Was geschah im September 1934

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Wetterstationen September 1934

1.9.1934, Samstag

Der deutsche Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht (parteilos) fordert einen mehrjährigen Aufschub für die Rückzahlung der deutschen Auslandsschulden.

Die bulgarische Regierung erlässt eine Verordnung zum Schutz des Staats, die sich vor allem gegen kommunistische Aktivitäten richtet. Zuwiderhandlungen gegen die Verordnung sollen künftig in Schnellverfahren von den Kreis- und Militärgerichten abgeurteilt werden.

Der Deutsche Ludwig Geyer gewinnt das 1474,4 km lange Radrennen Tour de Suisse in 45:01:11 Stunden.

Auf Anordnung des deutschen Führers und Reichskanzlers, Adolf Hitler (NSDAP), wird die Motor-SA dem Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) eingegliedert und dem Führer direkt unterstellt. Leiter des NSKK wird SA-Obergruppenführer Adolf Hühnlein.

In den Vereinigten Staaten treten die Textilarbeiter in den Streik, um eine gewerkschaftliche Interessenvertretung durchzusetzen.

In der Freien Stadt Danzig beginnt eine zweitägige Konferenz der Bundesleitung des Vereins für das Deutschtum im Ausland. Der Danziger Senatspräsident Hermann Rauschning (NSDAP) betont, Danzig schöpfe seine Kraft aus der Weltanschauung des Nationalsozialismus, “dem stärksten inneren Halt des deutschen Volkes und des Auslandsdeutschtums”.

2.9.1934, Sonntag

Bei einer Heldenehrung auf dem Berge Isel in Tirol bezeichnet es der österreichische Bundeskanzler Kurt Schuschnigg (Christlichsoziale Partei) als die Aufgabe der Österreicher, dafür zu sorgen, “dass nicht ein Fußbreit deutschen Bodens dieses Landes irgendwann und irgendjemandem überantwortet werde”.

In Prag wird der Achte Internationale Philosophenkongress eröffnet. Er steht unter der Schirmherrschaft des tschechoslowakischen Staatspräsidenten Tomá Garrigue Masaryk, der auch international bekannt ist als Soziologe und Philosoph.

Hans Stuck gewinnt auf einem Wagen der Auto-Union den Großen Berg-Preis von Deutschland auf der Schauinslandstrecke bei Freiburg im Breisgau.

Die deutsche Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung untersagt den Zuzug von Arbeitern nach Bremen, Hamburg, Altona, Wandsbek, Harburg-Wilhelmsburg, Delmenhorst, Nordenham und Wesermünde (Bremerhaven), da dort keine weiteren Arbeitskräfte gebraucht würden.

3.9.1934, Montag

Die evangelischen Landeskirchen Bayerns und Württembergs werden trotz massiver Widerstände der deutschen Reichskirche eingegliedert.

Das “Prager Montagsblatt” veröffentlicht ein Interview mit dem früheren österreichischen Vizekanzler Franz Winkler (Landbund), der schwere Vorwürfe gegen die Politik der österreichischen Regierung vor und nach dem Putschversuch vom 25. Juli erhebt. Auf Sozialdemokraten und Nationalsozialisten habe die Regierung durch die Artillerie mit Maschinengewehren schießen lassen.

4.9.1934, Dienstag

Der deutsche Reichsminister und Stellvertreter des Führers, Adolf Heß (NSDAP), verbietet die Verwendung von Kontrollkarten, mit denen die Anwesenheit von NSDAP-Mitgliedern bei Parteiversammlungen überprüft wird. Die NSDAP sei auf freiwilliger Mitarbeit und freiwilligem Gehorsam aufgebaut, nicht auf Zwang.

Durch Erlass von König Boris III. wird in Bulgarien das Staatsmonopol für Spiritus und Pflaumen- bzw. Zwetschgenbranntwein (Slibowitz) eingeführt.

Die Deutsche Reichspost gibt in einem neuen Aushang in den Schalterräumen der Postämter die wichtigsten Bestimmungen über die Devisenbewirtschaftung im Postverkehr mit dem Ausland bekannt. Danach ist die Versendung von deutschen Reichsmarknoten sowie von deutschen Goldmünzen ins Ausland oder in das Saargebiet verboten.

Der deutsche Reichsminister des Innern, Wilhelm Frick (NSDAP), schließt Beamte von der Beförderung aus, die früher Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) waren, die sich “gegen die nationale Erhebung gestellt” haben, die nicht rein arischer Abstammung oder mit einer Nichtarierin verheiratet sind.

Die Schauspielerin und Regisseurin Leni Riefenstahl führt die Oberleitung bei den Tonfilmaufnahmen vom Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg.

In Nürnberg wird der sechste Reichsparteitag der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) eröffnet.

5.9.1934, Mittwoch

Die Konkordatsverhandlungen zwischen der spanischen Regierung und dem Vatikan werden ergebnislos abgebrochen.

Aus Anlass der Eröffnung des Reichsparteitages der NSDAP erlässt der Führer und Reichskanzler, Adolf Hitler, einen Appell, in dem er die nationalsozialistische Revolution als abgeschlossen bezeichnet.

6.9.1934, Donnerstag

Bei einem Appell von 52 000 Arbeitsmännern auf dem Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg sagt der deutsche Führer und Reichskanzler, Adolf Hitler (NSDAP), dass die ganze deutsche Nation künftig durch die Schule des Arbeitsdienstes gehen werde.

Der österreichische Ministerrat unter Bundeskanzler Kurt Schuschnigg (CP) beschließt ein Bundesgesetz über die Aufrechterhaltung der Disziplin unter den Studierenden an den Hochschulen. Jeder Student, der zur Förderung der Ziele einer verbotenen Partei ein Vergehen begangen hat, kann von allen Hochschulen des Landes verwiesen werden.

Durch eine Verordnung des deutschen Reichswirtschaftsministeriums unter Leitung von Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht (parteilos) wird die Neugründung von Geldinstituten und Zweigstellen bis zum 31. Dezember 1936 untersagt.

In der schwedischen Hauptstadt Stockholm beginnt eine zweitägige Konferenz der Außenminister Schwedens, Norwegens, Dänemarks und Finnlands. Sie beschließen die Intensivierung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit ihrer Länder.

7.9.1934, Freitag

Der deutsche Führer und Reichskanzler, Adolf Hitler (NSDAP), nimmt auf dem Reichsparteitag in Nürnberg einen Appell von 181 000 Amtswaltern der NSDAP ab.

Der Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen, Fritz Todt (NSDAP), gibt in Nürnberg bekannt, dass 52 000 Menschen an den 51 Reichsautobahnstellen und weitere 100 000 in den Lieferwerken beschäftigt seien. Bis Ende des Jahres soll die Zahl der Beschäftigten nahezu verdoppelt werden.

8.9.1934, Samstag

In der Republik China wird eine Devisenordnung eingeführt, die vor allem dem spekulativen Erwerb ausländischer Währungen entgegenwirken soll.

Ein Brand auf dem US-amerikanischen Dampfer “Morro Castle” südlich der Küste von Neuschottland (USA) fordert 150 Menschenleben.

Im Deutschen Reich wird der Verkauf von Eisenbahnfahrkarten für Reisen ins Ausland auf die Grenzstationen beschränkt. Ausgenommen bleiben Fahrten in die Schweiz.

9.9.1934, Sonntag

In London findet eine Großdemonstration gegen eine Kundgebung der britischen Faschisten statt.

Trotz eines Abkommens zwischen spanischen Kommunisten und Sozialisten dauern die Unruhen und Streiks in Spanien weiter an. Vor allem betroffen sind die Provinzen Viscaya und Guipúzcoa.

Anlässlich des 20. Jahrestages der Marneschlacht lobt der französische Kriegsminister Philippe Pétain auf einer Veranstaltung in Maux die kriegerischen Tugenden der deutschen “Rasse”. Er warnt aber vor dem deutschen “Gefallen an der Gewalt” sowie vor der “dauernden Neigung” des Deutschen, “seine Waffen zu schwenken, um seine Politik zu unterstützen”.

Das deutsche Reichsluftfahrtministerium weist darauf hin, dass die Mitnahme und Verwendung von Fotoapparaten in Flugzeugen verboten ist.

Bei einem Treffen der tschechischen und slowakischen Katholiken in Leitomischl (Litomy in Ostböhmen erklärt Andrej Hlinka, der Führer der slowakischen Volkspartei, die Slowaken würden gemeinsam mit den Tschechen die tschechoslowakische Republik bis zum letzten Blutstropfen verteidigen.

10.9.1934, Montag

110 000 Mitglieder der SA, SS und des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps treten auf dem Nürnberger Reichsparteitag zu einem Appell vor dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler (NSDAP) an. Der Parteitag geht nach dem Appell zu Ende.

In den USA sind nach neuesten Meldungen im freiwilligen Arbeitsdienst 350 000 Jugendliche beschäftigt.

Das amtliche Deutsche Nachrichtenbüro (DNB) in Berlin teilt mit, dass die deutsche Reichsregierung den Abschluss eines Ostpakts gegenüber den Regierungen von Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Polen und der Sowjetunion abgelehnt habe. Die Reichsregierung ist nicht bereit, einem solchen internationalen Paktsystem beizutreten, solange die “Gleichberechtigung des Deutschen Reichs auf dem Gebiet der Rüstung nicht international anerkannt ist”.

11.9.1934, Dienstag

Die evangelischen Kirchen Bayerns und Württembergs lehnen ihre Eingliederung in die Reichskirche ab. Die Eingliederung war am 3. September durch Reichsbischof Ludwig Müller auf dem Verordnungsweg erfolgt.

12.9.1934, Mittwoch

Anlässlich der Übernahme des bisherigen Amts des Reichspräsidenten empfängt der deutsche Führer und Reichskanzler Adolf Hitler (NSDAP) in Berlin erstmals das Diplomatische Korps. “Nicht Macht und Gewalt sollen die Beziehungen unter den Völkern bestimmen”, führt Hitler aus, “sondern der Geist der Gleichberechtigung sowie die Achtung vor der Arbeit und Leistung eines jeden anderen Volkes.”

Vor der Völkerbundversammlung in Genf weist der österreichische Bundeskanzler Kurt Schuschnigg (CP) den Vorwurf zurück, die österreichische “Verfassung 1934” enthalte reaktionäre Tendenzen.

In Genf unterzeichnen die Außenminister von Estland, Lettland und Litauen den sog. Baltenpakt.

Die litauischen Behörden verfügen, dass im überwiegend von Deutschen besiedelten Memelgebiet Aushängeschilder sowie Bekanntmachungen ab 15. Oktober in litauischer Sprache gehalten sein müssen.

Im nordfranzösischen Bergwerk “Bruay” werden mehrere hundert polnische Arbeiter entlassen. Sie sollen aus Frankreich ausgewiesen werden.

13.9.1934, Donnerstag

Das österreichische Bundeskanzleramt in Wien verlängert das Einfuhrverbot für alle im Deutschen Reich erscheinenden Tageszeitungen sowie zahlreiche deutsche Zeitungen.

Polen fordert vor dem Völkerbund in Genf zum zweiten Mal in diesem Jahr eine internationale Minderheitenschutzregelung.

14.9.1934, Freitag

Das Deutsche Opernhaus in Berlin wird mit einer Aufführung von Richard Wagners Oper “Tannhäuser und Der Sängerkreis auf der Wartburg” eröffnet.

15.9.1934, Samstag

Bei den australischen Parlamentswahlen verliert die regierende Vereinigte Australische Partei von Joseph Alois Lyons die absolute Mehrheit. Während die Labour Party ihren Stimmenanteil halten kann, gelingt der Labour Party of New South Wales der Sprung ins Parlament, auch die Radikalen stellen erstmals sieben Abgeordnete.

16.9.1934, Sonntag

Bei den Wahlen zu den schwedischen Provinziallandtagen verbuchen Sozialdemokraten, Sozialisten und Kommunisten erhebliche Gewinne, während die Volkspartei, der Bauernbund und die Konservativen große Verluste hinnehmen müssen.

17.9.1934, Montag

Das Königreich Albanien und die Sowjetunion nehmen diplomatische Beziehungen auf.

Der französische General Maurice Gustave Gamelin, Chef des Generalstabs der Armee, trifft in Prag ein. Er nimmt an Manövern der tschechoslowakischen Armee teil.

In einer Thronrede anlässlich der Parlamentseröffnung in Den Haag stellt Königin Wilhelmina fest, die Niederlande würden 1934 noch stärker als im Vorjahr unter den Folgen der weltweiten politischen und wirtschaftlichen Krise leiden.

Die Überlebenden der gescheiterten deutschen Himalaja-Expedition treffen in München ein.

Frankreich hat den größten Kfz-Bestand aller europäischen Länder.

19.9.1934, Mittwoch

Der italienische Ministerrat beschließt das Gesetz über die vor- und nachmilitärische Ausbildung von Jugendlichen und Männern.

Die Arbeitsgemeinschaft katholischer Deutscher löst sich auf, ihre Aufgaben übernimmt die Abteilung für kulturellen Frieden der NSDAP-Reichsparteileitung. Der ehemalige Vizepräsident der Arbeitsgemeinschaft, der frühere Vizekanzler Franz von Papen (parteilos), sieht die Aufgaben der Konfessionellen als erfüllt an, nachdem das Reichskonkordat von 1933 zustande gekommen ist.

20.9.1934, Donnerstag

Die Pariser Zeitung “L’Intransigeant” veröffentlicht eine Erklärung des deutschen Reichsministers und Stellvertreters des Führers, Rudolf Heß (NSDAP), in der es u.a. heißt: “Eine Verständigung mit Frankreich ist bei gutem Willen auf beiden Seiten meines Erachtens unbedingt möglich.”

Zwischen Hochmais und Fuschertörl wird die vorletzte Teilstrecke der Großglockner-Hochalpenstraße feierlich eröffnet.

In Österreich werden mehrere Razzien gegen Kommunisten durchgeführt. Allein in Wien werden 87 und in Linz 50 Kommunisten festgenommen.

Ab Wintersemester 1934/35 müssen die Studienneulinge im Deutschen Reich zwei Semester an derselben Hochschule studieren.

21.9.1934, Freitag

Der Ausenhandelsausschuss der Federation of British Industries wirft in einem Schreiben an das britische Wirtschaftsministerium der deutschen Reichsregierung vor, die deutschen Firmen daran zu hindern, ihren ausländischen Verpflichtungen nachzukommen. Das Deutsche Reich sei in der Lage, erheblich größere Auslandszahlungen zu leisten, als die amtlichen Stellen zugäben.

Wegen einer Scharlachepidemie werden in Magdeburg alle Schulen geschlossen.

22.9.1934, Samstag

In der Schweiz wird die Dauer der Ausbildung in den Rekrutenschulen verlängert: In der Infanterie um 23 auf 88 Tage, Artillerie um 13 auf 88 Tage, Genie (Ingenieurtruppe) um 21 auf 88 Tage, in der Kavallerie um 14 auf 102 Tage.

Während eines Empfangs für die deutsche Sportfliegerin Elly Beinhorn in der deutschen Gesandtschaft in Mexiko kommt es zu Demonstrationen gegen die “Nazi-Agentin” und “Botschafterin des deutschen Faschismus”. Die Demonstranten versuchen vergeblich, in das Gebäude einzudringen.

In Österreich beginnt die Erste Internationale Alpenwertungsfahrt für Kraftfahrzeuge mit Ersatzbrennstoffen. Sie dauert bis zum 2. Oktober.

Die Regierung der spanischen autonomen Region Katalonien teilt mit, dass die katalonischen Frauen als erste in Spanien ab 1. Januar 1935 mit dem Mann voll zivilrechtlich gleichgestellt werden. Bisher ist den spanischen Frauen verfassungsmäßig nur das Wahlrecht zugestanden worden.

23.9.1934, Sonntag

Ludwig Müller wird im Dom zu Berlin offiziell in sein Amt als deutscher Reichsbischof eingeführt.

In der finnischen Hauptstadt Helsingfors (Helsinki) finden Demonstrationen gegen die Aufnahme der UdSSR in den Völkerbund statt.

24.9.1934, Montag

Der österreichische Ministerrat unter Bundeskanzler Kurt Schuschnigg (CP) beschließt ein Gesetz, durch das die Anrufung des Bundesgerichtshofs in Beschwerden gegen Maßnahmen zur Abwehr staatsfeindlicher Bestrebungen ausgeschlossen wird. So ist eine Berufung bei der Internierung in einem Anhaltelager (Konzentrationslager) unter drei Monaten nicht zulässig.

In einer Rundfunkrede über “Ein Jahr nationalsozialistischer Agrarpolitik” bezeichnet der deutsche Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Richard Walther Darré (NSDAP), als Grundpfeiler der neuen Agrarpolitik das Reichsnährstandgesetz.

25.9.1934, Dienstag

In Genf beginnt eine Konferenz der Goldblockländer. Das zentrale Thema der Gespräche ist die Wiederbelebung der internationalen Zusammenarbeit.

In den USA geht ein Streik der Textilarbeiter zu Ende, der am 1. September begonnen hatte.

26.9.1934, Mittwoch

Nach offiziellen Angaben sind im österreichischen Anhaltelager (Konzentrationslager) Wöllersdorf nur noch 740 Personen interniert gegenüber 5230 im August.

In allen deutschen Schulen wird des 20. Todestags des Schriftstellers Hermann Löns als eines “Künders des Dritten Reiches” gedacht.

In Anwesenheit des britischen Königspaars läuft in Clydebank bei Glasgow die “Queen Mary” vom Stapel, das bislang größte Passagierschiff der Welt.

27.9.1934, Donnerstag

Der schweizerische Bundesrat in Bern gibt bekannt, dass der freiwillige Arbeitsdienst weiterhin gefördert werde, dass jedoch an die Einführung eines obligatorischen Arbeitsdienstes nicht gedacht sei.

In den Schulen des zu Litauen gehörenden Memelgebiets wird der Gebrauch der deutschen Sprache durch einen Erlass des memelländischen Direktoriums wesentlich eingeschränkt.

Die Regierungen Großbritanniens, Frankreichs und Italiens veröffentlichen eine gemeinsame Erklärung über die Notwendigkeit, die Unabhängigkeit und Integrität Österreichs zu erhalten.

König Alexander I. von Jugoslawien trifft zu einem viertägigen Besuch des bulgarischen Königs Boris III. in Sofia ein. Dieser Besuch bildet den Höhepunkt der im Dezember 1933 eingeleiteten Versöhnung zwischen beiden Ländern.

28.9.1934, Freitag

Nach Angaben der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) sind in Berlin vier führende KPD-Funktionäre festgenommen worden, darunter der ehemalige Reichstagsabgeordnete Thielen aus Koblenz.

Die österreichische Christlichsoziale Partei (CP) löst sich auf.

Die Sowjetunion bestätigt Meldungen über den Verkauf der sowjetischen Anteile der Ostchinesischen Eisenbahn an Mandschukuo bzw. Japan.

Gaston Doumergue, der Ministerpräsident des französischen Kabinetts der Nationalen Einheit und frühere Staatspräsident Frankreichs, fordert in einer Rundfunkrede eine Stärkung der Autorität des Staats. Der wendet sich gegen den Sozialismus und die Vielzahl der Parteien, die eine Regierung zu schnell stürzen könne.

Das Reichstabakforschungsinstitut in Forchheim gibt bekannt, dass gegenwärtig auf den Feldern von etwa 250 Pflanzern im Deutschen Reich nikotinfreier Tabak angebaut wird: “Um die Herstellung dieser Produkte beneidet uns die Welt.”

29.9.1934, Samstag

In Hamburg wird der vom Hanseatischen Sondergericht zum Tode verurteilte Kommunist Johann Wilhelm Jasper durch das Beil hingerichtet. Jasper war laut Urteil beteiligt an mehreren Feuerüberfällen auf Angehörige der SA und der Hitlerjugend (HJ), bei denen zwei Menschen ums Leben kamen.

In der Schweiz ist ein einheitlicher Benzinpreis von 35 Rappen (Reichsmark) je Liter eingeführt worden. Bisher bewegten sich die Zonenpreise zwischen 35 und 43 Rappen.

30.9.1934, Sonntag

Auf dem Bückeberg bei Hameln wird das NS-Erntedankfest von Propagandaminister Joseph Goebbels (NSDAP) eröffnet. An dem Festakt nehmen laut offiziellen Angaben 700 000 Menschen teil.

Nach Angaben des Internationalen Arbeitsamtes in Genf haben Ende September die Niederlande mit 30,2% die höchste Arbeitslosenquote in Europa vor Österreich (23,4%) und Belgien (17,4%). Im Deutschen Reich liegt die Quote bei 13,0%, in der Schweiz bei 11,9%.

Hans Stuck gewinnt das Grand-Prix-Rennen auf dem Masaryk-Ring im tschechoslowakischen Brünn vor dem Italiener Luigi Fagioli auf Mercedes-Benz. Mit einem Stundendurchschnitt von 127,320 km/h stellt Stuck einen Rekord auf.