Was geschah im September 1945

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Wetterstationen September 1945

1.9.1945, Samstag

Truppen der Vereinigten Staaten, Frankreichs und Großbritanniens ziehen in ihre Sektoren der österreichischen Hauptstadt Wien ein.

Die sowjetischen Streitkräfte schließen die Besetzung der bisher zu Japan gehörenden Kurileninseln ab.

Der britische Militärgouverneur in Deutschland, Feldmarschall Bernard Law Montgomery, erklärt in der britischen Hauptstadt London, es könne nicht garantiert werden, dass die Lebensmittelrationen für die deutsche Bevölkerung von durchschnittlich 1500 Kalorien pro Tag auch tatsächlich zur Verteilung kommen.

Die britische Besatzungsmacht in Deutschland verbietet in Anbetracht der Rohstoffknappheit die Belieferung von Privathaushalten mit Kohle und anderem Heizmaterial.

In der französischen Besatzungszone Deutschlands wird ein deutsches Zentralamt für das Post- und Fernmeldewesen mit Sitz in Rastatt eingerichtet.

In der Sowjetzone wird der Betrieb der Eisenbahnen durch die sowjetische Besatzungsmacht wieder der Deutschen Reichsbahn übertragen; gleichzeitig ordnet die sowjetische Militäradministration (SMAD) die Einrichtung einer Zentralverwaltung für Verkehr an.

Auf Befehl der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) nimmt in Leipzig der “Mitteldeutsche Rundfunk” seinen Sendebetrieb auf; er ist neben dem “Berliner Rundfunk” der zweite Sender in der Sowjetzone.

In Berlin erscheint mit Lizenz der sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) die erste Ausgabe der kulturpolitischen Monatszeitschrift “Aufbau”, die vom Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands herausgegeben wird.

2.9.1945, Sonntag

In einer Rede in Kyritz (Mark Brandenburg) legt der Vorsitzende der Kommunistischen Partei Deutschlands der Sowjetzone, Wilhelm Pieck, unter der Losung “Junkerland in Bauernhand” die Grundzüge einer Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone dar.

In Köln wird der rheinische, am selben Tag in Bochum der westfälische Landesverband der Christlich-Demokratischen Union gegründet.

Auf dem in der Bucht von Tokio liegenden US-amerikanischen Schlachtschiff “Missouri” unterzeichnen Außenminister Mamoru Schigemitsu und Generalstabschef Yoshijiro Umezu die bedingungslose japanische Kapitulation. Für die Alliierten unterzeichnet der Oberbefehlshaber der US-amerikanischen Streitkräfte im Süd-Pazifik, General Douglas MacArthur.

In Tschunking nehmen der Präsident der chinesischen Republik, Chiang Kai-shek, und der Anführer der kommunistischen Truppen, Mao Zedong, Verhandlungen über die Bildung einer Zentralregierung auf, an der alle Parteien des Landes beteiligt werden sollen.

Die britische Regierung in London verkündet die Aufhebung der seit dem 2. September 1939 zum Schutz militärischer Geheimnisse bestehenden Pressezensur.

3.9.1945, Montag

Unter dem Vorsitz von Josef Baumgartner wird in München die Bayerische Arbeiter- und Mittelstandspartei gegründet.

Als erstes Land der Sowjetzone erlässt Sachsen-Anhalt eine Verordnung über die Bodenreform: am 6. September wird eine gleichlautende Verordnung von der Provinzialverwaltung in Brandenburg, am 7. September von der Landesverwaltung Mecklenburg, am 11. September in Sachsen und am 12. September in Thüringen erlassen.

Der japanische Oberbefehlshaber auf den Philippinen, General Hobun Yamashita, kapituliert vor den US-amerikanischen Truppen.

Die Göttinger Universität wird wiedereröffnet; für das Wintersemester 1945/46 sind insgesamt rund 4800 Studenten eingeschrieben; über 5000 Bewerber mussten abgelehnt werden.

4.9.1945, Dienstag

In Moskau verfügt das Präsidium des Obersten Sowjet der UdSSR die Auflösung des Staatlichen Verteidigungskomitees, das 1941 nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion als höchste Befehlsinstanz geschaffen worden war.

In Hanoi ruft der Führer der gegen die japanische Besetzung gerichteten kommunistischen Widerstandsbewegung, Ho Chi Minh, die Unabhängigkeit Vietnams aus.

Die Leunawerke bei Halle an der Saale nehmen die Produktion von Kunstdünger und synthetischem Treibstoff wieder auf.

In der neu erschienenen, von Ernst Niekisch verfassten Schrift “Deutsche Daseinsverfehlung” wird eine Entwicklungslinie der deutschen Geschichte von Martin Luther bis Adolf Hitler gezogen.

5.9.1945, Mittwoch

Die US-Militärregierung erteilt Theodor Heuss, Rudolf Agricola und Hermann Knorr die Lizenz zur Herausgabe der “Rhein-Neckar-Zeitung”.

Die britischen Besatzungsbehörden in Deutschland verhaften im Ruhrgebiet 44 Großindustrielle des Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikats unter dem Vorwurf der aktiven Unterstützung des Nationalsozialismus.

In Moskau wird die neunte Sinfonie des sowjetischen Komponisten Dmitri D. Schostakowitsch uraufgeführt.

6.9.1945, Donnerstag

Präsident Harry Spencer Truman ernennt in Washington Paul V. Monutt zum neuen Hochkommissar der Vereinigten Staaten auf den Philippinen.

Gemäß dem Beschluss der am 12. Juli in Paris beendeten Viermächtekonfernz über die Wiedererrichtung des internationalen Status von Tanger verlassen die letzten spanischen Truppen die internationale Zone der marokkanischen Stadt.

Der während der Zeit des Nationalsozialismus gedrehte und 1944 in Prag uraufgeführte Farbfilm “Große Freiheit Nr. 7” wird von der britischen Militärregierung zur Erstaufführung in Deutschland freigegeben.

7.9.1945, Freitag

In der US-amerikanischen Zone Deutschlands kommen nach Angaben der Militärverwaltung gegenwärtig auf jeden Bürger nur rund 1000 bis 1300 Kalorien täglich zur Verteilung.

In Frankfurt am Main öffnet die Wertpapierbörse wieder ihre Pforten.

In der französischen Hafenstadt Le Havre treffen die ersten deutschen Kriegsgefangenen ein, die von den USA an Frankreich übergeben werden.

In Berlin nimmt das Deutsche Theater mit einer Inszenierung des Schauspiels “Nathan der Weise” von Gotthold Ephraim Lessing seinen Spielbetrieb wieder auf. Die Inszenierung hat Gustav von Wangenheim übernommen.

Nach Erteilung der Lizenz durch die französische Besatzungsmacht erscheint in Konstanz die erste Ausgabe der Zeitung “Südkurier”.

Die Berliner Polizei verhaftet eine 51köpfige Bande, die zahlreiche Einbrüche und Morde begangen haben soll.

8.9.1945, Samstag

Der Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte im Süd-Pazifik, General Douglas MacArthur, zieht offiziell in die japanische Hauptstadt Tokio ein.

Angehörige des US-amerikanischen Nachrichtendienstes verhaften in Bayern 40 Mitglieder einer deutschen Sabotagegruppe; bei ihnen werden 600 kg Sprengstoff gefunden, mit dem sie alliierte Militäranlagen zerstören wollten.

9.9.1945, Sonntag

Der frühere sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Kurt Schumacher wird von einer Parteikonferenz zum Vorsitzenden des Bezirks Hannover der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands gewählt.

Der Ministerpräsident der provisorischen französischen Regierung, General Charles de Gaulle, meldet in Paris vor Pressevertretern aus Gründen der Sicherheit erneut den Anspruch seines Landes auf die linksrheinischen Gebiete Deutschlands an.

In Berlin findet ein Gedenktag für die Opfer der nationalsozialistischen Herrschaft statt.

Die rund eine Million Mann starke japanische China-Armee kapituliert in Nanking.

10.9.1945, Montag

In der britischen Hauptstadt Lonson tritt der Rat der Außenminister der fünf Grosmächte (USA, UdSSR, Großbritannien, Frankreich und China) zu seiner ersten Tagung zusammen; sie dauert bis zum 2. Oktober. Während der Zusammenkunft kommt es zu ersten offiziellen Auseinandersetzungen zwischen der UdSSR und den Westmächten über die deutsche Frage.

Nach der am Vortag erfolgten Kapitulation der japanischen Streitkräfte in Korea setzen die USA in Seoul eine Militärregierung für Korea ein.

In Berlin wird Erich Honecker, Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands, zum Vorsitzenden des Zentralen Jugendausschusses der Sowjetzone gewählt.

In Bielefeld wird eine Eisenbahngeneraldirektion für die britische Besatzungszone Deutschlands eingerichtet.

11.9.1945, Dienstag

Die britischen Besatzungsbehörden in Deutschland erlauben für ihre Zone die Bildung von Gewerkschaften.

Unter der Präsidentschaft des Kommunisten Paul Wandel wird in Berlin die Deutsche Zentralverwaltung für Volksbildung eingerichtet; ihre Zuständigkeit erstreckt sich auf das Gebiet der sowjetischen Zone.

12.9.1945, Mittwoch

Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland gibt durch Gewährung eines Kredits von rund 200 Millionen Reichsmark den Weg zur Eröffnung von Banken und Sparkassen in ihrer Besatzungszone frei.

Die US-Fluggesellschaft Pan American Airways gibt die Aufnahme ihres Pazifik-Flugdienstes bekannt. Künftig werden von der Westküste der USA aus die asiatischen Städte Tokio, Shanghai, Kalkutta, Manila und Hongkong angeflogen.

13.9.1945, Donnerstag

Die Regierung des Iran fordert den sofortigen Abzug der im Lande stationierten US-amerikanischen, britischen und sowjetischen Truppen.

In der Umgebung der südfranzösischen Stadt Toulouse vernichtet ein Tornado fast die gesamte Ernte.

14.9.1945, Freitag

Der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands der Sowjetzone, Otto Grotewohl, spricht sich in einer Rede in Berlin für eine organisatorische Vereinigung der Sozialdemokraten mit der Kommunistischen Partei Deutschlands aus; er meldet jedoch gleichzeitig einen politischen Führungsanspruch seiner Partei an.

In der US-amerikanischen Besatzungszone Deutschlands wird die Deutsche Allgemeine Nachrichtenagentur lizenziert. Sie steht unter deutscher Leitung, unterliegt aber der Kontrolle durch die US-Militärregierung.

15.9.1945, Samstag

In der britischen Besatzungszone Deutschlands wird den deutschen Parteien die politische Betätigung auf Kreisebene wieder gestattet.

Der US-amerikanische Militärgouverneur in Deutschland, General Dwight D. Eisenhower, kündigt die Abhaltung von Gemeindewahlen in der US-Zone für den Januar 1946 an.

Unter dem Vorsitz von Werner Hilpert wird in Frankfurt am Main die Christlich-Demokratische Union für das Land Hessen gegründet.

In der Sowjetzone werden auf Kreis- und Gemeindeebene Kommissionen gebildet, die ab Oktober eine Aufteilung des enteigneten Großgrundbesitzes vornehmen sollen.

Mit US-amerikanischer Lizenz erscheint in Bremen die erste Ausgabe der Zeitung “Weserkurier”.

In Stuttgart erscheint mit Lizenz der US-Besatzungsbehörden die erste Ausgabe der “Stuttgarter Zeitung”.

In Menton (Südfrankreich) stirbt der ehemalige französische Ministerpräsident André Tardieu (* 22.9. 1876, Paris).

In Mittersill wird der österreichische Komponist und Dirigent Anton von Webern (* 3.12. 1883, Wien) von einem US-amerikanischen Besatzungssoldaten erschossen.

16.9.1945, Sonntag

In Lüneburg beginnt vor einem britischen Militärgericht der Prozess gegen den ehemaligen Kommandanten des nationalsozialistischen Konzentrationslagers Bergen-Belsen, Josef Kramer. Mit ihm sind 45 ehemalige Aufseher des Lagers angeklagt.

17.9.1945, Montag

Die britische Besatzungsmacht fasst die ehemaligen Provinzen Hannover, Oldenburg und Braunschweig zur Provinz Hannover zusammen. Ihr Oberpräsident wird der bisherige hannoversche Oberpräsident Hinrich Wilhelm Kopf.

Die britische Besatzungsmacht erteilt dem Volkswagenwerk in Wolfsburg den Auftrag zum Bau von 20 000 Personenkraftwagen.

Die Friedr. Krupp AG in Essen kann ihre Produktion wieder aufnehmen.

Die britische Regierung in London hebt die meisten Ausfuhrbeschränkungen für Waren aus Großbritannien auf.

An der Universität Freiburg nimmt die katholisch-theologische Fakultät ihren Lehrbetrieb wieder auf.

In der französischen Besatzungszone Deutschlands nehmen die Schulen den Unterricht wieder auf.

18.9.1945, Dienstag

Die Eisenacher Motorenwerke beginnen wieder mit der Produktion von Personenkraftwagen; die Fahrzeuge sind fast ausnahmslos für die sowjetische Besatzungsmacht bestimmt.

Unter der Regie Gustav von Wangenheims findet im Deutschen Theater in Berlin die Uraufführung des Stücks “Gerichtstag” statt. Autor ist der ungarische Dramatiker Gyula Háy, der seine Werke in deutscher Sprache verfasst.

19.9.1945, Mittwoch

Durch die “Proklamation Nr. 2” der US-amerikanischen Militärregierung in Deutschland werden die Länder Bayern, Württemberg-Baden und Groß-Hessen gegründet.

Die britische Besatzungsmacht in Deutschland richtet in Bad Salzuflen eine Reichspost-Direktion für ihre Zone ein.

In der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires protestieren mehr als eine halbe Million Menschen gegen das herrschende Militärregime im Land und fordern die Abhaltung freier Wahlen.

20.9.1945, Donnerstag

Der Alliierte Kontrollrat in Deutschland gibt durch die sog. Proklamation Nr. 2 seine Aufgaben gegenüber der deutschen Bevölkerung bekannt. Gleichzeitig verkündet er die endgültige Auflösung aller nationalsozialistischen Organisationen in Deutschland.

In einem Nonstopflug aus der japanischen Hauptstadt Tokio kommend, landet ein Boeing B 29-Bomber auf dem Flughafen der US-amerikanischen Hauptstadt Washington. Die Gesamtflugzeit betrug 40 Stunden.

21.9.1945, Freitag

US-Präsident Harry Spencer Truman erläutert auf einer Pressekonferenz in Washington die künftige Besatzungspolitik in Japan.

In der französischen Hauptstadt Paris findet die erste Modenschau seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs statt; es werden die Sommerkollektionen für das Jahr 1946 gezeigt.

22.9.1945, Samstag

In einem Rundfunkinterview stellt der Oberbefehlshaber der US-Besatzungstruppen in Bayern, General George Smith Patton, die Praxis der Entnazifizierung in Frage.

In der Industriemetropole Detroit im US-Bundesstaat Michigan treten mehr als 50 000 Arbeiter in einen Streik, mit dem sie die Rücknahme von Massenentlassungen fordern.

Radio Hamburg, der Rundfunksender der britischen Militärregierung, wird in “Nordwestdeutscher Rundfunk” umbenannt.

23.9.1945, Sonntag

Durch Entsendung eines neuen Hochkommissars unterstreicht Frankreich in Vietnam seinen Anspruch auf Wiedererrichtung der französischen Kolonialherrschaft.

Im Deutschen Opernhaus Berlin wird das 50-Jährige Bühnenjubiläum von Paul Wegener gefeiert.

Im Berliner Olympiastadion veranstalten die drei westlichen Besatzungsmächte der Stadt einen Leichtathletik-Wettbewerb, den die Mannschaft der USA vor Großbritannien und Frankreich gewinnt.

24.9.1945, Montag

Die US-amerikanische Fluggesellschaft Pan American Airways nimmt den Flugbetrieb zwischen New York und London auf; der Flugpreis für den 15stündigen Flug beträgt 275 US-Dollar.

In Potsdam stirbt Hans Geiger (* 30.9. 1882, Neustadt an der Weinstraße), deutscher Physiker und Erfinder des nach ihm benannten Gerätes zur Messung der Radioaktivität (Geigerzähler).

25.9.1945, Dienstag

In Stuttgart findet die Gründungsversammlung der Christlich-Sozialen Volkspartei Württembergs statt.

Der US-Militärgouverneur in Deutschland, General Dwight D. Eisenhower, befiehlt den Beginn der Demontage einer Reihe deutscher Industrieunternehmen in der US-Zone. Betroffen sind u.a. das größte Kugellagerwerk Europas und die Bayerischen Motorenwerke in München.

In der US-amerikanischen Besatzungszone Deutschlands wird der Post wieder die Beförderung von Briefen gestattet.

Die Marburger Universität nimmt ihren Lehr- und Forschungsbetrieb wieder auf.

In Göttingen treten die Rektoren der Universitäten der britischen Besatzungszone zu einer ersten Konferenz zusammen, auf der u.a. Fragen der Zulassung von Studenten und der künftigen Universitätsverfassungen besprochen werden.

26.9.1945, Mittwoch

In Friedland bei Göttingen wird ein neues Durchgangslager für deutsche Flüchtlinge aus der sowjetischen Besatzungszone, den Gebieten östlich von Oder und Neiße sowie aus dem osteuropäischen Ausland eingerichtet.

In New York stirbt der seit 1940 in den USA lebende ungarische Komponist und Pianist Béla Bartók (* 25.3. 1881, Nagyszentmiklós/Rumänien).

27.9.1945, Donnerstag

Die britische Nachrichtenagentur Reuter meldet, dass die Reste der deutschen Kriegsflotte zwischen den USA, der UdSSR und Großbritannien aufgeteilt werden.

In Berlin erscheint “Der Tagesspiegel” als erste deutsche Zeitung der Stadt mit US-amerikanischer Lizenz.

28.9.1945, Freitag

Vertreter der Provinz Hannover sowie der Länder Oldenburg und Braunschweig schließen in Hannover einen Staatsvertrag zur Vorbereitung der Gründung des Landes Niedersachsen ab.

Die US-amerikanische Militärregierung in Bayern setzt den Ministerpräsidenten des Landes, Fritz Schäfer, ab. Als Begründung wird angegeben, er habe sich gegenüber ehemaligen Nationalsozialisten zu nachsichtig verhalten.

In der thüringischen Landeshauptstadt Weimar wird das Goethe-Nationalmuseum wiedereröffnet.

In Köln nimmt eine Zweigstelle des Nordwestdeutschen Rundfunks mit einem 60minütigen Programm ihren Sendebetrieb auf.

29.9.1945, Samstag

In den Vereinigten Staaten breitet sich eine große Streikwelle aus: Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind über 400 000 Arbeiter in den Ausstand getreten. Sie fordern die Rücknahme von Massenentlassungen, die seit Kriegsende wegen des Rückgangs der Kriegsproduktion vorgenommen worden waren.

In Neustadt an der Weinstraße erscheint die erste Ausgabe der Zeitung “Die Rheinpfalz”.

30.9.1945, Sonntag

Bei den Wahlen zu den französischen Generalräten (Parlamente der Départments) erzielen die Linksparteien erhebliche Stimmengewinne.

Erstmals seit Kriegsende findet in Deutschland ein großes Leichtathletiksportfest statt; Veranstaltungsort ist Würzburg.