Stummfilm “Der erste Kuß” mit Anny Ondra uraufgeführt (Regie: Karl Lamac).

26.9.1928, Mittwoch

Das Zentralkomitee der KPD enthebt den Parteivorsitzenden Ernst Thälmann bis auf weiteres seiner Funktionen. Ihm wird vorgeworfen, die Veruntreuung eines Funktionärs nicht der zuständigen Parteistelle bekanntgegeben zu haben.

Nach dem Wahlerfolg der Konservativen bei den Reichstagswahlen in Schweden, die am 16. September auf dem Land und am 21. in Stockholm stattgefunden haben, tritt die Koalitionsregierung unter Ministerpräsident Karl Gustav Ekmann (Freisinnige Partei) zurück. Die Konservativen haben 73 Sitze gewonnen (vorher 65), die Sozialdemokraten haben 15 Sitze verloren und verfügen nur noch über 90 Sitze im Reichstag.

In Yarmouth wird der Parteitag der britischen Konservativen eröffnet (bis 28.9.). Das zentrale Thema bildet die Frage der Schutzzölle; im Gegensatz zur Mehrheit der Teilnehmer spricht sich Premierminister Stanley Baldwin gegen die Einführung von Schutzzöllen aus.

Das mexikanische Parlament wählt Emilio Portes Gil, Gouverneur von Tamaulipas, zum neuen Präsidenten. Die Wahl ist erforderlich, weil der am 1. Juli gewählte General Alvaro Obregón am 17. Juli ermordet worden ist. Portes Gil löst den amtierenden Präsidenten Plutarco Elías Calles am 1. Dezember ab.

Im Wiener Carl-Theater findet die Uraufführung der Revolutions-Tragödie “Lenin” von Ernst Fischer statt.

27.9.1928, Donnerstag

Während des Streiks der Dockarbeiter in Australien kommt es zu Zwischenfällen, bei denen die Streikenden Streikbrecher angreifen.

Nach dem Erfolg der ersten Sexual- und Eheberatungsstelle in Neukölln haben die Berliner Krankenkassen zwei weitere Beratungsstellen für Frauen eingerichtet.

28.9.1928, Freitag

Preußen hebt das seit 1924 bestehende Redeverbot für den Führer der NSDAP, Adolf Hitler, auf.

Der Thronfolger und Bruder des japanischen Kaisers Hirohito, Prinz Chichihu, heiratet nach altjapanischem Hochzeitsritus Satsuko Matsudaira, die Tochter eines Diplomaten.

Privatbanken, die zweitgrößte Bank Kopenhagens, stellt ihre Zahlungen ein.

29.9.1928, Samstag

In London und Paris wird die Antwort der US-amerikanischen Regierung auf den britisch-französischen Flottenkompromiss, eine Vereinbarung zur Rüstungsbegrenzung, überreicht. Die USA lehnen die Vereinbarungen ab, weil sie sich nicht auf alle Schiffstypen beziehen.

In Müncheberg wird das von der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft errichtete Institut für Züchtungsforschung eröffnet.

Das “Hamburger Fremdenblatt” feiert sein 100-Jähriges Bestehen. Seit dem erstmaligen Erscheinen der “Fremdenliste” am 22. Juli 1828 hat sich das Blatt zur verbreitetsten Tageszeitung in Nordwestdeutschland entwickelt.

30.9.1928, Sonntag

Die NSDAP führt eine Massenkundgebung im Berliner Sportpalast durch. Vor Beginn der Parteiveranstaltung kommt es zu Zusammenstößen zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten.

Bei den Neuwahlen für die Stadtvertretung von Geesthacht an der Elbe kommt es zu blutigen Zusammenstößen zwischen Mitgliedern des sozialdemokratischen Reichsbanners und des Rotfrontkämpferbundes (KPD).

Anlässlich der Enthüllung eines Kriegerdenkmals für die Gefallenen Savoyens in Chambéry hält der französische Ministerpräsident Raymond Poincaré eine Rede, in der er u.a. den Standpunkt bekräftigt, dass Elsass-Lothringen immer französisch gewesen sei.

Hjalmar Schacht wird für weitere vier Jahre zum Reichsbankpräsidenten gewählt.

In Stockholm besiegt die schwedische Elf die deutsche Fußballnationalmannschaft 2:0.